Manuel Grahmann. zvg

Manuel Grahmann, Allgemeinarzt in Luzern, stellt kritische Fragen zur Corona-Epidemie © zvg

Warum ein Luzerner Arzt von der Corona-Politik enttäuscht ist

Red. /  «Die Kollateralschäden der politischen Massnahmen aufgrund der Corona-Krise sind massiv – ich werde jeden Tag damit konfrontiert.»

upg. «Medinside», eine Online-Plattform für die Gesundheitsbranche, porträtierte drei Ärzte, deren Ansichten zu Corona von der gängigen standespolitischen Meinung abweichen. Auch diese Stimmen gehören in die öffentliche Diskussion. Deshalb übernimmt Infosperber hier eines der Portraits mit Bewilligung von Medinside.


«Wer übernimmt die Verantwortung?»

Bereits zu Beginn der Pandemie, im März 2020, schrieb Manuel Grahmann auf Facebook: «Die Wirtschaftskrise, die aus dieser ‹Corona-Situation› resultiert, wird unglaublich viele Einzelschicksale nach sich ziehen, an deren Ende es deutlich mehr ‹Verluste› geben wird. Wer übernimmt hierfür die Verantwortung?» Der ganze Post zählt rund 4600 Zeichen. Es sind die Worte eines besorgten Allgemeinmediziners aus Luzern, in dem sich seit Ausbruch von Covid-19 vor allem ein Gefühl breitmacht: Enttäuschung.

Er sei enttäuscht – von den Medien, von der Politik und ein Stück weit auch von der Gesellschaft, die sich in zwei Lager spalten lasse, welche sich gegenseitig attackierten, sagt der 50-jährige Arzt. Am Anfang der Pandemie sei sein Aktivismus grösser gewesen, erzählt er. So hat er sich etwa zusammen mit Andreas Heisler und drei anderen Hausärzten aus der Zentralschweiz in einem offenen Brief vom 8. April 2020 an Bundesrat Alain Berset gerichtet. Gemäss Grahmann wurde das Schreiben nie beantwortet. Auch darüber ist er enttäuscht. 

Grahmann, der aus Hannover kommt und spanische Wurzeln hat, studierte und promovierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Köln. Der qualifizierte Rettungsmediziner hat den Facharzttitel für Allgemeinmedizin der Ärztekammer Hamburg und den Fähigkeitsausweis Sportmedizin sowie den Fähigkeitsausweis Manuelle Medizin. Grahmann ist Mitgründer der Medicum Wesemlin AG, die ein Zentrum für ambulante Medizin betreibt; dort arbeitet er als Leitender Arzt mit Hausärzten, Kinderärzten sowie Spezialisten zusammen. Das Ärztezentrum befindet sich im historischen Umfeld des Kapuzinerklosters auf dem Wesemlin-Hügel in Luzern. 

«Die IPS war alles andere als überlastet» 

«Die Kollateralschäden der politischen Massnahmen aufgrund der Corona-Krise sind massiv – ich werde jeden Tag damit konfrontiert.» Der Arzt erzählt vom verzweifelten Gastronomen, der nicht mehr ein und aus weiss. Von der Mutter, die sich um die Entwicklung ihres Kindes Sorgen macht. Vom jungen Mann, der sich nur aus Angst impfen lässt, da er befürchtet, sonst gewisse Dinge nicht mehr tun zu können. Ängste und Panikstörungen seien ein grosses Thema, sagt der Allgemeinmediziner. Die Kinder- und Jugendpsychiatrien seien überfüllt, davon habe er sich selbst ein Bild gemacht. 

Auch von der Intensivstation des Luzerner Kantonsspitals (Luks) hat sich Grahmann einen Überblick verschafft: «Die IPS war alles andere als überlastet», sagt der Hausarzt, der im Luks Notfalldienste macht.1 Vor 20 Jahren, als er noch als Assistenzarzt auf der Intensivstation im Kantonsspital Baden gearbeitet habe, sei er von seinem Chefarzt auf Patientensuche losgeschickt worden, wenn die Abteilung nicht zu 100 Prozent ausgelastet gewesen sei – «heutzutage ist eine 90-prozentige IPS-Auslastung auf einmal ein Problem». 

Grahmann berichtet von 100-jährigen Patienten in Altersheimen mit Sars-CoV-2-Infektionen, die laut ihm überlebt haben. Von rund 500 positiv getesteten Patienten des Medicum Wesemlin hätten lediglich drei schwere Verläufe mit Intensivpflicht gehabt, direkt an Corona verstorben sei keiner. Der Arzt fragt: «Weshalb darf man mit 85 Jahren eigentlich nicht an Corona sterben – aber an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder an Lungenkrebs schon?» In vielen europäischen Ländern liege die durchschnittliche Lebenserwartung unter dem Durchschnittsalter der an oder mit Corona Verstorbenen, solche einsehbaren Fakten liessen sich nicht leugnen. Ebenfalls nicht abstreiten könne man, dass der PCR-Test für die Diagnostik einer Corona-Infektion gänzlich ungeeignet sei, was die Weltgesundheitsorganisation schon seit langem bekannt gegeben habe. «Ein so sensibler Test, der die Fragmente eines Virus nachweist und von dem der Inzidenzwert massgeblich abhängt, ist für mich ein Skandal.» 

Politik und Medien kommen nicht gut weg 

Grahmann sieht sich als Corona-Relativierer und Massnahmenkritiker – Verschwörungstheorien lehne er entschieden ab. «Die Gefährlichkeit von Sars-CoV-2 bestreite ich nicht, hinter dem unnötigen Alarmismus der Experten kann ich hingegen nicht stehen.» Denn dieser sei unverantwortlich und vor allem unverhältnismässig. «Wir Ärzte haben ein Berufsethos und den hippokratischen Eid; wir haben geschworen, dass wir alles zum Wohle der Menschen tun werden. All jene, die Alarmismus, Angst- und Panikmache betreiben, verstossen gegen diesen Eid.» 

Der 50-Jährige übt viel Kritik an der Corona-Politik. Natürlich gebe es immer aus vielerlei Blickwinkeln mehrere Wahrheiten, aber man müsse sich dieser Blickwinkel eben auch bedienen. «Das ist praktisch weltweit unterlassen worden – die Politik hat grösstenteils versagt.» Grahmann macht auf die Forderungen der Schweizerischen Vereinigung «Aletheia – Medizin und Wissenschaft für Verhältnismässigkeit», zu deren Unterstützern er gehört, aufmerksam. Diese fordere eine ausgewogenere Expertenkommission und eine Untersuchung, wie die Politik zu solchen Ergebnissen und letztendlich zu den Massnahmen gekommen sei.

Es ärgert Grahmann, «dass die praktisch tätigen Ärzte aussen vor gelassen, die Virologen sowie Epidemiologen in der Taskforce aber in den Vordergrund gestellt werden». Diese Experten seien nie klinisch tätig gewesen. Als Arzt habe er 20 Influenza-Pandemien mitgemacht; das seien Erfahrungswerte, die den Virologen, Epidemiologen und Politikern fehlten – «meine Expertise ist die Empirie». 

Grahmann kritisiert ausserdem die Medien, die in seinen Augen viel Macht besitzen: «Die Pandemie empfinde ich als mediendynamisierten Prozess, der die Politik vor sich hertreibt.» Noch nie zuvor habe er auf den Titelseiten der Zeitungen Bilder von einzelnen Menschen auf Intensivstationen, mit Beatmungsschläuchen im Mund, gesehen. «Und dann gab es da noch diese Fotos von den Kühlwagen in New York … Stellen Sie sich mal vor: Was denkt wohl ein Kind, das am Kiosk vorbeigeht und diese Bilder sieht? Ich frage mich schon: ‹Wo bleibt das Verantwortungsbewusstsein der Medien gegenüber der Gesellschaft? Wie können Journalisten solche Bilder und auch die alarmierenden Berichte verantworten, die so viel Schaden anrichten?›» Grahmann wird emotional: «Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht hineinsteigere.» Und wieder fällt das Wort «enttäuscht».

Als Mediziner könne er über den Tellerrand hinausschauen 

Im Vorfeld dieses Gesprächs schrieb Grahmann in einer E-Mail: «Es geht mir darum, dass ich in keinem Fall auf Effekthascherei aus bin, und ich mich mit den ‹Star-Experten› medial gleichschalten möchte.» Ihm gehe es um seine Meinung und seine Erfahrung als Arzt, der seit über 20 Jahren praktisch tätig sei. Während des Gesprächs dann sagt er, diesem Interview habe er ausschliesslich zugesagt, weil er seine Enttäuschung aufarbeiten wolle. Auch seine Posts auf Facebook schreibe er primär aus demselben Grund – «meine Reichweite ist ja nicht gross». Grahmann macht auf der Plattform auch regelmässig auf Artikel und Videos zum Thema Coronavirus aufmerksam oder kommentiert diese. Die Bandbreite seiner Medienverweise ist gross: Da sind etwa Beiträge der NZZ, des Spiegels, diverser Regionalzeitungen, des Journalisten Boris Reitschuster, des ZDF oder des Senders RT dabei. Es sind vorwiegend Artikel und Videos, in denen die Corona-Politik infrage gestellt und kritisiert wird. 

Er glaube nicht, dass er sich mit seinen Ansichten in eine Filterblase begebe und dadurch den Blick nach aussen verliere. Denn als Mediziner, der schon zahlreiche Corona-Erkrankte gesehen und betreut habe, könne er über den Tellerrand hinausschauen und Fakten gut trennen sowie filtern – «Politiker und Journalisten haben damit mehr Mühe». Als Mediziner wisse er auch, dass es für jede Studie eine Gegenstudie gebe. 

Seine Patienten versucht er, «nicht zu beeinflussen, sondern aufzuklären, mit Argumenten, was das Virus, die Erkrankung und die Covid-19-Impfung angeht». Eigentlich sei er ein Impfbefürworter, sagt Grahmann; was die Covid-19-Impfung betrifft, sei er hingegen etwas skeptisch. Grahmann erinnert sich an die Schweinegrippe vor zwölf Jahren: «Damals mussten viele Impfdosen vernichtet werden – davon spricht heute fast niemand mehr.» Im nordrhein-westfälischen Pulheim, wo er alle zwei Wochen hinfahre – Grahmann führt dort seit 2003 zusätzlich eine Praxis –, habe er immer noch mit zwei Patienten Kontakt, die nach der Schweinegrippe-Impfung an Narkolepsie erkrankt seien.

«Wir sind eine Herde» 

Wie wird sich die Pandemie noch entwickeln? «Das Coronavirus wird sich bald biologisch relativieren – nicht wegen der Impfung, sondern wegen der normalen Biologie des Virus», davon ist Grahmann überzeugt. Sars-CoV-2 werde immer unter uns bleiben, also endemisch werden, aber keine grosse epidemiologische Rolle mehr spielen. «Genauso wie viele andere Coronaviren, die wir in uns tragen und die seit Jahrzehnten bekannt sind.» Dennoch mache er sich Sorgen. Er habe Angst, dass man sich nicht mehr die Hände gibt, nicht mehr umarmt: «Abstand halten, Isolation, Alleinsein – das ist nicht die Biologie des Menschen. Wir sind für die Gemeinschaft geschaffen, wir sind eine Herde.»

Der eingangs erwähnten Post auf Facebook, den Grahmann im März 2020 veröffentlichte, endet mit den Worten: «So schliesse ich mit einem Verweis auf die Bibel, in der Hiob, trotz immer wiederkehrender böser Nachrichten Gottvertrauen gezeigt hat und am Ende belohnt wurde!»


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Der portraitierte Arzt ist Allgemeinmediziner in Luzern.

Weiterführende Informationen

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1Stellungnahme des Luzerner Kantonsspitals vom 18. Mai 2021:
Das Luzerner Kantonsspital (Luks) legt Wert auf folgende Feststellungen: Dr. med. Manuel Grahmann leistet als Hausarzt in der «24notfallpraxis» des Luks seinen gesetzlich vorgeschriebenen Notfalldienst. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist er weder auf unseren Covid-19-Stationen noch auf der Intensivstation tätig. Unser Gesundheitspersonal auf den Covid-19-Abteilungen ist aufgrund der pandemiebedingten Zusatzbelastung seit längerer Zeit stark gefordert und arbeitete im Verlauf der Pandemie während mehreren Wochen an den Belastungsgrenzen.

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

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18 Meinungen

  • am 25.05.2021 um 13:47 Uhr
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    Danke für diesen Beitrag. Ich finde es ganz wichtig, dass auch unabhängige Fachleute aus dem Gesundheitswesen zu Worte kommen und dass ihre Meinung zur Kenntnis genommen wird. Die «Experten» der Politik sind ja in der Regel vom Geldbeutel von Behörden und Politik abhängig und verdrehen die Fakten so wie des den Mächtigen gefällt. Die Zeitung «Die Welt» hat dazu einen sehr guten Beitrag gebracht. Auch die «Systemmedien» hinterlassen in der Coronakrise einen ganz schlechten Eindruck. Aber wie sagt man so schön: «Früher zeigten die Medien auf, was die Reichen und Mächtigen vor uns verbergen wollten, heute gehören die Medien den Reichen und Mächtigen.»

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  • am 25.05.2021 um 14:48 Uhr
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    Dr. Grahmann fragt sich, Zitat: «Ich frage mich schon: ‹Wo bleibt das Verantwortungsbewusstsein der Medien gegenüber der Gesellschaft? Wie können Journalisten solche Bilder und auch die alarmierenden Berichte verantworten, die so viel Schaden anrichten?» Zitat Ende. Meine Antwort: Die Medien sind mit neu 480 Mio. Fränkli vom Staat korrumpiert. Staatskorruption vor laufender Kamera, ist das. Keiner will es sehen. Die Medien haben als 4. Gewalt schon längst ausgedient. Der Bogen wurde überspannt. Dass die meisten Medien hinter dem Covid 19 Gesetz stehen, hat damit zu tun, dass durch dieses Gesetz 120 Mio. der obigen 480 Mio. zu den Medien fliessen. Damit wird die Einheit der Materie verletzt und die Korruption sichtbar. Der Souverän muss Verantwortung übernehmen und dieses Gesetz versenken. Das Parlament, der BR und die Gesetzesmaschinerie versagen mit zunehmendem Tempo. Der Umbau der Gesellschaft ist in voller fahrt, aber nicht dorthin wie von Helmut Hubacher einst beschworen. Seine erfolgreichen Nachfolger tragen eine schwere Verantwortung. Mitverantwortlich sind sind all jene Bundespolitiker, die sich auf Schweinedeals mit dem politischen Gegner einlassen. Covid 19, Presse, EU, Klimahysterie, usw. lassen grüssen.

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    • am 25.05.2021 um 14:57 Uhr
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      Die indirekten Subventionen an Medien führen nicht zu deren Abhängigkeit vom Staat. Fast täglich fahren Medien Behörden und Parlamentarier an den Karren, wie es in Ägypten, Saudi-Arabien, China oder Russland nicht möglich wäre. Bei uns gibt es keine Gegendarstellungen und keine juristischen Anträge für superprovisorische Veröffentlichungsverbote. Noch nie hat der Staat bei uns Medien mit Sanktionen bestraft, weil sie kritisierten. Hingegen stehen alle diese Mittel zur Einschüchterung von Medien den Wirtschaftsverbänden, Wirtschaftslobbys und den Konzernen zur Verfügung, welche diese Druckmittel auch rege nutzen. Es gilt also, die Proportionen zu wahren.

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  • am 25.05.2021 um 16:28 Uhr
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    Viel ist dem nicht mehr zuzufügen, ausser : DANKE!
    Leider geht es mir bezüglich Aktivismus ähnlich wie Herrn Grahmann, ich sehe zu viele Lemminge, die sich impfen lassen, weil dies angeblich der einfachere Weg ist.
    Solange es Erwachsene mündige Personen sind, ist mir dies eigentlich völlig egal, aber bei Kindern hört der Spass auf!
    Nur soviel, VOR Corona, war ich kein Impfkritiker.

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  • am 25.05.2021 um 17:45 Uhr
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    Wer ist verantwortlich dafür, dass diese Risiken mit einigen Vakzinen eingegangen werden, mit Vakzinen welche Autoantikörper hervor bringen können (Quellen: aerztezeitung.de Nature, dockcheck.com, Luc Montagnier, usw.) nur begrenzt wirksam sind und womöglich nachgeimpft werden müssen mit denselben wiederholten Risiken? Warum setzt man nicht auf alle Möglichkeiten, auf Tot-Impfstoffe, Virostatika, Prophylaktika, usw.? Die Fakten sind bekannt, es gibt eine ganze Palette von Möglichkeiten welche unausgeschöpft sind und nicht zugelassen werden. Diese Fakten werden aber nur mit Vorsicht publiziert von einigen wenigen und jedes Wort wird vorher auf die Goldwaage gelegt. Wer regiert hier und bestimmt, wer welches Vakzin nehmen muss, wer Schweigen muss obwohl er es unter Umständen besser weiss. Man kann die Angst zwischen den Zeilen lesen, es wird nicht fachlich diskutiert, es wird regiert. Schon rein aus ethischen Gründen sollten alle Möglichkeiten welche in anderen Nationen eine Zulassung haben, auch bei uns automatisch eine zumindest provisorische Zulassung und Verfügbarkeit erhalten, damit die Menschen zusammen mit ihren Hausärzten welche Fronterfahrung haben, für jede Person die beste Lösung finden können. Dies würde zudem die Impfbereitschaft und die Impfgeschwindigkeit drastisch erhöhen und neues Vertrauen schaffen. Nur eine relevante Mutation an den Spikes, würden die mRna und Vektor-Vakzine welche nur auf die Spikes abzielen, nutzlos machen.

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  • am 25.05.2021 um 17:53 Uhr
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    Sehr interessante Meinungsäusserung eines Praktikers. vor allem finde ich seine Forderung mehr als berechtfertigt, dass das Expertengremium, welches den Bundesrat berät, ausgewogener zusammengesetzt sein sollte. Herr Grahmann sagt es sehr vorsichtig; ich äussere mich da schon etwas unverblühmter: Ich finde es hahnebüchen, dass der Bundesrat nicht selber realisiert hat, dass die Hälfte dieser sehr gelehrten Theoretiker ohne praktische Erfahrung unverzüglich in diesem Gremium ausgewechselt und durch praktisch tätige Allgemeinmediziner ersetzt werden müsste, resp. eben von Anfang an hätte… werden müssen. Ich begreife auch nicht, dass- meines Wissens – keine parlamentarische Gruppe den Bundesrat zu diesem Schritt aufgefordert hat. Wozu sind denn diese Volksverteter gewählt worden? Doch dass sie nötigenfalls korrigierend eingreifen müssen. Dafür plapperten sie stundenlang im Kreis, dass sie mehr hätten mitreden dürfen: gekränkte Eitelkeit statt not-wendiger Einsatz.
    Sehr geehrter Herr Grahmann, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen von ihm, bleiben Sie optimistisch und haken Sie in der Politik ein, denn Sie haben sehr viel zu sagen, da Sie auch an der Front die Verantwortung tragen! Ich rufe allen im Gesundheitswesen Tätigen zu: Vielen Dank für Ihre grossartige Leistung!

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  • am 25.05.2021 um 21:47 Uhr
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    Das Problem bei Grahmann und vielen weiteren Coronskeptikern und -kritikern: Sie stellen eben nicht nur kritische Fragen – was nötig und wichtig ist, sondern beantworten die Fragen gleich selbst. Und stellen sich mit Aussagen ins Abseits wie: «Das Coronavirus wird sich bald biologisch reaktivieren.» Wieso sollte dies ein Allgemeinmediziner besser wissen als zahlreiche Virologen? Zur gleichen Kategorie gehört die wieder und wieder verbreitete Behauptung, «dass der PCR-Test für die Diagnostik einer Corona-Infektion gänzlich ungeeignet sei.» Eine solche Aussage ist Unsinn, vor allem mit dem Zusatz, dass dies die WHO gesagt habe. Sie hat nur zur sorgfältigen Handhabe und Auswertung aufgerufen.

    Auf die gleiche Art und Weise stellt sich die erwähnte Vereinigung Aletheia ins Abseits. Ihre Informationsbroschüre vom 19. Mai wird unüblicherweise als «fundiert» gepriesen, es werden aber überwiegend Studien aufgeführt, die Aletheias Sicht der Dinge stützen. Weiter wird dort eine Verschwörung- man muss es so nennen – insinuiert, was Grahmanns deutliche Ablehnung von Verschwörungstheorien relativiert.

    Andreas Deisler, Mitverfasser des offenen Briefes, stellte Maskenattests aus der Ferne aus. Damit ging er das Risiko ein, dass Menschen das Virus weiterverbreiten, die keine medizinischen Gründe für ein Maskenattest haben. Entspricht dies einem ärztlichen Berufsethos und dem Handeln zum Wohle der Menschen, wie dies Grahmann und Aletheia so pathetisch formulieren?

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  • am 25.05.2021 um 22:06 Uhr
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    Vielleicht stehe ich allein mit meiner Meinung, doch ich habe die Nase voll von der unaufhörlichen Kritik von allen Seiten an alle Massnahmen. Nirgends steht, was die Kritiker denn anders, geschweige denn besser gemacht hätten. Ausserdem halten sie die Mehrzahl von uns für so dumm, dass wir nicht selbst entscheiden können, was wir akzeptieren und was nicht.

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  • am 25.05.2021 um 23:26 Uhr
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    Zu diesem Beitrag kommt mir nur in den Sinn, dass wir eine Wohlstandsgesellschaft sind. Auch meine 95-jährige Grossmutter hat Corona überstanden. Dennoch sind mir die Bilder vom letzten Frühling aus Norditalien in Erinnerung geblieben, wo das Militär die Leichen einsammeln musste. Dennoch bin ich mir bewusst, was gerade in Indien abgeht. Dennoch empfinde ich es als massive Ungerechtigkeit, dass der Impfstoff noch lange nicht in den ärmeren Ländern Afrikas ankommen wird, während hier bei uns allzu viele Leute ein Gejammer loslassen, wenn sie nur schon ein paar Monate nicht in ein Café hocken können.

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  • am 26.05.2021 um 07:57 Uhr
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    Die Covid19-Taskforce, die sich selber installiert (angedient) hat, obwohl bereits eine Pandemie-Kommission bestanden hatte, hätte schon allergrösste Skepsis hervorrufen müssen. Aber das wurde ja lange unter dem Deckel gehalten. Wir können nur spekulieren, dass die Lobbyarbeit eben gleichzeitig viel Gelder an sehr viele kleine Entscheidungsträger hat fliessen lassen und Gewinne versprochen hat für jene, die sich auf die Lobby-Seite stellen mochten. Es wäre wohl eine Erhebung wert, wie genau dies angelegt wurde, wer es bezahlte und was wir deshalb jetzt oder später gedenken mit dem Rückfluss dieser Gelder für die Kollateral-Schäden einsetzen wollen. Eine 100%Strafsteuer könnte ich mir vorstellen. Aber das geht natürlich nicht, obwohl damit wieder ein bisschen Gerechtigkeit entstünde.

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  • am 26.05.2021 um 09:40 Uhr
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    Das ganze Für und Wider der Ursachen, Wirkungen, Massnahmen und weitergehenden Pläne interessieren mich nicht mehr. Ich habe mich so gut wie irgend möglich informiert – innerhalb und ausserhalb der Mainstreams. Dann habe ich entschieden und gut ist. Neben all den physischen Wirkungen und Nebenwirkungen, die individuell sehr unterschiedlich ausfallen können, achte ich auf das, was mir das Wichtigste zu sein scheint: Ich will mir meine gesunde Psyche erhalten. Das erste Mittel meiner Wahl ist: Ich mache nicht mit bei der Spaltung der Gesellschaft. Ich frage nicht nach dem Impfstatus und respektiere die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen, wie ich es auch bei Fragen der Politik, Religion oder sexuellen Orientierung tue. Und nein, dies schliesst eine Teilnahme am Diskurs nicht aus.

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  • am 27.05.2021 um 01:49 Uhr
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    Herr Grahmann scheint unabhängig zu sein, im Gegensatz zu den meisten leitenden Ärzten, die sich dem Service-Club Zwang unterwerfen und kuschen.

    Was geschieht in Indien? Alle grossen Bundesstaaten setzten voll auf Ivermectin. Die Kontrollgruppe ist Tamil Nadu. Was berichtet unsere Presse/Bundesrat dazu? Die Fälle in Indien gehen so schnell Berg ab, wie sie Berg auf gingen. (https://www.mygov.in/covid-19) Ausser in ?
    90% der PCR positiven könnte man mit zwei Tagesdosen Ivermectin nach Hause schicken, danach könnten sie wieder arbeiten. Hat eine Israelische Studie gezeigt. Was sagt der Bundesrat – die Presse? Wir wollen Impfstoff verkaufen.
    Wollten nicht auch andere andauernd «dreckigen» Stoff verticken? >30% Müll RNA in Pfizer, offenbar Eiweissrückstände in Astra Zeneca. Lebende Viren in Sputnik etc..
    Was behauptet die Presse/Bundesrat zur Wirksamkeit der Impfstoffe? Siehe : https://doi.org/10.1016/j.cell.2021.03.013. RNA Impfstoffe sind kaum wirksam gegen 3 Mutationen (RSA/BR,J)
    Der Bundesrat/die Presse tritt auf wie billige Verkäufer, die wissen, dass die Kunden Lügen erst merken wenn sie längst bezahlt haben. Aber mit was?
    Wir erleben (ganzer Westen) soeben eine erste Phase von Staatsterrorismus, der von der Führungsetage der Clubs gesteuert wird, die auch die Tagespresse Presse zu >99% kontrollieren. Seit dem R.De Weck (Mitglied FM) SRF stranguliert hat, ist auch das Fernsehen nur noch ein Mitläufer. Wenigsten lesen hier ab und zu ein paar Leute die Quellen suchen.

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  • am 27.05.2021 um 05:12 Uhr
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    Herr Neuenschwander, aus Ihrem Text ist deutlich zu erkennen, dass Ihre Informationen nur aus den Mainstream-Medien genährt sind. Ihre Meinung kann ich Ihnen nicht nehmen, nur wäre breitere Info im voraus hilfreich. Was wissen Sie über Virologen rsp kritische Ärzte vertieft? Ich achte einen Käser auch als Berufsmann, aber dass Sie andere Fachleute besser beurteilen können, als dies Leute können, die viel in Recherche und Vergleiche investiert haben, glaube ich kaum.
    Und Herr Mortier, was die Kritiker der Massnahmen anders gemacht haben und noch weiterhin tun werden, können Sie erst finden, wenn Sie eben in Alternativ-Medien länger nachlesen, weil im Mainstream steht es tatsächlich nicht, weil solche Texte dort zensuriert werden. Ich selber habe aufklärende Texte versucht in NZZ und Tagi reinzubringen – nie erschienen. Cool nicht wahr?

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  • am 27.05.2021 um 14:59 Uhr
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    Anmerkung zur Unabhängigkeit der Medien: Ich glaube nicht, dass sich diese wegen der Subventionen selbst der Zensur unterwerfen. Die Liebe der meisten Medien zu den Panikszenarien hat meines Erachtens mehr damit zu tun, dass Tod, Verderben und Schockszenarien die besseren Verkaufsargumente sind als eine nüchterne, eventuell sogar etwas komplizierte Analyse der Lage.
    Und nachdem man die Anderen einmal als Covidioten beschimpft hatte, gab es sowieso kein Zurück mehr.

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  • am 27.05.2021 um 19:50 Uhr
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    @Herr Schenkel: Schade, dass Sie nicht Inhaltlich auf meinen Beitrag eingegangen sind.

    Welche Leute meinen, die viel in Recherche und Vergleiche investiert haben?

    Dass NZZ und Tagi ihre Texte nicht genommen haben, heisst noch nicht, dass NZZ und Tagi «zensurieren» – wie sie es nehmen. Nach diesem Verständnis von Zensur könnte man auch Aletheia vorwerfen, dass sie in ihrer Informationsbroschüre Studien «zensuriert», da Studien nicht erwähnt, die ihrer Sicht der Dinge widersprechen.

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  • am 29.05.2021 um 16:42 Uhr
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    Die Tendenz im Moment ist klar. Aufgrund der horrenden Kosten der Massnahmen, müssen die dafür Verantwortlichen den eingeschlagenen Weg legitimieren:

    Z.B. mit dem täglichen, angstmachenden kommunizieren der sog. Corona-Todesfälle (aktuell haben wir eine historisch tiefe Sterblichkeit) mit dem Propagieren von Impfungen als «die Corona-Lösung» und u.a. dem Festhalten an einem teilweise eher fragwürdigen Maskenzwang.

    Anm. Wir hatten im 2020 eine erhöhte Sterblichkeit bei den Menschen 65+. Diese war aber ganz weit weg von «historisch». Dazu liefert das BfS Daten zu Todefällen und Bevölkerungsentwicklung ab 1971.

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