Bad News von der Zürcher Falkenstrasse

Christian Müller ©

Christian Müller /  Die Wahl des neuen Chefredaktors der NZZ bestätigt die Prognose: der VR wünscht sich die NZZ politisch noch mehr rechts.

Soll ich mich freuen darüber, dass ich mit meiner seit drei Jahren gestellten (und auf Infosperber publizierten) Prognose, die NZZ rutsche mehr und mehr nach rechts, recht hatte? Es wäre mir lieber, meine Befürchtungen hätten sich nicht bewahrheitet.

Nun also doch. Nach dem gescheiterten Versuch des NZZ-Verwaltungsrates, den Christoph Blocher-Intimus Markus Somm von aussen in die NZZ-Chefredaktion zu hieven, war klar, dass nun ein interner Mann her musste. Und wer drängte sich da auf?

Natürlich, Martin Meyer, der Chef des Feuilletons, ein sich in den letzten Jahren immer deutlicher als Karriere-Opportunist outender Kadermann, wäre eine Option gewesen. Dass er bei der Somm-Übung hinter den Kulissen bzw. beim wöchentlichen Rotary-Lunch in Zürich mitgemischelt hat, hat ihn intern wohl zur Persona non grata werden lassen. Also waren noch zwei, die in Frage kamen: Inlandchef René Zeller, der PR-erfahrene FDP-Mann, und Eric Gujer, der bereits vor anderthalb Jahren zum NZZ-Auslandchef avancierte Nato-, USA- und Israel-Anbeter.

Nun sind die Würfel gefallen. Die Würfel? Nein, diese Wahl war mit Sicherheit nicht das Resultat von zufällig zu liegen kommenden Würfeln. Diese Wahl bestätigt – leider –, dass auf jeden Fall ein Rechtsaussen als neuer Chef her musste, wenn nicht von aussen, dann halt von innen.

Für Eric Gujer zählt nur die militärische Stärke

Schon einen Monat nach seiner Ernennung zum Auslandchef der NZZ vor anderthalb Jahren schrieb Eric Gujer einen programmatischen Leitartikel auf der Samstags-Frontseite der NZZ. Die künftig einzuschlagende Gesinnung der NZZ erläuterte er anhand des Nahen Ostens. Der Westen müsse endlich wieder mehr zu Israel halten – aus Stabilitätsgründen. Denn Israel sei militärisch so stark wie nie zuvor und sei ungefährdet. «Netanyahu, ohnehin Gegner eines souveränen Staates im Westjordanland», so schrieb Gujer damals wörtlich, «hat keinen Anreiz, sich kompromissbereit zu zeigen. Die israelische Politik der Abschottung funktioniert. Seit dem Bau einer Mauer entlang der grünen Linie ist die Zahl terroristischer Anschläge in Israel drastisch zurückgegangen. ( ) Die Ungewissheiten des «arabischen Frühlings» und das wachsende soziale Ungleichgewicht im eigenen Land beschäftigen die Israeli intensiver als die Nachbarn jenseits des Sperrwerks. Die periodischen Warnungen vor einer dritten Intifada schrecken niemanden mehr. Selbst die aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen sind nur eine Plage, aber keine echte Bedrohung.»

Und dann, als Israel letztes Jahr erneut Gaza zu bombardieren begann und unendliche Verwüstungen hinterliess: verurteilte Eric Gujer konsequenterweise nun Israel, da die Raketen aus Gaza ja gar keine Gefährdung, sondern nur noch eine «Plage» waren? Nein, natürlich nicht, im Gegenteil. Er verteidigte Netanyahu, dem, wörtlich, «fälschlicherweise der Ruf eines Hardliners anhängt.» «Für das jüngste Blutvergiessen gibt es jedoch einen eindeutigen Verantwortlichen – die Hamas.» So einfach ist das für den neuen Chefredaktor der NZZ.

Und der Konflikt in der Ostukraine? Weil 99,9 Prozent der NZZ-Leserinnen und -Leser mangels Kenntnissen in russischer Sprache weder die ukrainischen Medien noch die russischen direkt konsultieren können, konnte es sich der bisherige NZZ-Auslandchef Eric Gujer leisten, eine so einäugige Berichterstattung und Kommentierung zu liefern, wie es sich dies sonst nur eine Monopol-Zeitung leisten kann. Allein schon die Auswahl, worüber die NZZ im Ukraine-Konflikt berichtet hat, zeigt in aller Deutlichkeit: Hauptsache, die jetzige ukrainische Regierung ist Nato- und USA-minded. Ist es für Eric Gujer ein Problem, dass der heutige Präsident der Ukraine Petro Poroschenko schon unter dem russlandfreundlichen Präsidenten Janukowytsch Wirtschaftsminister war und mit einem geschätzten Privat-Vermögen von 1,6 Milliarden US-Dollar (!) zu den zehn reichsten Oligarchen der Ukraine gehört? Kein Kommentar. Ist es für Eric Gujer ein Problem, wenn eben dieser Präsident einen US-Investment-Banker innerhalb von 24 Stunden einbürgert und zum Minister ernennt? Eine siebenzeilige Agenturmeldung musste genügen. Und ist es für Eric Gujer ein Problem, dass dieser Oligarch Petro Poroschenko weder gegen die Korruption noch gegen die Vetternwirtschaft noch gegen die Ausbeutung der breiten und sehr armen Bevölkerung durch eben diese Oligarchen je etwas unternommen hat? Natürlich nicht. Hauptsache, er ist, wie sein Premier Arsenij Jazenjuk, vornedurch EU-freundlich und in der Realität ein USA-Vasall. Das genügt.

Wohlverstanden: Nicht die kritische Haltung gegenüber Russland und speziell gegenüber Putin sei hier kritisiert: da ist eine kritische Haltung selbstverständlich angesagt. Das Problem des neuen NZZ-Chefredaktors ist seine unkritische, nein: seine blinde Haltung gegenüber der in allen Ränkespielen versierten Machtpolitik der USA. Was von den USA und von der Nato kommt, ist unser Heil, Verlass ist nur auf militärische Stärke. Schiessen ist besser als Verhandeln, Krieg ist besser als Friede, was zählt ist «Stabilität» – Stabilität basierend auf militärischer Stärke, und dies in Israel, in der Ukraine, wo auch immer.

Dem VR sei gratuliert

Wenn es dem Verwaltungsrat der NZZ darum ging, die NZZ politisch weiter nach rechts zu dirigieren, hat er mit der Ernennung Eric Gujers zum neuen Chefredaktor zweifellos eine seinen Zielen dienende Wahl getroffen. Es ist einfach zu hoffen, dass die NZZ-Abonnenten ihrer eigenen Haltung ebenso konkret Ausdruck verleihen. Kleiner Vorschlag: Man kann eine NZZ auch mit einem Hausnachbarn teilen und damit, NZZ am Sonntag inklusive, CHF 396.50 im Jahr sparen. Eine NZZ unter Chefredaktor Eric Gujer ist auch am Abend oder erst am folgenden Tag noch zu lesen, soweit sie noch lesenswert ist. Oder man kann fürs gesparte Geld zusätzlich die Süddeutsche Zeitung als E-Paper abonnieren (EUR 347.88). Damit man die Welt um die Schweiz herum wenigstens mit zwei Augen anschauen kann.

PS: In Anbetracht der Gujerschen Nahost-Perspektive ist auch Haaretz in Tel Aviv eine interessante Ergänzung und Alternative, allerdings in Englisch. Ein Online-Abo kostet 100 US$ pro Jahr.

PS 2: Im nachhinein fragt man sich: War vielleicht schon der Wechsel von Auslandchef Martin Woker zu Eric Gujer im Sommer 2013 der Wunsch von oben? Martin Woker hatte sich zum Beispiel im Nahen Osten noch redlich bemüht, die Konflikte von mehreren Seiten zu beleuchten. Zwischenzeitlich ist seine Stimme kaum mehr zu vernehmen, obwohl er im Impressum der NZZ unter «Autoren» noch figuriert.


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44 Meinungen

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    am 12.03.2015 um 11:42 Uhr
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    Es ist alles eine Frage der Perspektive! Strammer Europakurs, Huldigung der USA und Russland-Bashing à gogo, ja dann stimmt der Kurs. Es fragt sich allerdings, ob damit neue Leser (Print und Digital) gefunden werden können, denn Mainstream-Meinungen gibt es in Hülle und Fülle!

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    am 12.03.2015 um 11:48 Uhr
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    Warum haben Sie Chefredaktor Markus Spillmann überhaupt ersetzt, hat Ihnen sein Bart nicht gefallen, haben Sie etwas gegen Bärte? Da sind Sie auch den Aktionären nich eine Antwort schuldig.

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    am 12.03.2015 um 12:24 Uhr
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    Welchen forschenden Menschen kuemmert es, wer Chefignorant der NZZ ist? Mit rechts und links hat das nicht das Geringste zu tun. Vogel Strauss hat den Kopf im Sand, unbeachtet, ob rechts Osten oder Westen ist.
    Wer auch nur ein bisschen Bescheid weiss, was in der Welt wirklich laeuft, bekommt solche Hirn- Hals- und Herzschmerzen, wenn er den Auslandteil der NZZ liest, dass er Solcherlei, NZZ lesen meine ich, in der Folge unterlaesst.
    Sollen sich doch die CIA und Konsorten – Abschreiber im kleinen Kreise unter sich ihrer Weltsicht erfreuen.
    Wirklich.
    Wen kuemmert noch eine NZZ, ein TA, eine FAZ, eine SD? Auslandteile: Abgeschrieben. Und das, was man wissen muesste, um sich ein richtiges Bild zu machen: Verschwiegen. Die Blaetter sind Meister im Nichtsagen. Blanke Luege ist kein Problem. Beispiel: Die Krim wurde annektiert. Luege.

    Bitte mal Udo Ulfkotte folgen. Der hat 15 Jahre lang bei der FAZ das gemacht, was ich eben beschrieb: Verantwortungslos inseitig geschrieben und das Wichtige verschwiegen. Er ist vom Saulus zum Paulus geworden und erzaehlt, wie, auf welche Weise die Journalisten eingeseift werden.

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    am 13.03.2015 um 12:08 Uhr
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    Elmer oder Roelli bereitet sicher schon eine Erklärung vor.

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    am 13.03.2015 um 13:13 Uhr
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    Ach Christian, you are barking up the wrong tree, oder auf gut Deutsch: Du bist auf dem falschen Dampfer. Um Politik geht‘s doch gar nicht bei der Ernennung Eric Gujers zum Chefredaktor der NZZ. Es erklärt die Redaktorinnen und Redaktoren der NZZ zu Marionetten, wer von ein paar Leitartikeln und Kommentaren des Chefredaktors die politische Ausrichtung der Gesamtredaktion abzuleiten versucht. Eric Gujer, selbst wenn er wollte, kann die Traditionen und Gepflogenheiten des Hauses NZZ, beispielsweise die starke Stellung der Ressortchefs, nicht von heute auf morgen liquidieren – ganz abgesehen davon, dass der neue Chefredaktor in seinen Auslandkommentaren ja nur die proisraelische und proamerikanische Linie fortsetzt, die unter dem früheren Auslandchef Hansruedi Kamer üblich war. Zum andern ist Gujer nur einer im neuen Führungskollektiv. Zuständig für NZZ.ch und neue digitale Produkte ist die Neue, die Österreicherin, was, ungeachtet aller bildlichen Selbststilisierung Gujers zum Primus inter pares, diesem fast nur die Chefredaktion des Auslaufmodells NZZ-Tageszeitung als Spielwiese übrig lässt. Auch dies deutet darauf hin, dass es dem NZZ-Verwaltungsrat nicht um Politik oder die „richtige“ parteipolitische Linie des Blattes geht, sondern um eine neue Haltung gegenüber dem Medienwandel, um eine stärkere Verwurzelung des Unternehmens im Digitalen. Was wohl nur von Aussenstehenden und Newcomern, und nicht von Dinosauriern des Gedruckten, geleistet werden kann.

    Antwort von Christian Müller:

    Geschätzter "alter" Kollege, lieber Anton
    Erlaube mir zuerst eine Frage: Wenn man nach Dir googelt, kommt das übliche Feld des NZZ-Impressums, gemäss dem Du Mitglied der NZZ Redaktion International bist. Geht man aber ins heute gültige Impressum, in dem auch Eric Gujer bereits als Chefredaktor aufgezeichnet ist, findet man Dich im Ressort International nicht mehr. Und Du schreibst auch nicht mit einer NZZ-Email-Absender-Adresse. Bist Du schon out, obwohl noch nicht 65? Mich interessiert es natürlich, ob Du Deinen Chef oder nur einen alten Kollegen verteidigst.

    Zu Deiner Argumentation: Als Leser der NZZ interessiert mich nicht, ob einer Verständnis für die neuen Technologien hat. Einer, der am Samstag Leitartikel auf die NZZ-Frontseite setzt, interessiert mich wegen der Meinungen, die er darin vertritt. Und diese messe ich als promovierter Historiker an dem, was die Geschichte an Erfahrungen und Lernbarem bietet. Aus dieser Sicht sind die Kommentare von Eric Gujer verheerend und verhängnisvoll.

    Dass Eric Gujer in Sinn und Geist die Tradition von Hansruedi Kamer weiterführt, ist auch keine Entschuldigung. Kamer hat im Jahr 2003 den Angriff der USA auf Irak ausdrücklich gutgeheissen. Heute wissen wir, welch desaströse Folgen dieser Angriff auf den Irak und die umliegenden Länder hatte.

    Es steht Dir selbstverständlich frei, die Kommentierung Deines alten NZZ-Kollegen gut und erfreulich zu finden, so wie ich sie schlecht und bedauerlich finde. Aber vermische das bitte nicht mit anderen Aufgaben des Chefredaktors, speziell nicht mit dem Umbau auf die digitalen Plattformen. Dafür wäre ein 40jähriger eh besser geeignet als ein über 50jähriger Mann, und wenn er kommerziell erfolgreich sein will, darf er keine Hemmungen haben, statt guten Journalismus Bücher, Wein, Hörnli und Auto-Occasionen zu vertreiben, so wie das andere Grossverlage tun. Mit Gewinn, notabene, aber mit ihren Leserinnen und Lesern als Opfer der neuen Strategie.

    Mit kollegialem Gruss

    Christian

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    am 13.03.2015 um 15:07 Uhr
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    Lieber Christian – da passt mir wirklich (wenn ich an den NZZ-VR denke) das laufende SRF1-Programm: das Wunschkonzert für die Gesunden und die Kranken (mit einem Wiener Walzer…). – herzlichst fcw

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    am 13.03.2015 um 15:30 Uhr
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    @Bregy: Gibt nicht viel zu erklären hier, oder? Der Historiker notiert: 2015 – Ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte der NZZ, des Schweizer Journalismus, und der Unabhängigkeit und Neutralität der Schweiz.

    Erklären müsste mir hingegen mal einer, warum Gujer ein «Rechtsrutsch» sein soll. In den meisten europäischen Ländern ist wohl kaum jemand so US- und Israel-kritisch wie jene Parteien, die Herr Müller vermutlich «rechts» oder «ganz rechts» nennen würde: AFD und NPD in Deutschland, FN in Frankreich, FPÖ in Oesterreich, Orbans Fidesz in Ungarn, in der Schweiz eine PNOS, SD und Teile der SVP. Das Links-Rechts-Schema taugt nichts, wir leben nicht in einer eindimensionalen Welt.

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    am 13.03.2015 um 16:04 Uhr
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    Diese beiden Artikel von Gian Trepp kann ich noch empfehlen. Beachtlich, wie früh Trepp den Eric Gujer schon als neuen Chefredakteur antizipiert hat (Juni 2014!):

    http://gtrepp.blogspot.ch/2014/06/wird-eric-gujer-neuer-nzz-chefredaktor.html
    http://gtrepp.blogspot.ch/2014/12/nzz-schlappe-fur-jornod-und-dengler.html

    Die vermutete Strategie, den Einbruch im Heimmarkt durch eine Expansion in Deutschland und Oesterreich zu kompensieren, dürfte gescheitert sein, bevor sie überhaupt umgesetzt ist. Man schaue sich nur mal die Auflagenzahlen der amerikanistischen Zeitungen in Deutschland wie der FAZ, SD etc. an. Da hat wirklich niemand auf eine NZZ gewartet.

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    am 13.03.2015 um 16:32 Uhr
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    @Dominik Roelli: Es geht nicht darum, Eric Gujer frühzeitig als neuen Chefredaktor antizipiert zu haben, es geht weiterhin um die Zukunft der NZZ: «To be or not to be, that´s the question!» Im zweiten Teil gehe ich mit Ihnen einig, Deutschland dürfte ein äusserst schwieriger Markt für die NZZ sein, das haben auf anderem Gebiet ja auch unsere Grossbanken erfahren!

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    am 13.03.2015 um 18:03 Uhr
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    Zu Christian: Das muss ein recht altes NZZ-Impressum sein, in dem Du mich gefunden hast. Ich arbeite nicht mehr für die NZZ, sondern beziehe von der (fremdverwalteten) NZZ-Pensionskasse eine Rente. Beeinträchtigt das in Deinen Augen meine Urteilsfähigkeit? Gut, ich bekenne, dass mir das Schicksal meines früheren Arbeitsgebers im Sturm des Medienwandels nicht ganz gleichgültig ist, obwohl mich News und ihre Kommentierung nur noch am Rande interessieren (einzige Ausnahme: Hogenkamps Niuws). Mich fasziniert, wie das Unternehmen NZZ teils tollpatschig (siehe die De-facto-Entlassung Spillmanns), teils clever (die Lancierung von nzz.at) versucht, auf Inserateneinbussen, Auflagenschwund und veränderte Lesegewohnheiten (den total individualisierten, unübersichtlich gewordenen Lesermarkt) zu reagieren. Mit der personellen Entflechtung der Positionen „Chef Digital“ und „Chef NZZ Print“ hat das Unternehmen einen meines Erachtens richtigen und überfälligen Schritt getan. Lässt sich das sinnvoll mit dem Etikett „Rechtsrutsch“ versehen? I doubt it very much. Oder liest Du eigentlich die NZZ nur, um Deine Vorurteile bestätigt zu bekommen?

    @Anton Christen: Du kannst es selber überprüfen. Gibt man in Google Anton Christen NZZ ein, so erscheint der lachende Anton Christen aus dem NZZ-Impressum. – Ich lese die NZZ, neben anderen Tages- und Wochenzeitungen, auch aus Deutschland und anderen Ländern, weil mir die Entwicklung unserer Gesellschaft Sorgen macht und weil ich überzeugt bin, dass wir mit dem vorherrschenden Neoliberalismus die Menschheit schon bald an die Wand fahren. Das gilt es zu verhindern. cm

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    am 14.03.2015 um 10:27 Uhr
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    Zitat: «Bad News von der Zürcher Falkenstrasse: … der VR wünscht sich die NZZ politisch noch mehr rechts. «

    Ich sage: Good News!

    So sehe ich das als Nicht-Journalist und Konsument verschiedener Medien im In- und Ausland. Für meinen Geschmack gibt es in der Schweiz viel zu viele linke Medien. Was beide Seiten, links und rechts, mittlerweile gemeinsam haben, ist das Fehlen guter Recherche und die Unterstützung der Schweiz gegen aussen. Dass sich die verschiedenen Journalisten spinnefeind sind, liegt wohl in der Natur der Sache. Dazu kann ich nichts beitragen. Aber wenigstens gegen die Restwelt (speziell die EU) sollte man als Journalist/in CH-Farbe bekennen und die Schweiz nicht schlechter machen, als sie ist. Hier sehe ich die NZZ als führendes Blatt. Die meisten anderen Blättchen jammern ihr täglich Klagelied gegen unsere Wirtschaft. Dass ist nicht nur naiv, sondern auch geschäftsschädigend.

    Noch was zu Russland, USA und die Nato. Die USA ist die Nato. Europa hat gar keine Armee mehr. Ob die Ukraine zu Russland gehört, darf man die Ukrainer ruhig selber fragen. Natürlich müssen sie sich vorher die Illusion eines EU-Beitritts abschminken. Wird nämlich nicht passieren, ein EU-Beitritt. Der Status quo ist für die USA und Russland ganz ok. Die Ukraine ist ein Puffer zwischen den beiden. Dass sich verschiedene Schweizer Medien für Sanktionen gegen Russland stark machten, zeigt wie naiv ihr Denken ist.
    Zu Israel: Wir sollten aufhören, Israel reflexartig zu unterstützen.

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    am 14.03.2015 um 11:29 Uhr
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    @Renato Stiefenhofer: Bravo, Ihre Meinung deckt sich praktisch in allen Belangen mit meiner Wahrnehmung! Nur eine kleine Anmerkung zur Europa-Frage. Absolut einver-standen, die Schweiz sollte ihr Licht bei Verhandlungen nicht unter den Scheffel stellen, wir haben genügend Gründe, stark aufzutreten und uns nicht «Hinunter-markten» zu lassen, wir sind nicht Griechenland! Die NZZ tut gut daran, dies wahrzunehmen und auch auszusprechen, für mich ist der Kurs zu europafreundlich, da muss sich die NZZ ändern, ob dies geschehen wird, bleibt äusserst fraglich.
    Absolut Super-Kommentar zu Russland, USA und die Nato. Sanktionen gegen Russland? Wo sind wir eigentlich, die Schweiz ist souverän, neutral und Nicht-Nato-Mitglied. Da haben Sanktionen gegen Russland gar keinen Platz! Ja, so ist es, wie Sie schreiben und auch die reflexartige Unterstützung Israels ist zuviel des Guten!

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    am 14.03.2015 um 13:19 Uhr
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    @ Renato

    "Wir sollten aufhören, Israel reflexartig zu unterstützen."

    Ich doppele nach, indem ich nur die Erinnerung erfrische. Die Laendereien Israels wurden geraubt. Die ansaessigen Palaestinenser wurden im lockersten Fall vertrieben, im nicht ganz lockersten Fall umgebracht, im noch weniger lockeren Fall Behandlungen unterzogen, welche ich hier nicht auffuehre.

    Um des weiteren zu vermeiden, im Sperber von einem lieben (Desinfo-) Kommentator des Verschwoerungstheorien – Verrueckten – Verfallenen bezeichnet zu werden, verzichte ich darauf zu vermerken, welche lieben Leute hinter dem Projekt «Israel» standen und stehen.

    Es ist in der Tat egal, wer dahintersteht. Die Tatsache ist: Palaestinenser wurden unter Traenen, Qual und Leid von ihrer Scholle vertrieben, und die heutigen ach so lieben guten immer zu vollstem Unrecht schlecht gemachten Jesuslandhueter Israeli, sie fuehren es fort. Schon mal was von Gaza gehoert? Eben.

    Indes wir Schweizer (Maden im Speck – nur verkennen wir, dass der Speck extra ausgelegt wurde, um uns in absolut truegerischer Sicherheit zu wiegen und Selbstgefaelligkeit zu baden), indes wir Schweizer schoengeistige Gespraeche fuehren ueber Gut und Boese in der Welt da draussen, geschehen in unserem Lande hinter verschlossenen Tueren Kapitalverbrechen. Nur nebenbei.

    Gaza?? Weeit weg. Moecht mal in einem qualitaetsfreien Blatt wie NZZ was Fundiertes ueber Israel und Palaestina lesen. NZZ? Ausschliesslich auflageorientiert.

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    am 14.03.2015 um 17:00 Uhr
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    @Stiefenhofer: Auch einverstanden. Nur: Wenn es nach Juncker geht, bekommt die EU schon bald ihre eigene Armee. Natürlich nur um die Mitgliedstaaten von den Kosten einer eigenen Armee zu befreien:

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/EUKommissionspraesident-Juncker-fordert-europaeische-Armee/story/25588834

    Aber das haben Sie sicher auch gelesen.

    Vielleicht ist es auch wieder ein Versuchballon von Juncker, der 2009 im Spiegel folgendermassen zitiert wurde:

    "Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."

    Diese junckerschen Versuchsballone haben allerdings gute Flugeigenschaften. Vor Allem wenn Pläne nur aus der Schublade gezogen werden müssen:

    http://www.bertelsmannkritik.de/weltmacht.htm

    https://books.google.ch/books?id=xtoNa045eI8C&pg=PT209&lpg=PT209&dq=Bertelsmann+europ%C3%A4ische+Armee&source=bl&ots=2m3fXgKJoY&sig=2Fj_cDN8oyeYlVu57uOKc56-i5M&hl=de&sa=X&ei=S1oEVefCDpb1au29gNAG&ved=0CEgQ6AEwCQ#v=onepage&q=Bertelsmann europäische Armee&f=false

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    am 14.03.2015 um 17:15 Uhr
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    Oh Gott, Herr Roelli…diese Alexijewitsch…Den Mund kann man ihr wohl nicht verbieten. Aber ich brauche ein Plugin, einen Face-blocker oder sowas.

    Mit solchen Berichten legen die sich über kurz oder lang wohl selber den Breitenstein in den Weg – wenn denn nach dieser Weichwäsche bei den Lesern noch ein Fünkchen Urteilsfähigkeit zurückbleibt.

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    am 14.03.2015 um 17:24 Uhr
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    "Nun, mit dem Nationalismus und Militarismus ist Russland zurückgerutscht in seinen natürlichen Zustand, das funktioniert einwandfrei. «

    Die Ukraine beginnt mit Hilfe der USA mit der Aufrüstung, Teile der Regierung sind nationalistisch, Ministerposten wurden mit, im Eiltempo eingebürgten, NATO-Getreuen besetzt, im Osten kämpfen Oligarchen mit Privatarmeen, die europäische Nazis rekrutieren und und und…

    Aber Russland pflegt den Nationalismus und den Militarismus.

    Mann-oh-Mann. Dachte, das hätte die schweiz. Presse langsam hinter sich. Aber jetzt volle Breitenstein, mitten in die Presse, Rückfall in unselige Propaganda-Zeiten.

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    am 14.03.2015 um 18:42 Uhr
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    In dubio pro reo!

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    am 15.03.2015 um 15:38 Uhr
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    Danke! Das war ein echtes Vergnügen den Artikel und die Kommentare zu lesen! Man weiss ja vor lauter Russland-Bashing und den Bücklingen vor USA, NATO, EU, Israel manchmal kaum noch, wo einem der Kopf steht.

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    am 15.03.2015 um 18:53 Uhr
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    bei ‚avancierte Nato-, USA- und Israel-Anbeter.‘ habe ich aufgehört, dieses Pamphlet an Gesinnungsterror zu lesen. Dass Dazu dann die üblichen Kommentare aus den Verschwörungsecken kommentarlos geduldet werden, erübrigt ein weitere Lektüre. die NZZ hat eine politische Sicht, die bekannt ist und so ihre Berechtigung hat wie die ebenso parteiische Sicht eines Infosperbers.

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    am 15.03.2015 um 18:57 Uhr
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    zu Russland, oder genauer Putin: Das ist genauso ein kriegsverbrecherischer Falke wie ein Bush Klan und andere. In der Logigk eines Putin (Krim Annexion) könnte ich fordern, dass die Schweiz von den USA besetzt wird, weil die angelsächsische Minderheit systematisch diskriminiert wird, oder nicht?

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    am 15.03.2015 um 19:20 Uhr
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    Nein, weil die Schweiz nicht an Russland grenzt und weil die Schweiz für Russland nicht die strategische Bedeutung der Krim hat.

    Ohne die Krim, ist Russland nicht verteidigbar bzw. die Verteidungslinie zu «breit».

    Ausserhalb der USA betreibt das US-Militär sicher keine Baisis, mit einer annähernden Bedeutung wie die Krim für Russland.

    Das dürfte Sie interessieren. Zuerst die Kurversion mit dt. Untertitel:

    STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern

    https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

    Die Langversion:
    https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc

    »Die USA haben ein grundlegendes Interesse: Sie müssen all alle Ozeane dieser Welt kontrollieren. Keine Macht tat das jemals zuvor. Deshalb marschieren wir bei Völkern ein, aber umgekehrt können sie nicht bei uns einmarschieren. Eine sehr schöne Sache ist das."

    Ich empfehle die Politik von Ronald Reagan im Irak und Iran. Er hat beide Seiten finanziert, sodass sie statt uns, sich gegenseitig bekämpften. Es war zynisch, sicher auch nicht moralisch vertretbar. ABer aber es funktionierte!

    … Wir können daher nicht einfach rübergehen, jedoch sind wir in der Lage … di sich bekämpfenden Mächte zu unterstützen, damit sie sich auf sich selbst konzentrieren …«

    http://www.thechicagocouncil.org/about/history

    http://en.wikipedia.org/wiki/Chicago_Council_on_Global_Affairs

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    am 15.03.2015 um 19:34 Uhr
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    "Der Punkt …ist, dass die USA ein «Cordon Sanitaire», ein Sicherheitsgürtel um Russland herum aufbauen. Und Russland weiss es. …Ich denke, wir wollen sie nicht töten, sondern nur etwas verletzen bzw. Schaden zufügen… Jedenfalls sind wird jetzt zum alten Spiel zurück."

    https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

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    am 15.03.2015 um 19:37 Uhr
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    Interview mit einem der US-Chef-Strategen:

    "Zbigniew Brzezinski (Sommer 2014) im Gespräch über den Ukraine(krieg), die Krim, Russland und China.
    Es wird der Einfluss der USA in der Ukraine verdeutlicht und «der Plan» der USA, China gegen Russland auszuspielen.
    Ebenfalls wird auf die Preisentwicklung des Erdöls eingegangen und die wirtschaftliche Isolation Russlands."

    https://www.youtube.com/watch?v=_eXtSFNDjY4

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    am 16.03.2015 um 13:43 Uhr
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    Sollte ich jemals jemand den Schweizer Medien-Mainstream erklären müssen, dann werde ich es anhand dieses Artikels tun. Der Autor bezieht klar Stellung – links, antiamerikanistisch, antiisraelistisch, anti-Nato.

    Aus dieser Stellung beurteilt Christian Müller Vorgänge bei der liberalen und (immer noch) in der Wirtschaft verankerten Traditionszeitung NZZ. Müller ist entsetzt, dass sich die Zeitung keinen linken CR gegeben hat, er sieht es als verpasste Chance. So, als gäbe es den Tagi oder die TagesWoche oder die SRG usw. noch nicht. Und so, als müssten diese erst noch erfunden werden.

    Nun sah ich mir im «Über uns» des Infosperber an, wofür das Medium steht. Ich lese, Zitat:

    "1. Zielpublikum sind Meinungsträger und Meinungsträgerinnen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie alle, die Ergänzendes zu den Mainstream-Medien schätzen."

    Nun kann ja jeder schreiben, was er will. Doch das zitierte Leitbild steht sehr schräg in der Landschaft, schreibt der Infosperber doch genau Dasselbe, was auch der Tagi oder die WoZ etc. zum Thema NZZ-CR geschrieben haben oder schreiben würden. Nämlich den urbanen Mainstream. «Ergänzendes» finde ich im Artikel nicht.

    Wie gesagt, Infosperber soll das dürfen! Aber es wäre angebracht, das Leitbild anzupassen. ODER: Autoren zu suchen, die sich wagen, gegen den Mainstream anzuschreiben.

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    am 16.03.2015 um 14:01 Uhr
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    @Lahor Jakrlin: Da tun Sie wohl Infosperber völlig unrecht! In den Spiegel schauen, das wäre angebracht, aber das tut leider «meine NZZ» auch nicht! Wir bekommen einen Einheitsbrei vorgesetzt, dies ist nicht de Stoff aus dem die Träume sind. Wir brauchen keinen Amerikanismus, keine Nato-Politik, kein SVP-Bashing, wir brauchen kompetente Journalisten, welche in der Lage sind, zu differenzieren. Ich bin weiss Gott mit Christian Müller und Urs Gasche nicht imemr gleicher Meinung, aber gerade in diesem Punkt sind wir uns einig. Die NZZ muss endlich kritischer, auch Amerika- und Nato-kritischer, auch Europa-kritische werden. Über das Verhältnis der NZZ zur SVP ganz zu schweigen! Ansonsten die Geschichte durchaus schlecht ausgehen könnte für uns alle, sowohl innen- als auch aussenpolitisch! Übrigens hat der «Tagi» den neuen Chefredaktor wohlwollend begrüsst!
    Aber Res Strehle, auch HSG-Absolvent (was viele wohl nicht glauben) war Eric Gujer wohlgesinnt, er geht ja alsbald in Pension!

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    am 16.03.2015 um 14:11 Uhr
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    @Beda Düggelin: Da sehen Sie, wie vielfältig die Welt doch ist. Ich lese JEDEN Wochentag die Hauptinhalte folgender Zeitungen (in dieser Reihenfolge) : 1. BZ, 2. Bund, 3. NZZ, 4. Tagi und 5. Blick. Dabei ist mir bisher noch nicht aufgefallen, dass die alte Tante die gleiche Schreibe hätte, wie der Tagi oder Der Bund.

    Natürlich hat die NZZ (im Inlandteil) mittlerweile einiges an linksurbanem Mainstream übernommen, aber nach wie vor hält sie sich an «altmodische» journalistische Regeln, und vermischt nur sehr selten Berichterstattung mit Kommentar.
    DAS hat Klasse, und das soll sich die NZZ auch in Zukunft bewahren.

    Ob das mit einem linksliberalen CR noch möglich wäre?

    Das Beispiel der NZZaS zeigt, dass dies nicht geht: Die NZZaS hat unter dem linksliberalen Einfluss Müllers die SonntagsZeitung mittlerweile links überholt.

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    am 16.03.2015 um 14:30 Uhr
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    @Herr Jakrlin: äusserst interessant, was Sie hier schreiben! Auch Ihre Lesereihenfolge ist speziell. Der Tagi hat praktisch mit der NZZ gleichgezogen, aber über Res Strehle, wir waren zur gleichen Zeit an der HSG, habe ich ja schon berichtet. Er hat sich ja bereits bei einem Panelgespräch an der Uni Zürich für die Berichterstattung bezüglich Masseneinwanderungsintiative entschuldigt, warum eigentlich?
    Leider wird die NZZ immer mehr zum Berichterstattermedium, Kommentare der Redkatoren fallen weg, weil man sich politisch nicht exponieren will. Doch auch die NZZ ist eine politische Zeitung, der FDP nahestehend, sonst würde sie nicht andauernd SVP-Bashing betreiben!
    Linksliberal ist ein weiter Begriff, es gibt linkere und rechtere Linksliberale. Und was heisst überhaupt liberal? Liberal ist ein Feigenblatt um zu bekennen, dass man nicht kosnservativ sein will. Ist nun die NZZ im 236. Jahrgang nicht mehr konservativ?
    Wenn sie dies nicht mehr sein will, dem Mainstream zuliebe, wird sie keine Zukunft mehr haben. Linksliberale Medien gibt es mehr als genug!
    Nun sind Sie dran, wie liberal und wie links sind und waren nun Markus Spillmann und Eric Gujer? Warum wurde Markus Spillmann überhaupt ersetzt?

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    am 16.03.2015 um 14:54 Uhr
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    Wunderbar, die Diskussion!!
    Und was man nicht wahrhaben will (K.B.), das tut man als Verschwörungstheorie ab. Das ist alt bewährte Taktik.

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    am 16.03.2015 um 15:21 Uhr
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    Nehmen wirs «klassisch», lieber @Beda Düggelin:
    Als «liberal» können wir jene Medien bezeichnen, welche die Kräfte des Marktes spielen lassen oder fördern möchten. Das gilt für alle Bereiche, also die Wirtschaft (und damit den allgemeinen Wohlstand), aber auch für Kultur.
    Als «rechtsliberal» dürfen wir die Politik der SVP heranziehen. Auch sie neigt zum Markt, hat aber keine Mühe damit, vor nahezu jedes Thema nationale Interessen voranzustellen.
    Und als «linksliberal» bezeichnen wir jene ansatzweise bürgerlichen Kräfte, welche zu Regulierungen Ja sagen, also Lenkungsabgaben, Umverteilungen und sogar den Etatismus akzeptieren. Hier hört man oft die Bezeichnung «urbane Beliebigkeit».

    Dass Sie eine kommentierende Berichterstattung gut finden, ärgert mich, denn ich dachte, dass Sie jemand sind, der die Meinungsbildung den Lesenden zutraut.

    Wie auch immer: Ich bewudere nach wie vor die journalistische Grundeinstellung der NZZ und würde mir wünschen, sie würde die echten liberalen Werte – natürlich nur in entsprechend erkennbarenKommentaren – noch stärker verteidigen.

    Denn an rechts- und vor allem linksliberal haben wir ein grosses Überangebot.

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    am 16.03.2015 um 15:35 Uhr
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    @Herr Jakrlin: Ihre Kommentare heben sich punkto Inhalt erfreulich von anderen Blogbeiträgen ab, sehr gut! Ich finde Ihre Argumentation sehr passend und gar erhellend! Wir unterscheiden uns nur geringfügig, indem ich mir mehr Profil einer Zeitung wünsche und dies erfordert Stellungnahme und Kommentar. Die Lesenden werden aufgrund dieser Kommentare ihr eigenes Probil schärfen! Schliesslich wünschen ja auch Sie sich eine NZZ, welche die echten liberalen Werte verteidigt und da stellen ja auch Sie fest, dass Kommentare eben doch notwendig sind.

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    am 16.03.2015 um 15:45 Uhr
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    Das nennt man eine Annäherung, find ich gut, danke @Beda Düggelin.

    Jetzt aber zur «Ursache», zum Artikel von Christian Müller. Würden Sie sagen, der Beitrag sei

    A) Berichterstattung
    B) Kommentar
    C) als Berichterstattung getarnter Kommentar
    D) als Kommentar verfasste Berichterstattung

    Indem der Autor voraussetzt, was richtig ist (USA-, Israel- und Nato-Kritik nämlich) spinnt er seinen Garn wie selbstverständlich dahingehend weiter, dass die NZZ einen rechtskonservativen Weg gehe.

    Würden Sie das als neutralen Beitrag zur Meinungsbildung oder als Manipulation jener bezeichnen, die nicht NZZ-Leser sind?

    Würden Sie sagen, dass der Autor ein ganz bestimmtes (ihm ohnehin zustimmendes) Publikum bedient, oder dass er davon ausgeht, dass USA-, Israel- und Nato-Kritik Bestandteil des allgemeinen common sense sei?

    Sie müssen meine Fragen hier nicht beantworten, ich werfe sie einfach ein um zu zeigen, wie einseitig Christian Müllers Ausgangslage ist.

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    am 16.03.2015 um 16:35 Uhr
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    @Herr Jakrlin: Ihre Fragen sind ausgezeichnet. Ich könnte ins letzte Detail gehen, möchte aber nicht zu lange werden! Damit andere Leser nicht meinen, ich möchte mich verstecken, hier die Antwort zu Ihren beiden letzten Fragen:
    Ich bin mir nicht sicher, ob das Publikum von Infosperber so einseitig gefärbt ist, etwas USA-, Israel- und Nato-Kritik muss sein, dies hat gar nichts mit dem Links-Rechts-Schema zu tun, da können sich eben die Geister selbst bei der NZZ scheiden, auch wenn man sich dem Lager der NZZ nahestehend fühlt.
    Ich denke Christian Müller ist ein kritischer Geist und das ist gut so. Wichtig ist der Diskurs, die Auseinandersetzung: niemand hält uns davon ab, über die Zeit klüger zu werden, sagte schon Konrad Adenauer!

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    am 16.03.2015 um 18:04 Uhr
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    @Ruth Obrist: Mit den Kommentaren aus der Verschwörungsecke meinte ich einige konkrete Nicknamen hier mit sich selber dokumentierenden Hinweisen in Stil von Bilderberg und Weltfinanzjudentum (aka ‚Amerikanismus‘) und die Existenz Israels als illegitim betrachtend. Aber ich spiele nicht ad hominem.

    Item: Blocher sagte mal, statt der EU beizutreten, würde es für die Schweiz mehr Sinn machen, den USA beizutreten. Er meinte dies etwas mit Humor, aber unrecht hat er nicht, denn die Schweiz ist von der politischen Struktur her der USA ähnlicher als dem Künstlichen Konstrukt EU.

    Was die ganzen Putinversteher nicht wahrhaben wollen ist das Gespiel desselben und dass jene Versteher einen nachweislichen Bias betreffend Rechtsstaatlichkeit haben. Was jene insbesondere nicht akzeptieren wollen, ist, dass jedes Land das Recht hat, sich ökonomisch und was Verteidigung betrifft, so zu assoziieren wie es will. dass dem Putin nicht gefällt, dass das Baltikum sich nach Westen orientiert, ist klar. unklar ist, was die Ukrainer eigentlich wollen, unabhängig davon, welcher Regierung sie nun nachlaufen (die ‚offizielle‘ oder die Rebellen – beide NICHT durch Plebiszit abgesegnet).

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    am 16.03.2015 um 18:06 Uhr
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    (2) Und was die ‚unabhängige Schweiz Anbeter‘ betrifft, um die Rhetorik von Herrn Müller aufzugreifen, ist, dass so etwas wie eine unabhängige Schweiz nie existierte und die staatliche Struktur mit dem Neutralitätsstatus durch die europäischen Grossmächte aufgezwungen wurde. Sicher ist, dass ohne Nato Westeuropa in toto finnlandisiert oder ungarisiert wäre.

    Da das Schweizer Bankensystem als Finanzhure obskurer Gelder so langsam aber sicher pensioniert wird, entfallen auch die wenigen Machtpolitischen Verhandlungsinstrumente für verschrobene Sonderlösungen. Da fragt sich wirklich, ob ein Mitmachen (EWR!) nicht der intelligentere Weg gewesen wäre, statt die Peinlichkeit des EWR Neins mit jahrzehntelanger Stagflation und einem vertraglichen Murks wie den bilateralen. Erst nach Abschluss der bilateralen stieg die Schweiz wieder aus der Stagflation empor, zum Preis einer gescheiterten Raumplanung – wovon ausgerechnet die bone hard SVP Wähler als Land Besitzer ausserhalb der Kern Städte profitieren.

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    am 16.03.2015 um 18:09 Uhr
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    (3) Liberal etc sind Pseudotaxonomien. Es geht letztlich darum, wieviel Staat gewünscht wird. Dabei sind SP und SVP, obwohl in der Wahrnehmung Opponenten, beides Befürworter eines starken Staates.

    Meine Optik ist dagegen in der Tat amerikanisch, also diejenige, die seit der Gründung der USA die Kompetenzen des Staates in genauestens umrissene und eingeschränkte Bahnen dämmte. Natürlich kann argumentiert werden, dass der heutige Zustand Amerikas dem nicht mehr entspricht (und damit eigentlich ein verfassungswidriger Zustand ist).

    Ob die Institution NZZ wichtig bleibt, entscheiden deren Abonnenten. Die Bilanzverluste zeigen eher darauf, dass dem nicht so ist. Aber das betrifft auch andere Häuser. Selbst eine TAMEDIA hat ihre Probleme, zumindest wenn das Stammgeschäft betrachtet wird. Es ist einfach so, das in der heutigen Welt digitaler Medien die Stammhäuser mit Newsagenturen und Journalisten als Gatekeeper von Information und Meinungsbildung unwesentlich wurden. Ich erhalte eine ausgewogenere Auflistung wenn ich einen AI-Bot wie news.google.com bemühe. Zumal ja Agenturmeldungen selber auch schon längst maschinell erzeugt werden. Den Robot kann ich mit einigen Klicks anweisen, was für mich relevant ist. Der Journalist alter Schule wird immer versuchen, seine politische Sicht in seinen Erzeugnissen zu verpacken, denn er ist ganz einfach ein Mensch. Oder: so etwas wie ausgewogen gibt es aus Sicht eines einzelnen medienschaffenden nicht.

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    am 17.03.2015 um 09:40 Uhr
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    1999, vor dem ominösen 9/11, der die Rechtfertigung für den Überfall auf Afghanistan und Irak abgab, habe ich Brzezinskis Schachbrett-Theorie von der Einzigen Weltmacht gelesen. Obwohl die Schachfelder Nahost, inklusive Israel, und Zentralasien darin ausgelassen sind, ist die amerikanische Strategie der Vorherrschaft so genau dargelegt, dass mir seither alles klar ist. In diesem Sinne wird Eric Gujer die NZZ weiterführen, nehme ich an. Für die Interessen der USA, der NATO, EU, Israels.
    Danke für die Links von Olivier Bregy!

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    am 17.03.2015 um 14:37 Uhr
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    Gern geschehen. Friedman und Stratfor darf man allerdings nicht überschätzen. Seine Aussagen zeigen jedoch die Selbstverständlichkeit, mit der diese Nation agiert.

    Es gibt ja auch Aussagen, von Direktbeteiligten:

    https://www.youtube.com/watch?v=BZlhfmgagBg

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    am 22.03.2015 um 01:11 Uhr
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    …dafür, dass er nur konzeptionelle Powepoints veröffentlicht hat, spielen die USA wieder mal eine starke «Nicht-Rolle», wie Frau B. es ausdrücken würde.

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    am 22.03.2015 um 15:13 Uhr
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    scheint, dass um 01:05 Uhr Schichtwechsel bei den Putin Trollen war.

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