speech-bubbles-5312113_1920

Wer an Online-Diskussionen teilnimmt, weiss oft nicht, nach welchen Regeln er mitmachen darf. © 7089643/9693 Bilder

Selbstherrliche Schleusenwärter unter Rechtfertigungsdruck

Rainer Stadler /  Soziale Netzwerke und Medienhäuser behandeln Publikumsbeiträge oft willkürlich. Mehr Transparenz wäre nötig.

Facebook hat dieser Tage eine internationale Kampagne gegen Corona-Impfungen gestoppt. Eine von Russland aus gesteuerte Werbefirma – so steht es in einem Facebook-Rapport – hatte versucht, Impfstoffe zu diskreditieren. Im Visier war insbesondere das Vakzin von AstraZeneca. Zu diesem Zweck wurden Online-Meinungsmacher, sogenannte Influencer, instrumentalisiert. Das US-Netzwerk hat laut eigenen Angaben 65 Facebook- und 243 Instagram-Konten gelöscht, welche Teil der Kampagne waren. Wer deren Auftraggeber war, weiss Facebook nicht. In den sozialen Netzwerken fand die Verwirrungsaktion allerdings kaum Widerhall, zumal auch die abstruse Behauptung verbreitet wurde, Menschen würden durch die Impfung in Schimpansen verwandelt.

Kampf gegen Falschinformationen

Der Eingriff ist Teil der laufenden Anstrengungen von Facebook, die Verbreitung von Falschinformationen zu verhindern. Die US-Plattform steht seit langem unter dem Druck westlicher Regierungen, in dieser Sache mehr zu unternehmen – besonders mit Blick auf die Corona-Pandemie. Die Frage ist allerdings, was Falschinformationen sind. Kürzlich hat Facebook auch einen Artikel von «Infosperber» als unzulässig taxiert und darum gesperrt. Das meldete uns ein Leser. Er hatte einen kritischen Text über die Impfung von Jugendlichen im Netzwerk teilen wollen. Darauf bekam er die Meldung, dass der Artikel gegen «die Gemeinschaftsstandards zu Fehlinformationen verstosse».

FB
Auszug aus den Hausregeln von Faebook.

«Gemeinschaftsstandards» klingt gut – indessen geht es hier nicht um eine kollektive Normensetzung, sondern um Regeln, die nur einer festlegt: Facebook. Gemäss diesen Standards sind unter anderem Beiträge untersagt, welche «andere dazu aufrufen, sich nicht gegen Covid-19 impfen zu lassen, dies befürworten oder fördern». Diese Bestimmung aus den Facebook-Hausregeln scheint am ehesten auf den erwähnten «Infosperber»-Text zuzutreffen. Der Autor informierte über Aussagen zweier Professoren, dass die Impfung den Jugendlichen keinen individuellen Nutzen bringe und der gesellschaftliche Nutzen minim sei.

Schiedsrichter oder Zensor?

Solche Informationen stehen allenfalls im Widerspruch zum Ziel von behördlichen Stellen, möglichst viele Personen zu impfen. Doch ist es unzulässig oder gar verboten, hier Einspruch zu erheben? Gibt es in dieser Frage nur eine Wahrheit? Falls Facebook nur das für publikationswürdig hält, was staatliche Gesundheitsstellen oder die WHO deklarieren, gerät das Netzwerk in ein gefährliches Fahrwasser. Kritiker, die Facebook Zensur vorwerfen, müssen sich bestätigt fühlen. Wir baten die Medienstelle von Facebook um eine Stellungnahme, bekamen aber keine Antwort.

Jede Regel ist interpretationsbedürftig, und die Auslegung hängt teilweise auch von der persönlichen Disposition des gerade zuständigen Kontrolleurs ab. Bei heiklen Einzelfällen besteht ein gewisser Ermessensspielraum, innerhalb dessen Willkür nie ganz auszuschliessen ist. Völlige Folgerichtigkeit bei der Bewertung von Publikumsbeiträgen wird es nie geben. Doch das Ziel, möglichst plausibel und nachvollziehbar zu entscheiden, ist dennoch erforderlich.

Facebook setzt Software gegen unerwünschte Inhalte ein und beschäftigt inzwischen Tausende Mitarbeiter, welche illegale, manipulative oder menschenunwürdige Beiträge löschen. Die Kritik, das Netzwerk handle willkürlich und fälle nicht nachvollziehbare Entscheidungen, verstummt dennoch nicht. Entsprechende Beschwerden gibt es zuhauf. Die Mängel bei der Steuerung des Netzwerks sind offensichtlich. Hinzu kommt, dass Facebook schwer erreichbar ist, wenn Mitglieder Beschwerden einreichen wollen. Die Staaten fordern denn auch mit gutem Grund, dass die US-Plattform nationale Anlaufstellen einrichtet.

Das könnte teuer werden

Das kostet allerdings Geld. Eine halbwegs kohärente, regelkonforme Filterung der gigantischen Menge an täglichen Interaktionen vermag Facebook nur zu gewährleisten, wenn die Plattform ihre Belegschaft deutlich ausbaut. Auch die speditive Behandlung von Beschwerden würde erhebliche personelle Ressourcen erfordern. Solche Investitionen sind schlecht fürs Geschäft, mindern die Rendite und wirken sich auf den Börsenkurs negativ aus. Der jahrelange Überflieger muss befürchten, in die Niederungen des harten, personalintensiven Mediengeschäfts abzustürzen. Der grenzüberschreitende digitale Kapitalismus würde künftig nicht mehr so reibungslos laufen wie bisher.

Was Facebook im Grossen lösen muss, betrifft aber auch die Medienbetriebe in kleinerem Rahmen. Zahlreiche Medienhäuser haben die Interaktion mit ihren Kunden zu einem Teil des publizistischen Geschäfts gemacht. Je stärker die Rolle eines Medienunternehmens in einem Marktsegment ist, desto mehr gerät es unter Rechtfertigungsdruck, wenn es sein Publikum ungleich behandelt. Das gilt insbesondere für die öffentlich finanzierten Betriebe, die aus ihren herkömmlichen Radio- und Fernsehzonen ausgebrochen sind und sich zunehmend als digitalen Service public positionieren.

Beschwerden gegen SRF

Die Art und Weise, wie SRF die Beiträge des Publikums behandelt, erregte jüngst den Unmut einer Gruppe von Online-Nutzern. Sie störten sich daran, dass SRF Kommentare willkürlich zulasse oder lösche und dabei auch gegen die eigenen Hausregeln verstosse. Das dokumentierte die Gruppe anhand zahlreicher Fälle, die sie der SRF-Ombudsstelle vorlegte. Letztere erklärte sich jedoch als nicht zuständig. Die Gruppe wandte sich darauf an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI), die Mitte Juli dazu Stellung nahm. Die UBI hielt ebenfalls fest, dass sie für die Behandlung von Publikumskommentaren durch SRF nicht zuständig sei. Sie reichte das Thema an das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) weiter.

Die SRG ist durch die Konzession verpflichtet, die Programmvorschriftlichen «im nutzergenerierten Bereich» durch hausinterne Regeln einzuhalten. Die Beiträge aus dem Publikum unterstehen aber nicht der Kontrolle durch die Ombudsstelle und die UBI, weil sie «kaum eine stärkere Wirkung als Publikationen in Printmedien» hätten, die ebenfalls nur die allgemeinen Grenzen des Straf- und Zivilrechts zu beachten hätten. So steht es in der bundesrätlichen Botschaft zu den seit 2013 gültigen Gesetzesbestimmungen.

Bundesamt prüft erneut

Das Bakom kann aber die Zweckmässigkeit und die Effizienz der Hausregeln begutachten, wenn es zu wiederholten Beanstandungen kommt. In diesem Sinn überprüfte das Amt im Jahr 2018 die SRF-interne Anwendung der Hausregeln, nachdem es mehrere Reklamationen gegen deren Handhabung durch die Redaktion gegeben hatte. Die Aufseher erkannten jedoch keine Defizite. Inzwischen sind, wie erwähnt, weitere Beschwerden eingetroffen. Deswegen will nun das Bakom mit der SRG «gewisse Fragen im Rahmen einer erneuten Systemprüfung» klären, wie es auf Anfrage erklärte.  Beschwerdeführer hätten geltend gemacht, sie würden sich an die SRF-Netiquette halten und seien dennoch von der Reaktion gesperrt worden. Im Weiteren gehe es auch um die Dauer einer Sperrung bei Verstössen gegen die Hausregeln. Das sind Fragen, mit denen sich früher oder später jedes Medienhaus beschäftigen muss.

Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Bildschirmfoto20120928um11_07_44

Meinungsfreiheit

Wo hört sie auf? Wie weit soll sie gehen? Privatsphäre? Religiöse Gefühle? Markenschutz? Geheimhaltung?

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

Direkt mit Twint oder Bank-App



Spenden


Die Redaktion schliesst den Meinungsaustausch automatisch nach drei Tagen oder hat ihn für diesen Artikel gar nicht ermöglicht.

17 Meinungen

  • am 18.08.2021 um 11:11 Uhr
    Permalink

    Facebook, Instagram, Google, Youtube usw. sind Firmen, die mit Informationen handeln. Dazu gehören das Ausforschen der Teilnehmer, die Kanalisierung von Informationen, und letztlich die Manipulation der Mitglieder der «community» – sei es durch passende Werbeangebote oder selektive Information (was am Ende aufs Gleiche herausläuft).

    Binsenweisheit: Neutrale Informationen gibt es nicht. Ausgewogene Informationen sind umso wichtiger. Auch die gibt es nicht aus einer Hand. Es bleibt nur der Weg, möglichst viele Quellen zu berücksichtigen und im Rahmen der eigenen intellektuellen Fähigkeiten seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen.

    Das gelegentliche Auf-Die-Finger-Klopfen bei fb verhindert in gewissem Sinne auch die Blasenbildung bzw., dass man sich darin allzu wohl fühlt. Auch diese Erkenntnis gehört zu einer ausgewogenen Information: Die grossen social media player sind unfair, manipulativ, unzuverlässig, parteiisch, verlogen.

    Nichts also, was man je nach Standpunkt auch von jedem Medienhaus, jeder Partei oder jeder NGO behaupten könnte.

  • am 18.08.2021 um 12:35 Uhr
    Permalink

    Beim Tagi werden missliebige Kommentatoren gerne auch dauerhaft gesperrt. Interaktion mit dem Zensurbüro: sinnlos.

    • am 19.08.2021 um 20:26 Uhr
      Permalink

      Die Interaktion mit dem Ombudsmann ist dort oft auch sinnlos, denn er scheint die Kritik nicht weiterzuleiten oder antwortet gar nicht darauf – ausser man hat seine eigene Kolumne auseinandergenommen.

  • am 18.08.2021 um 12:39 Uhr
    Permalink

    Der Infosperber schreibt bei seinem eigenen Kommentarfeld: «Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen.» Schade, auch hier kann man sich offenbar nicht gegen potentielle Willkür wehren. Lässt irgendwie den ganzen Artikel in einem anderen Licht erscheinen…

    • am 19.08.2021 um 15:13 Uhr
      Permalink

      Habe ich oft erlebt, dass der Infosperber Kommentare auf die Goldwaage legt, während Journalisten wie Tscherrig kein Blatt vor den Mund nehmen und Andersdenkenden sogar das Denken absprechen dürfen. Hier kann Infosperber schalten und walten wie es ihm beliebt. Soweit wie beim Tagi ist es zum Glück (noch) nicht…

  • am 18.08.2021 um 12:39 Uhr
    Permalink

    Nur, wer selbst o h n e Schuld ist,
    sollte den ersten Stein werfen !

    Auch «infosperber» wurde und wird öfters angegriffen –
    wegen «gefühlt un-akzeptabler» Unterdrückung von Leser-Beiträgen.

    ??? I m m e r g r u n d – l o s ???

    wolfge, scheinbar.org

  • am 18.08.2021 um 13:19 Uhr
    Permalink

    Deshalb bin ich bei Telegram

  • am 18.08.2021 um 20:24 Uhr
    Permalink

    Mir fällt schon lange auf, dass der Tages-Anzeiger willkürlich Beiträge von mir nicht publiziert, obwohl sie meiner Meinung nach angemessen und sachbezogen sind. Auch bei Watson gibt es diese Tendenz. So halte ich es nicht für sinnvoll nur die öffentlich-rechtlichen Medien an den Pranger zu stellen. Die private Presse fällt diesbezüglich auch auf.
    Generell erhalte ich den Eindruck, dass es nur noch eine richtige Meinung gibt und aus Furcht vor Autoritätsverlust und/oder Verlust der absoluten Wahrheit wird alles andere ausgefiltert. Das halte ich für sehr bedenklich, scheint aber dem Zeitgeist zu entsprechen. Kontrolle hat Priorität.

  • am 18.08.2021 um 22:50 Uhr
    Permalink

    Es gibt leider Leute auf dieser Welt die haben sich irgendwas hässliches vorgenommen, zum Beispiel rücksichtslos – und ich meine wirklich über Leichen hinweg und reichlich verbrannte Erde hinterlassend – Geld zu scheffeln oder die Macht zu ergreifen. Wie wollen Sie mit denen einen Diskurs führen?
    Es gibt leider Leute auf dieser Welt, die haben ob der Komplexität moderner Zeiten den Rückzug in frühere Jahrhunderte angetreten – die geben sich Sekten hin, oder die haben sich ihre eigene kleine heile Welt im Geiste erschaffen, von Wissenschaft und Solidarität nichts mehr wissen wollend. Wie wollen Sie mit denen einen Diskurs führen?
    Wie wollen Sie mit all den labilen Charakteren diskutieren, die photogeshoppten Influencern nachrennen? Wenn Sie wirklich mit letzteren diskutieren wollen, dann müssen Sie eine 20x geilere Webseite anbieten, möglichst primitiv aufgemacht – und voller Lügengeschichten. Weil, in modernen Zeiten bringt man es mit Lügengeschichten bis ins US-Präsidentenamt. Und anderswo auf der Welt genauso, es funktioniert überall gleich auf der Welt, auch bei uns. Wieso regen Sie sich über die Lügenpresse und der Zensur überhaupt auf?

    • am 19.08.2021 um 09:42 Uhr
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Wieland,
      was Sie neu überdenken ist -eigentlich- eine ur-ur-alte Tatsache:

      Wer fachlich sehr gut ist und dies «undiplomatisch offen» zeigt, wenn über-geordnete Persönlichkeiten Quatsch erzählten, schafft es normalerweise höchstens bis in die mittlere Führungs-Ebene – oder wird «ermuntert, freiwillig zu gehen»..

      Wer es fachlich «gerade noch so bringt», sich aber «sehr diplomatisch» verhält, kann es sehr, sehr weit bringen. Auf fast allen «Tanzböden» dieser Welt.

      Ausnahmen DA-von bestätigen nur die Regel. –
      Denn zu oft gibt es für besonders fähige Menschen nur die Alternativen, sich erstmal leise ein-zu-fügen und die Zeit für sich mit-arbeiten zu lassen oder sich selbst-ständig zu machen.

      «Besondere Ausnahmen» sind die Nach-Kömmlinge einfluss-reicher Familien, welche direkt in Führungs-Positionen hineingeschossen werden – und dann öfter mal ein gutgehendes Unternehmen innerhalb einiger Jahre an den Rand des Abgrunds bringen

      So ists nun mal.

      wolfge, scheinbar.org.

  • am 19.08.2021 um 10:50 Uhr
    Permalink

    Es wäre kein Verlust wenn Infosperber einige überfleissige Kommentatoren sperren würde.

  • am 19.08.2021 um 13:50 Uhr
    Permalink

    Dass SRF Kommentatoren/innen ohne Vorwarnung deaktiviert hat (d.h. für 6 Monate gesperrt hat), die Argumente (vorsichtig formuliert) gegen das Impfen für Kinder oder für die Möglichkeit einer Ansteckung trotz Impfung vorgebracht haben, kann ich bestätigen.

  • am 19.08.2021 um 15:15 Uhr
    Permalink

    Wenn ich mir die aktuellen Corona-Schlagzeilen, Kommentare (Medien-Hauptkanäle) anschaue und die, zum Teil recht radikalen, User-Beiträge dazu lese .. tja, ich neige mit bald 60 Jahren dazu einen gewissen Pessimismus für die Zukunft zu entwickeln. Ich hätte nicht gedacht, dass es soweit kommt.

    These. Als Übungsanordnung dient mal die Corona-Pandemie. Mit all den Übertreibungen, meist bezugslosen Informationen, der Angstmacherei und unbedartem, repetitiven Wiedergeben von Halb-Informationen – sind viele Menschen nach 18 Monaten derart verunsichert, dass sie sich im Gespräch nur noch radikal vereinfachte Standpunkte zutrauen. Inlusive pauschale Schuldzuweisungen, im Moment grad an Ungeimpfte gerichtet.

    Das wäre ja irgendwie noch halbwegs zu verkraften. Nur, versucht man Ansichten einzubringen, die auch «eine andere Seite erzählen», stellt man fest, bald mal in die Spinner-Ecke gestellt zu werden. Zitate: Halt Infosperber-Blase, Youtube-Wissenschaft usw. D.h. Gespräche werden, meist aus einem Argumentationsnotstand, einseitig beendet.

    Themen wie Verluste beim Einkommen und Erspartem, schlechte Auftragslage, Existenzangst bleiben meist aussen vor. Dies betrifft in CH ja nur 100tausende, also eine Minderheit, zumindest im Moment noch (Ironie off).

    Wie auch immer. Gesundheits-Zertifikate, 2-4 jährliche Impfungen sind in der «Pipeline». Ist das durchgesetzt, kommen wahrscheinlich die Übergewichtigen, Raucher usw. an die Reihe.

    Hoffentlich kommt es nicht soweit.

  • am 19.08.2021 um 19:06 Uhr
    Permalink

    Ich frequentiere weder Facebook noch ähnliche Plattformen. Was ich aber feststellen muss, ist Folgendes: Werfe ich mich ins Meinungsgetümmel über die von den verschiedenen Online-Redaktionen der Schweiz vor die Leser geworfenen «Leckerbissen», werden meine Kommentare veröffentlicht. Gehe ich jedoch auf eine Metaebene und reflektiere das Verhalten der Redaktion, sei es, dass ich gesetzte Frames beleuchte oder Bild-Text-Scheren anspreche etc., wird das kaum je veröffentlicht.

    Redaktionen können vielleicht schwer damit umgehen, dass auch «da draussen» Menschen mit journalistischem Verstand mitlesen.

  • am 20.08.2021 um 17:29 Uhr
    Permalink

    Ich warte zum einen heute noch ,nach ca. zwei Jahren auf eine Antwort von Frau Lühti vom Club, sie hat es anscheinend nicht nötig rechtsorientierten Menschen zu antworten. Dies scheint auch der Grund zu sein, dass ich beim SRF gesperrt wurde, nicht einmal mehr mich einloggen konnte.
    Dieser linke Sender oder besser deren Kommentarplattform ist für mich jetzt nicht mehr zumutbar, heute versuche ich nicht mal mehr die Seite zu besuchen.

  • am 21.08.2021 um 14:47 Uhr
    Permalink

    Besten Dank an Rainer Stadler, dass er den teils unzimperlichen bis willkürlichen Umgang mit Lesermeinungen von Medienhäusern thematisiert hat. Natürlich betrifft es facebook, mindestens so wichtig ist aber diese Diskussion, wenn es um in der Schweiz produzierte Medien geht, denn hier hätten wir auch entsprechend mehr Einflussmöglichkeiten. Wenn die Medien – um an staatliche Fördergelder heranzukommen – nicht müde werden zu betonen, wie wichtig ihre Funktion für den Meinungspluralismus in einer Demokratie sei, sollten sie nicht gleichzeitig Leserzuschriften unnötigerweise abändern oder ganz auf die Publikation «verzichten», also zensurieren. Dass solches leider bei Schweizer Printmedien sehr oft geschieht, zeigen die vielen Beschwerden zu diesem Thema beim Schweizer Presserat. Letzterer schlägt sich – seiner Zusammensetzung entsprechend wenig überraschend – fast ausnahmslos auf die Seite der Redaktionen. Als Leser und gelegentlicher Leserbriefschreiber bei den Zeitungen «Freiburger Nachrichten» und «La Liberté» erlebe ich diese Einflussversuche insbesondere bei behördenkritischen Beiträgen regelmässig selber und frage mich stets, weshalb die Chefredaktoren sich dermassen bemüssigt fühlen sich für von mir allein signierte Texte verantwortlich zu fühlen.

  • am 23.08.2021 um 15:23 Uhr
    Permalink

    Es gibt ja den Artikel 17 der Bundesverfassung – Medienfreiheit: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1999/404/de

    Es gäbe auch Art. 17, Abs. 2: Zensur ist verboten.

    Weder Facebook & Co, noch die Mainstream-Medien, aber auch nicht Infosperber, halten sich in irgendeiner Form an Art. 17, Abs. 2.

    Es sieht derzeit so aus, viele Gesetze gelten nur für das Volk, aber nicht für Eliten und Medien.

Comments are closed.

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...