Bayraktar TB2

Die türkische Drohne Bayraktar TB2, die sowohl für die Aufklärung als auch für Bombenabwürfe und Raketenabschüsse eingesetzt werden kann. Sie war im Krieg um Berg-Karabach entscheidend für den Sieg von Aserbaidschan gegen Armenien. © Bayraktar

Der Kampfjet-Kauf muss noch gestoppt werden – er ist sinnlos

Christian Müller /  Die Schweiz ist aufgerufen, aus dem Verlauf des Berg-Karabach-Krieges die Lehren zu ziehen. Künftige Kriege verlaufen anders.

Am 27. September hat das Schweizer Stimmvolk dem Kauf von neuen Kampfjets mit 50,1 Prozent Ja-Stimmen gegen 49,9 Prozent Nein-Stimmen sehr knapp zugestimmt. Schon vor dem Abstimmungstag kommentierte der ehemalige israelische Fliegerabwehr-Kommandant Zvika Haimovich in der Radio-Sendung «Rendez-vous», die Zeiten seien doch längst vorbei, als Kampfjets den Ausgang eines Krieges bestimmen konnten. Jetzt sei klar die Zeit der Drohnen gekommen (zum Nachhören hier anklicken).

Am zufällig gleichen 27. September hat Aserbaidschan einen Krieg gegen Armenien eröffnet, um sich die Region Berg-Karabach einzuverleiben. Aserbaidschan wurde dabei in vielerlei Hinsicht von der Türkei massiv unterstützt. Nach sechs Wochen Krieg kam es zum von Moskau vermittelten Waffenstillstand. Es war aber klar: Aserbaidschan hat den Krieg gewonnen.

Zwischenzeitlich wurde dieser Krieg um Berg-Karabach von den Militär-Spezialisten genauer analysiert. Das Resultat ist ebenfalls klar: Entscheidend für den Sieg Aserbaidschans waren die modernsten Drohnen, die von Aserbaidschan gegen die Armee der Armenier eingesetzt wurden. 

Aserbaidschan hatte vor allem zwei Typen von Drohnen – in der militärischen Fachsprache heissen sie UAV (Unmanned Air Vehicle)  – im Einsatz: das türkische Modell Bayraktar TB2 und das israelische «Kamikaze»-Modell IAI Harop. 

Die türkische Aufklärungs- und Kampfdrohne Bayraktar TB2 ist eine der erfolgreichsten militärischen Drohnen weltweit (siehe Bild oben). Sie kann um die 30 Stunden in der Luft bleiben, eine Flughöhe bis 10’000 m erreichen und sowohl Bomben wie auch Raketen auf genaue Ziele abfeuern, z.B. auf Panzer oder militärische Stellungen. Zum Zwei-Minuten-Video hier anklicken.

Die israelische Kamikaze-Kampfdrohne («Suicide-UAV») IAI Harop fliegt nur einmal und stürzt sich als ganze Maschine auf das programmierte Ziel. Sie hat eine Reichweite von ca. 1000 km und kann 23 kg Sprengstoff laden. Zum Zwei-Minuten-Video hier anklicken. Zu einem weiteren Info-Video hier anklicken.

IAI Harop
Die israelische Drohne IAI Harop ist eine sogenannte Kamikaze-Drohne: Sie fliegt auf das gewünschte Ziel und explodiert dort selber.

Hier erklärt der Rüstungsspezialist Shekhar Gupta, warum im Berg-Karabach-Krieg die von Aserbaidschan eingesetzten Drohnen zum klaren Sieg geführt haben: hier anklicken.

Da neben der Türkei vor allem Israel in der Entwicklung und Produktion von Drohnen führend ist, hat die israelische Zeitung «Haaretz» die Frage aufgeworfen, ob sich Israel damit international am Mord von unschuldigen Zivilpersonen mitschuldig macht (hier anklicken).

In der Kriegsführung hat ein neues Zeitalter begonnen

Bis zum Ersten Weltkrieg bestand die Kriegsführung in Kämpfen und Schlachten, wo sich Mann gegen Mann gegenüberstanden. Jeder Teilnehmer, ob Angreifer oder Verteidiger, riskierte sein eigenes Leben. Auch grössere Schlachten fanden auf begrenzten Schlachtfeldern statt, ausserhalb ziviler Städte und Dörfer. Die Zivilbevölkerung war nicht von den Kämpfen direkt, sondern mehr und vor allem von Plünderungen betroffen.

Mit dem Ersten Weltkrieg hat sich das grundsätzlich geändert. Der Einsatz von Panzern und Flugzeugen führte dazu, dass der «Krieg» nicht mehr auf abgesonderten Schlachtfeldern stattfand, sondern mitten im Leben der zivilen Gesellschaft – zum Nachteil der Zivilbevölkerung. Infosperber hat auf diesen grundsätzlichen Wandel der Kriegsführung zu zweien Malen aufmerksam gemacht, hier und hier anklicken.

Mit den UGV – Unmanned Ground Vehicles – , also zum Beispiel mit unbemannten, ferngesteuerten Panzern, und den UAV – den Unmanned Air Vehicles – , also eben mit den Drohnen kommt die Kriegsführung in eine neue, nochmals ganz andere Phase. Auf der Angreiferseite (!) sind die Soldaten nicht mehr gefährdet: Sie sitzen zum Beispiel in einem Büro in Ramstein in Deutschland und «steuern» eine Drohne im Irak, mit der gezielt eine Einzelperson oder aber ein Militär-Camp beschossen oder bombardiert werden kann. Das macht den Krieg gegenüber der Mann-gegen-Mann-Zeit noch unfairer. Und vor allem: Die Versuchung, einen Krieg präventiv zu beginnen, also als Angreifer, ist massiv gewachsen. Es ist kein Zufall, dass die NATO in ihrer Führungsdiskussion diese Kriegsvariante erleichtern will.

Und was bedeutet dieser Wandel für die Schweiz?

Die Schweiz sollte die Lehren aus dem Krieg um Berg-Karabach noch unbedingt ziehen und den mit knappstem Volksmehr beschlossenen Kauf neuer Kampfjets abblasen. Als neutrales Land, das zu sein die Schweiz ja immer noch behauptet, sollte sie sich um die Verteidigung gegen unbemannte Kampfmittel, speziell gegen UAVs kümmern. Die OSZE, die im Donbass in der Ostukraine die aktuelle Situation im Bürgerkrieg überwacht, meldet mittlerweile fast täglich Störungen ihrer Überwachungsdrohnen. Voraussetzung für den Flug einer Drohne ist der Kontakt zu einem Satelliten-System, im Westen also zum GPS (Global Position System). Wenn dieser Kontakt verloren geht oder gestört wird, muss die Drohne notlanden oder sie stürzt sogar ab. Es gibt sie also schon, zumindest in Ansätzen, die Technologie, um Drohnen zu bekämpfen.

Noch immer ist die Verhinderung eines Krieges auf diplomatischem Weg das wichtigste. Wenn es aber tatsächlich zu einem Krieg mit Waffeneinsatz kommt, dann muss die Schweiz gegen einen Angriff mit Drohnen gerüstet sein. Kampfjets sind dabei weitestgehend unnütz.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Zum Autor Christian Müller deutsch und englisch. Der Autor war im Militärdienst Radarist bei der Fliegerabwehr.
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31 Meinungen

  • am 12.05.2021 um 11:57 Uhr
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    Absolut einverstanden – neue Kampfjets für die Schweiz zu beschaffen wird immer absurder. Zusätzlich zu dieser neuen Taktik mit UAV kommt noch das Thema der Cyber-Angriffe: wenn da das Geld zum Ausbau fehlt, sind wir so oder so geliefert.

    3
  • am 12.05.2021 um 13:17 Uhr
    Permalink

    Herr Müller, wollen Sie jetzt wirklich noch eine weitere Drohne kaufen?
    Unsere Drohnen die wir schon haben, die stehen herum.

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    • am 13.05.2021 um 00:19 Uhr
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      @ Mike Wieland – Habe ich irgendwo dafür plädiert, die Schweiz soll Drohnen kaufen? Haben Sie meinen Artikel gelesen, bevor Sie kommentiert haben?

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  • am 12.05.2021 um 13:29 Uhr
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    Die Armeeabschaffer kommen ihrem Ziel wieder einen Schritt näher! Aber jede Armee hat eine Armee, entweder die eigene oder die fremde! Respekt vor türkischen Drohnen ist lächerlich, soll nun die Türkei militärpolitisch das Mass aller Dinge sein? Müssen wir uns gar zum Islam bekehren? Die Schweiz braucht ein neues Kampfflugzeug, am besten gleich 100 Exemplare. Jeder ist sich selbst der Nächste, dies zeigt die Vergangenheit!

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    • am 12.05.2021 um 16:52 Uhr
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      @ Beda Düggelin – Mein lieber Herr Düggelin, dass jede Armee ihre Armee hat, verstehe ich nicht ganz. Und «Respekt» vor türkischen Drohnen verlange ich nicht. So sehr mich die Fliegerei selber fasziniert (ich bin in guten Zeiten immerhin einmotorig über den Atlantik geflogen), so sehr bin ich aber überzeugt, dass die künftige Kriegsführung ganz anders verläuft: hybrid und eben weitgehend ohne «Personal». Ich rate dem VBS ja nur, sich das aufgrund tatsächlich abgehaltener Kriege nochmals zu überlegen.

      0
  • am 12.05.2021 um 15:11 Uhr
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    Hallo Christian
    ja, das sehe ich genauso wie Du.
    Damit würde man aber unserer Flugwaffe ihr geliebtes Spielzeug wegnehmen.
    Darum mein Vorschlag: Der Flugwaffe nur ein paar Flugzeuge bewilligen für die Staffel und mal in Friedenszeiten für einen Besuch eines über uns fliegendes Passagierflugzeuges.
    Für den Ernstfall (was ich hoffe, dass der nie eintritt) helfen uns nur Drohnen und Flugabwehreinrichtungen, die zu was taugen. Kann eine Milizarmee diese modernen Waffen überhaupt noch bedienen? Da sind grosse Zweifel angebracht.
    Unsere Grossfunkanlagen wären schon vor 30 Jahren einem Drohnenangriff mit einem thermischen Sprengkopf unausweichlich hilflos ausgeliefert gewesen. Kam dazu, dass wir Funker damals im Fahrzeug unseren Auftrag erfüllten. Entsprechende Hinweise an die Offiziere wurden mit einem Lächeln abgetan. Das Tarnnetz brachten wir da nur zu Dekorationszwecken an.
    Die Zeit des 2. WK und der relativ offenen Kriegsführung ist vorbei meine Strategen im Militärdepartement.
    Das muss wohl auch Frau Bundesrätin Amherd einsehen.
    Aus diesem Grund werde ein NEIN in die Urne legen, wenn diese Vorlage vor’s Volk kommt.
    Ich bin nicht gegen die Armee, möchte aber, dass Verteidigungssysteme beschafft werden, die der modernen Kriegsführung gerecht werden. Bedeutet auch, dass sie regelmässiger erneuert werden müssen, denn diese Systeme sind kurzlebiger geworden.

    3
  • am 12.05.2021 um 15:36 Uhr
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    Falsch Herr Müller, nach Ihrer Logik müssten die Türkei und Israel auf Kampfflugzeuge zu Gunsten der Drohnen verzichten was aber mitnichten der Fall ist. Israel ergänzt seine Luftwaffe mit dem neusten und echten Mehrzweckkampfflugzeug F-35 und die Türkei hat sich vergeblich auch darum bemüht. Wenn Sie den Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes vom Deutschen Bundestag zum „Drohneneinsatz im Krieg um Bergkarabach im Jahre 2020“ studiert haben, müssten Sie erkennen, dass Drohnen und Kampfflugzeuge z.T. völlig unterschiedliche Einsatzzwecke haben. Drohnen sind zur Erreichung der Luftüberlegenheit absolut nicht geeignet. Eine Teilaufgabe in der Bodenaufklärung und Erdzielbekämpfung kann zwar abgedeckt werden, aber für den Luftkampf und für Luftpolizeiaufgaben sind sie ungeeignet. Das eine ersetzt das andere eben nicht, eher ist ein gemeinsames Wirken der Schlüssel zum Erfolg.

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    • am 12.05.2021 um 23:11 Uhr
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      @ Peter Bosshard – Ihre Argumentation ist falsch. Israel pflegt anzugreifen, schon seit dem Sechs-Tage-Krieg, und auch jetzt, zum Beispiel in Syrien. Die Türkei hat unter Erdogan das Ziel, das Osmanische Reich wieder herzustellen – Angriff inklusive. Man denke an die völkerrechtswidrigen Besetzungen in Nordsyrien. Die Schweiz aber muss NUR verteidigen, da braucht es keine Drohnen und keine Kampfjets, sondern Abwehrsysteme gegen Drohnen. Das aber sind andere Technologien.

      2
  • am 12.05.2021 um 15:47 Uhr
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    Drohnen leisten heute bei Aufklärungsmissionen und der Erdzielbekämpfung, wie sie anhand der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region Berg-Karabach eindrücklich schildern, beachtliches. Aber wenn es, wie im Falle unseres Landes, um Aufgaben wie Luftpolizeidienst in Friedenszeiten und die Wahrung der Lufthoheit durch Luftverteidigung in Zeiten erhöhter Spannungen und im Verteidigungsfall geht, muss, basierend auf dem aktuellen Kenntnisstand über laufende Entwicklungen, davon ausgegangen werden, dass in den kommenden 10-20 Jahren keine für den selbständigen, unabhängigen Luftkampf optimierte Drohne Beschaffungsreife erlangen wird. Zu gross sind die technischen und operationellen Herausforderungen. Auch kann aktuell für viele Aufgaben noch nicht auf einen Piloten – mit der Fähigkeit vor Ort situativ richtig zu handeln – im Cockpit verzichtet werden. Im vorerwähnten Zeitfenster realistisch ist ein Einsatz von Drohnen im engen Verbund mit bemannten Kampfflugzeugen. Aus all diesen Gründen kann die Schweiz auf die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs im Rahmen von Air2030 nicht verzichten, denn kein souveräner Staat auf dieser Welt verzichtet freiwillig auf die Kontrolle seines Luftraums und gibt damit seine Bevölkerung – sowohl im Frieden als auch in Konfliktsituationen – schutzlos allen Bedrohungen aus der Luft preis.

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  • am 12.05.2021 um 15:53 Uhr
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    Welche der beiden Drogen «Kapitaloptimierung» oder «Geldverschleuderung» (für abgeschossene Kampfflugzeuge beeinflusst wohl den obrigkeitlichen Entscheid?
    Den Aufruf zum Überdenken des Abstimmungsentscheides wird meinerseits jedenfalls unterstützt.

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  • am 12.05.2021 um 16:08 Uhr
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    Es gibt in diesem Artikel einige Behauptungen, die für meine Begriffe zu wenig belegt sind.
    Die Sicht von Christian Müller auf die Kriege vor dem 1. Weltkrieg scheint mir etwas verklärt. Der Dreissigjährige Krieg war für die Zivilbevölkerung sicherlich nicht schonender als der 1. oder 2. Weltkrieg. Plünderungen und Hunger können genauso verheerend wirken wie eine direkte Bombardierung.

    Zweifellos richtig ist die Forderung, dass die Schweizer Armee die Bedrohung durch Drohnen zentral in ihre Überlegungen einbeziehen muss. Wie dies geschehen sollte, führt Herr Müller allerdings auch nicht näher aus. GPS abschalten mag für die USA möglich sein, die Schweiz kann das eher nicht. Ebensowenig belegt er die Behauptung, dass Kampfflugzeuge gegen Drohnen nutzlos seien. Hatte denn Armenien überhaupt versucht, die Drohen mit Kampfflugzeugen zu bekämpfen? Oder waren sie den Drohnen nicht deshalb so schutzlos ausgeliefert, weil sie überhaupt keine nennenswerte Luftwaffe hatten?

    Eine zusätzliche Runde der Evaluation vor der Beschaffung von Kampfflugzeugen wäre sicher angezeigt. Und falls die Armee diese Evaluation allenfalls schon gemacht haben sollte, dann wäre immer noch die Information darüber nachzuholen.

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  • am 12.05.2021 um 17:49 Uhr
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    Ich weiss nicht, Herr Düggelin kann doch nicht im Ernst so einen S… meinen; ich kann mir nur vorstellen, dass er es sehr sarkastisch, ironisch meint, andernfalls, na dann äussere ich mich nicht.
    Es spielt doch überhaupt keine Rolle, wie die modernen Kriege verlaufen; es ist klar, die Israelli haben eine riesen Erfahrung vom Waffeneinsatz gegen wehrlose Zivilisten, wie in den letzten Tagen.
    Die Schweizer Armee hat ja bis jetzt auch nur den einzigen Zweck gehabt, im Notfall gegen das aufmüpfige eigene Volk eingesetzt zu werden. Die Zivil- und Militärführung hätte ohne weiteres ein Blutbad in Kauf genommen, um den von Grimm menschenschonenderweise abgesagten Generalstreik zu beenden. Das weiss doch jeder mit ein paar Grütz im Kopf, solche Flugzeuge im Besonderen, und die Armee als ganzes, gehört abgeschafft. Aber das Volk hat ja den grossen Kindern ihr wahnsinnig teures Spielzeug bewilligt, man kann ja dann ruhig bei den Sozialabgaben zünftig sparen. Wie hiess doch eine alte Redensart: «Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber».

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  • am 12.05.2021 um 18:19 Uhr
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    Die Schweiz braucht einige Kampfflugzeuge! Kann mir hier jemand erklären wie eine Drohne einen Luft-Luft Kampf gewinnen soll? In den nächsten Jahren wird es kaum Drohnen geben die dies können! Aufklärungsdrohnen hat die Schweizer Armee ja bereits aus Israel beschafft! Aber eine Drohne wie sie im Artikel dargestellt wird braucht die Schweiz nie und nimmer oder sollen wir jetzt auch noch Weltpolizist spielen? Ich sage nein!
    Ein Krieg wie er sich im 1. und 2. Weltkrieg abgespielt hat wird in nächster Zeit wohl kaum ausbrechen aber wie soll man den Luftpolizeilichen Dienst sicher stellen? Wir brauchen keine 100 Kampfflugzeuge und x Start und Landebahnen einfach ein vernünftiges Mass an Sicherheit muss durch die Armee befriedigt werden! So wie die Armee im Moment aufgestellt ist können wir sie uns leisten und müssen wir auch! Bei Katastrophen wird ja immer als erstes nach der Armee gerufen! Über die Aufgaben und Befugnisse der Armee kann man sich allerdings streiten.

    5
    • am 12.05.2021 um 23:06 Uhr
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      @ Christoph Büschi – Auch hier: Ich habe NICHT für die Beschaffung von Drohnen plädiert, sondern für die Konzentration auf die ABWEHR von Drohnen, und da sind Kampfjets ziemlich ungeeignet. Und ich habe nur dafür plädiert, dass nach den neusten Erfahrungen der Kauf von Kampfjets nochmals überlegt sein muss. Die Schweiz muss sich nur verteidigen. Was macht sie, wenn im hybriden Krieg zum Beispiel die Stromversorgung ausfällt? Was nützen dann die Kampfjets?

      0
  • am 12.05.2021 um 18:59 Uhr
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    Hallo Herr Müller
    woher wissen Sie denn so genau, wie sich ein Krieg in Zukunft in westeuropäischen Zonen abwickeln wird? Querdenker sind ja willkommen und manchmal auch lustig, aber hier wünsche ich mir ein bisschen mehr Realitätssinn.
    Tatsächlich, die Anforderungen an die Verteidigung sind gestiegen, warum kann man dann die Verteidigungsausgaben nicht aus ein bisschen ausweiten?

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  • am 12.05.2021 um 20:06 Uhr
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    Kampfdrohnen sind gut für einen Angriffskrieg. Zur Verteidigung sind sie ungeeignet. Wenn man die Lufthoheit bis über 10’000 m halten muss, sind Drohnen ungeeignet. Als Alternative stehen zur Zeit nur leistungsstarke Kampfjets im Regal. Dabei ist sind die US Geräte für unser Gelände wohl nicht das gelbe vom Ei (siehe Strukturmängel bei F/A-18).

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    • am 12.05.2021 um 22:58 Uhr
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      @ Emanuel Sonderegger – Darf ich darauf aufmerksam machen, dass ich NICHT für die Beschaffung von Drohnen plädiert habe, sondern dafür, dass die Schweiz sich auf die Abwehr von Drohnen konzentrieren muss, und dafür sind Kampfjets unnütz. Kein Kampfjet holt eine kleine Kamikaze-Drohne runter.

      0
  • am 12.05.2021 um 20:14 Uhr
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    Völlig richtig. Zurück auf Feld 1.
    Ein so extrem knappes Abstimmungsresultat trotz Angstmache und Gegengeschäften ist kein Votum für teure und unsinnige Rüstungsgeschäfte.

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  • am 12.05.2021 um 22:41 Uhr
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    Es wird nicht so weit kommen, dass die Kampfjetbeschaffung abgeblasen wird. Dummheit und Geldgier sind eine Ehe eingegangen und haben uns das JA bei der Abstimmung eingebrockt. Unnützer Schrott wird angeschafft. Auch weil gewisse Stimmbürger aus Sympathie für die Verteidigungsministerin nicht nein sagen konnten. Dumm gelaufen.

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  • am 13.05.2021 um 02:45 Uhr
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    Herr Müller, wie recht Sie wieder einmal haben!
    Für die Luftpolizei haben wir genug Gerät, oder kaufen (was der Ueli schon immer wollte) den Schweden ein paar Grippen ab. Klar ist unsere Düsen-Viola nicht mehr gleich empfänglich für das charmante Lächeln der Schwedischen Armee-Trulla, wie der Ueli. Aber sollte man unser Armee-Konzept, was die Fliegerei betrifft nicht eh einmal ändern? Kann man nicht ganz entspannt einfach 150-200 topmoderne Helis kaufen, die unserer Topografie eher entgegenkommen. Die könnten nämlich auch zivil genutzt werden (anderen vernünftigen Nutzen gibt es für Kriegsgerät eh nicht). Die bekäme man bestimmt mit allem Schnickschnack billiger als irgendwelche NATO Hobel, die vielleicht in ihrer ganzen Lebensdauer höchstens einmal ein paar obszön reiche WEF-Schranzen schützen werden. Der ganze Rest wird doch eh schon in ein paar Jahren durch Kompis und Robotik erledigt werden.

    0
  • am 13.05.2021 um 03:16 Uhr
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    Vielleicht sollten wir beim anschaffen von Kriegsmaterial uns bewusst sein, das wir ein neutrales Land sind und auch gut daran tun, dies zu bleiben. Die einzige Strategie welche für unsere Nation taugt, ist diejenige, die eigene Haut so teuer wie möglich zu verkaufen, so dass sich ein Angriff für einen Agressor in keiner Art und Weise lohnen würde. Dafür brauchen wir keine teuren Fa-18 oder ein Grippen, der kaum eine Kurve fliegen kann ohne die Grenzen zu überschreiten. Dafür brauchen wir High-End Dronen mit Schwarmintelligenz. Die Pläne und notwenigen künstlich intelligenten Programme liegen schon lange in Schubladen bereit, aber der invovative Entwickler wurde nicht ernst genommen. High-End Drohnen sind klein, schnell, und können selbstständig auch nach einem EMP ihre Ziele suchen, erkennen und in die Triebwerke der Angreifer fliegen, welche sie an der Temparatursignatur und am Schalldruck erkennen können. Wir sollten nicht den Schrott unserer Freunde kaufen um Steuergelder zu verschieben, wir sollten an unseren Schutz denken und gleichzeitig in der humanitären Zone bleiben als Mediator für Krisensituationen. Hochpotente moderne Defensiv-Verteidigungswaffen wie Schwarmdrohnen, mit 75cm Durchmesser nicht zu unterscheiden von einem Vogel auf dem Radar, lassen zudem bei anderen kein Bedrohungsgefühl entstehen aber zeigen den hohen Preis im Falle eines Angriffes gegen uns. Unsere militärische Führungselite bedarf wohl eines technischen Updates.

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  • am 13.05.2021 um 07:51 Uhr
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    Schön, dass wir in unserem Land 6 Millionen Militärexperten haben! Wo holt den Herr Goldinger sein Wissen her? Heute sprechen alle von HighTech und Digitalisierung. Die Schweiz muss sich das Beste leisten, alles andere ist Geldvetschwendung. Eine top Luftwaffe bleibt das Herzstück jeder Armee, damit kann die CH-Armee sigmalisieren, dass sie a jour ist, es müssen ja nicht 100 Flieger sein, aber eine Ballenberg-Armee ist ungenügend. Mit Sanitätssoldaten kann die Unabhängigkeit nicht sichergestellt werden und der ewige Frieden ist auf unserer Erde noch nicht ausgebrochen!

    7
  • am 13.05.2021 um 15:01 Uhr
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    Für eine Luftpolizei reichen 10 Kampfjet’s: 2 in der Luft, 2 startbereit, 2 in Wartung und 4 als Reserve.Die Schweiz liegt etwa im Zentrum von Europa. Unrealistisch ist, dass die Schweiz von einem anderen europäischen Land angegriffen wird.Wird die Schweiz angegriffen werden angrenzende Länder ebenso angegriffen. Dann ist soweiso alles vorbei.

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  • am 13.05.2021 um 20:36 Uhr
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    Herr Düggelin, ich bin weit davon entfernt mich als Experte in Rüstungsfragen zu bezeichnen.
    Genau sowenig will ich die Armee abschaffen.
    Bis jetzt hat einfach noch niemand wirklich überzeugende Argumente für den Kauf hochtechnischer Jets geliefert.
    Die Art der Kriegsführung hat sich technologisch geändert das ist nun mal Tatsache.
    Ich erinnere noch an die Zeit, als es darum ging die Kavallerie in der Schweiz abzuschaffen. Die Diskussionen sind damals ähnlich geführt worden.
    Bloss, geht es heute nicht darum die Luftwaffe abzuschaffen, sondern um die Sinnhaftigkeit einzelner Rüstungsgüter. Es um die Schlagkraft der Luftwaffe.
    Ob neue Jets tatsächlich dazu beitragen diese in Zukunft zu Gewährleisten ist nicht so eindeutig.

    0
  • am 14.05.2021 um 10:13 Uhr
    Permalink

    @Ruedi Basler: Zu dem von Bundesrat und Parlament unserer Luftwaffe zugewiesenen Auftrag zählt nicht nur der von ihnen angesprochene Luftpolizeidienst in Friedenszeiten, sondern auch die Wahrung der Lufthoheit durch Luftverteidigung in Zeiten erhöhter Spannungen und im Verteidigungsfall. Weitere Aufgaben sind aktuell der Lufttransport und die Luftaufklärung mit Drohnen. Und im «Erläuternden Bericht zu einem Planungsbeschluss zur Erneuerung der Mittel zum Schutz des Luftraums vom 23. Mai 2018 hält unser Bundesrat zu diesem Aspekt folgendes fest: «Der alltägliche Luftpolizeidienst kann nicht Massstab sein, weil die Schweiz damit keinen genügenden Schutz bei Spannungen und im Fall eines bewaffneten Konflikts hätte. Die Hauptaufgabe der Luftwaffe ist nicht der Luftpolizeidienst, sondern Schutz und Verteidigung vor Angriffen im und aus dem Luftraum.» Und last but not least: Unsere Luftwaffe schützt unser Land, d.h. auch Sie, lange vor einer Bedrohung durch Bodentruppen, denn der Luftraum kennt keine Grenzen, er ist global!

    1
  • am 14.05.2021 um 10:45 Uhr
    Permalink

    An Herr Düggelin: Die ach so tollen Armeexperten/ Planer sind für viele finanzielle und organisatorische Debakel verantwortlich. Sie sind in einer Blase gefangen. Sind sie kritisch werden sie ausgestossen oder für Expertisen nicht mehr berücksichtigt.

    1
  • am 16.05.2021 um 16:34 Uhr
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    Völlig richtig, Herr Müller. Der neue Gazakrieg zeigt, dass Kampfjets nicht gegen Raketen verteidigen können (im Gegensatz zu spezifischen Abwehrsystemen), sondern nur Einrichtungen, Gebäude und unzählige Menschenleben zerstören können. Und gegen die bürgerkrieg-ähnliche Konflikte der eigenen Bevölkerung nützen sie noch weniger. Wenn sie den Israelis nichts nützen, was soll denn die Schweiz damit?

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  • am 16.05.2021 um 16:41 Uhr
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    Lieber Herr Adler! Wie oft hat unsere Luftwaffe seit ihrer Gründung vor 100 Jahren einen Luftkrieg wegen «Angriffen aus und im Luftraum» führen müssen? Nie! Wie oft hat sie in den letzten 70 Jahren Einsätze gegen bewaffnete Luftfahrzeuge fliegen müssen? Nie! Was haben Kampfflugzeuge eines neutralen Landes im «globalen Luftraum» weltweit zu suchen? Gar nichts! Was kann diese Luftwaffe mit US-Bombenflugzeugen machen und von der weltweit üble Kriege führenden US-Airforce lernen? Erst recht gar nichts! Hat da mal jemand gesagt: «Aus der Geschichte lernen»? N. Ramseyer, Bern
    PS: Was ein kleines Land zu seiner Verteidigung braucht, ist vor allem eine gute terrestrische (rein defensive) Luftabwehr. Das traurige Schicksal Palästinas, das gar keine hat, zeigt es gerade erschreckend auf.

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  • am 17.05.2021 um 13:30 Uhr
    Permalink

    An Herr N. Ramseyer: Ihrem Kommentar stimme ich 100% zu. Militärs können solches nie denken, die gesamte Haltung würde in Frage gestellt. Das ergibt einen schmerzhaften Prozess.

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  • am 17.05.2021 um 17:03 Uhr
    Permalink

    Ad N. Ramseyer: Vergessen haben Sie die Einsätze unserer Luftwaffe im Juni 1940. Diese trugen massgeblich dazu bei, dass die Schweiz von den Achsenmächten nicht angegriffen wurde und unabhängig blieb. Mehrere Piloten unserer Luftwaffe bezahlten ihr Engagement für den Schutz unseres Luftraums und unserer Neutralität dabei mit ihrem Leben. Jeder Leser versteht mein Argument, dass Operationen von Luftstreitkräften keine (Landes-)Grenzen kennen und ihre Bekämpfung deshalb besonders anspruchsvoll sind. Daraus nun abzuleiten, ich trete für einen globalen Einsatz unserer – selbst nach einer NKF-Beschaffung – mehr als bescheidenen Kampfflugzeugflotte ein, muss als polemisch bezeichnet werden. Ihre mit Verweis auf den aktuellen Konflikt zwischen Israel und der HAMAS gemachte Forderung nach einer «guten terrestrischen (rein defensive) Luftabwehr» bedarf im Lichte des diesem Leserbrief zugrunde liegenden Artikels «Der Kampfjet-Kauf muss noch gestoppt werden – er ist sinnlos» noch eine gewichtige Ergänzung. Bei einem fehlenden, ungenügenden oder nicht zum Einsatz gelangen Luftschirm mit Kampfflugzeugen werden bodengestützte Luftverteidigungssysteme rasch von gegnerischen Luftangriffen in ihrer Wirkung unterdrückt und vernichtet. D.h. Kampfjets und bodengestützte Luftverteidigung sind wegen ihren unterschiedlichen Leistungscharakteristiken untrennbar komplementäre, sich in ihren Fähigkeiten und ihrer Wirkung ergänzende Waffensysteme. Wir benötigen deshalb beide, voll integriert.

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  • am 25.05.2021 um 12:45 Uhr
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    @Konrad Alder, Uerikon, Sie behaupten, Schweizer bodengestützte Luftabwehr (allein, ohne Flugzeuge) sei praktisch sinnlos, da sie vom Gegner ausgeschaltet werde. Nun, wenn die bodengestützte Luftabwehr von Gegnern ausgeschaltet werden könnte, 1.) würde sie nicht die Aufgabe erfüllen, die ihre Bezeichnung/Wort aussagt, und 2.) würde das für Flugzeuge dann auch gelten. Frage: Da einen Dritten Weltkrieg eh wir nicht überleben würden (oder nicht erleben wollten in US-AI-Diktatur), wieso tun wir nicht das einzig Vernünftige, und verhindern ihn durch DENKEN? Opfer sollten sich solidarisieren («Gemeinsam sind wir stark») mit Opfer Russland. Europa hat bislang Frieden nicht trotz sondern wegen Russland. Aber die USA (das Feindbild Russland erfindend, um es zu berauben wie die Indianer) wühlen unermüdlich für ihre Ausweitung ihres «Genozids gegen die Indianer» global… womit wir mitgemeint wären, so ungemütlich das klingt, historisch retrospektiv und prospektiv hinschauend statt wegschauend.

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