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«Willkommen zuhause, Soldaten! Ihr habt gute Arbeit geleistet.» (Home-made sign 2015 in Devine, Texas, south of San Antonio, welcomes returning troops from the war in Afghanistan.) © Wikipedia

Zum 9/11-Gedenktag: Die Bilanz des «Anti-Terror-Kriegs»

German Foreign Policy /  20 Jahre nach 9/11 ist der Westen mit seinem «Anti-Terror-Krieg» total gescheitert, er hat aber Millionen Menschen umgebracht.

Millionen Todesopfer, grassierende Armut, Dutzende Millionen Flüchtlinge und mehrere umfassend zerstörte Länder: Das ist die Bilanz der westlichen Kriege im weiteren Nahen und Mittleren Osten seit dem 11. September 2001. Gestartet im Namen des Kampfs gegen den jihadistischen Terror, geführt unter dem Propagandabanner von «Freiheit» und «Demokratie», haben die Kriege in Afghanistan, Pakistan und dem Irak, in Syrien, dem Jemen und Somalia vor allem menschliches Leid und Elend in historischen Dimensionen gebracht. Die tatsächlichen oder angeblichen Ziele wurden nicht erreicht: Nirgends, weder am Hindukusch noch an Euphrat und Tigris, sind gedeihende Gesellschaften entstanden; der jihadistische Terror ist laut dem Urteil von Experten heute «stärker» und global weiter verbreitet als im Jahr 2001. Im «Anti-Terror-Krieg» haben westliche Streitkräfte und Geheimdienste zudem schwerste Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen begangen – von gezielten Morden an unbewaffneten Zivilisten bis hin zur Verschleppung Tausender in Folterverliese. Die Bundesrepublik war in all dies involviert.

Todesopfer

Die Kriege des Westens seit dem 11. September 2001, die vor allem im Namen des Kampfs gegen den Terror geführt wurden, haben Millionen Menschenleben gekostet. Zahlen hat etwa das Costs of War Project vorgelegt, das seit 2010 vom Watson Institute for International and Public Affairs an der Brown University (Providence, US-Bundesstaat Rhode Island) betrieben wird, einer der acht «Ivy League»-Elitehochschulen der USA. Demnach sind in den Kriegen in Afghanistan und Pakistan, im Irak und in Syrien, im Jemen und an einigen kleineren Schauplätzen des «Anti-Terror-Kriegs» – etwa Sudan oder das US-Lager Guantanamo – mindestens 897’000 bis 929’000 Menschen unmittelbar bei Kampfhandlungen zu Tode gekommen. Dabei handelt es sich nur um Todesopfer, die durch zwei unabhängige Quellen sicher nachgewiesen sind, davon rund 364’000 bis 387’000 Zivilisten. Eine vermutlich hohe Dunkelziffer kommt hinzu. Zudem sind Todesopfer nicht erfasst, die auf Kriegsfolgen jenseits direkter Kampfhandlungen zurückzuführen sind, so etwa auf Verletzungen, Krankheiten und Hunger. Die Gesamtzahl der direkten und indirekten Kriegstoten wird allein für den Irak in den Jahren von 2003 bis 2013 auf bis zu eine Million geschätzt. Laut dem Costs of War Project ist davon auszugehen, dass die Gesamtzahl der Kriegstoten in sämtlichen betroffenen Ländern bei einem Mehrfachen der unmittelbaren Todesopfer der Kämpfe liegt.

Hunger und Zerstörung

Hinzu kommen weitere schwerste menschliche Schäden und verheerende materielle Zerstörungen in den betroffenen Ländern. So sind in Afghanistan in den vergangenen 20 Jahren nachweislich rund 33’000, vermutlich aber viel mehr Kinder getötet oder verstümmelt worden; die Dunkelziffer insbesondere bei bleibenden Verletzungen durch Kampfhandlungen oder Sprengfallen ist hoch. Die Armutsrate im Irak hat laut Angaben des World Food Programme (WFP) im Jahr 2020 rund 31,7 Prozent erreicht; in Afghanistan ist sie gar von 33,7 Prozent im Jahr 2007 auf 54,5 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. Dort verfügen aktuell laut Angaben der Welthungerhilfe etwa 18,4 Millionen Menschen, rund die Hälfte der Bevölkerung, nicht über genügend Nahrung. Der Jemen hatte zuletzt nicht nur mit der Covid-19-Pandemie, sondern auch mit grassierenden Diphterie- und Cholerawellen zu kämpfen; in dem Land, das zusätzlich von saudischen und emiratischen Truppen attackiert wird – auch mit deutschen Waffen –, sind zur Zeit mehr als zwei Drittel der etwa 30 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter laut Angaben von UNICEF 11,3 Millionen Kinder. Kaum messen lassen sich die seelischen Schäden – etwa Traumata – und ihre gesellschaftlichen Folgen. Ähnliches gilt für die umfassende Zerstörung der Infrastruktur – von Häusern und Strassen über öffentliche Einrichtungen bis zur Wasser- und Stromversorgung.

Flüchtlingselend

Die seit dem 11. September 2001 angezettelten Kriege haben nicht zuletzt ein fast beispielloses Flüchtlingselend verursacht, das nur von den weltweiten Fluchtbewegungen im Zweiten Weltkrieg übertroffen wird. Das Costs of War Project beziffert die Zahl der afghanischen Flüchtlinge auf 5,9 Millionen. Pakistan verzeichnet 3,7 Millionen Flüchtlinge, der Irak 9,2 Millionen, Syrien (seit Beginn der westlichen Operationen gegen den IS im Jahr 2014) 7,1 Millionen. Hinzu kommen 4,6 Millionen jemenitische und 4,3 Millionen somalische Flüchtlinge – zusammengenommen 34,8 Millionen. Für alle Länder gilt, dass die Zahl der Binnenvertriebenen die Zahl derjenigen, die das Land verlassen haben und Zuflucht in anderen Ländern suchen, weit übersteigt. Das Costs of War Project – es zählt noch 1,2 Millionen libysche und 1,8 Millionen philippinische Flüchtlinge hinzu – weist darauf hin, dass es sich bei diesen Angaben um konservative Schätzungen handelt; die reale Gesamtzahl kann sich den den US-Wissenschaftlern zufolge auf bis zu 60 Millionen Menschen belaufen. Die meisten Flüchtlinge, die das Land verlassen haben, halten sich dabei in den Nachbarländern auf – im Falle afghanischer Flüchtlinge in Pakistan und Iran, syrische Flüchtlinge vor allem in der Türkei, im Libanon und in Jordanien. Die reichen Staaten des Westens, die die Kriege verantworten, wehren Flüchtlinge konsequent mit Mauern und Stacheldraht ab.

Folter und Mord

In ihren Kriegen seit 2001 sowie in ihrem weltumspannend geführten «Anti-Terror-Krieg» haben die westlichen Staaten zahllose Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen begangen. Die Kriegsverbrechen umfassten etwa im Fall australischer Spezialkräfte in Afghanistan eine Art informelles Initiationsritual, mit dem neue Mitglieder ihre vorgebliche soldatische Eignung unter Beweis stellen sollten; es bestand darin, mindestens einen afghanischen Zivilisten zu ermorden (german-foreign-policy.com berichtete). In der Jagd auf tatsächliche oder angebliche Jihadisten verschleppte die CIA Tausende Verdächtige in Folterzellen in mehr als zwei Dutzend Staaten weltweit; von mehr als 3’000 binnen kurzer Zeit ist die Rede. Beteiligt waren die Bundesrepublik und die EU – über Zuarbeit bei Verschleppungen und Folterverhören oder, so im Fall Polens und Rumäniens, über die Bereitstellung von Lagern mit Folterzellen. Bis heute in Betrieb ist das US-Lager Guantanamo, in dem mindestens 780 Personen aus 48 Staaten unter Folterbedingungen festgehalten wurden; 39 sind bis heute interniert. Anklage wurde überhaupt nur gegen 16 erhoben; die anderen, weit mehr als 700, wurden ohne jegliche Chance, Einspruch gegen ihre willkürliche Gefangennahme einzulegen, oft mehr als ein Jahrzehnt interniert, darunter Minderjährige.

Terror

Das offizielle Ziel, jihadistischen Terror zu besiegen, haben die Kriege der westlichen Mächte in den vergangenen 20 Jahren nicht nur verfehlt; sie haben die Jihadisten in mancher Hinsicht sogar gestärkt. So hat der Irak-Krieg die Voraussetzungen für die Entstehung des IS geschaffen; die westlichen Bestrebungen, Syriens Regierung zu stürzen, haben dem Al Qaida-Ableger Al Nusra bzw. dessen Nachfolgeorganisation Hayat Tahrir al Sham (HTS) den Weg zur Herrschaft über das nordsyrische Gouvernement Idlib gebahnt. Sogar in Afghanistan sind nicht nur die Taliban zurück an der Macht; mit dem ISKP (Islamic State Khorasan Province) hat am Hindukusch eine jihadistische Terrororganisation Al Qaida abgelöst. Mit seinem Anschlag an Kabuls Flughafen hat der ISKP kürzlich bewiesen, dass er unverändert zu massenmörderischer Gewalt fähig ist. Zwar seien manche Terrororganisationen, so etwa Al Qaida, «heute etwas schwächer» als im Jahr 2001, urteilt Guido Steinberg, Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP); «die Gesamtszene» aber sei «stärker» – denn es gebe «mehr junge Dschihadisten in mehr Ländern, die eine Bedrohung» darstellten. «Insgesamt gibt es 2020/21 mehr islamistische Terroristen an mehr Orten weltweit», stellt Steinberg fest, «und die verübten in den letzten Jahren mehr Anschläge mit mehr Todesopfern als um 2001.»

(Dieser Artikel erschien zuerst auf der Online-Plattform «German Foreign Policy».)


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine. Die «Informationen zur Deutschen Aussenpolitik» (german-foreign-policy.com) werden von einer Gruppe unabhängiger Publizisten und Wissenschaftler zusammengestellt, die das Wiedererstarken deutscher Grossmachtbestrebungen auf wirtschaftlichem, politischem und militärischem Gebiet kontinuierlich beobachten.
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

afghanistan

Der Nato-Krieg in Afghanistan

Seit 2001 führt die Nato unter Führung der USA in Afghanistan einen «Krieg gegen den Terror».

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12 Meinungen

  • am 11.09.2021 um 11:42 Uhr
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    Global finden viele mehr oder weniger tief greifende Veränderungen statt. Lokal stehen wir zum Teil mitten drin. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung und der politisch Verantwortlichen verhalten sich so, wie wenn es ihnen wurscht wäre, was aus unserer Welt wird. Sie lassen es passiv laufen, wie es kommt. Etwa 20 Prozent wollen die unabdingbaren Veränderungen aktiv als Chance nutzen, und die damit verbundenen Herausforderungen gemeinsam mit andern so meistern, dass für alle ein gutes Leben in Frieden und Freiheit möglich ist. Etwa 20 Prozent – es sind vor allem die Mächtigen und die Reichen auf dieser Erde – tun alles, um eine solche Entwicklung zu verhindern. Dafür nehmen sie auch Kriege mit Millionen von Toten und Verletzten sowie irrsinnig vielen Flüchtlingen in Kauf.

    0
  • am 11.09.2021 um 12:19 Uhr
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    So klar war ES seither nirgends zu Lesen !
    !!! Danke !!!

    Das Zentrum des Bösen sind -seit vielen Jahrzehnten- die USA.
    Wir Europäer haben uns -mit «unseren mitwissenden Politikern»
    zu deren «Spies-Gesellen» machen lassen.-

    Mit etwa folgenden grausamstenen, völkerrechtswidrigen, kriminellen Folgen:

    Etwa 10 000 ! Menschen -als Verbrechens-Verdächtige- aus über 50 ! Ländern wurden zum Foltern verschleppt. Schliesslich war nur etwa jeder 100derste ! davon «Schuldig» und wurde angeklagt !

    Der sonstige «menschliche Erfolg»:
    Einige Millionen Kriegs-Ermordete. Wahnsinns-viele davon Zivilisten.
    Etwa 10 Millionen Verwundete.
    Über 50 Millionen Hungernde bis Ver-Hungernde.
    Nahe 100 Millionen auf der Flucht aus der zerstörten Heimat.
    Um 10 Millionen zerstörte «Heime» und
    zig-tausende Quadrat-Kilometer verwüstetes Land

    JEDES Land, dem wir a n g e b l i c h Frieden und Freiheit bringen wollten, wurde nur verwüstet, geschändet, unterdrückt, zerbombt, beraubt !

    ALSO:

    Wann endlich jagen wir unsere «amerikanischen Scheinbar-Freunde» zum Teufel ?!

    Wann endlich wollen wir damit aufhören, an der Seite dieses schrecklichen Landes
    in un-menschlicher Weise in anderen Ländern, wie die übelste aller je gewesenen Räuber-Banden zu zerstören, zu töten, zu ermorden, zu » ver-ge-wohltätigen » ?!

    Wolfgang Gerlach, scheinbar.org

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  • am 11.09.2021 um 13:44 Uhr
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    «Denn gerade die USA sind ja immer sehr stolz auf ihre Achtung der Menschenrechte und ihre Rechtsstaatlichkeit.»
    Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man diese endlose Show der Scheinheiligkeiten und Lügen, die seit 70 Jahren von den USA immer unverfrorener wiederholt werden, einfach als witzigen Größenwahn abstempeln. Doch leider ist die Tragweite dieser Propaganda zu groß und die Opfer zu zahlreich, übertrumpfen sogar noch die ehemalige sozialistische DDR-Propaganda in ihrer Unverschämtheit und Selbstgefälligkeit/Narzissmus.
    IStGH-Chefanklägerin Fatou Bensouda wurde mit US-Sanktionen belegt, weil sie Kriegsverbrechen im Afghanistan-Konflikt untersucht.
    Es ist das erste Mal in der Geschichte des IStGH, dass ein Land Sanktionen gegen die Mitarbeiter des Gerichts verhängt. Es ist schockierend, dass Sanktionen, die normalerweise gegen Terroristen, Drogenschmuggler und Kriegsverbrecher verhängt werden, nun gegen diejenigen verhängt werden, die für Menschenrechte kämpfen. Das ist inakzeptabel und ein Missbrauch von Sanktionen.»

    1
    • am 12.09.2021 um 10:36 Uhr
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      Kein DDR-Soldat hat sich jemals an einem Krieg beteiligt, die Nationale Volksarmee befand sich keinen einzigen Tag in irgendeiner kriegerischen Auseinandersetzung – im Unterschied zur Bundeswehr. Bei den Ereignissen 1989/90 hat die NVA maßgeblich dafür gesorgt, dass keine Waffen zum Einsatz kamen.

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    • am 13.09.2021 um 08:11 Uhr
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      @Brigitta Küster-Sartori – Tatsächlich nahm die Nationale Volksarmee der DDR 1968 am Einmarsch in die ČSSR nicht teil, obwohl an der Grenze zwei Divisionen bereit standen. Etwa 30 Soldaten einer NVA-Nachrichteneinheit weilten während der Militäraktion im Führungsstab der Invasionstruppen auf dem Truppenübungsplatz Milovice. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Prager_Fr%C3%BChling#Einmarsch_der_Truppen_des_Warschauer_Paktes)

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  • am 11.09.2021 um 13:48 Uhr
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    Es ist verdienstvoll, den unterschied zwischen oeffentlich verkuendeten zielen von politik, also auch von militaerischem engagement, und dem aktuellen zustand aufzuzeigen. Hut ab dafuer.

    Es ist unverstaendlich wie jemand, der um die aktuelle lage weiss, an der fiktion festhalten kann, dass die repraesentativen demokratien tatsaechlich das beabsichtigen, was sie oeffentlich vorgeben.

    Es ist geradezu unglaublich, dass heutzutage jemand ueber krieg schreibt und nicht auf die hauptsaechliche triebfeder von krieg zu sprechen kommt: persoenliche bereicherung. Bereicherung durch vertreibung. Bereicherung durch vergroesserung des markts fuer toetungswerkzeuge. Bereicherung durch erhoehten bedarf an nachrichten. Bereicherung durch preissteigerung gewisser schluesseprodukte. Bereicherung einer kleinen clicke von schreibtischtaetern. Man muss nur augen und ohren aufsperren und sich fuer ursachen interessieren.

    Ein totalversagen auf dieser ebene.

    Die vermutung liegt nahe, dass das dabei herauskommt, wenn man den spagat versucht die probleme zu benennen, ohne den schreibtischtaetern auf die fuesse zu treten.

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  • am 11.09.2021 um 16:55 Uhr
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    Darüber hinaus sollte 9/11 auch an das gewaltsame Ende von Allendes demokratischer Regierung am 9/11 1973 erinnern. Tausende Tote wie in New York. Dieser Terror, der tatsächlich unter der Regie der USA stattfand, darf nicht vergessen werden. Diese Fakten hängen zusammen meine ich.

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  • am 11.09.2021 um 21:23 Uhr
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    Nun, das stimmt alles ziemlich genau, aber ob Guido Steinberg (Terrorismusexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik), der alte kalte Krieger und Freund der Politik Israels, da der glaubwürdige Experte sein soll, erlaube ich mir zu bezweifeln.

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  • am 11.09.2021 um 22:37 Uhr
    Permalink

    Dieser Beitrag möchte darlegen, dass der Böse Westen die Welt mit Not und Elend überzieht. Dass die betreffenden Länder sich in blühende Gärten voller friedlicher Menschen verwandeln würde, wäre nur der Böse Westen unschädlich gemacht. Bemerkenswert ist, dass die demographische Entwicklung dieser Länder überhaupt nicht erwähnt wird. Gemäss http://www.worldometers.info hat sich die Bevölkerung Afghanistans seit 2000 beinahe verdoppelt. Jene von Jemen und des Iraks ebenfalls. Nach der Logik des Artikels müsste der Böse Westen diese Völker dezimiert haben. Wie kann das sein, dass mitten im Elend die Bevölkerung derart wächst? Auf welchem Nährboden geschieht das?

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    • am 12.09.2021 um 10:14 Uhr
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      Sehr geehrter Herr Pestalozzi,

      In Afghanistan (als Beispiel) sinken seit zig Jahren
      sowohl die Geburten-Rate
      als auch die Sterberate !

      ABER – die Sterberate sank viel mehr als die Geburten Rate-
      so dass sich «unterm Strich» ein Bevölkerungs-Wachstum erga .

      Zwischen 2009 und 2019 stieg die durchschnittliche Lebens-Erwartung dort von
      60,5 auf 64,8 Jahre – um 8% also..
      In Deutschland sieht es ganz anders aus – dort beginnt die Lebens-Erwartung (von hohem Niveau aus) zu sinken.

      Unterm Strich also:
      die humanitären Hilfen brachten mehr Wachstum
      als durch Kriegshandlungen «be-einträchtigt» wurde.

      Vielleicht sollte man mit den Taliban auch über mehr «Geburten-Kontrollen» reden ?! –
      Weil ihr Land nicht so viel hergibt, dass es die eigene Bevölkerung akzeptabel ernähren kann – und dadurch sonst ewig grosse Abhängigkeiten von Hilfen aus dem Ausland bestehen.

      Ein alternativer «inner-afghanischer Ausgleich» durch mehr Rauschgift-Exporte wäre sehr übel!

      Wenn «wir» humanitäre Hilfen einstellen würden, würden in Afghanistan über lange Jahre
      viel mehr Menschen sterben, als durch alle seitherigen Kriege !

      Wolfgang Gerlach, scheinbar.org

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  • am 12.09.2021 um 11:20 Uhr
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    Auch als sie besiegt aus Vietnam abzogen, machten die USA gleich weiter in Osttimor oder Angola, gegen Whitlam in Australien usw. Grundlage dieser Politik ist die Truman-Doktrin, die der Eindämmung des Kommunismus dienen soll. Hierfür wurde der NSA (National Security Act) geschaffen, dessen wichtigstes Werkzeug die CIA ist. Die Agentur kann sich vom Kongress oder der Regierung bisweilen unkontrolliert überall verdeckt und offen einmischen. Immer sorgt sie dafür, dass eine Beteiligung der USA an den Verbrechen bestritten werden kann, z.B. indem sie Ortsansässige für sich kämpfen lässt: Sie verfügt über so viele Billionen, dass sie beliebig Kollaborateure /Terroristen bestechen kann. Offen mischt sie in Kultur und Wissenschaft mit, beeinflusst Wahlen, sorgt für Farbrevolutionen und Regime Change. Sie hat keinerlei Skrupel, jedes Mittel für ihre Zwecke einzusetzen. Die Eisenhower-Doktrin setzte noch eins drauf, wenn es heißt, die USA können mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bis hin zum Einsatz von Atomwaffen prowestliche Regimes vor kommunistischer Unterwanderung oder einer Bedrohung durch die Sowjetunion schützen. Belege lieferten die USA nie, eine solche Bedrohung gab es auch nirgends. Die USA selbst intervenierten überall auf der Welt, plünderten Ressourcen und hinterließen Millionen Tote, Verwüstung, Militärstützpunkte. Da Russland heute nicht mehr als „kommunistische Bedrohung“ herhalten kann, ist die Rede von „Hackern“ und „Giftmischern“ – wie gehabt ohne Belege.

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  • am 13.09.2021 um 14:03 Uhr
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    Was viele nicht wissen, die Bush Familie war mit den Bin Ladins (zweit reichste Familie in SA) eng befreundet. So ist es sehr wahrscheinlich, dass beide einst gemeinsam frühstückten. O. Bin Ladin hat auch lange für das CIA gearbeitet, warum (angeblich) der Bruch kam ist mir nicht bekannt.
    Viele Fakten zu 9/11 deuten auf eine Koproduktion hin. Die Towers hatte Mühe neue Mieter zu finden und wurden daher verkauft. Interne Um/Einbauten waren sehr teuer, wegen der hohen Asbestlast in allen Teilen. Die Versicherungspolice wurde 6 Wochen vor dem Attentat neu formuliert und dann noch einmal ein paar Jahre danach, um die Swiss-Re zum einlenken zu zwingen…
    Für mich war dies ein klarer Fall von «Warmabriss». Ich vermisse auch bis heute ein Foto, das den fehlenden Flügeleinschlag im Pentagon dokumentiert und ebenso den Bericht zur fehlgeschlagenen Entführung des «ursprünglichen» Angriffsflugzeuges. Es fehlt auch ein Bericht warum man ein fast leeres Flugzeug mit teurem Sprit im Norden voll tankte. Es fehlt auch der ganze Pagerverkehr des Mossad für die Tage vor dem Anschlag. Usw..
    Doch der Patriot act lag schon in der Schublade – der eigentlich schon zuvor, allerdings freiwillig, von Microsoft vollzogen wurde. Dieses Papier hat einen geheimen Anhang für US Firmen. So muss auch Apple dem NSA vollen Zugriff auf alle weltweit verkauften Maschinen ermöglichen was zuvor nur MS tat.
    Doch all das war schon immer so. Die (Ohn-)»Mächtigen» sind meist zu dumm, um ihre wahre Macht zu begreifen.

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