23’000 Tote wegen Schengen-Grenze

Urs P. Gasche ©

Urs P. Gasche /  Der «Eiserne Vorhang» Europas fordert mehr Opfer als bisher bekannt. Das zeigt eine vorbildliche NZZ-Recherche.

Niemand hat bisher eine Statistik über die Migranten geführt, die auf dem Weg nach Europa umgekommen sind. Weder die «Internationale Organisation für Migration», der 131 Länder angehören, noch die «Frontex» der EU, welche die Aussengrenzen der EU überwachen soll.
Jetzt hat eine Gruppe europäischer Journalisten unter Beteiligung der NZZ erfreulicherweise etwas Licht ins Dunkel gebracht und eine detaillierte Aufstellung zu Todesfällen und Vermisstmeldungen der Öffentlichkeit online zugänglich gemacht*.
Das Resultat ist erschütternd:
Allein seit dem Jahr 2000 sind mindestens 23’000 Migranten auf dem Weg nach Europa umgekommen.
Diese Zahl, welche die «Migrants Files»* festhalten, ist laut NZZ eine «vorsichtige Schätzung». Die «wahre Anzahl» liege «ohne Zweifel höher als die hier erfasste».
Die Journalistengruppe stützte sich u.a. auf Daten der NGO «United for Intercultural Action» sowie auf das Projekt «Fortress Europe» des italienischen Journalisten Gabriele Del Grande, der die Zahl Toter und Vermisster auf dem Weg nach Europa protokolliert hat.
Bisherige Schätzungen gingen davon aus, dass seit Anfang der Neunzigerjahre bis zu 19’000 Opfer zu beklagen sind.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine

Zum Infosperber-Dossier:

Afghanischer_Flchtling_Reuters

Migrantinnen, Migranten, Asylsuchende

Der Ausländeranteil ist in der Schweiz gross: Die Politik streitet über Asyl, Immigration und Ausschaffung.

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Eine Meinung zu

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    am 2. Apr 2014 um 12:03 Uhr
    Permalink

    Ein empörend menschenrechtsverletzendes Versagen der europäischen und auch der Schweizer Migrationspolitik. Wir sollten alles daran setzen, humanitäre Lösungen zu finden und diese menschliche Tragödie auf der Schwelle unserer Haustür zu beenden.

    0

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