WindparkAndalusien

Andere Regionen haben anderes Energie-Potenzial: Windpark in Andalusien © cm

Die Energiewende ist „national“ nicht zu schaffen

Christian Müller /  Die Schweiz müsse energiemässig autark sein, fordern viele Politiker. Unsinn, sagt eine foraus-Studie. Die Lösung heisst: Europa.

Die einen haben die Sonne, und die scheint nur am Tag. Andere haben den Wind, und der bläst, wann er will. Wieder Andere haben Berge, gut für saisonal unterschiedlich Energie lieferende Wasserkraftwerke und gut für Pumpspeicherwerke, also die «Batterien» für den Ausgleich.

Die Energiewende, die Abkehr von der nicht mehr verantwortbaren Atomenergie, ist machbar. Zumindest wenn es gleichzeitig gelingt, den Energiekonsum pro Kopf deutlich zu senken. Allerdings, das zeigt eine neue Studie des Think Tanks foraus (Forum Aussenpolitik), ist es nicht möglich, die Schweiz als kleines Land energiemässig autark – vom Ausland unabhängig – zu machen. Selbst wenn die Energie-Importe und –Exporte übers Jahr aufgerechnet zu einer ausgeglichenen Bilanz führen, ist es schon heute nicht möglich, die Tages- und Jahreszeitenschwankungen innerhalb der Schweiz auszugleichen. Die Autarkie – die Ausland-Unabhängigkeit – ist Illusion. Autarkie kann nur über einen grösseren Raum mit unterschiedlichen Klima- und Wetterbedingungen erreicht werden, zum Beispiel im Raum Europa.

Europäische Zusammenarbeit unumgänglich

Die foraus-Studie formuliert es im «Executive Summary» ihrer neuen Studie so: «Der Wunsch nach einer möglichst weitgehenden Stromautarkie und einer daraus resultierenden Inlandstrategie ist aufzugeben. Im Gegensatz zu den analysierten Studien (fünf verschiedene Studien, in der foraus-Studie namentlich erwähnt. cm) darf das Ausland nicht als passive Quelle und Senke von Strom betrachtet werden, sondern es ist ein aktiver Teil einer zukunftsorientierten Lösung. Die Schweizer Stromversorgung muss einen europäischen Blickwinkel einnehmen: Stromerzeugung und – speicherung finden am besten dort statt, wo optimale Voraussetzungen für die jeweilige Technologie herrschen. Die verschiedenen geographischen Vorteile für eine effiziente Stromerzeugung müssen genutzt werden, um eine verlässliche und europaweite Stromversorgung mit erneuerbaren Energien garantieren zu können.» (Auszeichnungen durch cm)

Aber wie das anpacken? Der Think Tank foraus schlägt der Schweiz bei der Lösung dieser Europa-weiten Zusammenarbeit sogar die Einnahme einer «Vorreiterrolle» vor, in enger Zusammenarbeit mit anderen, ähnlich interessierten Ländern, namentlich mit Deutschland, Belgien, Dänemark und Norwegen.

Die EU einmal mehr tabu

Eine Zusammenarbeit der Schweiz mit den EU-Staaten in Sachen Energie-Strategie ist aber zurzeit extrem schwierig, weil ein entsprechendes Abkommen fehlt. So schreibt foraus unter dem Titel «Stromabkommen mit der EU» wörtlich – und sichtlich gequält: «Für die Entwicklung einer europäischen Stromstrategie ist der Abschluss eines Stromabkommens mit der EU von grossem Vorteil, da es allen Teilnehmern eine Gleichbehandlung zusichern wird. Gemeinsame Gremien können eine wichtige Plattform für den Austausch und die Koordination mit europäischen Partnern bieten. Für das in diesem Papier diskutierte Problem der Bereitstellung einer technisch effizienten und nachhaltigen Stromversorgung für die Schweiz kann ein liberalisierter europäischer Strommarkt unter den richtigen Rahmenbedingungen effiziente und nachhaltige Lösungen liefern.
Allerdings gibt ein Stromabkommen keine direkte Antwort darauf, wie dies geschehen soll. Zudem sind die Verhandlungen mit der EU wegen ungeklärten institutionellen Fragen blockiert. Um mit anderen europäischen Staaten eine Vorreiterrolle in der Gestaltung der zukünftigen Stromversorgung einzunehmen, erscheint ein Stromabkommen mit der EU vorläufig nicht als zwingende Voraussetzung. Daher darf nicht länger auf dessen Abschluss gewartet werden, um den Umbau der Stromversorgung möglichst früh, koordiniert und effizient einzuleiten. Wegen der offensichtlichen Vorteile ist der Abschluss eines Stromabkommens dennoch weiterhin entschlossen zu verfolgen.» (Auszeichnungen durch cm.)

Man könnte es auch einfacher sagen: Da die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, ist die – absolut notwendige – Zusammenarbeit mit den EU-Staaten äusserst schwierig, wenn auch nicht völlig unmöglich. Eine Mitgliedschaft der Schweiz in der EU würde eine sinnvolle Energie-Strategie aber massiv vereinfachen und sie einer Realisierung deutlich näher bringen.

Auch nur schon die Erwähnung eines möglichen Beitritts der Schweiz zur EU ist in der politischen Debatte innerhalb der Schweiz – zumindest innerhalb der Deutschschweiz – bekanntlich tabu. Warum sich allerdings auch der Think Tank foraus diesem Tabu unterzieht, ist schwer nachvollziehbar.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

SolaranlageBauernhof-1

Energiepolitik ohne neue Atomkraftwerke

Erstes, zweites und drittes Gebot: Der Stromverbrauch darf nicht weiter zunehmen.

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14 Meinungen

  • am 1.08.2013 um 12:05 Uhr
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    Die Schweiz könnte eine Drehscheibe für Austausch, Erzeugung und Speicherung diverser Energieformen innerhalb Europas werden. Ein ökologisch sinnvolles und sehr wahrscheinlich höchst lukratives Geschäftsfeld. Die Umsetzung wird leider wieder ein mal durch Extrawürste für mächtige Interessengruppen behindert (z.B. Schutz für Steuerhinterzieher, weitgehende Steuerbefreiung für Holdings und Rohstoffmultis, Erbschaftssteuer für reiche Franzosen, Fluglärm Zürich usw.). Wieder ein mal besteht die Gefahr, dass eine grosse Chance vergeben wird.

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  • am 1.08.2013 um 14:48 Uhr
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    Es ist beileibe nicht so, dass sich foraus dem Tabu einer Debatte eines Beitritts der Schweiz zur EU unterzieht, foraus bohrt hartnaeckig weiter und vermag die Konsequenzen fuer unser Land nicht richtig einzuschaetzen. Jeder Vertrag ist mit einem Geben und Nehmen verbunden. Die EU wuerde sich gerne etwas Schweizer Wohlstand abschneiden, doch was erhalten wir dafuer?

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  • am 1.08.2013 um 16:40 Uhr
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    @Beda Düggelin
    Sehr richtig: Geben und Nehmen ist das Prinzip fairer Verträge. Die Schweiz gibt Privilegien für einige wenige Individuen und Firmen auf und erhält dafür den Zugang zu ökologisch sinnvollen und ökonomisch lukrativen Geschäftsfeldern. Abhängig von den Details könnte das am Ende des Tages ein fairer und für beide Seiten lukrativer Handel werden. Tabus sind hier absolut fehl am Platz!

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  • am 1.08.2013 um 20:50 Uhr
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    Ja wir Schweizer sind ein weltoffenes Land, dies beweist unsere Aulaenderquote. Griechenland muss als 27. Kanton der Schweiz beitreten, dann koennen wir weiterhin unseren Altruismus unter Beweis stellen, erhalten Fischereirechte und einen Meerzugang und werden durch Schuldenuebernahme voll Euro-kompatibel, also wer lanciert dieses Vorhaben, «foraus» voraus marsch!

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  • am 1.08.2013 um 21:31 Uhr
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    Es gibt da noch etwas, was von Wissenschaft und Politik mehr oder weniger versteckt gehalten wird. Das ist einerseits die Energiegewinnung aus Helium 3, welches im Versuchsreaktor in England als Fusionskraftwerk alle Test erfolgreich bestanden hatte. Und andererseits die kalte Fusion, welche schon gute Resultate zeigt. Doch zurück zum Helium 3. Ein Tennisball grosses Stück Helium 3 hätte die Energiedichte um die ganze Schweiz ein halbes Jahr lang oder länger mit Strom zu versorgen. Die Usa, Sowjets und China wollen nicht nur aus Forscherdrang in den Weltraum, die tun nichts was nicht gewinnträchtig sein und auch militärisch von grossem Wert sein könnte. Sie wollen das Helium 3 von der Mondoberfläche. Auch die Japaner bauen inzwischen an Robotertransportern. Auf der Mondoberfläche, noch mehr auf der Marsoberfläche, liegt Helium 3 sozusagen nur so rum. Auf der Erde gibt es fast keines. Helium 3 strahlt nur in harmlosen Bereichen beim Fusionieren, und die Abfälle sind Wasser und Sauerstoff. Mit Helium 3 verkürzt sich ein Flug zum Mars, welcher eine wahre H3 Goldgrube ist, auf etwa 50 Tage beim heutigen technischen Stand. So denke ich, die Entscheidungsträger, welche darüber informiert sind was da noch an Möglichkeiten kommen könnte, sind eher in Wartestellung was die Energiequellen betrifft. Denn was wir heute entscheiden, kann morgen schon die schlechteste Lösung sein. Dazu kommen noch die ersten, wenn auch bescheidenen Erfolge der freien Energie und die Rückschläge der Erdwärmeprojekte in der Schweiz. Eine energieautarke Schweiz hätten wir jetzt schon, wenn wir alles überflüssige abschalten würden. Doch das will auch keiner, denn es geht da um viel Geld. Geld ist ja der neue Gott in dieser missratenen Welt.

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  • am 1.08.2013 um 23:03 Uhr
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    @Beda Düggelin
    Nun ja, gegen Polemik und Vorurteile ist kein Kraut gewachsen. Da macht es keinen Sinn zu argumentieren…

    @Beatus Gubler
    Die Kernfusion und ähnliche Technologien stehen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Zahlreiche technische Probleme sind ungelöst. Zurzeit ist weder abschätzbar wann diese Energiequellen im grossen Stil verfügbar sein werden, noch was die tatsächlichen Risiken und Nebenwirkungen sind. Steigende Meeresspiegel, schmelzende Gletscher usw. erlauben der Menschheit nicht, auf unbestimmte Zeit abzuwarten bis diese Wundertechnologien vielleicht einmal zu Verfügung stehen. Es braucht Entscheidungen – Jetzt!

    Die grundsätzliche Frage ist, ob die so genannte Energie Autarkie ein realistisches oder überhaupt erstrebenswertes Ziel ist. Die Schweiz betreibt ihre Geschäfte weltweit. Faire Geschäfte beruhen auf Verträgen, die von allen Geschäftspartnern akzeptiert werden, d.h. keiner der Geschäftspartner ist in seinen Entscheidungen wirklich souverän, sondern muss sich mit den Partnern auf die Modalitäten der Geschäfte einigen. Ähnliches gilt für die Beziehungen von Staaten untereinander. Kein Staat kann einseitig die Regeln für internationale Beziehungen bestimmen, sondern muss sich mit den Partnerstaaten auf diese Regeln einigen. Der Preis für die absolute Souveränität wäre daher die totale Isolation (Nord Korea lässt grüssen). Die internationalen Geschäftsbeziehungen der Schweiz erlauben eine solche Isolation nicht. Die Schweiz ist Teil dieser Welt mit all ihren komplex vernetzten Beziehungen. Autarkie ist in diesem internationalen Umfeld, genau wie absolute Souveränität, eine Illusion.

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  • am 2.08.2013 um 11:06 Uhr
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    Ich hätte grösste Bedenken, für die Lösung der Energiewende-Aufgaben einfach die europäische Zusammenarbeit, Stichwort Schweiz als Batterie Europas, anzupeilen. Die allermeisten Aktivitäten in dieser Richtung setzen die Landschaftsschutzgebiete und den Alpenraum noch mehr unter Druck, v.a. für Speicherbecken (Grimsel !) und Pumpanlagen.
    Diese Meinung vertrete ich nicht aus Isolationismus, sondern weil die Interessen zwischen Alpenraum und flachem Land schlicht zu stark divergieren. Das sieht man beim alpenquerenden Transitverkehr. Einmal war eine holländische Transporteuren-tochter EU-Verkehrskommissionspräsidentin (oder so ähnlich), und es ist völlig nachvollziehbar, dass sie sich nicht vorstellen kann, warum ihre Grosstruckers im Urnerland nicht gleich willkommen sind wie in Holland, wo (hoffentlich) noch etwas mehr Raum zwischen Bevölkerung und Transitachsen gesichert werden kann.
    Die Energiezukunft (und auch die beim Warenaustausch) liegt meiner Meinung nach zwingend in: Mehr Effizienz (optimierte Verwendung der vorhandenen Energie, ohne dass jede Einsparung gleich durch eine neue zusätzliche Energieanwendungen ersetzt wird !), Suffizienz (wo bedeutet weniger Energie mehr Lebensqualität ? Die Felder sind gross …), und wenn zusätzliche Energiequellen, dann DEZENTRAL. Zu fördern sind Solartechnik (thermisch und PV) und, ganz dringend, dazugehörige Kleinspeichertechnologien, die es in durchaus realisierbaren Entwicklungsstadien sehr wohl gibt.
    Europäische Zusammenarbeit suchen vor allem die Gross-Energiekonzerne, die ihr Versorgungsmonopol auf Atom-Basis nicht verlieren und wenn, dann so gut wie möglich durch andere selber kontrollierte Grosstechnologien ersetzen möchten: Wind aus Nord- europa mit gewaltigen neuen Fernleitungen und grossen Speicherseen in den Alpen usw.
    Wir müssen aufpassen, dass wir mit dem Ruf nach europäischer Zusammenarbeit nicht denen in die Hände spielen, die die Energiemisere eingebrockt haben und in Zukunft eine kleinere und vor allem anders definierte Rolle spielen sollten – und das werden sie niemals freiwillig tun. Gusti Pollak, gustipollak@bluewin.ch

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  • am 2.08.2013 um 23:19 Uhr
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    @Gusti Pollak
    Energie sparen, dezentralisieren, lokal speichern usw. sind alles richtige und wichtige Ansätze. Vorausgesetzt, wir bleiben bei der heutigen Anforderung, dass Elektrizität zu jedem Zeitpunkt mit der gewünschten Leistung zur Verfügung stehen muss, wird das bei den heute absehbaren Entwicklungen der Energie- Speichertechnologien kaum ausreichen. Es braucht sowohl Dezentralisierung so weit wie irgendwie möglich als auch grosse Speicheranlagen mit den erforderlichen Leitungskapazitäten. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.
    Zu Pumpspeicherwerken ist folgendes zu sagen: Die Gletscher im Alpenraum haben eine wichtige Funktion bei der Regulierung des Wasserhaushaltes. Wenn sie weiter wegschmelzen, wie das leider zu erwarten ist, muss diese Funktion durch zahlreiche Staumauern und Speicherseen künstlich sicher gestellt werden (Hochwasserschutz usw.). Die damit verbundenen Eingriffe in die Landschaft sind nicht zu vermeiden. Die Staumauern können mit geringem Mehraufwand zur Energiegewinnung und Energiespeicherung genutzt werden. Das ist ökologisch wie auch ökonomisch sinnvoll. Das Grimsel Projekt macht in diesem Kontext vermutlich wenig Sinn – da gebe ich Ihnen Recht.

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  • am 3.08.2013 um 09:23 Uhr
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    Gegen internationale Zusammenarbeit im Energiesektor ist nichts einzuwenden, man darf sich nur nicht der Illusion hingeben, dass die «Energiewende» nur international zu schaffen waere. Die Wende kann realistischerweise nur mit Konsumverzicht gewaehrleistet werden.

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  • am 3.08.2013 um 21:07 Uhr
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    An Christoph Niklaus, Danke für Ihre differenzierende Sichtweise. Doch ihr Argument, dass die Kernfusion noch in den Kinderschuhen steckt, war vor 2 Jahren noch Tatsache. Doch wenn Sie sich auf den neuesten Stand bringen, werden Sie entdecken, das der einstmalige Traum einer stabilen Kernfusion letztes Jahr in United Kingdom realität geworden ist. Im Experiment widerholbar beweisbar. Die Bedingung ist einfach Helium 3, dann funktioniert es. Der technische Aufwand ist sogar 2/3 kleiner als erwartet. Die Militärs wussten es schon vor 10 Jahren, darum haben die Russen im Meer auch seit 10 Jahren unter Wasser ihre zukünftige Mondbasis im Testlauf. Die Saturn 5, welche vor 7 Monaten einen Roboter für die Usa auf den Mond hätte schicken sollen, mit erstem Stationsmaterial, wurde, als sie in den Erdorbit ging, um von dort aus das Mondlandesegment auf die Reise zu «Sprengen» mit einem Detonationsantrieb der neuesten Generation, wurde von bisher unbekannter Hand abgeschossen, bevor diese das Segment auf die 10 tägige Reise schicken konnten. Die Vorbereitungen um an H3 zu kommen laufen seit mind. 10 Jahren, ebenfalls bei den Schweizer Militärs. Mein verstrobener Vater hat für die Nasa Feuerkühlanlagen realisiert in den Usa, und sein Bruder war Hauptmann in der schw. Armee. Beide verstorben, haben sie mir einiges erzählt. Ultrageheime Projekte, tief im Reduit, wo es um «Die ultimative Energie» geht. Der erste welcher eine Mindestmenge an H3 hat, hat die grösste wirtschaftliche und militärische Macht wie sie noch nie da war. Lange wurde versucht alles geheim zu halten, von jeder Nation. Physiker welche zu laut über H3 refierten, wurden gestoppt, aus Staatssicherheitsgründen. Die ISS Weltraumstation, wo experimente in schwerelosigkeit gemacht werden können, hat einen Hauptgrund. Beim kommenden H3 Transport als Zwischenstation zu dienen. Denken sie wegen ein paar Experimenten in der Schwerelosigkeit würden die Nationen gemeinsam Milliarden in den Weltraum stellen? H3 ist die Zukunft. Sauber, einfach zu handhaben, auch kalt fusionierbar, ohne radioaktive Abfälle, und mit der grössten Energiedichte welche es je gab. Sie können alles überprüfen, nicht auf irgendwelchen Verschwörungsseiten im Internet, sondern auf Fachseiten, oft halt in Englisch. Gruss Beatus Gubler

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  • am 4.08.2013 um 11:35 Uhr
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    @Beatus Gubler
    Besten Dank für die ausführlichen Informationen zum Thema H3 Fusion. Das Thema scheint wirklich interessant zu sein. Könnten Sie vielleicht mal einen Link auf die zitierten Fachseiten posten? Ich würde das gerne mal nachlesen….
    Als Ingenieur mit bald 40 Jahren Berufserfahrung weiss ich, dass auf dem Weg von gelungenen und reproduzierbaren Laborexperimenten bis zu technisch funktionsfähigen Verfahren und Anlagen zahlreiche Detailprobleme gelöst werden müssen. Nicht nur bei der Fusion selbst, sondern auch bei der Gewinnung und dem Transport des Rohmaterials (H3). Realistisch ist dabei von mehreren Jahrzehnten auszugehen, d.h. dass diese Technologie bestenfalls für eine übernächste Generation der realen Energieversorgung in Frage kommt. Es macht wahrscheinlich Sinn die H3 Verfahren weiter zu erforschen, für die Lösung der aktuellen Probleme sollen wir jedoch auf heute bereits verfügbare nachhaltige Technologien setzen.

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  • am 5.08.2013 um 12:21 Uhr
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    Danke Herr Nikolaus, ja da haben Sie schon recht, was machen wir bis wir das H3 haben. In Wartestellung zu bleiben ist auch nicht die Lösung, und die Abhängigkeit vom Ausland betreffend H3 würde den Preis noch in die Höhe treiben. Unten ein Link mit einem kurzgefassten deutschen Bericht im Focus. Ansonsten einfach Googeln, bis Sie auf den Unversitätsseiten von United Kingdom landen, oder im Wissenschaftsmagazin Sciences und ebenbürtigen, verlässlichen Informationsquellen. Mit freundlichen Grüssen Beatus Gubler http://www.focus.de/wissen/weltraum/odenwalds_universum/tid-15408/raumfahrtvisionen-energielieferant-der-zukunft-helium-3-vom-mond_aid_432660.html

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  • am 5.08.2013 um 15:23 Uhr
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    Die Studie enthält wertvolle Infos und Anregungen, aber die Schlussfolgerungen scheinen mir etwas pauschal und einfach. Selbstverständlich wäre eine 100% Stromautarkie der Schweiz nicht sinnvoll. Trotzdem kann ein hoher Autarkiegrad aus verschiedenen Gründen erstrebenswert sein.
    Dieser ist relativ einfach zu erreichen, wegen des vorhandenen grossen Anteils an Wasserkraft und damit gekoppelten Regelkraftwerke sowie Pumpspeicherwerke, der nicht kleinen Sonneneinstrahlung, des zinsgünstigen Kapitals, und des Fehlens einer starken Kohlelobby.
    Selbstverständlich kann man nicht alles gleichzeitig haben, 100% einheimischen «Oekostrom", 100%ige Versorgungssicherheit, niedrige Strompreise und ständig wachsende Wirtschaftsleistung und Konsum.
    Um den letzten Punkt scheint es mir den Promotoren des internationalen Stromhandels eigentlich zu gehen: die Schweiz soll möglichst lange weiter wie bisher über ihre reelle Verhältnisse leben können, ja sogar noch reicher werden. Das geht natürlich nur, wenn die wegen des Wachstums immer knapper werdende Energie im Ausland möglichst günstig eingekauft wird, wie wir das heute auch mit Nahrung, Rohstoffen und Verschmutzungsrechten machen. Und wenn daraus sogar Profit erwirtschaftet wird (z.B. «Batterie Europas").
    Es ist aber klar, dass diese Art zu Leben zeitlich begrenzt ist. Vermutlich zahlt es sich deshalb künftig aus, schon heute einen höheren Autarkiegrad anzupeilen, als nach heutiger finanzieller Betrachtungsweise optimal erscheint.

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