Die «Russenpeitsche»

Helmut Scheben © hs
Helmut Scheben / 28. Feb 2018 - Über die «Russenpeitsche» und die linguistische Kreativität der Ideologen.

Man könnte darüber lachen. Wie man über die Kinderzeiten lacht, als der Welterklärung genüge getan war, wenn die Schotten knauserig, die Italiener faul und die Franzosen gegen Seife resistent waren. Aber wenn man die Karikatur auf der Cover-Seite des Zürcher «Tagesanzeigers» vom 27. Februar sieht, bleibt einem das Lachen im Halse stecken. «Die Russenpeitsche» heisst es da, und man sieht Zürich im Frost, Rom im Schnee und Raketen, die auf Ost-Ghuta fliegen.

Karikatur im «Tagesanzeiger» vom 27. Februar 2018

Den Ausdruck «Russenpeitsche» soll ein deutscher Wetterdienst erfunden haben, um einen sibirische Kälte-Einbruch zu charakterisieren. Die Medien greifen den Ausdruck eifrig auf. Natürlich ist alles ironisch gemeint, sauglatt, Humor eben.

Wirklich? Den Krieg in Ost-Ghutha humorvoll zu sehen, das wäre meines Erachtens doch ein wenig zu viel der Lustigkeit. In der Karikatur wird mit heiterer Nonchalance suggeriert, was derzeit täglich von den grossen westlichen Medien als Mainstream Opinion konstruiert wird: Die Russen seien für den Krieg in Syrien verantwortlich, sie seien die Angreifer, die anderen die Opfer.

Ost-Ghuta ist in der Hand von aufständischen Milizen, darunter radikale Islamisten, die Damaskus seit 2011/2012 mit punktuellen Raketenangriffen terrorisieren. Die Bevölkerung in Damaskus ist nicht «amused». Die syrische Regierung hat jahrelang Verhandlungsbereitschaft gezeigt, um die Aufständischen zum Niederlegen der Waffen zu bewegen. Sie haben sich geweigert, sie wollten diesen Krieg, um die Regierung Assad zu stürzen, und sie werden dabei seit Kriegsbeginn vom Westen unterstützt.

Ein beliebter Textbaustein in den Nachrichten lautet derzeit: «das von Assad-Truppen belagerte Ost-Ghuta». Der Versuch einer Annäherung an die Realität müsste umgekehrt lauten: das von Assad-Gegnern eingenommene und besetzte Ost-Ghuta, in dem brutale politische und ethnische Säuberungen stattgefunden haben.

Oder glaubt jemand im Ernst, bei der Einnahme von Ost-Ghuta hätten die Milizen mehr Zartgefühl an den Tag gelegt als bei der Einnahme von Mossul? Mossul wurde in allen Medien als Befreiung von den Henkern des «Islamischen Staates» gefeiert. Ohne Luftbombardierungen «hätte das Leiden noch Jahrzehnte lang gedauert» befand «Der Spiegel» am 20.12.2017. Zivile Opfer hin oder her. In Mossul bombardierte eine Allianz unter Führung der USA. Also waren die Islamisten die Bösen. In Ost-Ghuta dagegen sind die Islamisten die Guten, denn die Russen sind die Bösen. In der Weltpolitik ist eben differenziert zu urteilen: mal so und mal so.

Der ehemalige Premier und Aussenminister von Katar, Scheich Hamad bin Jassim bin Jaber al Thani, sagte Ende Oktober 2017 im katarischen Fernsehen, man habe Waffen an die «moderate Opposition» geschickt. Möglicherweise auch an Al-Nusra und andere Extremisten. Die Waffenlieferungen seien mit Saudiarabien, der Türkei und den USA vereinbart worden:

«All distribution was done through the US and the Turks and us and everyone else that was involved, the military people.» (1)

Im Januar 2017 veröffentlichte die Internetplattform Wikileaks die Audioaufnahme eines Gesprächs zwischen dem damaligen US-Aussenminister John Kerry und syrischen Oppositionellen vom 22. September 2016 in New York. Kerry sagt darin in aller Offenheit, die USA hätten der Ausbreitung des Islamischen Staates absichtlich untätig zugesehen, um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu Verhandlungen zu zwingen. Und er fügt hinzu, es habe keine Verhandlungen gegeben, «stattdessen kam ihm Putin zu Hilfe.» (2)

Assad hatte das Recht und die Pflicht, die syrischen Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Er hätte Ost-Ghuta spätestens nach dem Giftgasangriff von 2013, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von Dschihadisten begangen wurde,  zurückerobern müssen.  Die syrische Regierung hat zu Beginn des Krieges die UNO um Schutz und Beistand ersucht, weil sie von radikal-islamischen Terrorgruppen angegriffen wurde. Die UNO wäre verpflichtet gewesen, einem angegriffenen Mitgliedstaat zu Hilfe zu kommen. Der UN-Sicherheitsrat hat diesen Beistand nicht gewährt. Selbstverständlich nicht: weil es ja Sicherheitsratsmitglieder wie die USA waren, welche die aufständischen Milizen finanzierten, trainierten und propagandistisch lancierten, um in Syrien Regime Change zu erreichen. Also hat Syrien – völkerrechtlich legitimiert – Russland um Hilfe gebeten.

Doch die unter dem PR-wirksamen Wording «Freunde Syriens» vereinigten NATO-Staaten und ihre Freunde am Golf versuchen seit Kriegsbeginn, Putin den Krieg in Syrien in die Schuhe zu schieben. Die Klischees aus der Mottenkiste der Kaiser-Wilhelm-Epoche sind wirksam und virulent wie eh und jeh.

Und wie die «Russenpeitsche» zeigt: Keine Metapher ist zu billig und zu dumm, wenn es gilt, dem zerstreuten Publikum auf die Sprünge zu helfen. Die Russen-Phobie ist wieder trendy, mit dem bösen Russen lässt sich wieder Politik machen. Er riecht nach Gulag, Wodka und Kampfpanzer. Er manipuliert unsere Wahlen, er untergräbt die freiheitliche Gesellschaft der USA und er bombardiert mit Vorliebe Spitäler und unschuldige Kinder. Momentan in Ost-Ghuta.

Die SRF-Tagesschau vom 26. Februar ist ein klassisches Beispiel für die manipulative Nachrichtenverbreitung im Syrienkonflikt. In der «umklammerten Rebellenhochburg» Ost-Ghuta werde weiter bombardiert, heisst es dort. Zivilisten suchten verzweifelt Schutz vor den Bomben. Es gibt nach dieser Darstellung nur zwei Akteure: die russisch-syrischen Angreifer und ihre Opfer, die Zivilbevölkerung. Präsident Putin habe aber eine Waffenpause angekündigt, wird vermeldet. Das will heissen: Das Leben der schutzlosen Opfer hängt von der Gnade der Angreifer ab. Die Dschihaddisten, die sich kaum an eine Waffenruhe halten, kommen in diesem Schema nicht vor. Es gibt nur Aggressoren und wehrlose Opfer.

Dabei wird die Emotionalisierung der Nachricht über Bilder ins Extreme getrieben: Gezeigt werden nur Kinder als Opfer. Die syrisch-russischen Angreifer hätten Chlorgas eingesetzt, heisst es weiter. Ein Helfer hält ein totes Kind in den Armen und erklärt: «Dieses Kind wurde durch Giftgas getötet. Wir fragen alle Kriegsparteinen und alle Organisationen der Welt: Welches Verbrechen hat dieses Kind begangen?»

Sicher eine gute Frage. Man sollte sie indessen denjenigen stellen, die seit 2011 Milizen finanzieren und bewaffnen, um die syrische Regierung zu stürzen. Ohne ihre logistische, militärische und politische Hilfe wäre der Bürgerkrieg in Syrien seit langem beendet. Die «Financial Times» schätze schon 2013 die Summe, die Katar zum Sturz der Regierung Assad ausgegeben hatte, auf drei Milliarden Dollar.

Es scheint aber im News Business mehr und mehr nach der Devise zu laufen: Was kümmern uns politische Hintergründe und differenzierte Analysen, wenn wir nur starke Bilder und starke Emotionen haben? Denn damit macht man auch starke Einschaltquoten.

«Nichts gelesen, nichts kapiert, aber mitten im Elend und voll im Bild», nannte das einst in einem «Spiegel»-Interview der Journalist Hans Joachim Friedrichs (Jahrgang 1927). Der Fernsehmoderator Ulrich Wickert sprach von «Apokalypse statt Aufklärung». (3)

Dieser Betroffenheitsjournalismus, der Erklärung durch Erregung ersetzt, ist einer der Gründe für die Vertrauenskrise, unter der unsere grossen meinungsführenden Medien leiden.

Wenn die Situation auf dem Gefechtsfeld zu unübersichtlich wird und von den «Kriegsfronten» nicht viel Klares zu erkennen ist, rekurrieren Journalisten seit jeher auf das fruchtbare Terrain der Flüchtlingslager, der betroffenen Zivilbevölkerung, auf die Ebene des allgemeinen menschlichen Leidens. Das ist richtig, doch die wenigsten News-Macherinnen und News-Macher scheinen sich darüber im Klaren zu sein, dass Kriegsparteien aller Kriege ihre Bevölkerungen mit emotionalen Bildern von menschlichem Leiden auf ihre Seite bringen wollen. Und dass diejenigen, die Krieg führen, das nur allzu gut wissen und nutzen.

In Syrien liefern hauptsächlich die Weisshelme die nötigen Bilder. Dass diese Organisation von denselben westlichen Staaten aufgestellt wurde und finanziert wird, die den Sturz Assads betreiben, scheint ihrer Glaubwürdigkeit keinen Abbruch zu tun. Und die Tatsache, dass diese Helfer nur mit den Aufständischen gegen Assad zusammenarbeiten, stört offenbar ebenso wenig. Die Weisshelme und einige andere Hilfswerke im Dienste der syrischen Opposition liefern stets pünktlich Dokumentarmaterial, wenn es gilt, Putin oder Assad für Giftgasattacken oder Bombenangriffe auf Spitäler zu beschuldigen. Dementis aus Damaskus oder Moskau werden, wenn überhaupt, in einem Nebensatz erwähnt. Weitere Recherchen dazu sind niemals der Mühe wert: Man glaubt ja zu wissen, dass aus Damaskus und Moskau nichts Vertrauenwürdiges kommen kann.

Ich mag mich nicht erinnern, in westlichen Fernsehsendern Bilder gesehen zu haben, die vom syrischen Roten Halbmond oder anderen regierungsnahen syrischen Hilfsorganisationen stammten. Von den Raketenangriffen, Sprengstoffattentaten und Massenerschiessungen der aufständischen Milizen gab und gibt es keine Bilder in unserem Fernsehen. Verletzte Kinder gibt es nur auf Seiten der sogenannten Rebellen und Freiheitskämpfer. Man bekommt den Eindruck, die Regierungstruppen und die Russen bombardierten grundlos ein wehrloses Land namens Syrien.

Das blutige Handwerk der Milizen, die gegen Assad kämpfen, wäre in unseren Medien kaum vorgekommen, wären da nicht die Videos, die die Kopfabschneider selbst mit Stolz ins Netz stellten. Zahlen und Fakten beziehen unsere Nachrichtensendungen mit Vorliebe von der sogenannten «Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte». Es hat lange gedauert, bis die Redaktionen sich gezwungen sahen zu bemerken, dass selbige «der syrischen Opposition nahesteht.» Sie steht aber nicht nur nahe, sie ist eine vom Westen finanzierte Propagandastelle der Assad-Opposition. Nicht mehr und nicht weniger.

Der syrische Journalist und Islamwissenschafter Aktham Suliman leitete das Berliner Büro des arabischen Senders Al Jazeera. Im Oktober 2012 trat er aus Protest gegen die Bevormundung des Senders durch die katarische Regierung zurück. In seinem Buch «Krieg und Chaos in Nahost» schildert er eindrücklich, wie im sogenannten arabischen Frühling in der Öffentlichkeit eine Atmosphäre entstand, in der es Journalisten nicht mehr wagen durften, sich den Rufen des Westens nach Regime Change und militärischer Intervention zu widersetzen.

Suliman fragt sich, «warum moderne Staaten wie Irak, Libyen oder Syrien zerstört wurden, während Monarchien ohne Parlamente, aber mit massivem religiösen Fundamentalismus ausgestattet, wie die Golfstaaten, nicht nur geduldet, sondern unterstützt werden.»

Man könne das oberflächlich nur mit «Bosheit oder Dummheit» erklären, meint Suliman. In den Kategorien vernünftigen politischen Denkens sei dieser Widerspruch nicht erklärbar.

Doch in der arabischen Welt gewinne man mehr und mehr den Eindruck, dass mit der Umgestaltung des Nahen und Mittleren Ostens, dem «New Middle East», von dem Strategen in Washington sprechen, ein Dritter Weltkrieg begonnen habe, ohne dass die breite Öffentlichkeit dies wahrnehme.

Im syrischen Szenario ist jedenfalls die Einseitigkeit unserer Leitmedien perfekt und beinah autistisch. Man beruft sich in der Regel auf Washington und die Assad-Opposition und lässt es damit gut sein. Man ist von sich überzeugt und findet das in Ordnung. Wer dieses Bild stört und mit Fakten kommt, die betonierte Überzeugungen stören, wird als Verschwörungstheoretiker beschimpft, mit dem man sich nicht auseinanderzusetzen braucht.

Doch allzuviel «mauvaise foi» könnte gefährlich werden für die Glaubwürdigkeit. Denn im Laufe der Zeit merkt das Publikum, dass wesentliche Fakten unterschlagen werden.

Und dass es nicht der Russe ist, der im Nahen und Mittleren Osten seit einem Vierteljahrhundert ein Land nach dem anderen militärisch angegriffen und dabei ein heilloses Chaos angerichtet hat. Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien wurden destabilisiert, sie werden auf Jahrzehnte hinaus als gescheiterte Staaten schwelende Brandherde und Nährboden für die Entstehung von Terrorismus sein. Und derzeit sieht die westliche Öffentlichkeit ungerührt zu, wie das mit USA verbündete Saudiarabien den Jemen zerstört.

---

FUSSNOTEN:

1. http://www.middleeasteye.net/news/qatar-maybe-supported-al-qaeda-syria-says-former-pm-1280907406

2. Aktham Suliman: Krieg und Chaos in Nahost. 2017. S. 223

3. Michael Meyen: Breaking News: Die Welt im Ausnahmezustand. Wie uns die Medien regieren. 2018. S.16

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine.

Weiterführende Informationen

Karin Leukefeld, eine Beobachterin vor Ort, auf den NDS
Russenpeitsche

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14 Meinungen

Verbindet sich politische Analyse mit zutreffender Sprachanalyse, wenn möglich noch etwas vermischt mit Grundwissen, liegt wie hier bei Helmut Scheben wieder mal ein echtes Sperberauge vor.
Pirmin Meier, am 28. Februar 2018 um 11:41 Uhr
Ich kann zeithalber nur kurz einen Kommentar abgeben. Einerseits bin ich froh, dass hier noch eine weitere Sicht, mit Betonung auf «weitere» abgegeben werden kann. Wenn sie den so genannten Mainstream-Medien vorwerfen einseitig zu sein, dann bitte tun sie dasselbe nicht auch von einer anderen Seite, sonst verkommt der Artikel zu einer Umkehrung des Opfer-Täter-Verhältnisses. Am Schluss dieses Artikels kann ja nur eine Sicht noch stimmen: Die Presse ist ganz böse und manipulativ und der Herr Assad und der Herr Putin sind schon recht, ja wahrscheinlich sogar selber Opfer! Der Autismus der Presse fällt dann auf den Autor selber zurück und man kommt zu Überzeugung, dass das «Zurechtbiegen» der Fakten selber manipulativ ist. Mit Verlaub, bitte schreiben sie nicht einfach aus einer Wut auf die so genannte Medienverschwörung heraus. Das wirkt nicht überzeugend.
Paolo Scognamiglio, am 28. Februar 2018 um 11:58 Uhr
Danke für diesen ausführlichen Kommentar! Genau so ist es. Wenn jemand eine andere Sicht der Dinge ins Spiel bringt und auch mit Fakten unterlegt, dann ist er ein Verschwörungstheoretiker! Ich erlebe es immer wieder am eigenen Leib! Es wäre an der Zeit, dass die Menschen aufwachen und sich umfassend informieren und nicht nur die Informationen unserer täglichen Medien ungefiltert konsumieren! Danke an Infosperber auch für Hinweise zu interessanten Informationsquellen, Quellen eben von solchen «Verschwörungstheoretikern"!
Daniel Zenklusen, am 28. Februar 2018 um 12:38 Uhr
Ich bin kein guter Kenner des Syrienkrieges. Aber ist es nicht so, dass Assad ein Diktator ist und nicht demokratisch an die Macht gelangte? Das gäbe dann den Rebellen immerhin eine gewisse Legitimation, ihn zu stürzen. Giftgas ist grausam und illegal, von wem es auch eingesetzt wird. Und andere Länder sollten und dürfen sich nicht ohne Uno-Mandat in fremden Ländern einmischen, auch Russland nicht. Zumal Russland beileibe nicht nur den IS angegriffen hat. Das mag für Sie als Experte als naiv klingen, aber dieser Text scheint mir jetzt auch nicht gerade ausgewogen zu sein.
[Anmerkung der Redaktion (upg): Jede Regierung, auch Diktator Assad, darf – völkerrechtlich – andere Länder um militärische Hilfe bitten. Russland greift nicht Syrien an, sondern islamistische Rebellen in Syrien. Das Völkerrecht verbietet, Diktatoren zu stürzen, ausser sie begingen einen Völkermord wie 1994 in Ruanda. Es gäbe noch viele diktatorische Regimes auf der Erde mit ausländischer Hilfe zu stürzen.]
Stefan Bachmann, am 28. Februar 2018 um 13:53 Uhr
Ich bin immer wieder froh um den Infosperber und andere alternative Medien, die auf den Wahnsinn solcher Szenarien wie hier in Syrien und die extrem schiefe Berichterstattung darüber hinweisen. Danke!
Domenica Ott, am 28. Februar 2018 um 14:40 Uhr
Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Ich ärgere mich schon länger über die undifferenzierte Berichterstattung in den Mainstream Medien. Andererseits habe ich mich auch schon gefragt, ob die Schreibenden uns LeserInnen mit dieser penetrant einseitigen Sicht und Darstellung der Dinge nicht einfach mitteilen möchten, dass sie keine journalistische Freiheit mehr haben und gar nicht anders können bzw. dürfen, ohne ihren Job zu verlieren.
Elisabeth Heer, am 28. Februar 2018 um 14:54 Uhr
Informativ, seriös, plausibel. Danke, Helmut Scheben. Ich werde den Artikel weiter empfehlen.
Die Russophobie steht der Islamophobie um nichts nach. Beide sind bescheuert.
Peter Beutler, am 28. Februar 2018 um 17:54 Uhr
Danke für diesen sehr zutreffend beschriebenen Artikel. Die im Schweizer Wetterbericht dargelegte sogenannte „Russenpeitsche“ – auf die derzeitige Kälte hinweisend – ist verbal bewusst so benutzt, um weiter auch in anderen Bereichen gegen Russland zu hetzen. Das ist derart auffällig, dass es auch schon idiotisch dumm wirkt. Die Moderatoren, die sich für Solches hergeben, zeigen vor allem eines, dass sie nämlich die willigen und billigen – auch wenn sie gut dabei verdienen - Handlanger einer westlichen Hetzpresse sind und immer schön nachplappern, was ihnen vorgelegt wird. Wir erbärmlich, wenn man derart das Hirn und den Verstand beim Beruf ausschalten muss!!!

Nicht besser geht es in den deutschen Nachrichten: Der billige Hetz- und Copy-paste-Journalismus in den westlichen Mainstream-Medien wird mit einer unglaublichen Frechheit einfach weitergeführt und stetig wiederholt. Bleibt zu hoffen, dass die Zuhörer und Leser das immer besser erkennen können. Und das müssen wir uns bereits seit Jahren jahraus jahrein gefallen lassen. Ist einfach nicht zu fassen!

ZDF heute-journal: In 70 Sekunden hetzt Claus Kleber von angeblichen Rüstungsmängeln der Bundeswehr zur russischen Bedrohung
https://propagandaschau.wordpress.com/2018/02/28/zdf-heute-journal-in-70-sekunden-hetzt-claus-kleber-von-angeblichen-ruestungsmaengeln-der-bundeswehr-zur-russischen-bedrohung/
Elisabeth Krail, am 01. März 2018 um 07:09 Uhr
Die permanente Russen-Hetze in Europa soll offensichtlich den Blick der US-Kriegstreiberei für Europa verschleiern. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Europäer als Bevölkerungen endlich die Augen aufmachen, was von der angloamerikanischen Seite für üble Machenschaften betrieben werden. Die Bevölkerungen müssen aufwachen, von den Politikern ist diesbezüglich nicht viel zu erwarten, die machen seit Jahr und Tag diese Machenschaften mit.

Russische Regierung warnt EU-Staaten: USA bereiten Atomwaffen-Einsatz in Europa vor
http://www.anonymousnews.ru/2018/03/01/russische-regierung-warnt-usa-bereiten-atomwaffen-einsatz-in-europa-vor/
Elisabeth Krail, am 01. März 2018 um 09:23 Uhr
Ja Herr Beutler... Russophobie und Islamophobie sind total bescheuert. Leider wird damit aber enorm viel Geld verdient. Wenn sie erlauben: Unser Wirtschaftssystem, dass sich auf die Verbreitung eben dieser Ideologien stützt, ist mindestens genauso bescheuert.
Stefan Rey, am 01. März 2018 um 09:59 Uhr
Lieber upg, danke für Ihre Anmerkung zu meinem Kommentar. (Dass Russland nicht Syrien angreift, weiss sogar ich; dies nur am Rand). Einiges in dem ansonsten informativen Artikel irritiert trotzdem etwas, so zum Beispiel das allgemeine Bashing der Medien zwischen den Zeilen, das halt auch den Verschwörungstheoretikern Auftrieb gibt (und mich an Trump erinnert). Sicher darf man die Berichterstattung der grossen Medien hinterfragen, aber immer möglichst sachlich. Dass hinter der Karikatur des TA «Ideologen» stehen (wie mit dem Lead suggertiert wird), ist doch ein Witz. Die Karikatur könnte sogar umgekehrt verstanden werden, als Karikatur des unsäglichen Wortes «Russenpeitsche». Hingegen scheint mit Ihr Artikel hier stellenweise ideologisch gefärbt zu sein. Am besten gefallen mir Medienberichte, die sachlich und ausgewogen informieren und Missstände auf allen Seiten anprangern. Diese Berichte gibt es auch bei den grossen Medien. Meine Meinung zu Syrien: Keine der beiden Seiten im Syrienkonflikt ist unterstützungswürdig, und dass Russland dem Diktator Assad zu Hilfe eilt, macht die Sache nicht besser und darf kritisiert werden.
Stefan Bachmann, am 01. März 2018 um 14:24 Uhr
Kein deutscher Wettderdienst sondern wie so vieles eine zentrale Komponente von Propaganda vermutbar der transatlantischen Sorte. Im englischsprachigen Raum wurde dem Wetter der schreckliche Name «Beast from the East» mit auf den Weg gegeben.... einige stellten spontan fest das endlich wirklich mal etwas aus Russland kommt.... Schon mal gemerkt das wie einem natürlichen Vorgang gleich alle guten Erfindungen aus den USA kommen und somit alle anderen Nationen wie dumme Jungen dastehen weil die Menschen dort angeblich zu nichts fähig sind. Dabei wird seit vielen Jahren transatlantisch einvernehmlich nichts anderes getan als darüber einfach nicht zu berichten...
Uwe Borck, am 01. März 2018 um 21:06 Uhr
Lieber Herr Bachmann, in ihrem ersten Kommentar behaupten Sie, Assad sei nicht gewählt worden. Im Referendum vom 10. Juli 2000 wurde er mit 97% der Stimmen vom Volk bestätigt. Klar gab es keine erlaubte Opposition. Klar regierte Assad «diktatorisch». Nur: Zumindest bis zum Arabischen Frühling war das Land für alle friedlich (sofern man nicht aufmuckte.) Ob die jetzige Situation besser ist, wo sich ethnisch-religiöse Konflikte mit geopolitischen Ansprüchen vermischen und alles eskaliert? Kaum. Russland wurde eingeladen, die Amerikaner/NATO nicht. Die Russen verletzen also kein Völkerrecht. Auch wenn Ihnen das vielleicht nicht passt. Und wie Sie im momentanen Klima der Berichterstattung die Karikatur umzudeuten versuchen, ist kaum noch nachzuvollziehen. Zeigen Sie mir ausserdem einen einzigen ausgewogenen Artikel der «grossen Medien», wo auch die Amerikaner ihr sehr verdientes Fett weg kriegen. Inexistent!
Gino Brenni, am 02. März 2018 um 09:48 Uhr
Hr Ferber, es geht nicht darum ob Assad ein Menschenfreund ist.
Hussein war das auch nicht.

Im Irak wurden Kurden unterdrückt, wie mein Nachbar.
Aber er sagte mir, er konnte aber die höchste Bildung abschließen, hätte Ingenieur, Lehrer, Arzt werden können.

Nachdem 3. Krieg verließ er, seine Verwandschaft den Irak.
Er schätzt die Lage heute, als sehr viel schlechter ein, als unter Hussein !

So sieht es auch der ex US Army Geheimdienstchef Michael T. Flynn.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-us-geheimdienstchef-mike-flynn-ueber-den-is-wir-waren-zu-dumm-a-1065038.html

» SPIEGEL ONLINE: Den IS gäbe es nicht, wenn die Amerikaner nicht 2003 in Bagdad eingefallen wären. Bedauern Sie…

Flynn: …ja, absolut…

SPIEGEL ONLINE: …den Irakkrieg?

Flynn: Das war ein riesiger Fehler. So brutal Saddam Hussein war - ihn nur zu eliminieren, war falsch. Das Gleiche gilt für Gaddafi und Libyen, das heute ein failed state ist. Die große historische Lektion lautet, dass es eine strategisch unglaublich schlechte Entscheidung war, in den Irak einzumarschieren. Die Geschichte sollte und wird über diese Entscheidung kein mildes Urteil fällen."

oder

https://de.wikipedia.org/wiki/Second_Chance:_Three_Presidents_and_the_Crisis_of_American_Superpower

"Des Weiteren gelang es Bush nicht, die Ausbreitung der Atomwaffen auf Indien, Pakistan und Nordkorea zu verhindern, die auch eine Folge des Irak-Kriegs war, weil Länder nur in der atomaren Abschreckung Sicherheit gegenüber den USA sahen."
Dieter Gabriel, am 03. März 2018 um 21:37 Uhr

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