Yanis Varoufakis wirbt für das BGE

Christian Müller © aw

Christian Müller /  Das Bedingungslose Grundeinkommen ist keine Idee nur für die Schweiz. Es würde vor allem weltweit Sinn machen.

«Die westlichen Demokratien brauchen einen New Deal», sagt Yanis Varoufakis, der ehemalige griechische Finanzminister, der sich in den Diskussionen Griechenlands mit Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble unbeliebt machte, weil er nicht einverstanden war, auf Kosten der griechischen Bevölkerung die Kredite der europäischen Grossbanken zu retten. Mit «New Deal» wird eine Serie von Wirtschafts- und Sozialreformen bezeichnet, die in den Jahren 1933 bis 1938 unter US-Präsident Franklin Delano Roosevelt als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise durchgesetzt wurden.

Mit Blick auf den Wohlstand im Kleinen und die Armut im Grossen kritisiert Yanis Varoufakis, wie die Regierungen in ihrer Verzweiflung auf die ausschliessliche Entwicklung des eigenen Nationalstaates setzen. «Die Leute kommen nicht nach London, um die Theater-Szene zu geniessen oder wegen dem Wetter», sagt Varoufakis, «sie kommen, weil sie müssen!» Aber weder die Globalisierung noch umgekehrt elektrisch geladene Grenzzäune könnten die Probleme der Armut lösen. Es ist, sagt Yanis Varoufakis, eine Illusion zu meinen, Amerika und Grossbritannien könnten nachhaltig prosperieren, wenn ihre Nachbarn in der Krise sind.

Wir brauchen einen New Deal, mit dem wir das Gesundheitssystem, das Bildungswesen und die Wohnsituation der Leute neu anpacken, einen New Deal, mit dem wir uns für die Wohlfahrt der Menschen engagieren, so wie sich die Grüne Bewegung zum Klimawandel engagiert. We need a universal basic income, wir brauchen weltweit ein bedingungsloses Grundeinkommen, sagt Yanis Vaoufakis.

Professor Varoufakis‘ Plädoyer für ein weltweites bedingungsloses Grundeinkommen. Auf Start klicken. Dauer zweieinhalb Minuten. (Quelle: BBC)

Und, so bemerkt Varoufakis richtig: Die Menschen haben sich damals nicht gegen die Industrialisierung, gegen die Automatisierung gewehrt, sondern gegen eine Aufsplittung der menschlichen Gesellschaft. Wir müssen uns nicht gegen die technischen Innovationen wehren, sondern gegen die dadurch entstehende gesplittete Gesellschaft. Die Gewinne des technischen Fortschritts müssen der ganzen menschlichen Gesellschaft zugute kommen!

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Varoufakis Argumentation, warum wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen haben müssen, kann hier auch auf deutsch nachgelesen werden.


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Keine

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Eine Meinung zu

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    am 6.02.2017 um 21:17 Uhr
    Permalink

    Es ist gut, sich mit dem Grundeinkommen zu befassen, bis es eines Tages Realität wird. Wer nicht nur trockenes Brot essen will, sondern auch Butter wünscht, wird weiterhin arbeiten. Das Grundeinkommen ist ein Segen für viele: Einige Beispiele: Gegenwärtig beklagt sich unser Wirtschaftminister, dass viel zu wenig Lehrlinge den dualen Bildungsweg beschreiten, da leider viele Arbeitgebern während der Lehrzeit den einzelnen Tag pro Woche für den Weg zur Berufsmatura verweigern. Lehrlinge müssen dann ohne Lohn nach dem Lehrabschluss ein ganzes Jahr für die Schule investieren. Das Grundeinkommen löst das Problem. Oder viele ärmere Leute haben permanent finanzielle Sorgen und werden deshalb gar krank. Testerfahrungen in Kanada zeigen, das Grundeinkommen senkt die Gesundheitskosten. Auch Künstler kämpfen oft gegen Geldmangel. Neue, mutige Lösungen befruchten die Kreativität. Davon profitieren wir alle.
    Martin A. Liechti, Maur

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