Zum Verwechseln ähnliche Beilagen © is
Die Titelschrift unterscheidet sich ein wenig, die Aufmachung ist zum Verwechseln ähnlich © is

Mercedes-Beilage mit redaktionellem Anstrich

Urs P. Gasche / 04. Mai 2014 - Zwei Bünde der heutigen «NZZ am Sonntag», die sich auf Anhieb nicht unterscheiden: Der eine ist eine reine Werbebeilage.

Erst beim Durchblättern merkten viele Leserinnen und Leser der «NZZ am Sonntag», dass der Bund mit dem Titel «Faszination» eine vollständig von Mercedes bezahlte Werbebeilage ist. Die Aufmachung der Titelseite ist mit den Titelseiten der redaktionellen Bünde zum Verwechseln ähnlich.

Dies Täuschung ist natürlich Absicht, denn möglichst viele Leserinnen und Leser sollen den 8-seitigen Zeitungsbund öffnen im Glauben, es handle sich um die Fortsetzung des redaktionellen Teils. Nur in kleiner Schrift ist oben auf der Seite vermerkt: «Ein Mercedes-Benz Sonderbund in der 'NZZ am Sonntag'.»

In Boulevard-Medien und vielen Zeitschriften ist Werbung, PR und redaktioneller Teil schon länger vermischt oder für Normalleser schwierig zu unterscheiden. Bei Qualitätszeitungen wie der «NZZ» oder «NZZ am Sonntag» sollte die Leserschaft eine klare und deutliche Trennung des redaktionellen Teils von Werbung erwarten dürfen.

Gleiche Mercedes-Beilage als Bund in der Sonntags-Zeitung

Die identische Auto-Beilage legte auch die Sonntags-Zeitung des Tamedia-Verlags der heutigen Ausgabe als einer der Zeitungs-Bünde bei. Die Titelschrift des Werbebundes unterscheidet sich ein bisschen besser von der Schrift der redaktionellen Bünde. Aber auch hier prostituiert sich die Redaktion bei den Werbetreibenden. Es gibt nur einen Grund, das Layout einer Werbebeilage dem redaktionellen Teil anzugleichen: Leserinnen und Leser sollen irregeführt werden.

---

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Weiterführende Informationen

Auto-PR-Seiten auch in "20Minuten" und in der "Aargauer Zeitung" (auf Infosperber)

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

2 Meinungen

Das nennt sich heute auf Neudeutsch Native Advertising - war aber immer schon Alltag: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-seelen-verkaeufer-von-spiegel-online/
Michael Gisiger, am 04. Mai 2014 um 14:51 Uhr
Was aber noch schlimmer ist, sind die wirklich redaktionellen Auto-Beiträge der Zeitungen. Hier wird ein Redaktor angestellt, um Texte zu schreiben, welche zwar nicht ganz nach Werbung anmuten, aber trotzdem indirekt für Autos werben. Redaktionelle Texte über die Nachteile des Autofahrens und Alternativen dazu, erscheinen jedoch kaum.
Ich lese aus diesem Grund die Sonntagszeitung nicht mehr und wünsche mir die (Bahn!)-Pendler Gratis-Zeitungen zum Teufel.
Auch die deutsche Zeit hat für eine Qualitätszeitung ein zu enges Verhältnis zum Auto.
Theo Schmidt, am 05. Mai 2014 um 11:54 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.