Stiwa-FFP2-Masken

Die Stiftung Warentest präsentiert die Testsieger-Maske © Stiwa/Benjamin Pritzkuleit

Stiftung Warentest: Ein klarer Testsieger bei FFP2-Masken

Urs P. Gasche /  «Rundum empfehlens­wert ist einzig die FFP2-Maske von 3M», kommentiert die Stiwa ihren diese Woche veröffentlichten Test.

Die Stiftung Warentest in Berlin hat zehn FFP2-Masken untersucht. Die Filter­wirkung war bei allen hoch. Allerdings schützten nicht alle Modelle gleich gut: Sie lagen teil­weise nicht dicht genug am Gesicht an und liessen so Aerosole durch. Bei drei Masken bemängelten die Tester den geringen Atem­komfort. Durch sie bekommt man vergleichs­weise schlecht Luft. «Rundum empfehlens­wert ist einzig die FFP2-Maske von 3M», schreibt die Stiwa.

Anders als eine Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff seien FFP2-Masken nicht nur auf den Fremd-, sondern auch auf den Eigen­schutz des Trägers oder der Trägerin ausgerichtet. Atem­schutz­masken sollten vor Staub und Rauch, aber auch vor Aerosol­partikeln schützen. Beim Atmen ausgestossene Aerosole seien ein Gemisch aus Luft und winzigen schwebenden Tröpf­chen in der Grösse von Corona-Viren und etwas grösser, schreibt die Stiwa. Ein Mensch stosse beim Atmen etwa 100 solcher Partikel pro Sekunde aus, beim Sprechen 200 und beim Niesen etwa 20’000. Falls jemand mit Sars CoV-2 infiziert ist, können Viren in solchen Partikeln enthalten sein.

FFP-Masken

Die eng­lische Abkür­zung FFP steht für „filtering face piece“. Da FFP-Masken nur Mund und Nase umschliessen und je nach Ausführung vor dem Einatmen von Partikeln und wäss­rigen oder öligen Aerosolen schützen sollen, spricht man im Deutschen auch von partikelfiltrierenden Halb­masken. Sie bestehen aus mehreren Lagen mit einem Filtervlies, haben Gummi­bänder und einen form­baren Bügel, der eine optimale Anpassung an die Nase ermöglichen soll (FFP-Masken: Worauf achten, wie lange nutzen).

Merkmale des Testsiegers

Zum Testsieger-Modell 3M Aura 93+ schreibt die Stiftung Warentest: «Die Testsieger-Maske bietet einen hohen Atem­komfort und sitzt zudem noch gut: Sie passte allen zehn Prüf­personen. Alle anderen auf ihre Pass­form geprüften Modelle erfüllen die Norm dagegen nicht. So liess etwa die Lux-Maske von Obi bei fünf der zehn Prüf­personen zu viele Partikel durch, die Xique sogar bei sechs. Diese Masken empfiehlt die Stiftung Warentest nur einge­schränkt, da sie nur einigen Probanden passten.»

Wie in solchen Fällen notwendig, informierte die Stiwa die zuständige Markt­über­wachungs­behörde darüber, dass sechs der geprüften Masken die FFP2-Norm nicht in allen Punkten einhalten. Die Markt­über­wachung ist in Deutschland dafür zuständig, Konsumentinnen und Konsumenten vor Produkten mit möglichen gesundheitlichen Risiken zu schützen. Stellen die Kontrolleure ein Risiko fest, können sie zum Beispiel einen Produktrück­ruf anordnen.

Hier kann man die Einzelbewertungen der 10 getesteten Masken konsultieren.

Woran erkenne ich, ob die FFP2-Maske dicht ist?

Man kann den sicheren Sitz des Atem­schutzes selbst über­prüfen. Ein Anzeichen dafür, dass die Maske kein Leck hat: Beim Ausatmen bläht sie sich auf, beim Einatmen zieht sie sich zusammen. Weitere Fragen zur Pass­form beant­wortet die Stiftung Warentest in ihren Tipps. Dort wird erklärt, wie man den Sitz der Maske optimieren kann, oder wie Männer mit Bärten mit Masken am besten umgehen.

Bezugsquellen

Ein Paket mit 20 Masken kostet je nach Anbieter rund 60 CHF oder Euro. Grössere Mengen sind etwas günstiger. Ein Problem: Viele Anbieter sind mit diesen Masken ausverkauft und vertrösten auf die Monate April oder sogar Mai. Im Moment erhältlich:

Es kann sich lohnen, Anbieter bei Google zu suchen mit den Stichworten «FFP2 DM Aura 9320+ kaufen».


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

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8 Meinungen

  • Avatar
    am 26.02.2021 um 12:04 Uhr
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    Lieber Herr Gasche,

    Ihrer Meinung nach, gibt es einen Grund, wieso 1) das nationale Zentrum für Infektionsprävention empfiehlt FFP2-Masken nur in bestimmten Situationen? 2) Spitäler orientieren sich an dieser Weisung? 3) Spital-Chefs verbieten gar, FFP2 ausserhalb der Covid-Stationen zu tragen (Info gemäss 20 min) 4) Swissnoso sieht keinen Handlungsbedarf. Chirurgische Masken seien sicher genug für Patienten und Spitalpersonal. (Info gem. Swissnoso https://www.swissnoso.ch/fileadmin/swissnoso/Dokumente/5_Forschung_und_Entwicklung/6_Aktuelle_Erreignisse/201117_Swissnoso_recommendations_surgical_masks_for_inpatients_DE.pdf)

    Ich schätze Ihre Meinung sehr

    Vielen Dank und freundliche Grüsse

    0
    • Urs P. Gasche
      am 26.02.2021 um 12:55 Uhr
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      Es gibt unterschiedliche FFP-Masken. FFP2 werden als partikelfiltrierende Halbmasken (ohne Ventil) von deutschen Bundesamt für Arzneimittel BfArM auch für den Alltagsgebrauch empfohlen. Für den Eigenschutz schützen sie besser als andere Masken. Deshalb genügen sie auch meistens für das Spitalpersonal. Gegenwärtig ist es allerdings schwierig, genügende Mengen der getesteten 3M-Masken zu kaufen. Das mag ein Grund sein, weshalb solche Masken nicht gross empfohlen werden. Zuerst hatte Bayern FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen zur Pflicht gemacht. Jetzt sind medizinische Masken oder FFP2-Masken in ganz Deutschland in Geschäften, Bus und Bahn angesagt. Auch das Robert Koch-Institut empfiehlt zum Schutz vor Krankheitserregern FFP2- und FFP3-Masken. Das bedeutet aber nicht, dass günstigere andere Masken nicht auch einen guten Schutz bieten.

      0
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    am 26.02.2021 um 16:26 Uhr
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    Gegen den Strömungs-Widerstand einer stark filternden Maske ein/aus – Atmen ist ernsthafte körperliche Arbeit.In etwa vergleichbar damit, als wenn man konstant (bei ca 1-3% Steigung) bergauf geht.
    Deswegen ist die Arbeitszeit eines Menschen, der mit „starken“ Masken arbeiten muss, gesetzlich „gestaktet“ in maximale Arbeitszeit „am Stück“ und daran anschliessende Mindest-Pausen-Zeiten.
    Ein (aus Alter oder/und Krankheit) geschwächter Mensch sollte die FFP2-Maske maximal 1 Stunde nutzen – und anschliessend einige zig Minuten frei atmen – oder wenigstens eine ruhende Position einnehmen.
    Auch normal fitten Menschen ist -bei leichter bis mittlerer Aktivität- zu raten, nach etwa 2 Stunden Aktivität+Maske wenigstens 30 Minuten frei durch-zu-atmen oder zu ruhen.

    Masken „mit Ventil“ belasten auch, da nur das AusAtmen leichter wird – und sind hinsichtlich Infektions-Schutz nicht empfehlenswert.

    Sinnvoll wäre eine Maske, welche
    AusAtmen nach hinten/unten leitet –
    und EinAtmen nach vorne/oben fördert

    Wobei der menschliche Körper-wenn durch die Nase geatmet wird, DEM etwa entspricht,
    denn man atmet „nach unten“ aus und
    etwa in Nasenhöhe ein,
    da EinAtmen (wie Ansaugen) diffus ist
    währen AusAtmen (wie Blasen) einer Strömungs-Richtung (nach unten) folgt –

    weswegen man ein KerzenLicht ausBLÄST, weil nicht AusSAUGEN kann.

    Alles Gute – und freundlich Grüsse !
    Wolfgang Gerlach,Ingenieur

    0
    • Urs P. Gasche
      am 26.02.2021 um 18:11 Uhr
      Permalink

      Das stimmt wohl schon. Nur trägt man Masken ja hauptsächlich in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Einkaufen, in einem Museum oder wenn man draussen in eine grössere Ansammlung von Menschen gerät. Kaum jemand trägt eine Maske anhaltend lange.

      1
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    am 27.02.2021 um 11:08 Uhr
    Permalink

    Ich habe eine Studie Van de Sande 2017 gelesen, wo die Aerosol-Effektivität von verschiedenen Masken an reellen Gesichtern gemessen wurde, was als Schutzfaktor ausgedrückt wurde, wie bei Sonnencreme, wobei zwischen Einatmen und Ausatmen unterschieden wurde. D.h. bei einem SF von 10 atmet man in einer bestimmten Zeitspanne 10 x weniger Aerosole ein oder aus, als ohne Maske.

    Beim Einatmen kamen FFP2-Masken durchschnittlich auf ca. 100, was etwa ihrer Spezifikation entspricht, einfache Masken nur auf 2-4. Das liegt daran, dass FFP-Masken einen elektrostatischen Filter darstellen; das Kunststoffvlies ist als „Electret“ vorgeladen und zieht Partikel an, die kleiner sind als die Zwischenräume. Und daran, dass bei korrekter Anpassung die Maske beim Einatmen angezogen wird und perfekt dichten kann. Ich habe das gemessen, man hat schnell 50 Pascal Unterdruck. Ich habe allerdings versucht Treppen zu steigen, was trotz Lifts doch viel vorkommt, und bekam schnell mehr und akute Atemnot.

    Beim Ausatmen sieht es viel schlechter aus, da derselbe Druck die Maske etwas abhebt und sie mit den üblichen dünnen Gummis gar nicht dichten kann. Auch ohne Ventil wurde ein SF von nur etwa 4 gemessen, bei einfachen Masken allerdings nur 1.1 bis 2.

    Fazit: Wie der Test zeigt, kommt es für den Selbstschutz praktisch nur auf Anpassung und Dichtung an. Genau so wichtig ist es bei Anstrengung (und ausserhalb Ansammlungen) allerdings, die Dichtwirkung aufheben zu können, z.B. mit einem Korken am Kinn.

    0
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    am 27.02.2021 um 14:59 Uhr
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Gasche,

    ihre Antwort ist „etwas daneben“, denn

    MIR ging es nicht ums Recht haben wollen –
    sondern darum., DIE, die es angeht, bestmöglich zu informieren.

    Weswegen mir die Art Ihrer Antwort,
    mich durch eine weder sachlich notwendige — noch bewiesene —
    Behauptung, abzuqualifizieren,
    misffällt.

    Ich hätte ihnen dies gerne persönlich -statt öffentlich- mitgeteilt, fand aber keine Möglichkeit. Meine Mail: wolfge@emailn.de.

    Ich grüsse Sie freundlich –
    und wünsche Ihnen alles Gute !
    Wolfgang Gerlach, Ingenieur

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    am 27.02.2021 um 20:28 Uhr
    Permalink

    @Gasche
    „Kaum jemand trägt eine Maske anhaltend lange.“
    Da bin ich vollkommen anderer Meinung, Personal an den Kassen trägt Masken viele Stunden um nur ein Beispiel zu nennen.
    Es wird immer bestritten, dass man mit Masken einen Teil der Ausatemluft wieder einatmet.
    Wenn man bei kalter Witterung mal ein paar Atemzüge draußen mit und ohne Maske macht merkt man schnell, dass die Luft, welche durch die Maske ging weniger kalt wirkt, obwohl Masken ja nicht heizen…
    Eine Studie vom Institut für Anaesthesiologie der Technischen Universität München schrieb:
    „Unter Verwendung von Operationsmasken findet kein ungehindertes Entweichen des unter Normoventilation ausgeatmeten CO2 statt. Dadurch kann es zu einer Akkumulation von CO2 unter den Operationsmasken kommen. Die mit CO2 vermehrt angereicherte Luft wird wieder eingeatmet, was einen daraus resultierenden Anstieg von CO2 im Blut zur Folge hätte. Eine Erhöhung des CO2 -Partialdruckes im Blut kann zu einer kompensatorischen Hyperventilation führen. Diese Effekte können einen Einfluss auf die Qualität des Operationsergebnisses haben, worauf im folgenden
    Kapitel näher eingegangen werden soll.“
    „Es ist eine Tatsache, dass das Operationspersonal, vor allem bei längeren Operationen,
    über Müdigkeit und wiederholtes Gähnen klagt. Dies könnte Folge einer durch CO2-
    Rückatmung bedingten Veränderung des physiologischen Gasaustausches sein.“

    Warum niest und hustet der Mensch? Weil er was los werden muss, das bleibt aber in der Maske stehen.

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