Walliser Kritik an Pfisters Werten

Kurt Marti © ktm
Kurt Marti / 25. Jan 2019 - Ausgerechnet aus dem CVP-Kanton Wallis kommt Kritik an der Werte-Predigt des CVP-Präsidenten.

In einem Interview in der «NZZ am Sonntag» (NZZaS) hatte CVP-Präsident Gerhard Pfister kurz vor Weihnachten keck behauptet: «Wir sollten selbstbewusster zum eigenen Erbe stehen. Ohne Christentum hätte es weder Aufklärung noch Demokratie gegeben.»

Damit sei dem Präsidenten der Wertepartei CVP «ein Satz entglitten, für den er den Beweis wohl schuldig bleiben dürfte», kommentierte ein Kolumnist im «Walliser Boten» (WB) vom 19. Januar spitz. Pfister habe es im NZZaS-Interview geschafft, «mit den Werten ein wenig Verwirrung zu stiften».

Unter dem Titel «Die Wertefalle» konfrontiert der WB-Kolumnist den CVP-Präsidenten – leicht ironisch– mit den historischen Fakten:

«Meine Geschichtskenntnisse reichten bisher nur so weit, dass gerade der Klerus Ende des 18. Jahrhunderts nicht das geringste Interesse hatte, dass der einfache Bürger selber zu denken beginnt und dann auch noch ein Mitspracherecht haben sollte. Werte haben eben ihre Tücken (mehr dazu auf infosperber.ch, wo dies im Detail und mit viel Verve diskutiert wird).»

Der WB-Kolumnist ist kein Unbekannter. Er heisst Tony Burgener und ist Direktor der Glückskette.

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Mehr dazu:

«Opus Dei»-Schützenhilfe für den CVP-Präsidenten

CVP gefangen im Labyrinth der «christlichen» Werte

Das Märchen von den christlichen Werten

DOSSIER: Religionen und Menschenrechte

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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2 Meinungen

Die Beweisführung zu «Pfisters Werte» müssen wir nicht diskutieren, Fake!
Aber: Pfister ist Parteipräsident der CVP und zwingt mit seinem Gerede den Bürger zur Frage, was von einer Partei zu erwarten ist, die sich auf diese Weise führen lässt. Die CVP-Wallis scheint den Ernst der Lage begriffen zu haben, Chapeau!
Walter Schenk, am 25. Januar 2019 um 12:29 Uhr
Dr. Pfister hat recht, da müsste auch Kurt Marti differenzieren. Es gibt einen Unterschied zwischen Kirchengeschichte und Christentum. Im jesuanischen Ursprung liegen die Grundlagen der christlichen Werte und damit auch der Menschenrechte. Nur was die Kirche im Verlaufe der Zeit daraus gemacht hat, weicht vom Ursprung ziemlich weit davon ab. Historisch trifft es zu, dass sich die Kirchenhierarchie lange gegen die Aufklärung gestreubt hat. Aber es gab auch viele katholisch aufgeklärte Geistliche, die für die Menschenrechte waren. Dr. J. K., Historiker/Theologe
Dr. Josef Kunz, am 25. Januar 2019 um 16:05 Uhr

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