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Die Umweltorganisation Avaaz protestiert an der Copacabana gegen die Subventionen fossiler Energie © cc

Klimaschutz? Politiker halten uns zum Narren

Red. /  Weniger Benzin, Heizöl und Erdgas brauchen? Nein: Fossile Brennstoffe werden weltweit mit 500 Milliarden Dollar subventioniert.

Am 6. September gab die OECD in einem Communiqué freudig bekannt, am G20-Gipfel in Hangzhou hätten China und die USA das Problem der massiven Subventionen fossiler Energieträger anerkannt. Ein Abbau solcher Subventionen soll helfen, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, das die beiden Staaten ratifiziert haben.
Es wäre höchste Zeit dazu. Denn die OECD zitiert die Internationale Energieagentur IEA, wonach fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas, Kohle und auch fossil hergestellter Strom jährlich mit rund 500 Milliarden Dollar subventioniert werden. Neben den ausbezahlten Subventionen zählt die OECD auch die Steuerbefreiung bei der Produktion, beim ganzen Flugverkehr usw. als Subvention.

Grössere Auflösung hier
Zu diesen direkten Subventionen einschliesslich der Steuerbefreiungen zählt der Internationale Währungsfonds IWF zusätzlich die indirekten Subventionen hinzu. Dabei handelt es sich um die Folgekosten des Energieverbrauchs, insbesondere Kosten der Umweltbelastung und der Gesundheit. Damit kommt sie auf die enorme Summe von 5,3 Billionen Dollar Subventionen. Heute werden die indirekten Kosten des Energieverbrauchs schlicht sozialisiert und nicht den Verursachern auferlegt. Das widerspricht den Grundregeln der Marktwirtschaft.

Schweiz besser in der Verbrauchsbesteuerung
Bei Umweltabgaben und der Besteuerung des Verbrauchs von Energie ist die Schweiz (CHE) gegenüber andern Ländern vorbildlich (eine Tonne CO2 wird bei uns mit 84 CHF belastet):
http://www.infosperber.ch/data/attachements/Sub.Steuern.Fossil.460.png
Grössere Auflösung hier.
Steuerbelastung des Energieverbrauchs (links) und umgerechnet auf den CO2-Ausstoss (rechts). In dieser Statistik nicht berücksichtigt ist, dass die Hälfte aller in der Schweiz (in der Tabelle CHE) verarbeiteten und konsumierten Waren aus dem Ausland kommen. Quelle OECD
Siehe auch


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

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3 Meinungen

  • am 14.09.2016 um 11:44 Uhr
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    Und wenn wir jetzt noch die Kriegskosten dazu nehmen würden, z.B. in Syrien?

    Die fossilen Brennstoffe gehören in den Boden, dann wäre nicht nur das Klima gerettet, sondern der Syrienkrieg, wie auch andere Konflikte, wären schnell beendet.

    Ein wichtiger Grund die Initiative für eine grüne Wirtschaft anzunehmen.

    0
  • am 20.09.2016 um 10:04 Uhr
    Permalink

    Ich vermute die 5.3 Billionen Dollar Subventionen sind 5’300 Milliarden Dollar Subventionen. Wäre es für die Leser nicht einfacher einen Artikel zu verstehen, wenn die Einheiten eindeutig verwendet werden? Im Bild ist die Kurzform der Billion (= Milliarden) verwendet und im Text dann die Langform (=1000 Milliarden). Oder ist die Aussage eine ganz andere?

    0
  • am 20.09.2016 um 10:21 Uhr
    Permalink

    Nein. Die Grafik bezieht sich auf die von der OECD zitierten IEA-Zahlen (500 Mrd Dollar). Die 5,3 Billionen Dollar ist die Schätzung des IWF, wenn man alle sozialisierten, indirekten Kosten dazu rechnet (in US-Zahlen 5,4 Trillion Dollar).

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