Renten: Medien kolportieren Gefälligkeitsstudien

Rudolf Strahm © rs
Rudolf Strahm / 25. Jun 2017 - Viele Monate vor der Abstimmung im Herbst über die Altersvorsorge 2020 machen interessierte Finanzkreise Stimmung gegen die AHV.

upg. Ausnahmsweise übernehmen wir einen Beitrag, obwohl er bereits im «Tages-Anzeiger» und im «Bund» erschienen ist. Der frühere Preisüberwacher und SP-Nationalrat deckt auf, wie leichtfertig und unkritisch grosse Medien Gefälligkeitsgutachten einer Lobby weiter verbreiten.

Nacheinander veröffentlichten seit Februar Bankiervereinigung, Swisscanto (Zürcher Kantonalbank), Credit Suisse und jüngst die UBS ihre interessenorientierten «Studien» zu den Altersrenten.

Ihr Tenor schürt generelle Verunsicherung: «Ihre Rente ist nicht mehr sicher». «Die Jungen zahlen zu viel – die Alten leben auf Kosten der jungen Generation.» Sie verfolgen damit eine Verunsicherungsstrategie im eigenen Interesse.

Was besonders auffällt:

  • Grosse Medien kolportierten diese Gefälligkeitsstudien, ohne Stellungnahmen und Gegendarstellungen, zum Beispiel beim Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, einzuholen;
  • Grosse Medien verzichteten meist darauf, die Interessenlage der Urheber transparent zu machen.

Die jüngste Studie hat die UBS verbreitet. Erstellt haben sie der deutsche Professor Bernd Raffelhüschen, der seit Jahren Horrorszenarien gegen den Generationenvertrag anbietet, sowie eine Finanzspezialistin des UBS Chief Investment Office. Gleichzeitig wirbt die UBS mit einer Werbebroschüre beim Publikum für das private Vorsorgesparen mittels Anlagevehikeln mit einem Aktienanteil bis zu 75 Prozent.

Die AHV schlecht reden und gleichzeitig die riskanten und teuren Vorsorgefonds der Banken anpreisen – so läuft momentan die subtile Meinungsbeeinflussung gegen den Rentenkompromiss 2020 des Parlaments.

Diese UBS-Studie gegen die AHV – es ist seit 2014 die vierte mit der gleichen Methodik – definiert mit einer so genannten «Generationenbilanz» eine so genannt «implizite Staatsschuld» gegenüber allen Versicherten. Sie rechnet mit einer fiktiven «AHV-Finanzierungslücke» in der Höhe von 173 Prozent des Bruttoinlandprodukts, entsprechend einem angeblich «ungedeckten Leistungsversprechen» des Bundes von 1000 Milliarden Franken. So wird mit einem fiktiven Staatspleite-Szenarium Verunsicherung geschürt!

Wie kommt der deutsche Professor auf solche Verschuldungszahlen? In seiner abenteuerlichen Rechnung ging er von der fiktiven Annahme aus, dass von jetzt an für alle lebenden Bewohner der Schweiz bis an ihr Lebensende keine Zusatzfinanzierung der AHV mehr erfolgen würde. Bis 2050 und darüber hinaus hat er in seinem scheinexakten Rechenmodell eigene Annahmen über zukünftige Zinshöhen, Produktivitäten, Inflationsziffern, demographische Entwicklung und Zuwanderung getroffen.

Studien mit politischer Absicht

Solche Langzeitmodelle sind prognostischer Unfug. Sie dienen einzig politischen Zwecken. Die Experten des BSV bezeichneten bereits 2015 diese «Generationenbilanz» der UBS diplomatisch als für das AHV-Umlageverfahren «ungeeignet, um die finanzielle Situation der AHV zu beurteilen».

Das BSV sagt auch, dass die Behauptung der UBS-Studie, wonach die älteren Arbeitnehmer zwischen 53 und 63 Jahren keine Sanierungslast für die Altersvorsorge mittragen würden, rechnerisch schlicht falsch ist. Denn die älteren Arbeitnehmer zahlen insgesamt tendenziell mehr Beiträge ins Vorsorgesystem und finanzieren mit dem Mehrwertsteuer-Zuschlag bis an ihr Lebensende die Altersvorsorge der Jüngeren mit.

Frühere pseudowissenschaftliche Angstmacher-Studien haben uns belehrt, dass solche Langfristprognosen nichts taugen. Nach der erstmaligen, grossen AHV-Prognose einer Expertengruppe des Bundes von 1995 (der sog. IDA-Fiso-Studie) wäre die AHV bereits vor zwölf Jahren pleite gegangen.

Freilich sind für das nächste und übernächste Jahrzehnt mehr Einzahlungen in die AHV nötig, um die Alterung zu finanzieren. Ausgerechnet die Kompromiss-Vorlage, über die im Herbst abgestimmt wird, dient der finanziellen Sicherung von AHV- und Pensionskassen-Renten bis mindestens 2030.

Hohe Kosten der Zweiten Säule

Alle diese Parteigutachten aus der Finanzbranche verschweigen allerdings eine teure Kehrseite unseres Dreisäulen-Systems der Altersvorsorge, nämlich die hohen Vermögensverwaltungskosten bei den Kapitalanlagen der Zweiten Säule. Sie fallen im heutigen Tiefzinsumfeld besonders stark ins Gewicht.

Aus der Statistik der Oberaufsicht aller Pensionskassen OAK ist ersichtlich, dass allein die Vermögensverwaltungskosten unserer Pensionskassenkapitalien im Durchschnitt jährlich 0,42 Prozent des Anlagevermögens auffressen, was die Versicherten über 3,5 Milliarden Franken pro Jahr kostet. Diese Kosten versickern bei den Banken, Vermögensverwaltern, Asset Managern, Anlagefonds und Hedgefonds-Betreibern. Hinzu kommen die rund 900 Millionen Franken an eigenen Verwaltungskosten der 1800 Pensionskassen und die schätzungsweise 600 Millionen Franken Gewinn der Privatassekuranz aus ihren Sammelstiftungen. Das gesamte, bis heute angesparte Vermögen der Beruflichen Vorsorge (Zweite Säule) umfasst sage und schreibe 1048 Milliarden Franken, also mehr als eine Billion – für den Finanzplatz ein grosses Geschäft.

Jeder siebte Franken versickert – niemand schafft Transparenz

Jeder siebte Franken der Renten- und Kapitalleistungen der Zweiten Säule versickert in der Kostenfalle der Vermögensanlagen und der Kassenverwaltungen. Das BSV und die OAK haben es bisher verpasst, diese jährlichen Gesamtkosten pro Versicherten oder in Prozent des Anlagekapitals für jede Kasse einzeln mit einer Kennziffer transparent aufzulisten und einen Kosten-Rendite-Vergleich der PK-Anlagen zu publizieren. Die Datensätze wären heute vorhanden. Das Preis- und Kostenbewusstsein ist auch in der Bundesbürokratie noch entwicklungsfähig!

Die Geschichte wiederholt sich

Wenn es um die Altersvorsorge geht, wiederholt sich die Geschichte. Bereits bei der Einführung der AHV 1947 hatten die grossen Banken und die Privatassekuranz vereint mit dem Zürcher Freisinn unsere AHV als staatliche Altersvorsorge bekämpft. Die damalige Kampforganisation gegen die AHV-Einführung war der «Elefantenclub», daraus entstand später die staatsfeindliche Organisation «Trumpf Buur». Die Banken strebten stets eine privatisierte Altersvorsorge an. Auch heute profiliert sich die Neue Zürcher Zeitung erneut als Kampfblatt gegen den Rentenkompromiss.

Was freilich historisch total gekehrt hat, ist die Haltung der SVP. Ihre Vorläuferin, die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB, war damals, 1947, vehemente Befürworterin der AHV. Für Bauern und Kleingewerbler ist die AHV – damals wie heute – die tragende Säule ihrer Altersvorsorge. Bloss wird die Nachfolgepartei SVP heute nicht mehr von bodenständigen Mittelständlern, sondern von neureichen Staatskritikern angeführt.

Im Herbst wird eine unheilige Allianz von radikalen Arbeitgebergruppen, Finanzkreisen und Genfer Linken – aus unterschiedlichsten Interessen – den Rentenkompromiss des Parlaments bekämpfen. Das ist paradox und unverständlich: Denn ausgerechnet diese Rentenstabilisierungsvorlage wird dazu beitragen, sowohl die Renten der AHV als auch die Pensionskassenleistungen sicherer zu machen.

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Dieser Beitrag von Rudolf Strahm wurde als Kolumne im Tages-Anzeiger, im Bund und auf TA-Online vom 13. Juni 2017 veröffentlicht.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Rudolf Strahm, 72, Ökonom und Chemiker, war eidgenössischer Preisüberwacher und zuvor SP-Nationalrat. Von 2008 bis 2015 war er Präsident des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung (SVEB).

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35 Meinungen

Ich habe zwar etwas Zweifel an den AHV-Untergangsszenarien, finde aber trotzdem die 70-AHV Franken für düpierte 2.Säulenrentner fehl am Platz. Man sollte nicht die AHV missbrauchen um andere - als Milchkühe der Finanzindustrie an den Rand der Rentabilität getriebenen Institutionen - zu subventionieren.

Die AHV-Finanzstatistik sieht übrigens gar nicht so schlecht aus, wie das immer wieder vorgetragen wird. Die möglicherweise fehlenden jungen Beitragszahler dürften durch die nominelle Entwicklung der beitragspflichtigen Löhne weitgehend mögliche Finanzierungslöcher stopfen helfen. Unabhängig von der Tatsache, dass ich selbst, dank der Heiratsstrafe ab diesem Jahr weitere 5000 (+5000 für meine Frau) zur Subvention der Solidarität beitrage.

Von Interesse sind übrigens auch die Überlebenszahlen, welche auf der Basis der Daten der AHV-Rentner errechnet werden können. Hier liegen die Werte sogar noch drei Jahre tiefer als in den BFS-Statistiken, also wenigstens 5 Jahre unter den Werten der von der OAK portierten «Generationensterbetafeln».

Das Renten-Sanierungspaket 2020 sieht vor diesem Hintergrund wesentlich weniger zwingend aus und ein «Nein» an der Urne am 24.9.17 dürfte Gelegenheit geben, diesen absurden Quersubventionsvorschlag zu eliminieren.
Josef Hunkeler, am 25. Juni 2017 um 09:29 Uhr
Und, mein lieber Josef Hunkeler, könntest Du uns bitte kurz skizzieren, wie Dein Alternativmodell bei einem «Nein» aussehen wird? Und in welcher Zeitspanne dieses durch die Räte beraten sein wird und wann dann eine allfällige Referendumsabstimmung ungefähr angesetzt werden kann? Denn eine neue Vorlage ohne Referendum wird es kaum geben.
Judith Stamm, am 25. Juni 2017 um 11:49 Uhr
Liebe Judith, was mich an der aktuellen Vorlage stört ist die Vermengung der Fragestellungen. Die 70 Franken Quersubvention sind aus meiner Optik weitgehend irrelevant bzw. systemfremd. Die positiven Aspekte der Vorlage, und ich gebe zu, davon gibt es eine ganze Reihe, dürften in einer vernünftigen Parlamentsdebatte auch ohne dieses Konstrukt auf Akzeptanz stossen. Natürlich ist es wie bei der Unternehmenssteuerreform. Auch hier kann, falls der politische Wille vorhanden ist, eine auch aus der Sicht der Kantone und der Gemeinden «vernünftige» Lösung gefunden werden, ohne all die zusätzlichen «Zückerchen» und Konzessionen, welche schliesslich zum Absturz der Vorlage geführt haben.

Ich habe volles Verständnis für die Schwierigkeiten der parlamentarischen Prozeduren zur Kompromissfindung. Leider bleiben häufig v.a. Kompromissionen in der Wahrnehmung der Bürger und fördern den «Abschuss» solcher Mogelpackungen.

Ich wünschte mir ein Parlament, welches auch mit kleineren Schritten - für alle akzeptierbare Lösungen - anzupeilen in der Lage wäre.

Die Lösung der Probleme der 2.Säule können nicht in der Präkarisation der AHV liegen und sollen da auch - selbst von den Versicherungslobbies - nicht gesucht werden.

Ich bin der Auffassung, dass der Zeitdruck wesentlich kleiner als angegeben ist, und dass eine zweite Lesung mit akzeptierbarem Zeitaufwand möglich sein sollte.
Josef Hunkeler, am 25. Juni 2017 um 12:44 Uhr
Auch mich stört vieles an der aktuellen Vorlage. Nachdem das Parlament jetzt über 20 Jahre gebraucht hat, um überhaupt eine Vorlage zu erarbeiten, bleibt uns jetzt nur noch «Vogel friss oder stirb». Allein schon die unzähligen Argumente gegen die jetzt vorliegende Fassung und die Vielfalt an «Verbesserungsvorschlägen» zeigt, wie zeitraubend es würde, eine neue Vorlage auszuarbeiten. Ein Nein löst deshalb keine Probleme, aber dann halt vielleicht die AHV auf. Das kann es ja auch nicht sein, oder?
Ueli Custer, am 25. Juni 2017 um 12:55 Uhr
Diese Äusserungen reihen sich ein in ein systematisch mit grossem publizistischem Aufwand betriebenes Bemühen, dass Vertrauen der Bevölkerung in die Umlagefinanzierung zu zerstören. Die AHV ist viel robuster und besser als ihr Ruf.

http://www.woz.ch/1636/initiative-ahv-plus/schwarzmalerei-bei-der-ahv-diente-stets-dem-abbau

Vielmehr, sollte endlich darüber nachgedacht werden die 2. Säule aufzulösen - zu Gunsten einer AHV Volkspension. Die AHV ist ökonomisch vernünftig, denn sie hat den Alten im Grossen und Ganzen eine Teilhabe an der allgemeinen Wohlstandsentwicklung ermöglicht, ohne dass die Unternehmen und aktiven Arbeitnehmer überfordert und die Wachstumskräfte in der Volkswirtschaft beeinträchtigt worden sind.

Die 2. Säule hingegen ist ein Geburtsfehler. Mit dem Schreckensbild einer vergreisten Gesellschaft, in der faule und bequeme Rentner es sich auf Kosten überforderter junger Beitragszahler gut gehen lassen, wird der Generationenvertrag verteufelt und ein Generationenkonflikt geschürt. Wissenschaftler, welche auch als Werbeträger für Pensionskassen auftreten - produzieren Studien die schon seit Jahren nicht nur widerlegt, sondern regelrecht als un-wissenschaftlich entlarvt sind. Man muss unverzüglich auch beleuchten wie das BSV und BFS arbeiten. Sind diese Institutionen von Lobbyorganisationen unterwandert? Die Altersreform 2020 muss abgelehnt werden und die 2. Säule sollte auf dem Prüfstand.
Michele D'Aloia, am 26. Juni 2017 um 11:17 Uhr
Ich Stimme NEIN.Die Argumente hat Herr Hunkeler schon erwähnt. Wenn das Parlament keine vernünftigen Reformen zu Stande bringt, werden hoffentlich in den nächsten Wahlen Bessere gewählt. Hoch leben die EU Staaten in denen sich etwas bewegt ( siehe Frankreich und Italien.)
Andreas Willy Rothenbühler, am 26. Juni 2017 um 14:10 Uhr
Sind sie wirklich so naiv? 5 mal wurde in den letzten 20 Jahren ein Parlament neu gewählt und in keiner Zusammensetzung war es in der Lage, sich auf eine Rentenreform zu einigen. Die Schweiz funktioniert halt (zum Glück) völlig anders als andere Demokratien. Für mich bleibt es dabei: Ein Nein löst keine Probleme sondern die AHV auf.
Ueli Custer, am 26. Juni 2017 um 14:16 Uhr
Sehr geehrter Herr Custer,Sie scheinen ja vom Weltuntergang überzeugt.Wetten wir,dass ich auch nach einem Nein,meine AHV-Rente von 1622 Franken weiterhin erhalten.Falls Sie verlieren,spenden Sie 5000 Franken für Infosperber.Verliere ich,Spende ich 5000 Franken für der standard.at ( der ist seriöser )
Andreas Willy Rothenbühler, am 26. Juni 2017 um 14:25 Uhr
@Herr Ueli Custer, Sie schreiben Zitat:

"Ein Nein löst keine Probleme sondern die AHV auf.»

Zitat Ende.

Können Sie inhaltlich näher ausführen, was Sie zu diesem Urteil berechtigt. Denn offenbar sind Sie der Auffassung, zum Sachverhalt besseres zu wissen.

Sie erinnern mich an den Pensionskassenvertreter Herr Thomas Zeller der hier auf Infosperger seine Sicht der Dinge zum besten gibt und im Zusammenhang mit dem Thema z.B. folgendes schreibt: Zitat:

» Wir sind der Meinung, dass es ALLE 3 Säulen braucht, damit die Altersvorsorge zunächst mit der Reform «Altersvorsorge 2020» verbessert, und in einem nächsten Schritt dann langfristig gesichert wird.»

Zitat Ende
Quelle:
https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/2-Saule-Ruf-nach-tieferen-Renten-als-Panikmache-entlarvt

Auf meine Replik und Duplik geht Herr Zeller weder konkret ein, noch kann er diese Aussagen widerlegen bzw. entkräften. Ich ermutige Sie, Herr Ueli Custer, die (Fehl)-Konstruktion 2. Säule autark und kritisch zu hinterfragen. Die Verwaltung dieser Pensionskassengeldern garantiert schliesslich Honorare in Miliardenhöhe und der Einfluss auf die bezahlten Politiker ist enorm. Die AHV ist effizient, nachhaltig, solidarisch und wirtschaftsfreundlich.

Am 6. Mai 2017 sagte der AXA CEO Gerber:Zitat:

«Diese Reform ist besser als der Status Quo und ohne Reform müssten wir wieder bei null anfangen», so Gerber. Allerdings brauche es weitere Reformen.»

Zitat Ende

Was kann daraus geschlossen werden?
Michele D'Aloia, am 26. Juni 2017 um 15:00 Uhr
Grüezi Herr Rothenbühler
Vom Weltuntergang bin ich nicht überzeugt. Und eine Wette, die erst in rund 15 Jahren eingelöst werden kann, gehe ich mit meinen 68 Jahren nicht mehr ein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich dann noch daran denke bzw. denken kann, ist mir dann doch zu klein.
Ueli Custer, am 26. Juni 2017 um 15:00 Uhr
Grüezi (Herr oder Frau) D'Aloia
Die Antwort ist ganz einfach. Bei der Einführung der AHV hatten die Rentner noch einige wenige Jahre Lebenserwartung. Heute sind es etwa 20. Diesen massiven Anstieg der Auszahlungssumme konnte man bisher dank des starken Bevölkerungswachstums und der ebenso stark wachsenden Volkswirtschaft auffangen. Wenn nun aber die Bevölkerung und damit auch die Wirtschaft nicht mehr wachsen soll, weiss ich nicht, woher das Geld für zukünftige AHV-Rentner noch kommen soll, wenn wir nicht in einem 2. Schritt auch das Rentenalter nach oben anpassen. Doch dazu muss jetzt zuerst einmal der 1. Schritt getan werden. Die Zeit für den 2. ist nämlich jetzt schon sehr knapp.
Ueli Custer, am 26. Juni 2017 um 15:16 Uhr
Grüezi Herr Custer, Ihren Ausführungen in Ehren. Sie stellen Behauptungen auf ohne eine wissenschaftliche Untermauerung zu liefern. Stattdessen ist Ihr Kommentar mit Schlagwörter gepflastert. 1975 betrug der Anteil der AHV-Ausgaben am BIP 5 %. Von einem erwirtschafteten Franken gingen damals 5 Rappen an die AHV. 2014 waren es 6 Rappen. Der Anteil der AHV-Ausgaben am BIP blieb damit trotz demografischer Alterung seit 40 Jahren praktisch gleich. Bitte informieren Sie sich und seien Sie kritisch und berücksichtigen Sie den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Umlageverfahren und kapitalgedeckte Rente.
Michele D'Aloia, am 26. Juni 2017 um 19:35 Uhr
Was ich immer leicht komisch finde ist, wenn junge Leute in Irgendwelchen Interviews mit allem Ernst der Welt erklāren, dass sie wahrscheinlich dereinst keine AHV mehr erhalten wūrden. Genau dasselbe haben wir vor 50 Jahren auch gesagt! Man hat schlicht keinen Ūberblick als junger Mensch. Das ist ganz normal.
Meine Grosseltern bekamen mit etwa 70 Jahren 1948 die erste AHV-Rente. Vorher waren sie zum Teil auf Unterstützung ihrer Tōchter und Sōhne angewiesen.
Die AHV musste erstritten werden, und soweit ich mich erinnere, brauchte es dazu am Ende einen sozialdemokratischen Bundesrat. (Die machen nicht alles richtig, aber manchmal schon.)
Ruth Obrist, am 27. Juni 2017 um 22:44 Uhr
Liebe Frau Obrist, Sehen Sie, wenn man die Parlamentsdebatte um die Altersreform 2020 revue passieren lässt, stellt man fest, dass es der Branche (Banken, Versicherungen, Stifungen, Vermögensverwalter) gelungen ist medial die Diskussion so zu manipulieren das die AHV das zu behandelnde «Sorgenkind» ist. Wir leben also in einem Land, wo die Pensionskassenvertreter der Gesellschaft und der Politik ihre eigenen Regeln diktieren. Wer Geld hat kontrolliert auch die interressengeleitenden Medien. Kaum zur Debatte stand die Fehlkonstruktion 2. Säule und das ist auch keine überraschung, da die 2. Säule das Problem ist! Der «Branche» ist es gelungen, den Grossteil der Einzahlungen im Rentensystem in einem privaten kapitalgedeckten Verfahren umzuleiten, so entstehen unglaubliche Kapitalkonzentrationen in privaten Händen. Deshalb wird die AHV seit ihrer Einführung medial diffamiert und diskreditiert und die weitere Privatisierung der Altersvorsorge ein zentrales Anliegen der Branche ist. Es geht um einen gigantischen Markt mit lukrativen Gewinnmargen. Entsprechend intensiv werden Politik und öffentliche Meinung bearbeitet. Mit einem NEIN zur Altersreform 2020 besteht die Chance eine breit angelegte öffentliche Debatte um die Abschaffung der 2. Säule loszutreten und wissenschaftlich untersuchen zu lassen, ob die 2. Säule der AHV zugeführt werden kann. Die 2. Säule ist eine tickende Bombe die schnell abgewickelt werden sollte. Der nächste Schritt ist ein Eingriff in laufenden Renten.
MfG
Michele D'Aloia, am 28. Juni 2017 um 09:45 Uhr
Es ist wohl eindeutig, man kopiert vielfach nur Meinungen und denkt nicht darüber nach, ob womöglich das praktizierte System falsch sein könnte? Anders kann ich mir den Unsinn von Junge bezahlen die Renten, oder gar von fehlendem Geld nicht erklären. Der Pflichtanteil z.B. Sozialabgaben, wird zuerst zum Nettolohn addiert und gleichzeitig wieder abgezogen. Aus diesem Verwirrspiel heraus werden die Begriffe Generationsvertrag, Sozialpartnerschaft und Demografie abgeleitet und damit wird die Bevölkerung manipuliert

Voraussetzung dieser Behauptung wäre: die Jungen generieren die gesamte Wirtschaftsleistung alleine? Ist das wirklich so? Das praktizierte irreführende Leistungsabgabesystem stammt aus dem Mittelalter, in welcher die Automatisierung überschaubar war.

Richtig ist aber, dass der Aktive nur für den Rückfluss, hier Beiträge, verantwortlich gemacht wird. Dabei werden die personalintensiven Branchen belastet und die Automatisierung verschont. Die Leistungsentnahme (Konsum, Benutzung und Finanzprofit) gilt als einzig korrekter Parameter für Steuern und Soziales im Bereich Geld-, Güter- und Dienstleistungstausch. Bei zunehmender Automatisierung mit dem damit verbundenen Erwerbsabbau gibt es dafür keine Alternative, damit das bedingungslose Grundeinkommen auch die Kaufkraft der Wirtschaft selbst sichert!

Es wäre wirklich schön, wenn die Verantwortlichen für die Lösung der Zukunftsaufgaben ihr Denkvermögen mehr strapazieren würden, anstatt es nur zum Kopieren zu benutzen.
Edgar Huber, am 28. Juni 2017 um 20:30 Uhr
Was der Schweiz bevor steht, wenn sie Professor Raffelhüschen vom IFO Institut München folgt, kann man hier sehen:

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38955

oder

https://www.youtube.com/watch?v=Wnb1XaDpR2I

oder

https://www.youtube.com/watch?v=Wnb1XaDpR2I
Dieter Gabriel, am 28. Juni 2017 um 23:01 Uhr
Das Umlageverfahren entstand nach dem deutschen Überfall auf Polen in kürzester Zeit.Seine Leistungen werden sich zwangsweise immer den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes anpassen (müssen).
Die 2. Säule dagegen ist Casino pur.Die gemäss Dr. R. H. Strahm 1048 Milliarden sind ja nur virtuell vorhanden.Steigt der Leitzins wie unter Paul Volcker auf 18 %,sinkt der Handelswert der Obligationen unter die Hälfte des Nominalwerts.Anschliessend fallen die Aktien und die Immobilienwerte sinken um 70 %.Dann ist die 2 Säule klinisch tot.Kleiner Vorgeschmack:Pax senkt aktuell den Buchwert ihrer Liegenschaften um 13 %.Auf alle Schweizer Liegenschaften hochgerechnet gibt das schon 900 bis 1000 Milliarden SFr. Man lese die neuste Geldkolumne des Herrn Spieler,wer auch die Kommentare beachtet,merkt das die 2. Säule jedem die Möglichkeit gibt,mit seiner Kohle abzuschleichen.Zurück bleiben die Dummen,die den gleichgross bleibenden Moloch weiterfüttern dürfen.Gab und gibt es in der Schweizerischen Bundesversammlung tatsächlich kein Mensch,der merken will das die 26 Bananenrepubliken unterschiedliche Sätze beim Vorbezug der 2. und 3. Säule anwenden.Ich weis von Männer,die durch Wohnsitznahme im Ferienhaus nicht nur fett Steuern sparten,sondern auch gleich noch die «scheidungsunwillige» Gattin austricksten.
Andreas Willy Rothenbühler, am 29. Juni 2017 um 02:19 Uhr
@Edgar Huber, Sie schreiben Zitat:

"Anders kann ich mir den Unsinn von Junge bezahlen die Renten, oder gar von fehlendem Geld nicht erklären"
Zitat Ende.

Sie übersehen, dass es sich dabei um knallharte Interessen handelt. Das sind keine unüberlegte «Schlagwörter» Alt vs. Jung usw. Nein. Das sind gezielte und sorgfältig geplanten «inszenierte Krisenszenarien» die in der Öffentlichkeit getragenen werden. Schauen Sie sich wer (Berufsprofile) und wo (Branche) sich alles eingenistet hat. Der Einfluss ist auf die Entscheidungsträger enorm. Wir sind gerade Zeitzeugen der dramatischen Konsequenzen der Verlagerung des Gewinnstrebens von der Realwirtschaft in die Finanzwirtschaft - um nichts anderes geht es bei dem Konstrukt 2. Säule. Sie zerstört die solidarischen Grundlagen des Gemeinwesens und ist volkswirtschaftlich schädlich. Es gibt sehr viele Studien die dokumentieren (auch diese von Herr Josef Hunkeler) wie sinnlos demografische Betrachtungen sind. Stellen Sie sich vor man hätte die Gelder der 2. Säule von Anfang an der AHV zugeführt?. Haben Sie sich je gefragt, weshalb man niemals die Basisfrage stellt; nämlich die Anbindung der Renten und ihrer Finanzierung an die steigende Produktivität der CH-Wirtschaft. Kapitaleinkommen wie Dividendenzahlungen und Unternehmensgewinne müssten ebenso zur Finanzierung der AHV herangezogen werden. Bei der Altersreform geht es im Kern um Verteilungsgerechtigkeit, nicht um demografische Probleme. Die «Branche» kämpft um ihr Überleben.
Michele D'Aloia, am 29. Juni 2017 um 09:17 Uhr
Michele D'Aloia, exakt so ist es.
Die Verwaltungsgebühren in Deutschland für die gesetzliche Rente liegt bei 1,4 %.
Bei privaten Versicherungen wird 20 % berechnet ( Provisonen, Vorstandgehälter usw. ).

Zur Person Professor Raffelhüschen vom IFO Institut München, der die im Infosperber Beitrag, erwähnte «Studie» anfertigte.

siehe u.a. Wikipedia
"Die Nebentätigkeiten Raffelhüschens in der Versicherungswirtschaft haben wiederholt zu Kritik geführt, da er als Wissenschaftler die kapitalgedeckte private Altersvorsorge propagiert. So ist Raffelhüschen Mitglied im Aufsichtsrat der ERGO Versicherungsgruppe sowie der Volksbank Freiburg. Des Weiteren ist er als wissenschaftlicher Berater für die Victoria Versicherung AG in Düsseldorf tätig.

Er ist außerdem Mitglied des Vorstands der Stiftung Marktwirtschaft, wo er seit 2006 regelmäßig die Generationenbilanz herausbringt. Darüber hinaus ist er als Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft tätig. Raffelhüschen ist Beiratsmitglied der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen.

Raffelhüschen betätigt sich auch als Vortragsreisender für die private Versicherungswirtschaft, beispielsweise mit 40 Veranstaltungen der Heidelberger MLP AG im Jahre 2004 und weiteren im Jahre 2005."
Dieter Gabriel, am 29. Juni 2017 um 21:10 Uhr
Der besagte Professor Raffelhüschen, der die besagte Studie anfertigte ist laut Wikipedia
"Raffelhüschen ist Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft."

Also ein reaktionärer neoliberaler Vertreter.

Wie das neoliberale System wirkt und die Menschen für dumm verkauft, erklärt in großartiger Weise sehr anschaunlich Professor Rainer Mausfeld.

https://www.youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs
Dieter Gabriel, am 29. Juni 2017 um 21:16 Uhr
“Michele D'Aloia

"Kapitaleinkommen wie Dividendenzahlungen und Unternehmensgewinne müssten ebenso zur Finanzierung der AHV herangezogen werden»

Richtig!

Ich schrieb ja: » Die Leistungsentnahme (Konsum und Finanzprofit) gilt als einzig korrekter Parameter für Steuern und Soziales im Bereich Geld-, Güter- und Dienstleistungstausch.»

Bedeutet, weg von dem jetzigen irreführenden System von Lohnabzügen hin zu Abgaben direkt aus Konsum und Finanzoperationen. Die Sozialabgaben, wie auch der Steueranteil, werden ja im Preis einkalkuliert. In Wirklichkeit ist ja Konsument der «Zahler». Der Konsument kann alt oder jung, auch der Rentner selbst sein, für ein Geschäft spielt das überhaupt keine Rolle. Ein Geschäft könnte theoretisch auch nur Rentner als Kunden haben. Aus den Löhnen werden im heutigen System die Sozialbeiträge abgeleitet, welche vorgängig zum Nettolohn addiert wurden. Im Nettogegenwert sind sämtliche Wirtschaftsfaktoren einkalkuliert, andernfalls die Abdeckung des Lebensunterhalts und allfälliges Sparen, nicht möglich wäre!

Daraus sollte doch jedermann begreifen können, dass nicht die Jungen die Alten finanzieren, oder sind nur die Jungen Konsumenten und generieren alleine die Wirtschaftsleistung?"
Edgar Huber, am 30. Juni 2017 um 05:57 Uhr
@Edgar Huber und @Dieter Gabriel,

Ideologien wie sie von Prof. Rafellhüschen gegen Bezahlung verbreitet werden, sind leicht zu entkräften, Voraussetzung, man stellt sich dieser Herausforderung. Dieser Professor gibt seine Thesen hier zum Besten:
https://lobbypedia.de/wiki/Bernd_Raffelh%C3%BCschen

Der Neoliberalismus ist menschenverachtend. Für die Anhänger von Hayek muss sich der Mensch darauf beschränken, seinen Eigennutzen zu maximieren. Für diese Gestalten kann es keine Steuerung wirtschaftlicher Aktivitäten auf nationaler ebenso wenig wie auf globaler Ebene geben. Wirtschaftliche Tätigkeiten können nur auf der Ebene privater Aktivitäten beeinflusst werden. Wieviel private Versprechen von Finanzinstitute - ohne staatliche Garantie - wert sind, erleben wir live seit 10 Jahren. Das sind Leute, die nicht mal wissen, was ein Kredit ist, und ihn unentwegt mit einer Leihe verwechseln. Kredit heisst etwas Neues gegen Zins vorschiessen, Leihe etwas Bestehendes gegen Miete übertragen. Die österreichische Nationalökonomie ist niemals über das Studium von Marvel-Romane hinausgekommen. Wir brauchen ein deutliches NEIN zur Altersreform 2020 um überhaupt die Grundlage für ein Referendum der die Abschaffung der 2. Säule vorsieht. Nur die Umlagefinanzierte Rente ist sicher, nachhaltig, solidarisch, existenzsichernd und wirtschaftsfreundlich.
Michele D'Aloia, am 30. Juni 2017 um 09:45 Uhr
Neoliberalismus ist nicht nur menschenverachtend, er ist wirtschaftsfeindlich !

Deutschland ist Exportweltmeister mit seinen 1 Euro Jobs, prekären und befristeten Jobs sowie Werksverträgen.

Dazu Manager Maqazin !
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/deutscher-aussenhandelsueberschuss-ist-kapitalexport-und-schadet-d-a-1111265.html

"Deutschland wirtschaftet wie die Eichhörnchen
.
.
Migrations- und Eurokrise meistern wir so doch locker, wir können es uns doch leisten.

Leider ist diese Einschätzung falsch. In Wahrheit ergeht es uns wie den Eichhörnchen, die zwar fleißig Nüsse sammeln und verstecken - also sparen - diese im harten Winter dann aber nicht wiederfinden. Den Eichhörnchen mag es letztlich egal sein, ob sie alle Nüsse wiederfinden, Hauptsache sie verhungern nicht. Uns darf es nicht egal sein, weil es erhebliche politische und soziale Verwerfungen mit sich bringen wird, wenn deutlich wird, dass wir unsere Nüsse nicht mehr wiederfinden.

Außenhandelsüberschuss bedeutet Kapitalexport «
Dieter Gabriel, am 30. Juni 2017 um 17:01 Uhr
und

"und

2. Teil: Deutschland legt das Geld dumm an


Bis jetzt könnte man noch sagen, dass die Handelsüberschüsse ja nicht schlecht sind. Schließlich bauen wir Forderungen gegen das Ausland auf, die wir in den kommenden Jahrzehnten wenn bei uns die Folgen der Alterung voll durchschlagen entsprechend einlösen können um die Kosten zu tragen. Dies würde allerdings voraus setzen, dass wir das Geld ähnlich wie Länder mit Staatsfonds wie Norwegen global diversifiziert und renditestark anlegen.

Dies tun wir aber nicht. Unsere Banken und Versicherungen haben in den vergangenen Jahrzehnten unsere Ersparnisse lieber in US-Subprime und griechische Staatsanleihen investiert. Alleine in der Finanzkrise schätzt das DIW haben wir 400 bis 600 Milliarden Euro verloren - also fast den Überschuss von zwei Jahren! «
Dieter Gabriel, am 30. Juni 2017 um 17:02 Uhr
oder

http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/exportueberschuss-deutschland-weltmeister-vor-china-a-1132314.html

» Auch in Europa steht Deutschland in der Kritik

Deutschland steht in Europa ebenfalls in der Kritik. So macht der Überschuss nach den neuen Ifo-Berechnungen 8,6 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung aus, während die EU-Kommission bereits Werte von dauerhaft mehr als sechs Prozent als stabilitätsgefährdend einstuft. Deutschland reißt diese Hürde seit Jahren. Brüssel sieht darin spätestens seit der weltweiten Finanzkrise ein Ungleichgewicht: Länder mit enormen Überschüssen tragen dazu bei, dass andere Staaten sich hoch verschulden, um ihre Importe zu finanzieren."
Dieter Gabriel, am 30. Juni 2017 um 17:04 Uhr
oder

http://www.manager-magazin.de/politik/konjunktur/exportueberschuss-deutschland-wird-zum-risiko-fuer-die-welt-a-1025014.html

"Neuer Exportüberschuss-Rekord

Deutschland wird zum weltweiten Risiko"
Dieter Gabriel, am 30. Juni 2017 um 17:06 Uhr
Was meinen die Förderer des neoliberalen Systems ?

https://de.wikipedia.org/wiki/George_Soros

"Soros ist der Ansicht, dass die Deregulierung der Finanzmärkte aufgrund ihrer potenziellen Instabilität ein Fehler war, der die Finanzkrise ab 2007 ausgelöst hat. Verantwortlich für diese Maßnahme sei eine „marktfundamentalistische“ Ideologie gewesen, die seit Ronald Reagan und Margaret Thatcher zu einer beherrschenden Kraft geworden sei. Diese lasse außer Acht, dass „Finanzmärkte kein Gleichgewicht anstreben“,[29] und beruhe auf einem ähnlichen Denkfehler wie der Marxismus.[22] Es habe sich über ein Vierteljahrhundert hinweg eine „Superblase“ aufgebaut, die nun platze, erklärte er im Frühjahr 2008."

Die Blase wurde nur angepickt, der große Knall steht noch bevor !
George Soros, ein großer Förderer des neoliberalen Systems hat Angst, das seine 25 Milliarden Vermögen, zu Altpapier werden.
Dieter Gabriel, am 30. Juni 2017 um 17:09 Uhr
Agenda 2010 und Bündnis für Arbeit haben Deutschland kaputt gemacht. Dasselbe wollen einige Kreise hier in der Schweiz mit aller Macht und medialer Wucht durchsetzen. Diese sind schon auf halben Wege. Ich interessiere mich seit Jahren für Statistikmissbrauch. Es ist unfassbar was in Deutschland in den letzten 15 Jahren geschehen ist. Wie er Josef Hunkeler darlegt, sind Institutionen wie das BFS oder SECO sehr kritisch zu beleuchten. Zu Recht, wie ich finde,

Prof. Bontrup klärt auf.

https://www.youtube.com/watch?v=ZP-Miema-mA
Michele D'Aloia, am 30. Juni 2017 um 18:43 Uhr
Youtube Prof. Bontrup ist schon mal eine sehr gute Info Quelle.
siehe auch

Youtube Professor Heiner Flassbeck
"Heiner Flassbeck (* 12. Dezember 1950 in Birkenfeld) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler. Er war von 1998 bis 1999 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen und von Januar 2003 bis Ende 2012 Chef-Volkswirt (Chief of Macroeconomics and Development) bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf. Er ist neben Paul Steinhardt Herausgeber der Online-Zeitschrift Makroskop.» ( wikipedia )

Youtube Professor Rainer Mausfeld
"Rainer Mausfeld (* 22. Dezember 1949 in Iserlohn) ist ein deutscher Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel. Seine Schwerpunkte sind Wahrnehmungspsychologie und Kognitionswissenschaft."

Youtube Sahra Wagenknecht im Gespräch mit Albrecht Müller
oder nachdenkseiten.de

"Albrecht Müller (* 16. Mai 1938 in Heidelberg) ist ein deutscher Volkswirt, Publizist und ehemaliger Politiker (SPD).

Müller war Planungschef im Bundeskanzleramt unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt. Weiter war er von 1987 bis 1994 für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages und ist seit 2003 als Autor und Mitherausgeber der NachDenkSeiten tätig."

Bundestagsreden
z.B. «Griechenlandhilfen» und Veruntreuung von Steuergeld
Youtube https://www.youtube.com/watch?v=PyALwzOmSTU

Wachsender Rassismus, Rechtspopulismus wurde 98, von Dr. Gysi vorausgesetzt.
https://www.youtube.com/watch?v=x1ef0BBtuYA
Dieter Gabriel, am 01. Juli 2017 um 12:41 Uhr
Welche Auswirkungen agenda 2010, Hartz 4 und weiterer sozialer Kahlschlag, in der EU haben dazu siehe rasante Talfahrt des Brutto Inlands Produkt diverser EU Staaten.
Die EU ist nach wie vor tief in der Krise 2008/ 2009 !
Vergleiche BIP 2008 und 2016, keines der nachfolgenden Länder hat das BIP von 2008 erreicht !

Holland
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14407/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-den-niederlanden/

Belgien
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14391/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-belgien/

Polen
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14410/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-polen/

Frankreich
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14396/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-frankreich/

Italien
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14402/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-italien/

Spanien
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/19358/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-spanien/

Griechenland
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14398/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-griechenland/

Portugal
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14411/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-portugal/

Finnland
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14395/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-finnland/
Dieter Gabriel, am 01. Juli 2017 um 12:55 Uhr
Das neoliberale System hat sich als wirtschaftsfeindlich gezeigt und wird daher nicht nur von Experten wie Prof. Bontrup, Prof. Mausfeld und Prof. Bontrup kritisiert, sondern auch von Wirtschaftsliberalen wie Manager Magazin
siehe u.a.

"04.03.2015
Deutschland und die Eurokrise Zehn Gründe, warum wir die Verlierer des Euro sind «

http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/deutschland-hat-durch-den-euro-nachteile-a-1021698.html

Des Weiteren wird das neoliberale System, von seinen ehemaligen Förderern wie George Soros kritisiert, da sie jetzt kalte Füße bekommen und Angst haben, das alles Zusammengeraffte wieder verloren gibt ( siehe Zitat im Beiträge zuvor ).

Zu den Kritikern gehören auf das IWF !

http://www.rp-online.de/wirtschaft/finanzen/iwf-deutschland-muss-loehne-erhoehen-und-steuern-senken-aid-1.6821904

"Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert von Deutschland Steuerentlastungen sowie höhere Löhne und zusätzliche Investitionen."


Jetzt ist aber der Geist aus der Flasche. Seit dem Zauberlehrling in der Schule wissen wir, «die Geister die ich rief werde ich nun nicht los».

Laut Erfahrungen der Systemtheorie ist ein großer Impuls z.B. tiefe Krise wie in den 20er notwendig, damit eine Änderung ein möglich ist. Systeme haben die Eigenschaft, sich möglichst nicht zu ändern.
Techniker kennen ja auch den Satz «Never Change a running System».

Der Dialektisch Historische Materialismus lehrt dazu, nur eine Krise führt zu einer neuen Qualität.
Dieter Gabriel, am 01. Juli 2017 um 13:12 Uhr
Lieber Herr Gabriel,der dialektisch historische Materialismus ist auch nicht mehr was er einst war.In der NZZ lese ich heute vom Chefoekönom der Saxo dieselbe Leier, das es für den nächsten Aufschwung eine nette kleine Krise brauche.Aktuell wollen 60 % Prozent der Stimmberechtigten diesem Murks zustimmen.Das entspricht so der WOZ-Haltung,im ersten Teil loben sie die nette kleine Reform.Auf drei Seiten im zweiten Zeitungsteil freuen sie sich auf die Fahrt im Sonderzug nach Hamburg.Die WOZ will dabei sein,wenn der schwarze Block den Diktatoren dieser Welt ( Trump,Erdogan,Murer,Putin usw.) den Kaviar vom Teller holt.Falls die bösen Mädchen und Buben das Schaffen,spricht man in Ostermundigen nicht mehr über die fehlenden 30 Millionen im Pensionskässeli und wir müssen im Herbst über gar nichts abstimmen.
Andreas Willy Rothenbühler, am 02. Juli 2017 um 14:04 Uhr
Hört diese unsägliche Verschwörungs-Theorie-Diskussion eigentlich nicht mehr auf? Sie hat ja schon lange nichts mehr mit der Altersvorsorge zu tun. Es geht ja nur noch darum, welcher von wem gekaufte Professor warum was zu irgendetwas sagt. Klar scheint nur, dass wir in einer Welt leben in der sich alle gegen alle verschwören um irgendwelche geheimnisvollen Ziele zu erreichen. Das ist einfach nur lächerlich.
Ueli Custer, am 02. Juli 2017 um 14:13 Uhr
Lieber Herr Custer, Sie drohen mir in 16 Jahren meine AHV - Rente von monatlich 1622 SFr. wegzunehmen,wenn ich Nein zu diesem Murks sage.Das ist in meinen Augen eine Verschwörung gegen meine demokratischen Rechte.Also im Ernst,Verschwörung wäre es, wenn jemand Frau Gössi vor Ihrer Aussage über die «flüchtigen» AHV-Rentner, K-Tropfen in Bier geschüttet hätte.
Andreas Willy Rothenbühler, am 02. Juli 2017 um 14:37 Uhr
LIEBE MEINUNGSSCHREIBENDE. BITTE BETRACHTEN SIE DIESE DISKUSSION ALS ABGESCHLOSSEN. MIT FREUNDLICHEN GRÜSSEN. URS P. GASCHE, MITGLIED DER REDAKTIONSLEITUNG.
Urs P. Gasche, am 02. Juli 2017 um 15:39 Uhr

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