Abdel Azziz Qaasim Illi vom Islamischen Zentralrat will sich vom Urteil nicht distanzieren © CC

Abdel Azziz Qaasim Illi vom Islamischen Zentralrat will sich vom Urteil nicht distanzieren

Zentralrat-Sprecher Illi distanziert sich nicht

Matthias Strasser / 18. Jan 2013 - 15 Jahre Gefängnis wegen Austritts aus dem Islam in Ägypten: Schweizer Islam-Organisationen wollen das Urteil nicht kritisieren.

Letzten Sonntag hat ein Strafgericht in der oberägyptischen Stadt Biba eine 8-köpfige Familie zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie vom Islam zum Katholizismus konvertiert ist. Eine krassere Verletzung der Religionsfreiheit gibt es nicht. Trotzdem wollen sich islamische Organisationen in der Schweiz von diesem Urteil nicht distanzieren – mit Ausnahme des Forums für einen fortschrittlichen Islam (FFI).

Abweisend reagierte Abdel Azziz Qaasim Illi vom fundamentalistischen Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS). «Wir mischen uns grundsätzlich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder ein», erklärte Illi gegenüber Infosperber. In Ägypten würden «andere Gesetze und Sitten herrschen». Illi würde nur Stellung nehmen, falls ein Gericht in der Schweiz ein solches Urteil fällen würde, oder falls ein Schweizer Bürger im Ausland von einem solchen Urteil betroffen wäre. Der IZRS hat in der Vergangenheit durch eine sehr konservative Auslegung des Korans von sich reden gemacht.

Selbst bei Menschenrechtsverletzungen keine Einmischung

Auch bei der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) war keine kritische Stimme zu hören. Präsident Hisham Maizar versteckte sich hinter den Statuten der FIDS, nach denen man sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmische. Kommentare zu Vorfällen im Ausland seien «sehr schwierig» und würden den «interreligiösen Frieden gefährden». Im konkreten Fall geht es allerdings eher um den Frieden innerhalb des Islams.

Saïda Keller-Messahli, Gründerin und Präsidentin des liberalen Forums für einen fortschrittlichen Islam (FFI), antwortete auf die Anfrage wie folgt: «Das Urteil ist empörend und darf nicht hingenommen werden. Hier handelt es sich um eine menschenverachtende Praxis der Islamisten. Wenn man bedenkt, dass die Frau vor ihrer Heirat schon Christin war und wahrscheinlich zum Islam konvertieren MUSSTE, weil ihr Mann Muslim war - was in den allermeisten Fällen von muslimischen Männern von der Frau verlangt wird - so entlarvt das Urteil die Willkür von islamistischen Richtern. – Auch dass die Strafe auf die sieben Kinder und die sieben Beamte ausgeweitet wurde, zeigt, wie unwürdig die Auswirkungen einer religiös verfärbten Justiz sein können: Eine Missachtung jeglicher Menschenrechte, u.a. eine inexistente Religionsfreiheit, ein Ablehnen von gesellschaftlicher Pluralität und auch ein totalitäres Verständnis von Staat, dem erlaubt wird, in die intimsten Sphären des Individuums vorzudringen.»

---

WAS INFOSPERBER AM 14. JANUAR BERICHTETE:

Nadia Mohamed Ali, Mutter von sieben Kindern, war nach Information der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ursprünglich Christin und konvertierte vor 23 Jahren zum Islam. Nach dem Tod ihres 1991 verstorbenen Mannes wollte sie wieder zum Christentum zurückzukehren. In den Jahren 2004 bis 2006 halfen ihr sieben Beamte, ihren Namen und ihre Religionszugehörigkeit der gesamten Familie in den amtlichen Dokumenten anzupassen.

Das arabischen Nachrichtenportals Moheet meldete, dass gleichzeitig sieben Beamte zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurden: Nabil Adly Hana, Ayad Naguib Ayad, Hany Bebawy Reyad, Amgad Awad Bebawy, Shehata Wahba Ghobrial, Mohamed Oweis Abdel-Gawad und Mohamed Abdel-Fatah El-Berawy hatten geholfen, die neuen christlichen Namen der Familienmitglieder in deren Geburtsurkunden zu ändern und neue ID-Karten zu erstellen.

«De facto kein Recht auf Religionsfreiheit»

Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte IGFM seien in Ägypten die Religionen Islam, Christentum und Judentum zwar erlaubt, verboten dagegen seien alle andern Religionen und auch die Religionslosigkeit.

Doch durch die Anfeindungen von Islamisten sei die früher grosse und bedeutende jüdische Gemeinde in Ägypten kaum mehr existent. Die alteingesessene Minderheit der Bahai sei ganz offiziell verboten und insbesondere Konvertiten vom Islam zum Christentum müssten Verhaftungen, Misshandlungen und sogar mit ihrer Ermordung rechnen, erklärt die IGFM.

Menschenrechtsvertreter werfen der Regierung Mursi vor, Menschenrechtsverträge zu verletzen.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Ähnliche Artikel dank Ihrer Spende

Möchten Sie weitere solche Beiträge lesen? Ihre Spende macht es möglich:

Mit Kreditkarte oder Paypal - oder direkt aufs Spendenkonto für Stiftung SSUI, Jurablickstr. 69, 3095 Spiegel BE
IBAN CH0309000000604575581 (SSUI)
BIC/SWIFT POFICHBEXXX, Clearing: 09000

Ihre Spenden können Sie bei den Steuern abziehen.

Einzahlungsschein anfordern: kontakt@infosperber.ch (Postadresse angeben!)

17 Meinungen

Wenn sich diese Leute nicht distanzieren, dann sind sie eben für solche Zwänge und drastischen Strafen. Das Schweizervolk hat (leider) Minarette verboten, aber damit kein einziges Problem gelöst. Gewalt im Namen einer Religion ist immer deren Missbrauch, vielleicht ist der Islam eine Ausnahme, da der Prophet selbst schon Gewalt gepredigt haben soll :-(
Urs Lachenmeier, am 18. Januar 2013 um 12:23 Uhr
Alle Relligionen, welche in Ihren Anweisungen und Geboten Aufforderungen zur Gewalt haben, es sei denn es wäre Notwehr, gehören solange verboten bis diese Gebote, Anweisungen und Gesetze der jeweiligen Relligionen aus ihren Gesetzesbüchern entfernt wurden. Ebenso zu verfahren wäre mit dem Absolutheitsanspruch, die einzig wahre Relligion zu sein, und mit der verbalen und emotionalen Gewalt von Höllenandrohung, oder das in Aussicht stellen von Belohnungen, wer nicht dies oder das Glauben, tun oder lassen würde. Denn dies wäre verbale und emotionale Gewalt. Relligionen haben dem Frieden und der Gerechtigkeit, also Gott zu dienen, und nicht der Gewalt, egal ob diese verbal oder tätlich ist. Die einzige Ausnahme wäre die Notwehr, aber Notwehr nenne ich nicht Gewalt, sondern wie Marshall Rosenberg sagt: Schützende Macht, um die Sicherheit aller Beteiligten wieder her zu stellen, so dass wieder Gespräche stattfinden können. Beatus Gubler Projekt streetwork.ch Basel
Beatus Gubler, am 18. Januar 2013 um 12:55 Uhr
Wieso soll von Muslimen erwartet werden, dass sie sich für jeden Vorfall in der weiten Welt distanzieren? Sind Muslime etwa andere Menschen als alle andern? Wenn in China ein Sack Reis umfällt, erwartet auch niemand von einem Vegetarier, dass er sich davon im Hinblick auf das Hungertod von Millionen Menschen distanziert. Ausserdem schwatzt Illi nicht mal für eine Minderheit der Musliminnen und Muslimen in der Schweiz, weil diejenigen, die die Mehrheit der Muslime in der Schweiz ausmachen, noch nie einen Funken Aufmerksamkeit an solche Kreise verschwendeten - die allermeisten fallen niemandem auf, weil sie echte Schweizer sind. Als solche kann auch niemand von ihnen ersthaft verlangen, jetzt doch bitte mal anders als alle andern zu sein, damit sie gefälligst mit Anfragen zu Stellungnahmen und Distanzierungsvorschlägen zu Ereignissen aus der ganzen Welt der Kuriositäten und Belanglosigkeiten eingedeckt werden können. Wo kämen wir denn hin, wenn wir keine Feindbilder mehr hätten?
Marco Rohner, am 18. Januar 2013 um 17:56 Uhr
Wer Religionen verbieten will, die Gewalt predigen, sollte die Bibel lesen, denn
leider ist das alte Testament genau so voll von Aufrufen zur Gewalt.
Dass sich der Zentralrat nicht distanziert ist klar und das kann man auch nicht erwarten, denn sie nehmen den Islam sehr sehr ernst.
peter adler, am 18. Januar 2013 um 18:01 Uhr
@Marco Rohner
Ihr Vergleich von Menschen, die 8 Jahre Kerker fassen zu einem Sack Reis zeugt von erschreckender Gefühlskälte. Der Zusammenhang der Religionsgesetze Ägyptens hat sehr wohl einen Bezug zu Vertretern dieser menschenverachtenden Doktrin in unsrem Lande! Es interessiert öffentlich, wohin diese Leute alle «Ungläubigen» führen möchten. Hat denn der Barmherzige Allah nicht allen Menschen einen Verstand geschenkt, auf dass sie diesen verantwortungsvoll benützen mögen?
Ich hoffe, Sie werden sich der Bedeutung der Religions- und Gewissensfreiheit noch bewusst, ohne dass Sie diese Unfreiheit selbst im Kerker erleben müssen!
Urs Lachenmeier, am 19. Januar 2013 um 16:02 Uhr
@Peter Adler
".... denn sie nehmen den Islam sehr sehr ernst.»
- und andere Muslime nicht?
Man kann die Bibel wie den Koran selektiv lesen. Was heisst «ernst nehmen"? Sie meinen damit, das Beschränkende zu beachten und das Befreiende zu ignorieren?
Abraham hätte angeblich seinen Sohn opfern/töten sollen... dies steht klar im Gegensatz zu einer unbegrenzt liebenden Göttlichkeit, welche alle monotheistischen Lehren vertreten!
Wahrscheinlich wollte Abraham seine Leuten mit dieser drastischen Geschichte belehren, dass es überhaupt keine Menschenopfer brauche. Der nächste Schritt ist die Lehre, dass es auch keine Tieropfer braucht, Barmherzigkeit will ich nicht Opfer! (Hosea 6.6). Die Erkenntnis komme durchs Herz, hat jener Prophet auch noch gesagt. Jesus, der dem Menschen immer die freie Entscheidung überliess hatte Hosea zitiert, er, der auch sagte, das Himmelreich ist IN EUCH.
Es gibt mehr Erhebendes, weshalb wird das Bedrückende so überstark kolportiert? Widersprüche, Manipulation, Interpretation...
Wir haben die Freiheit!
Urs Lachenmeier, am 19. Januar 2013 um 16:51 Uhr
@Urs Lachenmeier: Bitten sie doch den Bundesrat um eine Stellungnahme und evtl. Distanzierung, falls es ihnen wirklich um mehr als die Einschränkung der Religionsfreiheit in unserem Land geht. Meines Wissens sind aber die Ägypter immer noch selbständig in ihrer Rechtsauslegung und Schweizer Muslime frei in ihrer Religionswahl ohne bedingingslose Distanzierungspflicht von irgendetwas, sei es Mord oder ein Sack Reis. Und wegen gefühlskalt": sie müssten mir vielleicht noch erklären, wie sie die Temperatur von Gefühlen messen können und was das für bedeuten soll.
Marco Rohner, am 19. Januar 2013 um 18:29 Uhr
Es gibt natürlich bei uns keine Distanzierungspflicht, weder fallende Reissäcke noch Morde betreffend. Dass aber eine religiöse oder politische Gruppierung bei uns die Chance einer klaren Stellungnahme scheut, finde ich dubios und feig. Dass Schweizer Muslime UND Muslime in der Schweiz die Religionsfreiheit mindestens von Staates wegen geniessen dürfen ist ein Verdienst der Aufklärung und mit nichten ein Verdienst von religiösen Fanatikern. Sie brüsten sich mit der Freiheit der Muslime bei uns und finden es nicht erwähnenswert, wenn Menschen wegen ihrer religiösen Konversion in Ägypten 8 Jahre in den Knast müssen? Das eben empfinde ich - milde benannt - als Gefühlskälte. Das messen der Temperatur, wenn ich Ihnen auf die Sprünge helfen kann - es geht ums mitfühlen, fehlende Empathie ist kalt. Prediger aller Gattungen können überzeugen, aber nicht zwingen, schon gar nicht mit Kerker oder noch Schlimmerem sanktionieren! Es darf doch jeder Mensch seine eigene Religiosität oder auch gar keine leben, ohne dass er durch die Gesellschaft benachteiligt wird. Sind Sie anderer Meinung? Den Bunderat brauche ich übrigens nicht um eine Stellungnahme bitten, er hat das halten der Verfassung gelobigt. Konnte ich Ihre beiden Fragen schlüssig beantworten?
Urs Lachenmeier, am 19. Januar 2013 um 23:59 Uhr
Nur Gefängnis von irgendwelchen Leuten in Ägypten steht in keinem Verhältnis gegenüber den Schaumschlägern, zu denen sich Infosperber und sie sich offenbar gesellen, die Konfrontationen anzetteln und Distanzierungen von offensichtlich Unschuldigen verlangen, um hier bei uns die Religions- und Meinungsfreiheit zu torpedieren. Dieser Konsequenz muss man sich bewusst sein. Sie dürfen diese falsche Toleranz ablegen, mit der sie den Musliminnen und Muslimen in der Schweiz einen besonders miesen Teil des ägyptischen Kulturverständnisses unterstellen, resp. dieses Verhalten verteidigen. Das ist zutiefst unfair, intolerant und falsch, weil Kultur und Religion zwei verschiedene Dinge sind. Hier sind alle gleich vor dem Gesetz. Unsere Muslime hier als einzige anders zu Behandeln, würde voraussetzen, dass wir den eingewanderten Muslimen hierzulande nicht nur die Integrationsfähigkeit aberkennen, trotzdem es viele gute Bespiele und Beweise für das Gegenteil gibt. Nein. Es würde allen Schweizer Bürgern die Religionsfreiheit absprechen, weil sie als Muslime keine normalen Menschen wie alle anderen sein dürften. Wer will schon ständig für Verbrechen beschuldigt werden, mit denen er oder sie gar nichts zu tun hat? Und als Verbrechen und grober Missstand sind die Vorfälle, die im Artikel geschildert werden, doch für jeden hierzulande selbstverständlich? Geschah nichts wichtigeres? Vielleicht sollte hier mal die Religion an sich und die Interpretation des Korans in Bezug auf Schweizer, resp. Europäische, aufgeklärte Bürger und Gläubige thematisiert werden, anstatt mit Stammtischparolen die Schweizer Werte zu hintergraben.
Marco Rohner, am 20. Januar 2013 um 01:17 Uhr
Todesstrafe auf Gotteslästerung auch in Europa.

Diese Ansicht vertritt der evangelisch-reformierte «Heidelberger Katechismus» vom Jahre 1563! Dieses Werk habe heute noch seine Gültigkeit.... mit Ausnahme von Art Nr. 100:
Frage:
"Ist es denn eine so schwere Sünde, Gottes Namen mit Schwören und Fluchen zu lästern, dass Gott auch über die zürnt, die nicht alles tun, um es zu verhindern?
Antwort: Ja;
3. Mose 5, 1 - denn es gibt keine Sünde, die größer ist und Gott heftiger erzürnt, als die Lästerung seines Namens. Darum hat er auch befohlen, sie mit dem Tode zu bestrafen. 3. Mose 24, 15-16»

Glücklicherweise fällt es den heutigen Theologen nicht allzuschwer, diese Doktrin abzulehnen. Wenn nun ein zeitgenössischer Theologe zu diesem Artikel Nr. 100 eine Meinungsäusserung verweigerte, wäre der logische und fatale Schluss, dass er die Todestrafe aufs fluchen gutheissen würde.

Gott dem allgütigen eine solch zürnende Intoleranz zu unterstellen wäre gewiss eine noch viel grössere Verfehlung als ein unbedachter Fluch!

Zur Formulierung gibt es Fragen: welche Taten und Untaten sublimierten wohl die Auroren unter «...alles tun, um es zu verhindern?» ALLES??? Also einen Fluchenden töten, am besten bevor er flucht, oder vielleicht fluchen könnte...?
Gut, können wir Menschen lernen! Es ist zu begrüssen wenn sich Schläger zu Schaumschlägern entwickeln....
Urs Lachenmeier, am 20. Januar 2013 um 20:10 Uhr
Einen reichen Fundus von Stellungnahmen finden sie hier: der Gesellschaft Schweiz - Islamische Welt http://www.gsiw.ch/ oder bspw. islamheute.ch

Themenbezogene Stellungnahmen von 2009 und 2006:

Verein Aargauer Muslime unterstützt Religion in Freiheit und Würde (2009)
http://aargauermuslime.ch/vam/index.php?option=com_content&view=article&id=87:vam-unterstuetzt-religion-in-freiheit-und-wuerde&catid=41:stellungnahmen&Itemid=72

Regierungsrat: «Muslime sind keine Gefahr für den Rechtsstaat» (2006)
http://aargauermuslime.ch/vam/index.php?option=com_content&view=article&id=81:keine-gefahr-fuer-den-rechtsstaat&catid=41:stellungnahmen&Itemid=72
Marco Rohner, am 21. Januar 2013 um 09:21 Uhr
Habe in «Rohner's reichem Fundus» gsiw.ch gelesen beim Link «Die Antworten des Islam» http://www.islamheute.ch/Asad_Antworten.pdf
Die Glaubens- und Gewissensfreiheit kommt nur in der Frage des Gelehrten vor. In der Antwort gibt es keine Freiheit, nur Zwang!

4. Religion und Gesellschaft
Vierundzwanzigste Frage:
Ist es die Pflicht des Staates, die Glaubens- und Gewissensfreiheit jedes Einzelnen zu garantieren – oder sollte der Staat säkular bleiben – das heißt, distanziert gegenüber allen Aspekten religiösen Lebens – und die Pflicht, in allen religiösen Fragen das Aufsichts- und Erziehungsrecht zu behalten, einfach an die bestehenden religiösen Gemeinschaften delegieren?
Antwort:
Im islamischen Gesellschaftskonzept ist aus dem einfachen Grund kein Platz für einen «säkularen» Staat, weil der Islam keine Trennung zwischen den Bereichen «religiösen» und «weltlichen» Lebens gelten lässt. Daher erachtet der Islam es als eine Pflicht des Staates, die religiöse Erziehung seiner Bürger stets im Auge zu behalten. In den öffentlichen Schulen eines mehrheitlich von Muslimen bewohnten Staates, sollte daher die religiöse Unterweisung für alle Schüler obligatorischer Bestand-
teil des Curriculums sein; und da der Islamische Staat verpflichtet ist, alle kulturellen Belange aller Bürger, was auch immer ihr Glaube sei, zu garantieren und zu beschützen, müssen die selben Möglichkeiten auch den nichtmuslimischen Gemeinschaften offen stehen. Was nun den religiösen
Unterricht nichtmuslimischer Schüler in öffentlichen Schulen betrifft, ist das Recht und die Pflicht zu dessen Führung den Leitern der betroffenen Gemeinschaften zu überlassen.

Zwang, Zwang und immer Zwang
Dabei gäbe es laut Sure 18:29 und 2:256 offensichtlich diese Freiheit!
http://www.islam-info.ch/de/Glaubensfreiheit_im_Islam.htm
http://christineschirrmacher.info/archives/135
Urs Lachenmeier, am 22. Januar 2013 um 10:00 Uhr
Danke für das Teilen dieses Auszug aus Asads Antworten. Das erinnert mich daran, das ganze Dokument zu lesen. Ihre Bemerkungen zeigen mir aber auch klar, dass sie nicht bereit sind, diese Weisheit zu verstehen.
Marco Rohner, am 22. Januar 2013 um 10:37 Uhr
Felix Rothenbühler hat recht: Warum reden wir überhaupt noch über das Würstchen Patrik Illi aus Schaffhausen? Diese Nullnummer darf nicht auch noch im infosperber eine Plattform bekommen.

Diese Diskussion hier kann nur in der politisch ach so korrekten Schweiz oder im harmonieverliebten Nachkriegs-Deutschland passieren. Wir glauben hierzulande tatsächlich, die Lösung für die grossen Probleme der Islamischen Welt herbeiführen zu können. Wir wissen nicht mal, ob es am Gotthard ein zweites Loch braucht, aber in der grossen Weltpolitik einen auf dicke Hose machen. Lächerlich. Unser scheinheiliges Betroffensein sollten wir unserem Sinn für die Realität opfern. Auch im Interesse der Muselmanen.
Religionsfreiheit ist in der Schweiz solange OK, wie sie das Wohl der Allgemeinheit nicht negativ beeinflusst.
Wie das Christentum, beruht auch der Islam auf Repression. Mit allerdings drastischen Kollektivstrafen schützen sich die Islamistischen Eliten vor unliebsamer Kritik. Erfolgreich, seit vielen hundert Jahren. Ich arbeitete lange genug in Saudiarabien und wusste, dass ich mich pennibel an ihre Regeln halten mustes. Sonst Kopf ab! Jeden Donnerstag öffentlich, in Jeddah.
Dass diese Leute in Ägypten in den Knast müssen, haben sie ja annehmen müssen. Sie haben viel riskiert und leider verloren. Dass wir aber weiterhin billigen Urlaub mit Egypt Air in Sharm el Sheikh und Hurghada machen, zeugt von unserem Zynismus.

Der Islam wird erst dann wiederauf ein vernünftiges Mass zurückgestutz, wenn die USA mehr Öl produzieren, als die OPEC.... und das wird sehr bald sein!
Um das zu realisieren muss man dafür allerdings andere Quellen lesen als unsere rührigen, lokalen Mainstream Blätter.

Gruss aus Brasilien
Renato Stiefenhofer
Renato Stiefenhofer, am 23. Januar 2013 um 02:27 Uhr
es geht nicht nur um das «Würstchen"... Menschen die ihre Weisheiten andern mit Gewalt, Tod und Verderben aufzwingen möchten sind je nach Macht, die sie haben bestimmt keine harmlosen Würste. Weisheit, die nur durch Zwang verbreitet werden kann, ist garantiert keine Weisheit.

Keine (zynischen) Ferien in totalitären Staaten, einverstanden. Arbeiten für menschenverachtende Herrscher soll hingegen normal sein, Herr Stiefenhofer?
Für einmal dürfen wir auf den Bundesrat ein wenig stolz sein, er hat wenigstens das Waffengeschäft mit Saudiarabien gestoppt.
Urs Lachenmeier, am 24. Januar 2013 um 14:22 Uhr
@Urs Lachenmeier:

Man muss Typen wie Konvertit und Internetfreak Patric Illi als Würstchen behandeln, sie aber als gefährlich einstufen. Und dann so schnell wie möglich einbuchten.

Ich habe in Saudi Arabien für eine isländische Firma, mit amerikanischen Copiloten und skandinavischen Stewardessen, auf einem Flugzeug der Lufthansa, über eine irische Firma, arabische Passagiere in Middle East herumgeflogen. Letztlich natürlich für den Sultan gearbeitet, stimmt.

Dass der BR das Waffengeschäft gestoppt hat, ist richtig. Wichtig in diesem Zusammenhang; Pilatus PC-21 Trainingsflugzeuge sind keine Waffen. Das wird oft verwechselt, denn jedes Flugzeug könnte mit Waffen bestückt werden, auch ein Airbus oder eine Piper. Die PC-21 dient ausschliesslich dem Training..

Gruss Renato Stiefenhofer
Renato Stiefenhofer, am 24. Januar 2013 um 15:30 Uhr
Firmen welche Fremdenlegionsmässig arbeiten, also Gewalt im Auftrag von Drittregierungen gegen andere Länder ausüben, werden wohl bald verboten sein in der Schweiz. Das ist gut so. Der Staat hat das Gewaltmonopol. Aber sobald es um Religionen geht, sieht es plötzlich anders aus. Übrigens haben heute Religionen meistens nichts mehr mit wahrem Glauben und Spiritualität zu tun, sondern sie sind politische Geldproduzenten und Interessengemeinschaften geworden, welche sich den Mantel der Religion umgestülpt haben, ein Versuch der wachsenden Oligarchie gegenüber zu treten, als Überlebensstrategie sozusagen. Dennoch, jede Religion welche sich nicht klipp und klar vor jeder Form von Gewalt distanziert, auch von emotionaler Gewalt wie Absolutheitsansprüchen und dergleichen, gehört verboten. Und dies solange, bis sie all den Gewaltgerümpel in ihren Büchern gestrichen haben, sich offiziell entschuldigt haben bei ihren Opfern, Wiedergutmachung geleistet haben, und sich Offiziell, auch in den Medien, zur absoluten Gewaltfreiheit bekannt haben. Die einzige Ausnahme stellt die an die jeweilige Situation angemessene Notwehr dar, welche vom Staat definiert und deren Regeln vom Staat vorgegeben werden müssen. 60 Millionen Religionstote, dazu kommen noch 180 Millionen Verkrüppelte und Verstümmelte hinzu, und das in 2000 Jahren, von der Verbrennung bis zur Steinigung Andersdenkender, angeblicher Hexen oder Homosexueller, sind genug. Es reicht. Jeder in diesem Land hat von diesen destruktiven leiderzeugenden ausbeuterischen Systemen die Nase gestrichen voll. Genau so wie von einigen Bundesräten welche eigentlich Firmeninteressen vertreten, statt unsere ehemaligen guten Werte wie Gerechtigkeit und Brüderlichkeit. Bei diesen heisst die neue versteckte Religion Lobbyismus, und ihr Gott ist das schnelle Geld. Schnell absahnen und dann abhauen und sich ein schönes Leben machen. Die Schweiz existiert ja bald nur noch auf dem Papier, wird schon bald übernommen sein von den 300 reichsten Firmen der Welt, welche zum Teil über Leichen gehen. Sie werden irgendwann alle den Preis bezahlen für ihr Verhalten, der soziale Frieden hängt nur noch an einem seidenen Faden. Organisationen wie Occupy, Avaaz.org, Iniative Grundeinkommen, Mut zum Aufbruch, u.s.w. Die wachsende Bildung des Volkes, jenseits der Zensur von Reuters, werden Kräfte in Bewegung setzen, von denen nicht mal Herr Ospel oder Herr Blocher zu träumen gewagt hätten. Was mir aber weh tut, sind die vielen Unschuldigen, in die Irre verführten, das Kanonenfutter sozusagen, welche für die einen sowie für die Anderen ihr Leben verlieren, zu Kranken oder zu Krüppel werden. Diejenigen welche ein Leben in Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Brüderlichkeit, jenseits von faulen Kompromissen Lösungen suchend, sich bemühen dem Frieden und dem Wohle aller zu dienen. Irgendwann ist der Zenith überschritten, die Geschichte lehrt es uns, und das Volk demontiert dann das was das Volk kaputt macht. Denn so kann es nicht weiter gehen. Von 5 leiden 3 an Existenzangst, unser Land gehört zu denen mit den höchsten Selbstmordraten, die Psychiater sind überlastet und ausgebucht, in Spitälern werden Patienten nach abkassieren der Fallpauschale blutig nach Hause geschickt, die ersten Toten haben wir schon zu beklagen.
Beatus Gubler, am 24. Januar 2013 um 17:05 Uhr

Ihre Meinung

Loggen Sie sich ein. Wir gestatten keine Meinungseinträge anonymer User. Hier können Sie sich registrieren.
Sollten Sie ihr Passwort vergessen haben, können Sie es neu anfordern. Meinungen schalten wir neu 9 Stunden nach Erhalt online, damit wir Zeit haben, deren Sachlichkeit zu prüfen. Wir folgen damit einer Empfehlung des Presserats. Die Redaktion behält sich vor, Beiträge, welche andere Personen, Institutionen oder Unternehmen beleidigen oder unnötig herabsetzen, oder sich nicht auf den Inhalt des betreffenden Beitrags beziehen, zu kürzen, nicht zu veröffentlichen oder zu entfernen. Über Entscheide der Redaktion können wir keine Korrespondenz führen. Zwei Meinungseinträge unmittelbar hintereinander sind nicht erlaubt.