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Die Panzer sind nun auch in Europa wieder losgefahren. © fotshot

Der Scherbenhaufen der Deeskalation

Leo Ensel /  Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine erzürnt und desillusioniert uns „Russlandversteher“. Aufgeben dürfen wir dennoch nicht.

Der Schock sitzt tief.

Zwei Tage brauchte der Autor dieser Zeilen, um aus der Paralyse herauszukommen. Noch Anfang Dezember hatte er apodiktisch verkündet: „Ich halte es für ausgeschlossen, dass Russland die Ukraine angreift – Punkt.“ Seine Analyse – und er war nicht der Einzige, der so dachte: Man mag von Putin halten, was man will, aber der russische Präsident ist kein Hasardeur! Als kühl kalkulierender Machtmensch wird er sehr genau Kosten und Nutzen abwägen. Und er weiss: Mit einem Angriff auf die Ukraine kann er sich nur eine blutige Nase holen – ganz abgesehen von den politischen und wirtschaftlichen Folgen einer weltweiten Isolation seines Landes.

Den monatelangen Truppenaufmarsch um die Ukraine, die Manöver in Belarus, all das hatte ich als Drohkulisse im Kontext der beiden Briefe an die USA und NATO interpretiert, in denen Russland unmissverständlich seine Sicherheitsinteressen und die daraus folgenden roten Linien formulierte. Das Äusserste, was ich mir hatte vorstellen können, war eine verdeckte oder gar offene militärische Unterstützung der Rebellenrepubliken im Donbass für den Fall, dass Kiew versuchen sollte, diese mit Gewalt zurückzuerobern. Putins Anerkennung der Rebellenrepubliken Donezk und Lugansk in ihren ursprünglichen Oblastgrenzen – und nicht etwa bis zur aktuellen Demarkationslinie – zwei Tage vor dem Überfall hatte mich zwar misstrauisch gestimmt, aber damit hatte es sich.

Nun wissen wir alle es besser – will sagen: Wir sind bis auf die Knochen desillusioniert! Und der Scherbenhaufen türmt sich zum Himmel.

Wie peinlich, wie erbärmlich, wie jämmerlich, dass ausgerechnet CIA und die «Bild»-Zeitung, denen wir spätestens seit der Brutkastenlüge und den angeblichen Massenvernichtungsmitteln im Irak kein Wort mehr geglaubt hatten, dieses Mal rechtbehalten haben. Auch wenn die definitive Entscheidung zum Krieg angesichts der starren Haltung des Westens möglicherweise in letzter Minute gefallen sein mag.

Putins Angriff auf die Ukraine treibt nicht zuletzt jenen Menschen die Zornesröte ins Gesicht, die sich jahre-, jahrzehntelang für ein besseres Verhältnis zu Russland eingesetzt haben.

Den Donbass in Lwiw und Odessa verteidigen

Das Szenario ist bekannt: Wieder einmal hatte jemand um Hilfe gerufen. Die auch prompt gnädig gewährt wurde.

Und zwar im Übermass. Ost-Berlin 1953, Budapest 1956 und Prag 1968 lassen grüssen. Aber so weit wie Russland jetzt war selbst die Sowjetunion bei allen drei Interventionen nicht gegangen. Diese „beschränkten“ sich im Wesentlichen auf einen Einmarsch der Panzer in die Hauptstädte der betroffenen Länder, worauf die Besatzer ihre Ordnung gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzten. Nun aber wird tagelang die militärische Infrastruktur eines ganzen Landes systematisch beschossen und vernichtet. Parallel dazu wird die Ukraine durch einrollende Truppenverbände aus Norden, Osten und Süden synchron in die Zange genommen.

Und alles angeblich zur Verteidigung der beiden Rebellenrepubliken im östlichen Donbass. Dafür werden jetzt das rund 1200 Kilometer von Donezk entfernt liegende Lwiw in Galizien und die 850 Kilometer von Lugansk entfernte Schwarzmeerstadt Odessa beschossen.

Jawohl, Kiew hat bereits im April 2014 Panzer gegen die abtrünnigen Gebiete im Donbass – will sagen: gegen das eigene Volk – aufgefahren. Es hat eine Millionenstadt wie Donezk unter Beschuss genommen. Der dortige Flughafen liegt in Trümmern, die Bevölkerung dies- und jenseits der Demarkationslinie durchleidet die Kriegswirren nun schon fast acht Jahre. Die Kämpfe zwischen der Kiewer Zentralmacht – Seite an Seite mit rechtsextremen Freikorps wie dem berüchtigten ultranationalistischen Regiment Asow – und den von Russland klandestin unterstützten „Volkswehren“ kosteten bislang 14‘000 Menschen das Leben. Die meisten von ihnen Zivilisten, und zwar auf Seiten der Rebellengebiete – ohne dass in den vergangenen Jahren im Westen jemand, wie die deutsche Aussenministerin letzten Freitag, gerufen hätte: „Herr Poroschenko, Herr Selenski, Sie sind dafür verantwortlich, dass unschuldige Menschen in der Ostukraine sterben!“

Aber das rechtfertigt in keiner Weise einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg – denn darum handelt es sich hier – Russlands gegen die Ukraine.

Russlands „Kosovo-Krieg“ – oder: Putins „humanitäre Intervention“

Es gibt allerdings auch noch eine weitere Blaupause für das Szenario – und die ist für den Westen alles andere als angenehm.

Ende der Neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kämpfte eine Volksgruppe in einem europäischen Land für die Abspaltung ihres Gebietes aus dem Staatsverband. Die Zentralmacht schickte Polizeikräfte und Militär, es kam zu jahrelangen offenen und verdeckten blutigen Kämpfen zwischen Separatisten und Staatsmacht. Schliesslich griff eine Atommacht zusammen mit ihrem Militärbündnis ohne völkerrechtliches Mandat – die juristische Legitimation, genannt „humanitäre Intervention“, hatte sie sich auf die Schnelle selbst gestrickt – zugunsten der Separatisten ein und bombardierte dreieinhalb Monate lang mit höchst fragwürdigen Begründungen strategische Ziele, aber auch die Hauptstadt und weitere Städte des Staatsverbands, bis die Regierung kapitulierte. Um die 3000 Zivilisten der Zentralmacht starben. „Kollateralschaden“ nannten das die bewaffneten humanitären Interventionisten. Neun Jahre später erklärte sich die „befreite“ Region für unabhängig – und wurde postwendend von ihren Befreiern als Staat anerkannt.

Es handelte sich um den Kosovo, der sich unter tatkräftiger Hilfe durch USA und NATO von Jugoslawien abgespalten hatte.

Ist der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nun legitimiert, weil der Westen 23 Jahre zuvor mit seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien die Blaupause dafür geliefert hatte? Nein. Ebenso wenig, wie ein Dienstagsmord durch einen Montagsmord gerechtfertigt wird.

Aber Putin hat gelernt. Und zwar vom Westen. Nicht zuletzt in Sachen „Regime Change“, den er in der Ukraine unter dem Etikett „Entnazifizierung“ offensichtlich anstrebt. Verloren jedoch haben alle.

Die neue Teilung Europas

Nun zeigt die Geopolitik wieder ihre hässliche Fratze. Und Wladimir Putin hat sich de facto als George Friedmans Gehilfe bei der endgültigen Zementierung der neuen Teilung Europas erwiesen. Bei Stratfor und anderen amerikanischen Think Tanks werden jetzt die Sektkorken knallen.

Es ist die Stunde der Eskalierer, der kalten und heissen Krieger auf allen Seiten. Und ein Sieg der Rüstungsindustrie. 100 Milliarden Euro mehr für die Bundeswehr schüttelte Bundeskanzler Scholz am Sonntag locker aus dem Ärmel. Der neue deutsche Schulterschluss kennt (fast) keine Parteien mehr, er kennt (fast) nur noch Deutsche.

Michail Gorbatschows abrüstungspolitisches Erbe dagegen, seine Politik des Neuen Denkens und seine Vision vom „Gemeinsamen Haus Europa“ liegen in Trümmern. – Er wird am Mittwoch 91 Jahre alt, und man wagt nicht, sich vorzustellen, wie es angesichts dieser Katastrophe in ihm aussehen mag.

Die Welt wird es bitter bereuen.

Denjenigen aber hüben und drüben, die sich jahre-, jahrzehntelang für ein gutes Verhältnis zwischen Russen und Deutschen einsetzten, die sich für Deeskalation engagierten und auch jetzt noch, scheinbar gegen alle Vernunft, eine neue Entspannungspolitik und Gorbatschows „Gemeinsames Europäisches Haus“ anstreben, in dem Russen, Ukrainer, Deutsche etc. kurz: alle Europäer gleichberechtigt und nach dem Prinzip der „unteilbaren Sicherheit“ (Charta von Paris) ihren Platz haben – all denjenigen, die nun ihren Mut zu verlieren drohen, bleibt es übrig, aus Liebe zu den Menschen unseres aufs Neue blutig zerrissenen Kontinents die zynische Maxime des Philosophen Günther Anders zu befolgen:

„Wenn ich verzweifelt bin, was geht‘s mich an! Machen wir weiter, als wären wir es nicht!“


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Weiterführende Informationen

  • «Osteuropa und Russland – Das ökonomische Desaster, das wir angerichtet haben, wird vergessen» (Auf den NachDenkSeiten)

Zum Infosperber-Dossier:

Ukraine_Sprachen

Die Ukraine zwischen Ost und West: Jetzt von Russland angegriffen

Die Ukraine wird Opfer geopolitischer Interessen. Die Nato wollte noch näher an Russland. Russland führt einen rücksichtslosen Angriffskrieg und missachtet das internationale Kriegsrecht.

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28 Meinungen

  • am 3.03.2022 um 07:15 Uhr
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    caritas-international.de:
    Seit 2014 tobt in der Ost-Ukraine ein blutiger Bürgerkrieg bei dem über 10.000 Menschen starben.
    Über eine Million Ukrainer flohen vor dem Krieg nach Russland, davon Zehntausende in die Regionen Wolgograd und Rostow. Viele von ihnen kommen bei Verwandten oder Bekannten unter, die selbst kaum Mittel haben.
    Neu dazugekommene 48 Tausend.

    5
    • am 4.03.2022 um 08:25 Uhr
      Permalink

      Bitte sagen Sie uns, wo das auf der Website steht. Ich finde es nicht. Dafür vieles andere, wie z.B. auf https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/europa/ukraine/inlandsvertriebene
      «In Europa ist Krieg. Russland beschießt Ziele in der gesamten Ukraine. Schon jetzt steht fest: Unzählige Zivilisten werden die Leidtragenden dieses Kriegs sein. «Die Situation ist dramatisch und verändert sich sehr schnell. Wir sind deshalb in ständigem Austausch mit unseren Partnern vor Ort und tun alles dafür, um Menschen in Not in der Ukraine zu unterstützen», verspricht Oliver Müller, Leiter von Caritas international.»

      4
    • am 5.03.2022 um 20:18 Uhr
      Permalink

      Zum Posting von Jana Vilim: Dass eine Million Menschen nach Russland geflohen sind, wird durch seriöse Quellen belegt. Allerdings gibt es auch 1,8 Millionen Binnenflüchtlinge (siehe: Forschungsstelle Osteuropa der Uni Bremen, Russland-Analysen, Ausgabe vom 12.4.2019) – und diese Zahl lässt Frau Vilim unter den Tisch fallen. Damit betreibt sie Propaganda.

      2
  • am 3.03.2022 um 09:10 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Ensel – es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass sie Ihre Desillusion zugeben. Zwar waren die Absichten Putins für ein grossrussisches Reich mehr als genügend dokumentiert, um überhaupt Illusionen zuzulassen, aber die recht krude Anti-Westen/Anti-USA – Haltung hat wohl allzuviele blind gemacht.
    Was mich dann aber wundert ist, dass sie nach wie vor die russische Balkanlüge verbreiten. Hier haben sie bis jetzt nichts dazugelernt:
    Der ‹Westen› führte mit amerikanischer Hilfe – Europa war dazu gar nicht fähig – einen Krieg gegen das Regime von Milosevic, um weitere Schlächtereien an der bosnischen Zivilbevölkerung zu verhindern. Erinnern Sie sich an Srebrenica, die Beschiessung von Sarajewo? Er hatte kein UNO-Mandat (Russland hätte das Veto eingelegt), doch Russland arbeitete hinter den Kulissen durchaus mir dem Westen zusammen und war Teil der Balkan Kontaktgruppe (USA, Russland, GB, F, D, I), die Ende 2005 eine Rückkehr des Kosovo an Serbien klar ausschloss, ebenso eine Aufteilung des Kosovo an andere Staaten. Russland unterstützte die UNO Resolution 1244, die Kosovo unter internationale Verwaltung stellte, die nach 10 Jahren und einer FREIEN Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für eine Unabhängigkeit beendet wurde.
    Dass Putin 2007 dann seine Meinung diametral änderte, hätte schon damals aufmerksame und eben unvoreingenommene Zuhörer stutzig und misstrauisch machen sollen.
    Bei Vielen ist der Groschen aber erst letzte Woche gefallen – wohl mit Getöse!

    12
  • am 3.03.2022 um 10:21 Uhr
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    Danke, Leo Ensel, auch mir ging es wie Ihnen, ich war schockiert. Auch teile ich Ihre Meinung, dass Putin jemand ist, der sehr genau weiß, was er tut. Russland hat sich 8 Jahre bzgl. der Verbrechen in der Ukraine zurückgehalten, die der Westen ausblendete. Seit Dezember 2021 wurde der Ton schärfer. Als Russland von einer roten Linie sprach und auf substantiellen Angeboten zur Garantie seiner Sicherheitsinteressen bestand, wurde dies im Westen weitgehend ignoriert. Der Ton wurde noch schärfer, von möglicher Anwendung „militär-technischer“ Mittel war die Rede. Die fortdauernde Beschießung des Donbass nahm zu, während der ukrainische Präsident in München weilte und drohte, die Ukraine wieder atomar rüsten zu können. Putin muss sich über den Preis, den sein Land für einen Angriffskrieg zu tragen haben würde, im Klaren gewesen sein. War es atomare Bedrohung, die ihn zum Handeln veranlasste? Im Antispiegel wird eine ebenso gefährliche Bedrohung angesprochen, der Putin zuvorkommen wollte / musste? https://www.anti-spiegel.ru/2022/veroeffentlichte-dokumente-hat-kiew-einen-biowaffenangriff-auf-donbass-vorbereitet/ Auf dem Planeten sind längst viel zu viele Mittel, diesen in eine Hölle zu verwandeln. Die UNO-Charta von 1945 nennt klar die Voraussetzungen, wie wir das verhindern können: Um „als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben“, gilt es die „Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein“ zu bekräftigen. Die NATO steht dem entgegen.

    7
  • am 3.03.2022 um 12:14 Uhr
    Permalink

    Was hätte denn Russland tun sollen? Weiter zuwarten, zuschauen bis die Nato Hyperschallraketen Russland vor die Nase pflanzt? Nein, dann wäre es zu spät; die USA die vollkommen pleite ist hätten sich die Bodenschätze aus Russland geholt. Präsident Putin hat die Notbremse gezogen. Das war, zu Abwendung eines noch größeren Krieges, richtig und Notwendig.

    13
    • am 5.03.2022 um 21:45 Uhr
      Permalink

      Einen Angriffskrieg «Notbremse» zu nennen, hat Orwellsche Qualitäten. Ihn «notwendig und richtig» zu nennen, ist einfach nur krank. Klar, und alle Staaten, die «pleite» sind, sind potentielle Agressoren – da muss man schon mal präventiv zuschlagen. sorry, Ihre Logik ist mir zu verquer.

      4
  • am 3.03.2022 um 13:04 Uhr
    Permalink

    Angesichts des erklärten Ziels des US-Imperiums, Europa zu spalten (George Friedman) und Russland zu plündern, mag es nicht erstaunen dass – im Hinblick auf die Russland jüngst verweigerten verbindlichen Sicherheiten – für Russland kein anderer Weg mehr möglich erschien, um sich vor der «Demokratisierung» durch den «Werte-Westen» zu retten.
    Dieser Aspekt erscheint im obigen Artikel wie ausgeblendet.

    7
    • am 5.03.2022 um 22:02 Uhr
      Permalink

      Angesichts des erklärten Ziels Putins, die Opposition im Land auszuschalten, ein großrussisches Reich zu errichten und einen Krieg gegen alle zu führen, die sich seinem Machtanspruch nicht unterwerfen, mag es nicht erstaunen dass – im Hinblick auf die nicht vorhandene Bedrohung durch die Ukraine – für Russland kein anderer Weg mehr möglich schien, als einen Angriffskrieg auf das Brudervolk zu führen und Städte zu zerbomben und ca. 38 Millionen Menschen, die gar nicht «befreit» werden möchten, unter seine Fremdherrschaft zu zwingen. Dieser Aspekt erscheint im obigen Post wie ausgeblendet.

      3
  • am 3.03.2022 um 16:06 Uhr
    Permalink

    Es zeugt von persönlicher Grösse, wenn der Autor sich hier kritisch zu seinen Fehleinschätzungen äussert. Leider wird anschliessend wieder der Vergleich mit Kosovo herangezogen, der mir nach wie vor sehr schräg erscheint. Wenn ich mich erinnere, gab es vor dem Eingriff dort eine längere, breite und kontroverse Diskussion, die Alternative eines möglichen Genozids wollte niemand verantworten. Die gut dokumentierte Komplexität jenes Einsatzes wird nie thematisiert. Nun soll ja auch in der Ostukraine ein Genozid (mutmasslich an ethnischen Russinnen und Russen) stattfinden oder stattgefunden haben. Details waren bisher nicht erhältlich, eine Diskussion darüber findet nirgends statt, meines Wissens auch in Russland nicht. Und der Vergleich mit Kosovo erklärt nicht ganz, weshalb es Belarus zuliess, dass russische Truppen über sein Staatsgebiet hinweg in die Ukraine einfielen, hunderte Kilometer von der Ostukraine entfernt. Putin als Lehrling des Westens in Sachen «Regime Change» darzustellen, halte ich für falsch, zynisch und auch verfrüht.

    10
    • am 4.03.2022 um 05:15 Uhr
      Permalink

      sehr geehrter Herr Pestalozzi,

      Sie schreiben, ich zitiere: » Nun soll ja auch in der Ostukraine ein Genozid (mutmasslich an ethnischen Russinnen und Russen) stattfinden oder stattgefunden haben. Details waren bisher nicht erhältlich, eine Diskussion darüber findet nirgends statt, meines Wissens auch in Russland nicht.»

      Nun. Neben zahlreichen Veröffentlichung zu diesem Thema, vor allem, was die beteiligten militärischen oder paramiltärischen Gruppen betrifft, hat sogar der Tagesanzeiger am 07.02.2015 detaillierte Angaben gemacht.
      https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Schweizer-Neonazis-liefern-Geld-in-die-Ostukraine/story/13160853
      Ebenso 20min. am 13.08.2014
      http://www.20min.ch/ausland/dossier/ukraine/story/Ukraine-setzt-Neo-Nazis-gegen-Separatisten-ein-23925388
      diese Beiträge sind nur zwei aus einer Vielzahl von Berichten und dokumentierten Belegen, die sich auch bei nur wenig Interesse für eine differenzierte Betrachtung leicht finden lassen.

      4
    • am 4.03.2022 um 05:46 Uhr
      Permalink

      Herr Pestalozzi

      «Nun soll ja auch in der Ostukraine ein Genozid (mutmasslich an ethnischen Russinnen und Russen) stattfinden oder stattgefunden haben. Details waren bisher nicht erhältlich, eine Diskussion darüber findet nirgends statt, meines Wissens auch in Russland nicht.»

      Es gibt sehr wohl eine Diskussion (natürlich in Russland!) und Details darüber, wieviele Menschen insbesondere Zivilisten im Donbass in den letzen 8 Jahren gestorben sind, aus was für Gründen (Artillerie, Scharfschützen, Terror-Anschläge) und wer die Täter waren (Ukrainische reguläre Armee, Azov Battalion, Neonazis aus diversen westlichen Ländern und ISIS Kopfabschneider).

      Die UN weiss Bescheid, sie wurde regelmässig von Russland informiert. Die OSZE müsste Bescheid wissen. Die grosse Mehrheit der Journalisten des Werte-Westens will davon nichts wissen.

      «Genozid» ist ein «Kampfbegriff», der fast ausschliesslich nur dann benutzt wird um die «Gegenseite» anzuklagen. Aus der Diskussion, wieviele Tote es braucht um den Begriff zu rechtfertigen, halte ich mich raus.

      Die oben genannten Kräfte, welche den Donbass seit Jahren malträtieren sind nun faktisch eingekesselt von der Russischen Armee und Einheiten der beiden Volksrepubliken. Die Eingekesselten haben die Wahl sich zu ergeben oder auf dem Schlachtfeld zu sterben. Wenn Zweiteres beginnt, dann werden sie zum Thema werden in den westlichen Qualitätsmedien – vermutlich dann als «Opfer» eines Genozid.

      3
    • am 4.03.2022 um 16:21 Uhr
      Permalink

      Genozid durch die Ukraine im Donbass? Aus Distanz, in einem Gebiet, das von einer anderen Macht beherrscht wird? Das ist in der Weltgeschichte sicher einmalig. Oder findet der Genozid auch anderswo statt? Ihre Antwort finde ich verwirrend. Es würde mich auch interessieren, weshalb die Russische Armee genau jetzt eingreifen muss, nachdem sie dem Genozid offenbar 8 Jahre lang oder mehr tatenlos zusah.

      5
    • am 4.03.2022 um 16:30 Uhr
      Permalink

      @Ernst und Meier: Auf https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_der_Ukraine_(seit_2014)#Humanit%C3%A4re_Lage steht u.a.:
      «Amnesty International berichtet im Herbst 2014 von Kriegsverbrechen auf beiden Seiten der Konfliktparteien.»
      «Am 28. Juli [2014] meldete das UNHCHR für die betroffene Bevölkerung der Ostukraine den totalen Zusammenbruch von Recht und Ordnung und berichtete von einer Terrorherrschaft der bewaffneten Gruppen mit Freiheitsberaubungen, Entführungen, Folterungen und Exekutionen.[454] Am 11. Juli hatte Amnesty International 100 Entführungen mit Details dokumentiert. „Die meisten Entführungen gehen auf das Konto von bewaffneten Separatisten“.[455]»
      «Am 18. Mai 2016 wurde bekannt, dass in der Ostukraine 4000 Fälle von Verschleppungen und Folter durch Menschenrechtsorganisationen dokumentiert wurden. In den Hochburgen der Separatisten Donezk und Luhansk wurden Hinweise auf 79 Foltergefängnisse gefunden. Die Misshandlungen fänden überwiegend durch prorussische Rebellen, aber auch durch russische Staatsangehörige, von denen 58 namentlich bekannt sind, statt.[466]»
      Inzwischen ermitteln das Weltstrafgericht und die OSZE zu aktuellen Kriegsverbrechen auf beiden Seiten. Vielleicht gibt es dann verlässlichere Zahlen.

      3
  • am 3.03.2022 um 16:26 Uhr
    Permalink

    sehr geehrter Herr Ensel,
    wie es ja schon in der letzten Zeit notwendig geworden war, vor einem Beitrag zur Corona Problematik zu beteuern, man sei selbst geimpft und schließlich KEIN Corona-Leugner, werde ich jetzt, bevor ich zum eigentlichen Sinn meines Beitrages komme, beteuern – und das ist für mich durchaus keine Floskel -, dass ich es zutiefst bedauere, dass die russische Staatsführung beschlossen hat, ihr Militär in die Ukraine einmarschieren zu lassen.
    Ihre «Schockstarre» kann ich sehr gut nachvollziehen, denn es ging mir genauso.
    Und ich stimme absolut mit Ihnen in der Einschätzung überein, dass der Einmarsch in die Ukraine direkt den «feuchten Träumen» eines George Friedman selbst entsprungen sein könnte.
    Vermutlich hätte nicht einmal Mackinder sich solch eine Möglichkeit erhofft.
    Doch nun ist der worst case eingetroffen, aber es geht ja immer noch ums Ganze, nämlich um die Gefahr einer atomaren Auseinandersetzung. Wer hat geschrieben, dass so etwas nicht geschieht, weil irgend jemand auf den Knopf drückt, sondern es ist die Folge von Eskalationenspiralen.
    Deshalb sind mir heute 2 Dinge wichtig: Friedensdemonstrationen weltweit, aber nicht mit dem Inhalt, Russland zu ächten, sondern jegliche Aggressionen, egal, von wem sie ausgelöst werden, denn Friedfertigkeit ist keine Frage der Seite, sondern Grundhaltung.
    die 2. Warum nur in Gottes Namen hat der Schweizer Bundesrat seine Neutralität verlassen und sich an die Sanktionen des Westens angeschlossen?

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  • am 3.03.2022 um 17:16 Uhr
    Permalink

    Das russische Volk (nicht Putin) wird einen hohen Preis dafür zahlen, dass es uns im Westen gezeigt hat, wie brüchig und primitiv unsere Demokratien in Wahrheit sind. Wenn man Lufträume und Fernsehstationen schliesst, dann verhindert man wichtige Möglichkeiten der Kommunikation, auch wenn man gegensätzliche Meinungen vertritt. Das ist eine Voraussetzung für eine Demokratie, die den Namen verdient. Eine einseitige Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist keine. Und diese unsägliche Heuchelei! Man behält eine saubere Weste, weil man bei einem NATO-Überfall auf ausser-europäische Länder (Irak, Afghanistan) nicht mitmacht – man unterstützt nur seine „Alliierten“, sprich Vasalen. Und die Stationierung von russischen Atomwaffen auf Kuba? Schon vergessen, was damals los war? Verbietet sich aber Russland die Stationierung von Atomwaffen im Nachbarsland, dann ist das natürlich was ganz anderes. Und wieso, bitte, ist das etwas anderes? Weil die Ukraine ein christliches und nicht muslimisches Land ist? Ein europäisches und kein asiatisches oder afrikanisches?
    Eine Demokratie, die von Wirtschaftsinteressen beherrscht wird, ist keine. Es ist an der Zeit, dass wir uns sehr gründliche Gedanken darüber machen, was für eine Welt wir eigentlich haben wollen. Für uns und für unsere Kinder.

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  • am 3.03.2022 um 17:22 Uhr
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    Es ist richtig. Der Schock sitzt tief. Die Behauptungen der USA haben dieses Mal gestimmt. Warum wohl? Ich glaube dass Putin der NATO (USA) exakt gesagt hat was passiert, wenn es zu keinem Einlenken in der Erweiterung der NATO an der russischen Grenze kommt und dem Einhalten der Minsk2 Vereinbarung. Dabei ist Putin offensichtlich nicht so weit gegangen, wie damals Kennedy bei der Kuba Krise. Aber er scheint die rote Linie eindeutig offengelegt zu haben und die NATO war zu keinerlei Kompromiss bereit. Das entschuldigt den Krieg nicht. Aber es gibt auch keine Entschuldigung für die von der NATO durchgeführten Kriege der letzten Jahrzehnte. Alle ohne Konsequenzen.

    6
  • am 3.03.2022 um 18:04 Uhr
    Permalink

    Die Fürsten (Ersten) der USA und die übrigen Rechtslibertären haben in Wirklichkeit überhaupt nicht deeskaliert sondern reichlich Öl ins Feuer geschüttet, diese fleichgewordene Falschheit.
    Putin und das russ. Volk hat den Medienkrieg verloren.

    Seit 2-3 Jahren soll Putin immer mehr Angst haben, um sich und Russland.
    Schwer zu beurteilen, ob diese Befürchtungen zu recht bestehen ?

    Selbst wenn ein Lager teuflisch böse ist, ist das gegnerische Lager noch lange nicht heilig und Sieger.

    5
  • am 3.03.2022 um 20:03 Uhr
    Permalink

    Unsere Zukunft ist völlig offen, deshalb sind wir gehalten in Scenarien zu denken. Die denkbaren Scenarien müssen ernsthaft berücksichtigt und deren Antwort/Reaktion durchdacht sein. Das was wir jetzt erleben ist die Konzentration von Gewaltausübung(Nuklearwaffen, Chemi-, Biologie, KI) von Einzelpersonen und je grösser diese Gewalt ist, desto grösser ist deren Auswirkung und diese Katastrophen sind reale Bedrohungen. Da helfen die faulen Sprüche(Das Leben ist gefährlich) gar nichts, sie bestätigen leider die menschliche Beschränkung. Neben dem Kreml lernen wir auch China, IRAN, Nordkorea usw seit Jahren besser kennen und wir sind gefordert Ablösungen solcher Regime zu erzielen. Unsere Freiheit und Wohlstand ist massgeblich mit allen notwendigen Mitteln zu sichern bzw jeder Diktatur dieser Welt ihr Ende zu verpassen.

    Die Kreml-Führung/-Militärs müssen überzeugt werden, ihren Selbsterhaltungstrieb zu sichern, dazu braucht es die Entschlossenheit aller verfügbaren Kräfte(Mut, Finanzen, Technologie, Wirtschaft,..) der freien Welt. Ein Nuklear-Einsatz darf nicht länger über unseren Köpfen schweben, das menschliche Versagen ist zu gross. Es braucht nun eine DENK- und HANDLUNGS-Wende, die den menschgemachten Zustand, durchgängig zum Guten wendet. Positive Taten sind gefordert, um unseren Kindern zeigen was möglich ist.

    9
  • am 3.03.2022 um 21:55 Uhr
    Permalink

    Leo Ensel spricht mir aus dem Herzen, indem er den Schock vom 24. Februar schildert.
    Kann jemand Quellen, Belege angeben, dass die auch hier behauptete Schuld an Waffenstillstandsverletzungen und insbesondere an zivilen Opfern im Donbass während der letzten 8 Jahre weit überwiegend der ukrainischen Armee zuzuweisen ist? Von der OSZE finde ich keine Bestätigung, und russische Staatspropaganda oder Angaben eines Putin-Lobbysten wie Röper können gewiss nicht als glaubwürdige Quellen geltend gemacht werden. Ich hoffe, dass unabhängige Statistiken über die Tatsachen Auskunft geben können. Die beiden Augenzeuginnen aus Donezk, die ich als sehr glaubwürdig persönlich kenne, verneinen entschieden die russische Behauptung der einseitigen Schuld.

    7
  • am 3.03.2022 um 22:54 Uhr
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Ensel,
    ich freue mich ja immer über Ihre Artikel und stimme Ihnen meistens völlig zu. Für mich kam der Krieg allerdings nicht überraschend – nur schneller als gedacht. Es war ein Krieg mit Ansage von Putin im Dezember 2021. Sinngemäß: «wenn es so weiter geht, daß der Westen nur labert – und ansonsten macht, was er will, nämlich seine Macht militärisch ausbaut (z.B. durch Waffenlieferungen in die Ukraine) wird Russland militärisch reagieren.» Der Westen hat weitergemacht wie bisher – und Putin hat reagiert. Wir konnten uns nur nicht vorstellen, daß Putin es ernst meint, weil er seit Beginn seiner Präsidentschaft immer wieder versucht hat, die Sache diplomatisch zu lösen.
    Und mir war klar, daß der Westen auch weitermachen MUSSTE. Hier wundern mich tatsächlich mal Ihre Illusionen: Ein System, daß auf Konkurrenz aufgebaut ist, ist aus seiner Eigengesetzlichkeit heraus grundsätzlich aggressiv (gilt natürlich auch für Russland). Haie fressen nun mal Fische! Und wenn man dann noch wie die USA eine Strategie verfolgt, mit Macht einen Keil zwischen Europa und Russland treiben zu wollen, dann kommt halt so etwas dabei heraus. Es ist also alles ganz logisch.
    Das Problem der Kriege wird IMHO nur durch einen grundsätzlichen Systemwechsel von konkurrierenden hin zu kooperierenden Systemen zu lösen sein. Ohne die Systemfrage zu stellen ist alles andere Selbstbetrug: Haie fressen kein Gras. 😉

    6
  • am 4.03.2022 um 08:43 Uhr
    Permalink

    Gerne Herr Lüthi – hier als Kontrapunkt was damals passierte:
    Ende Februar, Anfang März 2014 versuchte Russland (in Kooperation mit einigen ukrainischen Oligarchen) seinen politischen Einfluss in der Ostukraine auszuweiten. Die ukrainische Regierung sollte unter Druck gesetzt und dazu gebracht werden, weitgehenden Autonomierechten der dortigen Regionalverwaltungen zuzustimmen. Das klappte nicht so recht. Als die ukrainische Regierung Mitte April die selbsternannten Gouverneure und Bürgermeister von Donezk und Lugansk verhaften ließ, griffen irreguläre Militäreinheiten aus Russland unter Igor Girkin ein. Erst als diese Anfang August den ukrainischen Freiwilligenbataillonen und der regulären Armee militärisch zu unterliegen drohten, schickte der Kreml schwere Waffen und Einheiten der russischen Armee und wendete das Blatt.
    Quelle: https://russland.boellblog.org/2016/04/19/hybrider-krieg/
    Es ist leider anzunehmen, dass das auch in Moldawien und Georgien so ablaufen wird, wenn Russland nicht JETZT gestoppt wird.

    Hier https://russland.boellblog.org/2016/04/07/kraenkung-und-unschuld/ ein sehr guter Beitrag über die russische sog. ‹Kränkung».

    4
  • am 4.03.2022 um 11:59 Uhr
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    Danke, auch ich bin im Club der Ratlosen. Leider ist es schier unmöglich, sich in den Systemmedien zu informieren, überall tönt die Propaganda ad hominem Putin, unisono wird Eskalation skandiert. Mittlerweile beginne ich zu ahnen, wie die Menschen in den WK I getrieben werden konnten, was mir immer ein Rätsel war. 100 Jahre, wie weggewischt… Die USA, mit NATO und EU in der Gefolgschaft, hatten keinerlei Skrupel, die Ukraine als Spielstein auf ihrem «great chessboard» zu missbrauchen, die Friedmans, Brzezinskis und Nulands haben daraus kein Hehl gemacht. Ich bin traurig, dass die Ukraine nun einen bitteren Preis bezahlt. Ich bin erschüttert, wie schnell Europa seine Prinzipien über Bord wirft. Ich bin enttäuscht von der Schweiz, die willfährig ihre langerprobte Neutralität aufgibt. In bin aber insbesondere maßlos entsetzt von Deutschland. Israel ist wohlbegründet Bestandteil der deutschen Stattsräson, aber wo ist die Verpflichtung gegenüber Russland aus den Millionen Toten im WK II – nicht zuletzt nachdem vor 30 Jahren ebendieses die Wiedervereinigung ermöglicht hat? Man mag zu dem einen Putin stehen wie man mag, aber die Mehrzahl unserer russischer Nachbarn will sicher genau wie wir in Frieden leben? Will Deutschland keine soveräne Außenpolitik, oder können wir gar nicht – ist das eine der Fragen, wo «Teile der Antwort uns verunsichern würden»? Es ist zum heulen, bleibt zu hoffen dass sich noch Diplomaten finden, um aus diesem Dilemma zu kommen…

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    • am 5.03.2022 um 08:04 Uhr
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      Lieber Herr Kutscher, leider ist es absolut unmöglich, sich in den russischen Systemmedien zu informieren. Überall tönt die Propaganda mit so vielen, einem vorurteilslose Beobachter nachweisbaren Lügen gegen die Ukraine. Unisono wird Naziverbrecher skandiert und den russischen Journalisten Weitergabe von Informationen, die nicht aus der russischen Armee selber stammen wie «Es gibt viele Tote in der russischen Armee und in der ukrainischen Zivilbevölkerung» bei hoher Strafandrohung verboten. Ich sehe keine Möglichkeit, die russischen Systemmedien den westlichen Systemmedien vorzuziehen.

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    • am 5.03.2022 um 18:29 Uhr
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      Geehrte Herr Lüthi, ich darf Sie zitieren: «leider ist es absolut unmöglich, sich in den russischen Systemmedien zu informieren» Ich bin brennend daran interessiert zu erfahren in welchen russischen Systemmedien Sie sich informierten und wie Sie ganz konkret zu Ihrer Einschätzung gekommen sind!
      Herzlicher Gruß
      DR

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  • am 4.03.2022 um 15:39 Uhr
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    Sehr geehrter Herr Ernst, ich habe nach Ihrem einleitenden Satz gehofft, dass Sie die Behauptung der russischen Propaganda endlich solid untermauern können (wie sie aus meinem früher geposteten Beitrag sehen). Ihre beiden Links führen keineswegs dazu, Putins Lüge vom jetzt und während 8 Jahren stattfindenden Genozid zu belegen. Sie belegen nur die absolut unbestreitbare starke Beteiligung von Rechtsextremisten in der Anfangsphase des Krieges 2014 auf ukrainischer Seite. Das steht in keiner Verbindung zu Putins Behauptung. Unabhängige Quellen bestätigen – damals viel schwerwiegender als in letzter Zeit, auf die sich Putin bezieht – Kriegsverbrechen ausdrücklich von beiden Seiten. So gut belegt wie die Anwesenheit von bewaffneten Rechtsextremisten auf ukrainischer Seite ist die Beteiligung von extremistischen Söldnern auf russischer Seite (Zeitschrift «Osteuropa» 3/2019). Alle unabhängigen Untersuchungen kommen zum Ergebnis der beidseitigen Verbrechen, aber keine kommt dazu, Verbrechen im Ausmass eines Genozids zu bestätigen. Die zum Genozid gehörende ethnische Dimension fehlt völlig. Ich bitte Sie darum, belastbares Material vorzulegen! Putin selber und seine Geheimdienste können offensichtlich keine vorlegen, sonst hätten sie das bestimmt getan als mächtige Stütze ihrer Glaubwürdigkeit vor der Weltöffentlichkeit.

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  • am 4.03.2022 um 17:21 Uhr
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    Lieber Herr Wittern, Ihr kommentar hat mich ausserordentlich gefreut, denn ich predige seit Jahren, dass wir die Kooperation vor die Konkurrenz stellen müssen. Falls Sie Interesse haben, diesbezüglich Gedanken austauschen, dann würde mich ein Email von Ihnen freuen: wmortier@bluewin.ch

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