Maulkorb für Hochschulprofessoren, die Israel kritisiert haben (Symbolbild) © Rubikon

Maulkorb für Hochschulprofessoren, die Israel kritisiert haben (Symbolbild)

Sie kritisierten Israel – und wurden gefeuert

Christian Müller / 13. Dez 2018 - Die Israel-Lobby versucht weltweit, Kritik an Israel mit der Antisemitismus-Keule zu verhindern – mit Erfolg. Auch in der Schweiz?

Ende November hat in den USA der Fernsehsender CNN den bisher regelmässig auftretenden Polit-Kommentator Marc Lamont Hill, einen Politologie-Professor, innerhalb von 24 Stunden gefeuert, nachdem dieser in seiner TV-Kolumne die israelische Besatzungspolitik kritisiert und mehr Rechte für die Palästinenser gefordert hatte.

An der Universität Sidney in Australien wurde nach 20jähriger Dozententätigkeit Tim Anderson gefeuert und mit Hausverbot belegt, nachdem er das israelische Vorgehen gegen Gaza kritisiert hatte.

Auch in Zürich läuft es mittlerweile so, wie Deutschland es schon gewohnt ist: Wer ein Versammlungslokal reserviert hat für eine Veranstaltung, an der ein Kritiker der israelischen Besatzungs-Politik auftritt, erhält noch vor der Veranstaltung den Bescheid, dass die Reservation annulliert wurde, weil man erfahren habe, was sich da abspielen soll. Interveniert hat da zum Beispiel die Israel-Lobby-Agentur Audiatur, die immer präsent ist, wenn es darum geht, Kritik an der israelischen Besatzungs-Politik als verfehlt darzustellen oder besser noch zu verhindern.

Moshe Zuckermann: Kritik muss sein

Infosperber hat im Oktober darauf aufmerksam gemacht, wie die Israel-Lobby mit Erfolg daran arbeitet, Kritik an der israelischen Politik als Antisemitismus zu brandmarken und nach Möglichkeit zu verhindern. Was aber tun, um informiert zu sein, trotz der überhandnehmenden Maulkorb-Politik vieler mutloser Medien?

Es gibt Möglichkeiten. Zu empfehlen ist, die Kommentare zu lesen, die von Juden zu diesen Ereignissen geschrieben wurden, sofern man von den Ereignissen überhaupt erfahren hat. Oder man kann die Nachrichten und Kommentare lesen, die in jüdischen Publikationen veröffentlicht werden. Im Fall des von CNN gefeuerten Politologen zum Beispiel konkret den Kommentar von Gideon Levy auf Haaretz. Oder die Berichte der US-amerikanischen Vereinigung «Jewish Voice for Peace», zu deren Mitgliedern auch die kanadische Bestseller-Autorin Naomi Klein gehört (die ihrerseits, zum Beispiel von der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit», des Antisemitismus' bezichtigt wird, obwohl sie selber Jüdin ist). Oder die fast täglichen Berichte auf der Plattform Mondoweiss, die ebenfalls von US-amerikanischen Juden betrieben wird.

Dass diese Leute dann von der Israel-Lobby ebenfalls als Antisemiten, als Selbsthasser und Nestbeschmutzer verunglimpft werden, ist zwar bekannt – man lese das Buch von Moshe Zuckermann, siehe oben – , es darf uns aber nicht davon abhalten, sie zu lesen.

Zurück in die Schweiz

Und eben, auch in der Schweiz ist es nicht einfach, die Besatzungspolitik Israels zu kritisieren, wenn selbst der Israel-Korrespondent der NZZ, Ulrich Schmid, auf Audiatur online antiisraelischer Parteinahme für die Palästinenser bezichtigt wird.

Eine durchaus empfehlenswerte Informationsquelle ist die Gesellschaft Schweiz-Palästina, die allerdings – gemäss Zweck der Vereinigung – einseitig die Interessen der Palästinenser wahrnimmt. Sie veranstaltet aber immer wieder Informationsabende, an denen bekannte Israelis auftreten, die sich für ein besseres Los der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten engagieren.

Vor allem aber gibt es die «Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina». Sie hat gerade in den letzten Tagen eine wichtige Entscheidung gefällt: Nach intensiver Abwägung dafür und dawider empfiehlt sie den Schweizer Behörden, die neue Definition von «Antisemitismus», in der auch Kritik an Israel als «antisemitisch» enthalten ist, nicht zu übernehmen, im Gegensatz etwa zu Österreich oder Grossbritannien. Zur ganzen Stellungnahme hier anklicken. Wörtlich zitiert seien hier der erste und die beiden letzten Abschnitte der Erklärung:

«Stellungnahme und Appell zur fragwürdigen IHRA-Definition zum Antisemitismus»

«Worum geht es? Die ‹International Holocaust Remembrance Alliance› (IHRA) hat 2016 eine Definition von Antisemitismus formuliert, die bisher von folgenden Ländern und Städten als offizielle Definition übernommen wurde: Grossbritannien, Israel, Österreich, Schottland, Rumänien, London, Deutschland, Bulgarien, Litauen und Mazedonien. Am 1. Juni 2017 hat das Europäische Parlament eine Resolution veröffentlicht, in der sie ihre Mitgliedstaaten dazu aufruft, die IHRA-Definition von Antisemitismus aufzunehmen und anzuwenden.»

«Schlussfolgerungen und Appell an die offizielle Schweiz»

«Wir nehmen als jüdische zivilgesellschaftliche Organisation Stellung, weil uns die Frage etwas angeht, was legitime Kritik an israelischer Politik ist und wo sie antisemitisch begründet sein könnte. Weil wir Partei nehmen für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina und selber mit dem Antisemitismus-Vorwurf, resp. dem Vorwurf des «jüdischen Selbsthasses» konfrontiert sind. Weil wir für den Erhalt der demokratischen Prinzipien und Praxis einstehen und wir den eingeschränkten Raum für zivilgesellschaftliche Aktivitäten nicht hinnehmen wollen.

Es ist die Aufgabe der offiziellen Schweiz gegen jeglichen Antisemitismus als Feindschaft und Hass gegen jüdische Menschen, weil sie jüdisch sind, aktiv vorzugehen. Wir appellieren aber auch an die Schweizer Regierung, den zivilgesellschaftlichen Raum für Organisationen und Personen, die die israelische Politik kritisieren, nicht einzuschränken. Wir fordern sie auf, wo immer auf Grund von Ideologien gewaltfreie Kritik an der israelischen Politik behindert wird, dies zu problematisieren und sich öffentlich und aktiv dagegen einzusetzen. Dazu gehören auch die Fälle von Instrumentalisierung der IHRA-Definition, um missliebige aber legitime Kritik an der israelischen Politik als antisemitisch zu delegitimieren und letztlich zu verunmöglichen.»

Zürich, 25. November 2018
Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina, jvjp.ch,
8000 Zürich;
www.jvjp.ch

Es sind also nicht «die» Juden, die Kritik an Israel verhindern wollen, es ist die Regierung Netanyahu und es ist die Israel-Lobby, die, Menschenrechte hin oder her, diese Maulkorb-Politik betreiben – im Interesse der Politik Netanyahus und seiner Anhänger in Israel und in den USA.

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Nachtrag vom 13. Dezember 2018, 15 Uhr

Infosperber-Autor Andreas Zumach kennt zum Thema «Antisemitismus-Definition der IHRA» zusätzliche Details. Er schreibt uns, mit der Erlaubnis zur Veröffentlichung:

«Leider weist die "jüdische Stimme" in ihrer Stellungnahme nicht darauf hin, dass der als angebliche "Arbeitsdefintion der IHRA" verbreitete Text, der inzwischen vom EU-Parlament und von zehn Staaten als offizielle Definition von Antisemitismus übernommen worden ist (nämlich zwei Sätze mit insgesamt 40 Wörtern von "Antisemitismus ist .... religiöse Einrichtungen." sowie nachfolgende "Beispiele für Erscheinungsformen von Antisemitismus" und 11 weitere "Aktuelle Beispiele von Antisemitismus") das Ergebnis einer Manipulation ist. Die IHRA hat auf ihrer Plenumstagung am 26. Mai 2016 in Bukarest ausschliesslich die ersten 40 Wörter von "Antisemitismus ist... religiöse Einrichtungen" als Definition verabschiedet, nicht aber die nachfolgenden Beispiele, in denen dann ja erst die Rede ist von "israelbezogenem Antisemitismus". Das hat das Büro der IHRA in Berlin auf Nachfrage ausdrücklich klargestellt und bestätigt.

Allerdings wurde am Tag nach dem Bukarester Beschluss der IHRA der gesamte Text (die 40 Wörter der beschlossenen Definition eingerahmt und nachfolgend die Beispiele) in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Dadurch wurde der falsche Eindruck erweckt, die IHRA-Tagung habe den gesamten Text als Arbeitsdefinition für Antisemitismus beschlossen.

Die nicht von der IHRA beschlossenen, aber in der Presseerklärung von Bukarest dennoch verbreiteten "Beispiele" stammen fast wortgleich aus einer "Arbeitsdefinition Antisemitismus", die im Jahr 2003 entwickelt wurde von der 1997 durch die EU geschaffenen "Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" (EUMC) mit Sitz in Wien. Die sogenannte “EUMC-Arbeitsdefinition” wurde aber von der EU nie übernommen. Im Jahr 2007 wurde die EUMC geschlossen und durch die EU-Grundrechteagentur (FRA) ersetzt. Ein Dokument mit dem Titel “EUMC Working Definition of Antisemitism” wurde 2013 von der Website der FRA entfernt; die FRA erklärte, dass es nie als eine gültige Antisemitismus-Definition angesehen worden sei, der FRA keine offizielle EU-Definition von Antisemitismus bekannt sei und dass das Dokument im Zuge einer Aufräumaktion von nicht-offiziellen Dokumenten entfernt worden sei.»

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Zur gleichen Thematik gibt es auch ein interessantes Dokument aus den USA, ein Text von Kenneth S. Stern, Executive Director «Justus & Karin Rosenberg Foundation». Es kann unten an diesem Artikel eingesehen und/oder downgeloadet werden.

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Zum Autor. Es gibt keine Interessenkollisionen.

Weiterführende Informationen

Die Geschichte Israels als Comic (Jewish Voice for Peace)
Die New York Times mahnt zu politischer Vernunft und zu Zürückhaltung
JVJP Stellungnahme zur Definition von Antisemitismus
Kenneth S. Stern Testimony

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11 Meinungen

Israel hat ein schlechtes Gewissen darum wird jede Kritik am Staat, an der Regierung, nicht der Religion, als Antisemitismus bezeichnet. Abraham Melzer, ein unverdächtiger Jude hat das in seinem Buch «Die Antisemitenmacher» beschrieben, wie Veranstaltungen behindert werden, wie Redner ausgeladen werden und Menschen mit einer kritischen Einstellung diffamiert werden. Es ist ein System das Wahrheit und Aufklärung verhindern will. Das verhindern will dass über Landraub, Vertreibung der Palästinenser gesprochen wird, dass Schandtaten der israelischen Armee oder der Regierung unter dem Deckel gehalten werden, Schandtaten der Palästinenser aber überzeichnet werden. In das gleiche Bild passt die Iran Hetze der Regierung, faktenfrei wird da gelogen, unterstellt, vor Atomwaffen gewarnt die der Iran nicht hat aber der unberechenbaren Regierung Netanyahu zur Verfügung stehen! Aus diesen Gründen werden auch NGOs und andere Institutionen verboten die nicht Sprachrohr der Regierung sind, oder Polizeichefs die ihren Job machen und Antrag auf Klage gegen den korrupten Netanyahu stellen abserviert!
Victor Brunner, am 13. Dezember 2018 um 09:10 Uhr
Dieser Artikel, widerspiegelt meine seit Jahren gemachten Beobachtungen. Daher unterscheide ich grundsätzlich zwischen Menschen jüdischer Herkunft, mit denen wir hier leben, und dem Staat Israel mit all seiner alttestamentarisch anmutenden «Auge um Auge - Zahn um Zahn Politik» Meine höchst tragische Schlussfolgerung lautet: Der Staat Israel ist der jüdischen Geschichte des vergangenen Jahrhundert nicht würdig. In der Schweiz wirkende jüdische Gemeinden und Organisationen, die sich vom Staat Israel nicht distanzieren, laufen höchste Gefahr der Würde ihrer Geschichte zu schaden. Meine Meinungsbildung beruht auf dem durch Israel verleugneten Abkommen von Camp David und dem seither geschehenen. Die von meinem Elternhaus mitbekommene Israel Freundlichkeit musste der Realität weichen.
Peter Geissmann, am 13. Dezember 2018 um 13:49 Uhr
@Herr Müller:
"An der Universität Sidney in Australien wurde nach 20jähriger Dozententätigkeit Tim Anderson gefeuert und mit Hausverbot belegt, nachdem er das israelische Vorgehen gegen Gaza kritisiert hatte."

Anderson hat ein Hakenkreuz auf die Israelflagge getan in seinen Schulungsunterlagen. Dies ist keine gewöhnliche Kritik mehr am Staat Israel. So etwas darf man sicher nicht machen, und es ist richtig, dass er gehen musste!
Alfred Affolter, am 14. Dezember 2018 um 01:40 Uhr
Marc Lamont Hill hat nicht «die Besatzung kritisiert», sondern die Existenz Israels. Er forderte ein Palästina «vom Meer bis zum Fluss» und damit die Beseitigung Israels.
Philipp Kämpfer, am 14. Dezember 2018 um 10:27 Uhr
Einen interessanten Kommentar zu besagter Arbeitsdefinition gibt es auch hier:
https://www.bds-info.ch/index.php/de/palaestina-info-archiv
Hanspeter Gysin, am 15. Dezember 2018 um 09:30 Uhr
Vielen Dank an Affolter & Kämpfer. Falls Ihre Infos richtig sind, muss sich Müller überlegen, ob er nicht ein Propagandist übelster Sorte ist - genau jenes, dass er Israel bzw. der «Israel-Lobby» zum Vorwurf macht. Durch Täuschung bestätigt er Vorurteile bzw. hetzt er Leser gegen Israel auf.

"Israel-Lobby»: Hierzu kommentierte ich zu einem früheren Artikel von Müller:

... es «riecht» unschön, wenn jemand von sich behauptet, Israelkritik von negativen Gefühlen gegenüber Juden (plakativ: «Antisemitismus") abgrenzen zu können, es sich diese Person aber nicht verkneifen kann, unablässig das Wort «Israel-Lobby» im Munde zu führen. Dass dadurch das altbekannte Bild von der «jüdischen Weltverschwörung» (der mächtige Juden mit seine dreckigen Fingern/Tentakeln) hervorgerufen/reaktiviert insinuiert wird, ist dem Herr Müller wohl noch nie bewusst geworden bzw. ein Gedanke wert gewesen. Gerade das, dass dieser Gedanke jemandem, der vorgibt sich eingehend mit «Antisemitismus» befasst zu haben, nicht einmal zu Bewusstsein kommt, erachte ich als ungemein gefährlich/bedrohlich!


Müller hat sich offensichtlich immer noch nicht zu diesem Gedanken durchringen wollen.

Zum Vergleich: Wenn irgendwelche Gruppierungen (z.B. die Goethe-Gesellschaft) im Ausland positiv über die deutsche Politik äussert, wird dann Müller auch denken, es besage nichts, wenn er die Leser mit dem Wort «Deutschland-Lobby» eindeckt?
Stan Kurz, am 15. Dezember 2018 um 15:03 Uhr
Ich erlaube mir statt eines persönlichen Kommentars den Hinweis auf einen Artikel von ISRAEL SHAMIR in The Unz Review: An Alternative Media Selection, mit der Überschrift «Unz Goes Nuclear», in dem er zusammen fasst, was der Jude Ron Unz in einem langen Artikel nachgewiesen hat, dass Juden besonders in den US-Universitäten HARWARD und YALE bei einem Bevölkerungsanteil von 2% bis zu 28% und damit überproportional viele Studienplätze belegen und wie das zustande kommt.
Rolf Schmid, am 16. Dezember 2018 um 16:14 Uhr
@Stan Kurz: Sie können es nachlesen, es gab sogar eine dpa-Meldung: Hakenkreuz auf Israel-Flagge - Australischer Dozent suspendiert https://www.gmx.net/magazine/panorama/hakenkreuz-israel-flagge-australischer-dozent-suspendiert-33451808
Alfred Affolter, am 16. Dezember 2018 um 22:53 Uhr
Letzthin wurden auch die NachDenkSeiten des Antisemitismus bezichtigt. Jeder aufgeklärte Bürger weiss mittlerweile, dass neben tatsächlichen Rassisten auch Kritiker von der Israelischen Besatzungspolitik sowie Systemkritiker sich so bezeichnen lassen müssen. So ziemlich jedes einflussreiche Mitglied der Friedensbewegung musste sich diesen Vorwurf schon anhören.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=47801
Stöckli Marc, am 17. Dezember 2018 um 10:31 Uhr
Man fragt sich natürlich, weshalb Freunde Israels Info-Sperber lesen. Vielleicht um nach Aussagen zu forschen, die sie als Antisemitismus verdrehen können. Es gibt Antisemitismus und es gibt Islamophobie und es gibt (National-) Chauvinismus der grauslichsten Art. Alle diese Auswüchse rassistischen Denkens müssen nach Kräften bekämpft werden. Die Politik Israels ist, wendet man diesem Staat gegenüber die selben menschenrechtlichen Massstäbe an wie an andere, eindeutig rassistisch. Säuberungen, Vertreibungen aufgrund ethnischer Herkunft, Zerstörung der Häuser und der lebenswichtigen Infrastruktur von Einheimischen, militärische Besatzung und Einzäunung, Gettoisierung von Millionen Menschen, willkürliche Administrativhaft selbst von Kindern die an Protesten beteiligt sind oder extralegale Tötungen von Jugendlichen die Widerstand leisten, das ist Rassismus pur. Und dies und nur dies ist der Grund, weshalb Israel kritisiert wird. Die Verteidigung von Menschen- und Völkerrecht, die Verurteilung von Apartheidpolitik als Antisemitismus zu verunglimpfen ist unredlich.
Hanspeter Gysin, am 17. Dezember 2018 um 16:18 Uhr
Die Kommentare hier sind ja mal interessant. Ich kenne die Thematik der aufgezählten Personen nicht wirklich genug um mich dazu gross zu äussern. Ich finde jedoch die Haltung der Israelischen Regierung und einzelner Regierungsmitglieder sehr weit rechts bis rechtsextrem. Hier mal ein Beispiel:

Ajelet Schaked Justizministerin Israels:

"They are all enemy combatants, and their blood shall be on all their heads. Now this also includes the mothers of the martyrs, who send them to hell with flowers and kisses. They should follow their sons, nothing would be more just. They should go, as should the physical homes in which they raised the snakes. Otherwise, more little snakes will be raised there."

Wie weit ist man den davon entfernt Kinder/Menschen als Ungeziefer zu bezeichnen wenn man sie Schlangen nennt ?

Mir möchte nicht in den Kopf warum man annehmen sollte dass Menschen jüdischen Glaubens (man kann auch das «jüdischen Glaubens» streichen, das kommt aufs gleiche hinaus) nicht fähig sind einen Hass gegen Menschen anderen Glaubens oder Herkunft soweit zu entwickeln dass man auch zu mehr als nur Gefühlen und Worten, sprich Taten fähig wäre. Wer nach 1938 noch nicht verstanden hat dass JEDER Mensch dazu fähig ist sich aktiv an grauenhaften Taten zu beteiligen oder zumindest die Augen komplett zu verschliessen der läuft Gefahr genau dies zu tun. Jegliche Versuche Kritik zu unterbinden sind zu verurteilen. Der einzige Weg ist mit Argumenten zu kontern.
Philipp Schüpbach, am 28. Dezember 2018 um 12:55 Uhr

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