«Eines Tages wirst Du das alles reparieren müssen» © Patrick Chappatte in «Le Temps»
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Klima: «Ohne radikale Massnahmen geht es nicht»

Red. / 31. Dez 2015 - Die Wissenschaft müsse Klartext reden und es den Politikern nicht zu leicht machen, fordert einer der anerkanntesten Klimaforscher.

Red. Viele Medien und Politiker feierten die Pariser Klimakonferenz als «Durchbruch». Doch die zehn Prozent der Weltbevölkerung, welche die Hälfte allen Erdöls, Erdgases und aller Kohle verbrauchen, müssten drastische Massnahmen ergreifen, vor denen Politiker die Augen verschliessen. Der Journalist und Buchautor Marcel Hänggi hat mit dem britischen Klimaforscher Kevin Anderson gesprochen. Er ist u.a. spezialisiert auf die Emissionen des Flugverkehrs und der Hochseeschiffe. Er kritisiert, dass alle bisherigen Klimaabkommen diese Emissionen ausklammern. Folgender Beitrag erschien zuerst in der WochenZeitung WOZ und auf der Homepage von Marcel Hänggi.

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Wissenschaftlich haben Sie am Bericht des Weltklimarats IPCC nichts auszusetzen. Warum sind Sie trotzdem nicht zufrieden?  

Kevin Anderson: Das IPCC leistet hervorragende Arbeit. Die IPCC-Berichte sind sehr gut, und ich halte den IPCC-Prozess für den skrupulösesten wissenschaftlichen Prozess, den es je gab. All die massiven Angriffe der Klimaleugner haben ihm nichts anhaben können. Aber wenn es um die Frage geht, was angesichts des Klimawandels zu tun sei, bemühen sich die IPCC-Autoren sehr, den Rahmen dessen, was politisch und ökonomisch als normal gilt, nicht zu verlassen. Sie schrauben so lange an den Annahmen herum, bis ihre Modelle Resultate liefern, die politisch erträglich scheinen. 

Tun sie das bewusst, oder sind sie selber in ihrem Denken gefangen?

Das sind intelligente Leute, die wissen, was sie tun! Meine Interpretation ist die, dass sie sich innerhalb des Mainstream-Diskurses bewegen wollen, und dafür haben sie durchaus gute Gründe. Denn wenn man gewisse Grundannahmen über unsere Welt infrage stellt, wird man auf Ablehnung stossen. 

Und dann hört sowieso niemand auf sie.

Das fürchten sie. Aber als Wissenschafter sollten wir uns nicht darum kümmern, ob die Leute mögen, was unsere Forschung ergibt, sondern bloss darum, ob es valable Einwände dagegen gibt. Stattdessen schrauben wir an den

Professor Kevin Anderson

Annahmen herum, die unseren Szenarien zugrunde liegen, bis wir ein Resultat erhalten, das zum herrschenden Paradigma passt. Das ist nicht wissenschaftlich! Die Politik müsste sich darauf verlassen können, von uns die bestmöglichen Informationen zu erhalten. Wie sie es dann ihren Wählern vermittelt, ist nicht unsere Sache. 

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M.H. Es ist in den Klimawissenschaften seit längerem üblich, mit Kohlenstoff-Budgets zu rechnen: Wenn man die Erwärmung auf x Grad begrenzen will, hat man noch ein Budget von y Gigatonnen CO2, die in die Atmosphäre gelangen dürfen. Bei der Berechnung der Budgets gibt es aber zwei grosse Unsicherheitsfaktoren:

  • Das eine sind selbstverstärkende Rückkoppelungseffekte; sie schmälern das Budget. Beispielsweise ist in gefrorenen Böden viel Methan gespeichert – ein Treibhausgas. Tauen die Böden, könnte plötzlich sehr viel davon freigesetzt werden.
  • Das andere sind «Negativemissionen» – hypothetische künftige Techniken, mit denen sich CO2 wieder aus der Atmosphäre entfernen und sicher entsorgen lässt. Sie vergrössern das Budget.

Kevin Anderson sagt, es sei heute üblich geworden, in den Szenarien anzunehmen, dass Negativemissionen in naher Zukunft möglich sein werden. Unerwartete Rückkoppelungseffekte dagegen berücksichtigten die Szenarien nicht. Selbst die Rechnung, wonach die bisher zugesagten klimapolitischen Massnahmen der Staaten zu einer Erwärmung von 2,7 oder 3 Grad führten, basierten auf dieser Sichtweise. Gebe es aber, womit zu rechnen sei, dereinst keine funktionierenden Negativemissionstechniken, befänden wir uns auf einem Pfad zu einer Erwärmung um 4 oder mehr Grad.

So zu rechnen, sei «sehr gefährlich» und «sehr irreführend für die Politik».

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Selbst wenn man von den optimistischen Szenarien ausgeht, ist die Klimapolitik  unzureichend – und alle wissen das. Ich habe nicht den Eindruck, dass ein Mangel an wissenschaftlicher Information das Hauptproblem sei.

Es stimmt, dass die Politiker – aber man sollte nicht generalisieren: dass viele Politiker radikale Massnahmen scheuen. Aber nur dank einer verharmlosenden Wissenschaft sind sie in der Lage zu behaupten, wir könnten das 2-Grad-Ziel einhalten, ohne radikale Massnahmen zu ergreifen. Statt zu sagen: Es gibt da ein paar Grundsatzfragen, die wir stellen müssen. Beispielsweise, wie die Verantwortung für den Klimawandel verteilt ist. Warum zehn Prozent der Weltbevölkerung für die Hälfte aller Emissionen verantwortlich sind. Wir fürchten uns, genau hinzuschauen, denn dann sähen wir: Die Emissionen kommen von Leuten wie uns. Wir müssen unser Leben sehr stark ändern, und nicht zwangsläufig in eine Richtung, die man als Politiker den Leuten gerne verspricht. Damit wir die 2 Grad noch schaffen, muss in naher Zukunft etwas sehr Grosses passieren, und damit meine ich nicht erst in fünf Jahren. 

Das Pariser Abkommen hat zum Ziel, die Erwärmung «deutlich» unter 2 Grad und wenn möglich unter 1,5 Grad zu halten. Geht das überhaupt noch?

Wohl nur mit Negativemissionen – und auch dann nur, wenn es keine unerwarteten Rückkoppelungseffekte gibt. Trotzdem finde ich das 1,5-Ziel politisch richtig. Es ist wichtig, dass die Leute, die besonders verletzlich sind, darauf insistieren, dass für sie schon eine Erwärmung um mehr als 1,5 Grad unerträglich wäre – als Gegengewicht zu den vielen, die sagen, wir sollten uns auf eine 3 oder 4 Grad wärmere Welt einstellen.  

An der Klimakonferenz ist viel von der Notwendigkeit die Rede, die fossilen Emissionen loszuwerden. Diese machen aber nur zwei Drittel aller Treibhausgasemissionen aus; es bleibt das restliche Drittel – CO2 aus Abholzung und Landnutzung und andere Gase wie Methan oder Lachgas.

Richtig, und es ist sehr schwer, die loszuwerden, vor allem die landwirtschaftlichen. Es gäbe viele landwirtschaftliche Praktiken, die weniger Treibhausgase freisetzen, aber man wird die Emissionen nie ganz auf null bringen, wie es im Energiesektor möglich ist. Also müssen wir die fossilen Emissionen nur umso schneller reduzieren. – Aber ich sehe es nicht so, dass hier vor allem davon die Rede sei, wie man die fossilen Energien los werde: Es ist vor allem die Rede davon, wie man die erneuerbaren ausbaut. Das ist nicht das selbe! Für das Klima ist irrelevant, wie viel erneuerbare Energie wir produzieren oder wie effizient wir Energie nutzen; es zählt einzig, wie viel oder wenig Kohlenstoff wir verbrennen. Wir müssen die fossilen Emissionen bis 2050 aus dem Energiesystem verbannen, der reiche Teil der Welt deutlich früher – vielleicht bis 2035. Ich glaube nicht, dass sich viele Politiker dessen bewusst sind. Das ist weit von dem entfernt, was hier diskutiert wird. Es ist eine Herausforderung, die mit einem Krieg vergleichbar ist. Und wenn dann der ärmere Teil der Welt bis 2050 auch aussteigt, dann reicht das eben gerade aus, um die 2 Grad nicht zu überschreiten. 

Eine extreme Aussage.

Wenn ich das unter Fachkollegen sage, widerspricht mir niemand. Aber alle fürchten sich vor den Folgen unseres Wissens für die Politik und unsere Lebensstile. Die Klimakonferenz reflektiert das auf keine Weise, insofern bin ich ziemlich desillusioniert. 

Haben Sie mehr erwartet?

Es gab hier in Paris vor einem halben Jahr eine wissenschaftliche Konferenz über Negativemissionen. Da war die Möglichkeit, dass keine dieser Techniken funktionieren wird, ein grosses Thema. Deshalb hoffte ich, man würde auch hier etwas mehr Kritik hören.

*****

M.H. Eines der Forschungsthemen Andersons sind Emissionen aus der internationalen Luft- und Seefahrt. Diese beiden Sektoren emittieren zusammen so viel CO2 wie Deutschland und Grossbritannien, Tendenz schnell steigend. Das Uno-Rahmenabkommen zum Klimawandel aus dem Jahr 1992 klammert diese Emissionen aus, und das Pariser Abkommen ändert daran nichts – das sei, sagt Anderson, als würden zwei grosse Länder von allen Verpflichtungen ausgenommen.

Kevin Anderson, dessen Lehrstuhl zur School of Mechanical, Aerospace and Civil Engineering seiner Uni gehört, fliegt seit elf Jahren nicht mehr. Es ist der Grund, weshalb Anderson nicht im IPCC mitarbeitet, dessen Sitzungen rund um die Welt stattfinden.

*****

Sie sind seit elf Jahren nicht mehr geflogen. Wie reagieren die Leute, wenn Sie Ihnen sagen, dass Sie nicht fliegen? 

Sie rutschen nervös auf dem Stuhl hin und her… Ein Kollege, den ich hier getroffen habe – ein Klimaforscher, vor dem ich viel Respekt habe – ist aus England nach Paris geflogen. Er sagte, er bewirke hier mehr Gutes, als er mit seinem Flug schade. Er betrachtete sich als Teil der Lösung. Aber wir müssen beginnen zu begreifen, dass wir Teil des Problems sind. Sonst verstehen wir nicht, worum es geht.

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Kevin Anderson ist Professor für Energie und Klimawandel an der Universität Manchester und Vizedirektor des Tyndall Center for Climate Change Research. Er ist nicht nur einer der renommiertesten Klimaforscher; er ist auch einer, der sich deutlicher als andere öffentlich äussert.

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11 Meinungen

Werter Herr Herbsthügel. Man darf ruhig die Perspektive von Frau Sonja Reber als Anlass nehmen, den eigenen Tellerrand mal kurz zu verlassen und sich etwas von der Religion der Klimaretter lösen. Neue Erkenntnisse entstehen in der harten, aber fairen Diskussion. Sehen Sie, es reicht nicht, wenn ich weiss, was ich weiss. Ich muss erst einmal mein bescheidenes Wissen in den Kontext einer fairen Betrachtungsweise bringen, mit anderen Sichtweisen vergleichen und dann entscheiden, welche Wahrheit am ehesten zutreffen könnte. Wenn man unvoreingenommen die Fakten verstehen will, dann muss man sich von der Mainstream-Meinung weit entfernen. Dass das CO2 die Ursache der Erderwärmung sein soll, ist physikalisch längst widerlegt. IPCC weiss das! Das CO2 ist nämlich die Folge der Erderwärmung. Das ist ein völlig normaler Zyklus. Dass die Cleantech-Lobby das Unwissen der Menschen missbraucht und fette Gewinne macht, wird wohl dereinst Gegenstand langjähriger Prozesse werden. Ich habe vor ein paar Jahren die korrekten Zusammenhänge in Buchform veröffentlicht. Kein einziger Cleantech Lobbyist wagte es, zu widersprechen. Deren Arbeit ist so subtil, dass sie kaum wahrgenommen wird. Der Schaden ist gigantisch. Frau BR Leuthardt lässt sich seit Jahren von Nick Beglinger beraten, ein ausgewiesener Cleantech-Guru mit bemerkenswerter Vergangenheit. Das darf man ruhig mal googeln. Herr Herbsthügel, Ihre Totschlagargumente mögen Ihre nicht bescheuerten Mitmenschen erreichen. Wahrheit ist anders.
Renato Stiefenhofer, am 10. Januar 2016 um 18:14 Uhr
Im Beitrag von Sonja Reber ist jeder Absatz falsch. Dass Flugkapitän Stiefenhofer auch lieber hätte, wenn die Millionen Tonnen CO2, zu deren Ausstoss er beigetragen hat, nicht klimaschädlich wären, ist verständlich, aber genau so falsch.
Theo Schmidt, am 11. Januar 2016 um 14:24 Uhr
... und Wasserdampf...
Theo Schmidt, am 11. Januar 2016 um 14:28 Uhr
Wir haben einzelne Meinungseinträge gelöscht, weil sie unnötige Herabsetzungen enthielten und in einem Fall der Verdacht auf eine falsche Registrierung besteht.
Urs P. Gasche, am 12. Januar 2016 um 11:00 Uhr
Ohne Begründung beanspruche ich einfach die etablierte Schulmeinung wie sie für die meisten physikalisch begründbare Dinge gilt. Aber ich bedanke mich für die Gelegenheit Ihnen zu antworten:

- Den Treibhauseffekt kennt die Physik schon lange. Hier finden sich eine Erklärung und zahlreiche Belege: https://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt

- Wir sind nicht in einer Eiszeit sondern in einer Nacheiszeit innerhalb eines Eiszeitalters: siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Eiszeitalter
Durch höhere Temperaturen wird weniger Nahrung verfügbar wegen vermehrter Dürren und überschwemmungen.

- Zum Thema «CO2-Düngung» gibt es sehr viel Desinformation. Laut diesem vermutlich richtigen Artikel profitieren nur 5% der Landpflanzen und bei den üblichen Ackerpflanzen gehen die Erträge zurück: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/treibhausgas-zu-viel-co2-laesst-ackerpflanzen-verkuemmern-a-694592.html

- Die Probleme entstehen nicht wegen der Zunahme der Werte an und für sich, sondern wegen des ungeheuren Tempos der Zunahmen. Wir setzen in kürzester Zeit CO2 frei, das während Jahrmillionen eingelagert wurde.

- Höhere Temperaturen helfen nicht mit der Ernährung von mehr Menschen sondern führen im Gegenteil wegen steigender Meeresspiegel und Missernten zu Millionen von Klimaflüchtlingen.

- Wenn Sie Ihre Kindeskinder lieben, informieren Sie sich statt die Desinformation der Rohstofflobbies und der mit ihnen verhängten Ultraliberalen zu verbreiten.
Theo Schmidt, am 12. Januar 2016 um 14:02 Uhr
Sie leben in einer Phantasie-Welt, verehrte Frau Reber! Wenn das Grönlandeis schmilzt, steigt der Meeresspiegel um vielleicht 7 m! Stellen Sie sich mal vor, was das bedeutet!

Ihr Link ist eine typische Klimaskeptiker-Site, keine wissenschaftliche.

Sie können doch nicht von einer prähistorischen Umgebung auf die heutigen Probleme schliessen. Es gab immer wieder Perioden, wo die dominanten Lebensformen dezimiert wurden, nicht nur das Aussterben der Dinosaurier. Weshalb wollen Sie den Kollaps unserer Zivilisation riskieren?

Timothy Casey ist kein hoch-karätiger Wissenschaftler, sondern ein Geologe mit eine Bachelor, der mindestens 9 Jahre für die Erdölindustrie arbeitete. Auf seiner Website bekundet er Mühe mit einfacher Schulphysik und versucht diese mit viel Schwurbel zu widerlegen. Seine Quellen sind eine Mischung aus solchen von anerkannten Wissenschaftlern und von anderen.

Klar gibt es Vorteile. Aber was sind z.B. niedrigere Heizkosten in der Schweiz im Vergleich zu den wahrscheinlichen Manifestationen weltweit?
Theo Schmidt, am 12. Januar 2016 um 15:47 Uhr
1) Ihr Link zeigt in der Grafik, dass über 95% der Wissenschaftler die Tatsache der massgeblich durch Menschen verursachte Klimaerwärmung akzeptieren.

2) Dieser Link ist ein Internetprojekt eines selbst ernannten «Oregon Institute of Science and Medicine». Es ist naheliegend, dass viele der Doktoren medizinische Doktoren und nicht Wissenschaftler sind.

Ob ein Forscher unbedeutend oder bedeutend ist, sollte tatsächlich keine Rolle spielen, da das wissenschaftliche Prinzip erlaubt, dass prinzipiell jede Person Behauptungen nachprüfen kann. Ihr Beispiel versucht dies jedoch auf eine sehr umständliche und unverständliche Art. Bitte wiederholen Sie mit Ihren Fragen nicht einfach die dort aufgeführten Ablenkungen.

Es geht um den *mittleren* Meerespiegel, nicht den Tidenhub, der ja dazu kommt! Auf dieser interaktiven Karte kann man sehen, wieviel Land verschwindet: http://flood.firetree.net/

Holland ist reich; Länder wie Bangladesch jedoch nicht.

CO2 befindet sich vermischt in der ganzen Atmosphäre.

Es gibt viele Experimente zum Treibhauseffekt als solchen, insbesondere jedes Treibhaus. In unserem Solar-Gartenhaus wird es bis 50° wenn ich nicht lüfte. Hier einige Experimente zum Effekt von Treibhausgasen: http://www.carboeurope.org/education/CS_Materials/Bernd-BlumeExperiments.pdf

Hier eine Site welche die Mythen der Klimaskeptiker den anerkannten Fakten gegenüberstellt, teilweise auch auf deutsch: http://www.skepticalscience.com/translation.php?lang=6
Theo Schmidt, am 13. Januar 2016 um 09:26 Uhr
@ Reber: Bei http://greenhouse.geologist-1011.net/ geht es nicht um aktuelle Probleme, sondern um eine unfreundliche, schwer verständliche Kritik von Physikeren des letzten Jahrhunderts. Hier ist eine bessere geschichtliche Darstellung, auch lang, aber gut lesbar: https://www.aip.org/history/climate/summary.htm
Theo Schmidt, am 13. Januar 2016 um 12:42 Uhr
Werte Frau Reber, Sie greifen wirklich zu jeder möglichen Misinterpretation! Die Grafik zeigt - bis 2010 - die Überlagerung der Effekte durch die Menschen (ständig steigend), Vukane und Sonnenaktivität (gleichbleibend) und El Nino (starke Abkühlung bis ca. 2008). In den letzten jahren hat die momentan sinkende Temperatur wieder kräftig angezogen und bricht Rekord um Rekord.

Die Eiskernbohrgrafik zeigt die gute Korrelation zwischen CO2 und Temperatur und dass es vor etwa 15 Tausend Jahren 9 Grad *kälter* war.

Selbstverständlich kühlt ein Treibhaus aus Glas ab, wenn man die heisse Luft raus lässt. Die Erde kann man jedoch nicht «lüften». Im Übrigen messe ich immer noch bis 30° sogar wenn die ganze Front geöffnet ist, trotz Konvektion, durch Sekundärstrahlung.

Bitte informieren sie sich richtig und hören auf mit Ihren falschen Behauptungen, welche dazu führen, dass Millionen von Menschen sterben.
Theo Schmidt, am 13. Januar 2016 um 16:37 Uhr
Frau Reber irrt: die Temperaturen steigen und korrelieren mit den steigenden CO2-Werten. Siehe z.B. die Grafik hier: http://www.scilogs.de/klimalounge/die-nasa-temperaturdaten-fuer-2013-sind-da/

Die grossen Schwankungen vergangerer Zeitalter haben nichts mit den heutigen Problemen zu tun.

Frau Reber ist natürlich nicht persönlich Schuld am Tod von Millionen, aber sie ist hier stellvertretend für Leute, welche den dringend nötigen Ausstieg aus den fossilen Energien verhindern. Ohne dies ist es höchst wahrscheinlich, dass viele Millionen zusätzlich sterben werden. Bereits heute gibt es Millionen von Toten, allerdings hauptsächlich durch die direkten Schadstoffe, die such die Verbrennung von fossilen Substanzen entstehen.
Theo Schmidt, am 14. Januar 2016 um 08:54 Uhr
Ich versuche als ehemaliger Physiker und Ozeanograph den LeserInnen dieses Forums die Physik des «Treibhauseffekts» zu erklären:

1)
Jedes Objekt, auch z.B. ein dunkler Container ohne Fenster, erwärmt sich an der Sonne (Absorbtion von sichtbarem Licht plus wenig unsichtbarem IR (Infrarot) und UV (Ultraviolett)). Je stärker es sich erwärmt, desto mehr IR strahlt das Objekt selber ab. Es stellt sich eine Temperatur ein, bei der die Summe von Konvektion (Kühlung durch Luftströme) und Kühlung durch Abstrahlung, der Einstrahlung entspricht.

2)
Befindet sich der dunkle Absorber in einem Glashaus, entstehen höhere Temperaturen. Das sichtbare Licht geht durch das Glas, welches die Konvektion verhindert. Die stehende Luft wirkt als Isolation und erwärmt sich selber. Man kann dazu «Glashauseffekt» sagen. Auch Solarkollektoren funktionieren so.

3)
*Zusätzlich* wird die IR-Eigenstrahlung des Absorbers vom Glas absorbiert statt durchgelassen. Das Glas erwärmt sich zusätzlich ganz wenig. Das wird ungenau «Treibhauseffekt» genannt, obwohl es, wie Frau Reber sagt, gegenüber Effekt 2) bei einem *Treibhaus* nur eine untergeordnete Rolle spielt - jedoch messbar und berechenbar ist.

Bei einem *Planeten* ist der Effekt jedoch wesentlich. Die Erdoberfläche hätte mit einer Atmosphäre *ohne* Treibhausgase wie Wasserdampf und CO2 durchschnittlich die Temperatur eines Tiefkühlfachs. *Mit* den Treibhausgasen sind es rechnerisch mindestens 30° mehr.

Das ganze ist ein heikles Gleichgewicht!
Theo Schmidt, am 14. Januar 2016 um 09:46 Uhr

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