Zeichen für Männlich & Weiblich

Bei Frauen und Männern können Impfungen anders wirken. Das ist schon lange bekannt. Trotzdem seien die Gendereffekte in den Covid-Impfstudien zu wenig beachtet worden, kritisieren Wissenschaftlerinnen. © Thommy Weiss / pixelio.de

Covid-Impfung: Unspezifische Effekte werden kaum untersucht (3)

Martina Frei /  Ob die neuartigen Impfstoffe unspezifische Wirkungen haben, ist ungewiss. Bevor Kinder geimpft werden, wäre das wichtig zu wissen.

Im ersten Teil dieser Serie ging es um die nicht-spezifischen Effekte von Impfungen. Der zweite Teil befasste sich damit, ob sich solche unspezifischen Effekte nützen lassen, um schweren Verläufen von Covid-19 vorzubeugen. Im dritten Teil geht es nun um die Frage, wie gut unspezifische Wirkungen bei den Covid-Impfungen bisher untersucht wurden.

Seit mehreren Jahrzehnten weisen der dänische Professor Peter Aaby und seine Kollegin Christine Stabell Benn darauf hin, dass Impfungen nicht nur spezifische Effekte haben, also die Schutzwirkung gegen die entsprechende Erkrankung. Sie können auch unspezifische Wirkungen entfalten. Dies hat die Impf-Expertengruppe der WHO (SAGE) ebenfalls anerkannt und weitere Studien verlangt. 

Im Zuge der Covid-Impfaktion wäre nun die Gelegenheit gewesen, solche Studien zu initiieren. Doch die grossen Impfstudien zu den mRNA-Vakzinen wurden Christine Stabell Benn zufolge nicht so angelegt, dass damit nicht-spezifische Effekte untersucht werden können. Und auch bei der Marktüberwachung nach Impfbeginn habe man keinen Fokus auf die nicht-spezifischen Effekte gelegt, stellt die Professorin an der Universität von Süddänemark fest.

Gürtelrose nach Impfung: Hinweis auf eine unspezifische Wirkung?

Hinweise, dass auch die mRNA-Impfungen unspezifische Wirkungen haben könnten, gibt es bereits: Laut der Website von Swissmedic gehört die Gürtelrose (Herpes Zoster) zu den 15 häufigsten Nebenwirkungen des Covid-mRNA-Vakzins von Moderna. Allerdings teilt der Pressesprecher von Swissmedic etwas anderes mit: «Obwohl zu Herpes Zoster relativ viele Meldungen vorliegen, hat sich bislang nicht bestätigt, dass es sich tatsächlich um eine Nebenwirkung der Covid-19 Impfstoffe handelt.»

Bei der Gürtelrose kommt es zum Wiederaufflackern einer Infektion mit Windpocken-Viren, die nach der Infektion im Kindesalter im Körper verbleiben und dort «schlummern». Wenn das Immunsystem (vorübergehend oder länger) geschwächt ist, können diese schlummernden Viren wieder aktiv werden und die Gürtelrose verursachen. «Bei der Gürtelrose ist das Immunsystem aus der Balance geraten», sagt Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen. 

Möglicherweise sei die Gürtelrose nach der Covid-19-Impfung eine nicht-spezifische Wirkung, vermutet der Impfforscher Peter Aaby. 

Nicht-spezifische Effekte waren teilweise mehrere Jahrzehnte lang messbar

Aaby und seine Kollegin Stabell Benn interessieren sich seit Jahrzehnten nicht nur dafür, wieviele der Erkrankungen, die eine Impfung verhindern soll, verhindert werden (spezifische Wirkung). Sondern auch dafür, ob geimpfte Personen nach der Impfung vermehrt oder weniger an anderen Infektionen erkranken oder gar sterben (nicht-spezifische Wirkung). 

Dabei fanden sie immer wieder Unterschiede zwischen Lebendimpfstoffen und Nicht-Lebendimpfstoffen: Die Lebendimpfstoffe stärkten die Immunabwehr, so dass geimpfte Kinder auch gegen andere Infektionen widerstandsfähiger wurden. Die sechs von Aaby und Stabell Benn untersuchten Nicht-Lebendimpfstoffe hingegen schienen manche Kinder etwas anfälliger für andere Infekte zu machen. Diese nicht-spezifischen Effekte waren teilweise mehrere Jahrzehnte lang messbar.

Lebend- und Nicht-Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe enthalten lebende Krankheitserreger in stark abgeschwächter, nicht mehr krankmachender Form. Zu den Lebendimpfstoffen zählen beispielsweise der Masernimpfstoff, die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung und die Impfung gegen Tuberkulose. 

Lebendimpfstoffe verursachen im Allgemeinen mehr Nebenwirkungen als Nicht-Lebendimpfstoffe. Sie dürfen Menschen mit geschwächtem Immunsystem nicht verabreicht werden. Im Fall der Impfung gegen Kinderlähmung führen sie sehr selten zur Kinderlähmung oder zur Virenausscheidung im Stuhlgang, was das komplette, weltweite Eliminieren der Erkrankung erschwert. Auch zu «Impfmasern» kommt es immer wieder. 

Die Nicht-Lebendimpfstoffe dagegen (oft auch Totimpfstoffe genannt), enthalten nur abgetötete Erreger oder Teile davon. Die meisten Impfstoffe heutzutage sind Totimpfstoffe. Zu diesen Nicht-Lebendimpfstoffen zählen die Impfungen gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Hepatitis B, Hämophilus influenzae Typ B und weitere. Nicht-Lebendimpfstoffe sind weniger aufwändig und billiger in der Herstellung als Lebendimpfstoffe.

Abwehrzellen produzierten weniger Entzündungsbotenstoffe

Die Frage ist, ob solche nicht-spezifischen Effekte nun auch nach den Covid-19-Impfungen auftreten – insbesondere, wenn jetzt mehr und mehr Kinder und Jugendliche damit geimpft werden. 

Sie wisse bisher nur von einer kleinen immunologischen Untersuchung, die den nicht-spezifischen Effekten nach Covid-Impfung nachging, so Stabell Benn. Und diese deute – bei einer sehr kleinen Anzahl von Teilnehmern – darauf hin, dass die mRNA-Impfung von Pfizer sich «ein bisschen verhalte wie das, was wir bei den Nicht-Lebendimpfstoffen gesehen haben»: Sie scheine die Immunantwort auf Bakterien und andere Viren zu drosseln. 

Bei dieser Studie wurden bestimmte Abwehrzellen im Blut (sogenannte Monozyten) von 16 Personen untersucht, die mit der mRNA-Impfung von Pfizer/Biontech geimpft worden waren. Das Fazit der Wissenschaftler: Die Impfung führe zu einem «komplexen funktionellen Reprogrammieren des angeborenen Immunsystems». 

Nach der mRNA-Impfung von Pfizer/Biontech produzierten die Abwehrzellen zur Überraschung der Forscher tendenziell weniger (anstatt wie erwartet mehr) Entzündungsbotenstoffe, wenn sie mit den Coronaviren (Sars-CoV-2) oder mit Bakterien in Kontakt kamen. Welche Bedeutung solche Befunde für die Geimpften haben, ist offen.1

Angaben zum Geschlecht fehlen sehr oft

Aus den Sechsmonatsdaten, die zum Vakzin von Pfizer/Biontech öffentlich einsehbar sind, lässt sich nicht viel zu möglichen nicht-spezifischen Wirkungen ableiten. Aus diesen Daten geht hervor, dass in der Gruppe der geimpften Personen insgesamt 15 Personen von knapp 22’000 Versuchsteilnehmenden starben, vier davon an Infektionen (darunter eine Covid-Infektion). In der gleich grossen Placebo-Gruppe starben 14 Personen, davon zwei an Covid-19, weitere Infektionen traten nicht auf. Die vergleichbare Studie von Moderna erwähnt 33 Todesfälle, die fast gleich auf Impf- und Placebogruppe verteilt waren. Aus solch kleinen Zahlen lassen sich jedoch keine Schlüsse ziehen. Und welches Geschlecht die Verstorbenen hatten, bleibt das Geheimnis der Pharmafirmen. 

Dasselbe gilt weitgehend für die Impf-Nebenwirkungen. Obwohl seit Jahrzehnten bekannt ist, dass es auch nach Impfungen Gendereffekte gibt, machte keine der grossen Impfstudien von Moderna, Pfizer/Biontech oder AstraZeneca nähere Angaben dazu, wie sich die unerwünschten Wirkungen auf Frauen und Männer verteilten. Dabei wären die Angaben zum Geschlecht wichtig. Genderforscherinnen fordern das seit Jahren. 

Gendereffekte, Covid-Impfungen und Menstruationsstörungen

Von 41 Impfstudien nannte laut einer Übersichtsarbeit, die von Mitte November 2021 datiert, nur eine einzige die Geschlechterverteilung bei den Nebenwirkungen. 

Einer anderen Übersichtsarbeit zufolge, die auch Fallberichte einbezog, unterschieden von 35 Studien und Berichten bei den Nebenwirkungen ein Drittel zwischen Frauen und Männern. (Keine davon war eine sogenannte randomisierte Studie – in der Wissenschaft von hohem Stellenwert.) Und nur eine von 41 Covid-Impf-Studien untersuchte etwaige unerwünschte Wirkungen der Covid-Impfung auf die Fortpflanzungsorgane wie zum Beispiel Menstruationsstörungen. 

Allein in Grossbritannien gingen bis Anfang September über 30’000 Meldungen über längere, stärkere oder sonstwie veränderte Menstruationsblutungen bei Frauen ein. Da solchen Fragen in den Studien aber kaum nachgegangen worden sei, hätten Ärztinnen und Wissenschaftler nun kaum Antworten auf die Fragen der Frauen, kritisieren Genderforscherinnen. «Enttäuschend» sei das, und überdies könne es «potenziell zum Schaden gereichen», fassen die Studienautorinnen ihr Ergebnis zusammen.

Die US-«National Institutes of Health» konnten Ende Januar – nach mehr als einem Jahr der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen – nun vermelden, dass sich der Menstruationszyklus pro Impfdosis um fast einen Tag verlängere und dass dies wahrscheinlich nur vorübergehend sei. Warum es zu dieser Verlängerung kommt, wurde nicht dargelegt.

So bleibt vorerst offen, ob die Zyklusveränderungen durch Stress, durch Verhaltensänderungen, durch die Immunreaktion nach der Impfung ausgelöst werden oder ob sie, wie eine Leserbriefschreiberin im «British Medical Journal» spekulierte, mit Zusatzstoffen in den Vakzinen (Polysorbat 80 bzw. Polyethylenglycol) zu tun haben könnten.

Offen bleibt auch, warum in der Studie, auf die sich die «National Institutes of Health» bezogen, entgegen den üblichen Gepflogenheiten in der Medizin die «Messlatte» für ein statistisch signifikantes Resultat höher angesetzt wurde als sonst. Üblicherweise wird in der Medizin mit einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit gerechnet, in diesem Fall aber wurde eine fast 99-prozentige Wahrscheinlichkeit verlangt.

Auch wenn sich die Situation, verglichen mit früher, verbessert habe, würden Gendereffekte in der Covid-Impfforschung weiterhin übersehen, kritisieren Wissenschaftlerinnen.

Trotz Bestellungen von mehreren Milliarden Impfdosen habe keine der grossen Impfstudien – weder zum russischen Impfstoff Sputnik V, noch zur Vakzine von AstraZeneca oder zu den in der Schweiz verwendeten Vakzinen von Moderna, Pfizer/Biontech oder Janssen – die 2016 veröffentlichten SAGER-Richtlinien erfüllt. Sie legen fest, dass und wie über Gendereffekte berichtet werden sollte.

Christine Stabell Benn und Peter Aaby haben seit Jahrzehnten darauf hingewiesen, welchen Einfluss das Geschlecht haben kann. Immer wieder waren ihnen früher Gendereffekte aufgefallen: Bei Mädchen gingen Impfungen meist mit mehr nicht-spezifischen Effekten einher als bei Knaben. 

Die Häufigkeit möglicher Nebenwirkungen unterscheidet sich bei Frauen und Männern

Teilweise scheint sich das auch jetzt bei den neuartigen Covid-Vakzinen zu zeigen: Die seltene Nebenwirkung Hirnvenenthrombose nach der Impfung mit der Vakzine von AstraZeneca wurde zum Beispiel bei Frauen häufiger gemeldet. Dasselbe gilt für sehr seltene, schwere allergische Reaktionen nach den Covid-Impfungen. Die Sicherheitsberichte zu den Covid-Impfungen des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts nennen solche Geschlechtsunterschiede. Swissmedic teilt auf Anfrage mit, dass bei einer Auswertung von 600 Verdachtsmeldungen zu Gürtelrose nach Covid-Impfung 58 Prozent der Betroffenen weiblich waren und 42 Prozent männlich.

Die seltene Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach mRNA-Impfungen dagegen betrifft wenn, dann am ehesten männliche Jugendliche und junge Männer – im Gegensatz zur Myokarditis nach Infektion, die am ehesten Männer ab 40 Jahren bekommen. 

Beispiele für Gendereffekte nach Impfungen

  • Frauen bilden nach der Grippeimpfung und nach der Gelbfieber-Impfung mehr Antikörper als Männer. 
  • Bei erwachsenen Frauen erzielten Impfungen durchschnittlich etwa doppelt so hohe Antikörperwerte wie bei Männern. Dies betraf die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis A und B, Denguefieber und weitere.
  • 17 Studien haben bisher die Gesamtsterblichkeit von Knaben und Mädchen nach der DTP-Impfung (Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten) untersucht. Sie war bei den Mädchen rund 1,5-mal so hoch.
  • In einem Experiment in Ghana sank die Sterblichkeit bei Kindern, wenn sie Vitamin A erhielten. Waren sie jedoch geimpft, verkehrte sich der Effekt bei den Mädchen ins Gegenteil: Von den geimpften Mädchen starben mehr, wenn sie Vitamin A bekamen. Dies betraf vor allem Mädchen, die zugleich mit der Masernimpfung oder danach noch gegen DPT geimpft wurden.
  • In einem Experiment bildeten Frauen nach der halben Dosis einer Grippeimpfung genauso viele Antikörper wie Männer nach der vollen Dosis. 
  • Männer verspüren nach Impfungen im Allgemeinen weniger Nebenwirkungen als Frauen.
  • 90 Prozent der allergischen Reaktionen nach Covid-19-Impfung traten anfangs bei Frauen auf. Dies könnte aber damit zusammenhängen, dass zu Beginn mehr Frauen als Männer geimpft wurden. 
  • Ältere Männer hatten nach der Impfung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) höhere Antikörperspiegel als ältere Frauen. Insgesamt scheint aber die Schutzwirkung von Impfungen bei älteren Frauen höher zu sein als bei älteren Männern. 
  • Männer sind Impfungen gegenüber im Allgemeinen aufgeschlossener als Frauen.  

Quellen: «Frontiers in Global Women’s Health», «Vaccines», «Physiology», «The Lancet Infectious Diseases», «Nature Reviews Immunology», «Nature Immunology», «Science», «Jama»

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1 Diese Studie ist seit Mai 2021 auf einem «preprint»-Server zu finden. Sie wurde noch nicht von Fachleuten begutachtet. Deshalb sind die Resultate mit Vorbehalt aufzunehmen. Einer der Autoren dieser Arbeit ist Professor Mihai Netea. In einer früheren Arbeit untersuchte der Immunologe an der niederländischen Radboud Universität die Wirkung der Tuberkulose-Impfung auf die Monozyten. Nach dieser Lebendimpfung produzierten die Monozyten mehr Entzündungsbotenstoffe.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

 Lesen Sie demnächst mehr zur Herzmuskelentzündung nach Covid-Impfung und -Erkrankung.

Weiterführende Informationen

Zum Infosperber-Dossier:

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Coronavirus: Information statt Panik

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10 Meinungen

  • am 11.02.2022 um 11:58 Uhr
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    Die aus meiner Sicht grösste Unterlassungssünde: Keine parallelen Impfungen (evt. mit Studiendesign) mit attenuierten Lebendimpfstoffen. Jetzt haben wir keine Ahnung, wie diese wirken (oder auch nicht wirken) würden – insbesondere falls doch wieder eine Welle kommt und die Spike-Impfungen dann vielleicht endgültig ausgeschossen sind. Unbedacht ist man in die Angstfalle getappt – den Preis dafür werden alle bezahlen müssen. Doch vielleicht hilft jetzt die entspanntere Situation, das Ganze neu zu betrachten. „Keine Ahnung“ stimmt nicht ganz: wir haben ja weltweit Gegenden, die nur mit Totimpfstoffen impfen (u.a. ganz China, grösste Teile von Indien, viele in Chile etc.). So können wir diese Verläufe vergleichen mit denen von z.B. Israel und Dänemark, wo nur Nukleinsäure-basierte Impfungen gemacht werden. Das wird spannend – und ich vertraue den Wissenschafter:innen, dass da ehrliche und wichtige Daten geliefert werden. Braucht halt noch Monate und Jahre Zeit.

    0
  • am 11.02.2022 um 15:42 Uhr
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    Leider ist es immer wieder eine Frage des Geldes. Es gibt noch andere, wesentliche Faktoren welche nicht nur bei Impfstoffen, sondern auch bei anderen Medikamenten in den Studien nicht geklärt werden. Nicht alle Menschen sind gleich. Lebensgewohnheiten wie täglicher Alkoholkonsum (Alkohol ist ein pharmakologisches Wunder, erklärte mir kürzlich ein Arzt, es ist Konkurrenzprodukt Nummer 1 der Pharma, es ersetzt im Selbstgebrauch Antidepressiva, Anxiolytika und einiges mehr für einige Personen, ohne das diese das bemerken würden..) Wer regelmässig Alkohol konsumiert, oder Koffein sowie Tabak, dessen Stoffwechsel verhält sich anders, als Menschen welche auf Genussmittel verzichten. Somit verhalten sich ihre Körper ebenfalls anders, wenn ein Medikament, ein Botenstoff, eine Chemotherapie oder eine Immunisierungs-Situation durch ein Vakzin angewendet wird. Was für Menschen werden in den Studien verwendet? Gewicht, Alter, Lebensgewohnheiten, Genussmittel, Krankheits-Vorgeschichte, Blutgruppe, Fett-Index, usw. Bei vielen Produkten die schlecht sind, gibt es gute Studien, und es gibt schlechte Studien, bei Produkten welche sich dann aber in der Erfahrungsmedizin bewähren. Leider wirkt einer qualitativ besseren Klärung über zusätzliche Effekte bei Medizinalien der nach oben nicht regulierte Kapitalismus und der daraus entstehende Konkurrenzdruck stark entgegen. Alles hängt zusammen, ohne Sicht auf das grosse Ganze liegen positive Veränderungen nicht drin.

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  • am 12.02.2022 um 10:42 Uhr
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    Gestern erzählte mir eine gute Bekannte aus unserem Dorf, ihre Nachbarin (~30!!!) sei nach der Covid-Impfung an MS erkrankt. Die behandelnden Ärzte schließen einen Zusammenhang aus……….
    Die Bekannte selbst (~60) ebenso wie ihr Mann (~70) hatten sich (im Dezember) gezielt infiziert (Delta!) und die Infektion gut überstanden. Gestern haben sie im Wald Holz gefällt – Langholz statt Long Covid.

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  • am 12.02.2022 um 16:47 Uhr
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    @Martina Frei: Danke Frau Frei für diese hochinteressante und mutmaßlich wichtige Reihe!
    «Nach der mRNA-Impfung von Pfizer/Biontech produzierten die Abwehrzellen zur Überraschung der Forscher tendenziell weniger (anstatt wie erwartet mehr) Entzündungsbotenstoffe, wenn sie mit den Coronaviren (Sars-CoV-2) oder mit Bakterien in Kontakt kamen. …» und «1 Diese Studie ist seit Mai 2021 auf einem «preprint»-Server zu finden. Sie wurde noch nicht von Fachleuten begutachtet. …»
    Wie ist es denn zu werten, dass diese oben zitierte, mir wichtig scheinende Studie trotz milliardenfacher Impfung nur in so extrem kleinen Umfang durchgeführt worden ist und vor allem: warum sie nach einem vollen Jahr noch immer nicht begutachtet worden ist? Andere Studien iZm. Covid wurden ja offenbar in unglaublicher Rekordzeit begutachtet.
    Und weiter: interpretiere ich das im Zusammenhang mit Gürtelrose hier Gelesene insofern richtig, als zumindest nicht ausgeschlossen werden kann, dass durch die mRNA-Impfung (unabhängig von der spezifischen Wirkung bezüglich Covid 19) unser Immunsystem akut und langfristig tatsächlich eher beeinträchtigt als gestärkt werden könnte («Sie scheine die Immunantwort auf Bakterien und andere Viren zu drosseln»)?

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    • am 12.02.2022 um 23:48 Uhr
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      Ob eine Studie in einer Fachzeitschrift veröffentlicht wird, hängt davon ab, ob die Redaktion einer Zeitschrift daran interessiert ist und ob die Wissenschaftler Interesse, Zeit (und oft auch Geld) an der bzw. für die Publikation haben. Welchen Umfang die Studie hat, hängt ebenfalls mit den Ressourcen zusammen. Es gibt diverse Studien im Zusammenhang mit Corona, die auch keine grösseren Umfänge hatten. Wenn eine Gürtelrose auftritt, wird dies üblicherweise als Zeichen gewertet, dass das Immunsystem gerade nicht so fit war wie sonst. Was die Dauer betrifft, kann ich keine Angaben machen.

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    • am 13.02.2022 um 10:30 Uhr
      Permalink

      Noch einmal Danke.
      Dass es zu so einem aktuellen und weltweiten Thema wie Covid auch viele kleine Studien gibt, ist wahrscheinlich zu erwarten.
      Dass aber trotz vielfacher Milliardengewinne in kürzester Zeit (bei gleichzeitigem Milliardenaufwand für die Allgemeinheit) und optimalen Bedingungen für groß angelegte Studien (besser gehts ja gar nicht, oder?), daneben Milliarden betroffenen Menschen offenbar kein Interesse und/oder Geld vorhanden ist, um Studien zu begutachten, ggf. zu bestätigen oder zu widerlegen, die eine allgemeine Beeinträchtigung unseres Immunsystems durch die neuen mRNA-Impfstoffe zumindest ins Mögliche rücken lassen, macht mich sprachlos.
      Als Borreliosebetroffener bin ich auf ein allgemein gut funktionierendes Immunsystem angewiesen (im Grunde ist das ja jeder Mensch). Deshalb hatte ich mir von Anfang an die Frage gestellt, ob die mRNA-Impfstoffe nicht ungünstige Wirkungen diesbezüglich haben könnten.

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    • am 13.02.2022 um 22:17 Uhr
      Permalink

      Dennoch: Wenn die Impfung einen schweren Covid-Verlauf verhindert, wäre eine vorübergehende Gürtelrose nach der Impfung – falls es überhaupt dazu kommt – das kleinere Übel.

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  • am 13.02.2022 um 19:28 Uhr
    Permalink

    Danke für die Artikelserie.

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  • am 13.02.2022 um 21:28 Uhr
    Permalink

    Leider wahr — nur sind das klassische Geschlechtsunterschiede, und nicht jene des „Genders“. Oder sind verschiedenes Körpergewicht, verschiedener Hormonhaushalt, verschiedene Verteilung von Muskel- vs Fettmasse, um nur die augenfälligsten Kriterien für geschlechtsspezifische Pharmakodynamik und -Kinetik zu nennen, „soziologische Konstrukte“ oder „selbstgewählte Neigungen“? Die Autorin täte gut daran, Geschlecht und Gender nicht zu vermischen, und nicht dem allgemeinen Trend zu folgen, „Geschlecht“ immer mehr durch „Gender“ zu ersetzen, weil ersteres uncool „biologistisch“ klingt. Sich wieder einmal die Kategorien klar machen! Denn sonst muss sie sich nicht wundern, wenn Genderologie von den Naturwissenschaften nicht ernst genommen wird und Witze gemacht werden, wie sie neulich in diesem Kanal lamentiert hat.

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  • am 19.02.2022 um 19:18 Uhr
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    Danke für die Artikel.
    Bezüglich fehlender Angaben über Geschlechter-Unterschiede bei den Nebenwirkungen: diese sollten sich doch aus den Rohdaten retrospektiv einfach «nacherfassen» lassen. Das Geschlecht der Versuchspersonen ist ja wohl dokumentiert…

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