Glenn Greenwald WRAP

Investigativjournalist Glenn Greenwald © WRAP

Ukraine: «Kritik an der US/Nato-Politik wird extrem zensuriert»

Glenn Greenwald /  Man dürfe kaum fragen, wer vom Stellvertreterkrieg profitiert und wer den Preis dafür zahlt, meint der Journalist Glenn Greenwald.

upg. Wenn Krieg herrscht, sehen sich Medien manchmal plumper und häufig ausgeklügelter Propaganda und Falschinformationen gegenüber. Das fängt bei der Wortwahl an und hört mit verdeckten Operationen und (auch militärischen) Täuschungsmanövern auf. Entsprechend vorsichtig und stets mit genauen Quellenangaben sollten Medien berichten – und zwar über Angaben und Handlungen aller Seiten. Zum Propagandakrieg gehört auch, Informationen der Gegenseite zu unterdrücken und unerwünschte Stimmen zu diffamieren. Infosperber geht davon aus, dass seine Leserinnen und Leser die Berichte grosser Medien bereits kennen. Die meisten schätzen es, dass wir ergänzend Beiträge wie diesen von Glenn Greenwald* übernehmen und zur Diskussion stellen.


Umfassendes Zensurregime westlicher Staaten und Konzerne

Wenn man Nachrichten, Informationen oder Perspektiven erfahren möchte, die der vorherrschenden Sichtweise der USA/Nato auf den Krieg in der Ukraine widersprechen, muss man gründlich suchen. [Red. Über Satelliten und Kabelfernsehen ist der staatliche Fernsehsender RT nicht mehr zu empfangen. Nur im Internet.] Und es gibt keine Garantie, dass diese Suche erfolgreich sein wird. Das liegt daran, dass das Zensurregime von Staaten und Konzernen, das im Westen in Bezug auf diesen Krieg eingeführt wurde, atemberaubend schnell und weitreichend ist.

Nahezu täglich werden Nachrichtenagenturen, unabhängige Plattformen und einzelne Bürger, die sich nicht an die Regeln hält, aus dem Internet verbannt. Anfang März, kaum eine Woche nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine, verbot die Europäische Union unter Berufung auf «Desinformation» und «öffentliche Ordnung und Sicherheit», die staatlichen russischen Nachrichtensender RT und Sputnik in Europa zu empfangen. In einem, wie Reuters es nannte, «beispiellosen Schritt» wurden alle Fernseh- und Online-Plattformen per Gesetz von der Ausstrahlung von Inhalten dieser beiden Sender ausgeschlossen. 

Schon vor dieser staatlichen Zensuranweisung hatten Facebook und Google diese Sender verboten, und Twitter kündigte sofort an, dies ebenfalls zu tun, um dem neuen EU-Gesetz zu entsprechen.

Doch was «beispiellos» war, ist inzwischen alltäglich, ja sogar normal geworden. Jede Plattform, die sich dem Angebot von Nachrichten oder alternativen Perspektiven widmet, welche für die Nato unbequem sind, hat garantiert eine sehr kurze Lebenserwartung. Weniger als zwei Wochen nach dem EU-Beschluss kündigte Google an, alle mit Russland verbundenen Medien weltweit freiwillig zu verbieten, was bedeutet, dass US-Amerikaner und alle anderen Nichteuropäer nun nicht mehr in der Lage sind, diese Kanäle auf YouTube zu sehen, wenn sie dies wünschen. 

Dieses Zensurregime ist so produktiv, dass es praktisch unmöglich ist, zu zählen, wie viele Plattformen, Agenturen und Einzelpersonen wegen des «Verbrechens» der Äusserung von Ansichten, die als «pro-russisch» gelten, verbannt wurden. Unterdessen verbannte Twitter, wie üblich ohne Erklärung, plötzlich einen der informativsten, zuverlässigsten und sorgfältigsten Dissidenten-Accounts namens «Russians With Attitude». Der Account wurde Ende 2020 von zwei englischsprachigen Russen gegründet und ist seit Beginn des Krieges in seiner Popularität geradezu explodiert: von etwa 20‘000 Followern vor der Invasion auf mehr als 125‘000 Follower zum Zeitpunkt der Sperrung durch Twitter. Ein dazugehöriger Podcast mit demselben Namen erfreute sich ebenfalls grosser Beliebtheit und kann, zumindest derzeit, noch auf Patreon gehört werden

Ein Informationsbedarf wäre vorhanden

Im Westen gibt es einen klaren, nachweisbaren Hunger nach Nachrichten und Informationen, die von westlichen Nachrichtenquellen verbannt werden. Das räumte die Washington Post ein, als sie über das «beispiellose» Verbot von RTSputnik und anderen russischen Nachrichtenquellen durch Big Tech berichtete: «In den ersten vier Tagen der russischen Invasion in der Ukraine stiegen die Zuschauerzahlen von mehr als einem Dutzend staatlich unterstützter russischer Propagandakanäle auf YouTube auf ein ungewöhnlich hohes Niveau.»

Man beachte, dass dieses Zensurregime einseitig und, wie üblich, ganz auf die US-Aussenpolitik abgestimmt ist. Westliche Nachrichtenagenturen und Social Media wurden seit Beginn des Krieges mit pro-ukrainischer Propaganda und Lügen überschwemmt. Ein Artikel der New York Times von Anfang März brachte es in seiner Überschrift sehr treffend auf den Punkt: «Fakten und Mythenbildung vermischen sich im Informationskrieg der Ukraine»Axios erkannte diese Tatsache mit ähnlichem Understatement an: «Ukraine misinformation is spreading – and not just from Russia.»

Mitglieder des US-Kongresses verbreiteten schadenfroh Fälschungen, die sich bei Millionen von Menschen viral verbreiteten, ohne dass zensurfreudige Unternehmen aus dem Silicon Valley etwas dagegen unternommen hätten. Das ist keine Überraschung: Alle Kriegsteilnehmer nutzen Desinformation und Propaganda, um die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu manipulieren, und das schliesst sicherlich alle direkten und stellvertretenden Kriegsteilnehmer im Krieg in der Ukraine ein.

Die Zensur und das Faktenchecking gehen nur in eine Richtung

Dennoch werden pro-ukrainische Desinformationen, Propaganda und Lügen kaum bis gar nicht zensiert – weder von westlichen Staaten noch von Monopolen im Silicon Valley. Die Zensur und das Faktenchecking gehen nur in eine Richtung: alle Stimmen zum Schweigen zu bringen, die als «pro-russisch» gelten, unabhängig davon, ob sie Desinformationen verbreiten. Der Twitter-Account «Russians With Attitude» wurde zum Teil populär, weil er manchmal Russland kritisierte, zum Teil, weil er vorsichtiger mit Fakten und viralen Behauptungen umging als die meisten US-Medienkonzerne, und zum Teil, weil es so wenige Medien gibt, die bereit sind, Informationen anzubieten, die das untergraben, was die US-Regierung und die Nato uns über den Krieg glauben machen wollen.

Ihr Vergehen, wie das Vergehen so vieler anderer verbannter Berichte, war nicht Desinformation, sondern Skepsis gegenüber der US/Nato-Propagandakampagne. Anders ausgedrückt: Es ist nicht «Desinformation», sondern eher eine falsche Sichtweise, die zum Schweigen gebracht werden soll.

Man kann so viele Lügen und so viele Desinformationen verbreiten, wie man will, solange sie dazu dienen, die Nato-Agenda in der Ukraine voranzubringen. Was man jedoch nicht tun kann, ist, den Nato/Ukraine-Propagandarahmen in Frage zu stellen, ohne ein sehr hohes Risiko der Verbannung einzugehen.

Es ist nicht überraschend, dass die Konzerne des Silicon Valley ihre Zensurmacht in voller Übereinstimmung mit den aussenpolitischen Interessen der US-Regierung ausüben. Viele der wichtigsten Tech-Monopolisten wie Google und Amazon suchen und erhalten routinemässig äusserst lukrative Verträge mit dem US-Sicherheitsstaat, einschliesslich der CIA und der NSA. 

«Abweichler» werden verunglimpft

Aber eine Frage bleibt: Warum ist es so dringend notwendig, die wenigen abweichenden Stimmen zum Krieg in der Ukraine zum Schweigen zu bringen? Dieser Krieg hat die etablierten Flügel beider US-Parteien und praktisch die gesamten Medien in einem Gleichschritt vereint, wie es ihn seit den Tagen und Wochen nach dem 11. September nicht mehr gegeben hat. Man kann die Zahl der prominenten Persönlichkeiten aus Politik und Medien, die bereit waren, auch nur geringfügig von diesem parteiübergreifenden Konsens in Washington abzuweichen, an beiden Händen abzählen – eine Abweichung, die sofort Verunglimpfungen in Form von Angriffen auf den eigenen Patriotismus und die eigene Loyalität nach sich zieht.

Warum hat man solche Angst davor, diese isolierten und dämonisierten Stimmen überhaupt zu Wort kommen zu lassen?

Profiteure sind die Machtzentren in den USA

Die Antwort scheint klar zu sein. Die Vorteile dieses Krieges für mehrere wichtige Machtzentren in Washington kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Die Milliarden von Dollar an Hilfsgeldern und Waffen, die von den USA an die Ukraine geschickt werden, fliessen so schnell und scheinbar wahllos, dass es schwierig ist, sie zu verfolgen. «Biden bewilligt 350 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine», meldete Reuters am 26. Februar; «Biden kündigt 800 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine an», meldete die New York Times am 16. März; am 30. März lautete die Schlagzeile von NBC: «Biden kündigt an, dass die Ukraine zusätzliche 500 Millionen Dollar an Hilfe von den USA erhält»; Reuters meldete: «Die USA kündigen weitere 750 Millionen Dollar an Waffen für die Ukraine an, sagen Beamte». Absichtlich haben diese gigantischen Zahlen längst jede Bedeutung verloren und rufen kaum noch Fragen, geschweige denn Einwände hervor.

Es ist offensichtlich, wer von dieser Orgie der Militärausgaben profitiert. Reuters berichtete, dass «das Pentagon am Mittwoch führende Vertreter der acht grössten US-Waffenhersteller einlädt, um die Fähigkeit der Industrie zu erörtern, den Waffenbedarf der Ukraine zu decken, falls der Krieg mit Russland Jahre dauern sollte». Zu den Teilnehmern dieses Treffens, bei dem es um die Notwendigkeit geht, die Waffenproduktion für den Stellvertreterkrieg in der Ukraine zu erhöhen, gehört auch der Konzern Raytheon, der sich glücklich schätzen kann, den pensionierten General Lloyd Austin als Verteidigungsminister zu haben. In diese Position war er  aus dem Raytheon-Vorstand aufgestiegen.

Es ist praktisch unmöglich, sich ein Ereignis vorzustellen, das für die Waffenindustrie günstiger ist als dieser Krieg in der Ukraine:

  • Die Nachfrage nach Waffen ist in die Höhe geschnellt, nachdem die russische Invasion am 24. Februar Waffenlieferungen der USA und ihrer Verbündeten an die Ukraine auslöste. Es wird erwartet, dass bei dem erwähnten Treffen sowohl die Versorgung als auch die Planung für einen längeren Krieg diskutiert werden, sagten die Quellen gegenüber Reuters unter der Bedingung der Anonymität. 
  • Es wird erwartet, dass bei dem Treffen sowohl Nachschub als auch die Planung für einen längeren Krieg besprochen werden. Das Weisse Haus teilte mit, dass es seit der Invasion mehr als 1,7 Milliarden Dollar an Sicherheitsunterstützung für die Ukraine bereitgestellt hat, darunter über 5‘000 Panzerabwehr-Lenkwaffen Javelins vom Konzern Lockheed Martin und mehr als 1‘400 Flugabwehrraketen Stingers vom Konzern Raytheon.

Auftrieb für die Kriegstreiberbande der Nation

Diese permanente Machtfraktion [der militärisch-industrielle Komplex] ist bei weitem nicht die einzige, die vom Krieg in der Ukraine profitiert und deren Gewinne umso höher ausfallen, je länger der Krieg dauert. Die Lobbys des US-Sicherheitsstaates, der Neokonservativen der Demokratischen Partei und ihrer Medienverbündeten haben sich seit den glorreichen Tagen von 2002 nicht mehr so gut entwickelt. Chris Hayes, einer der lautstärksten Befürworter der Demokraten auf dem TV-Sender MSNBC, schwärmte, dass der Krieg in der Ukraine den Glauben und das Vertrauen in die CIA und die Geheimdienstgemeinschaft mehr als jedes andere Ereignis der letzten Zeit wiederbelebt habe – und das zu Recht, wie er sagte: «Die letzten Wochen waren für die US-Geheimdienste wie der Irak-Krieg in umgekehrter Form.» 

Man kann kaum eine Mainstream-Zeitung lesen oder einen Nachrichtensender sehen, ohne dass die extremste Kriegstreiberbande der Nation, die Neocons – David Frum, Bill Kristol, Liz Cheney, Wesley Clark, Anne Applebaum, Adam Kinzinger – als weise Experten und heldenhafte Krieger für die Freiheit gefeiert werden.

Dieser Krieg dient sehr gut der permanenten politischen und medialen Klasse in Washington. Und obwohl es wochenlang ein Tabu war, dies auszusprechen, ist es jetzt mehr als klar, dass das einzige Ziel, das die USA und ihre Verbündeten in Bezug auf den Krieg in der Ukraine verfolgen, darin besteht, ihn so lange wie möglich hinauszuzögern. Es gibt nicht nur keine ernsthaften diplomatischen Bemühungen der USA, den Krieg zu beenden, sondern das Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass dies nicht geschieht. Das sagen sie jetzt ausdrücklich, und es ist nicht schwer zu verstehen, warum.

Kriegsziel: Von der «Verteidigung der Ukraine» zur «Schwächung Russlands»

Red. Trita Parsi, Mitbegründer und Executive Vice President des Quincy Institute for Responsible Statecraft, schrieb am 6. Mai: 
Bidens Andeutungen eines Regimewechsels am 26. März («Um Gottes Willen, dieser Mann darf nicht an der Macht bleiben»), die Aussage am 20. April der Pressesprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, die USA strebten eine strategische Niederlage Russlands an, oder die Aussage Verteidigungsministers Lloyd Austin, das Ziel der USA sei es, «Russland zu schwächen» und zu bestrafen, um es der Fähigkeit zu berauben, in andere Länder einzumarschieren, … sind eine gefährliche Entwicklung, an deren Ende eine direkte Konfrontation mit dem atomar bewaffneten Russland steht. 

Die Vorteile eines endlosen Kampfes in der Ukraine sind ebenso immens wie offensichtlich. Der Militärhaushalt schiesst in die Höhe. Die Erzfeinde Russland und Putin werden bestraft. Sie bleiben in einen Krieg verwickelt, unter dem die Ukrainer am meisten leiden. 

*Glenn Greenwald

Der Journalist Glenn Greenwald war Verfassungsrechtler und ist Autor von vier New York Times-Bestsellern zu Politik und Recht. Er erhielt den Online Journalism Award 2010 für seine investigative Arbeit, mit der er über die missbräuchlichen Haftbedingungen von Chelsea Manning berichtete. Für seine NSA-Reportage aus dem Jahr 2013, bei der er mit seiner Quelle Edward Snowden zusammenarbeitete, erhielt er den George Polk Award for National Security Reporting. Die von ihm geleitete NSA-Berichterstattung für The Guardian wurde 2014 mit dem Pulitzer-Preis für öffentliche Dienstleistungen ausgezeichnet. Im Jahr 2019 erhielt er den Sonderpreis des Vladimir-Herzog-Instituts für seine Berichterstattung über die Regierung Bolsonaro und die allgegenwärtige Korruption innerhalb der Staatsanwaltschaft, die zur Inhaftierung des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Lula da Silva führte. Im Oktober 2020 trat er bei The Intercept zurück, um sich wieder dem unabhängigen Journalismus zu widmen. Seither kann man Greenwalds Beiträge auf Substack abonnieren.

Dieser Artikel erschien auf Substack.com. Auf deutsch erschien er in gekürzter Form zuerst in der Nr.2/22 in «Unsere Welt» (Zeitung der Schweizerischen Friedensbewegung).


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Putin_FlorisLooijesteijn_DSC01202_cc

Der Umgang mit Putins Russland

Russland zwischen Europa, USA und China. Berechtigte Kritik und viele Vorurteile.

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Die Ukraine zwischen Ost und West: Jetzt von Russland angegriffen

Die Ukraine wird Opfer geopolitischer Interessen. Die Nato wollte noch näher an Russland. Russland führt einen rücksichtslosen Angriffskrieg und missachtet das internationale Kriegsrecht.

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21 Meinungen

  • am 9.05.2022 um 13:16 Uhr
    Permalink

    Habe vor kurzem ein sehr interessantes Interview gesehen. Ein Offizier a. D. Richard Black (USA),. spricht in absoluter Offenheit über die Verbrechen der USA, in Syrien und der Ukraine. Wie sie mit ISIS,. Al-Qaida und anderen Terroristen zuammen arbeiten. Ein Auszug; «um die Regierung in Syrien zu stürzen haben wir die abscheulichsten aller Terroristen eingesetzt. Etwas ähnliches geschieht jetzt in der Ukraine». Es lohnt sich das ganze Interview zu schauen.

    Wie kann man der USA, Nato und deren Presse noch vertrauen? Mussten wir uns nicht schon genug Lügen von diesen Netzwerken anhören? Brutkastenlüge, Giftgas im Irak usw.

    3
    • am 10.05.2022 um 14:31 Uhr
      Permalink

      Von Colonel a. D. Richard Black habe ich bisher noch nichts gehört. Gefunden habe ich zu ihm dieses kurze Video über die schrecklichen Konsequenzen eines Nuklearkriegs für die USA am Beispiel Virginias und der Hauptstadt Washington: https://www.bitchute.com/video/XvvRAXXcCWSr/

      Ein Militär, der sich nicht an Nuklearkriegsszenarien erfreuen kann, scheint heute Seltenheitswert zu haben.

      0
    • am 11.05.2022 um 10:05 Uhr
      Permalink

      Leider wurde der Link zum Video von Infosperber, in meinem
      Kommentar gelöscht. Sie finden das Video, auf Youtube unter dem Titel; «Oberst a. D. Richard Black: Die USA führen die Welt in den Atomkrieg»

      Und wie Sie richtig erkannt haben, fürchtet er sich vor einem Atomkrieg. Am Schuss des Interviews erklärt er warum.

      0
    • am 10.05.2022 um 23:15 Uhr
      Permalink

      Haben Sie einen Link zum Interview..?

      0
  • am 9.05.2022 um 13:49 Uhr
    Permalink

    Ich habe Journalistik studiert und war in der DDR-Tagespresse tätig. Ich lese auch alternative Medien und mein Benutzerkonto beim Tagesspiegel wurde gesperrt – vermutlich auf Grund meiner Leserkommentare. Ich bin ein Freund der offenen Diskussion, die mir die Möglichkeit lässt, eine eigene Meinung zu bilden. Ich bin zutiefst erschrocken, was uns heute in den offiziellen Medien angeboten wird und auch darüber, was die Politiker von sich geben. Das Weglassen wichtiger Informationen bzw. eine absolut einseitig wertende Darstellung sind zum Standard der öffentlichen Manipulation geworden. Mir wird schwer ums Herz, wenn ich hören muss, dass Worte wie 3. Weltkrieg, Aufrüstung, Waffenlieferungen, russische Gräueltaten, gute Ukraine – böse Russen, Sanktionen etc. längst die Begriffe Frieden, Verhandlungen, Abrüstung, friedliche Koexistenz, Gleichberechtigung usw. verdrängt haben. Nein, eigenes Denken ist zugunsten der Propaganda nicht mehr erwünscht.

    3
    • am 10.05.2022 um 14:25 Uhr
      Permalink

      Ich bin auch aus der ehem. DDR. Sehen Sie sich als vorbelastet im gegenwärtigen Ukraine-Konflikt? Wir sind ja nun in der DDR mit allerlei pro-sowjetischen Elementen aufgewachsen, meine besten Schulfreunde waren Halbrussen aus gemischten Ehen. Die Mutter eines Freundes hat als Kind die Belagerung Leningrads mitgemacht. Mir jedenfalls fällt mit dem Blick auf die Geschichte, auch mit dem Wissen um die extrem brutale Diktatur Stalins und die Unterdrückung des Ostblocks, schwer, diese derzeitige allumfassende Abwertung, die auch die Leistung der Sowjetunion im 2. WK betrifft, mitzumachen.

      0
  • am 9.05.2022 um 14:14 Uhr
    Permalink

    Besten Dank für diese Darstellung, welche ich voll nachvollziehen kann.

    Irgendwie erinnert dies an die Interessenlage der Pharma. Kranke Leute sind rentabler als geheilte.

    Ich habe in bezug auf den Mittleren Osten oft die Frage gestellt : was wäre, wenn der Frieden ausbrechen würde ?

    Diese Frage in bezug auf die (aktuelle) Ostflanke der Nato ist dieselbe. Wieviele Rüstungsfirmen würden bankrott gehen ?

    PS: ich habe vor ein paar Jahren an einem Blog einer nordamerikanischen Universität zum Thema Krieg im Yemen teilgenommen. Meine ehemaligen Studienkollegen aus dem Intelligence-Corps der Navy hatten alle Informationen über die militärischen Optionen der Parteien. Frieden wäre für sie eine echte Gefahr ihren Vorteil an strategischem Wissen zu verlieren gewesen. Der damalige Präsident meiner ehemaligen Schule war ehemaliger Nato-Kommandant für Europa. Vielleicht hätte ich weiter diskutieren sollen…

    1
    • am 10.05.2022 um 22:55 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Kalpuner, leider kann ich Ihre Ausführungen nicht verstehen. Wie und weshalb soll der Kapitalismus durch diesen Krieg verlassen werden und mit was soll der Kapitalismus ersetzt werden? Mit chinesischem Zero-Covid? MfG

      0
    • am 11.05.2022 um 22:11 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Lüthi, ich spreche nicht vom marktwirtschaftlich-organisierten ‹Kapitalismus›, sondern von dessen selbst- und fremdzerstörerischen Weiterentwicklung als Crashordnung: dem 2%Wachstumszwang-Regime der Kapitalstockmaximierer ( = Wachstumszwang-Kapitalismus).

      Und dieses 2%Regime ist mit einer einzigen Änderung/Innovation im Verteilungs- und Steuersystem selbstläuferisch/dominomächtig zu stürzen. Stichwort : Kapitalstock- und Energiesteuern finanzieren ein dynamisches Zusatzeinkommen für Jedermann und verteilen damit den Produktivitätsfortschritt an alle.

      Der Wachstumszwang-Mechanismus, der über den strukturellen Anstieg der Bruttoarbeitskosten installiert ist, ist damit ersetzt. Dieses Innovationswissen muß nur in die Diskussion kommen, und schon nehmen die Finanzmärkte die Dominomacht spekulativ vorweg. Mehr dazu auf meinen Webseiten .

      Putin und Xi Jinping kennen diese Umsturzoption und können sie am Tag X in die globale Systemdiskussion einführen.

      0
  • am 9.05.2022 um 14:44 Uhr
    Permalink

    Bevor Leser des Texts von Herrn Greenwald angesichts der geschilderten Medien- und Machtlage depressiv werden, darf ich über den weltgeschichtlichen Kontext der Lage informieren. Dieser orientiert und macht zuversichtlich, dass alles gut ausgehen wird.

    Es handelt sich bei der Konfrontation zwischen globaler US-Dominanz und Putin/Xi Jinping um ein weltgeschichtliches Vorspiel im anstehenden Exodus aus dem globalen Regime des 2%Wachstumszwang-Kapitalismus. Die US-Dominanz auf den wirtschaftlichen und evolutions-ideologischen Feldern wird abgelöst werden.

    Putin kämpft keinen militärischen Stellvertreterkrieg gegen die US-Dominanz aus. Putin hat am 24.2. den Exodus aus dem Crashpfad des Wachstumszwang-Kapitalismus angestoßen.

    5
  • am 9.05.2022 um 17:38 Uhr
    Permalink

    Es ist erschreckend, aber nicht überraschend, was dieser mutige, informierte Journalist herausgefunden hat und verbreitet. Ich habe vorgehabt, den Infosperber nicht mehr zu unterstützen. Es sind für mich auch selten wirklich lesenswerte Beiträge hier erschienen. Aber dieser Text, der sicher sonst nirgends veröffentlicht wird, hat mich nun überzeugt, dass ich trotz allem wieder etwas auf das Sperberkonto einzahlen werde. Es ist ja wirklich zum Heulen und Zähneknirschen, aber es bleibt wirklich nur die Hoffnung, dass möglichst viele Menschen, denen die Wahrheit am Herzen liegt, diesen Bericht unter die Augen kriegen.

    1
  • am 9.05.2022 um 18:04 Uhr
    Permalink

    Haben Sie vielen Dank, Herr Greenwald, Dank auch an infosperber. Es geht darum, das Feindbild Russland in die Köpfe der Fernsehzuschauer und Zeitungsleser einzuhämmern. Dazu kommen Verbote alternativer Medien, und, wie ich es eben erlebt habe, durch den Rückzug von Publikationen wie dem Band «Eiszeit» von Frau Krone-Schmalz. Der I.C. Beck – Verlag hat zwei der Werke dieser Autorin zurückgezogen unter dem billigen Vorwand, es könnten bei gewissen Lesern Gefühle verletzt werden. Meine Gefühle werden verletzt durch bevormundende Zensurmassnahmen.

    1
    • am 10.05.2022 um 21:35 Uhr
      Permalink

      Der Beck-Verlag zieht Publikationen von Gabriele Krone-Schmalz zurück? Welche Schande!

      0
  • am 10.05.2022 um 00:54 Uhr
    Permalink

    Es ist einfach nur zu konstatieren, dass wir eine «neue» Gleichschaltung erleben. Und sie funktioniert hervorragend! Die westlichen Völker jubeln! Bernhard von Bülow sagte: «Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag› ich Dir den Schädel ein.» Wir haben die Befindlichkeiten der Völker östlich von uns und deren Empfindungen abseits unseres «Mainstreams» vergessen/nicht wahrgenommen. Wir empfinden uns als das «Heil» – welche Arroganz! Und damit ignorieren wir auch deren Sicherheitsbedürfnisse. Der Warschauer Pakt wurde aufgelöst und die NATO macht, froh aller Urständ, weiter. Putin hat den Angriffsbefehl gegeben und das ist zu verurteilen! Aber eben auch verständlich. Nun ja, ich war, nach Karl Kraus, immer «der Vogel, den sein Nest beschmutzte». Ich hoffe, dass mit der Zeit, die wir kaum haben, die Sichtweisen ein bisschen differenzierter werden.

    1
  • am 10.05.2022 um 12:23 Uhr
    Permalink

    In unserer Berichterstattung sind die Auslassungen sind das eine, die journalistische Kommentierung der Beiträge das andere. Ein Beispiel dafür ist die gestrige Tagesschau zum 09. Mai in Russland: https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/tagesschau-vom-09-05-2022-hauptausgabe?urn=urn:srf:video:66c1a435-c722-4a81-97e6-0b5a23ebc8a5. Ton und persönliche Kommentierungen machen den Beitrag zur reinen Propaganda. Der einzige Lichtblick ist der Beitrag von Christof Franzen. Wieso erachtet SRF uns nicht als mündige Bürger? Wieso geben sie uns nicht die Fakten von beiden Seiten, damit wir uns unsere Meinung selber bilden können? Wieso zerstören sie unser Vertrauen in unser wichtigstes Medium?

    0
  • am 10.05.2022 um 14:16 Uhr
    Permalink

    Wirklich schlimm nach 30 Jahren Mauerfall, als die Völker sich wieder an offenen Grenzen mit offenem Herzen begegnen konnten und alle, wirklich alle, frischer und froher Hoffnung waren, nun eine neue Mauer in Europa, eine neue Indoktrinierung, neue Sprech- und Diskussionsverbote erleben zu müssen. Es ist, als hätte die Wende nicht stattgefunden und die alten «Der Feind sitzt in Moskau» – Plakate der Adenauer-Wahlkämpfe wären nie abgehängt worden. Das Erbe Brandts und Bahrs, Kohls und Genschers wird hier frohgemut in die Tonne getreten, um den Preis des sicheren Moralismus, um den Preis einer bankrotten Rechthaberei, von Politikern wie Baerbock und Habeck, die nie zuvor ein pol. Amt bekleideten. Selbst zur Zeit des tiefsten Kalten Krieges hat man mit Breschnew und Gromyko geredet, gab es viele Geschäfte zw. BRD, DDR, Ö, Schweiz und UdSSR. Was wir jetzt erleben, ist das Ende jeglichen pol. Sachverstandes. Talleyrand, Metternich, Stresemann, Rathenau rotieren in ihren Gräbern.

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  • am 10.05.2022 um 16:36 Uhr
    Permalink

    Die EU/Big Tech Zensurmassnahmen sind ein schreckliches Eigengoal, Kritik daran sehr berechtigt. Hier darf man einmal die Schweiz loben, die nicht mitmacht.

    Greenwalds Folgerung Zensur=Gleichschaltung=Aufrüstung hinkt aber. Das Orwellsche «War is Peace, Freedom is Slavery, Ignorance is Strength» auf RT, Sputnik & Co. ist so offensichtlich, da ist Zensur eher kontraproduktiv. Das zu sehen überzeugt einen erst recht: so einem Regime, das alle anderen Medien zerschlagen hat, muss man Einhalt gebieten! Übrigens: so gewecktes Interesse an diesen Kanälen bedeutet nicht automatisch Zustimmung (falls Greenwald das meinte).

    Putins Aggressionskrieg ist der wahre Grund, warum nun alle in der vorher «hirntoten» Nato aufrüsten wollen, warum sogar Finnland und Schweden rein wollen. Die Waffenhersteller dürfen sich zu 99% in Moskau bedanken.

    1
  • am 11.05.2022 um 08:55 Uhr
    Permalink

    Wann wird der amerikanische Kongress und Nancy Pelosi Kredite für die Palästinenser sprechen, um sich gegen die kriminelle Besatzung von Palästina zu verteidigen ? Und das selbstverständlich bis zum vollen Rauswurf des illegalen Besatzers. Jenin lässt grüssen. Kriegsverbrechen ? Verbrechen gegen die Menschlichkeit ? Nie gehört. Doch sicher nicht mit amerikanischer Unterstützung und amerikanischen Waffen…

    Wenn wir die Namen in der amerikanischen Begründung des Proxy-Krieges in der Ukraine austauschen, wird die volle Absurdität dieser Argumentation evident. Warum darf dies nihct gesagt werden ? Herr Scheben hat diesen Punkt sehr eindrücklich in bezug auf den Yemen dargestellt.

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  • am 11.05.2022 um 10:07 Uhr
    Permalink

    Wie es aussieht, erschien dieser Artikel von Glen Greenwald auf substack.com bereits am 13. April.
    Gabor Steingart, langjähriger Journalist beim Spiegel und beim Handelsblatt, vertritt in seinem Newsletter vom 10. Mai eine ähnliche Position. Eines der Ziele von Biden sei «das Decoupling zwischen den westlichen Volkswirtschaften und den autoritären Regimes in Russland und China.» Die Aktien der grossen US-Rüstungskonzerne seien massiv gestiegen, die Erstquartalsgewinne der Energiefirmen ExxonMobil, Chevron und ConocoPhillips würden 16 Milliarden Euro betragen. Solche Zahlen sind kein Schritt in eine bessere Klimazukunft. Auf der andern Seite würde ein Decoupling der grossen Volkswirtschaften auch Vorteile bringen. Wenn nur endlich die Europäische Union sich aus der vielfachen Abhängigkeit der USA befreien könnte.

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  • am 11.05.2022 um 18:18 Uhr
    Permalink

    https://de.rt.com/meinung/137611-militarische-operation-beendet-das-ende-der-geschichte/

    Russia Today erneut nicht aufrufbar:

    Fehler: Gesicherte Verbindung fehlgeschlagen

    Beim Verbinden mit de.rt.com trat ein Fehler auf. Das Zertifikat der Gegenstelle wurde widerrufen.

    Fehlercode: SEC_ERROR_REVOKED_CERTIFICATE

    Die Website kann nicht angezeigt werden, da die Authentizität der erhaltenen Daten nicht verifiziert werden konnte.
    Kontaktieren Sie bitte den Inhaber der Website, um ihn über dieses Problem zu informieren.

    0

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