Livadija Palast in Jalta, wo Stalin, Roosevelt und Churchill 1945 Europa aufteilten © Christian Müller
Churchill, Roosevelt und Stalin 1945 im Livadia Palast in Jalta © LP
Livadija Palace in Jalta © Christian Müller
Nikita Chruschtschow © gk
Karte der Krim, Orte in lateinischen Lettern geschrieben © gk
So stimmte die GV der UNO ab zum Referendum auf der Krim © Wikipedia

Krim-Sanktionen: So bestraft der Westen unschuldige Menschen

Christian Müller / 21. Jul 2019 - Die USA, die EU und auch die Schweiz geben vor, Putin zu bestrafen. Opfer sind andere. Ein persönlicher Augenschein auf der Krim.

Es gibt nicht nur die «Ironie des Schicksals», wie die berühmte Filmkomödie von 1975 heisst, die noch heute in Russland an jedem Silvester im Fernsehen gezeigt wird. Es gibt auch die Ironie der Geschichte – und so eine läuft im Moment ab, nicht im Kino und nicht als Lustspiel. Im Gegenteil: in bitterer Realität.

Im Februar 1945, als die Kapitulation Hitlers in Sichtweite war, haben die drei Staatsführer Stalin, Churchill und Roosevelt in Jalta auf der Halbinsel Krim in absolut autokratischer und betont selbstherrlicher Manier festgelegt, wo künftig die Grenzen in Europa verlaufen sollen und wer wo das politische Sagen haben soll. Von Polen zum Beispiel wurde ein Teil der Sowjetunion zugeschlagen, dafür erhielt es einen «Ersatz» auf Kosten Deutschlands. Selbstbestimmung der Völker war kein Thema. (Zu einem deutschsprachigen Video mit allen Informationen zur «Konferenz von Jalta», wie sie in die Weltgeschichte eingegangen ist, hier anklicken.)

Zum Bild: Adolf Hitler war ihr gemeinsamer Feind, auf Jalta haben sie Geschichte geschrieben. Als Postkarte ist dieses historische Bilddokument der drei Staatsführer Churchill, Roosevelt und Stalin nur im Livadija Palace in Jalta zu kaufen, auf Wunsch mit einem Stempel auf der Rückseite. – Das farbige Bild oben zeigt den Tisch im Livadija Palace – heute ein Museum, das besucht werden kann – mit den drei Politgrössen als Puppen. (Foto Christian Müller)

Neun Jahre später, 1954, nur wenige Monate nach Stalins Tod und Nikita Chruschtschows De-facto-Übernahme der Staatsführung der Sowjetunion als neuer Parteichef der KPdSU, verschenkte ebendieser Chruschtschow selbstherrlich die damals zur Russischen Sowjetrepublik gehörende Halbinsel Krim der Ukrainischen Sowjetrepublik. Sogar sehr selbstherrlich: Er überging gar die notwendigen Formalitäten in der sowjetischen Führungsriege, was zehn Jahre später, im Jahr 1964, als er von Leonid Breschnew weggeputscht wurde, in seinem «Sündenregister» unter dem Stichwort «Voluntarismus» als Beispiel seiner Selbstherrlichkeit aufgeführt wurde.

Über die Motive Chruschtschows zu seinem Entscheid, die Krim an die Ukraine zu verschenken, wird noch immer gerätselt und geforscht. Die meisten Historiker vermuten einen Akt des Dankes, weil Chruschtschow im Jahr 1894 zwar in Kursk in Russland geboren wurde, seine Polit-Karriere aber vor allem in der Ukraine machte, wohin seine Eltern im Jahr 1908 ausgewandert waren, um in der dortigen Schwerindustrie Arbeit zu finden. Andere vermuten hinter seinem Entscheid eine Massnahme zur Stärkung seiner politischen Hausmacht. Sein heute in den USA lebender Sohn Sergej Chruschtschow sagt noch etwas ganz anderes: Die Verkehrswege von Moskau auf die Krim und auch andere Infrastrukturen führten alle über ukrainischen Boden. Zur Vereinfachung etlicher Infrastruktur-Projekte sei es deshalb sinnvoll gewesen, die beiden Gebiete administrativ zusammenzulegen.

Zum Bild: Nikita Chruschtschows Entscheid, die Halbinsel Krim der Ukraine zuzuordnen, war in jeder Hinsicht selbstherrlich. Die Meinung der Krimeer interessierte ihn mitnichten.

Dass Russland und die Ukraine einmal politisch auseinandergeraten könnten, das hat Nikita Chruschtschow im Jahr 1954 natürlich noch nicht für möglich gehalten. Und von Selbstbestimmung konnten die Krimbewohner damals nicht einmal träumen.

Der Krim wird Autonomie zugestanden

In der Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion 1990/91 entschied sich die Bevölkerung der ehemals Ukrainischen Sowjetrepublik für die Unabhängigkeit. Die Krim erhielt innerhalb des Rahmens der Ukraine aber eine politisch massgebende Autonomie: Sie erhielt unter anderem ein eigenes Parlament. Dies wiederum führte immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der ukrainischen Regierung und dem Parlament in Kiew einerseits und den politischen Instanzen der Krim andererseits. Kiew versuchte stets, die Autonomie der Krim einzuschränken; die Regierung und das Parlament der Krim ihrerseits versuchten immer wieder, sich ganz von der Ukraine zu lösen und ganz unabhängig zu werden.

Die grosse Mehrheit der Menschen auf der Krim hat sich trotz Chruschtschows eigenmächtigem Entscheid im Jahr 1954 nie als Ukrainer gefühlt, hat bei den Wahlen in der Ukraine immer zu einem sehr hohen Prozentanteil für Russland-orientierte Kandidaten und Parteien gestimmt und sich auch immer mit der russischen Kultur identifiziert. Mit «Kiew» hatten die Krimeer nie etwas am Hut. Und umgekehrt: «Kiew» wollte die Krim zwar beherrschen, tat aber kaum je etwas für deren wirtschaftliche Entwicklung. Und schon unter Präsident Wiktor Juschtschenko (2005-2010) versuchte «Kiew», die russische Sprache in der Ukraine zu verdrängen, ja in gewissen Bereichen gar zu verbieten, was insbesondere auch die Krim betraf, auf der nach offiziellen Umfragen und Statistiken zu über 90 Prozent Russisch gesprochen wurde und wird.

Endlich wieder los von der Ukraine

Ende 2013 und Anfang 2014, als in Kiew auf dem Maidan protestiert wurde, weil die Regierung unter dem (ordentlich gewählten) Präsidenten Wiktor Janukowytsch das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterzeichnen wollte, waren auch diese Proteste nicht im Sinne der Menschen auf der Krim. Und schon gar nicht im Sinne der Krim war die aktive Einmischung europäischer und US-amerikanischer Politiker auf dem Maidan – man denke etwa an McCain. Es gab sogar Leute aus der Krim, die versuchten, in Kiew auf der Gegenseite zu protestieren, wenn auch ohne Erfolg.

Die weitere Geschichte ist einigermassen bekannt: Auf der Krim wurde aus Anlass des seit November 2013 tobenden Euromaidan mit der Vertreibung und Amtsenthebung des ordentlich gewählten und eher Russland-freundlichen Präsidenten Wiktor Janukowytsch und der politischen Kehrtwende «Kiews» Richtung EU und NATO vom Parlament in Simferopol und vom Stadtrat in Sewastopol ein Referendum organisiert, das die Wiedervereinigung der Krim mit Russland zum Ziel hatte. Zum ersten Mal in der Geschichte sollten die Menschen auf der Krim also tatsächlich über ihr Schicksal selbst bestimmen dürfen! Gefragt in diesem Referendum war, ob die Leute zur Autonomie der Krim, wie damals im Jahr 1992 der Krim zugestanden, zurückkehren oder lieber mit Russland wiedervereinigt werden wollten. Nicht gefragt wurde, ob die Abstimmenden den Status quo beibehalten wollten – eine nachvollziehbare Auslassung in Anbetracht der unüberschaubaren politischen Turbulenzen in Kiew mit Massendemonstrationen, Schiessereien, ja sogar Einsatz von Molotow-Cocktails und mit über hundert Toten. Dass in diesen dramatischen Tagen auch auf der Krim nicht alles lupenrein demokratisch ablief, wundert dabei niemanden.

Ein klares Resultat

Die Stimmbeteiligung am Referendum vom 16. März 2014 war trotz zweimaliger Vorverlegung des Abstimmungstermins sehr hoch (sie lag nach offiziellen Angaben bei 83 Prozent), das Resultat mehr als deutlich: Nach offiziellen Angaben stimmten 97 Prozent für eine Wiedervereinigung mit Russland. Darauf folgte das formelle Gesuch an Moskau, mit Russland wiedervereinigt zu werden, und Russlands Präsident Putin sorgte mit in Eile geschaffenen Rechtsgrundlagen auf russischer Seite dafür, dass dieses Gesuch von Russland akzeptiert und die Wiedervereinigung russischerseits rechtlich realisiert werden konnte.

Wenig überraschend scheuten die meisten westlichen Zeitungen keine Mühe – mit an der Front auch die NZZ –, die Stimmbeteiligung und das Resultat des Referendums auf der Krim in Zweifel zu ziehen. Weil nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf: Wer kann sich im paranoid-russophoben Westen schon vorstellen, dass man Russisch sprechen will, dass man sich als Russe fühlt, dass man sich mit Russland identifiziert?

Das Referendum hatte aber tatsächlich einen Schönheitsfehler. «Kiew», selber in grössten Turbulenzen, hatte dazu seinen Segen nicht gegeben, ja im Gegenteil versucht, das Referendum zu verbieten. Das Referendum wurde deshalb von westlicher Seite weitestgehend als völkerrechtlich illegal abqualifiziert. Zu diesem Punkt gibt es allerdings unterschiedliche Ansichten – und von der westlichen Ansicht der Illegalität abweichende Beurteilungen nicht etwa nur auf russischer Seite. Jan Schneider zum Beispiel, ein ehemaliger Mitarbeiter des tschechischen Geheimdienstes und offensichtlich in genauer Kenntnis aller Auseinandersetzungen zwischen Kiew und der Krim seit 1991, sagt, dass das Krim-Referendum vom 16. März 2014 aufgrund der Verfassung der Krim vom 21. August 1998, die vom damaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma am 23. August 1998 unterzeichnet worden war, durchaus rechtens gewesen sei. (1)

Ironie der Geschichte

So oder so: Nur zehn Tage nach dem Referendum, am 27. März 2014, stimmte die Generalversammlung der UNO mit 100 von 193 Stimmen bei 11 Gegenstimmen und 53 Enthaltungen (etliche Mitglieder waren gar nicht anwesend) für eine Resolution, mit der das Referendum auf der Krim für ungültig erklärt wurde – mit 51,8 Prozent also der stimmberechtigten Staaten, wobei China mit 1,4 Milliarden Einwohnern und auch Indien mit 1,4 Milliarden Einwohnern sich der Stimme enthielten, die vier europäischen Miniatur-Staaten Andorra, Liechtenstein, Monaco und San Marino mit zusammen nicht einmal 200'000 Einwohnern aber vier Stimmen auf die Waage brachten – und damit eine Mehrheit ermöglichten, das Referendum auf der Krim für völkerrechtlich illegal zu erklären.

Zum Bild: So stimmten die der UNO angehörenden 193 Staaten, als es darum ging, das Referendum auf der Krim für illegal zu erklären. Grün: Zustimmung. Rot: Ablehnung. Olivgrün: Stimmenthaltung. Grau: Abwesend.

Und – Ironie der Geschichte – ausgerechnet jetzt, da die Krimeer endlich und zum ersten Mal in ihrer Geschichte etwas zu ihrer eigenen Staatszugehörigkeit zu sagen hatten, ausgerechnet jetzt verhängte die EU harte Wirtschaftssanktionen gegen die Krim. Sanktionen, unter denen nicht etwa Russlands Staatspräsident Putin zu leiden hat, dem von ukrainischer Seite – notabene ohne Belege – sogar die Beeinflussung des Referendums mit bewaffneten Soldaten vorgeworfen wird. Nein, Wirtschaftssanktionen, die die Krimeer treffen, die diese Abstimmung wollten und die jetzt endlich wieder da sind, wo sie sich daheim, zuhause fühlen: in Russland.

Wenn zwei dasselbe tun ...

Putin habe, so die Wortwahl westlicher Politiker und der meisten grossen westlichen Medien, die Krim annektiert – widerrechtlich, weil das Referendum ohne Einwilligung «Kiews» stattgefunden habe. Haben die Krimeer, hat Putin die Loslösung eines Teils von einem Staat und damit die Ziehung neuer Grenzen innerhalb Europas frei erfunden? Wie war es denn im Jahr 2008, also nur sechs Jahre vorher, als das Parlament in Pristina den Kosovo ohne Einwilligung Belgrads von Serbien abtrennte und für unabhängig erklärte? Und die westliche Welt diese «Unabhängigkeit» des Kosovo grossmehrheitlich anerkannte? Die NATO operierte damals in Jugoslawien mit massiven Bombardierungen – unter Einsatz, wie man mittlerweile weiss, sogar von Uranmunition. «Humanitarian Bombing» nannte man das damals. Heute, zwanzig Jahre nach den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien und elf Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung, muss der Kosovo noch immer mit einer Spezialtruppe unter Kontrolle gehalten werden, um zu verhindern, dass es zu neuen Bürgerkriegen kommt. Allein die Schweiz, die sich an dieser Abtrennung des Kosovos von Serbien ohne Einwilligung Belgrads an vorderster Front engagiert hatte, zahlt noch heute 42 Millionen Schweizer Franken pro Jahr an diese Spezialtruppe, die ihrerseits wieder der NATO unterstellt ist.

Aber weil die Bevölkerung der Krim von der Ukraine abgetrennt und mit Russland wiedervereinigt werden wollte und darüber sogar eine Volksabstimmung durchgeführt hat – mit mehr als eindeutigem Ergebnis, ob ein paar Prozent mehr oder weniger Ja-Stimmen –, verhängt der Westen schwere Wirtschaftssanktionen. Wirtschaftssanktionen, die in erster Linie die Bevölkerung treffen. Auch die neutrale Schweiz, kein EU-Mitglied, macht bei diesen Wirtschaftssanktionen mit. Leider.

Zur Erleichterung des Lesens eine – leider undatierte – Karte der Krim von Wikipedia mit den Ortsnamen in lateinischen Lettern. Die Halbinsel Krim im Schwarzen Meer ist mit 28'000 Quadratkilometern etwas grösser als die Hälfte der Schweiz, von Sewastopol bis Kertsch sind es etwa 280 Kilometer, der höchste Berg ist 1545m hoch. Die Krim hat 2,4 Millionen Einwohner.

Persönliches Wiedersehen mit Jalta

Meine Frau und ich waren schon im Jahr 2006 einmal in Jalta. Als promovierter Historiker wollte ich ja mal den Ort sehen, wo Churchill, Roosevelt und Stalin im Jahr 1945 Europa neu aufteilten. Zwischenzeitlich waren wir mehr als einmal auch wieder in der Ukraine, aber ohne Abstecher auf die Krim – ein guter Grund also, jetzt einmal speziell auf die Krim zu fahren, um in Ruhe und ohne andere Termine sich dort umzuschauen, mit den Leuten zu reden, zu hören, wie es ihnen geht, wie sie sich fünf Jahre nach der Wiedervereinigung mit Russland fühlen und wie sie mit den westlichen Sanktionen zurechtkommen. Und überhaupt: Die Halbinsel Krim ist schon seit 3000 Jahren immer wieder Schauplatz von Machtkämpfen und Kriegen gewesen und aus der Geschichte Europas nicht wegzudenken. Schon deshalb ist sie mehr als nur eine kurze Reise wert.

Eine längere Krimreise haben wir im Mai/Juni 2019 nun gemacht, fast drei Wochen lang. Und auch wir Reisende aus der Schweiz bekamen die Sanktionen zu spüren: Wir mussten über Moskau nach Simferopol, der Hauptstadt der Krim, fliegen, da die «Swiss» und andere westliche Fluggesellschaften aufgrund der Sanktionen diese Destination nicht anfliegen dürfen. Wir mussten jede Menge Bargeld mitnehmen, da die internationalen Kreditkarten-Firmen, in unserem Fall VISA und Mastercard, die Krim elektronisch gesperrt haben. Und mein mitgebrachtes iPhone mit einer Swisscom-Handynummer 079 xxx xx xx versagte seinen Dienst ebenfalls, da die Swisscom die internationalen – auch technischen – Massnahmen zur Isolation der Krim akzeptiert, ohne sich dagegen zu wehren.

Also flogen wir eben mit der Aeroflot über Moskau nach Simferopol. Dort nahmen wir einen Mietwagen von Rent Motors und kauften eine lokale Simkarte fürs Handy, damit wir mein iPhone wenigstens als GPS benutzen konnten. Und wir packten Bargeld ein, Rubel natürlich und Euros.

Ein prägendes Erlebnis

So viel sei schon mal vorweggenommen: Die dreiwöchige Reise auf die Krim war hochinteressant und hat sich, aller sanktionsbedingten Komplikationen zum Trotz, mehr als gelohnt. Wir haben in Dutzenden von Gesprächen mit den Menschen auf der Krim, vom Zimmermädchen im Hotel über die touristischen Guides in den Museen bis zum Politiker in hoher Position, uns von den dramatischen Tagen im März 2014 erzählen lassen, und wir haben es mit den eigenen Augen gesehen, wie es auf der Krim jetzt aufwärts geht und wie die Leute wieder an eine bessere Zukunft glauben.

Ich werde in einigen weiteren Artikeln über die Geschichte der Krim und die heutige Situation berichten, über die Stadt Sewastopol und die Krimkriege im 19. Jahrhundert mit ihren Folgen bis in die USA, über die Stadt Kertsch und die neue Brücke aufs russische Festland, aber auch darüber, wie sich die dortige Bevölkerung beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Jahr 1941/42 buchstäblich geopfert hat, um den Vormarsch der Nazis zu stoppen, und wo Tausende Juden im Schnellverfahren erschossen wurden. Ich werde über die Tataren berichten, die auf der Krim schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben, über den Tourismus auf der Krim und wie er vom Westen mutwillig behindert wird, über ein internationales Forum auf Jalta, das sich mit der Pflege der russischen Sprache beschäftigte, und, nicht zuletzt, wie wir neue Freunde fanden, diese aber nicht in die Schweiz einladen können, weil sie von der Schweiz kein Besuchsvisum erhalten. Wie kann ich das, als Schweizer Bürger, diesen Leuten erklären? (2)

Zum Bild: Wer sich für die Geschichte interessiert und gerne die Paläste besucht, wo die Mächtigen und Reichen über ihre Untertanen geherrscht haben, ist in Jalta am richtigen Ort: Im Livadija Palace haben Churchill, Roosevelt und Stalin im Februar 1945 entschieden, wer wo in Europa das politische Sagen haben soll. (Foto Christian Müller)

(1) Jan Schneider verweist in vielen Punkten auch auf das Buch des tschechischen Publizisten Milan Syruček «Russisch-ukrainische Beziehungen: Mythen und Fakten».
(2) Eine formelle Anfrage beim EDA bzw. beim zuständigen Schweizer Migrationsamt ergab die folgende Auskunft: «Beim normalen russischen Pass gibt es jedoch zwei Ausnahmen: “Not recognised if issued by Federal Migration Service offices whose codes start by 90, 91 and 92 and/or not recognised if issued after 18 March 2014 to residents of Crimea and Sevastopol provided that its holder was not a Russian citizen before the annexation”. Oder zu Deutsch: Normale Russen können ein Besuchs-Visum für die Schweiz erhalten, nicht aber, wenn der Pass eines Einwohners der Krim nach dem 18. März 2014 ausgestellt worden ist, in der Annahme, dass der Inhaber des Passes vor der Wiedervereinigung der Krim mit Russland kein russischer Staatsbürger war – wobei das Visum-ausstellende Migrationsamt der neutralen Schweiz nicht den Begriff «Wiedervereinigung mit Russland», sondern den Begriff «Annexion» braucht, so wie die EU und die USA das verlangen.

Recherche vor Ort auf der Krim

Der Autor Christian Müller, Mitglied der Redaktionsleitung von Infosperber.ch, ist promovierter Historiker und Staatsrechtler und arbeitete über Jahrzehnte als Journalist und Redakteur und zuletzt als Medienmanager. Er besuchte die Krim zum ersten Mal im Jahr 2006 und wollte wissen, was sich seither verändert hat und wie die Situation auf der Krim für die dort lebenden Menschen heute ist: vor Ort auf der Krim recherchiert.

Um unabhängig zu sein und unabhängig informieren zu können, bestimmte Christian Müller alles selber: den Zeitpunkt seiner Reise, die Reiseroute, die Aufenthaltsorte (inkl. Hotels), von wem er sich informieren lassen und mit wem er reden wollte. Und er hat die ganze dreiwöchige Informationsreise aus eigener Tasche bezahlt. Das Einzige, wozu er die Unterstützung der Krim-Administration brauchte, waren der Besuch der neuen Schule für die Tataren in Simferopol, der Besuch des TV- und Radio-Senders der Tataren in Simferopol und die Besichtigung der sich noch im Bau befindlichen Moschee der Tataren (auch im Inneren), ebenfalls in Simferopol. Und aufgrund des aufgenommenen Kontakts mit den Behörden wurde er, da zeitlich zufällig übereinstimmend, zum fünften Forum zum Thema russische Sprache in Jalta eingeladen.

Als Dolmetscherin diente Christian Müller seine Ehefrau Anna Wetlinska, die die russische Sprache studiert hat, sie lückenlos versteht und ebenso perfekt spricht. Etliche der Gesprächspartner auf der Krim waren aber ihrerseits in der Lage, auch englisch zu kommunizieren.

Christian Müller hat auch die in den Krim-Konflikt involvierten Länder Russland und die Ukraine seit Mitte der 1980er Jahre mehrmals besucht.

Siehe zur Situation auf der Krim heute

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Es gibt keine Interessenkollisionen. Siehe dazu die farbige Box. Zum Autor siehe hier.

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18 Meinungen

Man könnte meinen, Herr Müller schreibe für die Agentur Sputnik.
Es gibt unzählige Gebiete auf der Welt, die aufgrund der Vergangenheit, ihres regionalen Reichtums oder anderer Gründe unabhängig werden oder die Staatszugehörigkeit wechseln wollen. Würde man dies einfach so zulassen, so hätten wir das nackte Chaos. Deshalb gelten völkerrechtlich die bestehenden Grenzen als unantastbar. Und zwar auch dann, wenn die Abspaltungswünsche durchaus verstanden werden können, wie bei der Krim aufgrund der Geschichte. Bei der Krim und der Ostukraine ist der Sezessionismus jedoch noch weniger zu tolerieren, da mit Gewalt von Aussen herbeigeführt. Nur unter genau definierten Regeln kann solchen Gelüsten nachgegeben werden. Der Jura ist ein gutes Beispiel für eine ordnungsgemässe Abspaltung. Die Posse die die Katalanen aufführen ein gutes Beispiel, dass man zwar einige regionale Autonomie zugestehen soll, aber Abspaltungen mit harter Hand verhindern muss. Liesse man solches zu, führte das entstehende Chaos in Summe zu mehr Leid als der Status Quo.
Dass Sanktionen die Bevölkerung statt die Elite treffen ist meistens so. Aber wer hat denn diese Sezessionisten gewählt oder unterstützt sie? Ja, eben.
Zudem muss man sehen, dass Sanktionen nicht nur bezüglich ihrer Wirkung im Einzelfall beurteilt werden müssen. Sie senden Signale, die von anderen weltpolitischen Akteuren wahrgenommen werden. Die Sanktionen zeigen durchaus Wirkung, im Iran, Venezuela, in China und anderswo.
Christian von Burg, am 21. Juli 2019 um 12:01 Uhr
@von Burg: Genau wegen all den Leuten, die gerne verallgemeinern, wie Sie das tun, und einfach alles verdammen, was mit Russland zu tun hat, habe ich mich entschlossen, auf die Krim zu fahren und selber vor Ort zu recherchieren – ohne vorgefasste Meinung. Ihr Kommentar ist mir nun die erste Bestätigung, dass sich der Zeitaufwand und die Kosten der Reise gelohnt haben. Als Journalist und Historiker bin ich den Tatsachen verpflichtet, nicht jenen, die nur das eine hören und lesen wollen. In diesem Sinne bin ich Ihnen für Ihren negativen Kommentar sogar dankbar. Mit freundlichen Grüssen, Christian Müller
Christian Müller, am 21. Juli 2019 um 12:17 Uhr
Die Schweiz beschloss Wirtschaftssanktionen gegen Russland (wegen der Krim) und Venezuela. Wer ist der Initiant und wie ist die Begründung für diese Sanktionen, die still und leise eingeführt wurden? Bitte Personen und Parteien nennen. Ich mache jede Wette, dass die Mehrheit der Schweizer gegen die Sanktionen sind, im Sinne der neutralen Schweiz.
Paul Stolzer, am 21. Juli 2019 um 13:46 Uhr
Was ich so interessant an diesem - guten - Bericht und Artikel finde, ist die dadurch entstehende Einsicht, wie EINSEITIG, wir von den meisten unserer Medien «informiert» werden. Eigentlich plus minus im, Sinn der Deutsch-Amerikanischen NATO-Ideologie. Das betrifft nicht nur die Krim sondern auch den Iran, Saudi-Arabien, Yemen, Venezuela usw: eigentlich alle Gegenden, wo der - extrem heuchlerischen …- US Politik etwas entgegen gesetzt wird.
bernhard sartorius, am 21. Juli 2019 um 15:10 Uhr
@müller: ihr bericht ist nicht falsch. Aber er nimmt nicht die entscheidende optik ein. Wenn man den teich trockenlegen will, muss man nicht die frösche fragen.
Christian von Burg, am 22. Juli 2019 um 10:33 Uhr
Zur Erinnerung
"Richard Garfield, Professor für öffentliches Gesundheitswesen an der Columbia University, gelangte in seinen Untersuchungen zu dem Schluss, dass die Zunahme der Kindersterblichkeit zwischen 1991 und 2002 zum Tod von 345.000 bis 530.000 irakischen Kindern geführt hat. Ihm zufolge ist ein solch dramatischer Anstieg der Kindersterblichkeit „fast unbekannt in der Literatur zum Thema“. Zu noch erschreckenderen Zahlen kam Tim Dyson, Professor für Bevölkerungswissenschaften an der London School of Economics, in einer Studie von 2006. Er schätzt, dass zwischen 1990 und 2003 etwa 660.000 bis 880.000 irakische Kinder unter fünf Jahren aufgrund des Zusammenbruchs der irakischen Ökonomie gestorben sind. Wie viele Iraker anderer Altersstufen umkamen, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass deutlich mehr Mütter im Kindbett starben."
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article9783521/Der-vergessene-Krieg-gegen-Iraks-Zivilbevoelkerung.html

und es geht noch perverser

https://www.youtube.com/watch?v=xYXK7uh93Uo

"1/2 Million tote Kinder durch Irak-Sanktionen - M.Albright: «Wir denken, der Preis ist es wert.“"


und

Zur Erinnerung das Embargo gegen Syrien setzte die deutsche Regierung für die EU durch.
Das 1,5 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland kamen, das traf nicht die falschen !
Dieter Gabriel, am 22. Juli 2019 um 13:18 Uhr
@Christian von Burg wie war das mit dem Kosovo ?

siehe auch Wikipedia

„Der Rambouillet-Text, der Serbien dazu aufrief, den Durchmarsch von NATO-Truppen durch Jugoslawien zu genehmigen, war eine Provokation, eine Entschuldigung dafür, mit den Bombardierungen beginnen zu können. Kein Serbe mit Verstand hätte Rambouillet akzeptieren können. Es war ein ungeheuerliches diplomatisches Dokument, das niemals in dieser Form hätte präsentiert werden dürfen. […] Die Serben haben sich vielleicht in der Bekämpfung des KLA- (UÇK-)Terrors barbarisch verhalten. Jedoch wurden 80 % der Brüche des Waffenstillstandes, zwischen Oktober und Februar, von der KLA begangen. Es war kein Krieg der ethnischen Säuberung zu dieser Zeit. Wenn wir die Lage korrekt analysiert hätten, hätten wir versucht den Waffenstillstand zu unterstützen und nicht die ganze Schuld auf die Serben geschoben.“

– Henry Kissinger
Dieter Gabriel, am 22. Juli 2019 um 13:22 Uhr
@Bernhard Sartorius

siehe youtube Professor Bolz
Der Medienwissenschaftler ist Mitglied des Wissenschaftlichen Rates der CDU !

https://www.youtube.com/watch?v=E9J_mzUHz4s

Prof. Dr. Norbert Bolz: «Lügenpresse [...] Es ist noch viel schlimmer» - Peter Hahne vom 01.05.2017

oder

https://www.youtube.com/watch?v=3A-vO8G3V4s&t=2250s

Norbert Bolz | «Der späte Sieg der DDR"
Dieter Gabriel, am 22. Juli 2019 um 13:24 Uhr
Zu Ch. von Burg
Der Artikel enthält aber auch eine berechtigte Frage: Wie war es denn im Jahr 2008, als das Parlament im Kosovo ohne Einwilligung Belgrads den Kosovo von Serbien abtrennte? Die Frage ist nach den heutigen Erkenntnisse schon deshalb berechtigt, weil bekannt ist, dass die Bombardierungen der Nato von Jugoslawien ebenfalls mit Lügen begründet wurden (Konzentrationslager, Hufeisenplan). Anschließend wurde der damals größte Militärstützpunkt der USA im Kosovo errichtet, der heute noch besteht und auf dem sich ständig ca. 5.000 Soldaten befinden. Selbst Gerhard Schröder hat den Krieg als völkerrechtswidrig bezeichnet. Leider aber wird auch mit Weglassen von Fakten Meinung gemacht.
Volker Spuhn, am 22. Juli 2019 um 15:07 Uhr
Dieser Artikel ist schön geschrieben aber auch sehr schönfärberisch einseitig. Kein Wort darüber, dass vor der Abstimmung die ukrainische Administration inkl. Polizei und Militär von den «grünen, abzeichenlosen» Elitemilitärs kaltgestellt worden waren, dh. die ganze Krim von den Russen militärisch besetzt und kontrolliert war. Wenn man von einem Putsch in der Ukraine sprechen will, dann gilt das sicher für diese Monate zu Beginn von 2014 als Russland zum zweiten Mal nach 1783 die Krim annektierte. Die besagte Abstimmung wurde dann ja auch von der neu installierten russischen Administration organisiert (bzw. ukrainisch-freundliche Beamte vorher «ausgemustert"), offenbar ganz im Stil von Putins gelenkter Demokratie. Ich anerkenne natürlich, dass die russischstämmige Bevölkerung auf der Krim gegen eine Wechsel sicher nichts einzuwenden hatte, aber man soll dann wenigsten ehrlich sein und die Dinge beim Namen nennen, sprich: Russland hat sich die Krim zurückgeholt und dabei die vertraglich zugesicherte Integrität der Ukraine verletzt (Annexion). Später wurde analog in der Ostukraine vorgegangen, aber da war die Ukraine etwas wachsamer.
Rührend auch die Geschichte, dass den Krimtataren neue Schulen und eine neue Moschee gebaut wird. Sind das nicht eher potemkinsche Dörfer, denn offenbar finden nicht alle (geflohenen) Krimtataren die neue Situation sehr positiv:
https://www.deutschlandfunk.de/krimtataren-die-grossen-verlierer-der-ukraine-krise.795.de.html?dram:article_id=341438
Thomas Oberhänsli, am 22. Juli 2019 um 17:25 Uhr
Guter Beitrag. Nur alles ein klein wenig geordnet auf die Reihe bringen, ist schwierig! Die 'Gesamtlage' ist halt eben doch verzwickter. Chruschtschow's Entscheid ist wohl der Ausgangspunkt, die Krim war ja seit dem 18.Jahrh. russisches Staatsgebiet. Nur man vergisst die tragische Geschichte der Krimtararen unter Stalin, diese waren schon da als die Russen kamen. Dass bei der Auflösung der UdSSR und der Uebergabe der Atomwaffen durch die 'neue' Ukraine an Russland, die russische Regierung das Staatsgebiet der Ukraine (inkl. Krim und 'Ostgebiete') garantierte, darf auch nicht vergessen werden. Die Ukraine mit den erlassenen antirussischen Sprachgesetzen war/ist überhaupt nicht hilfreich. Es geht um Machtpolitik und Russland, in welcher Staatsform auch immer, war in dieser Weltgegend eben schon immer der «Bär». Ein sehr grosser, wenn nicht gar der grösste Fehler war, dass der sog. Westen (Druck USA) sich als «Sieger» gegenüber dem neuen, entstanden aus der zusammengebrochenen UdSSR, Russland verhalten hat. Man wollte es denen eben zeigen wer der 'Gewinner' war. Keine gute Politik.... Herr Putin hat sich eindeutig als der viel bessere Stratege und auch Taktiker erwiesen. Kommt dazu, dass die westl.Mächte den Geheimdienstoffizier völlig unterschätzen und herablassend behandelt haben.
Mario Bernasconi, am 22. Juli 2019 um 17:46 Uhr
Sehr geehrter Herr Müller. Bezüglich Ihres Artikels zur Krim muss ich Sie leider Korrigieren. So wie Sie die Krim darstellen, gibt es ein falsches Bild. Tatsache ist doch, dass die Krim, Ukraine und Weißrussland mit 99% gegen Russland gestimmt haben. Was mich auch befremdet, wie Sie ohne tatsächliche Kenntnis der Politisch-Militärischen Lage auf der Krim im Jahre 2014 im Februar kein Wort über den Überfall durch Russische Bluthunde ( Putins GRU Spezialnoje Nasnatschenje SpezNas, Putins Geisterarmee) von Putin die unter Führung von Oberst Igor Strelkov alias Gerkin und zwei weitere Oberste die damals den Oberst Skripal in London umbringen sollten. Diese Leute haben damals am 27. Februar in Sewastopol und in Simferopol die Ukrainische Fahne auf den Parlamentsgebäuden entfernt und durch die Russische ersetzt. Die Krimtataren und die Ukrainer wurden mit Waffengewalt unterdrückt. Ein Aufstand oder eine Gegenwehr war nicht möglich, um die Bevölkerung zu schützen. Das Referendum war eine Lüge und Betrug. Sergey Aksyonov, der auf der Krim den Präsidenten spielt, ist ein Krimineller und gehört der Russischen Mafia an. Wohlstand auf der Krim. Richtig ist, dass sich russische Verbrecher die auf die Krim gekommen sind ukrainischen Eigentum angeeignet haben. Putin hat 1 Billion Rubel an Vermögen verstaatlicht. ich kann Ihnen noch viel Verbrechen auf der Krim schreiben. Der Mafia Pate Putin ist hier nicht gerne gesehen.
Wolfgang Grundmann, am 22. Juli 2019 um 18:58 Uhr
Waren im letzten Jahr auf der Krim von Sochi kommend. Wunderschön. Habe viel mit den Leuten vor Ort gesprochen und die machten uns einen sehr positiven Eindruck. Interessant war die U-Boot Station in Balaklawa und das Küstengebiet davor. Zudem mussten wir natürlich zum Lager der Nachtwölfe gehen. Eindrücklich. Ganz in der Nähe gibt es auch einen deutschen Friedhof aus dem zweiten Weltkrieg, der liebevoll gepflegt wird. Auch durften wir ohne Voranmeldung das wohl schönste Hotel an der Schwarzmeerküste besichtigen: https://mriyaresort.com/en/. Da hat die Sperbank ihre Rubel sehr gut investiert. Die Krim ist nicht so warm wie Abchasien aber wirklich eine Reise wert. Wir haben auch die Schweizer Siedlung in Zolote Pole besucht. Wir werden wieder auf die Krim gehen und diesmal auf den Spuren der griechischen Siedler. Da gibt es noch viel zu Entdecken, vor allem der berümte Ort für den Fischfang. Wir waren 2012 schon auf der Krim und wir können bestätigen, dass sich sehr viel zum Positiven entwickelt hat. Die Leute sind freundlich und auch die korrupten (ukrainischen) Polizisten sind weitgehend weg. Nur Russland muss noch sehr viel in den Aufbau der Infrastruktur investieren, da die Krim von der Ukraine Jahrzehntelang vernachlässigt wurde. Wir gehen bald wieder auf die Krim. www.abchasien.ch Vital Burger
Vital Burger, am 23. Juli 2019 um 08:01 Uhr
Da freue ich mich über die kommenden Beiträge sehr.

Zu Sanktionen:
In der Logik der Marktwirtschaft und der Konkurrenz spezialisieren sich praktisch alle Länder auf Produkte die sie im Markt am lukrativsten verkaufen können. Spanien Früchte, Deutschland Autos, Frankreich Wein, etc. Es wird nicht für den eigenen Bedarf produziert (natürlich schon auch, aber eben nicht in der benötigten Menge) sondern hauptsächlich für die Nachfrage des internationalen Markts. Der Restbedarf, der selber nicht produziert wird, wird importiert. Unter Gleichstarken könnte dies zu einer stabilisierenden Situation führen, da jeder von jedem Abhängig ist. In unserer Welt, wo einige jedoch über viel mehr Macht verfügen als andere, kann dieser Zustand genutzt werden um Druck aus zu üben. Man stelle sich mal vor, die Schweiz würde keine Erdölprodukte wegen Sanktionen importieren können. Wie lange hätte der nächste Supermarkt wohl noch Gemüse im Regal? Zwei Tage, drei Tage? Wie gut würde es uns wohl nach einem Monat noch gehen? Sanktionen sind ein Kriegsmittel um eine Bevölkerung auszuhungern damit diese die eigene Regierung bekämpft und damit die Ziele des Sanktionierenden unterstützt.

Sanktionen treffen immer und in jedem Fall die Bevölkerung. Aus diesem Grund sind alle Sanktionen zu verurteilen. Es gibt schlicht weg keinen moralischen Grund und keine ethische Rechtfertigung um ganze Völker aus zu hungern. Die Schweiz beteiligt sich zusammen mit anderen Ländern an Verbrechen gegen die Menschlichkeit!
Stöckli Marc, am 23. Juli 2019 um 22:19 Uhr
Ich muß zum Inhalt des Textes etwas sagen: Da wird darauf verwiesen, dass auf der Konferenz von Jalta, Teile Polens der UdSSR zugeschlagen wurden. Leider wird in diesem Zusammenhang immer wieder der Ausgang des I. Weltkrieges total vergessen. Nach der Revolution war das Dekret über den Frieden, die erste politische Handlung der Revolutionäre. Das wurd jedoch seitens der anderen kriegsführenden Staaten, unter anderem Polen und Deutschland, schamlos ausgenutzt und es wurde ein «Frieden» von Brest-Litowsk erpreßt. Inhalt dieses «Friedensvertrages» war die Abtretung großer Teile der westlichen Bereiche Russlands an Polen. Mit dem Vertrag von Jalta hat sich die UdSSR nur das zurück geholt, was diesem Land vorher gestohlen wurde.
Günther Wassenaar, am 29. Juli 2019 um 10:34 Uhr
Was die Abtretung von Teilen Deutschland betrifft, so ist der Artikel ebenso unkonktret. Das Reichs-Propagandaministerium hat in der Zeit von 1933 bis 1939 insbesondere die deutschen Ostgebiete, Danzig und Königsberg, sowie in Polen und in der ganzen Welt lebende Deutsche für ihre Kriegsvorbereitung instrumentalisiert. Es ging um die Heim ins Reich-Bewegung und die angebliche Unterdrückung von Deutschen in anderen Ländern, die Goebbels besonders ausnutzte, um die Deutschen im Reich für einen Angriffskrieg gegen alle Nachbarn zu mobilisieren. OHNE Kriegspropaganda ist ein solcher Krieg nicht möglich - ohne Fremdenhaß, ohne Fremdenfeindlichkeit! Das zeigen die heutigen Parallelen deutlicher den je.

Die Alliierten haben diesen deutschen Kriegsgrund beseitigen wollen, indem sie die Enklaven Deutschland weg nahmen und gleichzeitig die Aussiedlung aller östlichen und südlichen «Reichsdeutschen» aus fremden Ländern anordneten. Nur so als Hinweis - auch die heutige Bundesregierung pflegt Kontakte mit Auslandsdeutschen - insbesondere in Rumänien und in Russland
Günther Wassenaar, am 29. Juli 2019 um 10:35 Uhr
An die NDS.
Von der Sowjetunion wurden die in Jalta und Potsdam 1945 gegebenen Zusicherungen für freie Wahlen in Polen und der CSSR im Zeitraum 1945/46 nicht eingehalten.
Warum sollte der Westen 1990 dem Wunsch der Sowjets, die NATO nicht nach Osteuropa auszudehnen , dann nachkommen? Der Vergleich mit dem Kosovo hinkt schon ein wenig.
W.Holtmann am 03.08.2019
Wolfgang Holtmann. Dr., am 03. August 2019 um 16:20 Uhr
Mit großem Interesse habe ich Ihren Tatsachenbericht von der Krim gelesen.
Ich persönlich bin auch Betroffener der Krim-Sanktionen, da es keine direkten Flüge von Frankfurt nach Simferopol gibt und ich mit meiner Frau und 1,5-jähriger Tochter umständlich über Moskau anreisen muß. Meine Frau ist auf der Halbinsel Krim geboren und meine Schwiegereltern und Schwager wohnen auf der Krim, die wir jährlich besuchen.
Es gibt spürbare Verbesserungen, seitdem die Krim wieder zu Russland gehört. Die Straßen und Autobahnen werden instandgesetzt, wo es zu ukrainischen Zeiten nur Schlaglöcher gab und nie was für den Strassenerhalt getan wurde. Für eine Strecke von 300 Metern brauchte man mit dem Auto 10 Minuten, um durch die Kraterlandschaft zu kommen, ohne sich gleich die Federungen des Fahrzeugs zu ruinieren. Es gibt eine medizinische Versorgung und moderne Krankentransportwagen – jene der Ukraine waren aus den 70er Jahren. Ich könnte die Liste der Verbesserungen fortführen.
Markus Lang, am 04. Oktober 2019 um 09:22 Uhr

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