Kommentar

Zum Aufrüsten gibt es keinen Grund: Der Krieg schwächt Russland

Urs P. Gasche © Peter Mosimann

Urs P. Gasche /  Die Lobbys der Militärs und der Rüstungskonzerne nutzen die Kriegsbilder aus, malen Gefahren an die Wand und setzen sich durch.

Emotional ist es angesichts des Kriegshorrors in der Ukraine verständlich, dass die Politik den Rufen nach stärkerer Verteidigungsbereitschaft und Aufrüstung nachgibt.

Rational ist es nicht nachvollziehbar. Zwei Gründe sprechen dagegen, dass für Rüstung zusätzliche Milliarden nötig sind.


1. Es war und ist nicht davon auszugehen, dass Russland westliche Nachbarstaaten militärisch angreift

Die Lobbys der westlichen Militärs und der Rüstungskonzerne behaupten zwar das Gegenteil, aber es gab und gibt keine handfesten Anzeichen dafür. Der Putin-Clan, Patriarch Kyrill und die Staatsmedien würden es selbst mit allen Propaganda-Tricks kaum schaffen, den Russinnen und Russen weiszumachen, dass auch Polen, die baltischen Staaten oder Finnland zur russischen Identität gehören oder es dort eine Nazi-Regierung zu bekämpfen gebe, welche einen Genozid an Russen verübe.
Was die Schweiz betrifft, ist nicht nachvollziehbar, weshalb Russland dieses Land angreifen sollte. Die Schweiz verfügt wohl nur über zwei attraktive Werte für andere Staaten: die technologisch hochstehende Industrie und die Nord/Süd-Alpentransversalen. Ein Krieg würde beides zerstören, womit die Schweiz für einen Angreifer wertlos würde.


2. Russland wird nach dem Ukraine-Krieg nicht mehr in der Lage sein, Teile anderer Nachbarländer militärisch zu annektieren 

  • Das russische Militär konnte in dreieinhalb langen Kriegsmonaten nicht einmal den ganzen Donbass und die Schwarzmeerküste unter seine Kontrolle bringen. Und jetzt zerstört der Krieg einen namhaften Teil der russischen Armee.[i] Sie verliert hunderte Kampfflugzeuge und Panzer sowie einen grossen Teil ihres besten Militärpersonals. 
    Zudem will US-Präsident Joe Beiden die Ukraine so lange unterstützen und kämpfen lassen, bis Russland nicht mehr in der Lage ist, ein anderes Nachbarland anzugreifen.[ii]
    Auf jeden Fall wird das russische Militär nach diesem Krieg stark geschwächt sein. Bereits am 6. Mai titelte die NZZ: «Russland hat im Krieg gegen die Ukraine hohe Verluste erlitten, die es nicht ohne weiteres wettmachen kann.» Unterdessen kam es während mehr als einem Monat zu weiteren Verlusten.
    Es wird Jahre dauern, bis die russische Armee wieder auf dem gleichen Level sein kann wie vor dem Krieg.
    Polen, die baltischen Staaten und bald auch Finnland gehören der Nato an. Die Nato ist Russland schon heute militärisch mit Kampfflugzeugen und logistisch haushoch überlegen.
  • Auch die russische Wirtschaft wird stark geschwächt aus diesem Krieg hervorgehen. Neben den hohen Kriegskosten bekommt Russland die Folgen der drastischen Sanktionen Monat für Monat stärker zu spüren. Die Leidensfähigkeit der russischen Bevölkerung ist bekannt, aber auch diese hat Grenzen. Um einen konventionellen Krieg zu führen, braucht es nicht nur das Militär, sondern auch eine genügend starke Wirtschaft. 

Die Fakten sprechen dagegen, dass Russland für Westeuropa und die baltischen Staaten oder für Finnland auf absehbare Zeit eine Gefahr darstellt. 

Eine Ausnahme wäre ein Angriff mit taktischen Atomwaffen: «Bei taktischen und operativ-taktischen Nuklearwaffen ist Russland eindeutig überlegen», erklärt Sicherheitsexperte und SVP-Politiker Albert A. Stahel gegenüber Infosperber.[iii] Und das sei «nicht zu unterschätzen». 

Doch vor solchen atomaren Vernichtungsschlägen können weder Kampfpanzer noch Kampfjets die Bevölkerungen schützen.

Es gibt deshalb keinen ausreichenden Grund, weshalb Deutschland für seine Sicherheit aufrüsten und sich dafür mit mit 100 Milliarden Euro verschulden muss. Und es gibt keinen überzeugenden Grund, weshalb die Schweiz für sechs Milliarden Franken 36 US-Kampfjets kaufen muss. Drohnen oder Flugabwehrgeräte wären – wenn schon – adäqater.

Alle diese Milliarden werden dringend zum Bewältigen existenzieller Probleme der Menschheit gebraucht.

Dessen ungeachtet werden das Pentagon, die vielen grossen Industriekonzerne, welche auch Waffen herstellen, sowie die von ihnen mitfinanzierten sogenannten Think Tanks und Stiftungen[iv] weiterhin ausgeklügelte Narrative für die Politik und für die Medien verbreiten, wonach Putin-Russland das alte Sowjetreich wiederherstellen möchte und dazu auch tatsächlich in der Lage sei, sofern der Westen nicht massiv aufrüste.


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FUSSNOTEN

[i] Laut Präsident Selenski verloren die Russen bis Mitte Mai bereits 200 Kampfjets (Quelle npr).
Laut BBC verlor Russland bis zum 10. April 2022 bereits über 460 Panzer von einem Gesamtbestand von 2700 Panzern.
Laut britischem Militärgeheimdienst hat Russland bereits Mitte Mai etwa ein Drittel seiner im Krieg eingesetzten Streitkräfte verloren. Russland soll bereits 50‘000 Soldaten durch Tod, Verletzungen oder Gefangenschaft verloren haben. Quelle: NZZ 19.5.2022. Die «Ukrainka Pravda» schreibt am 2. Juni von 30’850 Getöteten unter dem russischen Militärpersonal. Diese Zahlen sind nicht unabhängig zu überprüfen.

[ii] Präsident Joe Biden erklärte Ende April in Warschau (zitiert nach der NYT): «We want to see Russia weakend to the degree that it can’t do the kinds of things that it has done in invading Ukraine […]. So, it has lost already a lot of military capability. And a lot of its troops, quite frankly. And we want to see them not have the capability to very quickly reproduce that capability.» («Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es die Dinge, die es beim Einmarsch in die Ukraine getan hat, nicht mehr tun kann […]. Es hat also bereits eine Menge militärischer Fähigkeiten verloren. Und eine Menge seiner Truppen, ganz offen gesagt. Und wir wollen, dass sie nicht in der Lage sind, diese Fähigkeit sehr schnell zu reproduzieren.»)

[iii] Der 79-jährige Albert Stahel ist ehemaliger Lehrbeauftragter der ETH Zürich und Dozent für Strategische Studien an der Universität Zürich. Der Sicherheitsexperte ist unter anderem Mitglied beim International Institute for Strategic Studies in London.

[iv] Einige Think Tanks und Stiftungen

Einige von ihnen werden vom Pentagon oder der US-Regierung mitfinanziert. Etlichen weisen nicht transparent aus, wer die «Spender» oder «Sponsoren» sind.
«National Endowment for Democracy». Sie wurde von Ronald Reagans CIA-Chef Bill Casey gegründet und finanziert u.a. NGOs in über hundert Ländern;
«Brookings Institution» ist laut Economist der prestigeträchtigste US-Think Tank;
«Council on Foreign Relations». Unter den Mitgliedern ehemalige US-Aussenminister und CIA-Direktoren. 
«Heritage Foundation». Diese politische Forschungsinstitution hat das Motto «Leadership for America» («Führung für Amerika»). Es verfolgt nach eigenen Worten die Förderung «konservativer Politik auf der Grundlage der freien Marktwirtschaft, des minimalen Staats, der individuellen Freiheit, traditioneller amerikanischer Werten und einer starken nationalen Verteidigung».
«Stiftung Mercator» in Deutschland und der Schweiz;
«Victor Pinchuk Foundation» in der Ukraine;
«Quincy Institute for Responsible Statecraft». George Soros und die erzkonservative «Koch Foundation» finanzierten den Start im Jahr 2019.
«Young Leaders Programme von Atlantik-Brücke und Weltwirtschaftsforum». Siehe Dokumentation der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags;
«Atlantik-Brücke». Dieser Verein will die Zusammenarbeit und die Freundschaft zwischen Europa und den USA fördern.
«Atlantic Council». Nach eigenen Angaben: «Der Rat bietet ein wichtiges Forum für die Bewältigung der dramatischen wirtschaftlichen und politischen Veränderungen, die das einundzwanzigste Jahrhundert bestimmen, indem er sein einzigartig einflussreiches Netzwerk globaler Führungskräfte informiert und mobilisiert. Der Atlantic Council – durch die von ihm veröffentlichten Papiere, die von ihm entwickelten Ideen, die von ihm entwickelten zukünftigen Führungskräfte und die von ihm aufgebauten Gemeinschaften – prägt politische Entscheidungen und Strategien zur Schaffung einer freieren, sichereren und wohlhabenderen Welt.»
Laut Wikipedia: «Ihr Auftrag ist die Förderung von konstruktiver US-Führung und -Engagement in internationalen Angelegenheiten auf Basis der zentralen Rolle der atlantischen Gemeinschaft bei der Bewältigung der internationalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Bis zu seiner Nominierung 27. Februar 2013 als US-Verteidigungsminister war Chuck Hagel Vorsitzender.»
Bilderberg-Konferenzen. Die meisten Teilnehmer kommen seit jeher aus NATO-Staaten. Seit 1989 nehmen zunehmend Personen aus anderen Ländern an den jährlichen Konferenzen teil. Anmerkung von Wikipedia: «Aufgrund des rechtlich informellen Charakters des Treffens können keine ausführbaren Beschlüsse getroffen werden. Durch die Diskussionen soll ein Konsens über eine gemeinsame Denk- und Handlungslinie erreicht werden.»

 


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

Kalter_Krieg

Der Kalte Krieg bricht wieder aus

Die Grossmächte setzen bei ihrer Machtpolitik vermehrt wieder aufs Militär und gegenseitige Verleumdungen.

Ukraine_Sprachen

Die Ukraine zwischen Ost und West: Jetzt von Russland angegriffen

Die Ukraine wird Opfer geopolitischer Interessen. Die Nato wollte näher an Russland. Seit dem 24.2.2022 führt Russland einen Angriffskrieg.

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17 Meinungen

  • am 8.06.2022 um 11:20 Uhr
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    ANGST – mit Angst erreicht man alles, dass wissen «wir» zur Genüge. Aber leider erkannt das die Mehrheit des Stimmvolkes nicht – und somit wird mit dem notwendigen finanziellen Hintergrund dem Stimmvolk erklärt, was es zu stimmen hat – und wie «wir» wissen funktioniert das leider meistens! So funktioniert es auch mit den Rüstungsgeschäften bestens. Wenn uns die Politik erklären würde, dass über 50% der Raucher an Raucherkrankheiten sterben werden und entsprechend Angst einsetzen würde, dann gäbe es vielleicht weniger RaucherInnen. Aber lieber wird uns vor einem Krieg oder sogar Atomschlag Angst gemacht. Ich selber mache mir mehr Sorgen wegen der realen Klimaerwärmung, wegen der realen Gefahr von Hungersnöten, wegen dem realen Artensterben, wegen der realen Gewässerverschmutzung, wegen der realen Gefahr des Mikroplastiks im Meer, die Liste ist lang, aber damit wird (noch) kein Geld verdient.

    2
  • am 8.06.2022 um 12:55 Uhr
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    Was für ein Theater auf der Weltbühne. Leiden und Elend erschaffen. Wir hätten alles Wissen darüber, wie wir mit welchen Werten und Verhaltensweisen im Rahmen eines Weltethos Frieden, Schutz, Bildung, soziale Gerechtigkeit, und Gewaltverzicht erreichen könnten. Doch Geld und die damit verbundene Macht regiert die Welt. Alles andere ist nur noch Schein, Fassade, Beschönigung, magst ruhig sein mein Vaterland. Sogar Die Spiritualität wird finanziell vermarktet. Gott für 3 Franken pro Tag. Die Machteliten wollen es so, sie sind die Priester des Gottes Mamon, die Banken sind die Kathedralen, das Kokain ist das gebrochene Brot. (Siehe Abwassermessungen Kokainreste in Gstaad, Davos, St. Moritz usw) Zerstrittene Eliten wollen Resets, jeder nach seinen Vorstellungen, und hetzen Völker aufeinander, verleihen Medaillen und mediale Heldenehrungen. Mann sollte per Post ihnen die zerrissenen Leiber vor die Türe senden, welche sie produzieren. Gott Ist tot, samt seinen guten Werten? Nein.noch nicht.

    2
    • am 9.06.2022 um 02:29 Uhr
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      Den Krieg 2008 in Georgien schaffte man innerhalb von 5! Tagen wieder zu beenden. Zwar trotzdem mit nicht wenigen Opfern in der Zivilbevölkerung. Dabei ging es um die gleichen Themen wie bei der Ukraine: Nato und 2 unabhängige Regionen. Aber da hatte im Gegensatz zu der Ukraine nicht die halbe Welt ständig Öl ins Feuer gegossen mit Waffenlieferungen. Lässt wohl den Schluss zu, dass die USA und westliche Länder kein Kriegsende wollen. Biden soll ja gesagt haben, dass er keine roten Linien von Russland akzeptiere als Putin erkärte, dass mit der Stationierung von Raketen welche in 5 Minuten in Moskau einschlagen können die rote Linie überschritten wäre.

      https://osteuropa.lpb-bw.de/kaukasus-krieg#c68701

      3
  • am 8.06.2022 um 15:08 Uhr
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    Ich erhalte das Gefühl dass Schweizer Rechtsbürgerliche diesen Krieg zur sinnlosen Aufrüstung der Armee missbrauchen.

    1
  • am 8.06.2022 um 17:38 Uhr
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    Es ist völlig absurd zu glauben, Russland würde die Schweiz angreifen. Auch Polen oder die baltischen Staaten nicht, obwohl diese bis vor 30 Jahren zur Sowjetunion gehört haben. Den Leuten zu erzählen, Russland würde NATO-Länder oder die Schweiz oder Österreich angreifen, heisst die Leute für blöd verkaufen – was allerdings nicht immer ausserhalb des Möglichen liegt. Bei der Ukraine liegt der Fall anders. Man muss eine Ahnung von Geschichte haben und den strategischen Interessen des Westens mit seinen hehren Werten. Ich bin davon überzeugt, der Angriff Russlands hätte verhindert werden können! Er ist letztlich auch nicht im Interesse Russlands. Die Rüstungsindustrie macht derweil tolle Profite. Als würde das Geld nicht für Wichtigeres benötigt.

    2
  • am 8.06.2022 um 20:03 Uhr
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    Ich bin absolut nicht Ihrer Meinung.
    Die unter 1) vorgebrachten Gründe sind keine Gründe sondern schlicht nur lauwarme Hoffnungen. Wir sollten nicht nochmal den Fehler machen zu glauben, voraussehen zu können, was Russland beabsichtigt. Auch gibt es auch andere Unsicherheitsfaktoren. Nicht zuletzt können wir nicht wissen, ob Biden eine zweite Amtszeit bekommt und wer ihm statdessen nachfolgen würde. Ohne USA als Verbündete steht das geografische Europa mit heruntergelassenen Hosen da – und zwar komplett. Einige Länder könnten zudem überlaufen. Auch die Schweiz hat verglichen mit der Zeit nach dem 2. Weltkrieg nur noch einen kleinen Rest an Verteidigungfähigkeit. Im Gegenteil, ich denke dass wir noch überhaupt nicht begriffen haben, wie schlimm es tatsächlich steht und wie schwach wir dastehen.

    7
  • am 8.06.2022 um 21:39 Uhr
    Permalink

    Richtiger Kommentar, Herr Gasche. Die Nato ist bereits haushoch überlegen (USA: Full Spectrum Dominance), wozu noch mehr overkill aufrüsten? Warum nicht USA-Abzug aus Europa nach dem 2WK – so wie Gorbi? Wozu im Gegenteil Nato-Osterweiterung (der ganze «Westen»; beispielsweise Deutschland zusätzliche 100 Milliarden Euro angesichts des bereits vorher sehr hohen Militäretats)? Genau aus diesem Grund («eine Frage von Leben und Tod für Russland») antwortete Staatspräsident Putin damals (an der Pressekonferenz mit Macron) einem französischen Journalisten, dass Russland nicht zulassen dürfe, dass die Ukraine Nato-Gebiet wird, da Kiew kurz vor dem Angriff auf Donbass und Krim steht, bzw. Putin stellte die Frage: «Sollen wir gegen die Nato kämpfen» (bzw. Frankreich, der Westen, gegen Russland)? Denn DAS ginge dann (wegen der haushohen Unterlegenheit Russlands konventionell) einzig mit Atomwaffen. Russland will Russland schützen; die USA wollen erobern; wir Europäer Schlachtfeldlieferant WOZU?

    5
    • am 9.06.2022 um 11:28 Uhr
      Permalink

      @Wolfgang Reuss
      Ich hätte Ihnen gerne ein paar Dutzend Likes erteilt. „Warum nicht USA-Abzug aus Europa nach dem 2. Weltkrieg“?
      Wir glauben felsenfest und unverrückbar daran, dass die USA Europa gegen den Teufel Russland schützt. Gegen diesen Glauben hilft alle westliche Aufklärung, die man bei jeder Gelegenheit mit Stolz ins Feld führt, nichts. Amerika ist das Gute, Russland das Böse, daran wird nicht gerüttelt! Wo kämen wir denn da hin?

      3
      • am 9.06.2022 um 22:32 Uhr
        Permalink

        Immerhin kann man hier über die USA lästern, ohne vergiftet zu werden 😉

        3
      • am 10.06.2022 um 10:30 Uhr
        Permalink

        Nehmen Sie doch Bitte mal etwas Hahnenwasser und lassen Sie es analysieren mittels einer Flüssigchromatographie. Dann gehen Sie zum Beispiel ins Walk-In in Zürich und lassen sich Blut abnehmen, um die Plastikpartickel, Bariumwerte, sowie Schwermetalle wie Blei (Eine Erfindung der US Petroindustrie, Blei ins Benzin zu schmeißen) und die Fluorwerte messen. Ach ja, die Segnungen wie Phtalate und DDT nicht vergessen sowie die kokainähnlichen Additive im Maryland Tabak. 1990 regneten aus den Düsen von Sprühflugzeugen 14 000 Tonnen Pestizide auf die Maisfelder der USA. Die Bilanz dieses chemischen Krieges lässt sich heute noch in ihrem Blut nachweisen, sofern sie ein Labor finden, welches bereit ist, in dieses Wespennest zu stechen. Wir wurden nicht nur geistig vergiftet im Rausch aller Möglichkeiten, sondern auch körperlich, Von allen Seiten, auch von Tschernobyl bis Fukushima. Für eine strahlende Zukunft dank über 50’000 Atomsprengköpfen.

        2
      • am 10.06.2022 um 22:44 Uhr
        Permalink

        @ Daniel Heierli: « Immerhin kann man hier über die USA lästern, ohne vergiftet zu werden.“ Stimmt! Aber Julian Assange ist schon viele Jahre ein Gefangener unter ziemlich unmenschlichen Bedingungen, und in den USA könnte ihn immerhin die Todesstrafe erwarten. Das ist die Kehrseite der Medaille. Er hatte amerikanische und britische – nicht russische – Kriegsverbrechen aufgedeckt.

        1
  • Christian Müller farbig x
    am 9.06.2022 um 00:17 Uhr
    Permalink

    @ Urs Gasche – Bei aller Achtung vor Deinem Versuch, die Welt besser verständlich zu machen: Deine Beurteilung der russischen Armee zeigt, dass Du von der «russischen Seele» keine Ahnung hast. 80 Prozent der russischen Bevölkerung wissen, dass Russland historisch vom Westen schon immer zerstört werden sollte, nicht nur von Napoleon, auch im Krim-Krieg im 19. Jahrhundert und natürlich erst recht von den Nazi-Deutschen. Und sie werden auch diesmal sehr leidensfähig sein und selbst Hunger in Kauf nehmen, aber sie werden sich auch diesmal gegen den aktuellen Russen-Hass der Briten und anderer westlichen Staaten (und aus geopolitischen Gründen natürlich auch der USA) nicht ergeben. Keine Russin, kein Russe hat Lust, die Schweiz anzugreifen. Aber sie haben den berechtigten Wunsch, endlich vom Westen als Partner auf der Weltbühne akzeptiert zu werden. Und deshalb werden sie – zu Recht – ihre Armee mehr denn je auf technologisch hohem Stand aufrechterhalten.

    4
  • am 9.06.2022 um 10:32 Uhr
    Permalink

    Urs Gasche hat natürlich recht. Russland hat nicht das militärische Potential, um ein Nato-Land zu annektieren. Und Russland wird nach diesem Krieg geschwächt sein.
    Andererseits muss man auch anerkennen, dass Polen oder die Baltischen Staaten nur deshalb kaum einen Angriff fürchten müssen, weil sie in der Nato sind.
    Die Nato soll nicht aufrüsten, aber sie ist keineswegs überflüssig geworden. Und wenn einzelne Staaten wie Deutschland zur Einschätzung gekommen sind, dass ihre eigenen Truppen überhaupt nicht mehr einsatzfähig wären, so finde ich es verständlich, wenn sie dies korrigieren möchten.

    3
  • am 9.06.2022 um 15:44 Uhr
    Permalink

    Deutschland aufrüsten für eine USA-Nato, die Politik höchstens für den Ostrand der EU macht?
    Wofür Deutschland rüstet, hängt von Bündnissen auf Augenhöhe ab.

    Gibt es vielleicht eine zweigeteilte EU (West, Ost), ein Teil ehemals sowjetisch? Muss das vielleicht mal eingestanden werden?
    Unausgesprochen sind die Nordstream-Pipliines ja Ausdruck dessen.

    Die EU hat immer noch das Einstimmigkeitsprinzip mit immer größeren Fliehkräften. Die EU war und ist für die USA stets ein Teil des Nato-Betritts gewesen und wer beitritt, hat immer USA bestimmt bzw. vorbereitet. West- und Mittel-Europa haben aber grundsätzlich andere Interessenlagen.

    Gleichzeitig ist die UNO und der Sicherheitsrat bankrott bzw. machtlos. Diesen Krieg hat die UNO nicht verhindert und damit ihre wichtigste Aufgabe verfehlt. Ein neuer Sicherheitsrat müsste die Realität abbilden:
    USA+UK, China, Indien, Russland, West-EU
    Bei den EU-Abstimmungsregeln sollte zumindest ein Transfer-Empfänger-Land überstimmt werden können.

    2
  • am 9.06.2022 um 17:20 Uhr
    Permalink

    Die Verlustangaben Russlands anhand von Aussagen westlicher Medien, Bidens und Selenskis sind wohl mit recht viel Vorsicht zu geniessen und ob und inwiefern Russland ferner geschwächt aus diesem Krieg hervorgehen wird, ist auch nicht klar, Im Moment entstehen offenbar sehr belastbare und lukrative Verträge mit China und mit Indien. Offensichtlich ist, dass Europa einen exorbitant hohen wirtschaftlichen Preis bezahlt und bezahlen wird, für seine kompromisslose Politik, einmal abgesehen – da gebe ich dem Autor völlig recht – von einer völlig sinnlosen militärischen Aufrüstungsindustrie.

    1
  • am 9.06.2022 um 18:19 Uhr
    Permalink

    Der Schwache wird zerquetscht, darum kann ich den Beitrag von Urs P Gasche nicht befürworten.

    Man braucht nur in die Natur zu schauen. Viele Tiere haben mit der Evolution ihre eigenen Verteidigungsmassnahmen entwickelt.

    Die russ. Föderation hat die Ukraine angegriffen, darum sollte die Schweiz nicht die Zimperlichen spielen und den Export von Piranhas und der Munition für den Gepard erlauben.
    Wenn wir tatenlos zuschauen, dann machen wir uns mitschuldig an diesem Völkermord.
    Für mich ist das nichts anderes Feigheit!

    Unter Neutralität verstehe ich, dass wir nicht angreifen um unsere Rechte durchzusetzen. Aber einem angegriffenen Land zu helfen hat nichts mehr mit Neutralität zu tun.
    Ich unterstütze auch dass, wir einem Diktator keine Waffen liefern, da er diese gegen sein eigenes Volk einsetzen könnte.
    Jetzt muss unser Parlament gehörig über die Bücher.

    7
  • am 10.06.2022 um 10:02 Uhr
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    Immer wieder erstaunlich wie schnell Menschen für alles Partei ergreifen für die eine oder andere Nation oder Gruppe, nur nicht für Lösungen welche Frieden als Ziel haben. Jeder Krieg ist orchestriert, inszeniert und wurde schon Jahre vorher geplant. Derweil lässt sich nicht nur die Schweiz verheizen für zwei Dickschädel welche feudal in ihren Palästen leben und mit dem Menschenpark War Games spielen auf dem blutgetränkten Boden von Europa. Krieg schadet allen, immer und überall. Der Ruf der Nato als Friedensbündnis ist dahin, der Ruf der Usa als Vorbild einer menschlichen Zukunft wurde schon lange beerdigt. Vor 20 Jahren verglich Marshall Rosenberg, der Gewaltforscher, die Eliten mit den Gangs von Harlem und Soho.

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