Skoda Duo Bell Veloklingel

Der Prototyp der unüberhörbaren Veloklingel: Die Klingel gibt es noch nirgends zu kaufen und sie sieht so klobig aus wie eine Bürostuhlrolle – aber sie ist gute Werbung für Škoda. © Škoda

Unüberhörbar: die Veloklingel, die sich nicht «canceln» lässt

Esther Diener-Morscher /  Eine neue Veloklingel durchdringt angeblich die Lärmmauer, die moderne Kopfhörer aufbauen. Es gibt aber erst einen Prototyp davon.

Sie sind ein zunehmendes Problem: Verkehrsteilnehmer, die Kopfhörer mit «Active Noise Cancelling» (ANC) – also aktiver Geräuschunterdrückung – nutzen. Die Kopfhörer filtern auch wichtigen Lärm heraus, etwa den Ton einer Veloklingel.

Der tschechische Autohersteller Škoda hat gemeinsam mit der britischen Universität von Salford das Problem untersucht und schlägt eine spezielle Veloklingel vor, wie das Velojournal berichtete. Die Akustiker analysierten etliche gängige Kopfhörer mit ANC von Apple, Bose, Sony, JBL und Samsung.

Dabei entdeckten sie eine entscheidende Schwachstelle in der Geräuschunterdrückung: Bei 750 bis 780 Hertz haben die digitalen Signalprozessoren eine Lücke. Škoda konstruierte deshalb den Prototypen einer Veloklingel, die Töne in genau dieser Frequenz aussendet. Ausserdem hat die Klingel – Škoda nennt sie «Duobell» – eine zweite, höhere Frequenz, die beim Betätigen der Klingel schnell und unregelmässig erklingt. Dadurch entstehen Schallwellen, so die Akustik-Experten, die ANC-Algorithmen nicht schnell genug verarbeiten und unterdrücken können. Das Problem ist, dass 750 Hertz ein ziemlich tiefer Ton ist, der einen grossen Resonanzkörper braucht.

Das Resultat ist deshalb eine relativ grosse Veloklingel, die ohne Elektronik auskommt, aber einer Bürostuhlrolle gleicht. Ihre Wirkung ist erstaunlich. Laut den Virtual-Reality-Tests der Universität von Salford wirkt die Klingel wie folgt: Personen mit ANC-Kopfhörern hören sie im Durchschnitt 22 Meter früher und 5 Sekunden schneller als andere Klingeln. Auch die Velokuriere eines Londoner Lieferdienstes testeten die Klingel und waren zufrieden. «Es gab mir eine Stimme auf der Strasse», gab eine Kurierin zu Protokoll.

Škoda will die Veloklingel nicht selber herstellen und verkaufen. Dass der Autohersteller so viel Her(t)z für Velofahrerinnen und Velofahrer hat, ist nicht ganz überraschend. Die Automobilmarke Škoda ist eine der ältesten der Welt. Das Unternehmen begann 1895 mit der Herstellung von Velos und produzierte ab 1905 Automobile. Heute sponsert Škoda die Tour de France und andere Radsportveranstaltungen.

Die Frage ist, ob Škoda das Kopfhörer-Problem von der richtigen Seite angeht. Im dichten Strassenverkehr mit Kopfhörern herumzulaufen, die alle Umgebungsgeräusche unterdrücken, ist generell riskant.


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6 Meinungen

  • am 25.05.2026 um 10:47 Uhr
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    zit.(«..Die Frage ist, ob Škoda das Kopfhörer-Problem von der richtigen Seite angeht. Im dichten Strassenverkehr mit Kopfhörern herumzulaufen, die alle Umgebungsgeräusche unterdrücken, ist generell riskant…») Nicht nur riskant, sondern Schwachsinn pur. Rein technisch ist die Skoda-Idee gut.

  • am 25.05.2026 um 13:37 Uhr
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    Noch wichtiger wäre eine «Altersklingel»: seit dem alle Kurorte Strassenverkehrsgesetz und Strassenverkehrsverordnung missachten und Wanderpfade zu Single Trails deklarieren, sind Pensionäre nicht mehr vor Mountainbike- und Mountainbike-Atomstromtöffli-Rasern sicher (mit dem Alter werden gewisse Frequenzbereiche – Tonhöhen – schlrcht wahrgenommen).

  • am 25.05.2026 um 14:24 Uhr
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    Infosperber:
    Veloklingel: Unüberhörbar, sich nicht «canceln» lässt
    Durchdringt angeblich die Lärmmauer [SCHUTZ!], die moderne Kopfhörer aufbauen
    Das klingt «in meinen Ohren» wie deutsche Rüstungsindustrie.
    Veloklingeln erschrecken mich, müssten wie Hupen verboten sein (ausser in Notsituationen, oft wird ohne Not gehupt, widerrechtlich).
    Mein Kollege in Tinnitus-Selbsthilfegruppe liess aus seinem neuen Auto sofort Airbag ausbauen. KI: Ein durch Airbag-Auslösung verursachter Tinnitus ist typisches Symptom eines Knalltraumas, ausgelöst durch den extremen Schalldruck (160-178 dB) und plötzlichen Druckanstieg im Fahrzeug.
    Ich trage Outdoor starken Kapselgehörschutz (Pamir).
    Beobachter: «Im Alter lässt das Gehör nach. Logisch, denken wir, schliesslich werden auch die Gehörorgane alt. Doch das ist falsch. Studien zeigen: Die Gehörkapazität eines 18-jährigen New Yorkers entspricht etwa jener eines 80-jährigen Zentralafrikaners, der selten einem Schall von mehr als 75 Dezibel ausgesetzt ist.

    • am 26.05.2026 um 13:59 Uhr
      Permalink

      zit:(«… liess aus seinem neuen Auto sofort Airbag ausbauen…») na ja – dann fuhr das aUTO WOHL AUCH NICHT MEHR: dENN ohne oder mit defektem Airback sollte der Startvorgang eigentlich abbrechen. Hoffentlich.

      • am 27.05.2026 um 02:34 Uhr
        Permalink

        @Gunther Bosse – Die Story ist viele Jahre her; bin selbst lebenslanger Nichtautolenker. Aktuell Internet behauptet einerseits, Airbag sei nicht Pflicht, andererseits es sei Pflicht für Neuzulassungsautos seit anno XY. SRF 8.11.2024: Abfahrt und Super-G – FIS erklärt Airbag für obligatorisch – Skirennsportler müssen ab dieser Saison in den Speed-Disziplinen zwingend einen Airbag tragen.
        Ich empfinde die heutige Welt zunehmend als «Zwang zum Schaden» (Airbag, 5G-Mobile, LED-Licht HEV, etc.), Entmündigung der Selbstbestimmung. Anders formuliert: Der Staat zwingt, haftet aber umgekehrt nicht für daraus resultierende Schäden (die eh irreversibel sein können).
        Ausweg? Man könnte altes Auto kaufen; ich weiss noch Quellen für Glühwendel-Glühbirnen. Aber wie lange noch? Ach, Welt, wohin gehst du bloss? Seufz, ächz, stöhn, kommentiert Donald Duck.

        • am 27.05.2026 um 16:37 Uhr
          Permalink

          Ich teile Ihre Seufzer und würde gerne ein altes Primitivauto fahren – Lada z.B. Aber damit können sie die Abgas- und sonstige Sicherheitsanforderungen kaum erfüllen. Das Problem ist doch, daß Vorschriften oft aus sehr singulären Prozessen abgeleitet werden – die eine große Zahl von Autofahrern mit nur sehr geringer Wahrschreiblichkeit betreffen und man könnte summarisch gesehen solche Vorschriften weglassen. Aber wo zieht manbn die Grenze? Sicherheitsgurt war wenig aufwendig und hat schon für viele eine ziemlich Relevanz. Aber ein Bespiel für horrenden Schwachsinn : das obligatorische MItführen eines aktuellen Verbandskasten. Benutzungshäufigkeit = NULL. Idiotische Resourcenverschwendung.

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