Armin Wertz.NDR

ARD-Journalist Armin Wertz verbrachte fünf Monate in einer Isolationszelle in Aleppo. © NDR

Syrien kerkerte ihn fünf Monate in Isolationshaft ein

Urs P. Gasche /  Als Armin Wertz 2013 freikam, war er bis auf die Knochen abgemagert. Vor einem Jahr starb der ARD-Journalist in Frankreich.

In der «Frankfurter Rundschau» vom 16. Oktober 2013 schilderte Armin Wertz seine Verhaftung Anfang 2013 wie folgt:

«Im Hotel Pullman Al Shahba in Aleppo (oder Halab, wie der arabische Name lautet) begann mein Abstieg in die finsteren Kerker Syriens. Dort, wo Baschar Assad seine Opponenten einzuquartieren pflegt, sollte ich schlussendlich fünf Monate inhaftiert sein – offiziell wegen eines Verstosses gegen die Visumsbestimmungen Syriens … gegen den Willen der Beamten vom Innenministerium, die mich im Hotel sozusagen betreut und bewacht hatten, wurde ich in eine Polizeistation gebracht … Eines Abends, nach drei Wochen, holten mich drei Polizisten in grünen Kampfanzügen ab. Sie waren mit Pistolen und Kalaschnikows bewaffnet und brachten mich mit einem Jeep in ein Gefängnis der Sicherheitspolizei. Es war ein Abstieg in die Hölle, wie mir schien … Nach wenigen Tagen wurde ich in eine Zelle ohne Beleuchtung und Lüftung verlegt, wo ich die nächsten fünf Monate in weitgehender Isolation verbringen sollte.»

In einem Interview erzählte Armin Wertz über seine Monate in Isolationshaft


Stern, Spiegel, Frankfurter Rundschau, taz, Tages-Anzeiger, Zeit, ARD…

Wertz war zuerst drei Jahre als Nachrichtenredakteur beim Stern tätig, anschliessend beim Spiegel, der Frankfurter Rundschau, dem Tages-Anzeiger u. a. über 30 Jahre als Auslandskorrespondent in Mittelamerika (1980–1990), Israel (bis 1995) und bis 2015 in Südostasien. Im Laufe seiner journalistischen Laufbahn schrieb er auch für Stern, taz, Zeit und war Korrespondent für die ARD. Zuletzt schrieb er in der Schweiz für Journal21.

Armin Wertz veröffentlichte auch die Bücher «Tränen im Heiligen Land», «Die verdammte Presse», «Sie sind viele, sie sind eins. Eine Einführung in die Geschichte Indonesiens», «Die Weltbeherrscher. Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA».

Cover Die Weltbeherrscher
Cover des Buches «Die Weltbeherrscher»
Aktualisierte Neuausgabe 21.50 CHF; 18.00 Euro

Über dieses letzte, im Jahr 2017 überarbeitete Buch schreibt der Westend- Verlag: «Seit ihrer Unabhängigkeit 1776 führten die Vereinigten Staaten zahlreiche Kriege – wobei sie nur fünfmal offiziell den Krieg erklärten. Hunderte Male dagegen intervenierten US-Truppen oder amerikanische Geheimdienste ohne offizielles Mandat oder eine Kriegserklärung zum ‹Schutz amerikanischer Interessen und Bürger› im Ausland. Über zahlreiche Operationen wie die Ermordung unliebsamer Politiker, die Verminung ausländischer Häfen oder die jahrelange Bombardierung von Staaten wie etwa Laos wurde Geheimhaltung bewahrt. Diese Lücken füllt und enthüllt die Chronik von Armin Wertz und listet auch die kleineren, unbekannteren Interventionen der USA in aller Welt auf, die gerne übersehen werden.»


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
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Erinnerungen und Nachruf von Helmut Scheben, der Armin Wertz seit langem persönlich kannte:
«Es liegt Schnee in meinem kleinen gallischen Dorf»

Zum Infosperber-Dossier:

Kalter_Krieg

Der Kalte Krieg bricht wieder aus

Die Grossmächte setzen bei ihrer Machtpolitik vermehrt wieder aufs Militär und gegenseitige Verleumdungen.

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4 Meinungen

  • am 5.07.2021 um 13:41 Uhr
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    Menschen, die für die Wahrheit durch die Hölle gehen, werden ewig im Himmel sein!

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  • am 6.07.2021 um 02:28 Uhr
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    Zu Ueli Keller:

    Ich glaube solche werden Teil der schwarzen Materie. So viellicht bald auch Assange, der ähnliches wie der verstorbene A. Wertz erlebt, aber das in England.

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  • am 7.07.2021 um 11:25 Uhr
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    Zu Tofa Tula:
    Unter «Himmel» könnte vielleicht der paradiesische Teil der schwarzen Materie verstanden werden?

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  • am 10.07.2021 um 22:26 Uhr
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    Danke für Deine Arbeit, Dein Opfer, Armin Wertz. Es war sicher nicht umsonst. Es sollte eine Bestrafung sein, eine Lektion, weil du nicht nach dem Munde eines Herrschers, eines Geheimdienstes, eines Wirtschaftsbündnisses, geschrieben hattest. Wer im Sinne der einen Wahrheit schreibt, die Gewaltbereitschaft und das gewalttätige Handeln von Mächten beschreibt und nur für Wahrheit Partei ergreift, wenn auch wertfrei als Beobachtender, lebt immer gefährlich. Denn die Gewalttäter wollen Angst erzeugen in den Herzen der Menschen, damit diese den Arm heben, so wie damals, Heil Dir oh Cäsar, oder Nero..usw. Wir wissen wie das Enden wird, Geschichte widerholt sich. Wenn nicht alle Grossmächte daraus gelernt haben, werden auch die jetzigen Imperien wie Rom untergehen. Nietzsche hatte es vorausgesehen, Rudolf Steiner ebenfalls auf seine mystische Art. Ich denke, die wenigsten welche jetzt noch Leben, werden an Altersschwäche sterben. Doch was kann uns noch passieren? Wenn sie uns erschiessen, werden wir aufsteigen. Ich hoffe wir treffen uns mal wenn ich über den Styx komme, in der Barke der Sonne. Gehab Dich wohl.

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