Kampfflugzeug F-35.SRF

Das Kampfflugzeug F-35 soll die Schweiz gegen Angriffe aus Russland verteidigen. © SRF

Gegen Russland sind Kampfjets und Kampfpanzer nutzlos

Urs P. Gasche /  Die Schweiz geht von einer «neuen Sicherheitslage» und dem Risiko aus, dass es in Westeuropa zu einem konventionellen Krieg kommt.

upg. Infosperber stellte in mehreren Beiträgen eine andere Einschätzung des Risiko eines Krieges zur Diskussion. – In diesem letzten Beitrag geht es um die Beschaffung von Kampfjets und Kampfpanzern in der Schweiz.


Es sind sich alle einig: Falls es zu einer atomaren Auseinandersetzung kommt, kann sich die Schweiz nicht wehren. Gegen Atomwaffen nützt das ganze Aufrüsten nichts.

Militärs und Rüstungslobby warnen jedoch vor einem konventionellen Krieg in Westeuropa:. «Ein mechanisierter Angriff auf die Schweiz wäre absolut verheerend», schreibt die Offiziersgesellschaft.

Doch dieses Szenario ist extrem unwahrscheinlich. Russische Panzer müssten zuerst Nato-Staaten durchqueren, bevor sie die Schweiz erreichen. 


«Plötzlich wären russische Panzer in unmittelbarer Nähe der Schweizer Grenze»

Georg Häsler SRF
Georg Häsler

«NZZ»-Militärredaktor Georg Häsler – im Nebenamt Miliz-Oberst der Schweizer Armee – sieht es neustens anders: Ungarn und Slowakei könnten die Nato verlassen: «Wechseln Ungarn und die Slowakei das geopolitische Lager, öffnet sich östlich der Landesgrenze der praktisch ungeschützte Tirol-Korridor.» («NZZ» 15.3.2025)

Noch im Sommer 2023 hatte Häsler diese Gefahr weit von sich gewiesen: «Ein mechanisierter Stoss der russischen Armee Richtung Westen ist auch mit Blick auf die gegenwärtige Lage schlicht nicht möglich. Ausserdem fehlt im Kreml die Absicht, den ganzen Kontinent mit militärischen Mitteln unter Kontrolle zu bringen. Die hybriden Methoden sind effizienter.»

Laut Häsler steht also ein hybrider Krieg bevor. Dafür sind Kampfpanzer und Kampfflugzeuge denkbar ungeeignet.

Das sah auch SP-Vizepräsident Jon Pult so: «Die Forderung nach Aufrüstung konnte man bei Kriegsausbruch als Panikreaktion noch verstehen. Aber schon heute fragen sich nicht nur SP-Wähler: Was soll das? Der Krieg hat klar gezeigt, dass wir in der Schweiz militärisch so sicher sind wie selten zuvor, zumindest was die Bedrohung durch konventionelle Waffen angeht. Wenn Putins Panzer nicht einmal Kiew einnehmen können, wie sollen sie bis zum Bodensee kommen?»

Selbst Florence Gaub vom Nato Defence College in Rom, die ausdrücklich «unwahrscheinliche Szenarien» studiert, hält einen «klassischen Einmasch in ein Nato-Land für wenig wahrscheinlich».  («NZZ» 5.8.2025)

Martin Dahinden, früherer Schweizer Botschafter in Washington und Dozent für Sicherheitspolitik an der Universität Zürich, stimmt zu: «Terrestrische Angriffe auf die Schweiz mit mechanisierten und infanteristischen Verbänden sind ein unwahrscheinliches Szenario. Die Armee der Zukunft muss sich auf ein hybrides Konfliktbild ausrichten mit Formen der Cyber-Kriegsführung, Terror- und Sabotageakten, dem Einsatz von Drohnen, der militärischen Nutzung künstlicher Intelligenz.» (Gastbeitrag «NZZ» 3.4.2024)

Dass Krauss-Maffei-Vorstandschef Frank Haun an seinen ehrgeizigen Umsatzzielen festhält, ist verständlich: «Unser Ziel ist, ab 2027 jährlich 500 gepanzerte Fahrzeuge ausliefern zu können.» («NZZ» 14.12.2024) Der Rüstungskonzern lobbyiert kräftig dafür.


Bundesrat Pfister: Mit dem Unvorstellbaren rechnen

Wenigstens längerfristig sei mit dem heute Unvorstellbaren zu rechnen, meinte Verteidigungsminister Bundesrat Martin Pfister: «Im Moment müssen wir nicht damit rechnen, dass Panzer am Rhein auffahren, aber die Armee muss auch für diese Szenarien bereit sein.» («NZZ 1.3.2025)

«Im Moment» unwahrscheinliche Szenarien, auf die sich die Schweiz vorbereiten könnte, gäbe es noch andere: beispielsweise Angriffe aus dem aufgerüsteten Weltall oder Angriffe mit Bakterien und Viren. Oder Angriffe mit ballistischen Raketen. 

Mit solchen und anderen «im Moment unwahrscheinlichen» Szenarien kann man die Militarisierung des ganzen Landes rechtfertigen.


Angriff mit ballistischen Raketen

Weil russische Kampfjets und Panzer an der Schweizer Grenze kaum anzutreffen sein werden, müssen andere Szenarien herhalten, um das Aufrüsten zu rechtfertigen. Ein konkretes Szenario nannte Georg Häsler am 8. August 2025 in der «NZZ»: «Ein Treffer einer ballistischen Rakete auf eine zentrale Schaltanlage des europäischen Stromnetzes auf Schweizer Boden reicht Russland, um eine Strommangellage in Deutschland auszulösen. […] Die Schweiz braucht ein Minimum an Luftverteidigung.» Konkret nannte Häsler einen Knotenpunkt der Stromversorgung oder die Besetzung eines Eisenbahnknotenpunkts durch eine bewaffnete Gruppe. («NZZ» 29.7.2023)

Die neuen Kampfjets F-35 sind allerdings wenig hilfreich, um solche ballistischen Raketen abzuwehren – und Kampfpanzer sind es noch viel weniger. 

Die Nato-Staaten werden aus eigenemen Interesse verhindern, dass Russland Schaltanlagen des europäischen Stromnetzes in der Schweiz und anderswo in Europa zerstören kann. Dazu dient das Raketenabwehrsystem Sky Shield. Die Schweiz beteiligt sich daran.

Die von der Schweiz bestellten Patriot-Systeme können Raketenangriffe wenigstens mit Reichweiten bis zu rund 100 Kilometern und Höhen bis rund 30 Kilometern abwehren.

Kritische Stimmen zum Nutzen der F-35

«NZZ»-Redaktorin Christina Neuhaus am 14. August 2025: «Der F-35 kann unerkannt in feindliches Gebiet eindringen und Erstschläge ausführen. Aber welche Ziele greift ein neutrales Land an?»

Georg Häsler in der «NZZ» vom 19. Mai 2025: «Der F-35 ist ein fliegendes Rechenzentrum. Die Europäer werden deshalb weiterhin auf amerikanische Technologie angewiesen sein.» Und am 12. März 2025: «Wenn die US-Regierung den Einsatz amerikanischer Waffen sabotieren möchte, kann sie das tun.» 

Michael Schöllhorn, CEO des Rüstungskonzerns Airbus Defense and Space in der «NZZ am Sonntag» vom 2. März 2025: «Wenn die Amerikaner nicht wollen, dass die Dänen mit ihren F-35-Jets Grönland verteidigen, dann fliegen sie auch nicht dorthin.» 

Politikwissenschaftler Michael Hermann in der «NZZ am Sonntag» vom 23. März 2025: «Es ist nicht nur die risikoreiche Abhängigkeit vom Produktionsland, die den Wert von Tarnkappen-Kampfjets infrage stellt. Sie sind womöglich auch so etwas wie die – überaus teure – Kavallerie des Drohnenzeitalters. […] Die immensen bereits aufgewendeten Kosten halten uns davor zurück, rechtzeitig den Pfad der Dinosaurier zu verlassen.»

Und Elon Musk meinte: «Nur Idioten bauen den bemannten F-35-Kampfflieger.»


Fokussierung auf reale Bedrohungen

Der Strategieexperte und frühere ETH-Dozent Mauro Mantovani erklärte: «Russland stellt die einzige Bedrohung dar. Doch könnte Russland mit seinen Panzern gar nicht bis nach Mitteleuropa vorstossen. […] Ein imperialistisches Russland müsste 1500 Kilometer Nato-Bündnisgebiet durchqueren, ohne dass dabei die Schwelle zum Nuklearkrieg überschritten wird.» («NZZ am Sonntag» 18.5.2025)

In einer Replik meinten drei Bataillonskommandanten am 8. Juni: «Eine Armee ohne Kampfpanzer funktioniert nicht. Punkt.»

«Punkt» ist ein wenig überzeugendes Argument.

Jens Stoltenberg, bis 2025 Generalsekretär der Nato, beschrieb die militärische Zukunft wie folgt: «Die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz, Drohnentechnologie und unbemannten Systemen bedeutet einen ähnlichen Quantensprung wie seinerseits die industrielle Revolution.»

«NZZ»-Auslandredaktor Werner J. Marti hatte am 17. März 2025 festgestellt: «Gepanzerte Fahrzeuge sind den (glasfasergesteuerten) Drohnen weitgehend ausgeliefert, da diese ihre Ladungen präzise an ungeschützten Stellen der Panzerung zur Explosion bringen können.»

Dazu kommt das Kosten-Nutzen-Verhältnis: Einer der neusten Kampfpanzer kostet hundertmal mehr als eine der teuersten KI-gesteuerten Drohnen.


KI-gesteuerte Drohnen und autonome Angriffe

Politik-Professorin Elke Schwarz von der Queen Mary University in London warnte: «Rüstungsfirmen wie Anduril oder Palantir entwickeln autonome Drohnenschwärme, die Menschen töten. Solche Waffen könnten die ganze internationale Sicherheitsordnung verändern und die Welt unsicherer machen.»

David Bach, Professor für Strategie an der Business School IMD, wies auf einen unbemannten Krieg hin: «KI-Anwendungen der nächsten Generation können feindliche Stellungen aufspüren, autonome Angriffe starten oder kritische Infrastrukturen aus weiter Ferne stören.»

Gegen solche Agriffe sind Kampfjets und Kampfpanzer nutzlos. 

Sogar «NZZ»-Redaktor Georg Häsler räumte am 22. November 2025 ein, dass Kampfjets für den Einsatz in der Schweiz nicht zweckmässig seien. Doch, meinte er, die Schweiz könne die F-35 «im Verbund des europäischen Pfeilers der Nato» verwenden. Und falls die Schweiz ihre F-35 «nicht an der Nato-Ostflanke einsetzen» wolle, dann solle sie diese wenigstens «im Gebiet zwischen Lyon, München, Wien und Mailand» einsetzen. Das verschaffe ihr Respekt.


Argument «Trittbrettfahrerin»…

Mangels besserer Argumente ziehen Militärs, Rüstungslobby und einige Politiker ein neues Argument aus dem Hut: Die Schweiz dürfe keine «Trittbrettfahrerin» sein: Wenn die Schweiz auf den Schutz der USA und der Nato zähle, müsse sie ebenfalls aufrüsten – aus Solidarität. 

Georg Häsler meinte: «Die Schweiz kann es sich nicht leisten, weiter einfach Trittbrettfahrerin zu sein. Irgendwann schickt die Nato die Rechnung nach Bern.»

Welche Rechnung es sein könnte, führte Häsler nicht aus.

Unterdessen will die Schweiz tatsächlich noch mehr Waffen in den USA kaufen – doch nicht um sich zu schützen, sondern um niedrigere Zölle zu erhalten.

Kritiker der Aufrüstung mit F-35 und Panzern diffamierte «NZZ»-Chefökonom Peter A. Fischer als «friedliebende Heuchler und Trittbrettfahrer».

Einer sachlichen Diskussion weicht er aus.


…oder knallharte Interessenpolitik

Normalerweise stossen die Argumente «Solidarität» und «Trittbrettfahrerin» auf wenig Gegenliebe. Als es um die Überlastung im Asylwesen ging, wollte FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen nichts davon wissen: «Es braucht jetzt nicht noch mehr Solidarität mit der EU, sondern eine knallharte Interessenpolitik.»

Auch mit den Ärmsten wird keine Solidarität gefordert. Oxfam berechnete es global: «Mit weniger als 3 Prozent der Militärausgaben der G-7-Länder oder mickrigen 2,55 Prozent des Nato-Budgets des Jahres 2024 könnte der globale Hunger beseitigt (32 Milliarden Dollar) und die Schuldenkrise im globalen Süden gelöst werden (36 Milliarden Dollar).»

Die Beseitigung des Elends würde zum Frieden erheblich mehr beitragen als das Aufrüsten. 

Das Argument «Trittbrettfahren» zählt auch nicht, wenn es um das Ausbeuten von Textilarbeiterinnen, Kaffeepflückern oder Minenarbeitern geht. Oder um die Klimapolitik: Unser möglicher Beitrag mache weltweit ohnehin keinen Unterschied aus.


Kosten und Risiken der Hochrüstung 

Eine massive Aufstockung der Militärausgaben birgt gesellschaftliche Sprengkraft. Denn das Aufrüsten lässt sich nur auf drei Wegen finanzieren – alle mit gravierenden Nebenwirkungen:

  1. Mit Kürzungen bei Sozialem, Gesundheit, Bildung, Umweltschutz, Infrastruktur oder Kultur 
  2. Mit höheren Steuern («Wir müssen für die Armee die Steuer erhöhen», Leitartikel in Tamedia-Zeitungen vom 13.12.2025)
  3. Mit zusätzlichen Schulden 

Der dritte Weg ist politisch der machbarste, aber auch der riskanteste. Das Aufrüsten mit Schulden kann zum Brandbeschleuniger einer Finanz- und Wirtschaftskrise werden. Wenn das Schuldenkonstrukt kippt, drohen Hyperinflation und verbreitete Arbeitslosigkeit. Mit der Freiheit, die wir bewahren wollen, ist es dann vorbei.

Ein massives Aufrüsten führt nicht nur zu unverantwortlichen Schulden, sondern birgt noch andere gesellschaftliche Sprengkraft. Das Aufrüsten lenkt von weiteren existenziellen Risiken ab. Erwähnt seien hier die Klimaerwärmung, die Migration, das Zerstören von Natur und Umwelt, der Zugang zu Wasser und Rohstoffen und soziale Verwerfungen.


Zwei Optionen für die Schweiz

Armeegegner Josef Lang sagte in der «Sonntags-Zeitung»: «Ein Alleingang ergibt keinen Sinn mehr. Es gibt nur zwei rationale Optionen:

  1. Wir machen bei einem Militärbündnis mit und schaffen die Neutralität ab.
  2. Wir entscheiden uns für eine weltsolidarisch-friedenspolitische Neutralität und schaffen die Armee ab (nach dem Beispiel von Costa Rica und Panama).

Diese zweite Option finde ich die vernünftigste.» 

Die frühere Aussenministerin Michelin Calmy-Rey dagegen hält die erste Option für vernünftiger: «Wenn die Neutralität unsere Sicherheit nicht mehr gewährleistet, dann müssten wir sehr ernsthaft den Beitritt zur EU und zur Nato prüfen.»

Bei der ersten Option mit dem Anschluss an ein Militärbündnis müsste die Schweiz wahrscheinlich ein Berufsmilitär einführen. Denn die modernen Waffensysteme sind so anspruchsvoll, dass drei Wochen WK im Jahr als Training nicht genügen.


Milliarden verpulvert

Nach der Analyse des konkreten Kriegsrisikos und der globalen Risiken sowie des Kosten-Nutzenverhältnisses gibt es keinen überzeugenden Grund, weshalb die Schweiz US-Kampfjets und von Offizieren geforderte zusätzliche Kampfpanzer kaufen soll. 

Das Risiko eines konventionellen Krieges, bei dem russische Panzer oder Kampfjets die Schweiz erreichen, ist vernachlässigbar klein. Falls Russland die Schweiz mit Raketen oder ferngesteuerten Drohnen angreifen sollte, wären Kampfjets und Kampfpanzer nutzlos. 

Eine bewaffnete Schweiz müsste in die Abwehr von Drohnen, Cyberangriffen und Viren investieren.

Auch für Deutschand gibt es keinen ausreichenden Grund, sich zum Aufrüsten mit 100 Milliarden Euro zu verschulden.

Die Militärausgaben der europäischen Nato-Staaten liegen schon heute – sogar kaufkraftbereinigt – deutlich über jenen von Russland. Eine gemeinsame Rüstungs- und Beschaffungspolitik kann die Verteidigungskraft noch verstärken. Eine Aufrüstung braucht es nicht.

Weiterführende Informationen

«WIDER DAS AUFRÜSTEN»

Militärs, Politiker und manche Medien hämmern der Bevölkerung fast täglich ein, wie bedrohlich die Lage sei. Russland wolle nicht nur die Krim behalten und die Donbas-Republiken Donezk und Luhansk militärisch vollständig einnehmen. Vielmehr bedrohe ein imperialistischer Putin auch benachbarte Nato-Staaten. Deshalb müsse Europa massiv aufrüsten – auch die Schweiz. 

Infosperber hat eine ergänzende Einschätzung zur Diskussion gestellt und sie in einem Dossier zusammengefasst. 
Hier kostenlos herunterladen.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zum Infosperber-Dossier:

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26 Meinungen

  • am 15.12.2025 um 14:21 Uhr
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    Es ist schon fast unglaublich wie man sich im Westen, einschließlich der Schweiz, einen Krieg mit Russland herbeiredet, sind diese Leute von allen guten Geistern verlassen. Warum sollte Russland die EU angreifen? Es ist genau umgekehrt, der Westen will Russland zur Kapitulation zwingen. Vor dem Ukrainekrieg war der Westen nicht gewillt mit den Russen sich an einen Tisch zu setzen, im Gegenteil man hat die Aufnahme der Ukraine in die NATO weiter vorangetrieben, trotzdem man wusste, dass Russland aus Gründen der eigenen Sicherheit dem nie zustimmen würde. Russland will und kann die NATO nicht angreifen. Derartiges immer wieder zu behaupten, ist Hetze, um die eigenen militärischen Absichten gegen Russland zu verschleiern.

    • am 16.12.2025 um 06:49 Uhr
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      Genau.

    • am 16.12.2025 um 20:14 Uhr
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      Wieso hat Russland denn das ärmste Land Europas, die Ukraine überfallen, wenn es nicht mal im Westen was zu holen gibt? Zufällig ist Deutschland die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt und nicht Russland. Die Schweiz ist ein wichtigerer Handelspartner für Deutschland als Russland und Russland ist für die Schweiz komplett unwichtig. Russland interessiert nienand im Westen. Es ist eine Tankstelle mit Atomwaffen, es ist eine Bedrohung, weil es mit Gewalt und Zwang seine Nachbarn zu unterdrücken versucht und weil es ausser Rohstoffen keine wettbewerbsfähigen Artikel anbieten kann. Russland ist ein failed state, weil es ein Mafiastaat ist, eine Diktatur, die nur damit bestehen kann, indem sie Meinungen und Freiheiten kontrolliert und unterdrückt. Und nur deswegen wird Krieg geführt. Denn es braucht einen, Feind als Begründung dafür warum alle gehorchen müssen und warum sie sich opfern müssen. Ohne Feind kann eine Diktatur nicht existieren.

  • am 15.12.2025 um 16:45 Uhr
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    Als langjähriger Beobachter «von der anderen Seite der Front» sehe ich das grösste Problem in der Unfähigkeit im Westen, sich in die Lage der anderen Seite zu versetzen. Natürlich fängt das an mit dem Ukrainekrieg. Denn für Russland ist der Ukrainekonflikt ein existentieller Verteidigungskrieg gegen eine expansive Nato. Ja, Russland hat die Ukraine angegriffen, aber erst nachdem alle Versuche zur diplomatischen Beilegung des Konfliktes an der Unwilligkeit des Westens mit Russland zu reden gescheitert waren. Solange man dies nicht begreift, befindet man sich in einem Teufelskreis der Eskalation. Die Russen wollen eine neutrale Ukraine. Punkt.
    Deshalb ist auch für die Schweiz die Neutralität die beste Verteidigung. Und die billigste!
    Und wer glaubt, die Russen seien so dumm und wollten Westeuropa angreifen, der hat, Entschuldigung, nicht mehr ganz alle Tassen im Schrank. Dort gibt es ja nichts zu holen, nur Probleme. Die Russen wollen in Ruhe gelassen werden und sich mit BRICS entwickeln

    • am 16.12.2025 um 11:22 Uhr
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      Man kann immer verschiedene Ansichten haben. «Die Russen wollen eine neutrale Ukraine. Punkt.» Und weil Russland das will darf es natürlich die Infrastruktur der Ukraine zerstören, einen Krieg gegen die Zivilisten führen etc. Erstaunlich dass speziell «aufrechte» Schweizer, die gegen jede Einmischung «fremder Vögte» sind, es normal finden, dass Russland entscheidet, was für die Ukraine «gut» ist.

      • am 17.12.2025 um 08:06 Uhr
        Permalink

        Die Neutralität ist ein Erfolgsmodell, das leider heute in der aufgeheizten Stimmung untergeht. Der österreichische Staatsvertrag und die finnische Neutralität haben diesen beiden Ländern 80 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht. Dasselbe wäre in der Ukraine möglich gewesen. Aber die Ukraine wurde nach 2014 zum de facto Mitglied der Nato mit der grössten Armee aufgerüstet. Die Ukraine hat 2019 auch das Memorandum von Budapest als ungültig erklärt, wo die Ukraine zur Neutralität verpflichtet wurde im Tausch für territoriale Unversehrtheit. Warum wohl?
        Ich denke ja nicht, dass man sich als neutrales Land keine Armee leisten sollte. Aber man sollte dabei doch möglichst vermeiden, den unstillbaren Hunger der westlichen Rüstungsindustrie zu bedienen und sich in technologische und logistische Abhängigkeiten zu begeben.

    • am 16.12.2025 um 11:32 Uhr
      Permalink

      «Denn für Russland ist der Ukrainekonflikt ein existentieller Verteidigungskrieg gegen eine expansive Nato.»

      Das ist das russische narrativ und genau die Propaganda die Russland hören will. Im Gegenteil, es ist natürlich ein Angriffskrieg und kein existenzieller. Niemand will Russland erobern! Selbst als Putin vor 10 Jahren den Westen belogen hat und die Krim absolut Völkerrechtswidrig mit seinen «grünen Männchen» (Soldaten ohne Hochzeits Abzeichen) annektiert, hat der Westen mit halbherzigen Sanktionen reagiert und war immer noch auf Kuschelkurs. Es ist diese Schwäche die überhaupt erst zum jetzigen Konflikt geführt hat. Und «expansive NATO» ist spannend. Die zb baltischen Länder wollten unbedingt von sich aus in die NATO. Warum weil sie nicht angegriffen werden wollen von Russland. Denn ich kann mich gut erinnern ein paar Tage vor dem Angriff auf die Ukraine wir viele gesagt haben: «Die Russen werden die Ukraine nicht angreifen, wer das glaubt hat nicht alle Tassen im Schrank»…

      • am 16.12.2025 um 23:37 Uhr
        Permalink

        Bei ihren NATO-Beitritten wurden weder die baltischen Staaten noch Polen von Russland bedroht. Es gab keine Bedrohungslage, keine Forderungen, keine Provokationen. Das gleiche gilt für die einst neutralen Neuzugänge Schweden und Finnland. Die UdSSR, und später Russland, haben Schwedens Neutralität immer respektiert. Finnland hat durch seine Sonderstellung zur UdSSR im Kalten Krieg wirtschaftlich sehr profitiert. Es gibt keine Forderungen seitens Russlands. Die Krim kam durch eine Schenkung 1954 – ohne Volksabstimmung – zur Sowjetukraine und hat sich 1991 in einem eigenen kleinen Referendum für einen Beitritt zu Russland als Autonome Republik ausgesprochen, was die Ukraine bis heute ignoriert. Auf der Krim sind im Gegensatz zur Ukraine übrigens Russisch, Ukrainisch und Krimtatarisch gleichberechtigt verbrieft.

    • am 16.12.2025 um 13:59 Uhr
      Permalink

      Das ist eine katastrophale Fehleinschätzung der Gesamtsituation. Russland führt keinen Verteidigungs-, sondern einen brutalen Eroberungskrieg. Von einer existenziellen Bedrohung durch die NATO kann keine Rede sein, die Ukraine wollte schlicht unabhängigvon Putins Fuchtel sein, was Putins Regime als Gefahr für seine eigene Diktatur sah. Die Mär vom „verhandelnden Russland“ ist pure Propaganda: Moskau torpedierte Minsk II, log über seine Absichten und bereitete längst den Angriff vor. „Neutralität“ heißt im russischen Verständnis Unterwerfung, nicht Frieden. Und wer glaubt, Russland wolle einfach nur „in Ruhe gelassen werden“, ignoriert Cyberangriffe, Erpressung, Mordanschläge und die systematische Zerstörung der europäischen Sicherheitsordnung. Das ist kein Verteidigungsverhalten, sondern nackter Imperialismus. Wer das verkennt, redet einem Aggressor das Wort und nennt Selbsttäuschung „Verständnis“.

    • am 16.12.2025 um 20:02 Uhr
      Permalink

      Wenn Sie die Entwicklung von der «anderen Seite» beobachtet haben, sollte Ihnen auch die Rede von Putin 2014 in der Duma bekannt sein, wo er bereits beim Straucheln von Janukowitsch die Freigabe für einen Militäreinsatz in der Ukraine genehmigen ließ, mit der Begründung, dass die Ukraine auf keinen Fall dem Machtbereich Russlands entgleiten darf und dass Russland den Verlust von 42 Millionen Konsumenten nicht hinnehmen kann. Dir NATO hat niemand im Kreml gefürchtet und die Mitgliedschaft der Ukraine wurde bereits 2008 von der NATO abgelehnt. Wenn Sie hier den Schweizern Tipps zur Sicherheit geben wollen, fragen Sie doch mal warum die Schweizer keine Angst vor den NATO-Ländern haben, von denen die Schweiz umzingelt ist und fragen Sie sich doch mal warum man auch in der Schweiz Russland als den Aggressor betrachtet vor dem man sich schützen muss.

  • Heinrich Frei
    am 15.12.2025 um 18:00 Uhr
    Permalink

    Gegen Russland sind Kampfjets und Kampfpanzer wirklich nutzlos. Kampfpanzer konnten schon früher von Soldaten erledigt werden, mit Runkeln auf dem Karabiner. In einem Krieg würden wir uns zu Tode verteidigen.
    Die Schweiz ist zu klein für Kampflugzeuge: Von Genf bis nach Strada im Engadin sind es nur 286 Kilometer. Von Basel bis nach Chiasso im Tessin beträgt die Distanz nur 137 Km. Ein US-Jet F-35 der mit einer Geschwindigkeit von Mach 1,6, mit 1 975,68 Kilometern pro Stunde fliegt durchquert die Schweiz von West nach Ost in 8,7 Minuten, von Nord nach Süd in 4,2 Minuten.
    Bevor solche F-35 Düsenjäger in Kriegsfall starten, würden sie in auf den Flugplätzen in Meiringen im Berner Oberland oder in Payerne in der Nähe des Neuenburger Sees am Boden sowieso zerstört.
    Die Schweiz könnte auf eine Armee verzichten. 25 Länder auf dieser Erde haben auch keine Streitkräfte. Bisher stand die Schweizer Armee immer nur gegen innere Feinde im Einsatz, gegen streikende Arbeiten und im Jurakonflikt.

    • am 16.12.2025 um 19:53 Uhr
      Permalink

      Nach ihrem Konzept könnten 300 feindliche Fallschirmjäger die Schweiz erobern. Die Regierung in Bern könnte sich nicht gegen eine Besetzung verteidigen und sie müsste die Kapitulation unterzeichnen. Und das wars dann mit der Schweiz..

    • am 17.12.2025 um 15:45 Uhr
      Permalink

      „Dissuasion“ heisst das Schlagwort, Herr Frei. Dieses war schon zur Zeit des Eisernen Vorhangs omnipräsent. Damit will man einen möglichen Gegner dazu bewegen, eine Aufwand/Nutzen-Analyse durchzuführen, bevor er auf die Idee kommt einen Fuss in unser Land zu setzen. Diese Absicherung ist nicht kostenlos erhältlich, ist aber auch kein Garantieschein für Immunität.
      Betreffs F-35: Früher begann die Verteidigung ab Landesgrenze. Dem ist heute nicht mehr so. Wenn es die Lage erfordert, kann die Verteidigung bereits vor der Landesgrenze in Betracht gezogen werden (zB. Einsatz in gegnerischem Aufmarschgebiet). Man muss ja nicht warten, bis sich ein Gegner in Position gebracht hat.
      Jeder Schweizer ist x-fach versichert. Wieso also nicht auch die unschöne Prämie für die Police „Armee“ bezahlen?

  • am 15.12.2025 um 19:35 Uhr
    Permalink

    Ein Grundpfeiler der Schweiz ist, von den Wählenden so gewünscht «Mehr Geld für Wenige». So macht es Sinn, dass man Geld für einen hypothetischen Krieg investiert, bei dem wenige viel verdienen. Bei den todsicheren Folgen des Klimawandels werden fast alle verlieren. Darum, seid stolz auf dieses Land! Ich bin nur dankbar, dass ich hier geboren wurde.

  • am 16.12.2025 um 00:56 Uhr
    Permalink

    Zur Aussage im Artikel: «Ungarn und Slowakei könnten die Nato verlassen: «Wechseln Ungarn und die Slowakei das geopolitische Lager, öffnet sich östlich der Landesgrenze der praktisch ungeschützte Tirol-Korridor.»» Das könnte wohl heissen, die Schweiz ist das Objekt der Begierde des Kremls, wegen seinen vielen Banken mit prallgefüllten Tresoren. Mit der gewonnen Schweizer-Kohle könnte die russische Armee modernisiert werden und die russischen Drohnen könnten über Paris kreisen und auf dem Eiffel-Turm die russische Flagge projizieren, um das zu verhindern muss die Schweizer Armee vollgestopft werden mit den modernsten und teuersten Hightech-Waffen, um so den russischen Generalstab einschüchtern zu können, nicht auf die Idee zu kommt den «Tiroler-Korridor» zu wählen an Kohle zu kommen und so sind die Tresore des Paradeplatzes und der Bahnhofstrasse bestens geschützt. Für die Sicherheit der Kohle zu sorgen, hat eben seinen Preis.
    Gunther Kropp, Basel

  • am 16.12.2025 um 01:56 Uhr
    Permalink

    Europa weigert sich mit Russland zu sprechen und hört infolgedessen auch nicht, was Russland sagt: Putin hat mehrmals betont, dass er weder Europa noch die Natoländer angreifen werde, und D. Peskov bestätigt auch, dass Russland bereit sei, dies schriftlich zu bestätigen (RT). Niemand hört zu. Im französischen TV (LCI) stellt man fest, dass Russland enorm viel Kriegsmaterial produziert. Daraus wird gefolgert, dass Russland in einigen Jahren ganz Europa einnehmen wird. Nun, niemand kommt auf die Idee, dass Russland, durch das aggressive Kriegstreiben der EU, vielleicht Angst haben könnte, dass die Natoländer Russland angreifen wollen.
    Und jetzt will die EU-Kommission auch Jacques Baud für seine Auftritte in verschiedenen Alternativ-Medien und für seine Bücher sanktionieren und ihm den Zutritt auf EU-Boden verbieten (TF1; RT). Nur, J. Baud wohnt in Belgien… No comment!

    • am 16.12.2025 um 19:43 Uhr
      Permalink

      Mal davon abgesehen, dass Ihre Verteidigung Russlands überhaupt nichts mit dem Artikel hier zu tun hat. Wieso sollte sich denn jemand auf Aussagen von Putin verlassen? Jemand, der dazu ausgebildet wurde einen Lügendetektor zu überlisten und der Lügen und Täuschen als berufliche Notwendigkeit betrachtet. Jemand, der genau so Verträge bricht wie er auch gelogen hat, dass es keine Truppen auf der Krim gibt, dass niemand einen Krieg mit der Ukraine beginnen würde. Es kann überhaupt nicht sein, dass man diesem Verbrecher Glauben schenken müsste. Und wenn die grosse Angst gegenüber der NATO bestehen würde, sollte Russland seine Truppen nicht von der Grenze zur NATO abziehen um sie in die Ukraine zu schicken.

    • am 16.12.2025 um 20:29 Uhr
      Permalink

      In der Schweiz darf jeder seine Meinung vertreten, was in Russland anscheinend nicht möglich ist. Jeder darf Putin aus welchen Gründen auch immer als einen Ehrenmann betrachten, der zu seinem Wort steht. Man muss das aber nicht. Gab es nicht einen schriftlichen Vertrag, dass die Ukraine nie angegriffen wird, wenn sie die Atomwaffen Russland übergibt? Ich lebe lieber in der Schweiz unter unseren Regierung, die grosse Fragezeichen aufwirft, als unter Putin. Unsere «aufrechten» Schweizer haben eine riesige Angst vor fremden Richtern, aber Putin wäre für sie kein Problem.

  • am 16.12.2025 um 08:40 Uhr
    Permalink

    Alles viel blabla von den Schreibtischexperten, die sich regelmäßig irrten. Der Ukraine-Krieg und Israels Aktionen gegen die Hamas, Hisbollah und den Iran zeigen, wie schnell sich die Kriegsführung ändert. Jedes elektronische Gerät ist eine potentielle Waffe in den Händen des Gegners. Kritische Infrastruktur kann digital lahmgelegt werden. Unter Drohnengefahr sind nach oben ungedeckte Grabensysteme tabu – in Donezk musste die russische Armee ein riesiges unterirdisches verbunkertes Gangsystem anlegen. Schon Herdrauch bedeutet tödliche Gefahr. Sämtliche Bereitstellungsräume müssen ständig abgeschirmt werden; nichts darf im freien stehen. Wenn sich die Schweiz schützen will, dann durch Investition in digital abgesicherte redundante Infrastruktur, drohnensichere Verbunkerung kritischer Komponenten, von ausländischen Unternehmen unabhängige Luftabwehr und flexible, weitgefasste Ausbildung der Soldaten.

  • am 16.12.2025 um 10:07 Uhr
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    Ich stimme, wie viele andere auch, der Aussage im Titel zu. Ich bin der Meinung (mein Sohn würde sagen «träum weiter») dass sich der Westen, wie auch immer, zusammentun sollte, um Putin und seine Entourage auszuschalten. Ich sage ausdrücklich nicht töten! Festnehmen und nach Den Haag bringen. Wie das bei einigen schon gelungen ist. Der Mann ist krank. Was der als Einzelperson schon alles kaputt gemacht hat, wie viele Millionen Menschen er direkt auf dem Gewissen hat. Die Milliarden, die jetzt in Kriegsmaterial investiert werden, könnten wohl weit wirkungsvoller in andere Massnahmen investiert werden. Später, in den Geschichtsbüchern fragt man sich dann, warum man ihn so lang einfach machen liess…

    • am 16.12.2025 um 20:22 Uhr
      Permalink

      Volle Zustimmung. An den Handlungen von Putin gibt es einfach nichts schön zu reden und es ist lächerlich diese Aggression mit irgendwelchen Ängsten vor der NATO zu begründen. Die Schweiz ist von NATO Ländern umzingelt.

  • am 16.12.2025 um 19:31 Uhr
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    Ich müsste ein Buch schreiben um auf alle Unzulänglichkeiten in diesem Artikel einzugehen. Dafür ist mir jedoch meine Zeit zu schade. Auf den Schwerpunkt bezogen. Es ist völliger Unsinn den Krieg in der Ukraine mit einem Krieg der NATO gleichzusetzen. Völlig anderer Gegner, ein völlig anderes Konzept, völlig andere Bewaffnung. Und was sollen solche unsinnigen Vergleiche, dass man mit F-35 und Kampfpanzern keine ballistischen Raketen abwehren könnte? Dann kann man ja auch alle Handwaffen und die Schutzhelme abschaffen und braucht auch keine Munition mehr zu produzieren! Unglaublich unsachlich. Die Schweiz ist unterbewaffnet und merkt es nicht mal. Selbstverständlich würde von allem viel mehr benötigt. Ohne die befreundeten NATO Länder als Nachbarn, und stattdessen mit Russland an der Grenze, hätte die Schweiz ein gigantisches Problem. Denn tatsächlich ist die Schweizer Armee nicht in der Lage das Land verteidigen zu können. Alke Autobahnbrücken sprengen zu können reicht eben nicht.

  • am 16.12.2025 um 22:30 Uhr
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    Dass es kein realistisches Einsatzszenario gibt, für welches man unbedingt einen F-35 bräuchte, war ja schon vor der Abstimmung bekannt und thematisiert.
    Ich sehe eigentlich nur zwei, unausgesprochene, Gründe für diesen Kauf:
    – sich bei den USA in ein gutes Licht setzen, egal womit, aber je teurer je besser.
    – stille Einsatzreserve für die Nato?

  • am 17.12.2025 um 00:13 Uhr
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    Ein Land ist besetzt, wenn es effektiv unter die Kontrolle einer fremden Armee gestellt wird (militärisch und administrativ). So sieht es die Haager Landkriegsordnung. Putin annektierte gar die Krim.
    Wer kennt die Absichten und Ziele von Putin? Ausser ihm, wohl kaum jemand.
    Alles was von „Experten“ zu Papier gebracht wird, sind Hypothesen, die sich auf der Zeitachse regelmässig ändern und teils widersprüchlich sind.
    Was man kennt, sind die Mittel (und ihre Wirkung) über welche die Russen verfügen (können) und ihr gegenwärtig taktisches Vorgehen.
    Für den Fall der Fälle, muss sich Europa und somit auch die Schweiz präventiv auf eine Verteidigung einstellen und die nötigen Massnahmen treffen. In 2022 sagte Medwedew: Die Zerstörung der Ukraine diene der Wegbereitung für ein „freies“ Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok. Lässt aufhorchen.
    Lügen und Drohungen kennen wir von Trump, der im Vorfeld seiner Wahl von vielen falsch eingeschätzt wurde und unberechenbar ist. So auch Putin.

  • am 17.12.2025 um 00:53 Uhr
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    Zu L. Roth: können Sie Fakten nennen zu Ihren Anschuldigungen? Sind Sie sicher, dass Putin das Minskerabkommen 2015 torpediert hat? Die Fakten sprechen etwas anderes: Sowohl F. Hollande wie A. Merkel haben in einem Interview auf Arte klar zugestanden, dass sie dieses Abkommen wohl unterschrieben haben, aber im Wissen, dass es nie umgesetzt würde. Es ging den Europäern nur darum, Zeit zu gewinnen, um die Ukraine aufzurüsten. Es wäre an Poroschenkound Zelensky gewesen, das Abkommen umzusetzen, aber sie taten es nicht, sondern liessen ihre Armee regelmässig den Donbass beschiessen. Putin kam den Russophonen im Donbass zu Hilfe, von Imperialismus keine Rede! Hätte er die ganze Ukraine erobern wollen, wäre dies längstens geschehen! Arestovich, die damals rechte Hand von Zelensky sagte schon 2019 in einer Ansprache, dass die Ukraine den totalen Krieg gegen Russland führen müsse, um der Nato beizutreten. Das kann man nachlesen!

  • am 17.12.2025 um 23:07 Uhr
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    Es ist mir ein Rätsel, wie so viele Journalisten, Politiker und Bürger zur Ansicht gelangen konnten, dass Neutralität mittlerweile das Schlimmste ist, das einem Land widerfahren kann. Die historische Erfahrung lehrt gerade das Gegenteil. Neutralität schützt ein Land, jedenfalls so lange, als es nicht gerade in die Frontlinie der Mächte gerät, zwischen welchen es neutral bleiben wollte.
    Und zu dieser historischen Erfahrung kommt nun noch ex negativo die Ukraine dazu, die ihre Neutralität aufgeben wollte und gerade deshalb zerstört wurde.
    Man kann nur hoffen, dass trotz Häslers et al. die Schweiz nicht den Irrweg Schwedens und Finnlands geht.

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