Tamedia: Billigjournalismus nach der Formel 3 für 1
Die Tamedia-Zeitungen haben sich ja schon länger von ernstzunehmenden Sportjournalismus verabschiedet. Lieber füllen sie ihre Sportseiten mit Artikeln, die mit Sport nichts zu tun haben. Ganzseitig berichten sie etwa über die Sängerin und Moderatorin Sandra Studer, die «auf dem Velo einen Wutanfall» hatte. Oder über «Minispaziergänge im Büroalltag».
Ansonsten? Häufig Konserven. Und nun auch Wiederholungen.
Ein Beispiel:
- Am 10. Oktober schrieb der «Tages-Anzeiger» über den norwegischen Triathleten Kristian Blummenfelt: «Er trainiert jährlich rund 1400 Stunden.»
- Am 18. Oktober wiederholte die «Sonntags-Zeitung»: «Der Triathlet absolviert im Jahr rund 1400 Trainingsstunden.»
- Und für alle, die es noch immer nicht kapiert hatten, repetierte der «Tages-Anzeiger» am 20. Oktober: «Er trainiert pro Jahr rund 1400 Stunden.»
- Drei Mal das Gleiche in zehn Tagen.
Dass Blummenfelt Olympia- und Weltmeister-Titel geholt hat, erfuhren die Leser ebenfalls drei Mal innerhalb von zehn Tagen.
Dass er der fitteste Mensch der Welt beziehungsweise des Planeten sei, zwei Mal.
Dass seine maximale Sauerstoffaufnahme 101,1 Milliliter pro Minute und Kilogramm Körpergewicht betrage, ebenfalls.
Dass er 78 Kilo wiege: zwei Mal.
Dass er pro Stunde 180 Gramm Zucker zu sich nehme: ebenfalls zwei Mal.
Wir könnten noch lange so weiterfahren. Aber wir wollen Sie, liebe Leser, liebe Leserin, nicht weiter langweilen. Das tun ja schon die Tamedia-Zeitungen.
Und was hält der Tamedia-Verlag von seinen Druckerzeugnissen? In seinem Handbuch «Qualität in den Medien, Leitlinien für einen hochwertigen Journalismus» schreibt er: «Die gedruckte Zeitung oder Zeitschrift ist ein ‹Gesamtkunstwerk›.»
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.
Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.








Ihre Meinung
Lade Eingabefeld...