Halbvoller Staussee

Im Frühwinter 2015/16 waren die Schweizer Stauseen bereits halbleer, weil die Strombranche den schnellen Profit über die sichere Stromversorgung stellte. © Plattens/commons.wikimedia/cc

Seit 20 Jahren: Strombranche provoziert Gefahr eines Blackouts

Kurt Marti /  Die Strombranche foutierte sich bisher um die sichere Stromversorgung der Schweiz. Jetzt gibt der Bundesrat endlich Gegensteuer.

Das sind ganz neue Töne vom Bundesrat: In einem Interview mit dem Tagesanzeiger (27. Oktober 2021) kritisierte Energieministerin Simonetta Sommaruga die Strombranche und deren Strompolitik ungewöhnlich hart. Die Stromfirmen hätten sich «in den letzten zehn Jahren stark auf Importe verlassen» und «sehr viel im Ausland investiert». In der Schweiz hingegen seien «viel zu wenig erneuerbare Energien zugebaut» worden. Das sei «ein Versäumnis» der Strombranche.

Diesen Missstand will Sommaruga mit der anstehenden Revision des Stromversorgungs- und Energiegesetzes beseitigen: Damit es im Winter nicht zu einem Blackout kommt, soll die erneuerbare Stromproduktion im Inland vorangetrieben werden. Zudem sollen die Eigentümer der Schweizer Stauseen künftig Wasser als Notreserve zurückhalten und dafür Subventionen erhalten.

Die Wasserkraft-Notreserve ist offenbar so dringend, dass Energieministerin Simonetta Sommaruga diese noch vor dem nächsten Winter per Verordnung einführen will, wie sie gegenüber dem Tagesanzeiger (22. Januar 2022) ausführte.

Der folgende Rückblick zeigt auf, wie es zur dringlichen Wasserkraft-Notreserve und zum «Versäumnis» bei der Inlandproduktion gekommen ist, insbesondere wie die Strombranche seit 20 Jahren die Gefahr eines Blackouts provoziert.  

Problem 1: Profitstreben im Krisen-Winter 2015/16

Sechs Jahre sind vergangen, seit die Alarmglocken im Dezember 2015 läuteten. Damals waren die Schweizer Stauseen Anfang Dezember bereits halbleer und die Strombranche schreckte die Öffentlichkeit einmal mehr mit dem drohenden Blackout.

Die damaligen Recherchen von Infosperber lieferten die brisanten Hintergründe: Die Stauseen waren schon so früh halbleer, weil im Herbst 2015 die Preise stark stiegen. Noch im September 2015 waren die Stauseen so voll wie schon lange nicht mehr. Mitte Dezember – nur drei Monate später – waren sie bereits halbleer. Der Füllungsgrad der Stauseen sank von 87,3% auf 50,7%.

Im Klartext: Die Stromwirtschaft hatte ihre Gewinne maximiert und die Sicherheit der Landesversorgung völlig aus den Augen verloren. Die Blackout-Gefahr, die sie medienwirksam beklagte, hatte sie selber provoziert. Zudem schliefen die zuständigen Aufsichtsgremien, allen voran die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) und das Bundesamt für Energie (BFE).

Die Schweizer Medien beschränkten sich grösstenteils darauf, die Sicht der Strombranche zu verbreiten, ohne nach den Gründen zu fragen. Die NZZ stellte fest, den Wasserkraftwerken habe es «diesen Winter an Wasser» gefehlt und verwies auf die Trockenheit und das Klima.

Einzig der Tagesanzeiger vom 21. Dezember 2015 und das SRF-Magazin Eco griffen die Recherchen von Infosperber auf und konfrontierten den damaligen ElCom-Präsidenten Carlo Schmid und Michael Frank, den Direktor des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), mit den Fakten.

ElCom-Präsident Schmid nahm die Strombranche grosszügig in Schutz und sprach von «Marktkräften, die wirken würden». Und VSE-Direktor Frank wies die Verantwortung der Stromwirtschaft weit von sich und behauptete, man könne es der Wasserkraft «nicht verargen», dass sie «Markt-Opportunitäten» nütze, wenn einmal ein Markt funktioniere. Es gebe «keine gesetzliche Verpflichtung der Wasserkraft für die Versorgungssicherheit zu sorgen».

Problem 2: Ausland-Investitionen in Wind und Solar

Nicht nur mit der profitorientierten Nutzung der Wasserkraft provozierte die Schweizer Strombranche die Blackout-Gefahr, sondern auch mit ihren Milliarden-Investitionen im Ausland.

In der ersten Phase von 2000 bis 2010 waren es die Investitionen in Gas- und Kohlekraftwerke (siehe Kasten unten) und in der zweiten Phase seit 2010 in die neuen erneuerbaren Energien (Wind und Solar).

Im Dezember 2019 titelte Infosperber: «Milliarden fürs Ausland: Wer pfeift die Strombarone zurück?» und hielt fest: «Die Schweizer Strombranche investiert Milliarden im Ausland und foutiert sich um die Sicherheit der Stromversorgung in der Schweiz.» Die Rede war von Milliarden-Investitionen in die Stromproduktion im Ausland in der Höhe von rund 33,5 TWh, was rund der Hälfte der gesamten Stromproduktion in der Schweiz entspricht.

Doch dabei gibt es ein gravierendes Problem: Der gigantische Schweizer Strompark im Ausland ist für die Stromversorgung in der Schweiz nicht verfügbar, wenn die betreffenden Länder bei Stromknappheit Export-Restriktionen erlassen.

Zur Ausland-Expansion sprechen die Europa-Karten der Axpo und Alpiq eine deutliche Sprache: Statt die sichere Stromversorgung der Schweiz voranzutreiben, expandierten die Schweizer Stromkonzerne in Europa und die Axpo sogar in die USA und nach Asien.

In ihrem Geschäftsbericht 2020 berichtet die Axpo stolz über die Eröffnung eines Büros in Singapur und über einen Abnahmevertrag für den Strom eines texanischen Solarparks.

Stromversorgung der Axpo in Europa, Asien und den USA (oben) sowie der Alpiq in Europa. Quelle: Jahresberichte 2020

Die doppelte Subventions-Moral der Stromer

Doch wieso eigentlich investieren die Schweizer Stromkonzerne in ganz Europa und sogar in den USA und in Asien statt in der Schweiz? In einem NZZ-Gastkommentar (17. Januar 2022) begründete Axpo-Chef Christoph Brand die Investitionen im Ausland mit der Behauptung, dass die Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energien in der Schweiz bisher «zu unattraktiv» gewesen seien. Gleichzeitig verlangte er «ausreichende Mittel, insbesondere mit mehr Anreizen für die Winterstromproduktion», also mehr Subventionen. 

Ein Blick zurück zeigt, dass die Rahmenbedingungen bisher «zu unattraktiv» waren, weil die Stromlobby und deren starke Vertretung im National- und Ständerat sowie in deren Energiekommissionen keine Finger gekrümmt haben, um die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Noch 2013 wehrte sich die Strombranche gegen Subventionen für die Wind- und Solarkraft. Der damalige VSE-Präsident Kurt Rohrbach schoss am Stromkongress vom 14. Januar 2013 gegen die Förderung der Solar- und Windkraft in der Schweiz, weil diese die Schweizer Wasserkraft konkurrenzieren würden. Auch der ehemalige Axpo-Chef und Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer erklärte gegenüber der NZZ (20. April 2013), dass «die Subvention von erneuerbaren Energien» dazu geführt habe, «dass europaweit Produktionskapazitäten aufgebaut werden, die subventionierten Strom billig auf den Markt bringen.» Und er forderte: «Wir müssen einen Weg aus dieser Subventionswirtschaft finden.»

Dabei frönte die Strombranche damals einer doppelten Subventions-Moral. Denn die Strombranche konkurrenzierte die Schweizer Wasserkraft längst durch ihre Investitionen in Windkraftwerke im Ausland und kassierte dabei pro Jahr 200 Millionen Öko-Subventionen, die sie in der Schweiz notabene bekämpfte.

Fazit: Hätten die Strombranche und ihre energiepolitischen Exponenten im Parlament, aber auch das zuständige Energiedepartement des Bundes auf die KritikerInnen gehört, wären die Milliarden-Beträge nicht ins Ausland geflossen und die inländische Stromversorgung wäre langfristig gesichert.   

Problem 3: Milliarden in Gas- und Kohlekraftwerke im Ausland

Die Investitionen in Wind- und Solarenergie waren nicht das erste Ausland-Abenteuer, mit dem die Strombranche die Inland-Produktion vernachlässigte und damit die von ihr beklagte Blackout-Gefahr förderte.

In den Jahren von 2003 bis 2009 fuhren die Strombarone im Stromhandel mit der Wasserkraft Milliardengewinne ein. Ein wesentlicher Teil davon verspekulierten sie in unrentablen Gas- und Kohlekraftwerken in Europa.

Ab dem Jahr 2010 ging die Stromparty zu Ende und die Stromblase platzte. Die vier Stromkonzerne mussten Milliarden Franken auf ihrem überdimensionierten Kraftwerkpark abschreiben und fuhren entsprechende Verluste ein.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Kurt Marti war früher Beirat (bis Januar 2012), Geschäftsleiter (bis 1996) und Redaktor (bis 2003) der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES).
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Stromleitungd

Die Politik der Stromkonzerne

Elektrizitätsgesellschaften verdienen am Verkaufen von möglichst viel Strom. Es braucht endlich andere Anreize.

SolaranlageBauernhof-1

Energiepolitik ohne neue Atomkraftwerke

Erstes, zweites und drittes Gebot: Der Stromverbrauch darf nicht weiter zunehmen.

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19 Meinungen

  • am 31.01.2022 um 13:07 Uhr
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    Die Strombranche offenbart exemplarisch das allgemeine Prinzip:
    Wir Menschen und Steuerzahler sind das Substrat, aus welchem viele Konzerne seit Jahrzehnten unanständige Gewinne generieren, auch und vor allem wenn es um grundlegende Dinge wie die Versorgung mit Energie, Nahrungsmittel, Pharmaprodukte, etc. geht.
    Die Risiken (hier die zunehmende Gefahr von Blackouts) tragen nicht die Profiteure, sondern immer wir selber, denn die Konzerne übernehmen dank guter Juristen und der Mithilfe des Staates die Verantwortung nicht.

    Um diesem Raubzug gegen die eigene Bevölkerung endlich einen Riegel zu schieben, müsste man die gesellschaftlich relevanten Bereiche verstaatlichen und/oder die staatlichen Rahmenbedingungen so ändern, dass auch wir Steuerzahler, Immobilienbesitzer und Mieter, von einer Energiewende in der Schweiz profitieren können.
    Verstaatlichung deshalb, weil es von Monopolen geprägte Märkte sind, die mit freier Marktwirtschaft nichts mehr zu tun haben.
    Es scheint nur noch die Freiheit zu geben, die Profite zu privatisieren.

    Für einen sinnvollen Systemwechsel zu unseren Gunsten und die der Energiesicherheit der Schweiz bräuchte es nur ein paar griffige Gesetzesänderungen.
    Warum hat wohl noch keine einzige Partei dies als Gesamtpaket vorgeschlagen?

    2
    • am 1.02.2022 um 08:22 Uhr
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      Die Schweizer Strombranche kann nicht verstaatlicht werden. Sie gehört schon den Kantonen und Gemeinden.

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    • am 2.02.2022 um 10:11 Uhr
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      Gemeinden und Kantone weisen meist rechtsbürgerliche Mehrheiten auf. Die folgen stur dem Prinzip: Möglichst viel Gewinn erwirtschaften.

      0
  • am 31.01.2022 um 15:03 Uhr
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    Die politisch herbeigeführte Strommarkt(teil-)öffnung bedeutete eine Zäsur. In den früheren Monopolgebieten hatten die Stromunternehmen eine Versorgungspflicht und damit die Verantwortung für die Versorgungssicherheit. Die Politik wollte um die Jahrtausendwende jedoch Markt. Konkurrenz, sprich die unsichtbare Hand des Adam Smith, sollte das «verkrustete» System optimieren. Die Produktions- und Vertriebsunternehmen wurden gezwungen, Strategien nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu entwickeln. Das bedeutet, Investitionen nach deren Rentabilität zu beurteilen, Risiken eingehen, und ja, das bedeutet auch, Entscheide zu treffen, die sich im Nachhinein als suboptimal erweisen. Dass Frau Sommaruga und Kurt Marti genau das nun in weinerlichem Ton beklagen, was die Politik zuvor gefordert hat, ist nur schwer nachzuvollziehen. Ob die Strommarktöffnung allerdings der Weisheit letzter Schluss war, darf hingegen gerne Diskutiert werden.

    0
    • am 1.02.2022 um 11:14 Uhr
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      Nicht diskutieren – handeln.
      Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

      0
  • am 31.01.2022 um 15:17 Uhr
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    Seit Jahren diesbezüglich gute Argumente hier. Danke Sperber, Kurt Marti und unvergessen HP Guggenbühl!
    Doch die zuständigen Geschäftsleitungen leben nur das Ideal der kurzfristigen Gewinnmaximierung, oft entgegen den INteressen der öffentlichen Eigentümerschaft.
    Es hat durchaus Vorteile, dass wir zurzeit keinen Vertrag mit der EU haben, so sind wir an unsere eigenen Möglichkeiten erinnert.
    Bei der Nutzung der Möglichkeiten muss endlich auch auf der Verbraucherseite etwas getan werden. Es darf doch nicht sein, dass selbst bei sich abzeichnenden Knappheiten, die Bezüge unkontrolliert ausschweifen dürfen und erst noch tariflich begünstigt werden.
    Da wäre doch endlich einmal ein günstiger Standardbezug einzuführen und der überbordende Bezug wäre progressiv zu verteuern.
    Es ist dieser überbordende Bezug, der die Probleme schafft, der neue Produktionskapazitäten erfordert und damit die gesamte Produktion verteuert.
    Dieses Problem wird durch den Umbau von Öl auf Strom zusätzlich verschärft.
    Die Auslandabhängigkeit von Öl ist ein Nachteil, die einfache und dezentrale Lagerfähigkeit ist ein Vorteil.
    Der Europäische Strommix basiert zu etwa 80% auf fossilen Energieträgern. Solange dies so ist, dürfte der Umbau von Öl auf Strom nur in einer Gesamtbetrachtung erfolgen. Der Umstieg auf Strom sollte deshalb nicht subventioniert werden, schon gar nicht bei der ohnehin verheerende Mobilität.
    Eher sollten wir den Mobilitätsverzicht honorieren!

    3
  • am 31.01.2022 um 17:30 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Marti
    Die Strombranche sind die Kantone und Gemeinden.
    Es wäre somit möglich, mittels Volksinitiativen eine Korrektur herbei zu führen. Man hat sich bisher politisch geinigt, den Staat zu nutzen um Stromproduktionsanlagen zu finanzieren, völlig unabhängig davon, ob der Strom zum richtigen Zeitpunkt und richtigen Ort produziert wird. Die Folge sind Stromlücken und Stromschwemmen.
    Aktuell geht die Blackoutgefahr weniger von der Schweiz aselbst us, sondern vor allem von Deutschland. Die Zahlen dazu findet man auf https://enefco.eu/residuallast/ basierend auf dem Agorameter von Agora Energiewende.
    Deutschland fehlt bis 2040 im schlechtesten Fall die Residuallast von 220 GW (entspricht der Leistung von 240 KKW Gösgen), wenn 86% des Strombedarfs in Deutschland regenerativ gedeckt wird. Diese Last kann effektiv weder durch AKW’s noch durch Gaskraftwerke gedeckt werden.
    Um sicherszustellen, dass die Schweiz nicht in Blackout mitgerissen wird, muss sie sich aus dem europäischden Stromverbund auskoppeln können. Danach ist die Strombilanz in der Schweiz ausgeglichen zu halten, primär durch Abschalten von Stromverbrauchern.
    Dazu muss die ausgeschriebenen Regelleistung von heute 1 GW auf 5 GW erhöht werden.
    Zwingend müssen Massnahmen ergriffen werden, dass Stromentschwendung wirtschaftlich wird. Dies lässt sich erreichen durch eine Ressourcen-Lenkungsabgabe. Tun wir es nicht, kommt es unweigerlich zu einer lang andauernden Strommangellage in der Schweiz..

    2
  • am 31.01.2022 um 18:11 Uhr
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    Genialer Artikel, herzlichen Dank.

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  • am 31.01.2022 um 18:26 Uhr
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    Ich bin nur halb einverstanden mit der Überschrift.
    Zu viele Möglichkeiten wurden so lange blockiert mit Einsprachen bis zum geht nicht mehr.
    Das ist vor allem ein Politisches Versagen.
    Wenn Politiker etwas abschaffen ohne dafür vorher für Ersatz zu sorgen, ist es das gleiche wie wenn ich mein Haus abbreche, bevor ich eine neue Bleibe habe, ich stehe dann an der Kälte und im Regen.
    Ich habe mich aktuell so eingerichtet dass ich 2-3 Wochen Stromausfall überstehen würde, sowohl vom Heizen (die fällt bei uns aus) wie vom Licht und Kochen. Auch Lebensmittel sind genug da.
    Wir sind in einem sehr fragil gewordenen Europäischen Stromnetz eingebunden das zudem noch durch Spekulation geschwächt wird, das ist aber auch ein Politsches Versagen, da müsste Gegensteuer gegeben werden.

    1
    • am 1.02.2022 um 05:33 Uhr
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      Ich gehe zur Zeit den gleichen Weg und stelle meine Stromversorgungssicherheit selbst sicher. Ich wohne an einem Ort auf dem Berg, wo die Wasser- und Abwasserversorgung auch bei einer lang andauernden Strommangellage gesichert ist. Ich stimme mit Ihnen überein, dass es sich um ein politisches Versagen handelt. Dabei gilt es zu beachten, dass in der Schweiz das Volk letztlich die Politik bestimmt.

      1
  • am 31.01.2022 um 21:24 Uhr
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    Das sind die Schattenseiten der freien Marktwirtschaft, angetrieben vom Shareholder Value. Investieren im Ausland und das eigene Solarpotential behindern um so an Subventionen und neue AKW zu kommen. Die Stromlobby braucht keine Subventionen sondern ein staatliches Korsett, wenn sie das Wohl des eigenen Landes, aus welchem ihr Startkapital generiert worden ist, aus den Augen verliert.

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    • am 1.02.2022 um 08:17 Uhr
      Permalink

      Die Stromwirtschaft hat nun gar nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun. Atomkraftwerke wären ohne staatliche Unterstützung nie möglich gewesen. Die ausgeschrieben Regelenergie (Reserven durch zuschalten von Kraftwerken und Ausschalten von Stromverbrauchern) ist auf ein GW gedeckelt und es werden nicht die erforderlichen 5 GW ausgeschrieben. Am Regelenergiemarkt können nur ganz wenige Stromverbraucher teilnehmen. Die Verbaucher können nicht von stündlich variablen Strompreisen profitieren. Die Übertragungskosten von Strom sind immer gleich unabhängig davon ob das Netz stark oder wenig belastet ist. Die Subventionen für Photovoltaik sind immer gleich unabhängig davon, ob der Strom gebraucht wird oder nicht. Das Entschwenden von Strom wird nicht gefördert. Wer Strom speichert bezahlt dafür Netzkosten und andere Abgaben. Kurzum der Strommarkt ist eine staatlich gelenkte Planwirtschaft und die Eigentümer sind die Kantone und Gemeinden. Es gehört zu den grossen Irrtümern zu glauben es gäbe die „Strombranche“ und eine freie Marktwirtschaft.

      0
  • am 1.02.2022 um 09:56 Uhr
    Permalink

    Dass sich die Strombranche um die sichere Stromversorgung foutirte stimmt nicht, denn solange die anderen Energieträger günstiger waren als Hydro-Strom, mussten einige Produzenten, darunter Axpo als Nr. 1, nach anderen Geschäftsmodelle schauen. Sie sahen sich darüberhinaus mit einer unsozialen Politik der Subventionen an Solar und Windenergie konfrontiert, die keine Motivation waren, Tätigkeiten bei uns zu entwickeln. Wer hingegen immer ziemlich viel Geld verdient hat, ist Swissgrid, der seine Kosten auf die Verbräucher umwälzt. Der Budesrat hat die Energieproblemtik jaherlang verschlafen und macht jetzt mit Phantasieprojekte von Frau Sommaruga eine groteske Figur, denn ein (Strom)Blackout wird nur die Elektrizät betreffen, sofern wir keine Importe mehr finden: soll dies geschen, helfen uns die Solarpänel auf den Autobahnen nur marginal und erst in einigen Jahren, zudem mit massiven Aufbau-und Anschlusskosten! Wenn wir wirklich die mögliche Elektrizitätskrise ausweichen und die CO2-Emissione senken wollen, denn brauchen wir dringend Atomstrom: dies sagen die Zahlen und Fakten, die in Hülle und Fülle vorhanden sind!
    Giovanni Coda

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    • am 1.02.2022 um 20:31 Uhr
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      Herr Coda, sie haben was die Zahlen an geht absolut recht. Wir können nicht «nur» Wärmepumpen fordern und «nur noch» E-Autos ohne den Strom dazu in genügender Menge zu haben.
      Ich gehe einfach davon aus, dass sich die Verantwortlichen nicht damit die Finger verbrennen wollten und es den Theoretikern überlassen haben, die Luftschlösser bauen.
      Einige dürften auch gedacht haben, kaufen wir halt im Ausland, wir haben das Geld dazu. Oder sie schoben es vor sich her, soll sich ein Nachfolger damit abwürgen.
      Es ist vieles so dezentral geworden, auch die Energierzeugung dass jeder nur nimmt, aber jemand (billigeres) soll es richten. Ich habe letzthin eine Berechnung gesehen, zwar für Deutschland aber alles Grün würde etwa eine Aufstockung um 140000 Windräder bedeuten, die am Ende ihrer etwa 20 Jahre Lebensdauer dann alle ersetzt werden müssen. Da kommt ganz was zusammen und was ist an einem bedeckten Windstillen Tag los?
      Sonne, Wind, Wasser alles in einem Zusammenhang, entweder haben wir von allem genug oder gar zu viel oder dann eben viel zu wenig. Das in der Waage zu halten, dafür bewundere ich die Verantwortlichen in Europa, bin aber skeptisch wie lange die das noch hinkriegen. Aktuell hat die Türkei nämlich riesen Problem und Abschaltungen. Offenbar hatten auch die Kasachen und ihre Nachbaren Brownouts wegen einer einzige Leitung, so wenig braucht es.

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  • am 2.02.2022 um 09:43 Uhr
    Permalink

    https://app.electricitymap.org/map

    Unter diesem Link könnt Ihr die Stromflüsse in Europa anschauen. Es sind gewaltige Strommengen die jederzeit verschoben werden.

    0
  • am 2.02.2022 um 10:14 Uhr
    Permalink

    Es gibt noch für 100 Jahre Uran. Deshalb muss heute auf Solarenergie gesetzt werden.Die erlöscht nicht übermorgen.

    1
  • am 2.02.2022 um 22:27 Uhr
    Permalink

    Was sagt denn die UNABHÄNGIGE dendrochronologische Gletscherholzforschung über die Gletscherbewegungen der letzten 9000 Jahre?

    Gletscherholz als Klimaarchiv, die paleo-klimatische Forschung:
    (folgend Text SRF)
    «Der Gletscherschwund bietet Naturwissenschaftlern auch die Chance für neue Erkenntnisse. So liegt unter den Gletschern konserviert jahrtausendealtes Holz, gewachsen, als keine Zivilisation die Atmosphäre beeinflusste und die Erde dennoch wärmer war als heute. Gletscherholz ist nicht einfach zu finden, doch es birgt ein «Klimaarchiv», das es zu nutzen gilt. Weitere Informationen: Institut für Geologie Uni Bern»

    2008 SRF einstein:
    https://www.srf.ch/play/tv/einstein/video/gletscherholz-als-klimaarchiv?urn=urn:srf:video:d6b1f216-7911-49fc-9b4a-c324cf01598d

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  • am 7.02.2022 um 10:49 Uhr
    Permalink

    Die deutsche Bundesregierung weist aus, dass es noch für 50 Jahre Uran gäbe. Die Sonne scheint sicher noch länger. Rechtsbürgerliche verhindern seit Jahrzehnten die Solar-Energie-Gewinnung. Wird es rechtzeitig Atom / Uranfreie Kraftwerke geben ? Oder haben Rechtsbürgerliche aus diese Forschung torpediert ?

    0
    • am 8.02.2022 um 07:27 Uhr
      Permalink

      Es geht nicht immer nur für das eine und gegen das andere, sondern manchmal besser mit sowohl als auch.

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