Belarus: Wenn zwei das Gleiche tun …

Christian Müller /  Die westliche Welt ist sich einig: Die erzwungene Landung des Ryanair-Flugzeuges in Minsk geht gar nicht. Wie war es in Wien 2013?

Zum Glück gibt es die deutsche Online-Zeitung «German Foreign Policy». Sie erinnerte gestern Montagabend spät in ihrem Newsletter daran, dass die über weissrussischem Territorium erzwungene Landung des Ryanair-Flugzeuges auf ihrem Kursflug von Athen nach Vilnius in Minsk zwecks Verhaftung des weissrussischen oppositionellen Aktivisten und Journalisten Roman Protasewitsch keine Neuerfindung ist. Anfang Juli 2013 wurde die bolivianische Präsidenten-Maschine von Staatspräsident Evo Morales auf dem Flug von Moskau nach Südamerika zur Notlandung in Wien gezwungen, wo sie durchsucht wurde. Grund: Man vermutete, dass an Bord des Flugzeuges der US-amerikanische Whistleblower Edward Snowdon war, um in Bolivien Asyl zu erhalten. Dumm nur: Er war nicht an Bord. Der damalige Fall einer – ebenfalls politisch motiviert – erzwungenen Landung war sogar noch deutlich mehr in Widerspruch zu allen internationalen Regeln der Luftfahrt, weil die Maschinen der Staatspräsidenten international eine zusätzlich garantierte Immunität geniessen.

Der Fall der erzwungenen Landung der Ryanair-Maschine in Minsk schaffte es heute Dienstag sowohl in der NZZ als auch in den CH Media-Zeitungen auf die Frontseiten (wenn man mal von der widerlichen ganzseitigen Werbung vor der NZZ-Frontseite absieht). Und in allen Berichten wird getan, als ob der Fall eine neuerfundene Ungeheuerlichkeit wäre. Erwartungsgemäss wird zudem spekuliert, dass auch Russland dahinter stecken könnte. An einen vergleichbaren Fall zurückzudenken, der vor acht Jahren im Bereich der EU und mit Unterstützung von NATO-Mitgliedsländern stattfand und damals ebenfalls Aufsehen erregte – allerdings zu keinen Sanktionen führte, denn dahinter standen ja die USA! –, das kann heutigen Journalisten offensichtlich nicht mehr zugemutet werden – oder aber sie «vergessen» gewisse Ereignisse absichtlich.

Zum Nachlesen auf «German Foreign Policy» hier anklicken.

PS: Eben hat die NZZ einen neuen Artikel online gestellt, in dem an vier weitere Fälle von Entführungen erinnert wird: Fälle aus Afrika, dem Nahen Osten und aus Asien. Der Fall in Wien, wo EU- und NATO-Länder beteiligt waren, findet auch hier keine Erwähnung.

PS 2 vom Mittwoch 06 Uhr: Ein Paradebeispiel einseitiger, um nicht zu sagen unehrlicher Berichterstattung liefern einmal mehr die Zeitungen der CH Media-Gruppe (Aargauer Zeitung, St. Galler Tagblatt, Luzerner Zeitung, u.a.). Die Flugzeug-Entführung in Weissrussland ist nicht nur der Aufmacher auf der Frontseite, der erzwungenen Landung der Ryanair-Maschine ist auch die folgende Doppelseite 2/3 gewidmet. Und da hat es sogar einen speziellen Artikel mit dem Titel: «Eine kleine Geschichte der Flugzeugentführungen.» Und was liest man da? Die erzwungene Landung der bolivianischen Präsidentenmaschine im Jahr 2013 in Wien unter Zusammenarbeit einiger EU- und NATO-Mitglied-Länder, weil darin der Whistleblower Edward Snowdon vermutet wurde, wird mit keinem Wort erwähnt.

PS 3, Mittwoch 21.00 Uhr: Zwischenzeitlich ist auch bekannt, wer dieser Roman Protasewitsch ist, der da in Minsk von Belarus verhaftet wurde. Bevor er zum Journalisten wurde, war er im «Regiment Asow» im Bürgerkrieg in der Ost-Ukraine im Einsatz, und zwar unter dem Kommandanten Andrij Bilezkyj, einem bekannten ukrainischen Neonazi. Roman Protasewitsch erschien sogar einmal als Soldat auf der Titelseite der ukrainischen Neonazi-Postille «Schwarze Sonne».  Man beachte auf dem Bild sein Sturmgewehr und das Emblem auf seinem linken Ärmel. Ein netter «Kämpfer für Demokratie», um dessen Freilassung die ganze westliche Welt sich jetzt bemüht.

Roman Protasewitsch im Jahr 2015 im Regiment Asow in der Ost-Ukraine, hier auf dem Neonazi-Magazin «Schwarze Sonne» …
… und hier ein bisschen besser erkennbar (4. von links). Beide Bilder sind aus der Zeit, bevor das Regiment Asow (mit geschätzt zehn Prozent freiwilligen Ausländern, darunter eben auch der Weissrusse Roman Protasewitsch) in die ukrainische Armee integriert wurde.

Weitere Informationen über den «Journalisten» Roman Protasewitsch findet man z.B. auch hier.


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Zum Autor Christian Müller deutsch und englisch.
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12 Meinungen

  • am 25.05.2021 um 19:49 Uhr
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    Es gab einen Vorfall am 21. Oktober 2016 mit einer Linienmaschine der Belarussischen Fluggesellschaft «Belavia». Der Flug startete in Kiew (Ukraine) mit Zieldestination Minsk (Weissrussland). Etwa 50 Kilometer vor der Luftraumgrenze der beiden Länder wurde die Crew ohne weitere Erklärung aufgefordert zurück nach Kiew zu fliegen. Angeblich wurde mit dem Einsatz von Abfangjägern gedroht, sollte der Aufforderung nicht Folge geleistet werden.
    Nach der Landung wurde der Reporter Armen Martirosyan aus dem Flugzeug geholt. Dieser äusserte sich in der Vergangenheit kritisch über die Maidan- Bewegung.

    Die ganze Geschichte aktuell hier zu lesen: https://www.flightglobal.com/safety/belarus-diversion-echoes-prior-ukrainian-incident-involving-belavia-737/143872.article

    Aber mittlerweile gehört die Ukraine zu den «Guten», nicht wahr?

    0
  • am 25.05.2021 um 23:46 Uhr
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    «Unsere» Regierung beteiligt sich an den Protesten und wohl auch Sanktionen gegen Belarus. Beteiligt sich an den Ablenkungen von den Völker- und Menschenrechtsverbrechen des Westens, der EU gegen die Zivilbevölkerung Palästinas, Syriens und anderer Länder mehr.

    Welche Stellung beziehen «unsere» Regierung, Politiker und Medien zu den gezielten staatlich-israelischen Massakern an den Menschen in Gaza? Welche zu den schweren Missachtungen der Menschenrechte im Falle von Assange und Snowden die ungleich schwerer wiegen als die Fälle des rassistischen ‘Navalny’ und ‘Belarus’ resp. ‘Protasewitsch›. Welche 2013, als das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten in Wien zur Landung gezwungen und widerrechtlich durchsucht wurde? Welche zu … ???

    «Unsere» Regierung und Politiker nur noch unterwürfige, fremdbestimmte, erpressbare Be-fehlsempfänger, Marionetten und Vasallen Berlins resp. der EU (mit Ursula von der Leyen, eine Kriegstreiberin wie wir alle wissen, an der Spitze) welche, gemessen an ihrem Verhalten, knietief in Schwierigkeiten, Perspektive- und Orientierungslosigkeit stecken? Das gleiche gilt für das öffentlich-rechtliche Fernsehen SRF und die anderen Medien. Dies ebenso zum Schaden des eh schon stark lädierten Ansehens wie zum wirtschaftlichen Schaden der Schweiz.

    In unseren Medien- und Politikerkreisen ist ein Bewusstsein von Verhältnismässigkeit, Diffe-renziertheit, Selbstachtung, Selbstbestimmung, Neutralität, Identität und Würde ganz offensichtlich nicht vorhanden.

    3
  • am 26.05.2021 um 00:39 Uhr
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    Hunderttausend heulende Höllenhunde! Dieser schlimme Diktator… schon wieder! Weissrussland (wo er, der Böse wohnt) verübt das Verbrechen des Jahrhunderts! Und im nu ist der Fall medial so aufgepumpt, dass im Westen (wo wir, die Guten wohnen) alle von seiner abrundtiefen Bösartigkeit überzeugt sind. Untersuchungen? Beweise? Zweifel? Ach was… So jemand verdient doch keine Fairness. Das entspricht ja schon lange nicht mehr unseren Werten. Lyncht ihn…Auf den Scheiterhaufen… Erklärt ihne den Krieg. Hasst, hasst, ja hasst verdammt noch mal diese Teufel!
    Welch packende Worte von unseren versammelten NATO-Schranzen und der Camarilla aus Brüssel. Welch hehre Entschlossenheit, die eigene Ignoranz und Boshaftigkeit als letzte aller Weisheiten zu erklären. Ja Leute, das sind euere Herren, die, die euch regieren.
    P.S. – Allem Anschein nach, waren die Weissrussen von den Geschehnissen am meisten überrascht. Niemand hat den Flieger zu einer Landung gezwungen, schon gar nicht mit einer MIG-29. Die Flugabwehr steigt nach einem «Mayday» Ruf in jedem Land auf, um das in Not geratene Flugzeug zu begleiten. Die Entscheidung in Minsk zu landen wurde laut Funkprotokoll vom Flugkapitän getroffen. Die Verhaftung des ach so edlen Bloggers war vorprogrammiert, da er auf der belarussichen Fahndungsliste steht. Und Juhee, schon hat man einen neuen «Nawalny», dessen Fall nun episch ausgewalzt werden kann.

    3
  • am 26.05.2021 um 11:21 Uhr
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    Guten Tag, Herr Jud

    Sie schreiben, niemand habe das Flugzeug zur Landung gezwungen und von einem Notruf (Mayday). Haben Sie Quellen dazu, auch zum Funkprotokoll, dass Sie erwähnen?

    Freundliche Grüsse,
    Patrik Eschle

    1
  • am 26.05.2021 um 14:17 Uhr
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    Nur weil es die USA auch machen, rechtfertigen Sie, Herr Müller, schwerste Menschenrechtsverletzungen brutaler und korrupter Diktatoren. Sie greifen so direkt Menschenrechte an und nehmen Verbrecher Schutz; ohne Not fallen Sie den Personen in den Rücken, die sich in der eigenen Heimat für Freiheit und Menschlichkeit einsetzen.
    Ich bin entsetzt, dass diese Rechtfertigungsartikel auch noch viel Zustimmungen erhalten. Als Schweizer meine ich, darf man Verstösse gegen Menschenrechte niemals zustimmen, aber genau das passiert mit dem Verweis auf andere Verbrecher.

    8
  • am 26.05.2021 um 16:34 Uhr
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    Als Erinnerung: Als erster Staat hat Frankreich 1956 ein Flugzeug entführt, in dem fünf hochrangige Mitglieder der algerischen FLN (Front de Liberation Nationale) sassen.

    0
  • am 26.05.2021 um 18:32 Uhr
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    @ Beat Wick

    Israel ein Massaker vorzuwerfen geht m. E. wohl klar zu weit. Auch wenn an einen demokratischen Rechtsstaat strengere Massstäbe angelegt werden müssen als an irgendwleche Palästinenser°innen-Organisationen und Israel immer wieder durch Brutalität und Brüche von internationalen Abkommen ziemlich negativ auffällt.

    Auch sollte die Beurteilung von Nawalnys Fall bzw. seiner (un)rechtmässigen Behandlung durch den russischen Staat nicht dadurch getürbt werden, dass sich dieser rassistisch geäussert hat. Denselben Abwertungs-Ablenkungs-Trick hat mensch schon bei den konstruierten Vergewaltigungsvorwürfen gegenüber Assange verwendet. Der Rechtsstaat muss für alle funktionieren, auch diejenigen, die (angeblich) unsympathische Dinge getan haben oder befürworten.

    3
  • am 26.05.2021 um 18:40 Uhr
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    @ Patrick Jud

    Bitte Quelle für Ihre Belarus-Story angeben! Würde mich interessieren…

    Ausserdem hat mensch im wütenden Infokrieg keine Chance, wenn mensch solche der NATO-Propaganda bzw. dem Transatlantik-Groupthink um beinahe 180° entgegengesetze Darstellungen ohne Quellenangabe in die Welt setzt.

    0
  • am 26.05.2021 um 18:55 Uhr
    Permalink

    Die Causa «Ryanair Landung in Minsk» ist ein «gutes» Beispiel dafür wie die Leitmedien Meinungen statt Fakten verbreiten.
    .
    Gestern war der Fall im Tagi noch beispiellos:
    «Flugdaten entlarven die beispiellose Aktion Weissrusslands“.
    Dass der Fall alles andere als beispiellos war, darüber berichteten diverse alternative Medien, auch der Infosperber. Aber der Tagi beharrt und erklärt heute:
    «Wieso die Zwangslandung in Weissrussland ein Sonderfall ist»
    .
    Der Funkverkehr zwischen den Piloten des Ryanair Flugzeugs und den Fluglotsen in Minsk wurde inzwischen freigegeben. Es war die die Entscheidung der Piloten Minsk anzufliegen. Die ursprüngliche Vermutung einer *erzwungenen* Landung ist nicht mehr haltbar. Nach der Entscheidung in Minsk notfallmässig zu landen wurde die Ryanair von einem Kampfjet begleitet. Das ist nicht unüblich in Notfällen, viele Länder handhaben das so. Und was fällt dem Tagi dazu ein?
    .
    «Erzwungene Ryanair-Landung in Minsk – Man startet keine Diskussion mit einem Kampfjet».
    Darin gibt der Andreas Frei Bruchstücke des Transkript des Funkverkehrs wieder und interpretiert diese ziemlich frei (sic!). Der Artikel spart nicht an Spekulationen – «Mit Abschuss gedroht?“ – und erklärt ausführlich, wie Flugzeuge abgefangen werden.
    Message: Die weissrussische Mig-29 hat die Ryanair Linienmaschine abgefangen.

    P.S. Der anti-spiegel liefert eine Übersetzung der Rede Lukaschenkos im weissrussischen Parlament zum Vorfall

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  • am 27.05.2021 um 00:49 Uhr
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    Das vollständigere Porträt des belarussischen Aktivisten Roman Protasevich zeigt, dass er perfekt in eine von den westlichen Regierung gepflegten Regimewechsel-Strategie passt, deren Ursprung in neofaschistischen Gruppen liegt, deren Ideologie von Washington und der Europäischen Union unterstützt und gepflegt wird.
    Protasevich ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich NATO-Mitgliedstaaten scheinheilig als aufgeklärte Verteidiger von Freiheit und Demokratie ausgeben, wenn sie in Wirklichkeit die reaktionärsten, rechtsextremen Gruppen unterstützen, die man sich vorstellen kann, um ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen voranzutreiben.

    Man scheut sich aber auch in anderen Regionen der Welt nicht davor, gemeine Sache mit den übelsten Schurkenbanden zu machen. Daesh und Al-Nusra im Irak und Syrien, die Kartell-Mörderbanden, Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG), Los Zetas in Mexiko und der staatlichen Todesschwadrone der «Kaibiles» in Guatemala. Weitere Bispiele kann man mit ein wenig Recherche leicht selber finden. Man beachte nur welche Leute die berüchtigte «School of the Americas» durchlaufen haben, und immer noch durchlaufen.

    Seit Protasevichs Verhaftung haben die Medien, die ihn als mutigen Dissidenten gefeiert haben, seine gesamte politische Bilanz geflissentlich übersehen und ihre Augen nervös vom Rechtsextremismus abgewandt, der von westlichen Regierungen gehätschelt und gepflegt wird. Damit sieht man klar, wess Geistes Kind auch sie sind.

    1
  • am 27.05.2021 um 18:42 Uhr
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    Wenn man Christian Müller folgt, existiert weder in Russland noch in Belarus eine berechtigte, nicht vom Westen erfundene und gesteuerte Opposition. Auf jeden Fall ist nie von ihr die Rede, sondern es werden hier seit langer Zeit konsequent Oppositionelle als unglaubwürdig, faschistisch, gekauft und gesteuert demontiert, Machthaber und ihre Medien hingegen als glaubwürdig zitiert. Gibt es denn in Russland und Belarus eine autonome, nicht gekaufte Opposition (Parteien, Medien, NGOs), die bei Christian Müller Unterstützung finden könnte, falls sie von der Staatsmacht widerrechtlich bedrängt wird? Kann man sie benennen, und woran erkennt man sie? Oder gibt es aus dem einfachen Grund nur eine vom Westen bezahlte Opposition, weil Putin und Lukaschenko im Gegensatz zu den westlichen Regierungen ehrlich und rechtlich zum Wohl der Bevölkerung regieren – weil sie Korruption und Machtmissbrauch im Zentrum der Macht selber bekämpfen – und somit auch ohne Opposition und unabhängige Justiz ihre Aufgabe erfüllen? Ich hoffe, diese Fragen lassen sich präzis beantworten.
    P.S. Auf den Ryanair-Vorfall gibt es zwei Reaktionsmöglichkeiten: 1. Man verurteilt kompromisslos JEDE Luftpiraterie, mit deren Hilfe eine Regierung einen Oppositionellen verhaften und möglicherweise mit Schlägen traktieren will. 2. Man relativiert die Verurteilung, weil andere das auch schon gemacht haben – also kein Grund zur Aufregung! Warum wählt man bei Infosperber die zweite Möglichkeit?

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    • am 27.05.2021 um 20:39 Uhr
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      @ Peter Lüthi – Ich bin es zwischenzeitlich echt müde, Ihre steten Unterstellungen entgegenzunehmen. Ich habe in meinem Sperberauge nur darauf aufmerksam gemacht, wie einseitig die westlichen Medien berichten und, in diesem konkreten Fall, eine von westlichen Ländern politisch motiviert erzwungene Landung im Jahr 2013 einfach totschweigen. Zusätzlich habe ich in meinem PS darauf aufmerksam gemacht, dass es auch über diesen «Kämpfer für Demokratie», der dann verhaftet wurde, einiges zu berichten gäbe, dass aber auch dies nicht gemacht wird, weil ja so ein Anlass, wo ein «Freiheitskämpfer» in Russland oder in Belarus ins Gefängnis gesteckt wird, im Westen geopolitisch hochwillkommen ist. Es war eine Medienkritik! Dass Lukaschenko ein problematischer Staatschef ist, weiss auch ich, DARÜBER wird in den grossen Medien ja auch ausgiebig berichtet. Warum publizieren die westlichen Medien nicht den wörtlichen Funkverkehr zwischen dem Cockpit der Ryanair-Maschine und dem Tower in Minsk? Warum muss man, wenn man nicht Russisch versteht, auf die Plattform Anti-Spiegel gehen, um dies – übersetzt – nachlesen zu können? Warum kann man in der Schweiz und in Deutschland nicht lesen, dass zuerst versucht wurde, den Einsatz von Roman Protasewitsch im Regiment Asow als journalistischen Einsatz zu erklären, bis etliche Fotos zeigten, dass er als Weissrusse aktiv in einem ukrainischen Bürgerkrieg im Einsatz war?
      Deshalb noch einmal: Meine Kritik gilt der westlichen Berichterstattung, die alles andere als objektiv ist. Christian Müller

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