210511 Nato Manöver

Das Schwarze Meer ist immer wieder Schauplatz militärischer Übungen der Nato und Russlands. © cnn

Manöver mit 30’000 Nato-Soldaten jetzt am und im Schwarzen Meer

Urs P. Gasche /  Im Rahmen der Nato-Manöver «Defender-Europe 21» konzentrieren sich grosse Einheiten im ukrainisch-russischen Grenzgebiet.

210513 Nato Manöver Trojan Footprint
Information der US-Botschaften über die Manöver «Trojan Footprint 2021».

«Trojan Footprint 21» heisst das grosse Nato-Manöver zu Land, in der Luft über dem Schwarzen Meer und zu Wasser im Schwarzen Meer, das gegenwärtig stattfindet. Grosse westliche Medien berichten darüber nur spärlich. Infosperber informierte am 11. April (Defender-Europe 21 erneut an der russischen Grenze) und am 7. Mai, nachdem die Nato-Manöver «Defender Europe 21» in Südosteuropa und im Baltikum begonnen hatten (Nato: Kein Lockdown für die Militärs).

Jetzt am Schwarzen Meer nehmen nach Angaben von CNN 30’000 Soldaten aus 26 Ländern teil. Mit dabei seien auch ukrainische und georgische Einheiten, obwohl die Ukraine und Georgien (noch) keine Mitglieder der Nato sind. Die Manöver würden sich aufdrängen «angesichts der angespannten Lage in Russland», meinte CNN. Der «russischen Aggression» und der «Invasion der Russen in der Ukraine und in Georgien in den letzten Jahren» müsse die Stirn geboten werden.

Exklusiv konnte ein CNN-Reporter eingebettet von den US-Militärs einige autorisierte Filmaufnahmen der Manöver machen. Wir zeigen hier einen Ausschnitt mit dem Originalkommentar:

Bericht des eingebetteten CNN-Reporters von den Manövern ums Schwarze Meer.
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Weiterführende Informationen


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Zum Infosperber-Dossier:

Kalter_Krieg

Der Kalte Krieg bricht wieder aus

Die Grossmächte setzen bei ihrer Machtpolitik vermehrt wieder aufs Militär und gegenseitige Verleumdungen.

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13 Meinungen

  • am 14.05.2021 um 11:20 Uhr
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    Wie war das nochmal? Vor wenigen Wochen waren die Massenmedien der westlichen Welt voll von alarmierenden Meldungen. Die Russen würden Truppen in Nähe ihrer Grenzen aufmarschieren lassen, es sei ein militärischer Angriff auf die Ukraine zu befürchten. Krieg an Europas Ostgrenze ? Die „Welt“ hielt dem Atem an. Damals war sehr wohl bekannt, dass diese Nato-Manöver stattfinden würden. Schwer zu durchschauen, wer da wen bedroht, nicht wahr?

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  • am 14.05.2021 um 11:52 Uhr
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    „Der Feind griff unser Land an, kam auf unseren Boden, um zu morden, um Tod und Schmerz zu verbreiten, Schrecken und unermessliches Leiden. Er wollte nicht nur die politische Ordnung stürzen, das sowjetische System, sondern uns auch als Staat vernichten, als Nation und unsere Völker von dieser Erde ausradieren.“ (Putin am 9.5. 2021) Im Unterschied zu früheren Siegesparaden gab es kein Lächeln, keine Freude bei Zuschauern und Gefeierten, nur besorgte, traurige Gesichter, auch beim Präsidenten, wie beim „Saker“ zu lesen ist. https://thesaker.is/foreign-minister-sergei-lavrov-and-un-secretary-general-guterres-press-conference-in-moscow/ Deutschland wird des 80. Jahrestags zum Überfall auf die SU am 22. Juni nicht im Bundestag gedenken. In Gaza steht der abgewählte Netanjahu davor, den Nahen Osten in eine Hölle zu verwandeln. Die USA wollen neuerdings Cyberangriffe als Kriegserklärung werten. Wie die Welt seit Skripal oder Navalny weiß, werden Schuldige fast schon vor der Tat und ohne Beleg benannt. Die besorgten Gesichter in Moskau zeugen davon, wie bewusst man sich auch beim Militär der Tatsache ist, dass schon heute ein Wahnsinniger den Krieg auslösen kann. Sie beten für Frieden und Voraussicht, den Wahnsinn zu stoppen. So sehr sie vorbereitet sind, hassen sie Krieg. Die traurigen Gesichter betreffen das Bewusstsein, ihr Land nur um den Preis der Vernichtung der Angriffsländer verteidigen können. In Stuttgart ist die US-Kommandozentrale EUCOM, die gegen Russland gerichtet ist.

    0
  • am 14.05.2021 um 11:59 Uhr
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    WIRKLICH INTERESSANT sind die «nebensächlichen Informationen» innerhalb dieses Kommentars:

    1. » Defender Europe 21″ — also wohl Verteidigung Europas wird simuliert ?!

    2. «Trojan footprint…» genannt. ? Trojanisches Pferd ? Wie ? Wo?
    Was wohl damit zu tun hat, dass auch Nicht-Nato-Truppen (Ukraine, Georgien) DA sind ?

    3. Der Titel der CNN-Karte zur CNN-Kommentierung heisst ? logischerweise ?
    » U.S. Training Eastern Europe»

    Eine kleine «Denk-Anregung» meinerseits.

    Wolf Gerlach, Ingenieur

    U.S. Train

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  • am 14.05.2021 um 13:30 Uhr
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    «Der «russischen Aggression» und der «Invasion der Russen in der Ukraine und in Georgien in den letzten Jahren» müsse die Stirn geboten werden.» – Die «russische Invasion» im Grenzgebiet konnte offensichtlich nicht verhindern, dass sich die NATO in diesen Ländern einnisten konnte und jetzt direkt vor der russischen Grenze aufmarschiert. Mit der «Invasion» kann es also nicht so weit her sein. Die Manöver sind das geeignete Mittel um diese «russische Aggression» weiter anzuheizen. Hoffen wir, dass die russischen Generäle das Spiel durchschauen und nicht auf diese Provokation hereinfallen.

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  • am 14.05.2021 um 16:38 Uhr
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    Die NATO verbündet sich mit jenen, die einst Verbündete der Nazis waren, wie die Anhänger Banderas in der Ukraine. Die Nazis haben jene ukrainischen Truppen gedrillt, die dann als ‚Bataillon Nachtigall‘ mit der Wehrmacht in die Ukraine eindrangen und sich vor allem mit Massakern an ihren jüdischen Nachbarn hervortaten.
    Die heutige Ukraine, die so gerne in die NATO aufgenommen werden will, hat Bandera zum Nationalhelden erklärt und verherrlicht den Kriegsverbrecher Schuschkewitsch, der das Bataillon Nachtigall kommandierte.
    Der Krieg, wird bei uns erzählt, würde von Moskau betrieben. Dabei war es die illegal an die Macht gekommene Regierung in der Ukraine, die begann, ihre eigenen Bürger zu beschießen. Jene, mit ihren Vorbildern Bandera und Schuschkewitsch, jene die nur allzu gern bereit sind, weitere Massaker zu begehen.

    Zu all dem noch ein kleines Zitat: «Heute stehen rund 160 russische Divisionen an unserer(!)Grenze. Seit Wochen finden dauernde Verletzungen dieser Grenze statt, nicht nur bei uns, sondern ebenso im hohen Norden. Russische Flieger machen es sich zum Vergnügen, unbekümmert diese Grenzen einfach zu übersehen, um uns wohl dadurch zu beweisen, dass sie sich als die Herren dieser Gebiete fühlen.»
    Russische Divisionen, die bedrohen, weil sie die eigenen Grenze schützen?
    Das Zitat tönt so, ist aber nicht von heute. Es stammt aus der Rede, mit der Hitler am 22.Juni 1941 den Beginn des deutschen Überfalls im Radio bekannt gab.

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  • am 14.05.2021 um 18:26 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Gasche
    Ich finde es super, das infosperber als einer der wenigen westlichen Medien über die militärischen NATO Aktivitäten hart an der russischen Grenze berichten.

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  • am 14.05.2021 um 19:30 Uhr
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    Ein paar philosophische Gedanken. Man rasselt mit dem Säbel. Die Vorstellung, das ein Präsident (Welcher ohnehin nicht mehr lange zu leben hat) einen Koffer hat, wo er einen Code eingeben muss, und dann fliegen thermonukleare Raketen los, und die Maschinen, UBoote und automatisieren Vergeltungsaparaturen der Gegner werden dann automatisch die Welt der Angreifer einäschern. Die Reichen, die Eliten, die Gebildeten und ein paar tausend gebährfähige Frauen werden sich in tiefen Bunkerstätten eingraben, um in 10’000 Jahren wieder an die Oberfläche zu kommen nach diesem Welt-Massenmord. Die heilige Dreifaltigkeit von Reich, Elitär und Gebildet wird dann sagen: Die damalige Menschheit hat uns enttäuscht, sie waren gewalttätig, ungebildet und arm, sie waren krank und zu nichts zu gebrauchen. Dieses Horrorszenario, welches man in vielen Büchern, Romanen und Geschichten lesen kann, sagt letztendlich etwas aus was vielen nicht bewusst ist. Dass was die Reichen, Elitären und Gebildeten da vernichtet haben, haben sie selbst zuvor erschaffen. Die Dummheit ist ein arger Feind. Man kann sie nicht bekämpfen, und alles was an guten Argumenten daherkommt, braucht der Dumme einfach nicht zu glauben, und schon ist es erledigt. Die von dummheit Befallenen externalisieren ihre dummheit nach Aussen, projizieren diese auf ihr Gegenüber, und am Schluss schreiben sie die Geschichtsbücher, und alles wird sich widerholen, solange die Dummheit nicht überwunden wird.

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  • am 14.05.2021 um 19:51 Uhr
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    Die kürzlichen Manöver Russlands wurden in den Medien inkl. SRF regelmässig mit dramatischen Bildern (Panzer, Schützgräben, Raketen) als aggressive Handlung kommentiert.
    Über Defender 21 herrscht rundherum Schweigen.
    Warum diese Einseitigkeit? Warum dieses permanente und eskalierende Russland Bashing?
    Frieden in Europa ist nur MIT und nicht gegen Russland möglich.

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  • am 15.05.2021 um 09:22 Uhr
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    Es fehlen echte übersetzte Berichte aus Russland und den Gebieten, die nun durch die NATO-Übung besetzt werden. Propaganda kann nur eingeordnet werden, wenn diverse Bericht-Erstatttungen neben einander stehen. USA-Berichte waren noch nie neutral.

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  • am 15.05.2021 um 13:57 Uhr
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    Im Lead dieses Artikels steht «Im Rahmen der Nato-Manöver «Defender-Europe 21» konzentrieren sich grosse Einheiten im ukrainisch-russischen Grenzgebiet.» Könnte es geographisch etwas genauer gehen? Nachher heisst es nur noch «am Schwarzen Meer». Gibt es ein russisch-ukrainisches Grenzgebiet am Schwarzen Meer? Logischerweise könnte das nur die Region bei Mariupol sein, das allerdings am Asowschen Meer liegt. Es sei denn, man zähle die Küste der Krim zur russischen Grenze. Oder betrachte das gesamte Schwarze Meer als russisches Gewässer. Also grosse Quizfrage: Wo genau halten sich die gemeinten Truppen auf?

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  • am 17.05.2021 um 12:42 Uhr
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    @Manuel Pestalozzi, Zürich, am 15.05.2021 um 13:57 Uhr
    Tja, Herr Pestalozzi, wo sind die 30.000 Mann?
    Auch wenn man US-Veröffentlichungen liest (z.B. https://sldinfo.com/2021/05/trojan-footprint-21-working-the-black-sea-region-challenges/), wird man nicht wesentlich schlauer. Außer, dass man weiß, dass man von Ungarn bis zum Schwarzen Meer, ja nach meiner Aufassung auch bis Georgien, suchen muss, um fündig zu werden. Auch die Donau macht man zum Manövergebiet.. Warum wohl? Ach, da gbit es ja noch ein gallisches Dorf namens Serbien…
    Schauen Sie auf eine beliebige Karte, auch Sie werden die Gebiete im Schwarzen Meer finden, wo Russland und die Ukraine sich sehr nahe sind. Und ja, die Krim gehört nun mal zu Russland.

    Nein, im Asowschen Meer finden Sie keine NATO-Truppen, da Russland das Gebiet vorsorglich für Kriegsschiffe gesperrt hat. Aber über Land kommt man ja auch nach Mariupol. Und was soll ich Ihnen sagen, erst in den letzten Tagen tauchten genau dort hochrangige US-Politiker in Militärbegleitung auf. Zufälle gibt´s…

    Und sollte Ihnen das an NATO-Aggressivität noch nicht genügen, gehen Sie einfach vom Schwarzen Meer auf der Karte mit dem Finger nach oben: in jedem NATO-Land bis zur Ostsee finden derzeit ähnliche «Verteidigungs»-Übungen statt.

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  • am 21.05.2021 um 11:50 Uhr
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    Am 15.5. habe ich auf SRF-Mail mt einem Link zu Ihrem Beitrag auf die Einseitigkeit der Berichterstattung hingewiesen.
    Heute erhalte ich folgende Antwort:

    Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns zu schreiben. Ihre Zeilen haben wir an den stellvertretenden Nachrichtenchef, Gregor Sonderegger, weitergegeben und informieren Sie gerne über seine Antwort:

    «Vielen Dank für den Hinweis. Das hätten wir durchaus erwähnen können. Es gibt aber immer wieder und regelmässig auf beiden Seite grössere und kleinere Militärmanöver, wie das von Ihnen erwähnte, das von Georgien aus startete und in der ganzen Region als Übung stattfand. Alle diese Manöver zu reportieren würde den Rahmen sprengen.»

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