Auf "Blick TV" und "Blick online" (Bild mit Originaltext, 27.8.20; Rechnen kann "Blick" auch nicht.) © ringier

«Blick» schürt mit falschen Assoziationen Corona-Angst

Urs P. Gasche / 31. Aug 2020 - Das Boulevard-Medium suggeriert, dass positiv Getestete in der Intensivstation landen. Doch die meisten werden nicht einmal krank.

«Blick» verbreitet die Zahl der «neuen Coronafälle» und hinterlegt diese Schlagzeile mit einem Patienten, der in der Intensivstation liegt. Diese optische Dramatisierung hat mit der Realität nicht das Geringste zu tun.

Bei den täglich vom BAG gemeldeten Zahlen handelt es sich um Personen, die in der Schweiz neu auf Sars-CoV-2 positiv getestet wurden. Fast alle diese positiv getesteten Personen – seit Wochen fast nur jüngere – haben höchstwahrscheinlich das Virus erwischt, sind jedoch nicht krank, waren nicht krank und werden nach dem Test auch nicht krank. Noch viel weniger mussten oder müssen sie in Spitalbehandlung, geschweige denn in eine Intensivstation. Doch «Blick» weckt diesen völlig falschen Eindruck. Darauf angesprochen lässt die «Blick»-Chefredaktion ausrichten: «Das erwähnte Foto ist in der Tat unglücklich gewählt. Es wird ab sofort nicht mehr verwendet.»

Wer solche Angstmacherei und andere Irreführungen kritisiert, kommt schnell in den Verdacht, die Corona-Krise verharmlosen zu wollen. Doch es schmälert die Glaubwürdigkeit von Medien und Behörden, wenn sie einseitige, irreführende oder sogar falsche Informationen verbreiten. Wenn das Vertrauen in Medien und Behörden schwindet, sind sie dafür mitverantwortlich. Auch angesehene Medien, einschliesslich ARD und ZDF, würden «oft in irreführender Art und Weise berichten», stellt das unabhängige Deutsche Netzwerk Evidenz-basierte Medizin (EbM-Netzwerk) fest. Das Kritisierte trifft auch für die Schweiz zu.

Seit Ende Mai stecken sich vor allem 20- bis 39-Jährige an

Positiv getestete Männer (blau) und Frauen (rot) pro 100'000 Einwohner. Diese Altersverteilung während der 14 Tage vor dem 29. August ist etwa die gleiche wie bereits seit Mitte Mai. (Auswertung der Zahlen und Grafik: Josef Hunkeler)

Die deutliche Mehrheit aller positiv Getesteten seit Mitte Mai sind jünger als 60 Jahre alt. Am häufigsten angesteckt hat sich die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Die allermeisten von ihnen blieben symptomlos oder spürten nur unbedeutende Symptome. Erstaunlicherweise hat diese jüngere Generation bisher offensichtlich sehr wenige Personen der Risikogeneration über 65 Jahre angesteckt, jedenfalls nicht so, dass es zu schweren Verläufen kam. Denn die Zahl der Spitaleinlieferungen wegen Covid-19 ist seit langem auf sehr tiefem Niveau konstant geblieben. Sie erhöhte sich seit Mitte Juni nur ganz leicht:

Spitaleintritte wegen Covid-19-Erkrankungen. (Zahlen und Grafik: BAG Lagebericht)

Hartnäckig halten sich unzulängliche Statistiken und irreführende Bezeichnungen

Es ist schwer zu verstehen: Die Coronakrise hält die Welt nun seit einem halben Jahr in Atem, aber noch immer haben es viele Behörden und Fachleute sowie die meisten Medien nicht geschafft, die Zahlen eindeutig und verständlich zu präsentieren und darüber differenziert zu informieren. Auf unzulängliche Statistiken und irreführende Bezeichnungen hat Infosperber früh aufmerksam gemacht. Sie halten sich aber hartnäckig bis heute:

1. Positiv Getestete werden als «Erkrankte» bezeichnet.

«Covid-19» bedeutete im bisherigen Sprachgebrauch die Krankheit, während das Virus «Sars-Cov-2» heisst. Neuestens schreibt aber das BAG vom «Covid-19-Test». Insgesamt seien seit Beginn der Epidemie knapp über eine Million «Covid-19-Tests» gemacht worden, darunter seien 46'570 positiv ausgefallen, heisst es da. Demnach wären diese alle erkrankt. Das BAG beantwortete die Frage nicht, weshalb es den Begriff «Covid-19-Test» verwendet.

Diese Ungenauigkeit mit der Vermengung der vielen weitgehend symptomlosen Virusträger mit den wenigen tatsächlich Erkrankten untergräbt das Vertrauen in diese Institutionen und Behörden.

Zu Aussagen wie «Bisher gibt es X Infizierte oder ‹Fälle›» stellen die Medizinerinnen und Mediziner des EbM-Netzwerk fest: «Es wird nicht zwischen Testergebnissen, Diagnosen, Infektionen und Erkrankungen differenziert ... Diagnosen sind noch keine Krankheiten.» Als zusätzliche Information wäre zudem «jeweils relevant, ob und wie schwer die Personen erkrankt sind».

Entscheidend sei auch die Information darüber, wer getestet wurde: «Je häufiger gesunde und beschwerdefreie Menschen getestet werden, umso eher gibt es auch positive Ergebnisse von fraglicher Bedeutung.» Im Klartext: Es kommt zu mehr falschen positiven Resultaten (siehe Infosperber vom 19. Juni 2020: «Auch ohne neue Corona-Fälle steigen die «Fallzahlen» weiter!»).

2. Die angeblich «Geheilten»

Alle positiv Getesteten, die weder hospitalisiert wurden noch gestorben sind, werden nach einer bestimmten Zeit als «Geheilte» ausgewiesen. Dieser Begriff suggeriert, dass alle vorher krank gewesen seien. Die «Swiss Covid-19 Task Force» hatte die positiv Getesteten einmal sogar – was sie eben nicht sind – als «Patienten» bezeichnet (siehe Infosperber vom 19. Juli 2020: «Swiss Covid-19 Task Force korrigiert alarmistische Wortwahl»).

3. «Täglich neue Fälle»

Täglich und wöchentlich werden die Zahlen der neuen «Fälle» beziehungsweise neu positiv Getesteten in vielen Medien verbreitet, ohne gleichzeitig anzugeben,
– wie viele Tests diesen Fällen zugrunde liegen. Das BAG gibt die Zu- oder Abnahme der Tests zwar an, aber viele Medien nehmen sie nicht auf. Die Grafik links zeigt, wie stark die Zahl der Tests zugenommen hat. An Wochenenden wird stets viel weniger getestet, weshalb dann auch weniger «Fälle» gemeldet werden. Quelle: BAG;
– welche Symptome die Getesteten hatten, falls überhaupt;
– zu wie vielen Spitaleinweisungen es am gleichen Tag oder in der gleichen Woche kam;
– wie viele Covid-19-Kranke am gleichen Tag oder in der gleichen Woche gestorben sind. Auch diese Zahlen gibt das BAG heute täglich bekannt, doch viele Medien ignorieren sie. Die Steigerung der «Fallzahlen» verkauft sich besser.

4. Fragwürdige Länder-Ranglisten

Viele Behörden und Medien verbreiten Grafiken mit Ranglisten der meisten Corona-Fälle und Corona-Toten pro Land. Dabei muss einleuchten, dass es in Liechtenstein weniger Betroffene gibt als in der Schweiz und in den USA mehr als in Belgien.

Wenn man darüber informieren will, welche Länder von der Pandemie am meisten betroffen sind, muss man die Zahl der positiv Getesteten und vor allem die Todesfälle unbedingt pro 100'000 Einwohner angeben (siehe Infosperber vom 26. April: «Viele schlagen alle Warnungen in den Wind und publizieren täuschende Ländervergleiche der an Covid-19 Verstorbenen»).

Die Aussage, dass nirgendwo auf der Welt so viele Menschen an Covid-19 versterben wie in den USA sei «höchst irreführend», sagt das EbM-Netzwerk, weil dabei nicht berücksichtigt werde, wieviele Einwohner die verschiedenen Länder haben.

Aus der abgebildeten Statistik ist ersichtlich: Pro 100'000 Einwohner kam es in Peru, Belgien, Grossbritannien, Spanien, Chile, Italien, Schweden, und Brasilien zu mehr Todesfällen als in den USA. In der Schweiz kam es bisher zu 20 Todesfällen pro 100'000 Einwohner, in Deutschland zu elf.

Langfristige Vertrauensbasis

Das Deutsche Netzwerk Evidenz-basierte Medizin schreibt am Schluss seiner Analyse «Risikokommunikation zu Covid-19 in den Medien»: «Die Menschen wollen ehrlich und unmissverständlich informiert werden (auch über Unsicherheiten) ... Nur so kann in einer aufgeklärten Gesellschaft langfristig eine Vertrauensbasis hergestellt und aufrechterhalten werden, die ein rationales, auf wissenschaftlichen Fakten beruhendes Handeln ermöglicht und die Zusammenarbeit der Bevölkerung im Katastrophenfall sichert.»

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Infosperber-DOSSIER:

Coronavirus: Information statt Panik

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20 Meinungen

Sehr geehrter Herr Gasche.
Das von Ihnen geschilderte Phänomen ist schon sooo lange Thema auf Infosperber und ich staune ab Ihrem unerschütterlichen Glauben an die integren Absichten der Mainstream-Medien. Haben Sie noch nie in Erwägung gezogen, dass die Medien die Desinformation und Angsterzeugung absichtlich machen könnten? Wären Sie damals auf der Titanic Kommunikationsverantwortlicher gewesen, hätten Sie es sicherlich geschafft eine Massenpanik zu verhindern, aber die nachhaltige Verzögerung der Erkenntnis, dass WIRKLICH etwas schiefläuft hätte Leben gekostet. So sehe ich Ihren Beitrag zu Corona auf Infosperber kritisch, ihre Analyse bleibt auf halbem Weg stecken und verzögert den Erkenntnisprozess der kritischen Minderheit.
Chuen Gerber, am 31. August 2020 um 11:33 Uhr
Hie meine Einschätzung der COVID 19 Maßnahmen und- berichterstattung als Allgemeinmediziner, besser, als denkender Mensch, veröffentlicht im «bollwerk ».

Da der Kommentar zu lang, hier der Link.

http://www.bollwerk.co.at/2020/05/23/ein-kommentar-aus-der-schweiz/
Bernd Mensing, am 31. August 2020 um 11:50 Uhr
Panic sells - Grippewelle ohne Tote = Laborpandemie
Siehe https://www.worldometers.info/coronavirus/Switzerland
'Daily New Cases in Switzerland' versus 'Daily New Deaths in Switzerland'
analog: Austria, Germany, France, Italy, Spain, UK, Belgum, Netherlands usw.
Frankreich hat angeblich sogar soviel 'Infizierte' wie im Frühling, diesmal ohne Tote.

Grund: Die Beweiskraft des PCR-Tests tendiert gegen Null und ist als Diagnoseinstrument gar nicht zugelassen, sondern nur für die Forschung und dann müssten die positiv falschen berücksichtigt, abgezogen werden, wodurch auch die 'Infizierten' verschwinden würde.

Es geht dabei nur darum, eine Panik aufrecht zu erhalten bis ein unsinniger Impfstoff da ist und die Pharma damit Milliarden verdient.
Siehe 3318 dislikes der Pharma-Werbung von Sommeruga 'Global Vaccine Summit mobilises funds for Gavi - the Vaccine Alliance - and its COVID-19 activities', https://www.youtube.com/watch?v=YqioKNh3NLc
Peter Herzog, am 31. August 2020 um 12:11 Uhr
Danke für den vortrefflichen Beitrag. Das Geschäft mit der Angst (Buch von Alphons Silbermann, mit gleichnamigem Titel) zeigt die Mechanismen auf vieler Medien und Firmen. Das Geld lockt, der Mensch wird zum Gewinnobjekt entmündigt, irreführende Inhalte und schüren von Aengsten sind Alltag geworden. Traurig was in unserer Gesellschaft geschieht und mit lapidaren Entschuldigungen abgetan werden.
Beatus Gubler, am 31. August 2020 um 12:45 Uhr
Vielen Dank für Ihre klaren und nicht polarisierenden Berichte in Bezug auf die Coronasituation.
Es wäre sehr sinnvoll, wenn auch die grosse Masse der schweizer Bevölkerung Ihre Artikel lesen könnte.
Vielleicht würde dann nicht mehr so viel Angst, Unsicherheit und Misstrauen in unserer Gesellschaft herrschen.
Ob die Beschränkungen aus medizinischer Sicht wirklich alle notwendig sind ist fraglich. Man weiss bis heute noch nicht wie lange diese Beschränkungen und Massnahmen anhalten werden. Monate oder Jahre?
Sicher aber ist, dass aus menschrechtlicher und rechtsstaatlicher Sicht diese Beschränkungen und Bevormundungen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht auf das absolute Minimum beschränkt werden müssen.
Das Leben ist von Geburt an ein Risiko. Der Tod begleitet uns jeden Tag und gehört zu unserem Leben dazu.
Evelyn Wettstein, am 31. August 2020 um 12:48 Uhr
Würden die Kantone den Empfehlungen des Bundesrates und nicht dem Druck der Medien folgen, gäbe es wieder viel weniger «Fälle».
Bundesrat, 26.8.2020, Ablehnung Motion «Testausweitung» Geschäfts-Nr. 20.3859, NR. V. Herzog:
"Aus Sicht des Bundesrates ist das systematische grossflächige Testen sowie das Testen von repräsentativen Stichproben aus der hauptsächlich gesunden und symptomlosen Bevölkerung kein geeignetes Mittel, um eine präzise Information zur epidemiologischen Situation zu erhalten. Ein Virusnachweis bei einer symptomfreien Person ist schwierig zu interpretieren, da es sich um ein Überbleibsel einer geheilten Infektion handeln könnte. Zudem ist bei einer Stichprobe, die fast nur aus gesunden Personen besteht, die Wahrscheinlichkeit für falsche Testergebnisse sehr hoch. Bei der Entnahme der Probe handelt es sich ausserdem um einen invasiven Eingriff, der von staatlicher Seite nicht ohne Weiteres verordnet werden kann."

s. auch BAG/Swissmedic Merkblatt COVID-Testung-19 zu PCR/NAT (S.2)

"Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist eine NAT (Nucleic Acid Amplification Technology)-Methode, der modernen Molekularbiologie um in einer Probe vorhandene Nukleinsäure (RNA oder DNA) in vitro zu vervielfältigen und danach mit geeigneten Detektionssystemen nachzuweisen. DerNachweis der Nukleinsäure gibt jedoch keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines infektiösen Erregers. «
Thomas Oettli, am 31. August 2020 um 12:58 Uhr
Danke für diesen klärenden Artikel. Es ist von grösster Bedeutung, dass klarer kommuniziert wird - eine Differenzierung wie erwähnt tut not und es ist unerklärlich, dass das nicht automatisch geschieht. Das öffnet Verschwörungsgeschichten Tür und Tor. Es gibt doch nichts zu verheimlichen - doch nur klare Zahlen können bestmöglich gedeutet werden (und sollte nach einem halben Jahr Erfahrung eigentlich möglich sein).
Markus Scheuring, am 31. August 2020 um 13:48 Uhr
Liebe Infosperber,

ich kann keine Aussage zu der Schweiz machen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass der Rückgang der Hospitalisierung un der Todeszahlen, nicht NUR daran liegt, dass jüngere getestet werden.

In den Daten vom RKI sind sowohl die Infizierten als auch die Verstorbenen nach Altersgruppen aufgelistet. Wenn man sich den damit den CFR Verlauf über eine Woche gemittelt anschaut, sieht man, dass in Deutschland, die Sterberate der der über 80 Jährigen von in der Spize über 40% auf ca. 10% gesunken ist. In der Altersgruppe darunter sinkt die Sterblichkeit von ca. 10% auf unter 1%.

Irgendwas ist anders als im März. Falls Interesse besteht lasse ich ihnen die Excel datei zukommen, dann können sie selber schauen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Happel
Jens Happel, am 31. August 2020 um 15:06 Uhr
Im Gegensatz zu den sogenannten Leitmedien bemüht sich Infosperper mit diesen und vielen anderen Artikeln die COVID Geschichte zu versachlichen und auf wissenschaftlicher und statistischer Grundlage richtig zustellen. DANKE. Dabei muss noch folgendes beachtet werden: 1. «Es ist die Krönung der Dummheit zu behaupten, man könne die Krankheit COVID-19 symptomlos durchmachen oder andere sogar ohne Symptome anstecken.» Zitat Prof. Beda Stadler und in anderen Worten sagen dies auch andere.
2. Der PCR Test hat wie jeder Test einen Fehler.
Bei sehr geringer Zahl echt positiver, können die falsch positiven in der Mehrheit sein, wie Infosperper es berichtete.
3. Der PCR Test stellt keine Infektion fest, nicht einmal einen Virenbefall. Er findet Genschnipsel die in 2 der 10 Gene in COVID vorkommen. Bruchstücke reichen. Der PCR Test auf Influenza ist teilweise über ein Jahr nach Genesung noch positiv.
Aufgrund dieser Fakten komme ich zu folgender Synthese: Der grösste Teil der positiv getesteten 80% mit keinen oder geringen Symptomen hatte irgendwann mal Kontakt mit dem Virus, aber wegen der geringen Virus Anzahl oder dem gesunden Immunsystem hat er sich nicht infiziert und zeigt keine Symptome die von COVID verursacht wurden.
Das würde heissen, cs. 80% der kostspieligen Massnahmen aufgrund des Tests sind unnötig falsch.
Die Lösung ist relativ einfach: Kein Test ohne (covid)typischen Symptome durchführen.
Die Fallzahlen würden sinken und wären aber aussagekräftiger.
Beat Schärer, am 31. August 2020 um 18:43 Uhr
Danke für den sachlichen Artikel. Der Titanic-Vergleich von Herrn Gerber ist doch recht abwegig.

Zur Altersstruktur der positiv getesteten stellt sich mir die Frage, ob diese denn zu Beginn der Pandemie wirklich so fundamental anders war. Man hat die Leute ohne bedrohliche Krankheitssymptome ja damals bewusst nicht getestet, ausser in einigen Einzelfällen. Die «Superspreader Events», die es in die Schlagzeilen geschafft hatten (Champions-League-Match, Après-Ski-Bar, Frauendemo) waren ja auch keine typischen Seniorenveranstaltungen.

Man wird nie mehr herausfinden, wie viele und welche Leute damals infiziert waren. Dieser Zug ist abgefahren. Aber man könnte wohl herausfinden, wieviele positive Testresultate wir heute hätten, wenn wir nach exakt den gleichen Indikationen testen würden wie damals im März/April. Das würde einen Vergleich von heute mit der Situation im Frühjahr noch am ehesten erlauben.
Daniel Heierli, am 31. August 2020 um 22:48 Uhr
@ Jens Happel

Coronabetaviren sind Erkältungsviren.
Es ist wahrscheinlich der Jahreszeit geschuldet.

Was aber zur Zeit wirklich sein könnte und ME zu einem Panikmodus 2.0 führen könnte.

Wie Herr THOMAS OETTLE geschrieben hat.
Antwort des Bundesrates „Testauswertung „ Geschäft Nr. 20.3859
sowie
BAG/Swissmedic Merkblatt COVID-Testung-19 zu PCR/NAT (S.2)

Hierzu passt ein Artikel von Heute auf nau.ch
Coronavirus & Grippe: Warum hat die Schweiz noch keinen Kombi-Test?

http://www.nau.ch/politik/bundeshaus/coronavirus-grippe-warum-hat-die-schweiz-noch-keinen-kombi-test-65765886

Es ist mit grosser Wahrscheinlichkeit, davon auszugehen, dass unter all diesen Positiv getesteten, nun die „Dunkelziffer“ dabei sein muss, welche aufgrund von Corona–Ähnlichen Symptomen in der Statistik erscheinen. Es ist davon auszugehen, dass man nun Träger vom SARS–Cov2 findet oder solche mit bereits „Toten“ Virusteilen.

Diese Situation bei den Fallzahlen wird sich je näher der Winter kommt, noch massiv verschärfen.
Solange kein Aktiven/Inaktiven SARS–Cov2 resp. Covid19 Infektion nachgewiesen werden kann, werden sämtliche Träger mit abgestorbenen Virusteilchen mit ganz normalen Grippe–Symptomen bei den Fallzahlen unter der Neu–Infizierten Statistik erscheinen.

Es wird ME zur Zeit die Dunkelzimmer aus der Vergangenheit getestet.
Jacques Marchand, am 01. September 2020 um 03:10 Uhr
Vielen Dank für den Bericht Herr Gasche.
Ich habe das Vertrauen in alle mainstream-Medien (NZZ, Tagi, Blick, 20 Min, SRF, etc.) seit einer Weile verloren, die berichten nur, was sich verkaufen lässt.

Und wenn mich jemand als «Verharmloser» bezichtigt...so what? Fakt ist:
- die Anzahl der Toten gemessen an der Bevölkerung liegt in der Schweiz bei 0.02%
- es herrscht eine Untersterblichkeit
- das Medianalter liegt bei über 80 Jahren
Fazit: Das Leben ist gefährlicher als Corona!

Und jetzt....follow the money!
Herr Koch verkauft jetzt teure Sicherheitskonzepte an Sportclubs, ein Unterfangen, welches wohl kaum erst seit seiner Pensionierung geplant wurde.

Eine regelrechte Corona-Industrie wurde aufgezogen...Masken, Desinfektionsmittel, Plexiglas, Konzepte und wohl am lukrativsten, die baldigen Impfstoffe.

Und genau dieses Geld, gepaart mit dem Unvermögen der Politiker und der Beamten führt dazu, dass dieses Schreckgespenst weiter aufrecht erhalten wird und dieser status quo ist eine Gelddruck-Maschine.

Die vergangene Handlungsweise sachlich aufzuarbeiten wäre nötig, um es in Zukunft besser zu machen, darum Petition unterschreiben bei Frühling2020!

Infosperber, bitte dranbleiben!
Lucca Gaffuri, am 01. September 2020 um 10:05 Uhr
Ich bin echt froh um solche Artikel. Die Übermacht der Mainstreammedien war mir noch nie so bewusst wie in den letzten Wochen. Diese Zeit wird meine Sichtweise zu unserer Regierung, dem Politsystem und an unsere Medien für immer verändern. Danke Herr Gasche.
A. Stefanoni, am 01. September 2020 um 10:08 Uhr
Ich bin sehr dankbar für die differenzierte, objektive und auch menschliche Arbeit des Infosperber. Als denkender Mensch war es für mich von Anfang an unfassbar was da auf der Welt geschieht und Infosperber hat mir geholfen, meine Wahrnehmung, mein Denken nicht restlos verwirren zu lassen. Tatsache ist, dass seit März 2020 die reichsten Leute in der USA ihr Vermögen um 40% gesteigert haben, während wir um einen Virus diskutieren, der umstritten messbar und wahrnehmbar ist. Im Moment findet eine riesige Umverteilung von Macht und Geld statt. Melbourne in Australien hat den zweiten Lockdown, sie zählen bei 5 Millionen Einwohnern ca. 600 sogenannte Corona Tote (die meisten um die 80 mit Vorerkrankungen) in 6 Monaten. Weissrussland spielt weiter Fussball, keine Läden und Schulen wurden geschlossen. Sie sind nicht mal auf der Quarantäneliste der Schweiz. Wo beginnt das Denken? Was geschieht auf der Erde und wo führt das hin? Es braucht jeden einzelnen. Und es ist beschämend, dass Journalisten (vornehmlich der Mainstreammedien) keine Verantwortung übernehmen. Sie werden schlussendlich auch die Zeche bezahlen, merken es aber nicht. Die Welt leidet im höchsten Masse an Egoismus.
Denise Meier, am 01. September 2020 um 10:22 Uhr
Die verlinkte Stellungnahme des EBM-Netzwerks sollte auf jeder Schweizer Medienredaktion verteilt werden! Sie stammt von einer wissenschaftlichen, unverdächtigen Quelle. Würden sich alle Journalisten daran halten, gäbe es viel weniger Angst in der Bevölkerung.
Benjamin Hämmerle, am 01. September 2020 um 10:33 Uhr
Wann werden die Medien und das Fernsehen endlich die Wahrheit mitteilen.
Bis jetzt wurde nur Angst verbreitet und das hat System. Müssen wir warten
bis die ganze Wirtschaft am Boden liegt. Der Test und die Zahlen sagen gar nichts aus. Es gibt ja keine Aussage die man vergleichen kann. Nur mit Zahlen operieren die mit einem Test der nicht einmal bewilligt ist ist unseriös ja grenzt an Lüge.
Walter Fust, am 01. September 2020 um 12:59 Uhr
In meinem Post gestern 31.8. habe ich noch im Zusammenhang mit der Motion 20.3859, NR, V. Herzog Testausweitung/Ablehnung durch Bundesrat auch auf das Covid-19 Testung Merkblatt von BAG/Swissmedic verwiesen. Das war die Version bis gestern 31.8. Heute ist eine neue Version aufgeschaltet mit einer komplett anderen Beurteilung der PCR Tests. Das erinnert mich an die Maskengeschichte - Richtlinien sind wie Windfahnen.
Hier nochmals die relevante Schlussfolgerung in den Versionen im Vergleich:
Covid-19 Testung Merkblatt vom 20.5., gülitg bis gestern 31.8.:
"Der Nachweis der Nukleinsäure gibt jedoch keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines infektiösen Erregers. Dies kann nur mittels eines Virusnachweises und einer Vermehrung in der Zellkultur erfolgen."
Neue Version seit heute 1.9. aufgeschaltet:
"Mit dieser sehr empfindlichen Methode wird in Patientenproben spezifisch die Nukleinsäure eines Erregers nachgewiesen, was eine Infektion mit dem Erreger belegt."
Thomas Oettli, am 01. September 2020 um 16:12 Uhr
Tausend Dank Herr Oettli für die Zitate.
Gleichzeitig schreibt das BAG täglich von (durch den PCR Test) laborbestätigte Infektionen!! Kantonsärzte etc übernehmen diesen völlig falsche Terminologie und dadurch werden ungerechtfertigte Massnahmen beschlossen und das Volk verängstigt und desinformiert. Ein Skandal sondergleichen.
Beat Schärer, am 01. September 2020 um 22:11 Uhr
Seit dem 11.8.2020 steht auf der Lagebericht der Task-Force unverändert :

"Das Re ist ab der zweiten Mai-Woche wieder angestiegen. Mitte Juni wurde ein
Höchststand des Re mit einem Wert von 1.4-1.9 erreicht. Im Juli wurde ein weiterer, jedoch tieferer, Höchststand erreicht. Diese Höchststände sind auf das Infektionsgeschehen in verschiedenen schweizer Regionen zurückzuführen. Momentan ist das Re tiefer. Der geschätzte Median des Re war jedoch im Juni und Juli meist über 1 und Re war in dieser Zeit nie signifikant unter 1. Daher bleibt die Situation besorgniserregend."

Mittlerweile war der «kritische Wert '1'» aber mehrfach unterschritten worden, wobei die «R"-Statistik aber immer mehr vertärkte Anzeichen eines statistischen Selbstläufers zeigt [impliziter 2-Wochen Zyklus], welcher mit der gemessenen Realität bestenfalls zufällige Ähnlichkeit aufweist. Die «laborbestätigten Fälle» haben sich seit der 2. August-Woche praktisch verdoppelt.

Fazit: die Mehode der ncs-Dringlichkeitsmessung erscheint so falsch, wie seit Anfang der Task-Force, und die Kommentare zu den statistischen Auswertungen haben den Gehalt von Erst-Jahr-Seminararbeiten.

Ich kann mich den vorangehenden Kommentaren nur anschliessen.
Josef Hunkeler, am 02. September 2020 um 09:56 Uhr
Besten Dank dem Infosperber und Herr Gasche für die Berichterstattung über Corona.

Im Allgemeinen setze ich heutzutage sowohl hinter viele Mainstream aber ebenso auch sehr viele Alternative Medienberichte ein sehr Grosses Fragezeichen. Diese kritische Haltung behalte ich Grundsätzlich gegenüber allen Medienberichten bei, also auch Infosperber.
Zugleich finde ich, dass Ihre Berichterstattung bei mir als Bürger insgesamt eine deutliche grössere Glaubwürdigkeit geniesst, als es heute die meisten Medienkonzerne tun.
Oft finde ich, dass nicht die Infos selbst bei Ihnen besser sind. Sondern wie Sie uns Leser-Innen aufzeigen, welche unterschiedliche Blickwinkel es die selben Infos gibt.
Markus-Andreas Bamert, am 03. September 2020 um 19:49 Uhr

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