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Die Zeit, das Aushängeschild für deutschen Qualitätsjournalismus © Die Zeit

Qualitätsjournalismus – ein Blick über die Grenzen

Christian Müller /  Der Konzentrationsprozess der Schweizer Medien ist irreversible Realität. Nun gilt es, das Gebotene unter die Lupe zu nehmen.

Fünf Medien-Konzerne dominieren den Schweizer Medien-Markt, wenn man die SRG mitzählt. Bis vor wenigen Wochen hatten drei von ihnen deutsche Medien-Manager in der Spitzenposition: Ringier, Tamedia und die AZ-Medien. Was bringen sie uns Neues? Was ist in Deutschland anders?

Einen «Vorteil» haben sie für unsere grossen Schweizer Medien-Unternehmen in wirtschaftlich harten Zeiten sicher: sie haben wenig Verständnis für die schweizerische Kleinräumigkeit und haben entsprechend weniger Hemmungen, verschiedene Medien zusammenzulegen. Zürich-Bern, 120km, Zürich-St. Gallen, 80km, was ist das schon in Deutschland? Braucht es da wirklich unterschiedliche Zeitungen?

Interessanter ist aber auch, welches Verständnis von Journalismus man in Deutschland hat. Und mit diesem Thema beschäftigt man sich in unserem nördlichen Nachbarland sehr wohl auch.

Qualitätsjournalismus mit deutschen Augen

Die Website www.das-parlament.de ist für Politik-Interessierte eine Quelle erstklassiger Information. Sie liefert jede Woche eine online-Beilage zu einem Sonderthema. Letzte Woche war dieses Thema der Qualitätsjournalismus. Es lohnt sich, da hineinzuschauen. Nicht zuletzt für die Journalisten und Journalistinnen selbst, denn auch die wirtschaftliche Situation dieses Berufsstandes ist eines der Themen:

Ein kurzes Zitat daraus: «Der Berufseinstieg ist schwierig, die Konkurrenz ist groß. Nicht selten absolvieren junge Journalisten postgraduale Praktika. Die Bezahlung – sofern die Praktika überhaupt honoriert werden – liegt auf einem niedrigen Niveau: 2,93 Euro beträgt der durchschnittliche Stundenlohn im Segment «Presse, Rundfunk, Fernsehen», wie eine aktuelle Studie belegt. Die mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung und des Deutschen Gewerkschaftsbundes entstandene Untersuchung kommt zu dem Schluss, «dass zwischenzeitliche Praktika nach Studienabschluss nicht nur die objektiven Merkmale von Prekarität erfüllen (unsichere Perspektive, geringer Status, finanzielle Unsicherheit), sondern auch subjektiv so erlebt werden.» «

Und daraus sollen erstklassige Journalisten werden?

Hier der Link zur Frontpage der Beilage «Aus Politik und Zeitgeschichte», diesmal zum Thema Qualitästjournalismus.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

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Medien unter Druck

Wer Zeitungen und Fernsehen kontrolliert und besitzt, hat Einfluss und Macht.

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Eine Meinung zu

  • am 22.07.2012 um 11:52 Uhr
    Permalink

    Wie ignorant ist dieser Artikel! Hier wird schlicht unterschlagen, dass es in Deutschland sehr gute Journalistenschulen gibt, auf die man aufgenommen werden muss (und dies nicht mit Geld erkaufen kann…), es wird unterschlagen, dass es auch in der Schweiz die Zeit der Festangestellten abgelaufen ist und durch windige «Fest-Freie-Verträge» ersetzt werden, die Anzahl der freien JournalistInnen in prekären Verhältnissen in der Schweiz in keinster Weise erforscht ist (da ist es leicht, mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen) und das das Problem der verschwindenden Medienvielfalt in D wesentlich kontroverser und öffentlicher diskutiert wird als hier. Aber – Lichtblick – der Autor hat eine Online-Seite (eine deutsche und wo ist bitte das Schweizer Pendant dazu?) entdeckt und wollte seine neueste Errungenschaft uns hiermit sehr verquast mitteilen – DAS scheint die eigentliche Botschaft dieses Artikels zu sein…

    0

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