Sperberauge

Giftgas in Syrien: Keine Beweise

Kurt Marti © Christian Schnur

Kurt Marti /  Das ARD-Magazin «Monitor» bezweifelt die Beweise der französischen Journalisten zum Giftgas-Einsatz in Syrien.

Ende Mai berichteten Journalisten der französischen Zeitung «Le Monde» über den angeblichen Einsatz von Giftgas durch die Truppen der syrischen Regierung gegen die Aufständischen. Für die französische Regierung galt dies als Signal, in Syrien einzugreifen und die aufständischen Truppen militärisch zu unterstützen. Die westlichen Staaten übernahmen diese Sicht.

Im ARD-Magazin «Monitor» kommen Experten und Vertreter internationaler Organisationen zum Schluss (siehe Link unten), dass es keine Beweise für den Einsatz von Giftgas durch die Truppen Assads gibt. Beispielsweise Professor Alexander S. Kekulé vom Institut für biologische Sicherheitsforschung stellt die Beweiskraft der Filmaufnahmen und Fotos in Frage: «Es gibt keine typischen Symptome für das Nervengas Sarin auf diesen Bildern.» Und er folgert: «Wir haben keine Belege dafür, dass Sarin eingesetzt wurde.»

Laut Recherchen von «Monitor» stammt ein Teil der Blut- und Urinproben «von den Rebellen selbst». Deshalb sind für den Chemiewaffen-Experten Ralf Trapp diese Proben «keine unabhängigen Beweise». Denn die Rebellen haben ein Interesse daran, dass die Welt in Syrien eingreift. Farhan Haq vom UN-Generalsekretariat erklärt: «Wir können nicht sagen, dass wir überzeugende Beweise haben, weil wir die Beweiskette nicht nachvollziehen können.» Und auch Ewan Watson vom Internationalen Roten Kreuz hält fest: «Wir können nicht sagen, dass Chemiewaffen wirklich eingesetzt wurden, geschweige denn von wem.»


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