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Schützin Bahiya Al-Hamad aus Katar: Erste Frau von Katar wird die Fahne für ihr Land tragen. © ITN

Auch Saudi-Arabien muss zwei Frauen delegieren

Barbara Marti /  An die Olympiade senden Saudi-Arabien, Brunei und Katar zum ersten Mal Frauen – auf Druck des IOK und der «Human Rights Watch».

Zum ersten Mal an Sommerspielen nehmen auch Boxerinnen teil. Damit gibt es keine Nation und keine Disziplin mehr ohne Frauen. Brunei und Katar hatten schon früher angekündigt, Sportlerinnen zu den Olympischen Spielen zu entsenden. Brunei schickt Maziah Mahusin (Leichtathletik) nach London. Aus Katar nehmen Nada Arkaji (Schwimmen), Noor al-Malki (Leichtathletik), Aya Magdy (Tischtennis) und Bahiya Al-Hamad (Schiessen) an den olympischen Spielen teil.
Bahiya Al-Hamad wird zudem bei der Eröffnungszeremonie die Fahne für ihr Land tragen. Das sei ein historischer Moment, sagte sie dazu.
Aus Saudi-Arabien werden Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shahrkhani (Judo) und Sarah Attar (Leichtathletik) teilnehmen. Dies hat das nationale olympische Komitee nach monatelangen Verhandlungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOK) entschieden. Die 800-Meter-Läuferin Sarah Attar trainiert in San Diego. Zu ihrer Nomination sagte sie, es sei eine «grosse Ehre», als eine der ersten Frauen aus Saudi-Arabien starten zu dürfen. Sie hoffe, dass ihre Teilnahme den Frauen in Saudi-Arabien helfe, Sport treiben zu dürfen.
Druck von «Human Rights Watch»
Anfang dieses Jahres hatte die Menschenrechtsorganisation «Human Rights Watch» dem IOK vorgeworfen, die eigene Charta zu verletzen, wenn Saudi-Arabien weiterhin mit einer reinen Männer-Delegation an Olympischen Spielen teilnehmen dürfe. Die Charta verbietet die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes.
Saudi-Arabien verhindert Frauensport
Saudi-Arabien hindere Mädchen und Frauen systematisch daran, Sport zu treiben, kritisierte «Human Rights Watch». An staatlichen Schulen gebe es keinen Sportunterricht für Mädchen. Das Ministerium für Jugend und Sport fördere ausschliesslich Sporteinrichtungen und Sportklubs für Männer. Für Sportlerinnen gebe es keine Förderprogramme und sie dürften nicht an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Sport treiben könnten Frauen überhaupt nur in teuren privaten Fitnessstudios, die für die meisten Frauen und Mädchen unerschwinglich seien. In Saudi-Arabien würden deshalb sehr viele Frauen an krankhaftem Übergewicht leiden.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Redaktorin und Herausgeberin der Zeitschrift FrauenSicht.

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