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Jacques Baud im Jahr 2016 © rts

Die UBS sperrt die Karten von Jacques Baud

Marco Diener /  Die Sanktionen gegen den Ex-Geheimdienstler Jacques Baud gelten in der Schweiz nicht. Trotzdem straft ihn die UBS ab.

«Die UBS hat beschlossen, ohne Vorwarnung alle meine Bank- und Kreditkarten zu sperren», beklagt sich Jacques Baud gegenüber dem Westschweizer News-Portal «L’Impertinent» (Bezahlschranke). Baud ist empört: «Dabei hatte die Schweiz festgehalten, dass sie die Sanktionen gegen mich nicht übernimmt. Und der belgische Finanzminister hat mir am 6. Februar erlaubt, auf mein belgisches Konto zuzugreifen und Geld zwischen meinem belgischen und meinem Schweizer Konto zu transferieren.»

Die Geschichte begann im Dezember letzten Jahres: Die EU hatte Baud auf eine Schwarze Liste gesetzt, weil er gefährliche Lügen verbreite. Er trete in prorussischen Fernseh- und Radiosendungen auf und fungiere als «Sprachrohr prorussischer Propaganda». Baud ist für Infosperber-Leser kein Unbekannter. Er schrieb bisher fünf Artikel. Sie sind hier zu finden (etwas hinunterscrollen).

Die Sperrung betrifft offenbar nicht nur Bank- und Kreditkarten, sondern auch seine Konti. Denn die Rente des ehemaligen Geheimdienstlers, die stets um den 6. des Monats auf dem Konto gutgeschrieben wird, fehlt noch immer. «L’Impertinent» wollte von der UBS wissen, warum sie die Karten gesperrt hat und warum die Rente nicht gutgeschrieben wurde. Die Antwort der UBS: «Kein Kommentar.»

Baud erinnert sich an einen Anruf am 13. Februar. Eine UBS-Angestellte fragte ihn, ob Sanktionen gegen ihn ausgesprochen worden seien. Sie habe eine entsprechende Nachricht in der Zeitung gelesen. Baud betonte, dass die Sanktionen gegen ihn in der Schweiz nicht gälten. Er empfahl ihr, beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) nachzufragen.

Gegenüber «L’Impertinent» bestätigte das Seco, dass die Schweiz die Sanktionen gegen Baud nicht übernommen habe. Aber das Seco teilte auch mit: «Die Banken sind frei, aus Risiko- und Reputationsgründen über die Vorgaben des Bundes hinauszugehen und internationale Sanktionen zu übernehmen.»

«L’Impertinent» kritisiert die UBS für ihre inkonsequente Geschäftspolitik. Sie erinnert an Jeffrey Epstein. Dieser hatte sich schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet zu haben, und wurde 2008 zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Deshalb sperrte die US-Grossbank J.P: Morgan 2014 seine Konti. Dennoch stellte ihm die UBS noch eine Kreditkarte aus. Erst nach ein paar Monaten sperrte sie diese wieder. Für Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell führte die Bank aber noch bis mindestens 2019 mehrere Konti.

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