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Was wäre die Welt ohne Satire? Tom Künzli (tomz) und die Cartoonisten- und Karikaturisten-Szene haben in der Schweiz trotzdem einen schweren Stand. Der Verkauf der Satire-Zeitschrift «Nebelspalter» hat die Situation zusätzlich verschlechtert. © tomz

«Markus Somm müsste sich selber auf die Schippe nehmen»

Tobias Tscherrig /  Seit der «Nebelspalter» von einer Investorengruppe übernommen wurde, hat Satire in der Deutschschweiz einen noch schwereren Stand.

Red.: Tom Künzli (TOMZ) ist ein Schweizer Cartoonist und Karikaturist. Er zeichnete unter anderem während einem Jahrzehnt für die Satire-Zeitschrift «Nebelspalter». Im Dezember 2020 wurde bekannt, dass die «Klarsicht AG», ein Unternehmen des nationalliberalen Publizisten und Verlegers Markus Somm, dem über 60 Investoren angehören und bei dem der ehemalige Privatbankier Konrad Hummler als Verwaltungsratspräsident amtet, den «Nebelspalter» gekauft hat.

Wie auch weitere Zeichnerinnen und Zeichner hat Tom Künzli die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Satire-Magazin eingestellt. Denn bald wurde klar, wohin die Reise des neuen «Nebelspalter» geht: Statt Satire gibt es politische Meinungs-Beiträge gegen den vermeintlich «linken Mainstream». Tom Künzli, Regina Vetter und Andreas Ackermann (Oger) reagieren mit der Internetseite wer-braucht-schon-satire.ch

Was wollen Sie mit dem Projekt wer-braucht-schon-satire.ch erreichen?

Tom Künzli: Wir wollen etwas entwickeln, vielleicht entsteht daraus ein neuer Satire-Kanal. Da wir aber keine Unternehmer oder Medien-Mogule sind, ist ein solches Projekt für uns Neuland. Wie es mit der Internetseite weitergeht, ist zurzeit offen. Momentan verdienen wir damit kein Geld. Die Internetseite ist aber auch eine Stellungnahme. Ein Ausrufezeichen, das wir hinter den Rauswurf der Satire beim «Nebelspalter» setzen.

Ein Projekt als Hilferuf?

Das Projekt entstand aus einer Mischung aus Wut, Verzweiflung und positivem Zukunftsdenken. Damit ist es nicht nur ein Hilferuf.

Wie reagiert die Öffentlichkeit auf die neue Internetseite?

Nachdem die Internetseite online ging, wurde sie in kürzester Zeit über 15’000 mal angeklickt. Mehrere Hundert Menschen haben sich im Newsletter eingetragen, ausserdem erhalten wir viele positive Rückmeldungen. Und das, obwohl wir die Seite nicht beworben haben. Wir sind überrascht von der Resonanz und witzeln intern darüber, dass wir wohl mehr Menschen als der neue «Nebelspalter» erreichen.

Stichwort «Nebelspalter»: Eine Investorengruppe hat ihn aufgekauft, den Satire-Anteil in der Online-Ausgabe unter 50 Prozent gedrückt und durch eine politische Linie ersetzt. Was bedeutet das für die Karikaturisten- und Cartoonisten-Szene in der Schweiz?

Es ist ein Verlust. Nun haben wir noch weniger Publikationsmöglichkeiten. Ich kann zwar nicht sagen, dass ich mit der Linie des alten «Nebelspalters» immer einverstanden war, aber immerhin haben sie uns ziemlich frei zeichnen lassen. Sie haben genommen, was ihnen gepasst hat. Nun schwindet die Sichtbarkeit der Cartoonisten in der Schweiz noch mehr.

Markus Somm hat keine Ahnung von Satire, dafür aber einen klaren politischen Auftrag

Tom Künzli (TOMZ), Cartoonist und Karikaturist

Der ehemalige «Nebelspalter»-Chefredaktor Carl Böckli kämpfte seinerzeit gegen Nationalsozialismus, Faschismus und Kommunismus. Nun erhält das Blatt unter Markus Somm eine politische Handschrift, die wohl mehrheitlich auf eine Seite schiessen wird. Verträgt sich Satire mit einer derart klaren Vorgabe?

Nein. Satire sollte gegen alle Seiten schiessen können, unter einer Meinungs-Diktatur wird sie obsolet. Markus Somm hat sich ein Märchen gebastelt: Die Rechte sei in der Schweiz untervertreten und müsse etwas gegen den «linken Mainstream» unternehmen. Dieses Szenario stimmt aber nicht. Die SVP ist die stärkste Partei im Land, der Bundesrat und die Parlamente sind mehrheitlich bürgerlich besetzt. Was der «Nebelspalter» unter Somm nun abliefert, ist schlichtweg Lobbying. Satire muss aber unabhängig sein und den Mächtigen den Spiegel vorhalten.

Gegenüber Radio RaBe sagten Sie, Satire müsse immer gegen oben, aber niemals gegen unten schiessen. Wie passt das zum neuen «Nebelspalter»?

Das ist schwierig zu beurteilten. Schlichtweg deshalb, weil der Satire-Anteil verschwindend klein ist und meistens aus Archiv-Beiträgen oder irgendwelchen hastig zusammengeschusterten Memes besteht. Vielleicht ist Somm intelligent genug, sich die Satire für die kontroversesten Themen aufzusparen.

Sie zeichneten während über einem Jahrzehnt für den «Nebelspalter». Nach der Übernahme durch die «Klarsicht AG» sind Sie gegangen. Warum?

Meine erste Reaktion war: «Bleib dabei. Vielleicht kannst du mit deinen Zeichnungen etwas Gegensteuer geben.» Ich kenne den Journalismus von Markus Somm von seiner Zeit in Basel. Er hat keine Ahnung von Satire, dafür aber einen klaren politischen Auftrag. Seine politische Ausrichtung ist für mich kein Problem, wir leben in einem pluralistischen System. Ich habe nie gesagt, dass ich nicht mehr für den «Nebelspalter» zeichne, weil mir die politische Ausrichtung von Somm ein Dorn im Auge ist.

Ich habe keine Lust, nur noch die Garnituren zu zeichnen und den Investoren bei der Erreichung ihrer politischen Ziele zu helfen

Tom Künzli (TOMZ), Cartoonist und Karikaturist

Sondern?

Es geht um die Investorengruppe, die seit Langem Gefässe sucht, um das eigene Klientel zu bedienen. Dabei haben sie eine klare Erwartungshaltung. Es geht um die Besetzung und Annektierung des Meinungsbildungsprozesses und um die undifferenzierte Äusserung der immer gleichen Meinung. Das stört mich. Ich habe keine Lust, nur noch die Garnituren zu zeichnen und den Investoren bei der Erreichung ihrer politischen Ziele zu helfen.

Also kann der neue «Nebelspalter» unter Somm eine der Kernaufgaben der Satire – das kritische Durchleuchten von herrschenden Machtstrukturen und Anprangern von Missständen – nicht mehr wahrnehmen?

Nein. Somm und die gesamte Investorengruppe vertreten die Mächtigen. Ich hatte die Hoffnung, dass Somm Einsicht zeigt und seine eigene Klientel sowie seine Geldgeber auf die Schippe nimmt. Stattdessen geht es gegen die Migrationspolitik, die EU, gegen die Umwelt und gegen soziale Anliegen. Das libertäre Marktdenken, die Interessen der Investoren-Gruppe, werden untermauert. Dabei müssten sich Somm und die Investoren selber karikieren. Denn sie sind die Mächtigen. Damit haben die Tendenz und die Positionen des neuen «Nebelspalters» keine satirische Legitimierung.

Und sonst? Wie beurteilen Sie den Start des neuen «Nebelspalter»?

Der Neustart hätte viel Potenzial gehabt. Somm hat sich geschickt positioniert und viel Aufmerksamkeit erhalten. Vom Resultat bin ich aber enttäuscht. Ich hätte mehr Mut und Qualität erwartet. Das Gebotene ist inhaltlich seicht und belanglos. Die Frage ist, ob noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist.

Die Tendenz und die Positionen des neuen «Nebelspalters» haben keine satirische Legitimierung

Tom Künzli (TOMZ), Cartoonist und Karikaturist

Wechseln wir das Thema und sprechen über Satire. Wie sind die Rahmenbedingungen in der Schweiz?

Die Rahmenbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Bei den Medien gibt es eine starke Monopolisierung, deshalb haben wir weniger Abnehmer. Dazu kommt, dass sich der Journalismus an der Menge der Klicks im Internet ausrichtet, auch die Digitalisierung und die Gratis-Mentalität sind ein Problem. Satiriker und Journalisten sehen sich denselben Problemen ausgesetzt, das hängt zusammen. Karikaturisten sind auf den Journalismus angewiesen, denn die Betrachterinnen und Betrachter brauchen Vorwissen, um die Zeichnungen zu verstehen. Früher, als es das Internet nicht gab, war klar, wie sich das Zielpublikum zusammensetzt. Heute informiert sich jeder und jede woanders, online hat man keine Kontrolle über sein Zielpublikum. Deshalb muss Satire immer mehr Vorwissen liefern und Dinge erklären. Man muss sich gut überlegen, was man noch bringen darf, es entstehen oft Missverständnisse. Deshalb sind die Bildredaktionen vorsichtiger geworden.

Haben Sie ein Beispiel für so ein Missverständnis?

Als Paradebeispiel mag die «Flüchtlings-Karikatur» im neuen «Nebelspalter» herhalten. Online wurde sie falsch verstanden und löste einen Shitstorm sowie Rassismus-Vorwürfe aus. Vor allem, weil sich die Betrachterinnen und Betrachter am politischen Hintergrund von Markus Somm orientiert hatten. Dabei wurde die Zeichnung aber aus dem Kontext gerissen, der Zeichner wollte den Fokus auf die Touristen und ihre Haltung – und nicht etwa auf Flüchtlinge legen. Als ich die Zeichnung zum ersten Mal sah, war mir aber sofort klar, dass sie Missverständnisse auslösen könnte.

Satirische Zeichnungen sind doch prädestiniert für das Internet, wo mit Bildern Aufmerksamkeit generiert wird.

Das ist so. Allerdings ist Satire wie Musik: Sie ist Geschmacksache, alle finden etwas anderes gut. Ausserdem hat jede Zeichnerin und jeder Zeichner einen eigenen Stil. Die Vielfalt ist gross. Satire war noch nie mehrheitsfähig. Mehrheitsfähiger Humor ist alles andere als lustig, das ist die Krux an der Sache.

Also ist Satire doch nicht mehr zeitgemäss?

Satire ist zeitgemäss, weil sie aktuelle Themen behandelt. Sie gewinnt zudem zusätzlich an Bedeutung, da sich viele Menschen im Internetzeitalter keine Zeit mehr nehmen, ellenlange Texte zu lesen. Wenn wir satirische Zeichnungen ausstellen, erfahre ich das immer wieder: Viele Lehrpersonen erklären, dass sie die Zeichnungen als Einstieg in komplexe Themen nutzen. Satire befruchtet die Diskussionskultur.

Nach den Anschlägen auf «Charlie Hebdo» verspürte die Satire-Szene Rückenwind, erhielt viel Zuspruch und Unterstützung. Ist das alles bereits wieder verpufft?

Die Unterstützung hat zugenommen. Zum Beispiel zieht unsere Ausstellung «Gezeichnet» viel mehr Menschen an als früher, das Publikum wird jünger. Trotzdem ist es schwierig geblieben, Satire zu monetarisieren. Es gibt kaum Menschen, die sich zum Abschluss von Abonnements überzeugen lassen. Es ist die Gratis-Mentalität im Internet, die uns das Genick bricht. Sie ist ein Teufelskreis, der nicht mit der Installation von Paywalls durchbrochen werden kann. Also braucht es wohl Stiftungen, damit neue Kanäle geschaffen werden können. Zudem braucht es das Verständnis des Publikums, für Inhalte zu bezahlen.

Wir brauchen Rückendeckung, damit wir frei zeichnen können. Die Redaktionen müssen umdenken

Tom Künzli (TOMZ), Cartoonist und Karikaturist

«Verschwende niemals eine gute Krise», soll Winston Churchill einst gesagt haben. Kann die aktuelle Gesundheitskrise eine Chance für die Satire sein?

Ja. Im letzten Frühling lancierten wir zum Beispiel die gemeinsame Aktion «Von Corona gezeichnet». Wir haben Cartoonisten dazu aufgerufen, Corona-Bilder zu zeichnen. Die Bilder sind nicht nur traurig, sie gehen auch humoristisch mit der Thematik um. Die Zeichnungen publizierten wir in einem Buch, das rasch ausverkauft war. Wir erhielten viele und positive Reaktionen. Ein weiterer Dienst, der Satire leistet: Sie setzt der Misere etwas entgegen und unterstützt die Menschen in düsteren Zeiten. Zudem setzt sie sich gegen schönfärberische Statements ein. Gute Satire bringt auf den Punkt, was die Mächtigen mit schönen Worten als Gewinn für die Gesellschaft darstellen. Sie sagt ungeschminkt, was ist. Das brauchen die Menschen.

Was wünschen Sie der Satire in der Schweiz?

Ideal wäre ein Kanal mit Breitenwirkung, bei dem unabhängig und frei gearbeitet werden kann. Dadurch könnten wir auch mutigere Zeichnungen veröffentlichen und müssten uns nicht immer fragen, ob unsere Zeichnungen auch mehrheitsfähig sind. Heute darf man zum Beispiel niemandem aus dem Geldgeber-Gremium einer Publikation ans Bein pinkeln. Das führt zur Selbst-Zensur. Wenn es aber nur noch darum geht, schöne Bilder zu malen, dann ist das keine Satire mehr. Zudem führen unlustige Zeichnungen erst recht dazu, dass die wenigen verbleibenden Gefässe gekippt werden.

Gibt es Hoffnung?

In der Schweiz gibt es viele talentierte junge Zeichner. Allerdings ist noch kein gangbarer Weg für die Zukunft in Sicht. Das Potential wäre vorhanden, in erster Linie braucht es aber ein Umdenken in den Redaktionen. Sie müssten uns begleiten und uns als Sparring-Partner unterstützen. Wir brauchen Rückendeckung, damit wir frei zeichnen können. Diese fehlt immer öfter, in den meisten Redaktionen steht nur noch die Rentabilität im Vordergrund.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine.

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8 Meinungen

  • am 18.04.2021 um 11:16 Uhr
    Permalink

    Wäre es aus Kostengründen nicht sinnvoll, den NEBELSPALTER als Beilage in die WELTWOCHE zu integrieren?

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  • am 18.04.2021 um 11:51 Uhr
    Permalink

    Schade, Markus Somm hat den falschen Titel für sein Unterfangen gewählt, man kann nicht zwei Herren dienen, dies ergibt ein lauwarmes Getränk. Satire muss zweiseitig sein, es gibt keine Links- oder Rechtssatire! Die Ereignisse bei der Credit Suisse würden sich für eine Satire bestens eignen, aber da hat Somm Angst davor, seine Leserschaft zu verärgern.
    Schliesslich ist das Unterfangen journalistisch fast hoffnungslos, er wird die NZZ nicht konkurrenzieren können, auch nicht die Weltwoche. Auch die verpönten Neoliberalen sind kostenbewusst. Da reicht gar das günstigste NZZ Abonnement. Und Unterhaltung liefert Blick-Online gratis und franko!

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  • am 18.04.2021 um 12:20 Uhr
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    Ich hätte da eine kontextuelle Idee:
    Zwei Ärzte unterhalten sich; Sagt der eine: «Wir haben ALLE Massnahmen getroffen, um PCR-Tests Aussagekräftig zu machen»
    – «Und wie ging das?»
    – «Ab Körpertemperatur 8 grad waren alle Messergebnisse korrekt».
    Oder:
    «Big Pharma» zu BR Ueli Maurer:
    «Die StV-17 reicht uns noch nicht, wir bezahlen immer noch Sozialabgaben für steuerbegünstigte Forschung».
    Ueli Maurer: «Würden Teilzeitverträge und auf die Mitarbeiter abgewälzte Mietverträge helfen?»

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  • am 18.04.2021 um 21:07 Uhr
    Permalink

    Es ist eine Verklärung der Geschichte, wenn den Satirikern eine politische Neutralität zugestanden wird.
    Das Problem ist eher, dass es heute hauptsächlich nur noch Mainstream Medien gibt. Das entzieht den den Satirikern die sich nicht im Mainstream bewegen den Boden. Das hat nicht mit den Medien zu tun, sondern mit der Gesellschaft die sich nicht mehr aktiv um das kümmert was so in der Welt vorsichtig geht.

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  • am 19.04.2021 um 05:45 Uhr
    Permalink

    «Satire muss aber unabhängig sein und den Mächtigen den Spiegel vorhalten.» Zum Beispiel SRF: Seit Jahren betreibt sie in Satire-Sendungen einseitiges SVP-Bashing. SVP sei als grösste Partei mächtig? Die SVP ist immer nur als absolute Minderheit in den Exekutiven vertreten und verliert viele Abstimmungen gegen den Rest der Parteien. Hören Sie auf mit diesem Gejammer!

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  • am 19.04.2021 um 07:59 Uhr
    Permalink

    @ Christoph Speiser: Früher hatte aber auch jedes «Mainstream Blatt» seine eigenen Karikateure, meistens, um die unsinnigen Vorschläge im Parlament der Öffentlichkeit vor Augen zu führen.

    Das verschwinden von Intelligentem Humor geht (meines erachtens) einher mit dem Einheitsbrei, der uns von AFP und AP vorgesetzt wird. Garniert mit lustigen Clips aus dem Internet, die für Verlagshäuser praktisch kostenlos von Google bezogen werden können. Und die Werbung macht den Click darauf profitabel. Click= Absatzzahl? LOL.

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  • am 20.04.2021 um 12:38 Uhr
    Permalink

    Den Nebelspalter kannte ich schon als Kind aus den Arztpraxen. Ich konnte noch nicht lesen, aber die Bildli habe ich natürlich angeguckt. Wohl ohne sie gross zu verstehen.

    Ein- oder zweimal jährlich flattert eine Gratisausgabe des gedruckten Nebis ins Haus. Seit bald drei Jahrzehnten gebe ich dem Blättle dann jeweils eine Chance und schaue es kritisch an: Es wäre ja immerhin möglich, dass ich mich für ein Abo weichklopfen lassen könnte…

    Würde ich die Inhalte durchkämmen und befreien von sabbernden, triefenden und untergürtellinig verlaufenden Beiträgen, käme maximal ein 8-Seiter heraus.

    Daraus folgere ich, dass sich intelligente Satire weitgehend totgelaufen hat. Kunst ist für einige die mit Esprit geführte Spitze Feder, für andere ein Eimer Küchenabfälle, schwungvoll an die Wand geklatscht. Fast jede Form von Kunst hat seine Berechtigung. Will man das satirefähige Publikum abholen, braucht es etwas mehr als das PinUp-Girl auf Seite drei.

    Auf einen ultrakurzen plakativen Nenner gebracht: Nico hat bis heute eine spürbare Lücke hinterlassen.

    Ich wünsche den Machern von Wer-braucht-schon-Satire Vorsprung und Erfolg, und ich schaue sicher immer wieder mal dort rein.

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