Starbucks versteuert den Gewinn nicht da, wo er verdient wird. © Starbucks

Starbucks versteuert den Gewinn nicht da, wo er verdient wird.

SBB kooperieren mit Steuer-Trickser-Multi

Christian Müller / 20. Nov 2013 - Unverständlich: Die SBB haben für das rollende Kaffeehaus ausgerechnet den internationalen Steuer-Trickser Starbucks ausgewählt.

Zu verschiedenen Malen hat Infosperber darauf aufmerksam gemacht und en détail aufgezeigt, wie internationale Konzerne ihre Gewinne so verschieben, dass sie dort anfallen, wo am wenigsten Steuern bezahlt werden müssen. Einer der grossen Konzerne, die das höchst effizient handhaben, ist der Kaffeehaus-Betreiber Starbucks. Mit allerdings einem höchst peinlichen Regiefehler: Starbucks verkündete in der Werbung für die Aktionäre, das Geschäft in Grossbritannien laufe hervorragend. Gegenüber den Steuerbehörden in UK aber wies der Konzern einen Null-Gewinn aus. In der Folge mussten die zuständigen Manager in London vor dem Finanzausschuss des britischen Unterhauses antraben und sich in einem Hearing rechtfertigen – was erwartungsgemäss nicht wirklich gelang. Man höre dazu den exzellenten Bericht im «Echo der Zeit» von Martin Alioth.

Nun haben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, ein staatseigener Betrieb notabene, ausgerechnet diesen Steuer-Trickser ausgewählt, um auf der Linie Genf-St-Gallen-Genf rollende Kaffeehäuser zu initiieren. Das zeugt nicht nur von schlechtem Geschmack, es ist skandalös. Im Öffentlichen Verkehr, der aus Steuergeldern massiv subventioniert wird, einen internationalen Steuer-Trickser zum Monopol-Partner zu machen, zeigt mit aller Deutlichkeit, wie in den Chefetagen der grossen Firmen gedacht wird. Vom Staat Subventionen zu beziehen, dem Staat aber die ihm zustehenden Steuereinnahmen zu entziehen helfen, ist heute offensichtlich nicht einmal mehr ein Gentleman-Delikt. Es ist «Business as usual».

Wie ganz konkret die transnationalen Konzerne die Gewinne intern verschieben, kann hier auf Infosperber nachgelesen werden.

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