Ein Kompliment für die NZZ!

Christian Müller © aw

Christian Müller /  Der Einfluss der Lobbyisten in Bundesbern ist gross. Die NZZ hilft mit, dies transparent zu machen. Bravo!

Die NZZ-Abonnentinnen und Abonnenten wissen es: Die NZZ hatte schon bessere Zeiten. Das allerdings heisst nicht, dass da nichts Lesenswertes mehr drin stünde.

Heute Montag, 14. März 2016, hat die Alte Tante an der Zürcher Falkenstrasse eine echte Meisterleistung erbracht: Mit einem Online-Super-Meccano kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger in Minutenschnelle und ganz einfach darüber informieren, welche Parlamentarier mit welchen Interessen-Gruppen verbandelt sind. Ablesbar sind nicht nur die Verbindungen der einzelnen Parlamentarier, sondern auch die Verbindungen der Parteien als Gruppe, und ablesbar sind nicht nur die einzelnen Firmen und/oder Institutionen, mit denen die Parlamentarier verbandelt sind, sondern hier aufgeteilt nach Branchen.

Ein echter Beitrag zu mehr Transparenz in der Schweizer Politik!

Hier anklicken!

… und ein kleiner Nachsatz: Ganz ohne «dirty trick» hat es die NZZ allerdings auch diesmal nicht geschafft. Denn dass ausgerechnet ihre Partei, die FDP, am meisten Verbandelungen mit Firmen und Wirtschaftsverbänden hat, mag ihr nicht besonders gefallen haben. Also hat sie die Wirtschaft in die Branchen «Bauwirtschaft und Immobilien», «Industrie und Energie», «Finanzen», «Versicherungen» und «Wirtschaftsdachverbände» unterteilt, dagegen «Hilfswerke, Nonprofit-Organisationen und Soziales» mit einer einzigen Säule dargestellt. Man erhält damit den irreführenden optischen Eindruck, die Wirtschaftslobbys seien vergleichsweise schwach vertreten. NZZ-Redaktor René Zeller kommentiert denn auch: «Es sind nicht primär Banken und Wirtschaftsverbände, die mit ihren Tentakeln Gesetzgebungsprozesse steuern.» Eine blauäugige Sicht – oder eben FDP-Zeller-Balsam…
Bei Hilfswerken und Non-Profit-Organisationen sind SP-Parlamentarier besonders stark vertreten. Dass Parlamentarier sich auch noch für ein Hilfswerk engagieren, ist ja nicht nur nicht verboten, sondern ausdrücklich erwünscht!


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

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Kritik von Zeitungsartikeln

Printmedien üben sich kaum mehr in gegenseitiger Blattkritik. Infosperber holt dies ab und zu nach.

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Eine Meinung zu

  • am 14.03.2016 um 21:37 Uhr
    Permalink

    Schauen Sie mal, was hier über die NZZ offenbart wird:
    Youtube:
    "Me, Myself and Media 20 – Mit Pauken und Trumpeten"
    https://www.youtube.com/watch?v=QKCsuMSJoSw

    @Reuss: selbstverständlich kennen wir das auch. Swisspropaganda, auf den sich KenFM beruft, ist aber eine total anonyme Website. Das verbietet uns von Infosperber, sie als Quelle zu benützen.
    (cm)

    0

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