Corona Schnelltests.Westfalica

Ein negativer Corona-Schnelltest berechtigt zu einem zwei Tage gültigen Zertifikat. © Westfalica

Schnegg zitiert untaugliche Studie gegen Schnelltests

Urs P. Gasche /  SVP-Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg behauptet, die Roche-Nasal-Rachentests würden jeden dritten Ansteckenden übersehen.

Seit vielen Wochen gehören vom Pharmakonzern Roche entwickelte Schnelltests mit einem tiefen Nasenabstrich zum Standard (Nasen-Rachen-Schnelltests). Der Bund hat Apotheken sogar mit 47 Franken pro Gratis-Test entschädigt. Erst seit kurzem sind die Schnelltests kostenpflichtig und werden von Drittanbietern bereits ab 11 Franken angeboten. Allerdings nutzen Billiganbieter die einfacheren Nasal-Tests, bei denen der Nasenabstrich weniger tief geht. Doch auch diese Tests hat das Bundesamt für Gesundheit zum Erlangen von Zertifikaten schon seit Monaten zugelassen und sie wurden bisher nicht beanstandet. Unter Beschuss kommen sie erst jetzt wegen der Billiganbieter.

Billiganbieter MedicaCare wirbt für den Nasal-Test: «Kein Nasen-Rachenabstrich! Dadurch ist der Test für die Testperson viel angenehmer.» Es gibt jedoch auch günstige Anbieter, bei denen man das Zertifikat mit einem Nasen-Rachen-Schnelltest für 20 Franken erhalten kann.

Erst jetzt wird argumentiert, Nasal-Schnelltests seien weniger zuverlässig als Nasal-Rachen-Schnelltests. Das ist möglich, doch ein wissenschaftlicher Nachweis wird nicht offengelegt. Auch würden Nasal-Tests oft nicht fachgerecht durchgeführt. Ein Vorbehalt, der auch für die Nasen-Rachen-Schnelltests und die diffizileren PCR-Tests gemacht werden kann. Die Gesundheitsdirektion veröffentlichte keinen belastbaren Beleg, dass Schnelltests unzuverlässiger durchgeführt werden als die anderen Tests. Eine Aufsicht mit Stichprobenkontrollen sollte das fachgerechte Durchführen der Schnelltests gewährleisten können.

211011 Bund.Schnelltests

Und erst jetzt holen die Berner Gesundheitsbehörden das Argument aus der Mottenkiste, auch die Nasen-Rachen-Schnelltests seien nicht zuverlässig. SVP-Regierungsrat Schnegg stellt laut «Der Bund» bereits zur Diskussion, Zertifikate nur noch für zweifach Geimpfte oder Genesene, die wenigstens eine Impfung erhalten haben, auszustellen. «Wir können nicht die Freiheit einer Mehrheit aufs Spiel setzen, um die Freiheit ener Minderheit zu schützen.»
Warum die geimpfte Mehrheit Angst haben soll vor Ungeimpften, erläuterte Schneggs Gesundheitsdepartement nicht. (Siehe Infosperber vom 26. Juli 2021: «Corona: Die Angst vor Ungeimpften ist unbegründet».)

Pierre Alain Schnegg: Aus zwei Gründen nicht zuverlässig

Selbst bei optimaler Durchführung würden Nasen-Rachen-Schnelltests nur zwei von drei Ansteckungen erkennen, erklärte die Berner Gesundheitsdirektion. Eine wissenschaftliche Studie am Inselspital Bern habe ergeben, dass Nasen-Rachen-Schnelltests selbst bei optimaler Durchführung nur zwei von drei Ansteckungen erkennen. Bei Personen ohne Symptome würde sogar jeder zweite Infizierte übersehen.

Doch diese Studie ist alter Kaffee: Sie wurde bereits am 6. Juli veröffentlicht. Bis zum 10. Oktober hat die Gesundheitsdirektion nicht darauf reagiert. Das war auch richtig: Denn diese Studie hat gar nicht untersucht, wie viele Ansteckende diese Schnelltests im Vergleich zu PCR-Tests übersehen. Sie hat nur untersucht, wie viele mit PCR-Tests positiv Getestete diese Schnelltests übersehen. Längst nicht alle mit PCR-Tests positiv Getesteten sind ansteckend.
Von den Ansteckenden aber entdecken die Roche-Schnelltests etwa gleich viele wie die PCR-Tests. Infosperber informierte darüber unter anderem am 27. April 2021: «Irreführende Zahlen zu Corona-Schnelltests». Damals verbreiteten über dreissig Zeitungen der beiden Verlagskonzerne Tamedia und CH-Media irreführend, der Roche-Nasen-Rachen-Schnelltest habe eine Treffsicherheit von sogar weniger als 33 Prozent.

Es geht nur um die Ansteckenden

Die Zertifikate, die aufgrund von negativen Schnelltests ausgestellt werden, sollen einen einzigen Zweck erfüllen: Dass sich keine Ungeimpften, die ansteckend sind, unter die Leute mischen. Deshalb geht es bei den Schnelltests einzig darum, die Ansteckenden mit grosser Treffsicherheit zu identifizieren. Es geht nicht darum, möglichst alle Infizierten zu finden. Denn infiziert (= positiv getestet) ist nicht das Gleiche wie infektiös (= ansteckend). Ansteckend ist man mit einer grösseren Virenlast höchstens zehn Tage lang.

Dass es bei den Schnelltests nur um das Finden von Ansteckenden geht, ist auch daraus ersichtlich, dass die entsprechenden Zertifikate nur 48 Stunden lang gültig sind. Denn zwei Tage nach dem Test kann ein negativ Getesteter ansteckend werden.

Die meisten Infizierten sind nicht ansteckend

Unterdessen sollte es zum Allgemeinwissen gehören: Wenn man Menschen, die keine Krankheitssymptome haben, mit einem PCR-Test positiv testet, sind die meisten dieser «Infizierten» oder «Fälle» nicht ansteckend. Ansteckend ist man höchstens zehn Tage lang und meist nur nach Auftreten von Symptomen. «Mehr als die Hälfte» aller mit einem PCR-Test positiv Getesteten seien zum Zeitpunkt des Tests nicht mehr ansteckend, erklärte beispielsweise die Londoner Epidemiologie-Professorin Irene Petersen. Unter denjenigen PCR-positiv Getesteten, die keine Symptome aufweisen, sei der Anteil der nicht (mehr) Ansteckenden noch grösser, schätzen andere Experten.

PCR-Tests sind nützlich, um das Verbreiten des Virus zu verfolgen. Um jedoch festzustellen, ob jemand ansteckend ist, sind sie nach der heutigen Testpraxis unbrauchbar. «Nach der heutigen Testpraxis» deshalb, weil die Labors die Testproben analog einem Vergrösserungsglas so lange analysieren, bis sie auch kleinste Trümmerreste eines Corona-Virus entdecken. Diese sind jedoch nicht mehr fähig, sich zu vermehren.

Labors in der Schweiz und in Deutschland testen mit bis zu 40 Zyklen (Ct-Wert = 40), sofern nach weniger Zyklen keine Virenreste zum Vorschein kommen. Diese Suche mit dem grössten Vergrösserungsglas entdeckt sehr viele «Infizierte», die nicht ansteckend sind. Je nach Hersteller der PCR-Tests bedeuten Resultate mit Testzyklen ab 25 oder 30, dass nur noch ein vernachlässigbares Restrisiko besteht, dass es sich um ansteckende Personen handelt. 

Nasen-Rachen-Schnelltest finden praktisch gleich viele Ansteckende – und diese werden sofort informiert

Entscheidend ist, mit welcher Treffsicherheit die Nasen-Rachen-Schnelltests (oder die Nasen-Schnelltests) die Ansteckenden finden. Um dies herauszufinden, darf man die positiven Resultate von Schnelltests nur mit denjenigen positiven Resultaten von PCR-Tests vergleichen, die mit einem Ct-Wert von maximal 25 oder 30 durchgeführt wurden. Die miserablen Trefferquoten der Schnelltests von nur 33 Prozent (in der Lausanner Studie vom 10. April 2021) oder von nur zwei Dritteln (Studie des Berner Inselspitals) kamen nur deshalb zustande, weil man sie mit PCR-Tests verglich, die mit bis zu 40 Zyklen (Ct-Wert 40) durchgeführt wurden.

Im Gegensatz zur Inselstudie verglichen die Lausanner Autoren Schnelltests auch mit PCR-Testresultaten, die mit einem Ct-Wert von nur bis zu 26 (Zyklen) erreicht wurden. Und siehe da: Bei diesem Vergleich lag die Trefferquote des Roche-Schnelltests nach Angaben von Hauptautor Gilbert Greub bei ausgezeichneten 97,8 Prozent. Schnelltests von anderen Herstellern hätten bei diesem Vergleich Trefferquoten zwischen 95,6 und 100 Prozent erzielt.

Schnelltest-Hersteller Roche teilte Infosperber mit:

«Der Antigen-Schnelltest eignet sich sehr gut dafür, Personen mit hoher Viruslast, die mit grosser Wahrscheinlichkeit auch hochinfektiös sind, schnell und zuverlässig zu erkennen. Bei hoher Viruslast (Ct≤30), also Personen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit andere anstecken, hat der Test in unabhängigen Studien 95,5 Prozent aller positiv Infizierten korrekt identifiziert (Sensitivität) … In der Studie des Inselspitals hat der Grossteil der Proben einen Ct-Wert von über 30. Das heisst, dass die meisten untersuchten Proben eine eher geringe Viruslast aufweisen. Sie sind damit auch weniger infektiös und zeigen [in Schnelltests] weniger häufig positive Testergebnisse an … Der Roche-Antigen-Schnelltest zeigte eine bessere Übereinstimmung mit der viralen Zellkultur als die PCR (d. h. eine bessere Korrelation mit der Infektiosität) (Homza, Igloi et al., van Beek et al.) und kann als hervorragendes Instrument zur Identifizierung von Patienten dienen, die lebensfähige Viren ausscheiden.»

Ein wichtiger Vorteil von Schnelltests kommt dazu: Deren Resultat liegt unmittelbar nach dem Test vor, so dass Angesteckte sofort wissen, dass sie ansteckend sind und dafür sorgen können, dass sie niemanden mehr anstecken. Beim PCR-Test dagegen dauert es einen bis zwei Tage, bis das Testresultat vorliegt. Die Ansteckenden laufen also noch ein bis zwei Tage herum, ohne von ihrer Ansteckung zu wissen. Insgesamt beträgt die ansteckende Zeit in den meisten Fällen höchstens zehn Tage, was der Länge vieler Quarantänen entspricht.

Die Nasen-Rachen-Schnelltests sind also den PCR-Tests ebenbürtig, wenn es darum geht, Ansteckungen zu verhindern.

NZZ: «Antigen-Schnelltests sind besser als ihr Ruf»

Über die Inselspital-Studie, die am 6. Juli 2021 veröffentlicht wurde, berichtete NZZ-Redaktor Alan Niederer am 27. August unter dem Titel «Ungenaue Antigen-Schnelltests – Jeder dritte Covid-19-Infizierte wird nicht erkannt». Am 9. September wiederholte NZZ-Redaktorin Stephanie Lahrtz: «Die Schnelltests erkennen im realen Leben nur zwei von drei Infizierten zuverlässig».
Falls damit die Virustragenden gemeint sind, waren diese Aussagen korrekt. Falls damit aber die Ansteckenden gemeint sind – für deren Identifizierung die Schnelltests dienen – waren diese Aussagen falsch.
Am 18. September kam die NZZ darauf zurück und meinte in einem längeren Artikel, es herrsche «Verwirrung». NZZ-Redaktor Hansueli Schöchli titelte jetzt: «Antigen-Schnelltests sind besser als ihr Ruf – die publizierten Daten über die Zuverlässigkeit liefern oft ein verzerrtes Bild». Eine Mitteilung des Berner Inselspitals habe das Vertrauen mit der Angabe erschüttert, Antigen-Schnelltests würden nur 2 von 3 Ansteckungen erkennen. Doch «solche Zahlen geben Schnelltests einen unverdient schlechten Ruf», schrieb jetzt die NZZ. Entscheidend für den Zweck der Schnelltests sei, «wer noch ansteckend ist». Und «wenn man sich auf die wahrscheinlich ansteckenden Personen beschränke», liege die Treffsicherheit bei 97 Prozent. «Manche ‹PCR-Positiven›, die unter dem Radar von Schnelltests durchgehen, dürften nicht mehr ansteckend sein oder es gar nie gewesen sein.»

Fragen an Professor Michael Nagler, Lead-Autor der Studie des Inselspitals

Professor Michael Nagler ist medizinischer Leiter des Zentrums für Labormedizin am Inselspital Bern. In einem Communiqué vom 25. August warnte er von den «nur bedingt geeigneten» Antigen-Schnelltests. Und er rechnete gleich vor: Bei 130‘000 Schnelltests pro Woche würden diese 12‘000 [mit PCR-Tests] positiv identifizierte Personen übersehen: «Diese 12’400 Personen fühlen sich sicher, da sie ja negativ getestet sind, und besuchen Familienfeiern, Konzerte und Fussballspiele. Potentiell besteht somit das Risiko, dass Antigentests die Pandemie verstärken anstatt sie zu bremsen», sagte Studienleiter Professor Michael Nagler.

Damit weckte Professor Nagler den falschen Eindruck, bei den 12’400 übersehenen positiv Getesteten handle es sich um Ansteckende.

Am 11. Oktober richtete Infosperber an Studienleiter Professor Nagler folgende Fragen:

Wir beziehen uns auf die Studie Schnelltests/PCR-Tests des Inselspitals.
Die Aussage «Nur zwei von drei Infizierten korrekt ermittelt» suggeriert, dass ein Drittel der mit Schnelltests negativ Getesteten ansteckend sind und der Schnelltest für ein zweitägiges Zertifikat deshalb untauglich sei. Die Schnelltests haben zwar jeden dritten mit PCR positiv Getesteten nicht erkannt. Von diesem Drittel der mit PCR-Tests positiv Getesteten ist jedoch kaum jemand ansteckend.
Weil das Inselspital im Communiqué und die Studienautoren in der Studie nicht explizit darauf aufmerksam machten, dass es sich bei diesem Drittel falsch negativ Getesteter höchstwahrscheinlich NICHT um Ansteckende handelt, erachte ich die Information des Inselspitals und der Studienautoren als irreführend.
Die Irreführung wird durch die Aussage von Professor Michael Nagler noch verstärkt, dass sich «diese 12’400 Personen [fälschlicherweise] sicher fühlen … und Familienfeiern, Konzerte und Fussballspiele besuchen». Deshalb würden Schnelltests potenziell «die Pandemie verstärken, anstatt sie zu bremsen».

Professor Nagler ging also davon aus, dass die von den Schnelltests «Übersehenen» ansteckend sind.

Bekanntlich sind mit dem PCR-Test positiv Getestete NICHT ansteckend, wenn die Resultate mit einem Ct-Wert von 30 und darüber gemessen wurden. Viele gehen davon aus, dass dies bereits bei einem Ct-Wert von über 25 der Fall ist.

Fragen:

1) Warum wurde der Roche-Schnelltest mit Resultaten von PCR-Tests verglichen, die mit einem Ct-Wert bis zu 40 durchgeführt wurden, und nicht mit Resultaten von PCR-Tests, die mit einem CT-Wert von unter oder bis zu 30 gemessen wurden?
2) Wie viele aller zum Vergleich herangezogenen PCR-Testresultate wurden mit einem Ct-Wert von ≥30 erzielt und wie viele insgesamt mit einem Ct-Wert von ≥25?
3) Warum hat die Inselgruppe nicht explizit informiert, dass mit den Begriffen «Ansteckungen» und «Infektionen» nicht Ansteckende gemeint sind?

Bisher hat Professor Michael Nagler nicht reagiert. Sobald er antwortet, werden wir hier darauf zurückkommen.

NACHTRAG: Am Abend des 14. Oktobers teilte uns ein Mediensprecher des Inselspitals mit, Professor Nagler befinde sich noch eine Woche in den Ferien und würde unsere Fragen nachher bearbeiten.


Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus_1

Coronavirus: Information statt Panik

Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

War dieser Artikel nützlich?
Ja:
Nein:


Infosperber gibt es nur dank unbezahlter Arbeit und Spenden.
Spenden kann man bei den Steuern in Abzug bringen.

IBAN: CH 0309000000604575581

19 Meinungen

  • am 14.10.2021 um 11:16 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank an den Verfasser für diese sorgfältige Arbeit. Genau solche Differenzierungen braucht es! Erstaunlich, dass der Unterschied zwischen infiziert und Infektös nicht mehr Beachtung findet.

    0
  • am 14.10.2021 um 11:35 Uhr
    Permalink

    Unterdessen sollte es zum Allgemeinwissen gehören, dass kein Test besser ist, als sich nicht testen zu lassen. Vorbehalt: man hat klare Symptome.

    0
    • am 14.10.2021 um 22:15 Uhr
      Permalink

      Auch wenn man klare Symptome aufweist muss man nicht testen. Einfach zu Hause bleiben und auskurieren, wie früher bei der klassischen Grippe.

      0
    • am 15.10.2021 um 19:27 Uhr
      Permalink

      Muss man testen, sonst bekommt man das Zertifikat «Genesen» nicht – nicht einmal mit entsprechenden Antikörper im Blut.

      0
    • am 15.10.2021 um 09:10 Uhr
      Permalink

      Korrekt. Tests sind keine Heilmittel, man handelt sich höchstens eine Quarantäne ein. Auskurieren muss man die Symptome mit den bewährten Mitteln aus der Hausapotheke. Selbst die Impfung ist kein Heilmittel. Ein intaktes Immunsystem ist nach wie vor alles was wir brauchen.

      0
  • am 14.10.2021 um 12:27 Uhr
    Permalink

    «SVP-Regierungsrat Schnegg stellt laut «Der Bund» bereits zur Diskussion, Zertifikate nur noch für zweifach Geimpfte oder Genesene, die wenigstens eine Impfung erhalten haben, auszustellen.» – Ich gehe davon aus, dass sich auch diese SVP Gesundheitsbehörde kaum für medizinische Studien interessiert, sondern wie in dieser ganzen Pandemie üblich, nach politischen Vorgaben und im Interesse von Sponsoren agiert. Einer hohen Impfquote ist alles untergeordnet. Internationales Ziel ist das Zertifikat für alle und alles.

    0
  • am 14.10.2021 um 13:53 Uhr
    Permalink

    Wenn wir natürlich «geimpfte», d.h. BAG-«Fälle» mit geimpften gleichsetzen, so erhalten wir per 11.10.21 einen Deckungsgrad der «infizierbaren», d.h. der Altersgruppen «11+» von 78.3% schweizweit.

    Der direkte Deckungsgrad liegt bei 67.3%, der «gelebte» Deckungsgrad der ex-Fälle macht weitere 11% der infizierbaren Bevölkerung aus.

    Die Schweiz als «schlechter» Schüler im europäischen Kontext ist definitiv ein Mythus der überdacht werden sollte. Es ist Zeit, an das Ende des «CH-Gesundheitspasses» zu denken.

    Spätestens nach der Rückkehr der Ferienreisenden im Herbst, sollte diesem Spuck ein lokales Ende bereitet werden, selbst wenn Grenzkontrollen eine gewisse Nützlichkeit behalten sollten.

    Die aktuelle Poloiik des indirekten Impfobligatoriums erscheint weder notwendig noch zielführend.

    0
  • am 14.10.2021 um 16:33 Uhr
    Permalink

    Mit Schnelltests, die 48/72 Std gültig sind und nur 11.– CHF kosten, kann der BR den Impfzwang nicht durchsetzen. Also muss man diese Tests diskreditieren und verbieten. Gleichzeitig macht der BR neue Versprechungen bezgl. Impfquote, die er dann garantiert wieder nicht einhalten wird.

    Als Krönung wird irgendwann dem Gros der Geimpften das Zertifikat ablaufen und es wird klar werden, dass die nächsten Jahre regelmässig geimpft werden muss. Natürlich auch unter faktischem Zwang. Dass sich wenigstens Genesene dem entziehen können, kann man nur hoffen.

    Herr Nagler ist jetzt der Gekniffene. Er sollte Fragen wissenschaftlich beantworten, weiss aber genau, dass vom BR/BAG eine politische Antwort erwartet wird.

    0
  • am 14.10.2021 um 16:39 Uhr
    Permalink

    Ein Schelm ist, wer denkt Hr. Schnegg will die Pfründe der Apotheker und Ärztinnen schützen.

    0
  • am 14.10.2021 um 17:27 Uhr
    Permalink

    Genau das ist das Problem mit der Berichterstattung zu Corona.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann sind die Tests dazu geeignet die Krankheit in einer akuten Phase zuverlässig nachzuweisen, sprich ein Diagnose zu erstellen.
    In allen Medien wurde berichtet, dass die Tests eine Infektion nachweisen. Das ist ein grosser Unterschied und man muss sich nicht wundern, dass ein Diskurs zur Tauglichkeit entsteht.
    Danke für den Artikel.

    0
  • am 14.10.2021 um 17:37 Uhr
    Permalink

    Solche Veröffentlichungen und Studien, wie diejenige des Inselspitals unterminieren das Vertrauen nachhaltig.

    1
    • am 15.10.2021 um 07:43 Uhr
      Permalink

      Das Vertrauen unterminiert, wenn nicht offen ausgetauscht wird und Studien selektiv publiziert werden/würden. Das Vertrauen unterminiert – davon unabhängig – auch, wenn versprochen wird, es gäbe keine Impfpflicht und wir jetzt einen faktischen Impfzwang haben. Und selbstverständlich müssen Studien auch beurteilt werden in grösserem Kontext.

      0
  • am 15.10.2021 um 09:05 Uhr
    Permalink

    Wer etwas mehr weis über die Labortests, weis auch, dass die mit dem Multiplikator schwer Manipuliert werden können.
    Will man mehr, halt öfter Multiplizieren.
    Dass er jetzt Angst hat ist Verständlich, der Preisunterschied ist so gewaltig dass da der Goldesel der bisherigen weiter am Leben bleiben sollte, anders kann ich mir das nicht vorstellen.

    0
  • am 15.10.2021 um 13:14 Uhr
    Permalink

    SVP-Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hat ein hervorragendes Berufs- und Karriereprofil. Auszug aus Wikipedia:
    – Kaufmann EFZ
    – Ingenieurdiplom FHS in Wirtschaftsinformatik
    – MBA der Université de Genève
    – Mitbegründer und CEO eines Informatikunternehmens (1987-2014)
    – Verleihung des Preises “Entrepreneur of the Year 2004” durch Ernst&Young
    – Verwaltungsratspräsident der Hôpital du Jura bernois SA
    – Verwaltungsratspräsident der Celtor SA
    Ob diese zweifellos hohe unternehmerische Kompetenz für öffentliches Gemeinwohl, Medizin und Gesundheit ausreicht, muss jeder selber beurteilen.

    0
    • am 16.10.2021 um 09:02 Uhr
      Permalink

      Herr Schnegg scheint ja medizinisch sehr kompetent zu sein! Witziges Detail am Rande: mein Anti-Viren Programm blockiert die Internetseite der Celtor SA. Überall diese Viren!!

      0
  • am 20.10.2021 um 12:33 Uhr
    Permalink

    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe viel Vertrauen in den Kanton Bern verloren und kann gut verstehen, wie ein solches Gefühl Leute auf die Strasse treiben kann, wenn hier wieder mal «gedroht» wird und die bisherige Praxis (sowie die aktuelle von Bund und den meisten anderen Kantonen) implizit als untauglich hingestellt wird.
    Ich war fereinhalber in Deutschland und habe manche Antigen-Schnelltests absolviert (in den Tourismus-Orten gab es viele Anbieter für solche), zusätzlich zu zwei in der Schweiz und meinen eigenen Selbsttests (immer negativ). Fast jeder war irgendwie anders: Nase vorne, Nase mitte, Nase hinten, Nase ganz hinten (unangenehm), mit oder ohne zusätzlich Rachen, einseitig oder zweiseitig. Aber auf dem Zertifikat stand jeweils welcher Test verwendet wurde und es waren viele verschiedene. Die jungen Leute, welche die Tests machten, bekamen ein Gehalt, meistens von einer Apoteke oder Arztpraxis (und Trinkgelder, weil schon etwas mühsam), und wirkten durchaus kompetent.
    Diese schludrige Informationspoltik der Behörden macht mir das Impfen nicht schmackhafter sondern steigert im Gegenteil mein Mistrauen in die Ämter, ist doch das Impfen (im Körper) viel komplizierter als das Testen, und wer nicht über das Einfache Bescheid weiss, weiss über das Kompliziertere wohl noch weniger. Aber vom Testen habe ich auch genug, auch wegen des vielen Abfalls, und verzichte jetzt halt auf Beizen, Kino und Konzerte, usw. Wer im Beruf steht, hat es natürlich viel schwieriger.

    0
  • am 21.10.2021 um 11:15 Uhr
    Permalink

    Ich habe nun die Studie von Jegerlehner, Nagler et al. 2021 gelesen. Mir scheint es, dass darin die Infosperber-Fragen 1) und 2) teilweise beantwortet werden: In «Figure 3» (Seite 121) wird für den Roche Biosensor Antigen-Test eine gemittelte Sensitivität von 84,4% angegeben bei 109 Personen, die beim parallelen PCR-Test bei CT=30 positiv anzeigten. Ebenfalls hier ersichtlich: 647 (positive) Personen wurden mit CT>30 getestet, aus einem Total von 1465 getesteten Personen.
    In «Related Articles» werden fünf weitere Studien angegeben. Diese sind in den Zahlen ähnlich, aber in ihren Aussagen etwas optimistischer als Jegerlehner, Nagler et al. 2021, indem sie die untersuchten Antigen-Tests als durchaus hilfreich und tauglich taxieren, besonders bei Personen, die PCR-CT-Testwerte von <30 aufweisen, aber auch allgemein, wenn PCR-Tests nicht verfügbar sind. Bei den Kosten von PCR-Tests kann man diese durchaus als für viele Personen und viele Situationen als "nicht verfügbar" betrachten.
    Roche selbst gibt auf dem Beipackzettel ihres Tests übrigens eine eigene Studie an bei 146 symptomatischen Personen mit gemessenen Sensitivitäten von 83-86% und rät auch bei einem negativen Ergebnis zur Beibehaltung von Schutz- und Hygienemassnahmen.
    Ich habe noch grob nach typischen Werten der Sensitivität von PCR-Tests gesucht, und diese scheinen eher schlechter als 85% zu sein, also nicht besser als obige Werte.

    0

Ihre Meinung

Lade Eingabefeld...