SVP lügt über Klima unbeirrt weiter

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Red. / 21. Aug 2016 - «Wider besseres Wissen» verbreite die SVP, der Mensch beschleunige die Erwärmung nicht, sagt Klimaforscher Thomas Stocker.

Wer wider besseres Wissen etwas behauptet, lügt. Den Vorwurf hatte der Berner Klimaforscher Thomas Stocker bereits im November 2015 erhoben (siehe Infosperber vom 25.11.2015: «Klimaforscher liest SVP die Leviten»). Aber die SVP verbreitet auf ihrer Homepage immer noch ihr unverändertes «Klima-Positionspapier» aus dem Jahr 2009.

Darin schreibt die SVP unter anderem:

«Seit dem Jahr 1998 hat es weltweit keine Erwärmung mehr gegeben, seit 2005 kühlte es gar ab. … Auch in der Schweiz wurde das bisher wärmste Jahr 1994 seit nunmehr über einem Jahrzehnt nicht mehr übertroffen. Man kann somit keinesfalls von einem kontinuierlichen, starken Anstieg der Temperaturen sprechen. … Das UNO-Gremium IPCC räumt ein breites Unwissen über das Funktionieren des Klimasystems ein. Doch wenn man nicht versteht, wie das Klima entsteht, kann man auch keine Prognosen für seine Zukunft abgeben.»

Daraus leitet die SVP unter anderen folgende Forderungen ab:

  • In der Schweiz machen Anstrengungen zur Begrenzung der CO2- Emissionen höchstens dann Sinn, wenn sie Teil eines weltweit koordinierten Prozesses sind, an dem sich sämtliche Länder, die bedeutende Mengen an CO2 ausstossen, verbindlich beteiligen [im Klartext: nie]. Als Illustration zählt die SVP als grösste CO2-Sündenböcke die USA (22 Prozent des menschenverursachten CO2), China (18 Prozent), Russland (5,6 Prozent), Indien (5 Prozent) und Japan (5 Prozent) auf. Ganz abgeschlagen am Schluss der Liste kommt die Schweiz mit lächerlichen 0,1 Prozent des menschenverursachten Ausstosses von CO2. Auf das Erwähnen von Liechtenstein verzichtet die SVP, weil sonst auch den letzten Lesenden auffallen würde, dass 1,37 Milliarden Chinesen mehr CO2 verursachen als 8 Millionen Schweizerinnen und Schweizer. Auf eine Statistik des CO2-Ausstosses pro Kopf der Bevölkerung verzichtet das «Positionspapier» wohlweislich.
  • Die Schweiz soll aus den internationalen Verträgen möglichst rasch austreten und das Schweizer CO2-Gesetz dann sofort aufheben. Die Schweiz soll an keinem neuen Klimaabkommen teilnehmen – ausser sämtliche Länder, die viel CO2 emittieren, beteiligen sich ohne Ausnahme verbindlich (siehe oben). Auf den Pro-Kopf-Verbrauch der Länder kommt es nicht an.
  • Den Anliegen der Wirtschaft ist angemessen Rechnung zu tragen.

Sie können das vollständige SVP-Positionspapier hier konsultieren.

Stocker: «Möglichst schnell auf erneuerbare Energiesysteme umstellen»

Anderer Ansicht ist Klimaforscher Professor Thomas Stocker: «Mit Pflästerchen können wir den Klimawandel nicht beschränken. Es braucht eine neue industrielle Revolution – die Dekarbonisierung. Das heisst, fossile Energiesysteme auf erneuerbare umstellen.» (SoZ vom 12.6.2016)

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26 Meinungen

Ich bin kein Freund der SVP, frage mich aber wieso Infosperber einen derartig einseitigen Bericht veröffentlicht.

Googeln Sie doch einfach mal unter CO2 Lügen. Sie werden staunen!
Da finden Sie unter anderem Aussagen wie:

"Was als unerschütterliche Wahrheit streng wissenschaftlich daher kommt, kann als geschickte, ja geniale Propaganda enttarnen, wer sich nicht nur einseitig informiert. Es gibt aus den letzten Jahren cirka 800 wissenschaftliche Veröffentlichungen, die die CO2-Treibhausthesen widerlegen."
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13466483/Die-CO2-Theorie-ist-nur-geniale-Propaganda.html


Wer wider besseres Wissen etwas behauptet, lügt. Dies gilt auch für Infosperber.
Es ist durchaus angebracht die Aussagen von Professor Thomas Stocker zu hinterfragen.

Mit den CO2-Steuerabgaben wird der Bürger gewaltig über den Tisch gezogen. Für unseren Staat sind diese aber in der Zwischenzeit unverzichtbar. Wer lügt nun wirklich?
Christian WALTER, am 21. August 2016 um 15:32 Uhr
Schade, dass wir in diesem Forum mit Herrn Walter bereits einen Klimaleugner haben, der noch dreister argumentiert als die SVP. Natürlich findet man im Internet Tausende von Meinungen solcher Menschen, welche der etablierten Lehrmeinung widersprechen, genau wie es Leute gibt, welche glauben, dass die Erde hohl oder gar flach sei. Herr Walter hat zwar Recht, dass eine Lehrmeinung nicht unbedingt richtig sein muss, z.B. halte ich die Meinungen der meisten Uni-Oekonomen für fehlgeleitet, aber es gibt auch messbare und kalkulierbare Tatsachen. Es sind längst nicht mehr Treibhausthesen, sondern Fakten, auch wenn man sich überlegen kann, ob die beobachtete Effekte einmal durch andere, grössere überlagert werden könnten. Grosse Vulkanausbrüche oder Meteoriteinschläge würden z.B. einiges ändern.

Ein valide Position der SVP und der Klimaleugner wäre: Uns ist die Klimaerwärmung egal, obwohl sie Millionenen von Menschen umbringen wird, uns wird es ja nicht treffen, ausser vielleicht ein paar Skigebiete (und die kann man mit Kunstschnee retten). Aber so etwas kann man als anständiger Mensch ja nicht sagen oder nur denken, also flüchten sich diese Leute in eine Phantasiewelt, wo die Gesetz der (Klima-)Physik und der Biologie nicht gelten. Oder die Gesetze der Logik, durch Negieren des Unterschieds von absoluten und relativen Werten bei Ländern unterschiedlicher Grösse.
Theo Schmidt, am 21. August 2016 um 17:10 Uhr
Zumindest die SVP-Behauptungen zu dem Temperaturen in der Schweiz können gut überprüft werden: mit den Statistiken von Meteo Schweiz und anderen und durch eigene Beobachtungen. Beides zeigt auf eindrückliche Weise wie die Temperaturen stetig steigen. Insbesondere im aktuellen Jahr, das schon jetzt mit Sicherheit eines der wärmsten seit den regelmäßigen Klimamessungen werden wird, nach dem bisher wärmsten Jahr im 2015.
Was sollen also die Fehlbehauptungen von SVP und Christian Walter?
Heini Glauser, am 21. August 2016 um 20:22 Uhr
Professoren haben auch einmal einstimmig über Jahrhunderte hinweg -auftragsgemäss- dafür plädiert, die Erde sei flach und im Mittelpunkt des Universums.

Obwohl der Mensch Hirn hat und denken könnte, sind wir heute offensichtlich keinen Schritt weiter, zumindest was die Mehrheit anbelangt.

Wie kommt man nur auf die Idee, dass das CO2 eine klimaschädliche Wirkung hat?
Hier werden ganz einfach Ursache und Wirkung verwechselt.
Christian WALTER, am 21. August 2016 um 22:34 Uhr
Das ist ganz einfache Physik und Logik, lieber Herr Walter. Mit diesem leider sehr umständlichen Link sehen Sie die Klimadaten der letzten 60 Jahre dargestellt:

http://herdsoft.com/climate/widget/image.php?width=500&height=300&title=Temperaturen+der+Erdoberfl%E4che+seit+1955&co2_axis=CO2+Konzentration+%28ppm%29&start_year=1955&
temp_rgb=000000%22%20width=%22500%22%20height=%22300%22

Sie sehen, die Temperaturen folgen im Mittel recht gut der CO2 Konzentration, und wenn man das ausrechnet, kommt etwa dasselbe heraus, so dass eine Extrapolation in die Zukunft zulässig und plausibel ist. Ihre Idee, dass steigende Temperaturen eine Erhöhung der CO2-Konzentration verursacht, ist zunächst zwar abwegig, aber leider prophetisch: Es entsteht eine Rückkopplung, der Wasserdampf in der Atmosphäre nimmt zu, und somit auch Anzahl und Heftigkeit von Stürmen. Und falls bisher gebundene Methandepots freigesetzt werden, wird es noch viel schlimmer, auf lange Zeit hin unumkehrbar.

Natürlich wird nicht das *Klima* geschädigt, sondern die *Menschen* werden geschädigt, durch Hungersnöte und Vertreibung von flachen Küstenregionen.

Ich gebe Ihnen Recht, dass sowohl Professoren als auch «die Mehrheit» sich oft irren. Aber die Klimaleugner handeln ganz einfach gegen den gesunden Menschenverstand und riskieren enorm viel Leid für ein bisschen Profit in der Gegenwart.
Theo Schmidt, am 22. August 2016 um 08:38 Uhr
Nicht zu glauben, dass sich nach all den Jahren der Klimaforschung und -Debatte noch immer Kommentatoren (NB: kaum -innen) zu Wort melden, die meinen, physikalische Zusammenhänge und wissenschaftlich belegbare Befunde anzweifeln zu müssen. - Dabei geht es in diesem Beitrag ja eigentlich um die politische Dimension: Nämlich um ein Positionspapier der immerhin grössten (wenn auch bei weitem nicht Mehrheits-) Partei, das nicht nur fachlich dreist daneben haut, sondern auch schlicht veraltet ist: Seit letztem Dezember, als in Paris das neue Klimaabkommen beschlosen wurde, IST die Schweiz »...Teil eines weltweit koordinierten Prozesses [...], an dem sich sämtliche Länder, die bedeutende Mengen an CO2 ausstossen, verbindlich beteiligen».
Höchste Zeit also - auch für die SVP - sich bis zum formellen Inkrafttreten (die notwendigen Länder-Ratifikationen könnten bereits Anfangs 2017 erreicht werden) darauf zu konzentrieren, Kräfte und Kapazitäten statt für Rauchpetarden für konstruktive Vorschläge zur Umsetzung auch in der Schweiz zu bündeln. - Auch zum Wohle der Schweizer Wirtschaft, wenn wir nicht den internationalen Anschluss verpassen wollen...
Jürg Staudenmann, am 22. August 2016 um 15:29 Uhr
»...dass sich nach all den Jahren der Klimaforschung und -Debatte noch immer Kommentatoren (NB: kaum -innen) zu Wort melden, die meinen, physikalische Zusammenhänge und wissenschaftlich belegbare Befunde anzweifeln zu müssen."

Doch, in unserem Kreis teilt Sonja Reber die Sorgen der Klimaleugner, ausser wenn wir sie haben umstimmen können, in diesem Beitrag: http://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Klima-Ohne-radikale-Massnahmen-geht-es-nicht

Es gibt Leute, die leugnen, dass sich die Temperatur überhaupt erhöht, solche die das zugeben, aber zuversichtlich sind, dass die Natur oder der Mensch es wird richten können, solche die das zugeben, aber sagen es mache nichts oder sei sogar toll, solche die das zugeben, aber leugnen, dass es etwas mit den menschlichen Aktivitäten zu tun hat, usw, usw.

Vielen ist gemeinsam, dass sie die Akteure in der Klimadebatte als eine Art Verschwörung betrachten, andere wissen sehr wohl, um was es geht, aber es ist ihnen gleich oder sie sind von den einschlägigen Firmen bezahlt.

Bei der SVP vermute ich beides, da diese Partei zwar vorgibt, für die individuelle Freiheit zu sein, aber tatsächlich entgegen dieser eher die Interessen der einschlägigen Firmen vertritt, noch mehr als die FDP.
Theo Schmidt, am 23. August 2016 um 12:40 Uhr
Gerne widerlege ich ihren Punkt 6, Frau Reber. Wenn Sie schon mit Zahlen und Fakten der Wetterstation Zürich argumentieren, wäre eine Überprüfung Ihrerseits doch fair gewesen.
Hier die Jahresmitteltemperaturen (in Grad Celsius) von 1989 bis 2015 der SMA-Station Zürich Fluntern (in der Reihenfolge von 89-15):
9.58 - 9.90 - 8.87 - 9.52 - 9.11 - 10.47 - 9.24 - 8.23 - 9.54 - 9.59 - 9.48 - 10.37 - 9.63 - 10.39 - 10.22 - 9.45 - 9.25 - 9.75 - 10.09 - 9.63 - 9.87 - 8.81 - 10.47 - 9.71 - 9.06 - 10.61 - 10.57
Auf den ersten Blick sieht dies nicht sehr spektakulär aus, aber die Trendkurve ist eindeutig: 1989 lag das langjährige Mittel noch bei 9,4 Grad Celsius, im 2015 lag dieses Mittel schon bei 10 Grad Celsius. Das langjährige Mittel von 1960 bis 1986 lag noch bei 8,5 Grad Celsius.
Ihre Aussage 4 sollten Sie unbedingt auch mit offiziellen Zahlen (aufgrund von Eiskern-Bohrwerten) überprüfen, dann werden Sie vielleicht ein bisschen vorsichtiger mit «Ihren Fakten».
Heini Glauser, am 25. August 2016 um 09:01 Uhr
Frau Reber (SR) negiert physikalische Gesetze und Messungen, und erzählt zusätzlich Halbwahrheiten. Das sind klassische Methoden von Hardcore-KlimaleugnerInnen. Beim Thema dieses Artikels geht es um die SVP. Welches Verhältnis hat SR zu dieser Partei?

1. Hier erzählt SR Unsinn. Siehe die Diskussion auf http://www.infosperber.ch/Artikel/Umwelt/Klima-Ohne-radikale-Massnahmen-geht-es-nicht

2. Hier hat SR recht, aber vergisst dabei zu erwähnen, dass diese im Allgemeinen viel langsamer vor sich gingen als heute und dass auch Massenaussterbungen von Arten natürliche Phenomene sind. Der gegenwärtige Klimawandel geht jedoch viel schneller vor sich wegen der menschlichen Freisetzung von Treibhausgasen, wie 97% der Wissenschaftler meinen.

3. Wie Herr Walter vertauscht SR einfach Ursache und Wirkung, auch wenn sich diese schon gegenseitig beeinflussen.

4. Laut einigen Forschern stimmt dies, aber das war vor hunderten von Millionen Jahren mit ganz anderen Bedingungen. Das hat gar nichts mit dem heutigen Leben der Menschen zu tun. Zweifellos werden zahlreiche Säugetiere, Bäume und sogar einige Menschen die jetzige Klimaerwärmung überleben, aber aber-Millionen heute lebende Menschen werden das nicht. KlimaleugernerInnen handeln ganz wörtlich nach der Devise «nach mir die Sintflut».

5. Beide Effekte sind kleiner als die gegenwärtig Besorgnis erregenden.

6. Dien von Heini Glauser beigesteuerten Werte eigen eine Trendlinie, die in den letzten 25 Jahren um fast 0.5 Grad zugenommen hat.
Theo Schmidt, am 25. August 2016 um 10:08 Uhr
Frau Reber weist richtigerweise darauf hin, dass man mit der Wahl eines Orts und einer kurzen Periode verschiedene Trends ablesen kann und macht das gleich selber. Zürich hat sie selber ausgewählt.

Relevanter sind natürlich globale Daten. Diejenigen der NASA sind hier abrufbar und verschiedentlich darstellbar:

http://data.giss.nasa.gov/gistemp/graphs/#

Wenn man genau die letzten 100 Jahre nimmt, ist eine globale Erwärmung um 1 Grad erkennbar, wobei der grösste Zuwachs in den letzten 50 Jahren erfolgte. Wenn man die Periode 1880-1910 nimmt, ist ein Abkühlung um 0.2 Grad erkennbar. Trotzdem ist ein langjähriger, stichfester Trend deutlich sichtbar, z.B. seit 1880 bis heute 0.85 Grad und beschleunigend.

Immer noch unbeantwortet ist die Frage der Motivation von Frau Reber, immer wieder ihre Falschaussagen zu wiederholen.
Theo Schmidt, am 25. August 2016 um 12:14 Uhr
Frau Reber, Sie argumentieren sehr ungenau.
Der von Ihnen berechnete Durchschnittswert von 8,6 Grad Celsius von 1836 bis heute (?) zeigt schon alleine, dass sich in den letzten 27 Jahren einiges verändert hat. Der Durchschnittswert der letzten 27 Jahre liegt bei 9,65 Grad Celsius, und damit ein Grad über dem Mittelwert der letzten 180 Jahre, wie von Ihnen eingebracht.
Wenn ich die 27 Jahre in drei 9-jährige Perioden teile ergibt sich eine Steigerung von 9,38 Grad (1989-1997) auf 9,79 Grad (1998-2006) und 9,87 Grad (2007-2015).
Nehmen Sie bitte keine Jahresdurchschnitte eines einzelnen warmen Jahres oder irgend einer Jahresgruppe, die Sie gezielt auf hohe Temperaturen auswählen, sondern bilden Sie Durchschnittswerte von gleichlangen Perioden. Nur so macht eine längerfristige Betrachtung Sinn.
Wer die Entwicklung der globalen monatlichen Durchschnittstemperaturen eindrücklich dargestellt sehen will, findet dies auf folgender Internetseite:
http://gizmodo.com/one-of-the-most-convincing-climate-change-visualization-1775743779
Wer danach noch meint, sie oder er müsse den aktuellen, wissenschaftlich breit erforschten Klimawandel bestreiten, disqulifiziert sich selber.
Heini Glauser, am 25. August 2016 um 15:06 Uhr
Danke Theo Schmidt für die NASA-Grafik, diese sollte eigentlich auch jedem SVP-Mitglied einleuchten.
Insbesondere die Bauern, die die SVP vertreten will, werden vom zunehmeden Klimawandel, stark betroffen sein. Durch Intensivregenfälle, lange Trockenperioden und andere Klima- und Wetterkapriolen.
Heini Glauser, am 25. August 2016 um 16:24 Uhr
Willkommen auch zurück, Frau Reber. Es ist bis zu einem gewissen Grad spannend, Ihren Ablenkungen nachzugehen. Praktisch alles, was sie sagen ist falsch, wie mehrfach nachgewiesen. Was mich interessiert, ist weshalb Sie so viel Energie in diese Falschaussagen stecken. Haben Sie ein Mandat von einer PR- oder Rohstoff-Firma, der russischen Botschaft oder der SVP :-) ? Klären Sie uns doch auf! Ansonsten: http://www.dontfeedthetroll.de/was-ist-ein-troll.html
Theo Schmidt, am 25. August 2016 um 20:35 Uhr
Frau Reber verwendet sehr geschickt die Technik der Ablenkung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Red_Herring_%28Redewendung%29

Es sind keine Fakten, die sie präsentiert, sondern Verdrehungen davon, geschickte Desinformation.

Bei jemandem, die so gut schreibt und gekonnt argumentiert wie Sonja Reber und sonst nicht auf dem Internet publizistisch zu finden ist, ausser im Infosperber immer in derselben Rolle - der Verteidung von schädlichen Industrieaktiväten, ist ein Pseudonym oder eine versteckte Agenda wahrscheinlich.

Es gibt natürlich auch die Rolle des «advoctus diaboli», die ich auch sehr liebe (meine politischen Weggefährten können ein Lied davon singen!), aber ein echter «advoctus diaboli» aus Leidenschaft mischt sich vielfach ein und nicht nur in einer begrenzten Thematik.

Ich bin da transparenter, bin Mitglied bei den Grünen und vielen Umweltorganisationen inkl. Greenpeace, ursprünglich Physiker und Ozeanograph, jetzt Ingenieur, liebe schriftliche Streitgespräche, und habe sogar mal im selben Gebäude wie Thomas Stocker gearbeitet, allerdings nicht im selben Institut.
Theo Schmidt, am 26. August 2016 um 10:03 Uhr
Frau Reber, Sie verlangen Beweise und Fakten. Dann argumentieren Sie bitte korrekt. Wie schon dargelegt und mit Zahlen eingebracht lag die Durchschnittstemperatur der letzten 27 Jahre exakt bei 9,65 Grad Celsius. Der von Ihnen berechnete Durchschnittswert von 8,6 Grad Celsius von 1836 bis heute (?) liegt also 1,05 Grad höher und nicht «in den letzten 25 Jahren in Zürich 0.5 °C», wie von Ihnen im letzten Beitrag gerade behauptet. - Um ganz korrekt zu sein, lag die Durchschnittstemperatur der letzten 25 Jahre (1991-2015) bei 9,68 Grad!
Ihre Annahme, dass 3% der Wissenschafter evtl. mehr verstehen, als die 97% anderen, mag ja eine interessante Annahme sein. Aber Ihr früherer Vergleich mit Galileo hingt massiv. Denn Galileo stand zu seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegen ein Bollwerk von religiöser, wirtschaftlicher und politischer Macht. Als «Klimaveränderungsgegenerin» stehen Sie und einige Wissenschafter, auf die Sie sich offensichtlich stützen, heute eher auf der Seite der dominierenden wirtschaftlichen und politischen Macht. Massnahmen zur Reduktion des Verbrauches von fossilen Energie (v.a. Erdöl und Kohle) werden zwar gefordert und dürften sogar langsam mehrheitsfähig sein, sie werden aber von der einschlägigen Lobby und immer noch von einer Mehrheit unserer ParlamentarierInnen systematisch blockiert und bekämpft. So auch und sehr dominant von den SVP-Leadern. Damit wären wir beim ursprünglichen Infosperber-Artikel. S. den heutigen Artikel «Liberalen Freunde .."
Heini Glauser, am 26. August 2016 um 11:51 Uhr
zum vorherigen Kommentar:

https://de.wikipedia.org/wiki/Desinformation
Theo Schmidt, am 26. August 2016 um 14:46 Uhr
Toll Frau Reber, dass wir mindestens in einigen Punkten einig sind. Ich zitiere:
"Ich finde es richtig, die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren.»
PolitikerInnen dürfen und sollen selber denken.
und
"die Solarenergietechnik vorantreiben».
Weil Sie viele Ihrer Argumente aus der Tabelle des Bundesamtes für Statitik zu den Mitteltemperaturen von 1836-2004 ableiten - s. unter http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/dienstleistungen/history/01/00/02/03.html
habe ich diese Tabelle nun auch heruntergeladen und darin einige Betrachtungen gemacht.
Diese Daten bestätigen für Zürich, insbesondere wenn man sie noch mit den Temperaturen der letzten 11 Jahre ergänzt, den Trend zu zunehmend wärmeren Jahresmittelwerten.
Von 1836-1993 gab es 4 Jahre mit Durchschnittstemperaturen über 10 Grad, das wärmste Jahr war 1949 mit 10,4 Grad.
Von 1994-2004 gab es auch 4 Jahre mit über 10 Grad, davon 1994 mit 10,5 Grad.
Von 2005-2015 gab es wiederum 4 Jahre mit über 10 Grad, davon mit den zwei bisher wärmsten Jahren 2014 und 2015 mit 10,6 Grad.
Wenn diese Zahlenreihen nicht ein Indiz geben, dass es wärmer wird, hilft Ihnen vielleicht der Blick in die Natur. Für mich sind dabei die alpinen Gletscher eindrückliche Zeugen der Erwärmung: z.B. der Unteraargletscher seit 1990 einen Kilometer zurückgeschmolzen. Beim Hüttenaufstieg zur Lauteraarhütte hat der Gletscher in dieser Zeit mehr als 30 Meter Höhe verloren.
Ich beschliesse mit diesen Erklärungen meine Kommentare zu dieser Klimadiskussion.
Heini Glauser, am 26. August 2016 um 15:19 Uhr
Für englisch-Lesende:

https://www.e-education.psu.edu/geog438w/node/432
http://www.theherald.com.au/story/1939492/opinion-climate-change-deniers-use-tobacco-tactics/
etwas älter aber immer noch aktuell: http://grist.org/series/skeptics/
ausführlich: http://www.skepticalscience.com/argument.php
Theo Schmidt, am 26. August 2016 um 18:25 Uhr
Frau Reber hat recht: Egal ob sie wie behauptet eine nur-Hausfrau oder ein PR-Profi ist, oder eine politische Agenda hat, wir sollten dankbar sein für den Denksport, ihren verdrehten Fakten, Ablenkungen und falschen Behauptungen entgegnen zu dürfen.

Hier eine kurze Zusammenfassung gesicherten Wissens zur Klima-Thematik:

- Das Klima hat sich seit der letzten Eiszeit 4-5° erwärmt, wobei es auch zwischendurch Abkühlungen von 1-2° gab, z.B. die «kleine Eiszeit».

- Vorher gab es viel grössere Temperaturschwankungen und auch massenhaftes Artensterben.

- Die Temperatur wird von vielen Faktoren beeinflusst, am stärksten durch «Treibhausgase».

- Der «Treibhauseffekt» ist unglücklich benannt, aber reell.

- Gegenwärtig trägt das von Menschen zusätzlich freigesetzte C02 am meisten zur Erwärmung bei. Ca. 3% von Wissenschaftlern bezweifeln dies.

- Die Klimamodelle sind aussagekräftig genug, um eine Extrapolation in die Zukunft zu erlauben, unter Berücksichtigung verschiedener möglichen Szenarien.

- Andere Faktore könnten auftreten und alles ändern, z.B. grosse Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge oder gross angelegtes «Geoengineering».

- Schon die gegenwärtige kurzfristige Erwärmung und das höhere CO2 führt zu mehr Problemen: Vertreibung von Bevölkerungen, stärkere Wetterschwankungen, Versauerung des Meeres -> Korallensterben -> lokale Hungersnöte.

- Es würde vergleichsweise wenig kosten, eine starke Klimaerwärmung zu vermeiden. Dies ist beschlossen, wird aber nicht gemacht.
Theo Schmidt, am 29. August 2016 um 20:07 Uhr
Auch so kurz wie möglich:

Die prähistorischen Bedingungen haben nichts mit unseren heutigen Problemen zu tun.

Klar übertrifft die Wirkung von grossen Katastrophen alles andere. Vor etwa 200 Jahren ewirkte der Ausbruch eines einzigen Vulkans Hungersnöte in Europa. Das ist aber kein Grund, die sonstige Klimaerwärmung zu leugnen.

Der Effekt der Variation der Sonneneinstrahlung ist gegenwärtig viel kleiner als die sonstigen Effekte.

Der «Treibhauseffekt» ist schlecht benannt, weil es das, was heute darunter verstanden wird, trotzt Messbarkeit gerade kaum in Treibhäusern gibt, wo man besser vom Glashaueffekt sprechen sollte, sondern in planetarischen Atmosphären. Dies zu leugen, ist extrem unwissenschaftlich.

Die Wirkung von Treibhausgasen, auch das antropogene CO2, ist ganz real, messbar und bewiesen.

Eine Wettervorhersage einen Monat im Voraus ist etwas ganz anderes als ein Klimamodell.

Frühere Klimaprobleme haben grosse Schäden angerichtet. Das ist kein Grund, die zusätzlichen Probleme durch die gegenwärtige Klimaerwärmung zu leugnen.

Das Klima lässt sich wohl nicht kontrollieren, wohl aber «kaputt machen», d.h. Millionen von Menschen ihre Lebensgrundlagen entziehen. Schlimmer als extreme KlimaleugnerInnen wie Frau Reber sind für mich allerdings ganz normale Regierungen und Verwaltungen wie unsere, welche zwar die Probleme erkannt haben, aber viel zu wenig dagegen unternehmen und wissentlich unserer Zivilisation und zahlreiche Menschenleben riskieren.
Theo Schmidt, am 30. August 2016 um 11:17 Uhr
Endlich etwas Einigkeit! Die aktuelle Klimaerwärmung began mit der Industrialisierung. Weshalb bringen Sie also immer wieder prähistorische Beispiele, die nichts damit zu tun haben?

Sie sind also jemand, die nicht die Klimaerwärmung vollständig leugnet, jedoch einerseits die physikalischen Grundlagen dafür und anderseits den Zusammenhang mit dem Ausstoss von Treibhausgasen durch Menschen.

Weiterhin leugnen Sie die stattfindenden und die künftig wahrscheinlichen Schäden an Leib und Leben zahlreicher Menschen. Dann bringen Sie die völlig falsche Idee, dass die landwirtschaftlichen Erträge steigen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, v.a. weil Dürren und Fluten zunehmen.

Jemand mit einer offensichtlich guten Schulbildung wie Sie, die aber trotzdem die Physik und die Logik leugnet und verdreht, muss eine bestimmte Motivation dafür haben. Meistens sind das Leute, die von den einschlägigen Industrien und Instituten sowie extremen politischen Parteien dafür bezahlt werden oder sonst zu diesen Kreisen ein Verhältnis haben.
Theo Schmidt, am 30. August 2016 um 18:31 Uhr
Frau Reber,

Der Effekt der sogenannten Treibhausgase auf die Temperatur ist kein Hirngespinnst, wie sie behaupten, sondern messbarer Fakt, wie ich früher belegt hatte.

Ich nenne Sie nicht eine Lügnerinn, da eine kleine Wahrscheinlichkeit besteht, dass Sie glauben, was Sie schreiben, sondern ein Leugnerin, nämlich von akzeptierten Grundlagen. Hätten Sie jedoch eine Funktion wie Ihre Namensvetterin hier, https://www.konnektpr.de/impressum/ , gehörte Lügen zu Ihren Aufgaben, auch wenn man es anders nennt, z.B. «Reputationsmanagement» oder «kommunikative Steuerung von Veränderungsprozessen».

Bei der Temperatur handelt es sich um ein Gleichgewicht, welches von vielen Faktoren beeinflusst wird. Niemand behauptet, dass der Treibhauseffekt der einzige solche Faktor ist, noch, dass das CO2 das wirkungsvollste Treibhausgas ist. Die verschiedenen Einflüsse folgen ganz unterschiedlichen Zeitskalen. Einige sind kurz aber heftig, z.B. Vulkanausbrüche, andere langfristig, z.B. Vorgänge in den Meeren. Deshalb kann es zu zeitlich beschränkten Klimaerwärmungen bei unterschiedlichen CO2-Konzentrationen kommen. In einer geologisch kurzen Phase von scheinbarer Stabilität wie unserer kommt jedoch das von uns freigesetzte CO2 *dazu* und bringt den enorm schnellen Temperaturanstieg, den wir gegenwärtig erleben. Und wenn in unserer Betrachtungsperiode keiner der stärkeren negativen Faktoren wie z.B. ein grosser Meteoriteinschlag sich manifestiert, wird es auch so bleiben, d.h. noch wärmer werden.
Theo Schmidt, am 31. August 2016 um 10:10 Uhr
Frau Reber,

Sie schwurbeln! Selbstverständlich ist keine Temperaturerhöhung dauerhaft, habe ich auch nicht behauptet. Ich habe im Gegenteil gesagt, dass es andere, stärkere Effekte gibt. Eine neue Eiszeit wird sicher irgendwann wieder kommen.

Aber das spielt für uns jetzt keine Rolle, es geht um das Überleben der jetzigen Menschheit und unserer Nachkommen. Und zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir eine rasante Klimaerwärmung, die hauptsächlich durch das anthropogene CO2 verursacht wird, da die anderen Effekte sich in diesem Zeitrahmen ausbalancieren, kleiner, schneller oder langsamer sind.
Theo Schmidt, am 31. August 2016 um 10:57 Uhr
Ihre Hartnäckigkeit ist bewundernswert, Frau Reber, aber Sie schwurbeln weiter!

In meinem letzten Kommentar sagte ich deutlich, dass die verschiedenen Effekte nach unterschiedlichen Zeitskalen auftreten, und dass z.B. ein Meteoriteneinschlag einen raschen, heftigen Effekt haben könnte, wie sie das in der weiten Vergangenheit auch schon hatten.

Das hat nichts mit unserer heutigen Situation zu tun, die Sie nicht begreifen, begreifen wollen, oder aus andern, z.B. politischen oder monetären Motiven leugnen. Die heutige Situation ist eine andere als früher, als es viel weniger Menschen gab, die eine andere Situation hatten als wir, z.B. bei steigendem Meeresspiegel wegwanderten. Das tun die Menschen auch heute, aber mit ganz anderen Konsequenzen. Von «unbeschadet» kann keine Rede sein.
Theo Schmidt, am 31. August 2016 um 13:15 Uhr
<seufz>
Sie kapieren es einfach nicht, oder wollen nicht, oder stiften absichtlich Verwirrung!

Die verschiedenen Klimafaktoren sind nicht inaktiv, sondern verlaufen verschiedentlich schnell. Der gegenwärtige Austoss von CO2 verlauft schneller als die meisten der anderen Faktoren. Es wird in wenigen Jahrzehnten CO2 freigesetzt, das während Millionen von Jahren eingelagert wurde.

Die Bildung von Eiszeiten ist für die Thematik hier nicht relevant. Es geht um JETZT, nicht um die letzte oder nächste Eiszeit.

Bereits die schon stattgefundene Klimaerwärmung führt zu unzähligen Problemen mit vielen Toten, welche die Vorteile weit in den Schatten stellen. Wenn die Erwärmung im selben Tempo weiter geht, wird es viel schlimmer mit Millionen oder gar Milliarden Toten. Mehr Energie in der Atmosphäre bedeutet auch mehr Dynamik: heftigere und häufigere Stürme, Überflutungen, Dürren. Diese führen zu Krieg, Barbarei, und wenn wir Pech haben, zu userem eigenen Massensterben und/oder Verlust unserer Zivilisation.

Selbstverständlich kann ich Aussagen über künftige Wahrscheinlichkeiten machen. Im Moment sieht es so aus, dass die Erwärmung so weiter geht wie befürchtet, weil es zu viele Menschen wie Sie gibt, die entweder nichts begreifen oder nur an sich selber denken.

Die leistungsfähigen Technologien bestehen, aber diese lösen nicht die Probleme von zu viel Gier, Dummheit und Ungerechtigkeit.
Theo Schmidt, am 31. August 2016 um 18:40 Uhr
Zukunftsprognosen:
Das sind Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Wenn ich z.B. vom Hausdach springe, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich nach einigen Sekunden auf dem Boden aufschlage, praktisch 100%, sofern ich natürlich nicht angeseilt bin. Deshalb kann ich durchaus die Zukunft in diesem Rahmen voraussagen.

Klimapronosen sind ähnlich aber viel komplizierter. Sie sagen aus: Dies wird passieren, wenn die Effekte A bis X so verlaufen wie bisher und nichts ganz unerwartetes passiert, z.B. der Einschlag eines grossen Meteoriten.

Im gegenwörtigen Zeitpunkt ist der CO2 Anstieg der dominierende und ein Meteor ist nicht angekündigt, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Klimaprognosen funktionieren, sehr hoch ist. Und diese prognostizieren ja nichr *die* Zukunft, sondern verschiedene Szenarien. Wenn z.B. die SVP und Donald Trumps dieser Welt stärker werden, geht die Temperaturerhöhung schneller, wenn in Deutschland Schwarz-Grün gewinnt statt Schwarz-Rot, geht sie etwas langsamer. Usw.

Weltuntergang
Diejenige Leute, die an etwas sterben, haben ihren persönlichen Weltuntergang. Es muss ja nicht so drastisch gehen, von einer Sturmflut ertränkt zu werden. Im Moment erkranken immer mehr Leute am Zika-Virus, der durch Mücken übertragen wird, die es mit den steigenden Temperaturen bis in unsere breiten schaffen. Usw.

Ich sage also nicht, dass zwangsläufig Milliarden sterben, sondern dass mit jeder Stimme, welche die SVP macht, eine Wahrscheinlichkeit steigt, dass irgendwo jemand stirbt.
Theo Schmidt, am 02. September 2016 um 15:03 Uhr

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