Das Spiel: Lustiges aus Papier gestalten

Ein kleines Blatt Papier genügt, um über mehrere Spielrunden für spannende und humorvolle Unterhaltung zu sorgen. Autor Ralf zur Linde ist einer der Kreativsten in der Branche. Es gibt keine Idee, die er nicht verfolgt, keinen Ansatz, den er nicht versucht, kreativ weiterzuentwickeln. Dadurch hat schon manche verrückte Spielidee den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. «Reiss aus» zähle ich da auch dazu. Zu Beginn erhalten alle ein kleines Blatt Papier, in der Form, wie man es auch für Einkaufszettel nutzt, dazu einen Satz Zahlenkarten für die Raterunde.
Über vier Spielrunden betätigt man sich zuerst kreativ, bevor man die entstandenen Kunstwerke zuordnet. Für alle Personen gilt dieselbe Begriffskarte, auf der man sechs Begriffe findet, die einer Zahl zugeordnet sind. Ganz geheim ziehen alle eine Zahlenkarte und erhalten dadurch ihren persönlichen Begriff zugeteilt. Damit startet die kreative Phase. Mit dem eigenen Blatt Papier versucht man, den eben erhaltenen Begriff zu gestalten. Dazu darf man das Papier reissen, knüllen, drehen, biegen – einfach alles, was sich mit den Händen machen lässt. Hilfsmittel sind nämlich nicht erlaubt.
Wie sieht es aus?
So ein Kunstwerk darf auch aus mehreren Teilen bestehen. Trotzdem sollte man sorgfältig agieren. Das kleine Stück Papier muss über sämtliche vier Spielrunden reichen. Die bearbeiteten Papierteile präsentiert man auf einer etwas dickeren Leinwand, so dass der gewünschte Gegenstand hoffentlich erkennbar ist. Wer fertig ist mit seinem Werk, nimmt sich den Zeitstein mit dem grössten Wert vom Tisch. Die Zeitsteine sind eine Art Timer. Liegen keine mehr aus, endet die aktuelle Spielrunde.

Danach wechselt das Spiel in die Raterunde. Was haben die Mitspielenden gestaltet? Mit den eigenen Zahlenkarten legt man seine Vermutung verdeckt neben die einzelnen Bilder. Wer gerne einmal mitraten will: Was ist auf dem Bild oben zu sehen? Die Begriffe gleichen sich häufig, das macht das Gestalten und Raten nicht einfacher. Dafür steigt die Spannung und das Auflösen der einzelnen Kunstwerke wird zu einem grossen Ereignis mit Überraschungen.
Ein Sieg nach Punkten
Am Ende gibt es Punkte für das korrekte Raten, aber auch die Gestalterinnen und Gestalter erhalten Punkte, wenn ein Kunstwerk erkannt wurde. Sind sogar sämtliche Zahlenkarten an einem Bild richtig, erhält man noch die Punkte auf dem Zeitstein als Bonus. Und so lohnt es sich eben auch, eine etwas schnellere Lösung beim kreativen Prozess anzustreben, solange sie noch gut erkannt wird.
Am Ende einer Spielrunde legt man das gebrauchte Papier in den Schachteldeckel. Es darf in den weiteren Runden von allen erneut verwendet werden. Das spart unter Umständen Zeit beim Gestalten.
«Reiss aus» ist ein lockeres, leichtes Spiel für sämtliche Generationen. Ob nun richtige Kunstwerke entstehen oder der Minimalismus ausgelebt wird, spätestens beim Raten amüsiert man sich prächtig und erlebt seine eigenen Aha-Momente. Die Lösung des Bildes oben lautet übrigens: «4 Langbogen».
____________________

Reiss aus
Ein Ratespiel von Ralf zur Linde
Illustrationen: Svetlana Kalyuzhnaya
Für 2 bis 6 Personen
Ab 7 Jahren | 20 Minuten
Verlag: Denkriesen | ca. 22 Fr. / 21 Euro
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Patrick Jerg betreibt seit 15 Jahren die Webseite brettspielblog.ch und veröffentlicht regelmässig Spielkritiken über Brett- und Kartenspiele.
_____________________
➔ Solche Artikel sind nur dank Ihren SPENDEN möglich. Spenden an unsere Stiftung können Sie bei den Steuern abziehen.
Mit Twint oder Bank-App auch gleich hier:
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.








Ihre Meinung
Lade Eingabefeld...