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Wie wenn es nie eine Schuldenkrise gegeben hätte

Urs P. Gasche / 07. Apr 2017 - Die meisten Regierungen und Parlamentarier scheuen drastische, nötige Massnahmen. Sie folgen Lobbys und fürchten um ihre Abwahl.

Sowohl Industrieländer wie Schwellenländer verschulden sich immer stärker, um auf Kosten künftiger Generationen ein wenig mehr konsumieren zu können. Das schuldenfinanzierte Wirtschaftswachstum verkaufen Politiker und Wirtschaftsvertreter als Erfolg und verschweigen der Öffentlichkeit die zunehmende Gefahr eines weltweiten Kollapses. Um wieviel der gesamte Schuldenberg im Jahr 2016 im Vergleich zum Jahr 2006 gestiegen ist, zeigt der aktuelle Stand des Schuldenmonitors* des Institute of International Finance IIF. Hier einige Kernzahlen, welche die NZZ veröffentlicht hat:

Schuldenberg der Industriestaaten: 160 Billionen Dollar (nominal +25% seit 2006)

In den Industriestaaten sind die Staatsschulden stark gestiegen, während die Verschuldung der Banken und Haushalte auf hohem Niveau verharrt hat. In den USA und in Grossbritannien hat sich die Staatsverschuldung innert eines Jahrzehnts nominal mehr als verdoppelt.

Schuldenberg der Schwellenländer: 56 Billionen Dollar (nominal +200% seit 2006)

In den Schwellenländern haben vor allem Unternehmen, Banken und Private immer mehr Schulden angehäuft, in zweiter Linie auch die Staaten.

Quelle IFF / Grafik NZZ

Raus aus der Schuldenspirale kommt man nur mit Opfern

Auf Schulden noch mehr drauf laden: Das vergrössert das Risiko eines Crash. Politiker glänzen mit guter Miene zum bösen Spiel. «Wenn wir Schulden mit noch mehr Schulden bekämpfen und gesetzgeberische Scheinmassnahmen ergreifen, wird der Schaden nur grösser», hatte Daniel Stelter vor zwei Jahren in seinem Buch «Die Billionen Schulden Bombe» gewarnt. Daniel Stelter ist ein durch und durch kapitalistischer Finanz- und Wirtschaftsspezialist. Er ist Mitinhaber der internationalen Beratungsfirma «Boston Consulting Group».

Stelter verwies auf die Geschichte: Immer wieder habe es Perioden mit einem ungezügelten Kredit- und Schuldenwachstum gegeben, die mit einem grossen Krach endeten. Finanzkrisen und Staatspleiten seien seit Jahrhunderten auf der Tagesordnung.

Schuldenschnitte sind Enteignungen, auch wenn von «Rekonstruierung» der Schulden, von «Umschuldung», «Verlängerung der Kreditlaufzeiten mit tieferen Zinsen» und dergleichen die Rede ist. Das Ergebnis ist immer das gleiche: Die Gläubiger verlieren einen Teil ihrer Forderungen.

An Aktivitäten mangelte es in den vergangenen Jahren nicht, stellte Buchautor Stelter fest. Treffen der G-8 oder G-20 und andere globale Konferenzen verkauften ihre Massnahmen als «Rettungsschirme». Doch die Regierungen hätten nur versucht, «die übermässige Verschuldung mit noch mehr Schulden zu bekämpfen, und darauf gehofft, wie durch ein Wunder gerettet zu werden».

Sie hätten auf Zeit gespielt und die Wurzeln der Krise nicht angepackt, nämlich die globalen Ungleichgewichte und die nicht tragbare Verschuldung. «Jeder Tag, der weiter auf Zeit gespielt wird», bilanzierte Daniel Stelter, «erhöht nicht nur den Schaden, sondern auch die Wahrscheinlichkeit des GAUs, des grössten anzunehmenden Unfalls».

Es wäre besser, rasch einen Kassensturz zu machen und das Unvermeidliche zu tun: die Schulden geordnet zu rekonstruieren. Alle Gläubiger würden zwar viel Geld verlieren, aber wir hätten noch die Wahl, auf welche Weise. Ein ungeordneter Kollaps hätte ungleich grössere soziale und politische Verwerfungen zur Folge.

Doch die Regierungen, Parlamentarierinnen und Parlamentarier der verschiedenen demokratischen Länder und der EU machen keine Vorschläge für ein geordnetes Abschreiben von Schulden. Und auch nicht für eine Wirtschaftsentwicklung ohne neue Verschuldung.

Es ist populärer, diverse Feindbilder zu pflegen, auf Ausländer einzudreschen oder Steuersenkungen zu fordern.

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*Schuldenmonitor des IIF (nur gegen Bezahlung zugänglich)

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Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

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13 Meinungen

Wer hat den grösseren Schnabel unter Raubvögeln (Saläre und Boni) und wer hat die grösseren Taschen um die Beute unterzubringen, so lautet doch die Frage?
Beda Düggelin, am 07. April 2017 um 11:38 Uhr
Das klingt ein bisschen gar dogmatisch Herr Bender.

In meiner Position als Mitglied der Finanzkommission einer freiburger Gemeinde habe ich mich über Jahre dafür eingesetzt, dass die Schulden der Gemeinde amortisiert würden um endlich wieder die finanzielle Freiheit der Gemeindebehörden zu erreichen. Dies gelang zu einem grossen Teil, so dass 10% des Budgets nicht mehr dem Schuldendienst geopfert werden mussten, sondern für neue sinnvolle Ausgaben im Interesse der Gemeinde zur verfügung standen.

Die im Artikel erwähnten Schulden haben nur wenig mit den Banken zu tun. Das machen die Staaten und die Zentralbanken auch ohne Kommerzbanken, wenngleich manchmal auch gewisse Kollusionen bestehen. Die griechische Staatsschuld ist hier wohl das Paradebeispiel der unschönen Zusammenarbeit privater und politisch motivierter Interessen.

Der Grossteil der Staatsschulden der Dritten Welt sind nicht duch kommerzielle Banken induziert, sondern das «Verdienst» angesehener Politiker und internationaler Finanzinstitutionen. Hier kann nur ein echter Schuldenschnitt zu einer eventuellen Lösung führen. Diese Verschuldung ist übrigens im Wesentlichen die Wiederherstellung der politischen Abhängigkeit, welche durch die Entkolonisierung «verloren» ging. Die Möchtegernimperialisten lassen grüssen.
Josef Hunkeler, am 07. April 2017 um 18:36 Uhr
Sehr geehrter Herr Gasche,

jegliches Wachstum ist in unserem Geldsystem schuldenfinanziert. Die Frage ist nur wer sollte die Schulden am sinnigsten machen.

Beim Giralgeld wird neues Geld stets über neue Schulden geschöpft. Für die Tilgung gibt es deswegen nie genug Geld, da außer der Tilgung auch noch die Zinsen bezahlt werden müssen, die nie mitgeschöpft werden. Das wird defacto kompensiert indem jedes Jahr die Geldmenge erhöht wird.

Dies bedeutet jedes Jahr MUSS zwangsläufig auch die Schuldmenge wachsen!

Wenn man sich die vier Sektoren eines Landes (Bürger, Unternehmen, Staat, Ausland) anschaut kann man sich nun fragen, wer die Netto-Schulden am besten ertragen kann. Das alle Vier sparen ist mathematisch nicht möglich, da einem Netto-Sparer logischerweise ein Netto-Schuldner gegenüberstehen muss.

Der Staat soll es nach ziemlich weit verbreiteter Meinung nicht sein, siehe z.B. Schuldenbremse in Deutschland. Die Bürger sollten auch nicht Netto-Schuldner sein. Bleibt das Ausland und die Wirtschaft. Das Ausland kann dies zumindest langfristig nicht sinnvoll sein, da dies zu Problemen im Ausland führt die irgendwann die Zahlungsfähigkeit des Schuldners beeinträchtigt. So bleibt nur die Wirtschaft, die die Schulden für Investitionen nutzen kann, die in der Zukunft Rendite ermöglichen die über den Zinserträgen liegt.

Die Unternehmen sind aber Nettosparer seit einiger Zeit.

Schuldenbremse UND die niedrigen Unternehmenssteuern kollidieren mit unser derzeitigem Geldsystem.
Jens Happel, am 10. April 2017 um 14:23 Uhr
Hallo Herr Bender,

IMHO ist es grundsätzlich schon möglich, dass der Staat keine neue Schulden macht. Dies setzt aber im derzeitigen Giralgeldsystem zwingend voraus, dass jemand anders die Schulden macht, denn - darauf wollte ich hinaus - irgendjemand MUSS die Schulden machen. Dies kann sinnvollerweise nur die Wirtschaft sein, da sie mit dem aufgenommen Geld in Wachstum investieren kann.

Wenn aber die Wirtschaft durch zu niedrige Unternehmenssteuern und die Ausnutzung von Steuerschlupflöchern Geld anspart, MUSS der Staat die Schulden erhöhen.

Ich wollte herausarbeiten, dass man nicht beides gleichzeitig haben kann.

Die Mentalität, dass am Besten weder Staat noch Unternehmen Schulden machen sollten ist im übrigen in einem Vollgeldsystem deutlich besser praktikabel.

Da haben Sie in der Schweiz ja demnächst die Möglichkeit darüber abzustimmen.

http://www.vollgeld-initiative.ch/

Mit freundlichen Grüßen

Jens Happel
Jens Happel, am 10. April 2017 um 15:24 Uhr
Im obigen Artikel geht es um Schulden in den Bilanzen von Staaten, Unternehmen und Privaten. Zu den obigen Meinungseinträgen folgende Fragen: 1. Kann ein Staat nicht mehr ausgeben, ohne Schulden anzuhäufen, wenn er die (Steuer-)Einnahmen entsprechend erhöht? 2) Kann ein Unternehmen seinen Umsatz nicht ohne Verschuldung erhöhen, wenn es mit dem gleichen Kapital- und Arbeitseinsatz dank steigender Produktivität mehr produziert? 3) Können Private ihren Konsum nicht ohne Schulden erhöhen, wenn sie entsprechend mehr verdienen?
Urs P. Gasche, am 10. April 2017 um 15:39 Uhr
Sehr geehrter Herr Gasche,

ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob ihre Replik sich auf meinen Meinungsbeitrag bezieht.

Zu Ihren drei Fragen.
Zu 1) Ja er kann.
Zu 2) Ja es kann,
Zu 3) Ja sie können.

Aber, das ändert nichts daran, dass in unserem derzeitigen Giralgeldystem, stets die Geldmenge und damit auch stets die Schuldmenge wachsen MUSS. Die Geldmenge könnte nur ohne Schulden wachsen, wenn mehr Bargeld ausgegeben würde. Bargeld macht aber nur noch ca. 20% (varriert von Land zu Land) der gesamten Geldmenge aus und ist für sehr viele Transaktionen in unserer Wirtschaft nicht praktikabel.

Es ist eigentlich Konsens in der Volkswirtschaftslehre, dass die Geldmenge jedes Jahr wachsen muss, um unsere Wirtschaft am laufen zu halten uns somit auch die Schuldmenge.

Das ist keine Ideologie meinerseits, so ist einfach unser (Giral)geldsystem zur Zeit konzipiert.

Wenn sie sich also über zu hohe Staatsschulden beklagen, sollten sie höhere Unternehmenssteuern fordern oder zumindest sagen wer ihrer Meinung nach die Schulden machen sollte. Hier fängt dann übrigens IMHO die Ideologie an ;-)

Kurz:
1) Geldmenge ist gleich Schuldmenge! (Das ist per Definition so und vollkommen ideolgiefrei!)
2) Geldmenge muss wachsen! (Eigentlich Konsens)
3) ==>Schuldmenge muss wachsen (Schlussfolgerung)
4) Meine Frage, wer soll die Schulden machen, wenn es nicht die Staaten machen sollen? Und wie könnte es erreicht werden?
5) Ist Vollgeld eine Alternative für Sie?

Mit freundlichen Grüßen

Jens Happel
Jens Happel, am 10. April 2017 um 15:59 Uhr
Sehr geehrter Herr Bender,

Im Vollgeldsystem führt ein Tilgung eines Darlehns nicht zu einer Reduktion der Geldmenge.

Die Zentralbank übernimmt bei Vollgeld auch nicht das Delkrederisiko. Die (Voll)geldeinlagen der Bürger und Unternehmen, werden wie heute schon Aktien, bei den Banken als Sondervermögen geführt. Bei einer Insolvenz einer Bank sind die Geldeinlagen der Bürger und Unternehmen somit sicher. Derzeit ist Geld auf unserem Girokonto ein Darlehn an die Bank und somit bei einer Insolvenz der Bank höchstwahrscheinlich weg.

Bei Vollgeld sind Banken Intermedäre, dass heisst sie können nur Geld verleichen, welches sie besitzen oder welches ihnen von anderen (Bürger/Unternehmen) gegen Zins geliehen wurde und welches sie gegen einen höheren Zins weiterverleihen.

Im Moment kommt das Geld, das Banken verleihen bis auf einen kleinen einstelligen Prozentbetrag aus dem NICHTS! Dies ist der Kern der derzeitigen Geldschöpfung.

IMHO ist Vollgeld nicht zwingend nötig um eine ausufernde Staatsverschuldung zu verhindern. Aber wer die Steuern für Unternehmen so weit senkt, dass diese Nettosparer sind (mehr GELDvermögen als Schulden haben) muss sagen, wer den dann die Schulden machen soll. Und nochmal; irgendein Sektor muss Nettoschuldner sein (Mehr Schulden als GELDvermögen) haben.

Mit freundlichem Gruß
Jens Happel, am 10. April 2017 um 16:34 Uhr
Bitte schön, nicht alles vermischen. Geld und Schulden sind Stocks, Einkommen ist Flow per Zeiteinheit.

Geld kann unterschiedlich schnell zirkulieren. Wenn die Zinsen sinken, hat der Geldbesitzer wenig Interesse, das Geld andern zur Verfügung zu stellen. Kriegt er aber Zins dafür, lohnt es sich, kurzfristig auf Konsum zu verzichten und das Geld auszuleihen.

Der Zusammenhang zwischen Geld und Einkommen ist nicht konstant. Die Aussage, dass die Schuldenmenge wachsen muss, um die Wirtschaft am Laufen zu halten entbehrt jeder wissenschaftlichen Basis. Dass Geldmengenausweitung unter gewissen Umständen zu Wirtschaftswachstum führen kann (falls willige Produktionsfaktoren so mobilisiert werden können) war das Alpha-und Omega der Keynesw'schen Multiplikatortheorie. Aber die war damals schon falsch und wird auch durch Wiederholen nicht besser.
Josef Hunkeler, am 10. April 2017 um 18:46 Uhr
Geld ist so etwas wie das Öl im Motor. Die Geschwindigkeit des Autos hat nur sehr wenig mit der Menge Öl zu tun.

Was das gesparte betrifft, darf man immerhin erinnern, dass allein die 2.Säule (Pensionskassen) etwa dem Wert von 120% des BIP entspricht und auch genügen würde etwa 85% der ausstehenden Hypotheken zu finanzieren.

In der Finanzkrise 2008 wurden an die 30% dieser Ersparnisse durch Änderungen der Buchwerte «vernichtet». Das war mehr als die Gesamtheit der Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in jenem Jahr. Der Einfluss dieser Krise auf die Geldmenge war in etwa null.

Die ganzen Zusammenhänge sind etwas komplizierter als dies aus elementaren Definitionen erscheinen könnte. Lange Jahre war die grösste Quelle der Geldmenge der Zahlungsbilanzüberschuss. Die lokale Kreditausweitung war nie das grundlegende Element dieser Entwicklung. In Europa ist dies etwas anders. Da pumpt die EZB Geld ins System, mehr als die Amerikaner das je taten.

Zu diesem Thema hat die NZZ heute einen interessanten Artikel publiziert.
https://www.nzz.ch/finanzen/selbstgefaellige-anleger-das-ende-des-monetaeren-verwoehnprogramms-naht-ld.1085291
Josef Hunkeler, am 10. April 2017 um 21:15 Uhr
Buchhaltung ist eine schöne Kunst und stimmt einfach immer, weil sie so definiert wurde.

Kennen Sie die Anekdote des falschen Tausenderscheines, den ein Sammler bei seinem Nachbarn zur sicheren Verwahrung während seiner Ferien deponiert hat ?
Nun der Nachbar wusste nicht, dass die Note falsch war, hatte aber Lust auf einen Kühlschrank. Der Kühlschrankverkäufer brauchte die Note, um im Restaurant eine grosses Essen zu finanzieren. Der Wirt schliesslich profitierte von der Gelegenheit, beim Nachbarn ein schönes Bild zu kaufen... und so war die falsche Note schliesslich wieder beim Nachbarn angelangt.

War der erstaunt als der Mann aus den Ferien zurück ihm mitteilte, dass die Note gar kein Geld, sondern nur eine schöne Kopie war. Immerhin hat sie dazu gedient, Leistungen im Wert von 4000 zu generieren und niemand ist dabei zu Schaden gekommen. Natürlich ist die Geldmenge in diesem Prozess nicht verändert worden.

Die Vermengung von Geld und realen Werten ist ein Denkfehler, welcher bei Bankern wohl als «déformation professionnelle» interpretiert werden kann. Geld kann man aber nicht essen und behält es auch nur in der Hoffnung jemanden finden zu können, welcher dieses Geld im Tausch für reale Werte oder Dienstleistungen akzeptieren will.
Josef Hunkeler, am 11. April 2017 um 09:26 Uhr
PS: ich war zwar nie Banker, habe aber während Jahren Geld- und Währungspolitik unterrichtet (auch für junge Zentralbänkler). Ich habe auch längere Zeit in Afrika in einem Land gelebt in dem weniger als die Hälfte der Wirtschaftsleistung im monetären Sektor geschaffen wurde. Geldmenge hat mit Produktion nur sehr wenig zu tun.
Josef Hunkeler, am 11. April 2017 um 09:26 Uhr
Dass Herr Ackermann, Herr Ermotti und sowieso 98% der Bevölkerung nicht verstehen, wie Geld funktioniert, glaube ich sofort. Ich frage mich eher, wo denn die 2% geblieben sind.

Als die Währungen noch durch Gold gedeckt waren, entsprach wohl schon alles Geld einer Schuld. Die herausgebenden Nationalbank schuldete dem Besitzer des Geldes den entsprechenden Gegenwert in Gold.
Die Golddeckung ist jedoch Vergangenheit. Sie können für einen Franken kein Gold mehr zu garantiertem Kurs von der Nationalbank beziehen. Sie können mit ihrem Franken nur noch auf dem freien Markt Gold kaufen, zum aktuellen Tagespreis. Wo ist die Schuld, die angeblich für jeden Franken bestehen soll?

Ich bin ja gewiss kein Bankenfreund. Trotzdem bin ich noch nicht überzeugt davon, dass es mit Vollgeld wirklich besser kommen würde. Banken können ja nicht einfach Geld aus dem Nichts in die Taschen des Managementes schöpfen. Auch zur Kreditvergabe können sie nicht beliebig viel schöpfen. Würde der Staat es wirklich besser machen? Wenn von der Politik her Wachstum um jeden Preis gefordert wäre: könnte das nicht auch zu grossen Dummheiten führen?
Daniel Heierli, am 11. April 2017 um 22:58 Uhr
HIERMIT BEENDEN WIR DEN MEINUNGSAUSTAUSCH ÜBER DIE SCHULDEN VON STAATEN, UNTERNEHMEN UND PRIVATEN. DIE REDAKTIONSLEITUNG.
Urs P. Gasche, am 11. April 2017 um 23:56 Uhr

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