Mehrweggeschirr: Basel und Bern top, Zürich hat Nachholbedarf

Daniela Gschweng /  Schweizer Städte sind laut einer Umfrage von Greenpeace bei der Vermeidung von Einweg-Produkten unterschiedlich ambitioniert.

Eins der grössten Ärgernisse im öffentlichen Raum sind To-Go-Verpackungen, die nach kurzer Verwendung im Müll oder auf der Strasse landen. Schweizer Städte sind unterschiedlich aktiv, um den Müllberg einzudämmen, fand eine Umfrage von Greenpeace Schweiz.

Die Umweltorganisation befragte 15 Schweizer Städte zu ihrem Umgang mit Mehrweggeschirr und -flaschen und erstellte daraus ein Ranking. Greenpeace fragte zum Beispiel, ob die betreffende Stadt eine Mehrwegstrategie hat, welche Mehrweg-Reglemente es für öffentliche Veranstaltungen und Aussengastronomie gibt und inwieweit die städtische Personalverpflegung Mehrweglösungen einsetzt. Die einzelnen Antworten bewertete die Organisation mit einem Drei-Punkte-Schema.

Eine glatte Sechs schaffte keine der befragten Städte. Basel kam dem mit 5,5 «Mehrweg-Punkten» aber sehr nah. Es folgt Bern mit 5 Punkten, Fribourg und St. Gallen mit 4 Punkten. Im Mittelfeld finden sich Genf, Lausanne, Luzern, Neuchâtel und Sion.

Greenpeace-CH-Staedte-Mehrwertranking-2021
Greenpeace Schweiz Mehrweg-Ranking (2021)

Auf nur 2 Punkte kommen Zürich, Zug, Chur, Frauenfeld und Schaffhausen. Schaffhausen beispielsweise, weil es Mehrweglösungen gar nicht fördert und auch keine Mehrweg-Pflicht bei öffentlichen Veranstaltungen kennt. Auch Zürich hat keine verbindlichen Vorgaben, eine Mehrweg-Strategie ist erst in Bearbeitung. Bellizona antwortete nicht.

Bei der Bevölkerung kommen die Bemühungen der Städte jedenfalls gut an. Auch, wenn es im Einzelfall etwas Aufwand erfordert, beispielsweise einen Mehrwegbecher mit sich herumzutragen. Schon vor zwei Jahren stellte Greenpeace fest, dass Konsumentinnen und Konsumenten grossmehrheitlich bereit sind, Mehrweg zu unterstützen.

Nachholbedarf gebe es bei der Ausgabe von Plastiktragtaschen auf Märkten und in der städtischen Personalverpflegung, mehr Anreize oder Vorschriften zu Mehrweggeschirr bei Pachtverträgen von Take-Away-Betrieben auf städtischen Liegenschaften wären ebenfalls gut. Greenpeace wünscht sich ausserdem, dass mehr Städte Mitglied in einer Organisation werden, die Mehrweglösungen bei Veranstaltungen fördert.


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