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Bei erneuerbaren Energiequelle sei eine Revolution im Gang, sagt Nobelpreisträger Al Gore. © The Climate Reality Project

«Energierevolution geht schneller als vorgestellt»

Red. /  Eveline Widmer-Schlumpf präsentiert Energie-Szenarien bis 2030 und Lenkungsabgabe. Solche Pläne sind nach Al Gore bereits überholt.

Der frühere US-Vizepräsident Al Gore und Produzent des aufrüttelnden Klima-Films «An Inconvenient Truth» zeigt sich optimistischer denn je: «Wir gewinnen den Kampf gegen den Klima-Kollaps», erklärte der der «New York Times». Es sei «begeisternd», wie schnell die neue Technologie die alte ersetze.
Frühere und heutige Prognosen über die Entwicklung von Technologien, welche fossile Brennstoffe und Uran, das heisst Atomkraftwerke, ersetzen, würden schneller überholt, als wir dies uns je vorgestellt hätten.

  • Im Jahr 2000 hätten Experten vorausgesagt, dass im Jahr 2010 weltweit etwa 30 Gigawatt Windenergie produziert werde – tatsächlich waren es 200 Gigawatt und im Jahr 2014 bereits fast 370 Gigawatt.
  • Im Jahr 2002 hätten Experten vorausgesagt, dass bis 2010 jedes Jahr etwa 1 zusätzliches Gigawatt Solarstrom installiert werde – tatsächlich seien es 17 mal so viel gewesen und im Jahr 2014 bereits 48 mal so viel wie im Jahr 2002.

Rasante Geschwindigkeit wie bei den Mobiltelefonen
Man müsse sich an die Entwicklung der mobilen Telefone erinnern, um sich vorzustellen, was gegenwärtig bei der Energieversorgung ablaufe.

Al Gore (© campuspartymexico)
Im Jahr 1980 hatten Experten im Auftrag des US-Telefonkonzerns AT&T vorausgesagt, dass im Jahr 2000 weltweit rund 900’000 Mobiltelefone verkauft würden. Tatsächlich waren es um die Jahrtausendwende 109 Millionen. Heute würde über sieben Milliarden jährlich verkauft. Diese mobilen Telefone hätten sich überdies zu vielseitigen Smartphones verwandelt. «Eine ähnlich rasante Entwicklung findet heute bei der Energieversorgung statt», zeigt sich Al Gore überzeugt.
Mit seiner Lobby-Gruppe «Climate Reality Project» will Gore dazu beitragen, dass sich die Entwicklung noch beschleunigt.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Al Gore hat einen Teil seines Vermögens in Unternehmen investiert, die auf alternative Energieversorgung spezialisiert sind. U.a. gründete er die «Generation Investment Management» und er ist Verwaltungsrat der Start-up Firma «Kleiner Perkins Caufield & Byers».

Zum Infosperber-Dossier:

SolaranlageBauernhof-1

Energiepolitik ohne neue Atomkraftwerke

Erstes, zweites und drittes Gebot: Der Stromverbrauch darf nicht weiter zunehmen.

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Eine Meinung zu

  • am 22.03.2015 um 18:45 Uhr
    Permalink

    Ganz so einfach ist das schon nicht.
    Der Kampf um den Verbleib der Energieträger im Markt ist ausgebrochen. Die fossilen Energieträger sind im Preis bereits massiv – vor allem in den USA – gesunken. USA ist bald Selbstversorger für fossile Energien. Es ist in den USA eine Auseinandersetzung über den Export fossiler Energieträger im Gang. Das würde die Preise in Europa und weltweit reduzieren. Der Umstieg auf erneuerbare Energien und vor allem auch Effizienz würde zumindest verzögert.
    Die weltweit verfügbaren fossilen Energieträgern in Aktien bewertet sind um einen Faktor fünf höher, wie das, was gemäss nachhaltigen Klimaszenarien genutzt werden dürfte.
    Fazit:
    – Ein Abbau der weltweiten Subventionen für fossile Energieträger von jährlich 500 Milliarden.
    – Umstieg auf ein sinnvolles Lenkungssystem mit Internalisierung des externen Kosten.

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