Kommentar

Was ist mit diesen Schweizer Medien los?

Christian Müller © zvg

Christian Müller /  NZZ, CH-Media-Zeitungen und sogar das «Echo der Zeit» engagieren sich in der Forderung nach mehr Waffen gegen Russland.

«Warum nur?», fragt sich der politisch Interessierte beim Lesen der Schweizer Presse und beim Hören und Sehen von Radio und Fernsehen. Warum nur giessen sie fast unisono Öl ins politische Feuer, statt zu Vernunft und zum Gespräch aufzurufen?

Dass die NZZ nach ihrem gescheiterten Versuch, in Österreich Fuss zu fassen, sich jetzt besonders intensiv mit Deutschland befasst und dort als gewichtige Stimme wahrgenommen werden will, ist nachvollziehbar. Und dass das Zürcher «Intelligenzblatt», wie es in besseren Zeiten noch genannt wurde, tendenziell die US-Interessenpolitik einer unipolaren Hegemonie – einer alleinigen Weltvorherrschaft – unterstützt, kommt nicht von ungefähr. Die USA sind der Geburtsort und bis heute der Garant der neoliberalen Wirtschaftspolitik, die dafür sorgt, dass Geld und Reichtum zu den «Tüchtigen» gelangt, konkret zu den Grossen und Mächtigen – und deshalb nach oben fliesst, notabene. Und weil der russische Präsident Wladimir Putin an der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 in einer phänomenalen Rede zwar – und nicht zum ersten Mal – dem Westen echte Kooperation angeboten hat, aber klarmachte, dass Russland eine Welt unter der unipolaren Führung der USA nicht akzeptiere, gehört er aus NZZ-Sicht natürlich bekämpft. Dass also die NZZ mit regelmässigen Beiträgen von Autoren wie zum Beispiel dem Anti-Russland-Aktivisten Andreas Umland Russland schlechtredet und jetzt als neue Stimme in Deutschland den neuen Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD öffentlich auffordert, einen härteren Kurs gegen Russland zu fahren, ist keine Überraschung.

Und warum die CH Media-Zeitungen?

Nicht nachvollziehbar ist dagegen, warum die Aargauer Zeitung, das St. Galler Tagblatt und all die anderen CH Media-Zeitungen keine Gelegenheit verpassen, verbal gegen Russland zu schiessen. Die beiden Ausland-Redaktoren Fabian Hock und Samuel Schumacher, sekundiert vom Brüsseler Korrespondenten Remo Hess, lassen keine Gelegenheit ungenutzt, in nachgerade brillanter Einseitigkeit für die gegenwärtige geopolitische Unsicherheit ausschliesslich Russland und Wladimir Putin persönlich verantwortlich zu machen. Dass 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion der Warschauer Pakt aufgelöst, die ursprünglich als Verteidigungspakt gegen die Sowjetunion gegründete NATO aber aktiv gehalten wurde, und dass diese NATO zur eigenen Existenzlegitimierung Russland als Feind – vor allem in den letzten Jahren – regelrecht hochstilisiert, den Staaten um Russland herum mit machtpolitischen Absichten aber den roten Teppich zum Beitritt ausgebreitet hat, ist «vergessen». Oder man hat es nie zur Kenntnis nehmen wollen.

«Denn inhaltlich überzeugt Baerbock in den ersten Wochen wie keiner ihrer Kabinettskollegen – vielleicht mit Ausnahme von Gesundheitsminister Karl Lauterbach.»

Wie kommt es, dass zum Beispiel Fabian Hock, der wie NZZ-Chefredaktor Eric Gujer seine politische Ausbildung an einer deutschen Hochschule geholt hat, der neuen deutschen Aussenministerin Annalena Baerbock ihrer Russland-feindlichen Haltung wegen fette Komplimente macht – schon in der Headline: «Mutige Baerbock» – und ihr im Hinblick auf ihr Treffen mit dem russischen Aussenminister Lawrow – dem «ultimativen Härtetest» – im Gegensatz zum «Kuschelkurs» des neuen SPD-Kanzlers Olaf Scholz «wohltuende Deutlichkeit» gegen Russland attestiert? Und wie kommt es, dass Stefan Schmid, der Chef der St. Galler Redaktion, die neutrale Schweiz auffordert, endlich zur Realität zu stehen: «Wenn es gefährlich wird in Europa, dann kämpft die Schweiz Seite an Seite mit ihren Nato-Nachbarn gegen einen potenziellen Aggressor.» Und, um diesen «potenziellen Aggressor» zu charakterisieren, zu höchst problematischen Begriffen greift? Stefan Schmid – als Beispiel nur – wörtlich: «Putin ist 2014 in der Krim tatsächlich einmarschiert». Einmarschiert! Wo doch jeder, der sich seriös informiert oder der sogar selber auf der Krim war, wie der Autor dieser Zeilen, weiss:  Die Bevölkerung der Krim wollte die Wiedervereinigung mit Russland.  Sie hat darüber frei abgestimmt. Und anlässlich dieser Sezession fiel kein einziger Schuss! Völkerrechtswidrig dabei war lediglich, dass sich legal in Sewastopol aufhaltende russische Soldaten – die dann als «grüne Männchen» berühmt wurden – nicht korrekt an die Grenzen des russischen Pachtgebietes hielten. Sie waren parat für den Fall, dass ukrainische Milizen einmarschiert wären, um die Abstimmung zu verhindern. Aber gemäss CH Media-Redaktor Stefan Schmid ist Putin «einmarschiert»!

Haben all diese Profi-Journalisten einfach keine Ahnung von der Geschichte des 20. und des 21. Jahrhunderts, so wie auch ihr Chefredaktor Patrik Müller, der allen Ernstes behauptete, die «Wende» im Zweiten Weltkrieg sei die Landung der Alliierten in der Normandie am 6.6.1944 gewesen? Null Ahnung von Hitlers Niederlagen in Stalingrad und in Kursk? Und noch nie was gehört von der Ardennenoffensive der Hitlertruppen, die von den US-Truppen im Dezember 1944 und im Januar 1945 nur mit grösster Mühe abgewehrt werden konnte. Stalin versprach auf Wunsch von Churchill weiteres Vorrücken der Roten Armee nach Westen trotz schlechtem Wetter auch im Februar, damit Hitler des russischen Vormarsches wegen keine weiteren Truppen von der Ostfront an die Westfront verlegen konnte. (Man sehe dazu die intensive Kommunikation zwischen Churchill und Stalin, insbesondere zwischen dem 6. und 9. Januar 1945.)

Und warum das «Echo der Zeit»?

Nicht nachvollziehbar ist auch, wenn sogar das «Echo der Zeit», die älteste und nach wie vor beste Informationssendung im öffentlich-rechtlichen deutschsprachigen Radio der Schweiz, zum etwas vorsichtigeren politischen Verhalten des neuen deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz als Expertin ausgerechnet Constanze Stelzenmüller befragt. Stelzenmüller ist «Senior Fellow» des bekannten US-amerikanischen Think-Tanks «Brookings Institution». Dessen Präsident ist der pensionierte US-Marine-Vier-Sterne-General John R. Allen, dessen «Know-how» und berufliche Lebenserfahrung ausschliesslich auf Militärdienst beruht, in den letzten Jahren vor allem auch in Afghanistan. Die Antwort von Constanze Stelzenmüller war denn auch, wie vorhersehbar und also gewollt, Scholz solle endlich Farbe gegen Russland bekennen. Die – wörtlich – «sehr, sehr zurückgelehnte, sehr maulfaule Sprache in Berlin» sei «bestürzend».

Und was meint die «offizielle» Schweiz?

Dass Russland aufgrund zunehmender NATO-Aktivitäten in nächster Nähe seiner Grenzen vom Westen Sicherheitsgarantien erwartet und von der NATO ausdrücklich fordert, auf die Mitgliedschaft weiterer Staaten an der russischen Grenze zu verzichten, ist nachvollziehbar. Infosperber hat darüber eingehend berichtet. Und nachvollziehbar ist ebenfalls, dass Russland auch von der neutralen Schweiz eine Stellungnahme zur gegenwärtigen Krise um die Ukraine eingefordert hat. Warum schiebt der Schweizer Aussenminister und gegenwärtige Präsident des Bundesrates Ignazio Cassis eine Antwort vor sich her?

Die Antwort des Schweizer Aussenministers wäre nicht nur leicht, sondern nachgerade zwingend:

  1. Nachdem die Minsker Vereinbarungen unter der Gesprächsleitung der – politisch neutralen – Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini zustande gekommen sind, hält auch die Schweiz die Vereinbarung «Minsk II» als nachhaltige Lösung des Bürgerkrieges im Donbass für angemessen und zielführend und fordert die Ukraine deshalb auf, die Vereinbarung Minsk II einzuhalten bzw. endlich aktiv anzugehen.
  2. Die Schweiz zeigt seit über 150 Jahren, dass ein Land auch mit mehreren Sprachen und mit mehreren Glaubensrichtungen dank einer föderalistischen Struktur friedlich und auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Sie fordert die Ukraine deshalb auf, von der zentralistischen – und gegenwärtig massiv nationalistischen – Politik abzurücken und ihren historisch, kulturell und sprachlich unterschiedlichen Regionen im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens eine höhere Autonomie zuzugestehen – im Fachjargon der Politologen also «mehr Subsidiarität» einzuführen (politische Kompetenzen so weit wie möglich «unten» anzusiedeln).

Die Schweizer Medien könnten helfen

Statt einäugig und einseitig die machtpolitischen Interessen der USA und der NATO zu unterstützen und die mittlerweile zum Hass gesteigerte Russophobie noch zu nähren, könnten die Schweizer Medien mithelfen, diplomatische und friedliche Wege des europäischen Zusammenlebens zu fördern – des europäischen Zusammenlebens inklusive Russland

Dass die USA ihrerseits ein friedliches Zusammenleben Westeuropas mit Russland fürchten wie der Teufel das Weihwasser, ist klar. Ein Zusammengehen von Westeuropa mit Russland wäre in vielen Hinsichten ideal: Westeuropa hat die Technologien und die hochentwickelte Industrie, Russland hat die notwendigen Rohstoffe. Kein anderer Kontinent wäre unabhängiger und autarker als Europa unter Einschluss von Russland. Warum ergreifen ausgerechnet die Medien des neutralen Landes Schweiz, die für eine übergeordnete Sicht prädestiniert wären, Partei für die USA mit ihrem unipolaren Weltführungsanspruch?

Man beachte unten die weiterführenden Informationen. Mehrere Forschungsorganisationen bestätigen die Informationen und Kommentare von Infosperber:


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Zum Autor Christian Müller deutsch und englisch.
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40 Meinungen

  • am 14.02.2022 um 11:53 Uhr
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    Gratulation zu diesem fundierten Artikel.

    2
  • am 14.02.2022 um 13:03 Uhr
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    Schweizer Presse rückt weiter nach rechts

    Die Schweizer Medienlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren nach rechts bewegt, sagen Beobachter, und verweisen auf Rogel Köppel und seine «Weltwoche» sowie auf Markus Somm und die «Basler Zeitung». Von Eric Gujer einmal ganz abgesehen.

    Nur diese «Rechten Tell-Brüder» sind mittlerweile gern gesehene Journalisten in der BRD geworden.
    «Der Spiegel » ist zum Hort dieser «Rechtsnationalen Federn» geworden, die sich nicht zu schade sind
    im heutigen Zeit Öl ins Politische Feuer zu giessen.
    Dabei gehören sie auch zu denjenigen, die mit Vermutung und unbewiesenen Behautungen hausieren gehen, aber stets eines im Auge haben, keine Kritik an den USA und Israel.
    Deren Politik und Aktionen sind sakrosankt.

    Das könnte die Karriere kosten bzw. keine «Sektflöten und Schnittchen» mehr bei den Reichen und Mächtigen.

    Aus der «Vierten Gewalt» ist ein zahnloser Tiger geworden. Wie einst die Kirche mit den Mächtigen
    im Einklang heulte, so wird dies heute von einem Grossteil der Deutschsprachigen Medien erledigt.
    Als medialer Rammbock dabei . . . Schweizer Journalisten.

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    • am 15.02.2022 um 11:07 Uhr
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      @B. Schroeder,
      Die Probleme können schon längst nicht mehr nach der einfachen «Links-Rechts-Schablone» geordnet werden. Hinter der Feindbildpflege von Rechts wie von Links verbergen sich die übergeordneten Interessen.
      Es müsste doch verwundern, dass aktuell Links wie Rechts (und Mitte) den globalen C-Raubzug gutheisst und mithilft die Kritiker zu diffamieren.
      Also leider kein Unterschied zwischen Links und Rechts.
      Das ist nicht neu. Schon die Oktober-Revolution wurde von global-mächtigen Kapitalisten unterstützt. Deren Machtausdehnung geht weiter mit der Unterwanderung aller Firmen, speziell der Medienhäuser und leider auch mit deftigem Lobbyismus bzw Korruption.

      0
  • am 14.02.2022 um 13:27 Uhr
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    In der NZZ am Sonntag vom 23.03.2014 beklagt sich Felix E. Müller: «Wie schon lange nicht mehr klaffen bei der Beurteilung der Krim-Annexion durch Russland das Urteil von ETABLIERTEN MEINUNGSMACHERN und der vox populi auseinander». Lesenswert, denn da wurden die Weichen für die «freien» Medien gestellt. (Medien die frei sind sich zu prostituieren). Die Phrasen von Medien- und Meinungsvielfalt kann man vergessen. Darum streben auch alle in die «Mitte». Wer in der Mitte ist kann den Rest einfach in links (populistisch, extrem etc.) oder wahlweise in rechts (populistisch, extrem etc.) einteilen.
    Es ist erscheckend wie die systematische Hetzkampagne gegen Russland (Putin) Erfolg hat. Auffälig ist, dass zum Beispiel allgemein vom «Ueberfall Russlands auf die Krim» die Rede ist. Der Ursprung, nämlich der gewaltsame, von den US organisierte und finanzierte Sturz der demokratisch gewählten Regierung der Ukraine wird einfach unterschlagen. Russland ist der Aggressor.
    .

    2
  • am 14.02.2022 um 13:36 Uhr
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    Cheers – endlich wieder einmal eine Stimmer der Vernunft im Angesicht der penetranten anti-russischen und -chinesischen Gehirnwäsche seitens des NATO/EU Mainstream, CDM

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  • am 14.02.2022 um 14:53 Uhr
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    Ihr Geschichtsverständnis in Ehren Herr Müller, aber wir können uns eben auch an Stalins Terrorregime und das Aushungern der Ukraine mit Millionen Toten in den 30iger Jahren erinnern, an die ‹Umsiedlung› der Krimtataren, an die Lieferungen von Kriegsmaterial des Westens an die Sowjetunion ab 1942, die nie erwähnt werden.
    Wir erinnern uns an Ungarn und die Tschechoslovakei.
    Wir erinnern uns an russische Interventionen zur Stützung von verbrecherischen Regimes in Serbien und Syrien, an Kriege von Putin in Tschetschenien und Georgien. Wir erinnern uns an russische Cyber-Interventionen bei Wahlen in den USA und Grossbritannien und Hacker Angriffe gegen Infrastrukturen weltweit.
    Wir erinnern uns weiter an den unverfrorenen Bruch des Minsker Abkommens durch Russland mit dem Einmarsch in die Krim. Wir erinnern uns an den Abschuss eines Passagierflugzeuges durch eine von Russland gelieferte Rakete in Donzk.
    Wir sehen den klaren Bruch des INF von 1987 durch Putins Russland Russlands mit der Stationierung von strategischen Waffen in der Enklave Kaliningrad.
    Aber am Wichtigsten: wir erinnern uns an all die Völker, die in freier Meinungsäusserung den Beitritt zur NATO angestrebt und vollzogen haben!
    Putin hat sich mit der Ukraine selber ein (innenpolitisches)Loch geschaufelt – es ist nur zu hoffen, dass er da wieder rauskommt. Waffenlieferungen an die Ukraine sind wohl eins von vielen Mitteln, damit kein russischer Einmarsch stattfinden wird. Blauäugiges linkes Hoffen wohl kaum.

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    • am 15.02.2022 um 13:14 Uhr
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      Wir erinnern uns Hr. Muff, jedoch nicht nur an einseitig dem oestlichen Machtgefuege zugeschriebenen, z.T. berechtigten menschenverachtenden und voelkerrechlich nicht tolerierbaren Vorgehens der Machthaber. Allerdings gehen sie etwas weit zurueck und deshalb erueberigt es sich auch beim Umgang der Einwanderer mit der einheimischen Bevoelkerung der USA zu beginnen. Betrachtet man jedoch auch die neuere Geschichte dieses Imperiums denn sie steht dem Osten in keiner Weise nach. Es wuerde Seiten beanspruchen um die Behauptungen ueber Serbien und Syrien zu wiederlegen, empfehle deshalb Literatur z.B. D.Johnston – Fools Crusade und Inside Syria. Auch auf die Lebensbedingungen im Irak und in Afgahnistan aufgrund der Besetzung dieser Laender durch den Westen braucht nicht naeher eingegangen zu werden, diese sind bekannt.
      Erinnern wir uns doch auch an Chile und Allende. Ja Hr. Muff erinnern wir uns, aber bitte an alles und lassen wir doch das links – rechts Schema beiseite denn gegenwaertig geht es um etwas ganz anders.

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    • am 16.02.2022 um 08:29 Uhr
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      «Fools› Crusade: Yugoslavia, Nato, and Western Delusions» wurde von Diana Johnstone verfasst und 2003 publiziert. Das Buch löste anscheinend eine Debatte aus, weil darin das Massaker in Srebrenica angezweifelt wird. Diana Johnstone ist, nach ihrem Wikipedia-Eintrag zu schliessen, eine langjährige amerikanische Aktivistin (Jahrgang 1934), die mit «dem Sozialismus» assoziiert wird und vorwiegend in Europa lebt. Eine unvoreingenommene Darstellung von Sachverhalten würde ich von ihr nicht erwarten.

      7
    • am 17.02.2022 um 10:50 Uhr
      Permalink

      @Manuel Pestalozzi,
      Es sind nicht nur Antiamerikaner, welche den Krieg gegen Jugoslawien als völkerrechtswidrig kritisieren! Ich empfehle Ihnen die Dokumentation vom diesbezüglich unverdächtigen WDR.
      «Deutschlands Weg in den Kosovo-Krieg – Es begann mit einer Lüge (WDR)»
      https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQYRlXMNU&t=2302s

      Gehen Sie bitte auch der durch die «abgereicherte Uranmunition» verursachten Tragödie für zivile Menschen und deren Nachkommen nach! Es betrifft nicht nur den Balkan, sondern auch den Irak und Syrien. Die US-Machthaber haben den Leitmedien «verboten», darüber zu berichten und diese stolzen Medienkonzerne halten sich freiwillig an dieses Verbot.
      Suchen Sie bitte nach Deadly Dust und nach dem Namen Frieder Wagner!

      0
    • am 17.02.2022 um 11:14 Uhr
      Permalink

      Das Buch nicht selber gelesen zu haben sondern sich auf den Eintrag in Wikipedia zu beziehen ist, um es zurueckhaltend auszudruecken, schwach. Travesty von John Laughland mit einem Vorwort von Ramsey Clark ueber den Milosevic Prozess ist ein anderes, moeglicherweise wird es in Wikipedia aehnlich beurteilt.

      0
    • am 16.02.2022 um 20:03 Uhr
      Permalink

      Lieber Herr Gasser – sie haben natürlich recht, ich habe mit meinem zugegeben einseitigen Kommentar auf das eben doch auch recht einseitige Geschichtsverständnis von Christian Müller reagiert, dessen linke alt-68er Einstellung nicht nur in diesem Artikel mehr als offensichtlich ist.
      Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie Kritik an linken Meinungen die ‹ech-ha-ned, de-ander- hed-ou-Schulplatz› Reaktion hervorruft, die dann wie es scheint das heutige Zeuseln eines Putin entschuldigen soll.
      Zurzeit reden wir aber nicht über Chile und Afghanistan, können wir bei anderer Gelegenheit sehr gerne. Und zu Diana Johnstone hat Ihnen Herr Pestalozzi unten bereits die richtige Antwort gegeben.
      Und eben doch, Herr Gasser, es ist das alte rechts/links Schema, sehr gut an vielen Kommentaren mit doch recht krudem anti-Amerikanismus zu sehen, der eben die Sicht ebenso vernebelt; da sind wir weiss Gott alle nicht weiter als zu Zeiten des kalten Krieges.
      Dass alle Seiten sich zurücknehmen sollten, ist absolut klar – nur ist es halt in Gottes Namen nicht die NATO und die bösen Amerikaner, die mit militärischer Intervention drohen.
      Da Putin ja aber gemäss der Meinung der grossen Mehrheit der Kommentierenden hier ein friedliebender und rationaler Mensch ist, der nur das Beste will, haben wir nichts zu befürchten……….

      9
    • am 17.02.2022 um 11:36 Uhr
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      @ Peter Muff – Wenn man die Geschichte der USA und der NATO professionell (!) seit vielen Jahren intensiv verfolgt (inkl. Hören oder Lesen aller Reden der NATO-Oberen) und dabei sieht, wo die USA und NATO aus eigener Initiative (!) eingegriffen haben, hat man, in Ihren Worten, ein «einseitiges Geschichtsverständnis». Na dann. Aber Ihr politisches Weltbild, sehr geschätzter Infosperber-Leser Peter Muff, hat natürlich einen grossen Vorteil: Man kann damit gut schlafen. Sie sind zu beneiden.

      0
    • am 20.02.2022 um 18:49 Uhr
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      Sehr geehrter Herr Muff

      Die Schweizer Medienlandschaft ist heute «gleichberechtigter Teilhaber» am hybriden Krieg des Westens gegen Russland. Aus wirtschaftspolitischen Interessen wird dieser allerdings gegen China nur in abgeschwächter Form geführt. (Money makes the World go Round ;-))
      Wenn sie die letzten sechs Jahrzehnte einigermassen objektiv analysieren, müssen Sie feststellen, dass ein Interesse dominiert: Die Erhaltung und Verteidigung des amerikanischen Hegemonialanspruchs. Die NZZ pflegte jeweils liebevoll vom «Weltpolizisten» zu sprechen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gingen die Finanzhaie und ihre Kumpanen von der CIA in Moskau’s Ministerien ein und aus, übten grossen Einfluss auf den Staatsapparat aus und verhalften Oligarchen wie Chodorkowski und anderen indirekt zu ihrem unverdienten den russischen Volk gestohlenen Reichtum.
      Was die Krim betrifft: Ich war 2016 (zwei Jahre nach der «Annexion») und 2018 zusammen mit meiner Frau auf der Krim. Dort wohnte ich privat bei einer Familie in einer so genannten Chruschtowski, einem Plattenbau in typischem Stil. Wir fuhren nur mit dem ÖV, führten viele Gespräche mit Bewohnern der Halbinsel und reisten völlig frei durch die Gegend. 2018 wiederholten wir die Reise und konnten eklatante Verbesserungen wahrnehmen. Es war schlicht erschütternd, diese gewonnenen Eindrücke mit den Medienberichten zu vergleichen. Eben: Im vermeintlichen «Wertewesten» herrscht ein aufoktroyierte Meinung, einseitig.

      0
    • am 21.02.2022 um 08:34 Uhr
      Permalink

      Ich war 2003 in Jalta und machte kürzlich per Google-Streetview eine kleine Städtetour dort. Tatsächlich sieht es an manchen Ecken deutlich schmucker aus. Man darf allerdings vermuten, dass die Halbinsel – und vor allem deren unbestreitbaren «Schokoladenseiten» – innerhalb des Russischen Reichs eine Sonderbehandlung geniesst. Denn an diesen symbolisch aufgeputschten Orten gibt es etwas zu beweisen, die Leute müssen aktiv bei der Stange gehalten werden. Das sollte man vielleicht berücksichtigen.

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    • am 17.02.2022 um 12:04 Uhr
      Permalink

      Danke fuer Ihre Antwort Hr. Muff. Ich will Ihre politische Einstellung nicht aendern, wenn die Menschheit jedoch einigermassen in Frieden zusammen existieren will kommen wir ohne eine faire Beurteilung, als Zuschauer und Betroffene, gegenueber allen beteiligten Maechten nicht herum. Seit ueber zwanzig Jahren habe ich Wohnsitz in den USA, bedingt durch meine Schwiegermutter. Ich kenne die Politik dieses Landes. Entscheide erfolgen nicht durch den Praesidenten, dazu sind Aussagen von Hoover, Wilson, Eisenhower und Kennedy nachlesbar. Die NATO Expasion, entgegen dem Versprechen vor der Eingliedereung der DDR in die BRD gegenueber Russland den Status QUO einzuhalten, wurde durch die wirklich Maechtigen seit Jahren vorangetrieben und dies mit den bekannten nichtmilitaerischen Mitteln. Es waere aufschlussreich zu vernehmen was die Entscheidungstraeger in den USA sagen wuerden bei einer Ausbreitung Russlands in Mexico.
      In aller Fairness gegenueber Russland wie auch den USA, Putin scheint mir gegenwaertig, durch seine Zurueckhaltung (lassen wir die einseitigen Medien aus dem Spiel) der weisere Praesident zu sein.

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    • am 18.02.2022 um 11:54 Uhr
      Permalink

      @Peter Muff Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können die Zukunft ändern. Die damaligen Gewaltereignisse in der Sowjetunion welche schrecklichen waren, waren auch in anderen Nationen zu finden, z.B. als man eigene Soldaten bei Atombombenversuchen verstrahlte oder Zivilbevölkerung mit Krankheitserregern ohne deren wissen infizierte. Z.B. mit Syphillis wurde eine ganze Gemeinde, «entbehrliche» farbige Bürger, infiziert zu Studienzwecken. (Arte Dokumentation, wenn ich mich recht entsinne) Wenn jeder Mensch auf jede Form von Gewalt, welche jenseits von Nowehr liegt, verzichtet, dann wird eine neue Zukunft möglich. Danke.

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    • am 19.02.2022 um 15:31 Uhr
      Permalink

      Mit dem was sie da als Beispiele für eine angebliche «Vorsicht» gegenüber Russland anführen, sind sie über 30 Jahre zu spät… Das heutige Russland ist nicht mehr die damalige Sowjetunion – zu der übrigens die Ukraine ebenso gehörte wie Russland!

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  • am 14.02.2022 um 15:45 Uhr
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    Der antirussische Wahn, mit historischen Wurzeln schon im 15. Jahrhundert, hatte im Laufe des 19. Jahrhunderts zur Entstehung des „Russophobie“-Begriffes geführt. Russophobie steht für die bewusste Schürung irrationaler Russland-Ängste und für Übertreibungen einer von Russland ausgehenden Gefahr. Alles in etwa genau so irrational und idiotisch wie antisemitisches Gedankengut. Genauso wie der Antisemitismus im Dritten Reich (und nicht nur da), hat sich die Russophobie in den Köpfen breiter Kreisen eingenistet und wird uns von einem Militär- und Polizeiapparat tagtäglich über die gleichgeschalteten Systemmedien immer wieder aufs Neue eingetrichtert. Leute, die nicht glauben, dass die fortwährende Eskalation gegen Russland zu einem Atomkrieg führen könnte, haben einfach ihr Gehirn abgeschaltet und weigern sich, alle Möglichkeiten vollständig abzuwägen.

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  • am 14.02.2022 um 16:29 Uhr
    Permalink

    Erschreckend, dass sich Poliriker und Medien dieses von den USA inszenierte Hochrisikospiel mitmachen. Der Hegemonieanspruch sowie Interessen der Waffen- und Oelindustrie der USA verhindern seit dem kalten Krieg ein friedliches Zusammenleben in Europa gemeinsam mit Russland. Natürlich macht auch Russland Fehler, doch mit Verweigerung eines echten Dialoges und massiven Sanktionen erzielt man keinen Fortschritt. Wo sind wir hingekommen, wenn selbst eine grüne Aussenministerin zur Kriegshetzerin wird. Warum gibt es nicht eine mächtige Friedensbewegung in Europa die beide Seiten zur Vernunft bringt?

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  • am 14.02.2022 um 17:12 Uhr
    Permalink

    Aus meiner Erfahrung als Whistleblower kann ich nur sagen, dass der grösste Teil der Schweizer Medien sich bei der Berichterstattung am Geldsack und am Stärkeren orientiert und nicht an der Sache bzw. an der Wahrheit. Das funktioniert eine gewisse Zeit sehr gut, doch auf die Länge wird damit die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen verspielt. Das zeigt auch wiederum dieses Beispiel zu Russland und Putin.

    Es ist im Interesse jedes vernünftigen Menschen, dass kein Kesseltreiben in dieser Russlandsache zugunsten des eigenen Geldsackes betrieben wird, denn ein vernünftiger Mensch kann sich das Elend eines Krieges hoffentlich auch heute noch gut vorstellen. Es ist somit die Unvernunft oder eben der Geldsack der leider grösstenteils den schweizerischen Medienmarkt beherrscht, nur so kann ich mir die schweizerische Berichterstattung erklären.

    1
  • am 14.02.2022 um 17:23 Uhr
    Permalink

    Ein absolut notwendiger Beitrag, der in allen Hauptmedien erscheinen sollte. Warum dies nicht der Fall ist, hängt von der im Artikel gestellten letzten Frage ab. Sie m u s s beantwortet werden, um aus dieser kollektiven Verblendung herauszukommen.

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  • am 14.02.2022 um 17:28 Uhr
    Permalink

    Es geht längst nicht mehr um eine , es geht um den Kampf zwischen Demokratie und Diktatur. Geopolitisch wäre es trotzdem wohl klug sich mit den Russen gut zu stellen: gegen die eine, ganz grosse Diktatur die im Begriff ist die Welt zu übernehmen.

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  • am 14.02.2022 um 17:58 Uhr
    Permalink

    Lieber Christian Müller, danke für Ihren hoch erfreulichen Beitrag. Es geht mir ähnlich wie Ihnen. Diese dümmlich-penetrante Hetze gegen Russland wird
    für mich immer unerträglicher. Zudem halte ich diese Stimmungsmache für brandgefährlich. Immer unverschämter und dreister wird Putin als «Teufel» an die Wand gemalt und manche klatschen denkfaul Beifall. Was soll das? Ein Glück nur, sind Putin und Lawrow besonnene Menschen. Beide legen eine inzwischen geradezu bewundernswerte Geduld an den Tag, wenn es darum geht, dem Westen Verständnis für ihre durchaus verständlichen Sicherheitsgarantien abzuringen. Wem passt das nicht in den Kram und warum. Diese Frage wäre zuallererst einmal vorurteilslos zu klären. Kriege lassen sich auch herauf beschwören.

    1
  • am 14.02.2022 um 18:48 Uhr
    Permalink

    Ja warum? Sie geben keine Antwort. Ich fürchte es gibt keine ernsthafte. Es wird wieder einmal unser kleinkariertes Weltbild sein. Wir sind ja so stolz auf unsere Bundesräte im Tram. Wenn wir dann den inszenierten Pomp um Putin sehen, 10 m lange Tische, acht Meter hohe goldene Türen, sind wir angewidert, ich inbegriffen! Und alle sind überzeugt, die Russen beneiden uns für unsere Bescheidenheit. Und wenn sie hingegen dächten, von welchen Leuten werden die armen Schweizer denn regiert…? Andere Länder, andere Sitten. Aber nein, wir lassen unserer Antipatie gegen «unschweizerisches» freien Lauf.

    7
  • am 14.02.2022 um 18:53 Uhr
    Permalink

    Danke, Christian Müller, für diese Stellungnahme – bei dem unverständlich grossen Übergewicht unserer US-Anhänger in der Schweiz – und für Ihre Rechtstellung der europäischen Geschichte!
    Es ist bemühend, wie einseitig täglich in praktisch allen unseren Medien über den Konflikt in Osteuropa berichtet und diskutiert wird. Und kaum einmal wird davon geschrieben, dass Olaf Scholz in der Tradition der SPD steht, die mit Willy Brandt, Helmut Schmitt (und Hans-Dietrich Genscher [FDP]) stets das Gespräch mit den Russen suchten und für Europa einiges damit erreichten. Man kann wahrhaft stolz sein auf den besonnenen und standhaften Hamburger, der zurückhaltend ist mit Waffenlieferungen an die undurchsichtige Ukraine-Regierung.

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    • am 15.02.2022 um 20:53 Uhr
      Permalink

      In den letzten 8 Jahren hat Deutschland mehr als 1.8 Milliarden Euro an die Ukraine bezahlt. Mit dem Geld dürften kaum Kindergärten und Strassen gebaut worden sein. Was davon nicht in den Taschen von einigen Politikern verschwunden ist, dürfte dem Militär- und Polizeiapparat zugute kommen. Indirekt hat also Deutschland die Aufrüstung der Ukraine finanziert.

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  • am 14.02.2022 um 19:07 Uhr
    Permalink

    Danke Herr Müller für diesen objektiven Bericht. Sie fragen völlig zu Recht: Haben die Schweizer Profi-Journalisten keine Ahnung von der Geschichte des 20. 21. Jh. Leider muss man diese Frage voll und ganz bejahen, denn weder die Schweizer Regierung noch die Medien sind bereit – oder unfähig? – neutral über diese von den USA provozierte Krise zu berichten. Eigentlich wäre der Bundesrat laut Verfassung zur Neutralität verpflichtet, aber unser jetziger Aussenminister foutiert sich darum.
    Ich habe mich da beim zuständigen Echo der Zeit Redaktor von Radio DRS über die einseitige US-Sicht und die verdrehte Darstellung der russischen Position beschwert. Ich will hier nicht schreiben, mit was für Falschinformationen mich dieser bestandene ehemalige Cherfredaktor der Weltwoche belehren wollte. Haben wir denn in der Schweiz wirklich keine fähigen und der Wahrheit sich verpflichtet fühlenden Journalisten? Am besten würde man doch gleich Leute aus dem Umfeld der CIA einfliegen, nur müsste dann wenigstens angeben, woher sie kommen. Es ist ja wie bei der vereinigten Desinformationskampagne über Covid, alle schreiben nur das ihnen vom US-Geheimdienst Eingeflüsterte.

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  • am 14.02.2022 um 21:22 Uhr
    Permalink

    Wer nachdenkt würde erkennen, dass Russland, ganz einfach nicht in der Lage wäre, einen ausufernden Krieg in Europa zu führen. Seine Wirtschaftskraft ist nicht grösser als die von Italien oder Belgien. Das Land ist, rein faktisch nicht in der Lage das durchzuführen, was ihm unsere Medien und die NATO als Absicht unterstellen.

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  • am 14.02.2022 um 22:28 Uhr
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    Die unkritisch US-freundliche Berichterstattung kommt wohl von der Blase, in der Schweizer und deutsche JournalistInnen in Russland leben. Speziell auffällig ist, dass sich nie jemand bemüht, die Hintergründe auszuleuchten, die zur heutigen Situation führten, vor allem die Art, wie die westlich orientierte ukrainische Regierung die russischsprachigen Gebiete «ukrainisieren» wollte. Ebensowenig ist je Thema, wieso der ukrainische Staat so schwach ist.

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  • am 14.02.2022 um 22:30 Uhr
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    Herzlichen Dank Herr Müller zu Ihrem Bericht, der bestens zur Schweiz – wie sie sein sollte – passt.
    Was die CH-Leitmedien inklusive SRF bieten ist schlicht und einfach Propaganda nach Gusto des US-Rüstungskomplexes, der offenbar auch die NATO-Politik beherrscht.
    Die Frage nach noch mehr Subventionen für die Medien wurde glücklicherweise richtig beantwortet, die Frage war sowieso obsolet.
    Die richtige Frage müsste lauten, was können wir tun, um die journalistische Qualität zu verbesserrn.
    Das ist die wirklich schwierige Frage, angesichts der Interessenvertretungen der Privatwirtschaft in der Politik bis weit hinauf.
    Der Disput Staats- versus Privatmedien ist reine Ablenkung von den echten Problemen!
    Der Bundesrat müsste die einseitige Berichterstattung öffentlich rügen und sich im Namen der neutralen Schweiz von der gefährlichen Propaganda distanzieren!
    Die Fragen Lawrows sind berechtigt und verdienen eine klare Antwort im Sinne unserer ernstgemeinten Neutralität.
    Die ungenügenden Geschichtskenntnisse vieler Redaktionen finde ich alarmierend!

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  • am 14.02.2022 um 23:01 Uhr
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    Sie haben recht, Christian Müller. Wenn nicht einmal die Schweiz, die ja nicht wie meisten europäischen Staaten dem „Fraktionszwang“ von NATO und EU unterliegt, eine vernünftige Position in dieser vollkommen verrückten Eskalation einnimmt, wer denn sonst? Was mich am meisten wundert ist die Tatsache, dass diese Eskalation für die meisten europäischen Staaten nur Nachteile mit sich bringt – insbesondere für Deutschland!

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  • am 15.02.2022 um 08:36 Uhr
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    Die Frage sei erlaubt, weshalb die Staaten um Russland herum den mit machtpolitischen Absichten ausgerollten roten Teppich zum NATO-Beitritt überhaupt erst betreten statt ihn zu verschmähen. Weshalb geben sie in ökonomischer Hinsicht der Europäischen Union gegenüber der Eurasischen Union den Vorzug? Die USA mögen ein gewaltbereiter Hegemon sein. Das Land verkörpert aber gemeinsam mit den westlichen Ländern trotzdem Hoffnung. Sogar für russische Oligarch*innen, welche dort gerne Sportclubs kaufen und die Preise für Luxusimmobilien in die Höhe treiben. Die wahrgenommene Russophobie ist doch stark übertrieben. Russische Musik, Literatur, Architektur oder Küche geniesst hohes Ansehen. Weniger geschätzt werden die Brutalos in der Regierung, die eben keine Hoffnung verkörpern können.

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  • am 15.02.2022 um 17:52 Uhr
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    Danke für diesen sehr guten Artikel. Auch in der «neutralen» Schweiz sollte bekannt sein, dass man keinen Frieden gegen Russland bekommen kann, sondern nur mit Russland.

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  • am 15.02.2022 um 21:44 Uhr
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    Wie genau wird die Sicherheit und die Lebensqualität der Bevölkerung Russlands durch eine Westorientierung der Ukraine bedroht? Wodurch konkret dient Putins Strategie der gegenwärtigen Konfrontation mit Truppenzusammenzug den Interessen der Menschen in Russland?
    P.S. Die Sprachregelung Christian Müllers zum Anschluss der Krim lässt doch aufhorchen: Soldaten, die sich legal auf ihrem vertraglich zugesicherten Gebiet aufhalten, befinden sich plötzlich «lediglich» jenseits dieser Grenzen auf fremdem Staatsgebiet und sichern dieses gegen den «Einmarsch» der für dieses Territorium zuständigen Armee? Die übrigens gar nicht «einmarschieren» muss, weil sie dort schon regulär und legal stationiert ist? So kann man jede völkerrechtswidrigen Übergriffe auf fremdes Territorium sehr schön umschreiben. Sowohl die Sowjetarmee wie die NATO befanden sich «lediglich» jenseits der Grenzen ihres Staatsgebiets auf afghanischem Territorium und «sicherten dieses gegen den Einmarsch afghanischer Truppen». Tatsächlich? In einer so aufgeladenen Situation ist, meine ich, äusserste journalistische Sorgfalt geboten in den Sprachregelungen.

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    • am 15.02.2022 um 23:13 Uhr
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      @ Peter Lüthi – Es wäre ja gelacht, ein Artikel von Christian Müller, der nicht von Peter Lüthi zerpflückt würde! – Aber zur Sache: Die Studiengruppe «German Foreign Policy» hat gerade wieder daran erinnert, dass die erste Grenzverschiebung nach 1991, die mit Gewalt erzwungen wurde, diejenige des Kosovo war – mit Gewalt von der NATO-Seite. Auf der Krim haben mir Dutzende von Einwohnern persönlich erzählt, wie frei sie am Referendum im Jahr 2014 teilnehmen konnten. In Kertsch zum Beispiel, wo ich auch war, sagte man mir, es seien überhaupt keine Soldaten gesehen worden. Die übereinstimmende Meinung der Befragten war, dass die «grünen Männlein» nur dann eingegriffen hätten, wenn ukrainische Aktivisten an jenem Tag auf die Krim gekommen wären, um das Referendum zu stören oder gar zu verhindern, was dann aber nicht der Fall war. Der Vergleich der bewussten Selbstbestimmung der Krim-Bevölkerung mit den NATO-Bombardierungen in Afghanistan ist schlicht absurd. Ob man es wahrhaben will oder nicht: Die grosse Mehrheit der Bevölkerung der Krim WOLLTE die Wiedervereinigung mit Russland, weil sie sich von Kiev immer schlecht behandelt fühlte.

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  • am 15.02.2022 um 22:51 Uhr
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    Das müsste man tausend Mal ROT UNTERSTREICHEN:
    „Dass die USA ihrerseits ein friedliches Zusammenleben Westeuropas mit Russland fürchten wie der Teufel das Weihwasser, ist klar. Ein Zusammengehen von Westeuropa mit Russland wäre in vielen Hinsichten ideal: Westeuropa hat die Technologien und die hochentwickelte Industrie, Russland hat die notwendigen Rohstoffe. Kein anderer Kontinent wäre unabhängiger und autarker als Europa unter Einschluss von Russland. Warum ergreifen ausgerechnet die Medien des neutralen Landes Schweiz, die für eine übergeordnete Sicht prädestiniert wären, Partei für die USA mit ihrem unipolaren Weltführungsanspruch?“
    Die Europäer, inklusive die Schweiz, sind mit Blindheit geschlagen, Gefangene US-amerikanischer Weltanschauungen. Indoktriniert mit US-Ideologien. Zum Heulen!
    Dass das „Echo der Zeit“ ausgerechnet die Constanze Stelzenmüller befragt hatte, fand ich für ein Qualitätsformat wie das „Echo“ sehr verwunderlich. Man kennt doch ihren Stallgeruch.

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    • am 16.02.2022 um 16:55 Uhr
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      @Ruth Obrist,
      Ich stimme ihnen zu, es fällt schon lange auf, dass die vom SRF zugezogenen Experten immer einseitig die Atlantikbrücke vertreten. Das ist m.E. eine Verletzung des Informationsauftrags.
      Die gute Zusammenarbeit mit dem eurasischen(!) Russland wäre ganz im Interesse aller Europäer, nicht aber im Interesse des US-Imperiums, bzw seiner Rüstungs-Elite.
      Ich glaube aber, dass Sie den Stand der Russischen Technik eher unterschätzen. Es mag denn auch erstaunen, dass es in der Raumfahrt eine gute Zusammenarbeit der beiden Widersacher gibt. Der Grund ist die Überlegenheit der medizinisch-technischen Forschung der Russen ist, auf welche die Amerikaner angewiesen sind.

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  • am 16.02.2022 um 20:09 Uhr
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    Ich finde, dieser ausgezeichnete Artikel von Christian Müller wird sehr gut noch von Jens Berger heute auf den Nachdenkseiten hinsichtlich deutscher Medien ergänzt: „Kriege in Europa beginnen selten an einem Mittwoch“ – Kommentar des russischen EU-Botschafters Wladimir Tschischow zu der unsäglichen Desinformationskampagne von US- und NATO-Kreisen. https://www.nachdenkseiten.de/?p=80909

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  • am 17.02.2022 um 11:32 Uhr
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    Mein Anliegen ist weder Christian Müllers Artikel zu zerpflücken (ich teile manche Kritik) noch die von Moskau befohlene militärische Intervention in Afghanistan 1980 mit derjenigen auf der Krim 2014 gleichzusetzen. Mein Anliegen ist, dass ich bei Infosperber auf eine andere journalistische Qualität als bei Spiegel oder BLICK hoffen kann. Ich halte die schöne Umschreibung Christian Müllers grundsätzlich bei keiner völkerrechtswidrigen Intervention für zulässig in einem Qualitätsjournalismus und meine, darüber könnte man sich unabhängig von gegensätzlichen Beurteilungen Putins einigen. Falls – gegen meine Prognose – die russische Armee doch noch in der Ukraine interveniert, möchte ich bei Infosperber nicht lesen, «die russischen Soldaten würden sich lediglich ausserhalb des russischen Hoheitsgebiets aufhalten». Immerhin weckt die vor der Weltöffentlichkeit von Putin vorgetragene Lüge, im Donbass finde gegenwärtig ein Völkermord statt, Vorsicht mit optimistischen Prognosen.

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  • am 18.02.2022 um 00:24 Uhr
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    Danke Herr Müller, Danke. Ich habe es satt, immer dieselbe Propagandamühle zu hören. Hier finde ich differenzierte umfassende Informationen. Ich sehe mir auch die Nachrichten von Russland an, dank dem Echtzeitübersetzer auf meinem Pc kann ich mir die Nachrichten der Usa, von England, Indien, Frankreich, Schweden, Dänemark, China, Thailand, Pakistan, Türkei, und viele mehr anhören und/oder ansehen. Seit ich damit angefangen habe, sieht so manches ganz anders aus. Die Zensur der einen Plattform ist die Freude der anderen Plattform, und man lernt dabei schnell, das es nicht geht ohne selber zu denken. Hintergrundwissen welches die Schweiz betrifft, bekomme ich jedoch hier vom Feinsten. Ich wünsche mir eine demokratische Schweiz welche sich auf ihre Grundstärken der Neutralität und der Humanität zurück besinnt und nicht einknickt, wenn eine Waffenstrotzende Nation mit Sanktionen droht oder mit dem Mammon winkt. Wir wollen weder Lakaien noch Vasallen sein. Eine weitere Stärke welche wir mal inne hatten, war die Fähigkeit als Mediator zu vermitteln, aus einer neutralen Haltung geboren. All dies kann nur wieder aufgebaut werden, wenn wir wieder eine vertrauenswürdige Regierung und vertrauenswürdige Medien haben. Auch wenn die Usa scheinbar eine grosse Angst hat vor einem unabhängigen vereinigten friedfertigen Europa, so sollten wir uns nicht einschüchtern lassen und auf einem solchen Wege weiter machen. Am Anfang steht das Wort und für ganz vorne der Infosperber.

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