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Titelseite der neusten Focus-Ausgabe vom 16. Oktober 2021 © Burda Verlag

Erdgaspreise: Einige Medien beschuldigen Putin gerne vorschnell

Urs P. Gasche /  Staaten Westeuropas haben sich bei den Erdgas-Einkäufen verspekuliert. Jetzt soll Russland ihnen aus der Patsche helfen.

Autoritären Regierungen, die im Innern des Landes Oppositionelle und Minderheiten unterdrücken und keine unabhängige Justiz kennen, wird vieles angehängt, ohne auf Fakten Rücksicht zu nehmen. Dies trifft insbesondere für Russland und China zu, denn die USA und die Nato nehmen diese als ihre geopolitischen Rivalen wahr und behandeln sie als Feinde. Verbünden sich autoritäre Regierungen jedoch wie etwa Saudi-Arabien und Ägypten mit dem Westen, werden sie trotz Knebelung der Opposition und gravierender Menschenrechtsverletzungen im Innern mit Samthandschuhen angefasst und sogar noch aufgerüstet.

Russland hält sämtliche Verträge ein

Das jüngste Beispiel ist Putin, der schuld sein soll an den rasant gestiegenen Erdgaspreisen in Westeuropa. Tönt plausibel. Also eine Supergelegenheit, Russland wieder eines auszuwischen und an den Pranger zu stellen. «Focus» titelte auf der Frontseite mit dem Konterfei von Putin: «Der Kälte-Krieg – Wie Putin Deutschland den Hahn abdreht und den Preis in die Höhe treibt». Die Focus-Lesenden werden es an ihren Stammtischen weiter erzählen. Der Bösewicht nicht nur für die gestiegenen Gaspreise, sondern auch die gestiegenen Benzinpreise ist identifiziert.

Für «Die Welt», einer Gegnerin von Nordstream 2, «offenbart sich jetzt der Einfluss von Gazprom». Der «Spiegel» wirft Putin vor, «sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen zu wollen, die Versorgungsnöte der Europäer auszunutzen». 

Nun ist das Gas- und Ölgeschäft ein kompliziertes. Es gibt lange Transportwege und die Lagerung erfordert grosse Speicher. Die Nachfrage ist schwankend, je nach wirtschaftlicher Konjunktur.

Die britische BBC hat am 18. Oktober einen «Reality Check» veröffentlicht. Russland liefere etwa die Hälfte der Erdgasimporte nach Europa. Der Rest komme aus Norwegen und Algerien. Alle Lieferungen erfolgen auf vertraglicher Basis. Das Energieunternehmen Gazprom, das mehrheitlich in staatlichem Besitz ist, hat mit westlichen Energieunternehmen und Staaten zwei verschiedene Arten von Lieferverträgen abgeschlossen:

  1. Langfristige Verträge mit einer Laufzeit von 10 bis 25 Jahren und festgelegten Mengen und Preisen;
  2. Kurzfristige «Spot»-Verträge oder einmalige Käufe für eine bestimmte Gasmenge. Der Preis wird vom täglichen «Spot»-Markt bestimmt und kann sich ständig ändern.

Gazprom bezeichne langfristige Verträge als «grundlegend für eine stabile und nachhaltige Gasversorgung». Es wird laut BBC davon ausgegangen, dass Gazprom in diesem Jahr seine Verpflichtungen gegenüber den europäischen Abnehmern im Rahmen dieser Verträge alle erfüllt und bisher erfüllt hat.

Russland wünschte von westeuropäischen Abnehmern stets langfristige Verträge, welche eine Liefer- und Planungssicherheit gewährleisten. Doch viele Abnehmer in Westeuropa bevorzugten kurzfristige Lieferungen. Sie spekulierten, dass sie u.a. mit den täglichen «Spot»-Preisen, die wie an einer Börse festgelegt werden, finanziell besser fahren. Der russische Botschafter bei der EU, Wladimir Tschischow, meinte in einem Interview mit der Financial Times, die langfristigen Verträge hätten Liefersicherheit und stabile Mengen und Preise gewährleistet, aber «dann kam Brüssel mit der Idee, das System zu ändern».

Im Klartext: Die westlichen Abnehmer haben sich verspekuliert. Jetzt erwarten sie von Russland, die Gaslieferungen freiwillig zu erhöhen. Wenn Russland nicht einwilligt, werden Putin böse Absichten unterschoben. Zweifellos handeln Gazprom und Russland jetzt nach ihren eigenen Interessen. Aber welcher westliche Konzern oder Staat würde das nicht ebenso tun?

Vertraglich sind Gazprom und Russland nicht verpflichtet, kurzfristig mehr Erdgas zu liefern. Kürzlich meinte Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur, Russland wäre seiner Ansicht nach in der Lage, 15 Prozent mehr Gas nach Europa zu liefern, wenn es denn nur wolle. «Aufgrund dieser Aussage hat ein grosser Teil der europäischen Mainstream-Medien verbreitet, dass Gazprom absichtlich Lieferungen zurückhält, um die deutsche Regulierungsbehörde und die EU-Kommission zu zwingen, Nord Stream 2 zu genehmigen», erklärte Jack Sharples vom «Oxford Institute for Energy Studies» der BBC. Doch diese Analyse sei «in Frage zu stellen».

Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Alle vertraglichen Verpflichtungen eingehalten»

Auf ihrer kürzlichen Reise in Slowenien sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Russland kann ja nur Gas liefern auf der Grundlage von vertraglichen Bindungen und nicht einfach so.» Es stelle sich die Frage, «ob genug Gas bestellt oder ob wegen des hohen Preises derzeit nicht so viel Gas geordert werde.»

Jack Sharples kam zum Schluss, «dass Gazprom die Mengen … im Rahmen seiner langfristigen Verträge liefert – aber keine zusätzlichen Mengen über diese Verträge hinaus». EU-Kommissar Kadri Simson bestätigte dies am 6. Oktober im EU Parlament: «Unsere erste Einschätzung deutet darauf hin, dass Russland seine langfristigen Verträge erfüllt, aber keine zusätzlichen Lieferungen vornimmt.»

Der Moskauer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb: «Der staatlich kontrollierte Gazprom-Konzern erfüllt seine langfristigen Gaslieferverträge, nimmt aber nicht die Chance wahr, viel Geld zu verdienen, indem er seine bisher spärlichen Geschäfte auf dem Spotmarkt ausweitet.»

Laut Nachrichtenagentur dpa sagte der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak, der für Energiefragen zuständig ist, Russland habe die Lieferungen an die Weltmärkte im Jahr 2020 sogar um 15 Prozent erhöht, obwohl Russland selbst im letzten Jahr so viel Gas verbrauchte wie lange nicht mehr. Nowak führte das auf den kalten Winter und die Erholung der Wirtschaft zurück.

Das Politmagazin «Fokus» wirft Putin einen «Kälte-Krieg» und ein «Abdrehen des Gashahns» vor. Tatsächlich stellt sich das deutsche Magazin eher als Handlanger in den Dienst des neuen Kalten Krieges.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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18 Meinungen

  • am 19.10.2021 um 11:22 Uhr
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    Genau so ist es. Anstatt möglichst schnell voll auf Nordstream zu setzen, spielt die EU ein billiges Spiel gegen die «bösen Russen» und macht sich weiter von den USA abhängig, derweil die Russen ihre Pipelines nach China ausbauen, bis sie vom europäischen Markt unabhängig sind.
    P.S.: die Verträge mit der Ukraine enden 2024, danach wird es sehr kalt für den gescheiterten NATO-Vasallen. Mal schauen wie die USA dort zu ihren «Verbündeten» stehen, und ob es ihnen besser ergehen wird als den syrischen Kurden oder der Afghanischen Marionettenregierung.

    2
  • am 19.10.2021 um 11:40 Uhr
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    Kaum läuft welt-wirtschaftlich etwas schief, schieben unsere Po-litiker dies -wenn irgend begründbar- Putin in die Schuhe.
    Medien, wie Focus, Welt und Spiegel jaulen so weh-klagend wie schein-heilig das selbe «haltet-den-Dieb-Geschrei».

    Im Lauf meines mittlerweile langen Er-Lebens lernte ich auch ein wenig, in Gesichtern zu lesen.
    Putins Gesicht sagt mir, dass ER ein intelligenter, zuverlässiger bis vertrauens-würdiger, sorgfältig planender, des-illusionisierter, relativ un-erschrockener und relativ menschlicher Politiker ist, der die «Kunst des Machbaren» versteht – und manchmal auch darunter leidet, dass er tun muss, was sein muss.

    Ich wäre über-glücklich, mich an deutlich mehr ähnlich positiven Gesichtern bei uns, im Westen, bei unseren Politiker und sonstigen Machern erfreuen zu können !

    Wolf Gerlach
    scheinbar.org

    2
  • am 19.10.2021 um 12:27 Uhr
    Permalink

    Russland könnte kurzfristig beim derzeitigen Gaspreis enorme Gewinne machen, es denkt aber auf lange Sicht. Ungarn bezieht inzwischen russisches Gas über Balkan Stream, ein Ableger der Pipeline Turkish Stream, die über Bulgarien und Serbien nach Ungarn führt. Schon hier hatten die USA / EU dafür gesorgt, dass das Hauptgeschäft statt an Bulgarien und Griechenland an die Türkei kommt. Die Ukraine kauft offiziell kein russisches Gas, sondern bezieht „europäisches“ als Reversegas. Es ist russisches Gas, der Transit wird bezahlt, aber aus der Pipeline bereits in der Ukraine entnommen. Es wird als „europäisch“ umdeklariert, war aber nur virtuell bei einer „europäischen Firma“. Ungarn fällt dafür jetzt aus. An dem Geschäft war Biden beteiligt, Selensky hat aber den von Biden installierten Chef von Naftogas, Kobolev, gefeuert, um selbst an dieses Geld zu kommen. Von sich aus hat Russland hat kein Interesse, mehr Gas als vertraglich geregelt zu liefern. Es wird immer so getan, als sei Nordstream 2 eine Gefälligkeit gegenüber Russland. Russland kann seine Energie überall auf der Welt zu weit höheren Preisen verkaufen, es ist vor allem für Europa ein Vorteil, günstig an Energie zu kommen. Wirtschaftliche Verflechtungen sind für den Erhalt des Friedens entscheidend. Frieden interessiert Russland mehr als Geld. Das passt USA/ NATO nicht. Im Konfliktfall könnte der Gashahn zugedreht, ein Krieg somit ohne menschliche Verluste gestoppt, bzw. Eskalation zum Atomkrieg verhindert werden.

    1
  • am 19.10.2021 um 14:10 Uhr
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    Das Besipiel Gas zeigt eindrücklich was passiert, wenn sich Staaten von der Energieversorgung im Ausland abhängig machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Gashändler verzockt haben oder Putin sich das Recht nimmt soviel Gas zu verkaufen wie er will.
    Die Schweiz hat sich gerade verzockt im Strombereich. Seit etwa 1997 verbraucht die Schweiz mehr Strom in den Wintermonaten als sie produziert. Den fehlenden Strom importiert sie. Die Problematik ist längst bekannt. Mit dem Abschalten der Kernkraftwerke wird diese Problematik weiter verschärft. Das Problem wurde von der der staatlichen Strombranche, den Umweltorgansiationen, den Gewerkschaften, ja selbst von der Industie verdrängt. Nun bittet der Bundesrat und die Strombranche die Industie doch Strom zu sparen, ansonsten werde man wohl den Strom abstellen müssen.
    Sinnvoller wäre wohl eine Ressourcenlenkungsabgabe auf Strom einzuführen und anstatt 1 GW Stromrserven 5 GW Stromreserven auszuschreiben. Warum die Industie nun alleine für die Fehlleistungen auf allen Ebenen aufkommen muss entzieht sich meiner Logik.

    1
    • am 20.10.2021 um 20:51 Uhr
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      Die Elektrizitätswirtschaft hatte in der Vergangenheit nichts besseres zu tun, als verlustreiche Luft-Wärmepumpen in alte, zugige Häuser hinein zu verkaufen. Ich hatte Anfang dieses Jahres die Gelegenheit, eine Energiebilanzrechnung für eine Doppelhaushälfte im Tösstal zu erstellen. Mit sehr überschaubaren Dämm-Maßnahmen (Dach von innen, Kellerdecke von unten und Fenster Verglasung) sowie einer Erdsonden-Wärmepumpe ergibt die Rechnung eine Reduktion des Heiz-Strombedarfs von sage und schreibe 90%!!!
      Von 30.000kWh jetzt auf ca 3.000kWh.
      Mit einer PV-Anlage auf dem Dach könnte das Haus sogar mehr erzeugen als es verbraucht.
      Statt lauthals über andere zu zetern sollten gewisse Kreise vor ihrer eigenen Tür kehren.

      1
  • am 19.10.2021 um 14:34 Uhr
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    Danke für die Richtigstellung, Herr Gasche. Dass die USA, das grösste Raubtier unter den westlichen Ländern so handelt, ist ihre Sache. Sie hat aus ihrer Geschichte nichts gelernt, und wohin das führt sehen wir täglich im Zerfall der amerikanischen Gesellschaft. Dass aber wir Europäer mitmachen, ist nicht mehr akzeptabel. Russland ist Teil des europäischen Kontinents, und es wird Zeit, mit diesem Land Frieden zu schliessen, besonders nachdem wir es zweimal massiv und grundlos angegriffen haben. Wer den Begriff ‹Demokratie› wirklich versteht und vertritt weiss, dass sie sich nur durch Frieden, nicht durch Krieg erhalten und stärken lässt. Auch nicht durch «kalte» Kriege.

    2
  • am 19.10.2021 um 14:54 Uhr
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    Erstaunlich, was alles so an Propaganda reingeht.
    Die nüchternen Fakten: Großbritannien hatte die stärksten Preissteigerungen zu verkraften. Etliche Energieversorger wurden insolvent. Das Land erzeugt etwa die Hälfte des verbrauchten Erdgases selbst und kauft 10% aus Russland zu.
    Dagegen hat Österreich bis jetzt (einigermaßen) stabile Endkundenpreise, importiert aber mehr als 50% des Erdgases aus Russland. Und Putin soll schuld sein an den britischen Problemen?
    (Datenquelle: BP Statistical Review of World Energy 2020)
    Wenn man unbedingt eine Verschwörungstheorie braucht, dann würde ich folgende für plausibler halten: Europa hat sich im Gegenzug für unterbliebene US-Sanktionen gegen NordStream verpflichtet, vermehrt teures LNG aus den USA abzunehmen. Dafür gibt es zwar auch keinen Beweis, aber der deutliche Anstieg der LNG Importe aus den USA ist immerhin ein Faktum.

    2
  • am 19.10.2021 um 15:39 Uhr
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    Nun wir haben ja hierzulande eine heilige Kuh, die heisst Marktwirtschaft. Ist die Nachfrage klein und das Angebot gross, sinkt der Preis, ist erstere gross und das andere klein, steigt er. Weshalb um Himmels Willen soll sich Russland nicht nach diesen Regeln verhalten?

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  • am 19.10.2021 um 17:10 Uhr
    Permalink

    Sie sind sich nicht zu schade, auf den Zug an Verleumdungen, dessen Lokomotive die Lüge ist, aufzuspringen, die großen Medien Focus, Spiegel, Welt, FAZ, Süddeutsche, die sich Nachrichtenmagazine nennen, aber dann doch nur Haltungsmedien sind, indem sie Russland die Verantwortung für die Gasknappheit unterschieben wollen.
    Es ist hinreichend belegt, dass Russland ungeachtet politischer Turbulenzen und/oder Befindlichkeiten zu allen Zeiten seinen Lieferverträgen für Gas nach Westeuropa nachgekommen ist.
    Wenn Russland nicht plötzlich mehr liefert als bestellt, erklärt zum Einen, dass ich mich auch nicht beschwere, wenn Amazon mir nur einen bestellten Fernseher liefert und nicht gleich zwei, zum Anderen, dass Gas nicht ohne Weiteres auf Vorrat gefördert werden kann. Auf der Konferenz «russische Energiewoche» erklärte W. Putin, dass VOR der Lieferung von Gas zunächst eine Bestellung und dann die Förderung erfolgen muss.
    Die EU selbst hat den Handel mit Gas liberalisiert, seitdem explodieren die Preise, weil sich Gas im Herbst, wenn die Tanks nicht voll sind, hervorragend als Spekulationsobjekt eignet.
    Ebenso ist Fakt, dass die USA, die den Westeuropäern Lieferungen von Flüssiggas in Aussicht gestellt haben, nun nicht mehr nach Europa, sondern nach Asien liefern, denn dort wird die Lieferung Flüssiggas besser bezahlt.
    NS2 böte sich an, die Tanks schnell füllen zu können, wird aber nach wie vor durch verschleppte Zertifizierungsverfahren blockiert.

    2
  • am 19.10.2021 um 21:48 Uhr
    Permalink

    Die Gasabnehmer haben sich verspekuliert und auf kurzfristige Verträge gesetzt zu Spotpreisen.
    Jetzt da die Preise steigen, möchte Russland natürlich von den höheren Preisen profitieren und lässt den Markt spielen. Das nennt man Kapitalismus in Reinkultur. Der Westen sollte lernen das es das 5er «Li» und das Weggli nicht gibt. Man kann nicht jede Wette gewinnen. Dieses Spiel hat Russland gewonnen. Die Gasabnehmer sollten das akzeptieren und den Preis bezahlen. Der Endabnehmer im Westen wird dann eine höhere Rechnung bezahlen. Ende des Spiels. Ein neues Spiel kann beginnen. Andere Marktteilnehmer im Westen werden dann daran teilnehmen. Die bisherigen haben ausgedient.

    2
  • am 19.10.2021 um 22:47 Uhr
    Permalink

    Jegliche Panik-Mache vor den SOOOO gefährlichen Russen ist so hirn-rissig wie verlogen.

    Um DAS festzustellen, braucht man
    weder politisch allwissend
    noch mathematisch genial zu sein.

    Fakt ist:
    wir , die EU und USA rühmen uns seit Jahrzehnten, «den Russen» technisch weit, weit überlegen zu sein.

    Russland hat rund 150 Millionen Einwohner
    die USA haben rund 330 Mio Einwohner
    Die EU hat rund 450 Mio Einwohner

    Also ist die «westliche Allianz» technisch überlegen UND hat fast das 6 -fache an Einwohnern,
    als das von uns «ach so bibbernd und zähne-klappernd gefürchtete Russland» ?!

    Bereits als 20-jähriger machte ich mich «un-beliebt» – und mein Telefon wurde abgehört,
    weil ich schon die damalige Panikmache vor den » mächtigen, fürchterlichen Russen» verurteilte.

    Denn Russland konnte damals wie heute nur grossen Schaden stiften – aber nie einen Überraschungs-Krieg gewinnen !

    Aber die USA hätten damals wie heute BESTE Chancen, Russland zu besiegen.

    All das heutige —immer wieder neu beginnende— kotz-übel-reden von Russland —
    was soll das denn nun wirklich ?!

    Wahrscheinlich einen Krieg auf europäischem Gelände «vorbereiten»,
    bei dem zum krönenden Abschluss
    unsere lieben amerikanischen Freunde abkassieren,
    was zuvor mit millionenfachem russischen und europäischem Blut bezahlt wurde !

    Ist denn ein bisschen logisch Nach-Denken tatsächlich sooo schwer, dass man uns Europäer seit Jahrzehnten sooo versch….n kann ?!

    Wolf Gerlach
    scheinbar.org

    2
    • am 20.10.2021 um 13:26 Uhr
      Permalink

      Ein Krieg gegen Russland ist NICHT zu gewinnen. Das sollte doch Vietnam und auch Afghanistan gelehrt haben!
      Wahrscheinlich hofft man in Washington und Brüssel naiv auf einen zweiten Maidan.
      Ich würde aber davon ausgehen, dass den Russen der Zusammenbruch der Sowjetunion und der Jelzin-Alptraum noch in den Knochen steckt.
      Reformen ja – aber wäre der US-Raubtierkapitalismus eine wirkliche Alternative zu den Oligarchen?

      2
  • am 20.10.2021 um 08:03 Uhr
    Permalink

    Cui bono?
    Bei solchem Propagandakrieg stirbt die Wahrheit doch immer zuerst.
    Insbesondere eignet sich das mediale Getöse hervorragend als Vehikel, um die Verbraucherpreise anzuheben. Dass der größte Teil des Gases und Öls auf Basis langfristiger Verträge zu festgelegten Preisen geliefert wird, fällt unter den Tisch. Für die Spekulanten bedeutet jeder 100stel Cent am Gaspreis Millionen Gewinne…
    Wenn man dann noch Propaganda gegen den bösen Herrn Putin machen kann…

    2
  • am 20.10.2021 um 10:50 Uhr
    Permalink

    Wer den sogenannten «Qualitätsmedien» in Deutschland – also Spiegel, FAZ, Süddeutsche, Zeit, Welt usw. – noch immer auf den Leim geht, sollte aufpassen, dass sein Gehirn nicht gänzlich vernebelt wird. Das sind keine Qualitätsmedien, sondern reine Propagandainstrumente der kapitalistischen Wirtschafts- und Lebensweise. Und die ist mittlerweile an Ende ihrer Existenz angekommen. Daran ändern auch gelegentlich erscheinende Beiträge mit kritischem Inhalt nichts. Der Feind steht nach wie vor im Osten bzw. in Asien und muss ideologisch zerlegt werden, was angesichts der eigenen Probleme nicht leicht fällt. Dann wird ganz ungeniert zum Mittel der Lüge und Verleumdung gegriffen. Ich habe mich schon seit Wochen gefragt, wann endlich Russland für die Gasknappheit in der EU verantwortlich gemacht wird. Dabei hat Putin das Problem längst benannt: anstatt sich an langfristige Lieferverträge zu halten, haben die Staaten aus reiner Profitsucht an der Gasbörse spekuliert und sind nun gewaltig auf die Fresse gefallen. Kann ja mal passieren, aber anstatt selbstkritisch die eigenen Fehler zuzugeben, wird dem gutgläubigen Volk vorgegaukelt, «die Russen» und besonders Putin sind schuld. Bloß gut, dass es die und China als Feindbild noch gibt, sonst hätte der Teufel keine Ausrede mehr.

    2
    • am 21.10.2021 um 09:53 Uhr
      Permalink

      Toll zusammengefasst. Danke Jürgen Schiebert!

      1
  • am 20.10.2021 um 14:25 Uhr
    Permalink

    Immerhin kauft die CH wieder rekordverdächtige Mengen von US-Petrol. Die Rechnung zur Verteufelung der Russen scheint aufzugehen.

    2
  • am 24.10.2021 um 11:53 Uhr
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    Das erinnert mich immer an unsere Armeezeit, der Feind ist immer rot und kommt immer aus dem Osten! Dabei müssen wir an sich froh sein, dass dort ein zwar mächtiger aber besonnener Putin sitzt und nicht ei Heißsporn der wie die USA mit dem Feuerzeug und Benzinkanister durch die Welt zieht. Die USA hat über 70Millionen Flüchtlinge auf die Reise geschickt, auch keine löbliche Leistung.

    0
  • am 25.10.2021 um 18:10 Uhr
    Permalink

    DIE ZEIT vom letzten Samstag, 22.10.21, legt in einem Artikel und in einem Kommentar eine andere, differenziertere Meinung vor. Europa und besonders Deutschland, so DIE ZEIT, spielten eine wesentliche Rolle im Gaspreis-Disaster.

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