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Das Alters- und Pflegeheim Buobenmatt in Muotathal © zvg

«Meine Corona-Erfahrung mit dem Altersheim in Muotathal»

Red. /  Hausarzt Matthias Gauger betreut 65 Bewohner. Alle bisher positiv Getesteten, die Vitamin-D einnahmen, wurden nicht schwer krank.

Red. Wir informieren über die Sicht und Erfahrungen des Arztes Matthias Gauger (Bild), der Patientinnen und Patienten in einem Alters- und Pflegeheim betreut.

Das «Wunder von Elgg» ist kein Wunder

Das in Medien bezeichnete «Wunder von Elgg» überraschte mich nicht, weil alle Bewohnerinnen und Bewohner mit Vitamin-D so versorgt wurden, dass diese Betagten sicher keine ganz tiefen Vitamin-D-Werte mehr hatten.
Meine Erfahrungen im Muotathal gehen in die gleiche Richtung. Ich betreue hausärztlich die 65 Bewohner des Altersheims Buobenmatt in Muotathal. Die meisten, doch nicht alle Bewohnener und Bewohnerinnen, waren oder sind mit einer medikamentösen Vitamin-D-Mangel-Behebung einverstanden. Bis heute gab es seit Beginn der Pandemie im Altersheim Muotathal nur ganz wenige Corona-Fälle. Kein einziger der Bewohner, welcher eine gute Vitamin-D-Versorgung hatte, wurde schwer krank.
Auch ausserhalb des Altersheims gehörten und gehören etliche Sars-Cov-2-positive Patienten, die ich hausärztlich betreute und betreue, zur Hochrisikogruppe. Mit allenfalls ganz vereinzelten Ausnahmen hatten alle Vitamin-D-Substituierten bis anhin einen vergleichsweise moderaten Krankheitsverlauf.

Grossbritannien gibt gratis Vitamin-D an Heime und Arme ab

Red. In Grossbritannien – gleich wie wahrscheinlich in der spanischen Provinz Andalusien – werden ab Januar Heime und arme Bevölkerungsschichten mit Vitamin-D-Supplementen beliefert. Die Gesundheitsbehörde begründet das damit, dass sich in der Pandemie viele Menschen weniger draussen aufhalten und ohne Sonnenlicht der Körper kein Vitamin-D herstellen kann. Insgesamt sollen 2,5 Millionen Dosen verteilt werden. Zwar schreiben die Verantwortlichen, es gebe nur eine «limitierte Evidenz», dass Vitamin D einen Einfluss auf Covid-19 habe. Die Vorteile eines genügend hohen Spiegels des «Sonnenvitamins» für Knochen und Muskeln seien aber so gross, dass Menschen, die wenig nach draussen gingen, sich zusätzlich damit versorgen sollten.
Die in Grossbritannien empfohlene Dosis von 400 IU (internationale Einheiten) täglich sei allerdings zu tief, kritisieren Befürworter einer genügenden Vitamin D-Versorgung von älteren Menschen, die sich nie oder zu selten an der Sonne aufhalten. In Schottland empfiehlt eine Gruppe 2000 IU täglich. In der Schweiz empfiehlt der auf das Immunsystem spezialisierte Klinikdirektor John van Limburg Stirum beim Auftreten erster Covid-19-Symptomen kurzfristig sogar die Einnahme von 5’000 IU Vitamin D täglich (je nach Blutspiegel).

Zentrales Immun-Agens

In Zusammenhang mit Covid-19 ist Vitamin D kein nebensächliches Naturmittelchen, über dessen marginalen Zusatznutzen man vielleicht gelegentlich einmal diskutieren könnte, sondern vieles deutet darauf hin, dass Vitamin D ein zentral in die Pathophysiologie der Covid-19-Erkrankung hineingreifendes Immun-Agens ist.
Es existiert eine überzeugende Datenlage sowohl zur Pathophysiologie als auch zur Epidemiologie und zur Wirksamkeit von Interventionen zur Prävention und Therapie, welche ein einheitliches konsistentes Bild zur zentralen immunmodulatorischen Funktion von Vitamin-D bei Covid-19 ergibt und welche den grossen potentiellen Nutzen (bei praktisch nicht existentem Risiko und minimalen Kosten) eines Vitamin-D-Einsatzes verdeutlicht.
Ich verweise u.a. auf den Brief, den Robert A. Brown im British Medical Journal veröffentlichte oder auf die Stellungnahme einer irischen Arbeitsgruppe.

Positiv im Vergleich mit anderen schulmedizinischen Massnahmen

Seit 21 Jahren beobachte ich Anwendungen von Vitamin-D und kann mich an keinen einzigen «Vergiftungsfall» erinnern. Ich verwende in Zusammenhang mit Covid-19 nicht selten ein Dosierungsschema zur raschen Aufsättigung, welches während 5-6 Tagen 60’000 IE pro Tag vorsieht, ohne dass ich je den Hauch einer Nebenwirkung beobachtet hätte. Die Vitamin-D-Anwendung ist im Vergleich zu anderen schulmedizinischen Massnahmen, welche ich durchzuführen habe, eine der sichersten, die ich kenne.

In Anbetracht der jetzt vorhandenen Datenlage zu Vitamin D und in Anbetracht der aktuellen Entwicklung der Pandemie im Kanton Schwyz ist es ein Versäumnis, das schweren Schaden anrichten könnte, wenn man jetzt nicht in aller Deutlichkeit auf die Relevanz eines Vitamin-D-Mangels aufmerksam macht und nicht mit aller Konsequenz zur Verbesserung der Vitamin-D-Versorgungslage insbesondere der Risikogruppen und der Erkrankten beiträgt.

Was man selber gegen Covid-19 tun kann

Hausarzt Matthias Gauger macht seinen Patientinnen und Patienten drei Punkte bewusst:

  1. Auf die Beschaffenheit des Virus und auf seine Ausbreitung draussen in der Welt kann ich direkt keinen Einfluss nehmen.
  2. Darauf, ob und wie viele Viren in meinen Körper eindringen, kann ich teilweise Einfluss nehmen (Abstandhalten, Masken, Händewaschen).
  3. Darauf, wie mein Immunsystem auf das Virus reagiert, kann ich mit einfachen Mitteln grossen Einfluss nehmen.

Weitere individuelle Präventionsmassnahmen

Es gelten auch gegen Covid-19 die allgemeinen Empfehlungen zur Stärkung unsere Immunsystems:

  • Wer immer kann, soll sich körperlich genügend bewegen. Nehmen Sie die Treppe anstatt den Aufzug und nutzen Sie Ihre Freizeit aktiv für Spaziergänge, Velo- und Wandertouren und andere Bewegungsarten.
  • Ernähren Sie sich gesund. Eine Ernährung, welche unser Immunsystem entlastet, sollte so pflanzlich, so biologisch, so natürlich, so vielseitig, so frisch, so regional, so unverarbeitet wie möglich sein.
  • Trinken Sie viel. Hinweise darauf, dass mehr Wasser trinken schützende Effekte hat, gibt es für den grauen Star, bei Nieren(stein)leiden, bei Harnweginfekten, bei der Vorbeugung von Hitzefolgen und Stürzen bei älteren Menschen … und beim Funktionieren des Immunsystems der Schleimhäute.
  • Vermeiden Sie Stress. Gemessen an seiner Bedeutung zur Erhaltung unserer Gesundheit sollte Stressmanagement an oberster Stelle unserer Massnahmen stehen. Wichtig ist auch das Erkennen und Auflösen von verstecktem Stress.
  • Schlafen Sie ausreichend, trinken Sie wenig Alkohol und rauchen Sie nicht.

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Red. «Stellen Sie sich vor, wir würden dank der Botschaft, welche in Corona steckt, nun weltweit aufhören, uns mit riskanten und kostspieligen Tricks immer weiter von unserer eigenen Biologie zu entfremden und wir würden zu einem integrativen Umgang mit der Natur zurückfinden…», schreibt der Autor über die Wohlfahrt im kommenden Winter.
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Coronavirus: Information statt Panik


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Matthias Gauger leitet in Muotathal eine Allgemeinpraxis.

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18 Meinungen

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    am 1. Dez 2020 um 12:09 Uhr
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    Danke, Matthias Gauger und danke, InfoSperber für diese ausserordentlich wichtige Nachricht. Ich musste von einem Bekannten über die Wirkung des Vitamin D auf das Immunsystem erfahren, worauf meine Frau und ich den Pegel testen liessen – der auch zu tief war. Kein einziger Arzt, bei dem wir je Patienten sind oder waren, hat uns seit Ausbruch der Pandemie darauf aufmerksam gemacht.

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    am 1. Dez 2020 um 14:12 Uhr
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    Warum impfen, wenn es einfach geht ??? Vitamin D !
    Die Lobbyisten werden sich wehren was das Zeug hält, gemeinsam mit dem Bundesrat Berset und seinen Virologen.

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    am 1. Dez 2020 um 16:40 Uhr
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    Toll, dass Ihr etwas Konstruktives betreffend dem Umgang mit Viren bringt. Genau an solchen Inhalten fehlt es in Zeiten der Pharma-Kampagnen. Ich nehme seit drei Monaten täglich
    Zinc 50mg
    Quercetin 500mg
    Bromhexine 25mg
    Vitamine D (5000 u/d) und C (1000mg)
    Mein Junior geht in den Kindergarten und hat gerade etwas erwischt und bringt auch immer wieder etwas nach Hause. An mir ziehen seit Beginn der Prophylaxe alle Viren vorbei, manchmal mit typischen Symptomen, die aber kaum einen Tag überdauern.
    Leider war das Bromhexin in der Schweiz nicht oder nur zu teuer zu bekommen. Da ich in der Nähe von Deutschland lebe, konnte ich es günstig kaufen.
    Den Tipp erhalten habe ich von SWPRS, hier findet man auch die grosse Anzahl von Studien, die die Wirksamkeit dieser Prophylaxe belegen.

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    am 1. Dez 2020 um 17:01 Uhr
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    Zur gesunden Ernährung siehe u.a.
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-ernaehrungsdocs/rezepte/index.html

    Vitamin D wird durch Sonnenlicht im Tal von April bis Oktober aufgebaut.
    Dazu ist UV B notwendig. Das ab November im Tal vollständig absorbiert wird.
    UVB kennen wir vom Sonnenbrand.
    In den Bergen bei Schnee und vor allem Fön, ist auch im Winter die Sonnenbrand Gefahr extrem groß.
    Dazu reicht schon eine Skitour auf 2.000 m Höhe.
    Wenn UV B zu Sonnenbrand führt, müßte also in den Bergen auch im Winter UV B da sein ?
    Und wenn im Winter UV B in den Bergen ist, dann müßte der Körper dort weiter Vitamin D aufbauen !

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    am 1. Dez 2020 um 17:32 Uhr
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    Welcher Arzt, Wissenschaftler getraut sich an die Frage ran,
    was das Wegsperren von älteren Menschen,
    das Verhindern von Spaziergängen, Sonnenlicht die Produktion von natürlichem Vitamin D seit 9 Monaten be- oder verhindert?
    Wie hoch ist der Beitrag zum ‚umbringen‘ von Alten durch die Massnahmen?
    Neben Angst, Isolation, Depression und all den weiteren für ältere Menschen kaum nachvollziehbare Änderungen (‚Massnahmen‘) im Alltag?

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    am 1. Dez 2020 um 18:52 Uhr
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    Das Thema Vitamin D ist offensichtlich ein Tabuthema. Seit Jahren gibt es Studien und Hinweise darauf, dass Vitamin D, das ja eigentlich kein Vitamin, sondern ein Hormon ist, eine zentrale Rolle für das Immunsystem spielt. Doch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung(DGE), welche die Deutungshoheit in Deutschland besitzt, erklärt immer noch, dass Das Vitamin D für den Knochenstoffwechsel wichtig ist und alle anderen Wirkungen wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind.
    Die DGE gibt einen erwünschten Spiegel von 20 ng/ml Vitamin D im Serum an und erklärt, eine tägliche Zufuhr von 800 I.E. für ausreichend. Sie warnt vor einer täglichen Zufuhr von mehr als 4000 I.U.
    Ich selbst habe einen Vitamin D-Spiegel von 85 ng/ml und habe über viele Monate 10.000 I.U. pro Tag eingenommen. Mein Calcium-Spiegel ist in Ordnung. Mit 86 Jahren gehöre ich zwar zur sogenannten Risiko-Gruppe, habe aber keine Angst vor Corona.

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    am 1. Dez 2020 um 22:52 Uhr
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    Vielen Dank, dass endlich über dieses erfolgreiche und relativ harmlose, unbedenkliche und bequeme Mittel berichtet wird. Ich gehöre zu einer der «gefährdeten Gruppen» und mein Hausarzt war wegen meines Gesundheitszustandes besorgt. So hatte er schon vor längerer Zeit eine Laboruntersuchung meines Vitamin-D-Spiegels verordnet. Der Befund war gar nicht gut. Jetzt, mit meiner täglichen Dosis «D» geht’s mir gut.
    Einen ziemlich überzeugenden Grund, warum Vitamin D nicht weiter erforscht / eingesetzt wird, habe ich in Ihrem Link zum «British Medical Journal» gefunden:
    ""D"-Studien würden den Patientenpool der Studie [der Wellcome-Bill & Melinda Gates Foundation] verringern: Weitere, erfolgreiche «D"-Ergebnisse können die Finanzierung von [deren] Langzeitstudien verringern.“
    Nochmals Danke, auch für Ihre anderweitige ausgezeichnete und informative Arbeit.

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    am 3. Dez 2020 um 00:20 Uhr
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    Herr Kollege Gauger, Sie leisten hier der Glaubwürdigkeit der Medizin einen Bärendienst.

    Sie suggerieren mit anekdotischen Hinweisen Wissenschaftlichkeit, wo (noch) keine vorhanden sind.

    Sie erwähnen z.B. 65 Bewohner. Wenn Sie/wir nicht wissen, ob überhaupt (und falls ja: wie stark) diese Personen dem Virus ausgesetzt waren, kommt es leicht zu einer Irreführung. Die Anzahl «Teilnehmer» an Ihrer Studie ist unklar.
    "Auch ausserhalb [betreuen Sie] etliche Sars-Cov-2-positive Patienten, die … zur Hochrisikogruppe gehören». Wie viele? 10? 100? Und dann «verhageln» Ihnen Ausnahmen auch noch die (gewünschten) Resultate: «Mit allenfalls ganz vereinzelten Ausnahmen …"

    Nochmals: Nicht Wissenschaftlichkeit suggerieren, wenn (noch) keine vorhanden ist. Das gegenüber dem Leser transparent machen! Viele Menschen fassen solche Artikel als «wissenschaftlichen Beweis» auf.

    Dieser – in sich widersprüchliche – Satz reicht nicht aus, um anzuzeigen, dass Ihre These noch auf wackligem Boden steht:
    "In Zusammenhang mit Covid-19 ist [sic] Vitamin D kein nebensächliches Naturmittelchen, über dessen marginalen Zusatznutzen man vielleicht gelegentlich einmal diskutieren könnte, sondern vieles deutet [sic!] darauf hin, dass Vitamin D ein … Immun-Agens ist."
    Warum schreiben Sie nicht «vieles BELEGT, dass …"? Weil die Belege eben noch nicht da sind, Sie eben nur Hinweise/Vermutungen vorweisen können. Dann darf aber im ersten Satzteil nicht «IST … kein nebensächliches Naturmittelchen» stehen.

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    am 3. Dez 2020 um 09:35 Uhr
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    @Kühne. Sie sind hoffentlich der einzige Leser, der den Erfahrungsbericht des Arztes Matthias Gauger mit einer wissenschaftliche Studie verwechselt. Wissenschaftliche Doppelblindstudien über Vitamin D/Corona zahlt kaum jemand, weil Vitamin D nicht patentiert werden kann. So ergeht es vielen komplementären, seit Jahrhundert erprobten Heilmitteln. Umso schwieriger macht man es der Bevölkerung, zwischen zweckmässiger Alternativmedizin und verantwortungsloser Quacksalberei zu unterscheiden. Vitamin D gehört wohl zu den zweckmässigen Behandlungen in Alters- und Pflegeheimen, wo die Leute im Winterhalbjahr ganz selten an die Sonne kommen.

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    am 3. Dez 2020 um 17:07 Uhr
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    Ein sehr lesenswerter Artikel. Es ist schon lange bekannt, dass Vitamin D kein Wundermittel ist, ein (chronischer) Vitamin D Mangel jedoch gravierende Auswirkungen hat.
    Es ist verstörend, dass solches Wissen offenbar kaum verbreitet ist.

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    am 5. Dez 2020 um 00:05 Uhr
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    @Gasche.
    1. Sehr gut! Ihr Kommentar macht es nun explizit: Keine wissenschaftliche Studie, kein Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.

    2. «Sie sind hoffentlich der einzige Leser, der … verwechselt.» Das fand bei mir gerade nicht statt. Was sonst war dann die Aussage meines Kommentar als: Keine wissenschaftliche Studie.

    3. Ich schrieb: Der Artikel «suggeriert», er enthielte etwas, das von wissenschaftlichen Gehalt wäre. (u.a. Arzt, Zahlen jonglieren).

    Die anschliessenden Sätze ("Doppelblindstudien [werden nicht] bezahlt», «nicht patentiert»,"Vitamin D … in Alters- und Pflegeheimen"):
    Diese Punkte werden mit keinem (!) Wort im Artikel oder meinem Kommentar thematisiert. Somit: Falsche Baustelle! Fachbegriff: Strohmann-Argument (–> Wikipedia).

    a) Mit dem Aufbringen dieser Punkte suggerieren Sie, sie enthielten etwas Substanzielles zur hier debattierten Frage (Nutzen von Vitamin D bezüglich Corona).

    b) Sie suggerieren, es bestehe ein Verbindung zwischen «Vitamin D … in Alters- und Pflegeheimen» (bei tiefen Spiegeln) und «Alternativmedizin». Das ist es nicht. Da ausreichend gut wissenschaftlich belegt, ist es Schulmedizin.

    c) «Doppelblindstudien werden nicht bezahlt» – mit der Suggestion: Deshalb gibt es keine. Das Gegenteil ist der Fall: Es gibt Tonnen hiervon! Neben Pharma gibt es noch … Universitäten. Sie kennen Etzel Gysling ‚pharma-kritik.org‘ … gerade in diesen Tagen wieder mehrere Vitamin-Studien. Leider ohne «sexy» Studienresultate für die Boulevardpresse …

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    am 5. Dez 2020 um 17:23 Uhr
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    Wir haben – politisch – ein Wirtschaftssystem kreiert, zu dessen zentralen Pfeilern Institutionen privatwirtschaftliche Unternehmungen gemacht wurden, deren übergeordneten, d.h. alles bestimmende Streben (bzw. Raison d’Êtré) die Steigerung des Vermögens der Kapitalgeber ist. Das ist die treibende und bestimmende Triebfeder in unserem Wirtschaftssystem. Ausnahmen sind genau das: Ausnahmen. Soviel wie Beigemüse. Die Ausnahmen haben den «netten» Effekt, ein Feigenblatt abzugeben, d.h., die effektiv bestimmenden Triebfedern vor uns zu verschleiern.

    Pharma-Unternehmen kümmert, als Institutionen, unsere Gesundheit so wenig wie es für Öl- oder Tabakunternehmen der Fall ist. Ihr Business ist nicht Gesundheit, sondern die Generierung von Rendite/Gewinn – für Aktionäre, und heute sogar noch mehr für das oberste, bestimmende Kader.

    Nun aber zu glauben, dadurch sei belegt, dass Big Pharma etwas «gegen Vitamine usw.» hätte, erachte ich als eine massive Verkennung sowohl der Marktverhältnisse wie auch der Grössenordnungen. Entscheidend/zentral für Pharma sind:
    1. Patentrecht
    2. (politische) Preisgestaltung
    3. Oligopolysierung (wenige (grosse) Player)
    4. Forschungssubventionierung (via Universitäten)

    Bei allem Sonstigen handelt es sich – für sie – um peanuts!

    Fortsetzung im nächsten Kommentar.

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    am 5. Dez 2020 um 17:38 Uhr
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    K-Tipp 10.11.2020 (google: K-Tipp Heikle Vitaminbombe):

    Massive Werbung für «Supradyn junior» (Sirup für Kinder) — hohe Gewinne — «Deutsche Verbraucherzentralen stellten 2018 bei Ergänzungsmitteln für Kinder in 85 Prozent der Produkte überhöhte Dosierungsempfehlungen fest."

    Wer ’steckt‘ hinter diesem bekannten Mega-Seller «Supradyn"? Pharmagigant Bayer!
    Wer sind – ganz allgemein – die grossen Player auf dem Vitaminmarkt? Big Pharma.
    Zwar eine Nische, aber auch das lassen sie sich nicht entgehen.

    Und sie machen Werbung?! Big Pharma gibt Geld aus, um uns weiszumachen, dass wir unbedingt Vitamine einnehmen sollten?! … Ähm, geht die Geschichte nicht anders rum: Sie tut alles, um uns dieses «Wissen» vorzuenthalten? Ein bisschen verrückt … nicht?

    Und dann füttern sie uns auch noch «überhöhte Dosierungen"? Der helle Wahnsinn! Die machen uns ja mit diesem Zeug noch gesund und bekommen so ihre «Chemie» nicht mehr los. Somit nun: Verrückt im Quadrat.

    Wer unbedingt eine neue «Seifenblase» benötigt – hier wäre eine:
    Big Pharma versucht unsere Kinder «anzufixen"! Liebevoll von Pharma & Eltern ans Schlucken und den Glauben herangeführt: So kleine Dinger können Wunder bewirken, sie machen dich gesund und stark. Gut eingeführt, geht das Pillenpoppen – an Partys und bei Schmerz/Leid – eifrig weiter. Ein Energydrink (oder «Energiebombe"?) zum runterspülen, Burger mit Fries nachschieben … alles bestens! Denn wir wissen: Für Gesundheit sorgen die Tablettchen …

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    am 8. Dez 2020 um 00:27 Uhr
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    @Stephan Kühne – ich sehe es nicht ganz so dramatisch. Auch Mr. Corona, Daniel Koch, unterstützt im Bote der Urschweiz vom 3.12. die Strategie von Matthias Gauger und vielen anderen Hausärzten in der Schweiz.
    Einen beschwerdefreien Winter ohne Schnupfen wollen wir ja wohl alle. Rückblickend gelang es mir in den letzten 40 Erwachsenenjahren immer wieder vorbeugend den lästigen Rhino-Coronaviren im Herbst zu trotzen. Andere Jahre war ich einfach zu träge, gestresst, hatte keine Lust zur Vorbeugung. 2020 war nun wieder einmal ein Schnupfen-freier Herbst, der Corona-Hype hat es mir erleichtert disziplinierter vorzubeugen.
    Kann sein, dass der Nutzen auch nur ein psychoneuroimmunologischer Effekt als Folge des Glaubens an Vitamin D und weitere unterstützende «Alternativ"-Massnahmen ist, das ist mir egal – Hauptsache es nützt.

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    am 10. Dez 2020 um 14:30 Uhr
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    Und die wissenschaftlichen Studien sind ja leider auch nicht immer über alle Zweifel erhaben.

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    am 10. Dez 2020 um 17:13 Uhr
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    Da schreibt ein anderer Arzt, dass dieser Beitrag ein Bärendienst für die Medizin sei. Nun denn, aber geht es hier um das Wohl der Patienten oder um irgendwelche Interessen?? Und wer hier über Wissenschaftlichkeit auslässt, muss mal wissen was das überhaupt bedeutet!! Die sogenannte Schulmedizin arbeitet auch nur mit Beobachtungen! Wenn hier Jemand schreibt es sei Wissenschaftlich nicht erwiesen, oder eben erwiesen – dann müsste dies bedeuten – ich untersuche unter immer gleichbleibenden Bedingungen immer die gleiche Problematik. Somit kann ich diesen Versuch x-mal wiederholen und erhalte immer das gleiche Resultat! Nun das ist unter den normalen Bedingungen bei einem Lebewesen, praktisch unmöglich. Also kann ich bei jeder Studie nur über Beobachtungen reden! Also wenn hier jemand mit – Sie erwiesen mit dieser nicht wissenschaftlicher Erkenntnis der Schulmedizin einen Bärendienst schreibt, dann muss ich einfach nur grinsen. Mir ist das Wohlergehen des Patienten weit wichtiger, als irgendwelche vorherrschenden Vorurteile. Vielen lieben Dank für diesen Bericht! Ich schliesse mich dem Befund/Beobachtung voll an, mit täglichen Gaben von Vitamin D geht es meinen Patienten weit besser als vorher!

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    am 11. Dez 2020 um 11:58 Uhr
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    @Thomas Oettli
    Ihr Kommentar – vielen Dank! – zeigt auf, wie ungemein wichtig es ist, die Fragestellung zu klären bzw. zu erfassen.

    Ihr Abschlusssatz:
    "Kann sein, dass der Nutzen auch nur ein psychoneuroimmunologischer Effekt als Folge des Glaubens an Vitamin D und weitere unterstützende «Alternativ"-Massnahmen ist, das ist mir egal – Hauptsache es nützt."

    Es scheint mir, Sie sind sich dem Inhalt Ihrer Aussagen nicht gewahr.
    Wenn Sie schreiben «Hauptsache es nützt», dann meinen Sie letztlich mit «es» doch nur wiederum das Vitamin D. Sie vergessen dabei, dass es hier genau darum geht, auszumachen, ob der Nutzen

    – von der Substanz Vitamin D (Verum)

    oder

    – von dem – von der Substanz unabhängigen (!) – Glauben

    ausgeht.

    Letzteres nennt man den Placeboeffekt. Der Nutzen kommt davon, dass man den Mitmenschen glauben machen konnte, dass ihm mit dem Tablettchen etwas Gutes angetan werde respektive dass das eigene Wohlbefinden einer anderen Person (z.B. Arzt) am Herzen liegt. Allein dieser Glaube bzw. dieses (freudige) Gefühl stärkt – wissenschaftlich erwiesen – das Immunsystem.

    Die Frage ist hier aber nicht, ob «Glaube» wirkt, sondern ob Vitamin D über den Glauben (Placeboeffekt) hinaus eine Wirkung aufweist.

    Vielleicht geht es, wie ich vermute, Herrn Gaugers Patienten nicht wegen Vitamin D gut, sondern weil er sie mit seinem herzlichen Engagement zu gesünderem Essen, Lebensfreude und Bewegung motivieren kann.

    0
  • Pingback: Warum spricht niemand über Covid-19 Vorbeugung/Prophylaxe? – 2Denker,

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