Jalta am Schwarzen Meer ist das Nizza des Ostens © cm
Das Mini-Schlösschen «Schwalbennest» an der Südküste © cm
Flughafen Simferopol © cm
Blick in den Garten des Hotels in Jalta – ein kleines Paradies © cm
Der Woronzow-Palast an der Südküste bei Alupka © cm
Ausblick aus dem Woronzow-Palast in den Park und aufs Schwarze Meer © cm
Chersones am südlichen Rand von Sewastopol © cm
Die Wladimir-Kathedrale in Chersones, Sewastopol © cm
Eingang zu den Katakomben in Kertsch © cm
Das sehenswerte Tataren-Zentrum in Bachtschyssaraj © cm
Ältestes christliches Kloster der Krim in Bachtschyssaraj © cm
Landschaft für Mountainbiker-Touren © cm
Der Strand in Phoros, wo Gorbatschow Ferien machte © cm
Die Basilius-Kathedrale am Rande des Roten Platzes in Moskau © cm
Das Business-Center in Moskau © cm
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Die Krim ist immer eine Reise wert (Krim V)

Christian Müller / 31. Aug 2019 - Die europäischen und US-amerikanischen Reisebüros bieten keine Reisen mehr in die Krim an. Die unsinnigen Sanktionen verbieten es.

Zum Jahreswechsel 2012/13 landete die Krim mit ihrem Schlösschen «Schwalbennest» unter den zwanzig attraktivsten Reisezielen des Jahres an erster Stelle: auf dem Umschlag der Traveler-Ausgabe der weltberühmten Zeitschrift «National Geographic Magazine». Diese Reisedestinationen muss man sehen («Our 20 Must-See Places for 2013»), stand da in grossen Lettern.

Ein gutes Jahr später, im Frühling 2014, war alles anders. Die Einwohner der Halbinsel Krim waren der Russland-feindlichen und vor allem auch gegen den Gebrauch der russischen Sprache gerichteten Aktivitäten und Gesetze der Ukraine, zu der die Krim staatsrechtlich gehörte, definitiv müde. Nach dem Putsch gegen den demokratisch gewählten Staatspräsidenten Wiktor Janukowytsch auf dem Maidan in Kiev organisierten sie ein Referendum und beschlossen grossmehrheitlich, wieder mit Russland vereinigt zu werden. Und Russland war damit gerne einverstanden (siehe dazu meinen ersten Bericht zur Krim auf Infosperber, hier anklicken). Darauf hat die UNO mit einem Mehr von drei Stimmen (unter den Ja-Stimmenden waren auch die «neutrale» Schweiz und die Mini-Staaten Liechtenstein, Monaco, Andorra und San Marino) dieses Referendum als völkerrechtlich ungültig erklärt und Sanktionen gegen die Krim verhängt. Seither dürfen westliche Reisebüros keine Reisen mehr auf die Krim anbieten.

Zum Bild: Sieht man – zum Grössenvergleich – keine Menschen, scheint es ein richtiges, grosses Schloss zu sein. In Wirklichkeit ist es ein Schlösschen, kleiner als ein kleines Einfamilienhaus, mit einer Grundfläche von etwa 5 x 5 Metern. Aber sein neogotisch-orientalischer Baustil und seine sensationelle Lage 40 Meter über dem Meeresspiegel machen es zur touristischen Attraktion. (Foto Christian Müller)

Man sollte trotzdem hinfahren, denn unter den Sanktionen leiden nicht zuletzt jene Leute, die vom Tourismus leben: die Besitzer und Angestellten von Hotels und Restaurants, die Taxi-Fahrer, die Souvenir-Verkäufer, aber zum Beispiel auch die Weinbauern (früher war der Krim-Sekt die Alternative zum teuren Champagner), die Fischer, und viele mehr. Die Krim hat touristisch viel zu bieten – und die Menschen auf der Krim sind sowas von gastfreundlich und hilfsbereit, wie man es in westlichen Ländern kaum erleben kann.

Wie kommt man hin?

Um auf die Krim zu kommen, muss man ein Visum für Russland haben. Was zum Beispiel in der Schweiz kein Problem ist. Weil man beim Antrag für das Visum die wichtigsten Reise-Ziele angeben muss oder zumindest sollte, haben wir ganz ehrlich Moskau und Simferopol angegeben. Es gab keine Probleme. Die Agentur verlangt für die Besorgung des Visums natürlich einen Preis (abhängig davon, wie schnell man das Visum haben muss), aber das ist ja auch ok.

Der Sanktionen wegen fliegt keine europäische Airline direkt nach Simferopol, also fliegt man am besten mit der russischen Aeroflot via Moskau nach Simferopol. Man kann das Ticket online bestellen und zahlen. No problem.

Zum Bild: Der Flughafen in Simferopol ist ganz neu und architektonisch ein Glanzwerk. Ein Hotel in unmittelbarer Nähe, um bei später Ankunft oder frühem Wegflug Unterschlupf zu finden, fehlt noch. Aber man erhält hier einen ersten Eindruck, was Russland mit der Krim vorhat: sie wirtschaftlich zu fördern und wieder zu alter Grösse hochzubringen. (Foto Christian Müller)

Wissen muss man, dass man auf der Krim keine Kreditkarten brauchen kann. Die sind, der Sanktionen wegen, alle gesperrt. Also Bargeld mitnehmen, am besten gleich Rubel (die man in Moskau noch aus dem Bankomat beziehen kann), oder auch Euros. Diese kann man auf den Banken in Jalta oder Sewastopol gegen Rubel eintauschen. Die Bankomaten auf der Krim kann man der Sanktionen wegen auch nicht benutzen.

In Simferopol kann man einen Mietwagen nehmen. Bei einzelnen Firmen kann man online mit Kreditkarte zahlen, zumindest wenn man das im Voraus organisiert.

Dann allerdings kommt ein grösseres Problem. Die Mietwagen haben kein GPS (kein sogenanntes «Navi»). Man muss im Flughafen fürs eigene Smartphone eine lokal funktionierende Simcard kaufen, die einen Monat lang den Gebrauch des Smartphones auf der Halbinsel Krim ermöglicht (kostet fast nichts). Und dann muss man das Handy als GPS brauchen. Wer das noch nie gemacht hat, kann es sich vor Ort vom Autovermieter erklären lassen. Und Achtung: Man ist dann über die «normale» Telefon-Nummer des Handys nicht mehr erreichbar, nur noch über die neue Nummer der neuen Simcard. WLAN/WiFi in den Hotels aber funktionieren normal, dort braucht man wie im Westen auch nur das lokale Passwort.

Gut ist natürlich, wenn man die Kyrillischen Buchstaben des russischen Alphabets etwas kennengelernt hat. Die meisten Ortstafeln an den Strassen sind nur in russischer Sprache angeschrieben. Nur gerade die Hinweisschilder auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, etwa auf den Livadija Palast, sind auch englisch und in lateinischen Lettern zu sehen. Aber man kommt auch ohne Kenntnisse der kyrillischen Buchstaben durch.

Preiswerte Hotels mit persönlicher Bedienung

In einem Punkt, so erklärte uns ein Tourismus-Experte vor Ort, sei die Krim noch nicht up-to-date: Man kenne die Vollpension mit 24-Stunden-Selbstbedienung, wie sie zum Beispiel an der Südküste der Türkei angeboten werde, noch nicht. Ein Problem? Ich persönlich – ich stehe dazu – ziehe die Bedienung durch freundliches Personal vor. Kann man sich was Schöneres vorstellen, als am Morgen in den Garten des Hotels zu gehen, der freundlichen Bedienung zu sagen, was man essen und trinken möchte, und dann ebenso persönlich bedient zu werden? Jeder hat seine Vorlieben. Wir sind auf die Krim gefahren, um möglichst viel von der lokalen Kultur mitzubekommen. Um das zu erreichen, muss man nicht in ein Hotel einer internationalen Hotel-Kette gehen, sondern die Augen offen halten für Hotels, die – im Idealfall – von einer Familie betrieben werden. Und diese Hotels gibt es auf der Krim noch.

Zum Bild: Blick in den Garten des Hotels in Jalta. Keine Selbstbedienung, dafür eine liebenswerte junge Frau, die alles daran setzte, unsere Frühstücks-Wünsche zu erfüllen. (Foto Christian Müller)

Die Krim war schon lange ein beliebtes Reiseziel

Die Krim war bis 2014 ein klassisches Tourismus-Land für Gäste aus der ganzen Welt. Die meisten Gäste aber kamen natürlich aus der Ukraine, schon aus Distanzgründen. Nachdem sich die Krim im März 2014 aber mit Russland wiedervereinigt hatte, blieben die Ukrainer vorerst aus; es herrschte allseitig Verunsicherung. Mittlerweile kommen sie wieder, offensichtlich ist es grossen Bevölkerungsschichten der Ukraine egal, ob «ihr» Ferienparadies jetzt zum eigenen Land gehört oder zu einem Nachbarland – entgegen der offiziellen Doktrin aus Kiev. Schon im Jahr 2018 sollen es wieder über eine Million Ukrainer gewesen sein, die ihre Ferien auf der Krim verbrachten, und 2019 dürften es sogar über zwei Millionen sein.

Seit 2014 kommen nun aber auch mehr Russen. Die Halbinsel im Schwarzen Meer ist für sie eine ideale Ferien-Destination: nicht allzu weit weg, gleiche Sprache, gleiche Währung, phantastische Strände.

Ausgeblieben sind seit dem Frühling 2014 aber fast ganz die Touristen aus westlichen Ländern. Aufgrund der Sanktionen dürfen die Reiseveranstalter keine Reisen mehr auf die Krim anbieten, und, selbst in der Schweiz, sie halten sich daran. Auch die Kreuzfahrtschiffe dürfen in Jalta nicht mehr anlegen.

Individualreisen können den Sanktionen zum Trotz durchaus gemacht werden, so wie wir das im Frühling dieses Jahres auch getan haben. Wir sind zwar nicht hingefahren, um auf der Krim Badeferien zu machen, aber wir haben, neben dem Ziel, mit möglichst vielen Leuten über die jetzige Situation auf der Krim ins Gespräch zu kommen, durchaus auch sehr viele schöne und interessante Orte kennenlernen dürfen. Zur Nachahmung empfohlen!

Und was gibt es zu sehen?

Ein beliebtes Ausflugsziel an der südlichen Küste der Krim ist zum Beispiel der Woronzow-Palast, wenige Kilometer westlich von Jalta. Der Palast wurde 1828 erbaut, Architekt war Erward Blore, der auch einer der Architekten des Buckingham-Palastes in London war. Die Nordfassade ist neugotisch, die Südfassade maurisch gestaltet, das Innere ist heute ein Museum zur Geschichte des Fürstenhauses Woronzow. Anlässlich der Jalta-Konferenz im Jahr 1945 war hier Churchill mit seiner Delegation untergebracht.

Zum Bild: Der bald zweihundertjährige Woronzow-Palast ist mit seinen 150 Zimmern nicht zuletzt architektonisch eine Sehenswürdigkeit.

Absolut phantastisch ist auch der dazugehörende Park, dessen Auf- und Ausbau damals mehrere Jahrzehnte in Anspruch nahm. (Fotos Christian Müller)

Noch berühmter als der Woronzow-Palast ist der Livadija Palace in Jalta, wo Churchill, Roosevelt und Stalin 1945 über die neue Verteilung Europas diskutiert und entschieden haben. Aber darüber habe ich in meinem ersten Beitrag dieser Serie über die Krim ja bereits ausführlich berichtet.

Zu den «Musts» einer Krimreise gehört die Hafenstadt Sewastopol. Auch darüber habe ich bereits berichtet: in meinem zweiten Teil der Serie über die Krim heute. Nicht erwähnt dort habe ich Chersones, die südlichste Bucht von Sewastopol. Dort sind im 6. Jahrhundert vor Christus die Griechen gelandet und von dort aus erfolgte auch die Christianisierung Russlands, eingeleitet durch Wladimir I., der sich hier im Jahr 998 zum Christentum bekehrte.

Zum Bild: Noch stehen am Ufer des Schwarzen Meeres in Chersones ein paar griechische Säulen. In der unmittelbaren Umgebung finden sich Ruinen von Bauten aus den verschiedensten Epochen.

Zum Bild: Die Wladimir-Kathedrale in Chersones wurde 1892 an jener Stelle erbaut, an der sich der Legende nach Fürst Wladimir I. 900 Jahre zuvor zum Christentum bekehrt haben soll. Die Kathedrale wurde im Zweiten Weltkrieg dann weitgehend zerstört, um die Jahrtausendwende herum aber wieder rekonstruiert. Sie gehört heute der Russisch-orthodoxen Kirche. (Fotos Christian Müller)

Auch Kertsch ist ein «Must», und auch darüber habe ich in einem separaten Artikel ausführlich berichtet (hier anklicken). Mindestens zwei Sehenswürdigkeiten gehören auf den Reiseplan: die sogenannten Katakomben, in denen sich beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht Tausende von Soldaten und Zivilisten verschanzt hatten – und dabei schliesslich beim Wasserholen erschossen wurden oder verdursteten und verhungerten. Es gibt kaum eine andere Gedenkstätte in Europa, die die Schrecken eines Krieges so eindrücklich in Erinnerung ruft und vor Augen führen kann.

Aber natürlich ist auch die neue Brücke, die die Halbinsel Krim nun mit dem russischen Festland verbindet, echt sehens- und befahrenswert.

Zum Bild: Am Eingang zu den Katakomben erinnert ein riesiges Steindenkmal an die Qualen, die die hier unterirdisch verschanzten Menschen auf sich genommen haben, um den Angriff der deutschen Wehrmacht 1941 aufzuhalten. Rechts im Bild sieht man Blumen und Kränze, die von Besuchern mitgebracht und hier niedergelegt werden – in Erinnerung zum Beispiel an den Grossvater, der hier qualvoll zu Tode gekommen ist. (Foto Christian Müller)

Auch das Innere der Krim ist interessant

Interessant auf der Krim ist aber nicht nur die Küstenregion. Sehr interessant ist vor allem auch die Region um Bachtschyssaraj. Über die Tataren, die dort ihr Zentrum hatten, habe ich in meinem vierten Artikel bereits berichtet (hier anklicken). Am Bergrand von Bachtschyssaraj gibt es aber auch das älteste christliche Kloster auf der Krim, ein in die Felsen hineingebautes Kloster aus dem 15. Jahrhundert, das – in Englisch – «Assumption Monastery of the Caves». Die dort lebenden Mönche sind gerne bereit, interessierten Leuten einige Räumlichkeiten im Felsen-Inneren zu zeigen. Diese Gelegenheit haben auch wir wahrgenommen. War ebenfalls eindrücklich.

Leider reichte die Zeit nicht mehr, auch Mangup Kale zu besuchen, nur etwa 20 km von Bachtschyssaraj entfernt. Weit oben am Berg können die Überreste einer riesigen Festung mit über sechs Kilometer Mauern besichtigt werden, die ursprünglich von den Chasaren, eines im 9. Jahrhundert zum jüdischen Glauben übergetretenen Volkes, erbaut wurde. Nach dem Zerfall der Chasaren-Herrschaft aber wurde die Festung von den Karäern als Fluchtort benutzt. Die Karäer sind eine besonders schriftgläubige jüdische Sekte, deren Angehörige im Zweiten Weltkrieg von der NS-Führung in Berlin im Gegensatz zu den «normalen» Juden nicht als Untermenschen deklariert wurden. Sie sollten so für eine Teilnahme an der Besetzung der Krim und Südrusslands durch die deutschen Truppen motiviert werden. Schliesslich aber wurden Hunderte von ihnen von der SS an der Front trotzdem ermordet. Die Nazi-Schergen vor Ort hatten wenig Verständnis für die – strategisch bedingten – differenzierten Einstufungen der Juden, Chasaren und Karäer durch die Nazi-Befehlshaber in Berlin.

Was sich hier in Bachtschyssaraj und in seinem Umfeld von 20 Kilometern in den letzten Jahrhunderten alles abgespielt hat, wäre Stoff für ein Dutzend Bücher oder mehr. (*)

Zum Bild: Das ehemalige Zentrum der Tataren ist heute ein riesiges Museum mit fachkundigem und hilfreichem Personal. Unsere Führerin (rechts im Bild) musste keine Frage unbeantwortet lassen.

Zum Bild: In den Innenräumen des Felsen-Klosters ist Fotografieren verboten. Deshalb hier nur gerade die Bilder draussen auf der Felswand über dem Eingang zum Kloster. (Fotos Christian Müller)

Und die Krim einfach für Ferien zur Erholung?

Nur zum Schwimmen und Sonnenbaden auf die Krim zu fliegen, wäre, schon der doch relativ langen Flüge wegen, unsinnig. Wer seine Ferien gerne durchmischt, sich an einem Tag was ansehen möchte, am anderen aber lieber am Strand liegt, der liegt mit der Krim nicht falsch. Der ganzen Südküste entlang gibt es Dutzende von Stränden, die zum Schwimmen laden: Strände fern von Städten und Dörfern, ohne jede Infrastruktur, und Strände mit Coffee-Shops und anderen Annehmlichkeiten. Was – eine kleine Kritik muss hier angebracht werden – die öffentlichen Toiletten an den Stränden betrifft, ginge volles Lob daneben. In diesem Punkt besteht durchaus noch Nachhol-Bedarf.

Zum Bild: Wer gerne wandert oder mit dem Mountainbike unterwegs ist, findet vor allem im Berggebiet der Krim beste Möglichkeiten. Dieses Bild entstand von der Strasse aus, die direkt von Jalta nach Bachtschyssaraj führt, durch eine Hügellandschaft, die stark an den Schweizer Jura erinnert.

Zum Bild: So sah der Strand von Phoros am 2. Juni 2019 aus, mit ausreichend Sonne zum – nicht besonders gesunden – Sonnenbaden. Wissen muss man, dass dies der Strand ist, an dem die sowjetischen Staatsführer jeweils ihre Sommerferien verbrachten und wo auch Gorbatschow weilte, als gegen ihn am 19. August 1991 in Moskau geputscht wurde und Jelzin an die Macht kam. Die Datscha, in der die sowjetischen Staatschefs den Sommer genossen, ist zurzeit in Renovation und nicht zugänglich. (Fotos Christian Müller)

Rückflug über Moskau – ein Nachteil?

Dass man wieder über Moskau von der Krim zurück nach Westeuropa fliegen muss, ist zwar etwas umständlich, aber man kann aus diesem Muss ja auch eine Chance machen – und zum Beispiel zwei oder drei Tage in Moskau bleiben und auch diese Stadt einmal aus der Nähe anschauen. Die Hotels sind zahlbar, die Taxis preisgünstig und es gibt überall auch geführte Besichtigungen in verschiedenen Sprachen.

Zum Bild: Die Basilius-Kathedrale am Rande des Roten Platzes ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit Moskaus. Sie wird auch im Fernsehen oft als Symbolbild für Moskau gezeigt.

Zum Bild: Wer allerdings meint, in Moskau sei alles «nur» so historisch und traditionsreich wie die Basilius-Kathedrale, der täuscht sich. Das Bild zeigt einen «Blick zum Himmel» in Moskaus Business-Center. Moskau ist auch eine moderne Stadt, wo auch die Wolkenkratzer nicht fehlen. (Beide Fotos aus Moskau Christian Müller)

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(*) Zur Geschichte der Chasaren und Karäer sei nochmals auf das äusserst informative Buch von Neal Ascherson: «Schwarzes Meer» verwiesen, das in deutscher Sprache leider nur noch in Bibliotheken und antiquarisch verfügbar ist.

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Siehe zur Situation auf der Krim heute

Recherche vor Ort auf der Krim

Der Autor Christian Müller, Mitglied der Redaktionsleitung von Infosperber.ch, ist promovierter Historiker und Staatsrechtler und arbeitete über Jahrzehnte als Journalist und Redakteur und zuletzt als Medienmanager. Er besuchte die Krim zum ersten Mal im Jahr 2006 und wollte wissen, was sich seither verändert hat und wie die Situation auf der Krim für die dort lebenden Menschen heute ist: vor Ort auf der Krim recherchiert.

Um unabhängig zu sein und unabhängig informieren zu können, bestimmte Christian Müller alles selber: den Zeitpunkt seiner Reise, die Reiseroute, die Aufenthaltsorte (inkl. Hotels), von wem er sich informieren lassen und mit wem er reden wollte. Und er hat die ganze dreiwöchige Informationsreise aus eigener Tasche bezahlt. Das Einzige, wozu er die Unterstützung der Krim-Administration brauchte, waren der Besuch der neuen Schule für die Tataren in Simferopol, der Besuch des TV- und Radio-Senders der Tataren in Simferopol und die Besichtigung der sich noch im Bau befindlichen Moschee der Tataren (auch im Inneren), ebenfalls in Simferopol. Und aufgrund des aufgenommenen Kontakts mit den Behörden wurde er, da zeitlich zufällig übereinstimmend, zum fünften Forum zum Thema russische Sprache in Jalta eingeladen.

Als Dolmetscherin diente Christian Müller seine Ehefrau Anna Wetlinska, die die russische Sprache studiert hat, sie lückenlos versteht und ebenso perfekt spricht. Etliche der Gesprächspartner auf der Krim waren aber ihrerseits in der Lage, auch englisch zu kommunizieren.

Christian Müller hat auch die in den Krim-Konflikt involvierten Länder Russland und die Ukraine seit Mitte der 1980er Jahre mehrmals besucht.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Es gibt keine Interessenkollisionen. Siehe dazu die farbige Box. Zum Autor siehe hier.

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11 Meinungen

Neben den interessanten Artikel aus der Schweiz wird diese Seite immer unterirdisch, wenn es um Russland geht Der gesamte zweite Absatz kommt ohne jeglichen Konjunktiv aus, und besticht durch beste rechte Staatspropaganda aus Moskau. Sowas kommt in Deutschland eigentlich nur von den verstrahlten Köpfen der AfD, die Putin als ihr großes Vorbild sehen, wie eine rechte Gesellschaft mit starkem Mann aussehen soll. Als Linker tut mir so ein Artikel einfach nur weh.
Karl Knauser, am 31. August 2019 um 13:32 Uhr
@Knauser: Herzlichen Dank für diesen Kommentar. Es sind genau diese Klischeevorstellungen, die mich bewogen haben, selber hinzufahren und selber zu recherchieren, vor Ort. Ihr Kommentar zeigt mir einmal mehr, dass sich der Zeit- und Geldaufwand, diese Reise zu tun, gelohnt hat. Und wer mich der AfD zuordnet, zeigt auch, wie schnell heutzutage ge- und verurteilt wird. Ein Blick auf ein paar andere Artikel auf Infosperber von mir würde nämlich ziemlich gut zeigen, wo ich politisch stehe. Aber warum soll man denn genau hinschauen? Es genügt doch, das nachzuplappern, was die Mainstream-Medien einem täglich servieren. – Meine Motivation, für Infosperber zu schreiben, und mich zu freuen, wenn die deutschen NachDenkSeiten Artikel von mir übernehmen, wird durch solche Kommentare klar gestärkt. Nochmals herzlichen Dank! Mit freundlichen Grüssen, Christian Müller
Christian Müller, am 31. August 2019 um 14:21 Uhr
Mit den kenntnis- und abwechslungsreichen Schilderungen über die Krim macht Christian Müller Lust, diese schöne Insel endlich selbst zu besuchen. Müllers, den Russen gegenüber wohlwollende, Haltung findet man bei uns eher selten. Mit der stupiden Sanktionspolitik gegen Russland stellt sich der Westen zunehmend selbst ins Abseits.
Kaspar Trümpy, am 31. August 2019 um 14:23 Uhr
@ Christian Müller,
ich kann Ihren Artikel nur zustimmen. Ich war zwei mal auf der Krim, es war ein tolles Erlebnis für mich.Auch die Freundlichkeit der Bevölkerung
verdient es zu erwähnen. Es ist die Russische Seele welche man spürt.
Bei mir war alles problemlos. Gruß Werner Kämtner
Werner Kämtner, am 31. August 2019 um 16:05 Uhr
Ich DANKE Christian Müller ausdrücklich für seine eindrücklichen Tatsachen-Berichte über die KRIM. Für mich sind sie eine Wohltat nach dem fortdauernden Sanktions-Getue der USA und deren NATO-Vasallen, die sich garantiert nicht über die «Annexion» der historisch zu Russland gehörenden Krim ereifern, sondern alleine deshalb, weil die «Heimholung» den Verlust des strategisch sehr wichtigen Stützpunkts und Hafens Sewastopol für die NATO bedeutet! Darauf waren die US-Kriegstreiber «scharf» und der kluge Präsident Putin hat diesen Braten rechtzeitig gerochen und die Krim «Heim ins russische Riesenreich» geholt.
Dank den Berichten von Christian Müller geht unsere nächste grössere Reise über Moskau auf die Krim und auf dem Rückweg auch noch über St. Petersburg.
Rolf Schmid, am 31. August 2019 um 18:21 Uhr
Jede Webseite wie diese ist notwendig, damit die «Internetlesende Bevölkerung» 1. mit «Fakt-Infos» (keine Fake News) versorgt werden, 2. Auch positive Infos über Russland veröffentlichen. Diese gibt es leider fast keine in unseren Mainstreammedien, denn diese sind pro USA / EU und gegen Russland eingestellt. Die Globalmacht und ihre Vasallen wollen die alte uns eingehämmerte «Russenangst» mit allen illegalen Mitteln immer noch aufrecht erhalten. Gut gibt's RT und Sputniknews. Daher Herr Müller, speziellen Dank über Ihre interessante Krimbeiträge. Wir wollen 2020 dorthin reisen. Nachdem wir 2018 eine Schiffreise von St. Petersburg nach Moskau unternahmen. Vielen Dank, macht weiter so.
Freundliche Grüsse
Robert Mosimann
Robert Msimann, am 01. September 2019 um 17:17 Uhr
Lieber Christian Müller
Sie haben eine Artikelserie geschrieben mit der Absicht, die machtpolitisch geschaffenen Realitäten Russlands schönzureden. Es stimmt, die Krim ist ein landschaftliches und klimatisches Juwel, mit vielen historischen Schätzen, und sehr gastfreundlichen Leuten, was übrigens auch für den Rest der Ukraine gilt. Aber der Rest der Ukraine, verdient bei Ihnen nur Erwähnung, wenn Sie Haare in der Suppe finden. Positive Bericht über die Ukraine schreiben Sie keine. Die Ukraine ist ein sehr junger Staat und hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen und hat halt im postsowjetischen Umfeld nicht alles auf Anhieb optimal lösen können. Dafür lassen Sie jede kritische Distanz im Falle des russischen Fait-accompli missen. Die Wahl wurde im Rahmen von Putins gelenkter Demokratie inszeniert nach dem Überraschungscoup und Machtübernahme durch das russische Militär und war nicht «basisdemokratisch», wie sie anzudeuten versuchen. Die Russen investieren dank ihrer Öl- und Gaseinnahmen mit viel Aufwand in die Infrastruktur und in selektiv ausgewählte Leuchtturmprojekte, auch für die Tataren. Das macht sicher einen guten Eindruck, aber dass zuvor bestehende (russlandkritische) Institutionen der Tataren von Amtes wegen geschlossen wurden und viele Tataren inhaftiert wurden oder ins Exil flüchten mussten, ist Ihnen keine Zeile wert; das passt dann halt nicht in das russlandfreundliche Narrativ. Übrigens: Kiev ist einiges «heiliger» für die orthodoxe Kirche als Sewastapol.
Thomas Oberhänsli, am 01. September 2019 um 17:28 Uhr
@Thomas Oberhänsli: Ihre Meinung über die Ukraine und über meine Berichterstattung will ich Ihnen nicht nehmen, aber betreffend meine Berichterstattung über die Ukraine muss ich etwas richtigstellen. Geben Sie im Suchfeld von Infosperber das Wort «Priesterehe» ein, dann erscheint ein kleiner Bericht von mir über Transkarpatien. Dort können Sie eine längere Reportage von mir, die ich für die deutsche Vierteljahreszeitschrift “Die Gazette» geschrieben habe, lesen und auch downloaden. Da finden Sie sehr wohl auch positive Aussagen über die Ukraine. Leider hat sich der Staat seit dem Euromaidan nicht in eine gute Richtung entwickelt, im Gegenteil. Aber die USA, die EU und die NATO schauen alle weg, weil für sie nur eines wichtig ist: dass die Ukraine ihre ursprünglich engen und guten Beziehungen zu Russland abbricht, nicht wieder aufnimmt und mithilft, Russland für alles Negative verantwortlich zu machen. Dieses Verhalten der Ukraine kritisiere ich sehr wohl; ich weiss, wovon ich rede. – Mit Dank für Ihr Interesse, Christian Müller
Christian Müller, am 01. September 2019 um 17:56 Uhr
Lieber Christoph Müller. Nur eine kurze Replik: es war doch nicht die Ukraine, welche Russland angegriffen hat, sondern Russland hat die Ukraine durch verschiedenste destabilisierende Aktionen in den Konflikt gezwungen und auch momentan ist es vorallem Russland, welches jedwelche Normalisierung mit der Ukraine torpediert und weiter Öl ins Feuer giesst. Und es stimmt, die Ukraine hat mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, aber das war auch schon vor dem Maidan der Fall und auch mit ein Grund, wieso sich die Zivilgesellschaft damals gegen die korrupten Eliten gewandt hat und es auch heute noch tut mit der Wahl von Selenski in der Hoffnung, dass endlich jemand hält was er verspricht. Dazu gehört gegen die grassierende Korruption anzukämpfen und den Konflikt mit Russland herunterzufahren - wenn denn Putin mithilft. Aber dieser ist offenbar eher daran interessiert, den Konflikt weiterschwelen zu lassen. Wenn die Ukraine und Russland so dicke freundschaftliche Bande auf Augenhöhe gepflegt hätten, wie Sie sagen, hätte der Maidan doch gar nie stattgefunden und die USA hätten gar nie irgendwelchen Einfluss ausüben können.
Thomas Oberhänsli, am 02. September 2019 um 19:01 Uhr
Ich weiss gar nicht, was ich jetzt schlimmer finden soll. Dass man Werbung für Flugreisen macht oder für widerrechtliche Annexionen. Aber eben, den meisten Menschen dürfte wohl beides egal sein: die Umwelt und das Völkerrecht. Schade.
Martin Geiser, am 02. September 2019 um 22:18 Uhr
Hallo Christian
Ich habe Deine Berichte mit Interesse gelesen. Was mir fehlte war die Hinterfragung des Gesehenen, denn Du weisst sicherlich wie ich, dass nur diejenigen geduldet werden, die der RF treu ergeben sind. Auf der Krim regiert die GRU, ich würde fast behaupten wie zur Zeit der UdSSR. Ich empfehle Dir den 3. Teil der ZDF-Sendung «https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/schwert-und-schild-russlands-geheimdienste-fsb-und-putins-russland-102.html» anzusehen. Der spricht eine klare Sprache!
Ich bin jedes Jahr mehrere Male in Russland. Meiner Meinung nach ist dieser Staat ein Unrechtsstaat mit einem Ex KGB-Agenten an seiner Spitze der mit Hilfe seiner Mittelsmännern vom GRU alle ausschalten lässt, die nicht nach seiner Pfeife tanzen.
Es ist eine Diktatur. Alle Diktatoren haben ein böses Ende genommen, darum kann man sich fragen, was mit der RF nach ihm geschehen wird. Aber solange man sich ruhig verhält (nicht gegen ihn politisiert) wird man nicht behelligt, das muss ich ehrlicherweise auch sagen. Jean-Claude
Jean-Claude Weber, am 05. September 2019 um 12:20 Uhr

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