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Es wird wieder grossflächig bombardiert... © nachtmagazin

Hilferuf aus dem Gazastreifen

Christian Müller /  Der deutsche Journalist Martin Lejeune hat aus Gaza City seinen Bekannten in Europa vom Handy aus einen Hilferuf zugemailt.

Hier der ungekürzte und unredigierte Text aus dem Kriegsgebiet:

Gaza Stadt, der 31. Juli 2014

Hilferuf aus dem Gazastreifen.

Seit dem 22. Juli bin ich im Gazastreifen und ich kann einfach nicht glauben, was hier passiert. Ich erlebe die schlimmsten Tage meines Lebens. Alle Menschen in Gaza erleben die schlimmsten Tage ihres Lebens. Denn so massiv wie in dieser Wochen waren noch keine Angriffe auf Gaza. Hinter diesen Worten verbergen sich menschliche Tragödien. Die humanitäre Katastrophe in Gaza hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

Der Krieg in Gaza ist ein Krieg gegen Zivilisten. Das sage nicht nur ich, sondern auch die Menschen in Gaza und die Journalisten, mit denen ich spreche, von denen einige so ziemlich sämtliche Kriege der letzten zehn Jahre abgedeckt haben (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, etc…). Was hier passiert, hat eine besondere Qualität.

Überall schlagen Raketen ein. In Wohnhäuser, in denen Familien leben, in Moscheen, in denen Menschen beten. Am frühen Abend des 30. Juli bombardierte ein F16-Kampfjet das Wohnhaus, das bis dahin schräg gegenüber unseres Hauses stand. Wir saßen gerade auf dem Balkon als die Rakete 50 Meter entfernt einschlug. Kurz zuvor hörte ich noch einen Esel hysterisch wiehern, als ob er den Angriff schon ahnte und uns warnen wollte.

Trümmer fliegen in schneller Geschwindigkeit gegen unsere Hausmauer und verfehlen uns nur knapp. Wir sitzen plötzlich inmitten einer Staubwolke. Der Staub bedeckt meine Brillengläser und meinen Laptop. Der Staub knirscht zwischen meinen Zähnen. Es dauert etwa eine halbe Minute bis sich der Rauch legt. Jetzt sehe ich den Vater, mit dem ich mich vorhin noch auf der Straße unterhalten habe, wie er sich mit seinen Kindern hinter einem Bagger verschanzt, um Deckung zu finden, falls ein zweiter Schlag folgt. Der Bagger steht auf einem Parkplatz gegenüber unseres Hauses und gehört einem Baumunternehmer. Ich laufe sofort zu den Trümmern des bombardierten Wohnhauses und sehe die Verletzten. Ich habe die Familie schon mehrmals in unserer Straße spazierengehen sehen. Ich filme mit meinem Handy wie die Rettungswagen eintreffen und die Verletzten ins Krankenhaus bringen. Auf der Straße liegen Steine, Scherben, umgekippte Strommasten.

Seit dem ich hier bin, wurden jeweils am hellichten Tag bei unbedecktem Himmel und bei freier Sicht zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Zum Beispiel eine Mädchengrundschule der Vereinten Nationen in Beit Hanoun, in der sich Hunderte Flüchtlinge aufhielten, und dies, obwohl die UN zuvor die GPS-Koordinaten der Schule dem Generalkommando der israelischen Streitkräfte durchgegeben hatte. Ich erinnere schon gar nicht mehr die genaue Zahl der Toten und habe auch kein Internet, um es zu recherchieren. Auch wurde auch ein Park im Schatti-Flüchtlingslager, vor dessen Eingang acht Kinder spielten, die alle durch den Angriff getötet wurden, bombardiert. Und am späten Nachmittag des 30. Juli fielen der Bombardierung eines Marktes im Norden des Gazastreifens 17 Menschenleben zum Opfer. 160 Palästinenser wurden verletzt, die dort gerade ihre Einkäufe erledigten. Diese Aufzählung an Massakern an der Zivilbevölkerung ließe sich beliebig lang fortsetzen, da seit dem 8. Juli bereits um die 1000 Zivilisten getötet wurden. Ich kann nicht verstehen, weshalb die israelischen Streitkräfte so etwas tun. Weshalb werden offenbar gezielt zivile Ziele und große Menschenansammlungen bombardiert? Die genaue Kenntnis der zu attackierenden Ziele dürfte durch die allgegenwärtigen Aufklärungsdrohnen, die gestochen scharfe Bilder liefern, vorhanden sein. Weshalb töten die Bomberpiloten immer wieder vorsätzlich Frauen und Kinder? Welchen ethischen Maßstäben folgen diese Herren der Lüfte über Leben und Tod? Sie sitzen in den modernsten Kampfjets, die jemals entwickelt wurden und brüsten sich mit «zielgenauen Schlägen». Daß in einem Krieg Soldaten Soldaten töten müssen, ist durch das Völkerrecht legitimiert, aber Zivilisten gezielt zu attackieren, so wie die Familie in unserem Nachbarhaus, die Kinder im Park, die Flüchtlinge in der UN-Schule, das ist rechtlich durch keine Kriegsordnung gedeckt. Die Menschen im Gazastreifen fragen sich, weshalb deutsche und westeuropäische Regierungschefs diese Verstöße gegen internationale Konventionen nicht scharf verurteilen. Das sind Kriegsverbrechen, die hier jeden Tag im Gazastreifen durch die israelischen Streitkräfte verübt werden.

Auch Krankenhäuser, ein Wasserwerk und das einzige Kraftwerk des Gazastreifens wurden bombardiert. In unserem Viertel im Zentrum von Gaza Stadt, das «Beverly Hills» genannt wird und bis vor drei Wochen noch über eine ziemlich intakte Infrastruktur verfügte, hat niemand mehr fließendes Wasser. Wir waschen uns mit Wasser aus Plastikflaschen, die wir im Tante-Emma-Laden um die Ecke kaufen. Wir haben seit der Nacht auf den 29. Juli, in der das Kraftwerk bombardiert wurde, keinen Strom und kein Internet mehr. Das Festnetztelefon ist tot. Das Handy ist das einzige Kommunikationsmittel, das noch funktioniert, was natürlich auf Dauer sehr kostspielig ist. Diesen Text schreibe und versende ich im Al Deira Hotel, das über einen eigenen Generator verfügt und in dem die französische Nachrichtenagentur AFP ihr eigenes WLAN-Netz hat.

Es gibt kein Brot mehr im Gazastreifen. Es gibt nirgendwo mehr Brot zu kaufen. Wir essen das Brot, das die Ehefrau meines Gastgebers Maher zu Hause bäckt im Innenhof unseres Hauses in einem selbstgebauten Ofen, den sie mit Holzkohle befeuert. Wir tunken das Brot in Olivenöl und Za’tar, eine Paste aus Thymian, Sesam und Salz. Das essen wir jeden Tag. Selbst wenn es noch Brot zu kaufen gäbe, hätten wir kein Geld, um es bezahlen zu können. Seit Beginn des Krieges gibt es kein Bargeld mehr an den Geldautomaten, sind die Banken geschlossen, wurde das Finanzministerium komplett zerstört, funktionieren EC- und Kreditkarten nicht mehr. Wenn wir Mehl und Öl kaufen gehen im Laden um die Ecke, lassen wir anschreiben, so wie das alle derzeit tun müssen.

Es gibt kein öffentliches Leben mehr im Gazastreifen. Alle Behörden und Büros, fast alle Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Die Menschen gehen nur aus dem Haus, falls unbedingt nötig. Die Strände und Parks sind menschenleer. Die letzten vier Kinder, die am Strand Fußball spielten, sind von einer israelischen Rakete getötet worden. Es war kein Hamas-Kämpfer oder Raketenabschußrampen in der Nähe, berichteten Augenzeugen übereinstimmend.

Ich wohne in einem zweistöckigen Haus um die Ecke der am 29. Juli zerbombten Al Amin Moschee. Zehn Menschen lebten in dem Haus, bevor der Krieg begann. Jetzt sind es 70, die sich die zwei Wohnungen im Haus teilen. Meine Gastgeber haben 60 Flüchtlinge aus dem Norden des Gazastreifens, der dem Erdboden platt gemacht wurde, bei sich aufgenommen. Die Männer müssen im Hauseingang und im Hausflur schlafen, die Wohnungen sind den Kindern und Frauen vorbehalten. Auf so engem Raum mit fremden Menschen zusammen zu leben und nebeneinander zu schlafen ist für alle nicht leicht und Privatsphäre gibt es gar keine. Auch liegen die Nerven blank nach dreieinhalb Wochen Dauerbombardement, von dem ich ja nur anderthalb Wochen mitbekommen habe. Trotzdem verhalten sich alle 70 Bewohner der zwei Wohnungen immer ruhig und rücksichtsvoll, sind solidarisch und teilen das wenige miteinander, was sie noch haben: das selbstgebackene Brot, den Handy-Akku, die letzte Zigarette, ein Stück Seife zum Waschen. Ich war gestern in einem Kindergarten in unserem Viertel, in dem nachts 80 Menschen pro Gruppenraum schlafen.

Palästinenser sind so schlau wie die Libanesen, intelligent wie die Iraker, starke Kämpfer wie die Algerier und gastfreundlich wie die Syrer. Vielleicht ist es diese Vielzahl an guten Eigenschaften, die es den Menschen in Gaza ermöglicht, mit dieser schweren Situation umzugehen ohne zu resignieren. Trotz seit dreieinhalb Wochen anhaltender Bombardierung aus der Luft, zu See und zu Land spielen die Kinder noch tagsüber auf der Straße, singen die Frauen beim Brotbacken noch ihre Lieder, leisten die Männer noch immer Widerstand. Maher, mein Gastgeber, erklärt: «Unseren Willen zu leben und zu kämpfen, können keine Raketen und Granaten brechen.»


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

Zum Infosperber-Dossier:

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Atommacht Israel und ihre Feinde

Teufelskreis: Aggressive Politik auf allen Seiten festigt die Macht der Hardliner bei den jeweiligen Gegnern.

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20 Meinungen

  • am 3.08.2014 um 11:44 Uhr
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    Mal schreien die Einen, mal die Anderen! biblische Prophezeiungen erfüllen sich, auch wenn es schmerzt.
    Was ich nicht ganz einordnen kann ist die Aussage, es gäbe kein Brot mehr im Gazastreifen und weiter unten steht, dass die Frauen beim Brotbacken noch immer ihre Lieder singen. Was nun? Brot oder kein Brot?

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  • am 3.08.2014 um 12:38 Uhr
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    Ich verstehe auch nicht, weshalb die Völkergemeinschaft diese und andere Kriegsverbrechen duldet. Auch wenn die UNO meistens wegen der Vetos der Grossmächte hier nutzlos ist, müsste jedes Land von sich aus jede Unterstützung und jeden Handel mit Ländern, welche in grossem Stil Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen ausüben, unterbinden.

    Für die Schweiz wäre das mindeste, die Rüstungszusammenarbeit mit Israel zu künden, ebenfalls mit den USA, welche den Nahostkrieg finanzieren und selber Tausende Menschen per Drohnenattacken umbringen, ebenfalls mit Russland, auch wenn es sich hier nur um Soldaten handlet, die in Zivil Gebirgstrainings absolvieren. Selbstverständlich würde dies auch für die Gegenparteien und viele andere, teils viel schlimmere Länder gelten, die palestinensische und ukrainische Regierungen, Syrien und viele andere mehr.

    Ebenfalls wäre zu überlegen, generell den Handel mit solchen Ländern zu sistieren und nicht wie unsere Regierung im Gegenteil anstrebt, von Freuhandlesabkommen mit ihnen zu profitieren.

    Es heisst zwar «Essen kommt vor Moral", aber wir Schweizer sind schon dermassen satt, dass es sich bei uns um «Profit vor Moral» handelt. Als reichstes Land sollten wir als erste damit aufhören und etwas moralischer handlen, auch wenn es etwas kostet.

    Das derzeit von Bundesrat Schneider-Amman vorgebrachte Argument, wir müssten «neutral» bleiben, um unsere «gute Dienste» anbieten zu können, halte ich in den meisten Fällen für eine Ausrede.

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  • am 3.08.2014 um 12:48 Uhr
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    Ich bin entsetzt und fühle mich total hilflos.
    Zum Bericht und Hilferuf von Martin Lejeune. Wie lange dauert dieses Morden und dieses Töten Hunderter und Tausender von BewohnerInnen von Gaza noch? Vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Eine bis an die Zähne hochgerüstete Armee eines demokratischen Staates wütet in Gaza auf schlimmste Art und Weise. Das hat nichts mehr mit Selbstverteidigung zu tun, sondern es widerspiegelt einen grenzenlosen Hass und Vernichtungswillen. Ich will damit in keiner Weise Hamas-Aktivisten in Schutz nehmen, die ihre Raketen gegen Israel abfeuern und damit auch einige israelische Zivilisten töten und verletzen. Der militärische Monsterschlag Israels gegen Gaza und das laufende Weitertöten und Zerstören hat doch überhaupt keine Logik, ausser die Verantwortlichen wollen bewusst viele Menschen im Gaza vernichten.
    Den Beitrag von Frau Herren empfinde ich nur noch als zynisch. Wer bei diesem Vernichtungskrieg von «biblischen Prophezeiungen» redet, schürt Gefühle, Hass und Missverständnisse, die in den letzten beiden Jahrtausenden schon unendlich viele Opfer verursacht haben.

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  • am 3.08.2014 um 12:57 Uhr
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    @ Frau Herren: Was soll das mit «Brot oder kein Brot?» Ist das einfach Werbung für die verlinkte Broschüre?
    Aus dem aufwühlenden Artikel geht klar hervor, dass es anscheinend noch Mehl hat und die Menschen nur noch das Brot haben das sie daraus selber backen (und trotz aller Not noch dabei singen!).
    Mir tun auch die Juden in aller Welt leid, die durch diese israelischen, offensichtlich einen Vernichtungskrieg führenden, Glaubensbrüder in Verruf geraten.

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  • am 3.08.2014 um 13:43 Uhr
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    Und wieder einmal kann ich nur sagen: Verhaftet die Schuldigen an diesem Krieg. Ihr findet die Schuldigen, indem ihr dem Geld folgt. Dort wo das Geld hinfliesst, welches mit diesem Krieg verdient wird, sitzen die welche diesen Krieg geschürt, hochgeschaukelt und inszeniert haben. So war es bei jedem Krieg der letzten 100 Jahre. Und ihr werdet immer die selbigen Schuldigen finden. Versteckt hinter Tochtergesellschaften und Banken. Verhaften und Enteignen. Jeder der Angriffswaffen herstellt, verhaften und enteignen. Wir wissen ja, wie mit Desinformationen Kriegsparteien erzeugt werden. Wie Nationen Krieger in falschen Uniformen in eine andere Nation schickt, um gewisse Greuel anderen in die Schuhe zu schieben. Oder wie sie Viren in Labors züchten, welche wie HIV Menschen mit besonderen ethnischem Genpool schneller töten. Was wollt ihr streiten um Parteien, wer von wem mehr getötet hat oder nicht. Die Namen der Verursacher sind längst bekannt, es wäre leichter die Verursacher Machtlos zu machen, als diese inszenierten Kriege geschehen zu lassen. Was ist los mit der Welt. Wo bleibt das Mitgefühl derjenigen, welche dem Kriegsgewinngeld folgend die Macht hätten, diese Massenmörder am Knöpflein des Krieges zu stoppen?

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  • am 3.08.2014 um 14:24 Uhr
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    Wenn die Bibel ins Spiel gebracht wird, kann es besonders gefährlich werden! Gerade daran hält sich aber auch der jüdische Staat, der angeblich einzig demokratische im Nahen Osten, der in der Tat aber als ethnokratischer Siedlerstaat wahrgenommen werden muss. So torpediert er denn auch alle an ihn herangetragenen Bemühungen für Friedenslösungen mit nicht nachvollziehbaren Argumenten.

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  • am 3.08.2014 um 14:38 Uhr
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    Das stimmt. Erübrigt sich aber, sind es doch alles nur willkommene Details der Kriegsverursacher, der wahren Schuldigen. Wir müssen zur Lösungsorientiertheit zurück finden, denn da findet ein Schlachthaus statt. Ich war auf den Philippinen als der Umsturz geschah. Wenn ihnen einmal im Leben die Leichteile von Frauen und Kindern um die Ohren geflogen sind, wegen einer Granate welche in der Nähe einschlug, dann wissen sie was Krieg bedeutet. Es ist das Grauen in vollster Blüte. Folgt dem Geld dass dieser Krieg einbringt, und ihr kommt zu den Schuldigen.

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  • am 3.08.2014 um 17:50 Uhr
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    @ Heiner, mir tun Juden und Palästinenser und alle Menschen die von Kriegen betroffen sind leid.

    Da ich nichts anm Verkauf dieser Broschüre verdiene und auch den Verfasser nicht persönlich kenne , aber den Inhalt als aufschlussreich zum besseren verstehen des Geschehens betrachte mache ich eben darauf aufmerksam.

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  • am 3.08.2014 um 17:55 Uhr
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    @ Andreas, sorry dass dieser andauernde Krieg nun mal in der Bibel nicht in einem anderen Buch prophezeit wurde.
    indem ich darauf hinweise heisst das nicht, dass ich irgendwen in Schutz nehme,aber ich verstehe die Zusammenhänge etwas besser, auch wenn mir diese nicht behagen.

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  • am 3.08.2014 um 19:24 Uhr
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    Sicher ist die Situation in Gaza tragisch. Aber es bleibt folgenden zu denken: Israel hat sehr grosse Investionen und Hightech Entwicklungen gemacht um seine Bürger vor den Raketen der lieben Nachbarn zu schützen. Hamas in Gaza hat alle für das Wohlergehen der Bürger erhaltene Gelder und Baumaterialien verschwendet um Raketen und Tunnels zu bauen, mit denen möglichst viel Israelis zu töten sind. Zu ihrem Leidwesen ist ihnen das nicht gelungen. In Israel sind nur verhältnismässig wenige Opfer zu verzeichnen, trotz Tausenden von Raketen, die aus Gaza auf israelische Bürger abgeschickt wurden. Da die Raketen und Angriffstunnels aus Schulen, Privathäusern, Krankenhäusern und Moscheen ausgehen, mussten leider alle diese beschossen und zerstört werden. Daher das grosse Leid in Gaza. Kurz und klar.

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  • am 3.08.2014 um 21:07 Uhr
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    @ Helene, Was Du schreibst kann ich laut meinen bisherigen Erkenntnissen auch bestätigen.
    Neulich las ich in einer Schweizerzeitung, dass Israel vor ihrem Rückschlag Flyers abgeworfen habe um die Zivilbevölkerung der Angreifer zu warnen. ( Ob es stimmt weiss ich nicht).Das ist glaublich nicht das erste mal dass Israel das Volk der Gegner warnt, damit diese sich in Sicherheit bringen können.
    Bisher ist mir nicht bekannt ob die Palästinenser auch schon die Zivilisten Israels warnten.
    Ich bin im Besitz eines Videos welches sehr einfach aufzeigt, um was es angeblich geht. Wir können tun oder lassen was wir wollen, wir können die Fäuste wider Israel oder die Palestnenser eheben so viel wir wollen, es wird nichts ändern.

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  • am 4.08.2014 um 12:24 Uhr
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    "Da die Raketen und Angriffstunnels aus Schulen, Privathäusern, Krankenhäusern und Moscheen ausgehen, mussten leider alle diese beschossen und zerstört werden» schreibt Frau Neuhaus. Es ist genau das Problem, dass die Mehrheit der Israelis und des amerikanischen Kongresses so denken. Sie wollen keine «zivile» Opfer, nehmen sie aber in Kauf, und entgegen den Weisungen der Tora und jedem rechtstaatlichen Verständnis, 10-20 mal mehr gegnerische als eigene Opfer.
    Geiselnahme ist ein Verbrechen, aber ein grösseres ist es, die Geiselnehmer samt ihrem Umfeld umzubringen. Würde in der Schweiz die Polizei bei einem in einem Wohnblock verschanzten Amokläufer einfach das ganze Haus in die Luft sprengen, wäre die Öffentlichkeit entsetzt; die Verantwortlichen würden eingesperrt. Aber Militärs, die so handeln, werden in Bern empfangen, teilweise mit Ehren.

    Frau Herren sagt, es werde sich nichts ändern. Ich glaube es würde sich etwas ändern, wenn die Völkergemeinschaft die involvierten Länder und ihre Sponsoren militärisch und wirtschaftlich isolieren würden. Also Israel/Palestina ohnehin, auch USA, Iran und wohl auch andere. Und nicht wie die Schweiz mit diesen Ländern Waffen-, Rohstoff- und Geldgeschäfte tätigen.
    "Jaffa"-Früchte kaufe ich schon lange nicht mehr, nun auch keine «Soda-Stream» Wassersprudler, und möglichst auch keine Geräte und Lebensmittel mehr aus den USA, wobei ich das schon seit dem Irakkrieg versuche. Und mit dem Olivenöl aus Palestina habe ich auch aufgehört.

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  • am 4.08.2014 um 15:38 Uhr
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    Die US-Politik beherrscht durch die Neocon (Robert Kagan, Bill Kristol, Douglas Feith und Paul Wolfowitz) wird dazu führen, dass der Nahostkonflikt, der über 70 Jahre schwelt, wegen Unfähigkeit der dortigen Machthaber durch Gruppen wie die ISIS eines Tages gelöst wird… Für Wehklagen ist es dann zu spät.
    Wieso die Weltgemeinschaft (UNO / UNRWA) die Palästiner in Gaza ernähren und unterhalten muss ist mir unverständlich. Sollen doch die Israelis für ihre Gefangenen selbst sorgen.

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  • am 6.08.2014 um 16:40 Uhr
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    Vielleicht bringen die Erkenntnisse von IKRK-Präsident Maurer Frau Herren und Neuhaus zu ein bisschen mehr Nachdenken:
    "IKRK-Präsident Peter Maurer ist schockiert über die Lage im Gazastreifen. «Ich habe noch nie so massive Zerstörungen gesehen», teilte Maurer nach einem Besuch des von den Kriegshandlungen schwer getroffenen Gaza-Stadtteils Sadschaija per Twitter mit.»
    Mehr dazu unter:
    http://www.tageswoche.ch/de/2014_31/international/665269/IKRK-Pr%C3%A4sident-Maurer-schockiert-%C3%BCber-Lage-im-Gazastreifen.htm

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  • am 6.08.2014 um 18:35 Uhr
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    @ Herr Clauser, ich denke nicht dass man mich noch mehr zum nachdrnken bringen kann. ich befasse mich seit etlichen Jahren mit Israel und habe Infomationen welche andere evtl. nicht haben.
    Dennoch bin ich NICHT Palestina Feindin.
    Zu meinem Bekanntenkreiis gehörte auch ein Neffe von Hit lers Freund.
    Jeder Krieg ist grausam, so wie jede Naturkatastrophe auch.
    esist doch sehrauffallend dass all den anderen Kriegen die um uns herumtoben wesentlich weniger Beachtung schenken.
    Warum wohl ist das so?

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  • am 6.08.2014 um 19:28 Uhr
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    Frau Herren: Einerseits stimmt das nicht ganz, dass der Gazakrieg mehr Beachtung findet: der Krieg in der Ukraine findet mindestens gleich viel, und Russland wird viel stärker kritisiert als Israel.
    Andererseits wird Israel bei uns speziell kritisiert, weil es eben eine Demokratie ist mit einem teilweise westlichen Gedankengut, und da setzt man besonders hohe Masstäbe und es schmerzt besonders, dass die Bevölkerung immer wieder so verbrecherische Regierungen wählt. Länder wie Irak oder Sudan werden hingegen weniger kritisiert, weil sie ganz hoffnungslos erscheinen.

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  • am 6.08.2014 um 19:46 Uhr
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    @ Theo Schmid,

    Ihre Sichtweise habe ich gelesen.
    Würden wir auch so laut schreien wenn Israel so viele Menschenleben verlören ? Man kann sich auch fragen wie wir reagieren würden wenn wir von allen Ländern rundum beschossen werden. Verteidigen wir unser Haus, unsere Familien und versuchen uns zu schützen ?
    Aktion erzeugt Reaktion. Jeder braucht ein Stück Land zum wohnen.
    Schade dass es ohne Krieg kaum geht.
    Wie gesagt,ich habe auch Hintergrundinformationen welche andere evtl. nicht haben. Doch auch diese nützen nichts, denn es wird kaum besser kommen. Jeder gegen Jeden. Israel kann mit seinen Waffen keinen Frieden erzwingen.

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