Videospiele beeinflussen die Rollenbilder von Jugendlichen. © gflo

Videospiele beeinflussen die Rollenbilder von Jugendlichen.

Videospiele fördern Rollenklischees bei Teenagern

Barbara Marti / 19. Jun 2017 - Populäre Computerspiele zementieren stereotype Frauen- und Männerbilder. Dies zeigt die erste grosse Studie mit Jugendlichen.

Ein amerikanisch-französisches Forschungsteam der Universitäten Iowa State, Grenoble Alpes und Savoie Mont Blanc hat den Einfluss von Fernsehen, populären Videospielen und der Religion auf die Geschlechterbilder von 13’500 französischen Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahren untersucht. Die Fachzeitschrift «Frontiers in Psychology» hat sie veröffentlicht.

Klischeehafte Charaktere

Das Ergebnis: Teenager, die mehr Zeit als ihre Altersgenossen mit populären Videospielen verbringen, vertreten häufiger traditionelle Rollenbilder. Laut Laurent Bègue, Psychologe der Universität Grenoble Alpes und Co-Autor der Studie, sind klischeehafte Darstellungen von Frauen und Männern in populären Videospielen der Grund: Frauen seien in diesen Videospielen häufig unterrepräsentiert, sagte er gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP. Sie haben passive und zweitrangige Rollen oder seien sexualisierte Objekte. Männer hingegen würden als aktiv, stark und heldenhaft dargestellt. Bègue rief die Entwickler von Blockbustern dazu auf, mehr darauf zu achten, wie sie Frauen und Männer darstellen.

Religion prägend

Der Einfluss des Fernsehens auf die Rollenbilder von Jugendlichen ist laut der Studie geringer als derjenige der Videospiele. Hingegen sei der Einfluss der Religion grösser. Religiöse Jugendliche vertreten häufiger traditionelle Rollenbilder als Gamer.

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Dieser Artikel erschien Anfang Mai auf der Internet-Zeitung FrauenSicht.ch.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine. Barbara Marti ist Herausgeberin und Redaktorin der führenden Online-Zeitung für engagierte Frauen und Männer Frauensicht.ch.

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3 Meinungen

Für das Geld dieser Studie würde ich Gymnasialschüler nachweisen lassen, dass und wie auch Struwwelpeter, Max und Moritz sowie Micky Maus und Globi Rollenklischees bedienen, so weit dies nicht schon längst geschehen wäre.
Pirmin Meier, am 19. Juni 2017 um 12:01 Uhr
Populäre Computerspiele sind oft auch so genannte Killergames. Viele Killergames wurden, wie Kriegsfilme meistens auch, in Zusammenarbeit mit der amerikanischen Armee der USA produziert. Das Ziel: Die Akzeptanz für den Kriegsdienst in den USA soll so gefördert und die Rekrutierung erleichtert werden. Das Videospiel „Doom“ verwendete das US-Marine Corps in abgewandelter Version mit dem Namen „Marine Doom“, um seinen Rekruten das Töten beizubringen. Auch die Rüstungsindustrie ist bei der Games-Industrie dabei. Die Softwareentwickler bei der virtuellen Darstellung der Games greifen gern auf reales Militärgerät zurück, in Deutschland auf den Panzer „Leopard 2A5, den „Eurofighter“ usw. Auch der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der auch in Zürich-Oerlikon Kriegsgeräte produziert, ist mit seinen Fahrzeugen mit Rheinmetall-Logo dabei. (Junge Welt, 14.12.2011 / Thema / Seite 10 Krieg auf dem Rechner Virtuelle Waffensysteme)

Gleiche “Erfolgserlebnisse”, wie in Killergames wie Counter Strike hatten Deutsche im Zweiten Weltkrieg in der Realität, sie töteten Millionen Menschen in der Sowjetunion, in Polen, auf dem Balkan, in Griechenland, in Frankreich. Sie fotografierten sogar ihre Verbrechen, wie seinerzeit in der Wehrmachtausstellung zu sehen war. (https://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtsausstellung)

Wie in Killergames fallen heute Syrer, Iraker, Kurden, Jemeniten, Libyer, Somalier.

Siehe auch: Rudolf Hänsel: »Game over! », Wie Killerspiele unsere Kinder manipulieren, Berlin 2011
Heinrich Frei, am 19. Juni 2017 um 16:39 Uhr
@Frei. Die junge Welt ist jene kommunistische Zeitschrift, die sich zur DDR-Zeit für NVA und Stechschritt verwendete, den sie im Gegensatz zu US-Bräuchen nicht militaristisch fand. Neuestens solidarisiert sich die JW mit Anti-IS-Kämpfern, was ziemlich waffenfreundlich ist und welche vermutlich in ihrer Kindheit auch schon Soldätelis gespielt haben. Freis Ausführungen betr. US-Werbung für den Kriegsdienst scheinen mir holzschnittartig und tendenziös. Sowieso wird nicht jeder Ausbildner ein Sergeant Hartmann. Im Sinn von Clausewitz ist Töten und Tötenlernen nicht das Ziel militärischer Ausbildung.

Mein eigener ältester Enkel bevorzugte über Jahre Weltraumkriegsspiele, die er aber nun in keiner Weise als Werbung für die Schweizer Armee oder auch für die US-Armee interpretierte, jedoch stets fand, das sei viel spannender als die kitschigen Geschichten, womit seine Religionslehrerin ihn langweilte. Von den mir selber noch bekannten, aus meiner Sicht ruchlosen Computerspielen gehörte eines, das von SVP-nahen Idioten vor etwa 10 Jahren verbreitet wurde und wobei man u.a. Richter abschiessen musste. Auf dieses Spiel hat mich ein damals vierzehnjähriger aber noch sehr kindischer Schüler aufmerksam gemacht, der davon begeistert war. Heute denkt er ordentlich gegenteilig. Herr Blocher weiss freilich nichts von Computerspielen und Kriegsspielen, hingegen gvätterlete sein Idol, Dienstverweigerer und Theologie Karl Barth, noch vor der vorletzten Jahrhundertwende gern mit Zinnsoldaten.
Pirmin Meier, am 19. Juni 2017 um 17:36 Uhr

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