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Nutzer ziehen bei Google-Diensten ihre Hemden aus © Pierre LaScott/Fickr/CC

Tipps gegen Striptease von Usern auf Google

Mireille Mata /  Die Stiftung Warentest kritisiert die neuen «Datenschutz»-Bestimmungen von Google scharf: Sie seien «schwammig» und «dehnbar».

Auf den 1. März führt Google neue Datenschutz-Bestimmungen ein. Von der versprochenen «höchstmöglichen Transparenz» könne keine Rede sein, kritisiert die deutsche Stiftung Warentest (Stiwa) und gibt Tipps, wie man sich verhalten kann.
In den neunseitigen Google-Bestimmungen «wimmelt es geradezu von äusserst dehnbaren Formulierungen». Die Stiwa hat 15 mal das Wort «möglicherweise», 10 mal das schwammige Wort «gegebenenfalls» gezählt.
Konkret heisst es im Google-Kleingedruckten zum Beispiel: «Unter Umständen verknüpfen wir personenbezogene Daten aus andern Google-Diensten». Damit wisse ein Nutzer nicht, ob und wann es zu einer Verknüpfung kommt, und ob er jemals etwas davon erfährt.
Die Konsumenten könnten sich nach deutschem Recht gegen solche schwammigen Formulierung wehren, stellt die Stiwa fest. Schweizer Google-Nutzer sind wieder einmal die Geprellten, weil die bürgerlichen Parteien im Parlament die Konsumenten gegen Missbräuche in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht gleich gut schützen wollten wie dies die Konsumenten in Deutschland schon lange sind.
So wertet Google persönliche Daten aus
Wer sämtliche Google-Dienste wie Google-Suche, Google-Mails, den Google-Bilderdienst Picasa nutzt und erst noch beim sozialen Netzwerk Google+ mitmacht, liefert sich am meisten aus.
Ein Beispiel: Der 22-jährige Hans Müller feiert gerne Partys, wie er auf Google+ schreibt, Auf einigen Fotos bei Google-Picasa sieht man ihn mit einer Bierflasche in der Hand, auf andern Fotos sieht man ihn trinkend in einer Bar – und seine letzte Suchanfrage in der Suchmaschine Google betraf den Begriff «Suchtberatung». Google verknüpft alle diese Angaben zu einem Profil, woraus Google schliesst, dass die Sucht den Alkohol betrifft. Schnell weiss Google mehr über Hans Müller, als diesem lieb ist.
TIPPS DER STIFTUNG WARENTEST
Die Stiftung Warentest empfiehlt vorsichtigen Usern Folgendes:
1. Nicht für alle Internet-Aktivitäten Google-Dienste benutzen. Zum Hochladen von Fotos einen andern Anbieter wählen. Für gewissen Suchabfragen auf Yahoo oder andere Anbieter ausweichen.
2. Google-Nützer können – nach Angabe von Google – ihren Browser so einstellen, dass alle Cookies blockiert werden. Nur: Wer Cookies grundsätzlich blockiert, kann seinen Surf-Komfort deutlich einschränken. Manche Webseiten funktionieren dann nicht.
Man kann den Browser auch so einstellen, dass eine Meldung erscheint, sobald Google ein Cookie setzt, und dieses Cookie dann allenfalls löschen.
3. Falls Sie bei Google über ein Konto verfügen, können Sie kontrollieren, was Google alles über Sie weiss. Am Leichtesten erhalten Sie diesen Überblick über das Dashboard von Google.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

keine

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